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100 Millionen Europäer weniger

Von Vincenzo Capodici, 16. April 2014 45 Kommentare »
Die Anzahl Menschen wächst weltweit schneller als erwartet. Zwischen Kontinenten und Ländern gibt es bis ins Jahr 2100 riesige Unterschiede. Europa erlebt zurzeit eine weltgeschichtliche Premiere. Und Afrika befindet sich auf der Überholspur.
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Knapp 7,2 Milliarden Menschen lebten zum Jahreswechsel 2013/14 auf der Erde. Mitte dieses Jahrhunderts werden es 9,6 Milliarden Menschen sein und 10,9 Milliarden im Jahr 2100. Der aktuelle Weltbevölkerungsbericht der Vereinten Nationen zeigt, dass die Bevölkerung weltweit schneller wächst als erwartet. Dabei geht die UNO davon aus, dass die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau (Fertilitätsrate) von heute 2,5 Kindern pro Frau weltweit bis zum Jahr 2100 auf zwei Kinder pro Frau sinken wird. Neben der Fertilitätsrate hängt die Bevölkerungsentwicklung im Wesentlichen von der allgemein weiter steigenden Lebenserwartung und insbesondere der sinkenden Kindersterblichkeit ab.

Zwischen Kontinenten und Ländern gibt es riesige Unterschiede. Während das Bevölkerungswachstum in der Zukunft vor allem in den Entwicklungsländern stattfindet, droht Europa nicht nur zu altern, sondern auch zu schrumpfen. Etwa 742 Millionen Menschen leben heute in Europa, Ende des 21. Jahrhunderts werden es laut UNO-Prognosen nur noch 639 Millionen sein.

Die Kinderlosigkeit in individualistischen Wohlstandsgesellschaften ist Ausdruck des Wesenskerns dieser Gesellschaften. Dabei zeigen auch finanzielle Anreize, wie etwa staatliche Familienförderungsprogramme, kaum Wirkung. Die niedrigen Geburtenraten Europas sind eine weltgeschichtliche Premiere.

Während Europa also insgesamt schrumpft, gibt es auf dem alten Kontinent jedoch auch wachsende Gesellschaften. So zum Beispiel Frankreich, dessen Bevölkerungszahl in den nächsten 90 Jahren von rund 62 Millionen auf knapp 80 Millionen wächst, oder auch Grossbritannien mit einem ähnlichen Zuwachs wie Frankreich. Die beiden Länder haben eine aktuelle Fertilitätsrate von 1,9.

Zu den schrumpfenden europäischen Gesellschaften gehören Deutschland und Italien. Die Bevölkerungszahl in Italien sinkt den UNO-Prognosen zufolge bis 2100 von 60 Millionen auf 55 Millionen und in Deutschland von 82 auf 57 Millionen. Ohne Zuwanderung würden Gesellschaften mit vergleichsweise niedrigen Fertilitätsquoten – 1,3 in Deutschland und 1,4 in Italien – noch stärker schrumpfen. In Italien zum Beispiel würde die Bevölkerungszahl bereits im Jahr 2050 auf 53 Millionen sinken.

Sinkende Geburtenzahlen und steigende Lebenserwartungen haben bedeutende, teils dramatische Folgen für eine Gesellschaft – bezüglich Wirtschaftswachstum, Investitionen, Arbeitsmärkte, Rentenfinanzierung, Transferleistungen zwischen den Generationen, Bildungs- und Verkehrssysteme, Gesundheitsversorgung, eigentlich für alle Bereiche des menschlichen Lebens.

Daher ist es klar, dass der Zustrom von gut qualifizierten Einwanderern im erwerbsfähigen Alter immer wichtiger wird für die Volkswirtschaft und die sozialstaatliche Finanzierung von alternden Gesellschaften. Ausser es gelingt diesen Gesellschaften, für ihre arbeitsfähigen und -willigen Senioren – in grösserem Ausmass – altersgerechte Arbeitsplätze bereitzustellen. Ansonsten wäre eine hohe Dauerimmigration nötig, was allerdings in den Aufnahmeländern auf politischen Widerstand stösst.

