Logo

Die Schweiz hat die vierthöchste Kindersterblichkeit in Westeuropa

Von Michèle Widmer, 3. Mai 2014 72 Kommentare »
6,3 Millionen Kinder weltweit erlebten im letzten Jahre ihren fünften Geburtstag nicht. In der Schweiz starben 4,3 von 1000 Kindern unter fünf Jahren. In Deutschland, Italien oder Spanien sind es weniger.
Stichworte:, ,

Die Kindersterblichkeit geht in den meisten Ländern zurück. Rund 6,3 Millionen Kinder starben im letzten Jahr weltweit vor ihrem 5. Geburtstag – das sind 4,4 Prozent von allen Lebendgeborenen. Vor 40 Jahren waren es noch rund 18 Millionen Todesfälle. Dies geht aus einer Analyse des Instituts for Health Metrics and Evaluation (IHEM) hervor, die gestern vom Fachblatt «The Lancet» veröffentlicht wurde.

Am höchsten ist die Kindersterblichkeit in Guinea-Bissau. Hier starben im letzten Jahr 150 von tausend Kindern in den ersten fünf Lebensjahren. Die niedrigste Rate hat Singapur mit zwei Todesfällen auf tausend Kinder. Auch in Westeuropa gibt es zwischen den Ländern grosse Unterschiede.

In der Schweiz ist die Kindersterblichkeit höher als man denken könnte. Hierzulande starben im letzten Jahr 4,3 von 1000 Kindern in den ersten fünf Lebensjahren. Damit weist die Schweiz in dieser Kategorie die vierthöchste Todesrate in Westeuropa auf. Nur in Malta (7), Grossbritannien (4,9) und Irland (4,6) starben 2013 mehr Kinder, die jünger als fünf Jahre sind.

Nachtrag: Für den überraschend hohen Wert in der Schweiz kommen drei Erklärungen infrage. Der «Tages-Anzeiger» hat die Gründe mit Thomas Tröster, Neonatologischer Notarzt an der Hirslanden-Klinik Aarau, erörtert. Hier geht es zum Artikel.

Im Westen Europas schneiden Island, Schweden und Luxemburg am besten ab. Hier erleben lediglich 2,4, 2,7 und 2,8 von 1000 Kindern ihren fünften Geburtstag nicht. Die durchschnittliche Kindersterblichkeit liegt in Westeuropa bei 3,9. In Osteuropa liegt sie mit 9,7 weitaus höher.

Fast 42 Prozent aller Todesfälle von unter Fünfjährigen ereignete sich 2013 im ersten Lebensmonat. Am gefährlichsten sind für Babys die ersten Lebenstage. Die geringsten Überlebenschancen haben Kinder in Afrika südlich der Sahara. Hier befinden sich alle zehn Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit.

Zu verdanken ist die gesamthaft positive Entwicklung laut den Autoren der Millenniumskampagne der Vereinten Nationen. Diese sieht vor, dass die Sterblichkeit von unter Fünfjährigen im Zeitraum von 1991 bis 2015 um zwei Drittel (von 10,6 Prozent auf 3,5 Prozent) sinken soll. Wenn die Entwicklung so anhält – so die Studie – könnte die Zahl bis 2030 auf vier Millionen sinken.

Neben Faktoren wie dem technologischen Fortschritt in der Medizin und dem Zustand des Gesundheitswesens eines Landes, habe die Ausbildung und die finanzielle Situation der Mutter einen entscheidenden Einfluss auf die Kindersterblichkeit, schreiben die Autoren. Das Institute for Health Metrics and Evaluation wird grösstenteils von der Bill and Melinda Gates Stiftung getragen.

Auch das Bundesamt für Statistik hat Zahlen zur Kindersterblichkeit. Gemäss diesen hat sich in der Schweiz die Säuglingssterblichkeit (Kinder < 1 Jahr) in den letzten Jahren deutlich verringert. Starben vor 40 Jahren 13,3 von tausend Lebendgeborenen waren es 2012 noch 3,6. Zur Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren hat das BFS keine Zahlen.