Die UNO-Prognosen gehen davon aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen weltweit von heute 70 Jahren auf 82 Jahre im Jahr 2100 steigen wird. In Industrieländern werden die Menschen dann voraussichtlich 89 Jahre alt werden – und damit elf Jahre älter als heute. Gerade die alternden Gesellschaften hoch entwickelter Länder werden sich in den kommenden Jahrzehnten einen sich verschärfenden Wettbewerb im «Kampf um die besten Talente» aus weniger entwickelten Nationen liefern. Gefragt sind Ingenieure, Forscher, Informatiker, Handwerker, Fachkräfte aller Art.

In Afrika wird sich die Bevölkerung von heute 1,1 Milliarden auf voraussichtlich knapp 4,2 Milliarden Menschen im Jahr 2100 beinahe vervierfachen. Allein in Nigeria werden bis Ende dieses Jahrhunderts rund 900 Millionen Menschen leben. Nigeria wird dann die dritthöchste Bevölkerungszahl der Welt haben – hinter Indien und China, wo zurzeit am meisten Menschen leben. Falls die UNO-Prognosen zutreffen, wird Indien Mitte des laufenden Jahrhunderts China als bevölkerungsreichstes Land überholen. Während China bei 1,3 Milliarden bleibt, wächst Indien von 1,2 auf 1,6 Milliarden Menschen. 2100 wird Indien noch 1,5 Milliarden Einwohner haben und China 1,1 Milliarden.

Ein drastischer demografischer Wandel vollzieht sich in Japan, wo die Bevölkerungszahl von heute 126 Millionen Menschen bis 2050 auf 108 Millionen sinken wird. Und im Jahr 2100 wären es nur noch 84 Millionen. Der Schwund von jährlich 700’000 Personen im erwerbsfähigen Alter im kommenden Jahrzehnt ist nicht nur auf die niedrige Fruchtbarkeitsrate, sondern auch auf die sehr restriktive Immigrationspolitik der Japaner zurückzuführen. Auch Russlands Bevölkerungszahl entwickelt sich rückläufig – von momentan 143 Millionen über 120 Millionen (2050) auf 101 Millionen (2100).

Dagegen verzeichnen die USA einen Bevölkerungszuwachs von derzeit 320 Millionen auf 401 Millionen (2050) respektive 462 Millionen (2100). In den nächsten Jahrzehnten wachsen die USA um jährlich 700’000 Personen im erwerbsfähigen Alter. Und dies ist, generell betrachtet, förderlich für das Wirtschaftswachstum und den Wohlstand einer Nation. In diesem Zusammenhang spricht der Volkswirtschaftler Robert Gordon von der Northwestern-Universität im US-Staat Illinois von einer «demografischen Dividende», von der eine Volkswirtschaft profitieren kann.

Und wo steht die Schweiz in knapp 90 Jahren? 10,9 Millionen Personen werden gemäss UNO-Prognosen im Jahr 2050 in der Schweiz leben und 12,8 Millionen im Jahr 2100. Heute sind es 8,2 Millionen Menschen. Szenarien zur Schweizer Bevölkerungsentwicklung hat auch das Bundesamt für Statistik (BFS) erarbeitet. Die BFS-Prognosen, teilweise anders berechnet, liegen tiefer als jene der UNO.

45 Kommentare zu “100 Millionen Europäer weniger”

  1. Markus Petersen sagt:

    Hier wird so getan als ob eine schrumpfende Geburten- bzw. Bevölkerungswachstumsrate eine schlechte Sache sei – das fängt schon bei der roten Einfärbung der entsprechenden Länder an. Ich finde, man sollte lieber Afrika knallrot einfärben. Denn mit einem Bevölkerungswachstum von über 200% muss man kein Hellseher sein um zu merken, wo das hinführt: Zu Krieg, Hunger, Armut und einer Massenflucht, wie wir sie seit der Völkerwanderung nicht mehr erlebt haben.

  2. Sara sagt:

    Eigentlich sollten schon vor 15 Jahren die Alarmglocken schrillen als der 6 milliardste Mensch geboren wurde. Doch seit heute hat sich nicht’s getan. Es werden weiterhin fröhlich 2,3,4,5 Kinder in die Welt gesetzt ohne sich um die Welt zu scheren. Ganz nach dem Motto “ist nicht mein Problem”. Das ist bittertraurig und ein Armutszeugnis.

  3. Marcel Senn sagt:

    Wie bitte sollen Frankreich und GB wachsen mit einer Fertilitätsrate von 1.9, wenn zum Bestand einer Bevölkerung ein Wert von 2.1 Kinder pro Frau nötig sind?
    Gut die reine Fertilitätsrate ist durch äussere Ereignisse wie Kriege, Krisen, Alter der Mutter bei den Geburten etc. etwas schankungsanfällig – die Kohortenfertilität ist ein stabilerer und aussagekräftigerer Wert.
    .
    Aber wie F&GB wachsen sollen, ist mir nicht klar — etwa durch Zuwanderung?

    • Lena Meier sagt:

      Denke gemeint ist durch Zuwanderung denn anders kommt ja auch die Schweiz nicht auf 12 Mio.

    • René Kernen sagt:

      Die Fertilitätsrate ist nur indirekt wirksam. Entscheidend ist das Verhältnis von Geburten- und Sterberate. UK hat eine Geburtenrate von 12 (Geburten pro 1000 Einwohner) und eine Sterberate von 9. Daraus resultiert schon mal ein Wachstum von 0.3%. Dazu kommen noch 0.3 % Netto Migration, gibt ein Wachstum von 0.6% (Daten vom US Census ). Frankreich hat übrigens trotz einer Fertilität von 2.1 auch eine Geburtenrate von 12 und eine Sterberate von 9. Ergibt zusammen mti der Netto Migration von 0.1% ein Wachstum von 0.4%. Die Schweiz hat mit einer Fertilität von 1.5 eine Geburtenrate von 10 und eine Sterberate von 8 – ergibt mit der Netto Migration von 0.5% ein Wachstum von 0.7% (entspricht 56’000 bei 8 Mio. Einwohner)

  4. David Stoop sagt:

    Bei diesem gigantischen Bevölkerungswachtsum in Afrika muss es zu viel mehr Immigration nach Europa kommen. Man darf gespannt sein, ob Europa einem solchen Ansturm aus Afrika politisch gewachsen ist. Gut möglich, dass wir hier die Grundlage für einen Rechtsrutsch ungekannten Ausmasses in Europa sehen.

    • Peter Colberg sagt:

      Da haben Sie völlig Recht, Herr Stoop. Ohne wirklich abweisende Grenzen im Süden Europas d.h. auf Dauer elektrifizierte Zäune, und andere so ziemlich Menschenfeindliche Anlagen, wird Europa in den nächsten Jahrzehnten schlicht überrannt. Da kann man so politisch korrekt sein wie man will (wie etwa die netten linken Idealisten, wo ja jeder kommen darf), aber Tatsache ist das Millionen auf Dauer der rapide, durch massive Ueberbevölkerung steigenden Armut in Schwarzafrika entkommen werden wollen, und das unsere Lebensweise dadurch stark bedroht sein wird. Das gegenwärtige “Multikulti” wird dagegen nur ein Zuckerschlecken sein. Besser jetzt handeln, etwa durch wirtschaftliche Aufbauprogramme in Afrika, und einer deutlich abweisenden Asylpolitik damit der kommende Afrikanische “Tsunami” kontrollierbar bleibt d.h. auch, Afrikanische “Boat people* sofort zur Umkehr zu zwingen. Vor allem aber gilt, realistisch sein und den Tatsachen ins Auge sehen: wir und unsere Kinder haben alle nur einen Lebensraum, und das ist Europa!