72 Kommentare zu “Die Schweiz hat die vierthöchste Kindersterblichkeit in Westeuropa”

  1. […] war die Rate auf 3,6 gesunken. Aber sie steigt wieder an. Selbstverständlich gibt es auch dafür Erklärungen: das höhere Alter der Mütter, die Zunahme der Frühgeburten und die grössere Zurückhaltung in […]

  2. Georg Stamm sagt:

    Offensichtlich haben wir die 4. höchste Kindersterblichkeit (bis zu 5 Jahren) von 21 Europäischen Ländern. Daneben haben wir aber scheinbar das teuerste Gesundheitssystem. Da stimmt etwas gewaltig nicht. Und zwar auf tragische Weise, denn der Tod eines Kleinkindes ist ganz besonders schlimm. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt hierzulande nicht, was die Pädiatrie angeht. Weshalb ? Was sind die Gründe ? Leider lesen wir dazu oben nichts. Auch die Todesursachen sind nicht erwähnt, die vielleicht einiges erklären könnten. Da wäre eine Stellungnahme der Pädiatrischen Gesellschaft angezeigt !

  3. Marcel Teetanner sagt:

    Die Kindersterblichkeit kann dank der Migration etwas tiefer gehalten werden ansonsten die Schweiz noch weiter oben in Statistik wäre. Der Grund dafür ist einfach aber wichtig und zwar dass jede Rasse nie in Mode kommen sollte.

    • Chris sagt:

      Was genau sagen Sie da, Herr Teetanner? Der erste Satz macht überhaupt keinen Sinn, im Gegenteil, das Gegenteil ist wahrscheinlich der Fall, und der zweite Satz ist unverständlich.

  4. elena sagt:

    Ich spekuliere auch mal: Vermutlich liegt es daran, dass die Männer immer älter werden bei der Zeugung und das biologische Material immer schlechter, was zu weniger Widerstandskraft in den ersten Lebenswochen führen mag.

  5. Tom sagt:

    Ich wäre einmal gespannt diese Zahlen in Relation zu dem (Baby-) Impfgepflogenheiten eines Landes zu sehen!

  6. Susanne Bernard sagt:

    Irreführender Titel und Diskussion, die keine ist:

    Ich glaube, hier besteht das Risiko, dass mit einer solchen Darstellung von statistische Daten eine Diskussion in Gang gesetzt wird, die gar keine ist. Dass man nun fordert, die Schweiz müsse etwas unternehmen – obwohl alles in Ordnung ist.

    Natürlich ist es anhand der Zahlen nicht falsch, zu sagen, die Schweiz hätte die vierthöchste Kindersterblichkeit in Westeuropa. Aber die zitierten Zahlen für die meisten westeuropäischen Länder liegen sehr nahe bei einander. Wohl zu nahe, um darüber relevante Aussagen machen zu können. Die Gründe für diese Unterschiede sind vermutlich recht simpel. So werden die Todesfälle kaum in allen Ländern nach gleichem Muster erfasst. Z.B.: Wie erfasst man eine Totgeburt? Was mit Frühgeborenen, die nicht überleben? Ab welcher Schwangerschaftswoche würde man die in eine Statistik bei Säuglingssterblichkeit eintragen?

    Auch sonst sind die Länder nicht unbedingt vergleichbar. Um dies zu illustrieren – der Satz: “Im Westen Europas schneiden Island, Schweden und Luxemburg am besten ab.” Das ist natürlich richtig, wenn man einfach die Zahlen anschaut. Aber – zu Luxemburg: Ich habe Verwandte, die dort leben. Meine Nichte kam aber in Belgien zur Welt – und zwar, weil bei ihr frühzeitig vor der Geburt ein schwerer Herzfehler diagnostiziert wurde. Luxemburg ist zu klein, um spezialisierte Kliniken zu führen, also werden die Risikofälle eben ins Ausland verwiesen. Es ist plausibel anzunehmen, dass die tiefere Zahl u.a. daher rührt, dass die Risikofälle gar nicht im Land bleiben.