    • Margaritta sagt:

      Vielleicht gibt es auch einen ganz anderen Rutsch, z.B. einen Wirtschaftsrutsch, so dass gar niemand mehr von Afrika nach Europa will… ewig werden die Machtbeziehungen so nicht verteilt sein. Da kann sich Europa und die Schweiz ruhig noch weiter selbst isolieren. Afrika braucht uns nicht, sondern sind sogar noch better off ohne Invention Schweizer Unternehmen, die Elitepositionen stützen.

  5. Fritz sagt:

    Es wird immer enger auf dieser Welt, das CO2 steigt weiter, Ressourcen stehen allerdings nur begrenzt zur Verfügung. Es werden grosse Probleme auf uns alle zukommen, wie es scheint.

  6. Heidi Müller sagt:

    Und da will die Ecopop ein kleines Land inmitten eines schrumpfenen Kontinents ohne Not vom Rest der Welt abschotten, all deren lebenswichtigen mühsam ausgehandelten Privilegien widerrufen und es in ein menschenverachtendes Volksgefängnis verwandeln. Und manche Umweltschützer fallen auf deren Initiative, die ‘Umwelt’ nicht mal erwähnt, voll herein. Die Braunen lachen darüber auf den Hinterzähnen.

    • Beppie Hermann sagt:

      Von wegen ohne Not!! Mit einer jährlichen Bevölkerungszunahme von 90’000 netto oder 1.1% stehen wir seit 7 Jahren in Europa allein auf weiter Flur, derweil zB Deutschlands Bevölkerungszuwachs seit 1990 stagniert! Peinlich, solche Kommentare.

    • Felix Wirz sagt:

      Werte Frau Müller. Mir scheint Sie haben sich noch nie wirklich mir ECOPOP auseinandergesetzt, ansonsten Sie kaum so ein Kommentar hier posten würden. Ecopop warnt seit Jahren genau vor dem, was in diesem Artikel beschrieben wird.

    • Lena Meier sagt:

      @Heidi Müller, unsere Bundesverfassung befasst sich in Art. 73 und 74 doch längstens mit der Umwelt. Der von Ecopop vorgeschlagene Abs. 73a präzisiert dies doch einfach bezüglich den Faktor “Anzahl”. Besser erst informieren statt nur austeilen.

  7. 7 Milliarden Menschen haben sitzend auf der Insel Mallorca Platz. Die 11 Milliarden im Jahr 2100 werden diesbezüglich keinen grossen Unterschied machen (nicht mal doppelt Mallorca). Die Produktivität der Landwirtschaft reicht für 49 Milliarden Menschen. Von Überbevölkerung sind wir also weit weit weg. Aber es gibt ein grosses Problem: der Mensch verschwendet sinnlos Ressourcen und zerstört seine Umwelt. Das ist kein Problem der Anzahl Menschen, sondern ein Problem des Verhaltens der (wenigen) Menschen, die auf der Welt leben. Genau genommen geht es nur um das Verhalten einer Minderheit dieser Menschen, nämlich der 20% Menschheit in den industrialisierten Ländern, die 80% des weltweiten Ressourcenverbrauchs ausmachen.

    • Marcel Senn sagt:

      Ach Frau Binsberger – woher haben Sie denn diesen Unsinn mit dem Nahrungspotential für 49 Mrd Menschen???
      Wir haben jetzt schon eine sehr schädliche Nahrungsmittelindustrie mit Gentech, all den E-Zusätzen, Problemen mit der Düngung und Pestiziden, und wenn das Erdöl dann in wenigen Jahrzehnten mal zu Ende geht verschärft sich die Problematik noch (Erdöl wird auch für Düngemittel verwendet)
      .
      Bitte hören Sie auf solch einen Unsinn zu schreiben – wir machen jetzt schon mit 7.2 Mrd viel zu viel kaputt, der globale Fussabdruck ist weit über eins – Liebe Frau Binsberger wir sind hier nicht im Wunderland!!!