    Das Problem ist, dass die Zahlen kaum interpretiert oder eingeordnet werden. Das bringt so nichts. Die Studie, aus der die Daten stammen, befasst sich schliesslich auch nicht mit der Kindersterblichkeit in Westeuropa oder der Schweiz – sondern mit der weltweiten Kindersterblichkeit und deren Entwicklung in den letzten 23 Jahren. Die Studie selber macht keine Aussage zum im Titel des Artikels zitierten “Fakt” – der vermutlich statistisch schlicht nicht relevant ist und drum auch nicht so gesetzt werden sollte.

    • Chris sagt:

      Danke! Endlich mal ein guter Kommentar. Anstatt, dass sich dieser Artikel dem echten Thema der Studie widmet, der enormen Kindersterblichkeit in vielen Ländern, wird hier ein Pseudo-Problem thematisiert. Klagen auf hohem Niveau. Bauchnabelschau!

  7. Thinktank sagt:

    Vielleicht ein Grund: Die Infektionsraten in Schweizer Spitäler sind massiv höher als im Ausland, und das beim zweit teuersten Gesundheitssystem der Welt. Artikel vom 28.10.2013 Tages Anzeiger (leider kann ich den Link nicht posten)

  8. Moser sagt:

    Ein Grund könnte sein, dass sehr viele Geburten in der Schweiz zuhause, im Geburtshaus oder durch Hebammen ohne medizinische Versorgung durchgeführt werden. Die Mutter ist dann ab Tag 2 nach der Geburt allein mit dem Kind zuhause. Wenn es dann mit dem Stillen nicht klappt und die Eltern zu spät reagieren, stirbt das Kind.

  9. Patrik sagt:

    Bevor spekuliert wird, sollte man sich zuerst überlegen wie die Zahlen in den einzelnen Ländern erhoben wurden (z.B. hat die Schweiz ein besseres Meldesystem und wird jedes gestorbene Kind in Lampedusa erfasst?). Dann müsste auch die einzelnen Todesursachen gegenübergestellt werden. Erst dann können allenfalls Zusammenhänge oder Unterschiede diskutiert werden. Denn Belgien hat auch eine hohe Einwanderung und somit werden dort auch Krankheiten eingeschleppt, in Singapur leben die Leute auch auf dichtem Raum. Aber interessant wären die Angaben wie viele Kinder an den Kinderkrankheiten in den einzelnen Ländern versterben, denn die Schweiz hat die tiefste Impfquote diesbezüglich und es gibt durchaus tödliche Komplikationen wegen Masern-Mumps-Röteln z.B.

  10. Rene sagt:

    Hat überhaupt jemand in der Schweiz den bekannten, weit verbreiteten und zunehmenden Drogenkonsum (Marijuana, Cocain, Heroin und andere Substanzen und deren DNA interaction) sowie die wachsende Umweltverschmutzung in der Schweiz als denkbar mögliche Ursache schon einmal angesprochen?

  11. Alain Burky sagt:

    Die Kindersterblichkeit ist aber generell – eher rückläufig. Ich hatte früher einmal, anhand alter Familiendaten, einen bayrischen Stammbaum analysiert. (Warum Bayern? – ja, warum nicht, denn Bayern gelten als stramm, fesch und gesund, und ich hatte die Daten). Also zu früheren Zeiten, waren viele Kinder früh gestorben (vielfach die Mütter auch). Ursache: Kindbettfieber u.v.a.m.; auch vorzeitige Verluste.(Grund: u.a. rohe unpasteurisierte Milch). Folge: der Mann heiratete eine Neue – und hatte mit ihr wieder 2-3 Kinder, usw.; was dann auch eine grosse Kinderschar und komplizierte, vielästige “Stammbäume” zur Folge hatte. Heutzutage scheint eher das Alter der Mutter (bes. bei Erstgeburt) eine Rolle zu spielen.

  12. marie sagt:

    … und wie sieht es mit kaiserschnitt aus? ein kind, das in der schweiz 5 min nach der entbindung per kaiserschnitt stirbt wäre in einem anderen land evt. noch im mutterleib verstorben…. nur eine mögliche theorie…

  13. marie sagt:

    Spannend wäre es zu erfahren, wieviele der ‘geretteten’ Kinder im Ausland behindert sind..

  14. Dr. Meier sagt:

    In der Schweiz sterben verhältnismässig viele Kinder bei der Geburt (oder kurz danach), da viele Schweizerinnen nicht unter ärtzlicher Aufsicht in Spitälern, sondern zuhause oder in Geburtshäusern unter Aufsicht von Hebammen gebären. Daher versterben Kinder im Falle von Komplikationen, die in einem Spital hätten gerettet werden können.

  15. cs sagt:

    Es wäre wertvoll zu den Grafiken auch eine Legende zu haben. E.g. wofür stehen die Farben den Linien? Welt, Europa, CH?

    • Marc Brupbacher sagt:

      Bitte schauen Sie sich die Grafiken auf dem Desktop an. Oder kippen Sie ihr Smartphone – im Breitformat werden die Legenden angezeigt.

  16. Ike Conix sagt:

    Auffallend ist, dass gemäss der BFS-Statistik die Sterblichkeit von Schweizer-Kindern ab dem 28. Lebenstag dreht. Bis dorthin sterben 0,4 Kinder auf 1000 sowohl bei den Schweizern wie bei den Ausländern. Ab 28. – 365. Tag Lebenstag sind es 0,8 Schweizer- aber “nur” 0,5 Ausländer-Kinder. Was hat das zu bedeuten?

    • Alain Burky sagt:

      Auf so eine exakte Analyse kann ich nur vorsichtig eine Antwort wagen: Ab dem 28. Lebenstag (also ca. 1 Monat) sind die Kinder (Bebes) normalerweise zu Hause (früher schon viel früher). Da müsste man in den Familien (nach)schauen…

    • Marcel Senn sagt:

      Conix: Immerhin haben die schweizer Frauen mit einer Lebenserwartung von 84.7 Jahren (1981 noch 79.2J) ihr vorläufiges Level erreicht – seit über drei Jahren pendelt er um diesen Wert, aber die Männer werden immer noch älter – aktuell 80.5 Jahre (1981 72.4J) — bei Geburt – das sind nur noch 4.2 Jahre Unterschied – Noch 1981 betrug dieser Unterschied 6.8 Jahre!!
      Und ab 65 beträgt der Unterschied nur noch 3 Jahre zugunsten der Frauen
      Und wenn Mann 80 wird, schrumpft der Unterschied auf 1.6 Jahre
      (Quelle Bfs 2012 Zahlen)
      .
      Es scheint, wir Männer leben gesünder als früher…

    • François Longchamps sagt:

      Was dieser Beitrag nicht sagt, ist dass die Statistik von unsern Spitälern abgegeben werden. Diese unterscheidet nicht, ab das Kind hier geboren oder ob das Problemkind importiert wurde. Es ist Tatsache, dass in der Schweiz, so ca. 1500 – 2500 Kleinkinder mit schweren Diagnosen aus humanitären Gründen in den Schweizer Spitälern operiert werden via verschiedenen NGO’s. Diese werden über die Sterbestatistik der Spitäler direkt in die Bundesstatistik aufgenommen und zählen zu den sterbenden, welche in der Schweiz geboren sind. Da die Schweiz den statistisch grössten Anteil solcher eingeflogenen Problemkinder von Europa hat, ist es nicht erstaunlich, dass dies unsere Statistik künstlich verschlechtert. Also, bevor man grosse Schlüsse zieht, bitte die Statistik bessr hinterfragen….

  17. antjel sagt:

    Irgendwie merkwürdig: “Hierzulande starben im letzten Jahr 4,3 von 1000 Kindern in den ersten fünf Lebensjahren” und “In der Schweiz starben 2012 6,8 von tausend Kindern in den ersten sechs Tagen” Auch wenn es sich um verschiedene Jahre handelt – sind die statistischen Schwankungen so hoch? Oder konnten die anderen 2.5 in den ersten 6 Tagen gestorbenen Kinder wiederbelebt werden,so dass sie doch noch den fünften Geburtstag erlebten? Werden wir hier veräppelt oder ist das einfach schlecht recherchiert?