    • Felix Wirz sagt:

      Zitat: „Die Produktivität der Landwirtschaft reicht für 49 Milliarden Menschen.“ Woher um alles in der Welt haben Sie diese Zahl?? Die Erde kann die heutige Bevölkerung von etwas mehr als 7 Milliarden Menschen mehr schlecht als recht ernähren. Vor einer Woche war im Tagesanzeiger zu lesen, dass durch die Erderwärmung die ackerfähige Fläche weltweit stark zurückgehen wird (weniger Niederschläge, Verwüstung, etc.) Die Ernährung der jetzigen Bevölkerung gelingt übrigens nur einigermassen dank der im Verhältnis spottbilligen Energie (und Düngermittel) aus dem (endlichen) Erdöl… Kriege rund um die Nahrungsmittel sind vorprogrammiert.

    • John Foster sagt:

      In einem Kommentar soviele Dinge, die nichts mit der Realität zu tun haben. 49 Milliarden Menschen ernähren? Was hat denn Sie geritten? Und die Aussage mit Mallorca ist ja nicht mehr zu übertreffen. Sollen 4 Leute pro m2 existieren oder was. Ist Ihr Kommentar als Ironie zu verstehen?

    • Reto Stadelman sagt:

      Ich habe schon des öftern in Diskussionen mit anderen angedeutet, dass nicht klar ist, wie viel “zu viel” ist. Und ich glaube ihnen auch absolut dass 49 Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben könnten. Was sie dabei vergessen ist, dass ein solches Leben für die wenigsten wirklich angenehm wäre. Es wäre ein auf die nötigsten Bedürfnisse reduziertes Leben. Und wie wahrscheinlich ist es, dass ein solches Leben von unserer Gesellschaft akzeptiert wird? Darüber hinaus ist die Bevölkerungsfrage immer auch eine Verteilungsfrage. Der Planet ist nicht überall gleich angenehm zu bewohnen und so weiter und so fort. Ich sehe Konfliktpotential noch und noch.

      49 Milliarden werden aus diesem Grund nie auf der Erde leben, selbst wenn es möglich ist. Und für einen westlichen Lebensstil sind bereits 7 Milliarden bedenklich viel. Selbst wenn wir auf technologische Fortschritte und Effizienz hoffen. Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo die Bevölkerungsfrage diskutiert werden muss, weil sie nun einen direkten Einfluss auf den Lebensstandard der meisten Menschen bekommt.

      Das ist Politik. Und da müssen sie noch eine Menge Überzeugungsarbeit leisten. Ich bin jedenfalls nicht überzeugt davon, meinen Lebenstandard zu senken damit irgendwo auf der Welt nochmal 12 Menschen mehr gebohren werden können. Und so denken wohl nicht wenige Menschen. Überzeugen sie mich.

    • Lena Meier sagt:

      Frau Binsberger, finden Sie ein Auto pro Familie, eine Waschmaschine und einen Kühlschrank pro Familie ok oder geht das bereits zu weit? Richtig, wir werden nicht umhin kommen zu definieren, welcher Lebensstil allgemein verträglich ist. Der schweizerische ist es sicher nicht, da haben Sie recht. Soll es ein Lebenstil sein, der etwas näher bei unserem als bei einem steinzeitlichen liegt, so führt kein Weg daran vorbei die A N Z A H L Menschen zu senken. Ich darf Ihnen versichern, dass ausnahmslos alle Afrikaner und Inder denen ich bisher begegnet bin – es sind unzählige – für einen Lebensstil votieren, der unserem recht unähnlich ist….

  8. Walter Bossert sagt:

    Es besteht absolut keine Notwendigkeit immer weiter zu wachsen, auch ein Stillstand oder gar Bevölkerungsrückgang wäre machbar wenn die nötigen Prioritäten gesetzt würden! Das Wachstum dient in erster Linie den Profiteuren und ist der Hauptauslöser des Klimawandels,der dann für natürliche Korrekturen sorgen wird! Der Mensch ist auch heute noch fähig im Gleichschritt mit der Natur zu leben und dazu braucht es kein Wachstumsdenken, im Gegenteil. Leider sind Hochschulen und Forschung nur stur auf ein Ziel ausgerichtet, Wachstum, koste es was es wolle und die gleichen Leute jammern das die Ressourcen immer weniger werden und auf der anderen Seite die Klimaveränderung immer krasser. Das sollen gebildete Leute sein??

  9. Ike Conix sagt:

    Und Ecopop gaukelt vor, mit ihrer untauglichen Initiative etwas dagegen unternehmen zu können …

    • Chris Forster sagt:

      Na, wenn ich sehe, dass die Schweiz hier als einziges europäisches Land sogar Indien, Bangladesch und Indonesien weit hinter sich lässt punkto Bevölkerungsexplosion, dann kann ich nur sagen: Höchste Zeit für Ecopop, zumindest hierzulande!

    • Lena Meier sagt:

      Würde jedes Land die Verantwortung für sein Gebiet übernehmen wäre das Problem gelöst. Ecopop macht den nötigen Schritt!

  10. Markus Schneider sagt:

    UNO-Prognosen? Das ist reine Sterndeuterei. Es wird Zeit, dass jeder Prognosenmacher eine Kaution hinterlegen muss, die er nur dann zurückerhält, wenn seine Prognosen zutreffen. Zumindest aber sollten solch unsinnige 100-Jahres-Prognosen in Relation zu anderen Prognosen gestellt werden (die oft das absolute Gegenteil verkünden). Eine seriöse Zeitung sollte sich mehr mit Tatsachen beschäftigen und weniger mit Prognosen und Umfrageergebnissen.

  11. Beppie Hermann sagt:

    Was man hier leider nicht erfahren kann ist, wer genau sich derart reproduziert. Es liegt nicht nur an Armut, fehlender Bildung und Aufklärung in Familienplanung. Es liegt mE hauptsächlich an den Religionen und deren Infiltration in Länder, welche sich, eigentlich glücklicherweise, von Fesseln der Religionen zumindest distanziert haben und nun überschwemmt werden von solchen Kulturen.

    • René Kernen sagt:

      Die Religion hat praktisch keinen Einfluss auf die Anzahl Kinder, welche eine Frau zur Welt bringt. Entscheidend ist der Entwicklungsstand und insbesondere die Kindersterblichkeit. Gehen Sie mal auf die Webseite Gapminder World und lassen sie sich child mortality und children per woman in der Grafik anzeigen. Mit sinkender Kindersterblichkeit gehen auch die Anzahl Kinder pro Frau zurück. Das gleiche für life expectancy und children per woman. Bessere medizinische Versorgung und bessere Ernährung führen letztlich zu einer niedrigeren Fertilitätsrate – allerdings nicht von heute auf morgen, sondern über Jahrzehnte gesehen.

  12. Frederic Bilou sagt:

    Es hieß doch eine weile dass das Bevölkerungswachstum eine Gefahr ist, weil es zu viele Leute gibt und die alle brauchen ja Ressourcen, Geld, Essen etc., jetzt hören wir die Bevölkerungszahlen gehen zurück und es gilt auch als schlecht, können die Experten sich mal endlich einigen ob es gut oder schlecht ist.

    • Reto Stadelman sagt:

      Ihnen scheinen ja erst jetzt die Augen aufzugehen. Willkommen in der Welt 😉
      Das ist ja gerade das Paradoxe an unserer Wirtschaft. Es braucht immer mehr Menschen um zu wachsen. Aber für die Menschheit muss dieses Wachstum nicht positiv sein, ganz im Gegenteil…

    • Lena Meier sagt:

      Dieser Widerspruch findet sich sogar noch im Artikel. Die Nachteile eines Ewigwachstums sind offensichtlich (von Ihnen beschrieben). Der Vorteil eines Rückgangs wird als “demographische Dividende” betrachtet. Diese kam beispielsweise Südkorea und den sogenannten “Tigerstaaten” zugute und kann bereits jetzt in Deutschland beobachtet werden. Widerspricht halt dem Dogma des Kapitalismus wo Wachstum das ah und oh ist und wird deshalb gern verleugnet.