    • Marc Brupbacher sagt:

      Danke für den Hinweis. Bei den 7 Tagen wurde pro 1000 Lebend- und TOTgeburten gerechnet. Die Grafik ist nun korrigiert.

  18. Peter Maier sagt:

    Die Ursache, dass es in der CH relativ viele Todesfälle gibt bei Kindern (ähnlich wie in Holland oder Belgien), dürfte die relativ restriktive Haltung gegenüber Frühgeburten sein. Zudem hat die CH eine der höchsten Frühgeburtsraten Europas. Während in anderen Ländern Europas unabhängig der Schwangerschaftswoche immer alles unternommen wird, geht man in der Schweiz aufgrund des hohen Risikos von schweren Behinderungen bei extremen Frühgeburten sehr zurückhaltend vor.
    Vor der 24. Schwangerschaftswoche verzichten Ärzte in der Regel auf lebenserhaltende Massnahmen. Bei einer Geburt in der 24. bis 26. Woche entscheidet ein Neonatologieteam im Gebärsaal von Fall zu Fall, das heisst es kommt auf den Zustand des Kindes, die Wünsche der Eltern und die Einschätzung der Spezialisten an. Die leicht höheren Werte der Sterblichkeit müssen also nicht unbedingt etwas schlechtes sein, sondern sind womöglich eher ein Zeichen eines gesunden Umganges mit dem med. Fortschritt.

    • Peter Maier sagt:

      Zusätzlich haben wir einen hohen Migrationsanteil bei den Gebärenden, welche im Vergleich zu den CH Frauen/Kindern ein höheres Risiko haben. Hier könnte man def. die Versorgung von z.B. Sans-Papiers oder Flüchtlingen oder Fremd-sprachigen Personen verbessern. Der Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen ist z.B. für eine “illegale” Frau nicht so einfach, ebensowenig sind diese Frauen bezüglich den nötigen Impfungen usw. vor der Schwangerschaft genügend aufgeklärt usw. Hier müsste der Staat bessere Möglichkeiten schaffen, die Kinder können nichts dafür.

      • Robert Lippuner sagt:

        ???? was heisst hohen migrationsanteil bei den gebärenden? höher als zb in deutschland, holland, belgien, österreich etc.?

      • Ronnie König sagt:

        Also, ob das ein echtes Sans-Papierproblem ist bezweifle ich doch etwas. Genau so gut könnte man die Qualität der Ernährung ins Spiel führen. Oder die Lärmbelastung, was nachweislich einen grossen negativen Einfluss hat. Leider gibt die Statistik hier nichts genaueres von sich und ob dies bei der Datenerhebung überhaupt erfassbar wäre? Genau darum scheinen die Theorien ins Kraut zu schiessen. Vielleicht führt dies aber in der Zukunft zu vermehrter Erkenntnis. Hoffen wir mal.

        • Jutta Maier sagt:

          Herr Maier, Sie sprechen in Ihrem zweiten Absatz einen wichtigen Punkt an. Es geht in dieser Statistik nicht um Schweizer Kinder, sondern um Kinder in der Schweiz, die sterben. Frauen mit Migrationshintergrund sind nicht nur oft fehlernährt und krank, sie bringen auch kranke Kinder gleich mit, die aber selbst hier nicht mehr zu retten sind (AIDS).

          • Armin sagt:

            Beim Durchlesen ihres Kommentars stellt sich mir schon die Frage, ob nicht Sie arg krank sind.

          • Peter Friedli sagt:

            Frau Maier, auch an Sie die Frage von Rober Lippuner, halt anders formuliert: warum soll das was Sie erwähnen in der Schweiz eine grössere Rolle spielen, als in den Europäischen Ländern mit geringerer Kinderstreblichkeit als bei uns? Haben wir wirklich mehr solche Menschen in solch prekären Migrationsumständen (um es mal so auszudrücken) als D, F, E, I, etc?

      • Anton Fretz sagt:

        Herr Peter Maier. Die Migration führt klar zu einer tieferen Sterblichkeit. Schweizer Kinder werden weniger zur Schule gefahren von den Eltern.Im Ursprungsland werden Bussen oder Eltern Fahrten eingesetzt und viele Eltern machen es hier dann auch. Schweizer Kinder fahren bereits schon Ski oder machen bereits anderen gefährliche Sportarten was ausländische viel weniger machen dürfen. Auf Schweizer Bauernhöfen sehe ich oft Kinder bereits neben den arbeiteten und könnten zum Beispiel von Traktoren überfahren werden oder wenn sie mitfahren von diesen herunterfallen. Anderswo ist dies verboten und wird schwer gestraft, da solche Kinder nicht mit arbeiteten zusammen sein dürfen. Das Sicherheitsdenken ist hierzulande anders und diesbezüglich ungenügend.

      • P. Bettendorff sagt:

        Luxemburg hat einen Auslànderanteil von 44%, die Schweiz rund die Hälfte. Luxemburg ist das viertbeste, die Schweiz das viertschlechteste Land in obiger Statistik.

    • Peter Friedli sagt:

      Das ist nur eine Erklärung, dass es bei Migranten eine höhere Kindersterblichkeit aufweisen. Aber “Migranten” hier, will doch vor allem jene in prekären, nicht integrierten Situationen. Das ist unbestritten, und entspricht wohl einer traurigen Logik. Aber damit diese Tatsache die relativ hohe gesamte Kindersterblichkeit bei uns erklären könnte, müsste der Anteil solcher Migranten bei uns auch deutlich höher sein als in Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich, etc. Ob das tatsächlich so ist, weiss ich nicht, würde mich aber sehr überraschen. Dann wäre in diesem Bereich absolut Handlungsbedarf.

  19. Thomas Holenstein sagt:

    Laut einer Grafik starben in der Schweiz 2013 von 1000 Kindern deren 4,3 in den ersten fünf Lebensjahren. Laut der anderen wurden 2012 von tausend Kindern deren 6,8 weniger als sieben Tage alt, also mehr. Da stimmt offenbar etwas nicht.

    • Marc Brupbacher sagt:

      Danke für den Hinweis. Bei den 7 Tagen wurde pro 1000 Lebend- und TOTgeburten gerechnet. Die Grafik ist nun korrigiert.

  20. Esther Sommerhalder sagt:

    Soviel ich weiss weden in der Schweiz frühe Frühgeborene (23-26. Schwangerschaftswoche) nicht mit allen Mitteln und um jeden Preis am Leben gelassen. Sie dürfen sich auch wieder verabschieden, wenn sie nicht überlebensfähig sind. Eltern und Ehtik-Team können mitbestimmen.

    • Hermann sagt:

      Das ist richtig. Eine Tatsache ist auch, dass zunehmend künstliche Befruchtungen erfogen, was erwiesenermassen zu einer hohen Anzahl von Mehrlingsgeburten führt. Diese wiederum sind risikoreicher, führen zu einer hohen Anzahl von Frühgeburten = geringe Lebenschancen. Hier müsste ein Riegel geschoben werden, doch werden diese Befruchtungen vielfach im Ausland durchgeführt – geboren wird aber in der Schweiz!

  21. Reto Stadelman sagt:

    Also ich schiesse jetzt einfach mal ins Blaue mit meiner Vermutung. Höheres Alter der Mutter führt zu höherer Kindersterblichkeit. Ein älterer Mutterleib kann durchaus ein Nachteil sein. Ist aber nur eine Behauptung, kein Shitstorm bitte.

  22. Hans Hegetschweiler sagt:

    Der Artikel hat einen Fehler. 6.8 von 1000 Kindern sterben in den ersten 6 Tagemn, aber nur 3.6 im ersten Jahr (Schweiz). Die Zahl 6.8 muss falsch sein.

    • Marc Brupbacher sagt:

      Danke für den Hinweis. Bei den 7 Tagen wurde pro 1000 Lebend- und TOTgeburten gerechnet. Die Grafik ist nun korrigiert.