  13. Marcel Senn sagt:

    Linear gedacht wird die Menschheit 2050 9.6 Mrd resp 2100 10.6 Mrd haben – nur glaube ich angesichts der heutigen Parameter längs wie weniger an eine lineare Entwicklung sondern an eine nonlineare dynamische.
    Dazu hat es mittlerweile zuviele Schmetterlinge, deren Flügelschlag einen Tornado auslösen können (der sog. Schmetterlingseffekt in nonlinearen dynamischen Systemen) — angefangen vom Ende des Oels und Gas, resp. schon Lieferengpässen und Konflikten vorher, mögliche Pandemien (z.B. aktuell Ebola etc), Kriege und Bürgerkriege und dann die Effekte der Erderwärmung (Hungersnöte, Sturmopfer, Migration etc), sollte es wirklich 3-5 Grad wärmer werden, schädliche Langzeitwirkungen von Gentechfood, Naturkatastrophen, ein heftiger Sonnensturm usw usw – es gibt zuviele Schmetterling, die das Normaloszenario massiv beeinträchtigen können und auch werden!

  14. Marquard Imfeld sagt:

    Die schrumpfende Europäische Bevölkerung ist eine gewollte Entwicklung, wenn durch Anwendung “der Pille”, oder durch Abtreibung ungeborener Kinder (> 100’000 pro Jahr in DE; > 10’000 pro Jahr in der CH) die Fertilität der Frau tief gehalten wird. Die Bevölkerung in FR und UK wächst vermutlich auch wegen der islamischen Bevölkerung, welche für Nachwuchs sorgt. Joschka Fischer (Grüne, DE) meinte kürzlich an einem Vortrag, dass in Europa die Bevölkerung durch Einwanderung erhalten werden kann. Aber er erläuterte nicht, wie auf diese Weise unsere Europäische Kultur überleben wird.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      @Imfeld: Wenn eines Tages nur noch ein einziger Mensch die Welt bewohnt, ja dann, dann ist es vor allem anderen wichtig, dass er oder sie der europäischen Kultur angehört.
      Reicht das als Denkanstoss?

      • Lena Meier sagt:

        @ Felix Rothenbühler, bei einem einzigen ist es vollkommen unwichtig. Wenn es noch zwei sind könnte es anders aussehen…

    • Astrid Meier sagt:

      Die Bevölkerung in Frankreich und UK muss wegen Zuwanderung wachsen, denn die Geburtenrate ist für Wachstum nicht hoch genug. In der Geburtenrate sind die muslimischen Frauen, welche gemäss Ihrer Interpretation mehr Kinder haben sollen, schon eingerechnet.
      Was die Europäische Kultur angeht: logischerweise wird sie bei ständigem Bevölkerungsrückgang auch nicht überleben. Das hat sie allerdings auch schon länger nicht wirklich, traditionelle europäische Kultur ist als Klassik oder Folklore nur ein Nischenmarkt. Der Rest ist längst amerkanisiert oder globalisiert, spätestens seit den 60er Jahren.

  15. Phil Jutzi sagt:

    Japan macht es uns also vor wie es zu machen ist. Die Japaner haben es begriffen das weniger mehr ist, und das eine Gesellschaft ohne “Dauer-Immigration” genauso funktioniert. Wir Eidgenossen sind genau das Gegenteil: Wir lassen uns alles nehmen und ersetzten uns gleich Willenlos mit allem was gerade so an die Grenze stösst. Und dann wundert sich der Staat, wieso ich keine Kinder in dieses Szenario pflanzen will …

  16. Temet Nosce sagt:

    Immer die selbe, blinde Fokussierung auf die Nachteile von Bevölkerungsrückgang. Warum nicht auch auf die Vorteile eingehen? Z.B.: Entlastung der Infrastruktur, teure Ausbauten der Infrastruktur nicht mehr nötig, Entlastung der Landschaften, der Flora und Fauna, der Selbstversorgungsgrad kann gesteigert werden, weniger kulturelle / soziale Zwänge wegen Einwanderung, Übergang zu einer “normalen” Bevölkerungsstruktur anstatt immer mit Einwanderung das Unabwendbare zu verzögern, etc.