  23. Anreas Notter sagt:

    Hat wohl mit dem Gesundheitssystem in der Schweiz zu tun… Je mehr gearbeitet wird desto mehr Geld gibts hier für den Arzt. Deshalb ist die Kaiserschnittrate in der Schweiz um ein X-faches höher als z.B. in Deutschland. Vielleicht ist das nicht so gut fürs Kind…

  24. Alice im Wunschland sagt:

    Erschütternd diese Zahlen, auch in Bezug auf die entsprechenden Zahlen im Ausland.
    Am gefährlichsten sind für Babys die ersten Lebenstage. In der Schweiz starben 2012 6,8 von tausend Kindern in den ersten sechs Tagen Was aber ist die Ursache – darauf habe ich im Artikel keine Antwort gefunden. Und das in einem so hoch entwickelten und hoch technisierten Land – da stellen sich für mich wichtige Fragen!

    • Marc Brupbacher sagt:

      Für uns auch. Dem gehen wir nach.

      • Alice im Wunschland sagt:

        Ich stelle jetz einfach mal eine Theorie in den Raum;
        kann es sein das es an den Lebensgewohnheiten der Mütter liegt?
        kann es sein das es am Alter der Mütter liegt?
        kann es sein das an der “neuen Mode” des immer mehr geforderten Kaiserschnitte liegt?
        kann es sein das es am Körperbau der “heutigen Frauen” liegt?
        Meine Fragen sind nicht frauenfeindlich oder böse gemeint!
        Aber ich vermute das Enzo bolognese mit seinen Fragen auch so ziemlich ins Schwarze getroffen hat

    • Marko Kovic sagt:

      Beim Bundesamt für Statistik sind zu den Ursachen für Kindersterblichkeit ausführliche Informationen zu finden:
      http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/14/02/03/key/01.html

    • Zellweger sagt:

      Wenn man dem Datenlink bei den Grafiken zum BAG folgt, kann man dort in den Excel-Tabellen nachlesen, dass diese Sterblichkeit (Todesfälle von Kindern von weniger als 7 Tagen je 1000 Lebendgeburten) bei Termingeburten bei 0.6 Promille liegt, bei sehr frühen Frühgeburten hingegen deutlich höher ist. Im Gestationsalter 22-27 Wochen – (dh. Geburten in diesen Schwangerschaftswochen) bei 30 Prozent; Gestationsalter 28-31 Wochen 3.9 Prozent, Gestationsalter 32-36 Wochen 4.2 Promille. – Ich denke, so erklärt sich Vieles. … Bei demselben Link ist auch ein Excel-Sheet mit den jeweiligen Todesursachen zu finden.

      • Ronnie König sagt:

        Mir ist ein ähnlicher Gedanke durch den Kopf gegangen. Die Unfruchtbarkeit bei uns ist natürlich am zunehmen. Auch hier könnte ich, wenn die Eltern auch älter werden, durchaus Gründe sehen. Oder ein Vit.D-Mangel. Weiss der Geier was alles dazu führen kann, selbst die Hygiene im Spital. Oder Plastik im Wasser? Spekulieren können wir hier ohne Ende.

        • Marcel Senn sagt:

          König: Antibabypillen und andere Hormone über die Toilette (reingeworfen oder ausgeschieden), die dann ins Trinkwasser kommen (können nur sehr aufwändig gefiltert werden, wenn überhaupt), dazu Pestizide, Weichmacher, Rauchen, Hormone im Food,usw usw….schlägt alles auf die männliche Fruchtbarkeit…

  25. Stefan Hebeisen sagt:

    Es würde mich interessieren, warum die Kindersterblichkeit in der Schweiz relativ hoch, aber auch warum Kinder sterben.
    Oder hat es auch mit der hohen Dichte an Personen auf kleiner Fläche zu tun?
    Medizinische Versorgung sehe ich als Lai nicht als Grund.

    • d.klischat sagt:

      In Luxemburg, oder Deutschland ist die “hohe Dichte” grösser und die Kindersterblichkeit tiefer.