  17. Wunderlich sagt:

    Weshalb muß man schrumpfende Gesellschaften mit erhöhten Einwanderungszahlen wieder ausgleichen? Ich sehe die schrumpfenden Gesellschaften eher als eine gute Entwicklung in einer überbordenden Welt.
    Es ist eher eine Konsolidierung nach dem Excess. Und das ist ein gesunder Prozess für die Gesellschaft. Und wenn auch nicht auf den ersten Blick ersichtlich so ist es auch für die Wirtschaft langfristig besser. Die Übertreibungsphasen in Punkto Wachstum muss so auch mal Luft ablassen.
    Japan macht es da besser.

    • Marcel Senn sagt:

      Wunderlich: Das Problem bei Schrumpfungsprozessen ist meist dass sie zur Ueberalterung der Gesellschaft führen, wenn die Bevölkerungsalterungsstruktur bereits eine Urnenform aufweist (graphisch dargestellt nach Altersklasse und Geschlechtern)
      Darum ist Japan kein gutes Beispiel, auch China hat inzwischen diese Problematik, darum wurde neulich die Ein-Kind-Politik gelockert und auch in der CH wird diese Problematik zunehmen – schon in 20 Jahren werden wir ein Altersheim sein, wenn nicht mehr Junge geboren werden oder eine vernünftige Zuwanderung stattfindet!

      • Lena Meier sagt:

        @Senn, schon mal überlegt, dass Kinder aufziehen und ausbilden auch enorme Ressourcen bindet die bei einer älteren Bevölkerungsstruktur frei werden.

  18. Klicki sagt:

    100 Millionen weniger Europäer sind kein Drama, aber 3 Milliarden mehr Afrikaner, und dies noch konzentriert in den instabilsten und unterentwickeltsten Ländern, sind eines.

  19. Corinne Weber sagt:

    Eines habe ich von den grossen Historikern gelernt: Es braucht etwa 300 Jahre, bis sich eine neue Idee-ologie (Vorstellung), Philosophie oder Religion durchgesetzt hat. Durchsetzen wird sich die Philosophie des Lebens, der Vielfalt. Das betrifft das ganze Leben, die Artenvielfalt der Natur, Tiere und Völker. Die Gleichberechtigung der Völker oder Kulturen, die Achtung vor den verschiedenen Organen eines Körpers, die Unabdingbarkeit von der Andersartigkeit der verschiedenen Arten oder Funktionen der Völker oder Organe. Die Welt ist erst am Anfang dieses Vorgangs, aber er wird kommen. Mit viel Leid verbunden, das sich in Glück verwandeln wird. Langsam, aber sicher.

  20. Daniel Hofstetter sagt:

    Was wollen die Forscher 85 Jahre in die Zukunft schauen? Sie können ja nicht einmal das Wetter richtig prognostizieren. Hätte in den 80er Jahren jemand gedacht, dass die Schweiz in 20 Jahren nur dank der Zuwanderung wächst? Der Zustrom an Menschen aus 3. Weltländern wird rapide Zunehmen, da es die Afrikaner in 100 Jahren noch nicht fertig gebracht haben die eigene Bevölkerung zu ernähren. Lieber verkaufen sie das Land an die Chinesen die Rohstoffe für den Eigenbedarf anabuen. Leider lebe ich dann nicht mehr, sonst würde ich darauf wetten, dass diese Prognose falsch ist.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Wieder jemand, der eine Klimaprognose mit einer Wetterprognose vergleicht und den Unterschied nicht verstehen will…