    • Ike Conix sagt:

      Wenn Sie auf “Ecopop” anspielen wollen, ändert sich damit daran ziemlich sicher auch nichts. Die Dichte an Personen auf kleiner Fläche ist in allen Gebärmüttern etwa gleich hoch.

      • Stefan Hebeisen sagt:

        Auf ecopop in diesem Zusammenhang anzuspielen liegt mir fern. Ich finde einfach keinen plausiblen Grund für die hohe Sterblichkeit der Kinder in der CH. Aber die SVP hat sicher eine Erklärung……

      • Marcel Senn sagt:

        Conix: Gewisse Miteidgenossen scheinen ja wirklich schon in der Gebärmutter unter Dichtestress zu leiden – Das scheint bei denen schon ein pränatales Trauma zu sein.
        Vielleicht hilft da wirklich nur noch Ecopop mit der Kondomtherapie….

    • Enzo Bolognese sagt:

      Könnte es damit zusammenhängen, dass in einer immer hochtechnisierteren Medizin die klinischen Fähigkeiten der Ärzte weniger werden? Dass man sich immer mehr auf irgendwelche Laborwerte, Supermaschinen und Computeranalysen verlässt und dafür die Hände weniger wäscht? Dass immer mehr in anderen Ländern weniger gut ausgebildetes Personal immer mehr Arbeit zu bewältigen hat? Dass immer mehr wertvolle Arbeitszeit nicht mit Patienten, sondern mit dem Ausfüllen der immer ausgeklügelter werdenden Fragebogen der Qualitätskontrollen vergeudet wird, damit die ISO-Normen erfüllt werden? Dass in immer mehr Spitälern nicht die Mediziner sondern die Betriebswirtschafter dien Ton angeben? Die Liste der Fragen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit…

      • Alice im Wunschland sagt:

        Enzo Bolognese;
        Sie haben genau die richtigen Fragen gestellt. Fragen die ich in meinem Beitrag ebenfalls gestellt habe, der aber wieder einmal gelöscht wurde! Sie haben Fragen gestellt, die dieser Artikel nicht beantwortet hat und auf deren Beantwortung ich sehr gespannt wäre.

    • Samira sagt:

      Ok, Auch Malta ist sehr dicht besiedelt. Aber Singapur ist nach Monaco das dichtbesiedelste Land der Welt und hat die geringste Kindersterblichkeit – die Ursache liegt also nicht an der Bevölkerungsdichte.

    • David Bossert sagt:

      Den Befürwortern der MEI und ecopop ist kein Thema zu schade um gegen die Zuwanderung zu wettern. Ziemlich absurd. Haben sie den Text gelesen? Waren sie schon mal in Singapur?

    • Marco Schmid sagt:

      “… hohen Dichte an Personen auf kleiner Fläche …? Eher Nein, sonst wäre Luxemburg auch im ersten Drittel!

    • David Glaettli sagt:

      Die Gründe wären interessant zu erfahren. Aber die hohe Bevölkerungsdichte die sie als möglichen Grund ausmachen kann es nicht sein – eher umgekehrt: Die Schweiz hat 196 Einwohner pro km2 – in Singapur mit der weltweit niedrigsten Sterblichkeitsrate leben 7’540 pro km2. ( > soviel auch zum sogenannten Dichtestress in der CH)

    • D. Buehler sagt:

      Das hat wohl kaum mit “der hohen Dichte an Personen auf kleiner Fläche zu tun”. In Singapur leben 7126 Pers./km2 (CH: 196 Pers./km2) und dort ist die Kindersterblichkeit weltweit am tiefsten!

      • Severin Schwan sagt:

        @Buehler: Na ja, die Geburtenrate ist in Singapur aber auch rekordverdächtig tief. Es gibt Regierungskampagnen, welche die Leute dazu anhalten endlich Kinder zu haben. Brave new world….

      • Marcel Senn sagt:

        Bühler: Singapore ist ja auch mit 0.6 Kindern pro Frau auf Rang 191 der Weltrangliste (von 194 Ländern) — kein Wunder, müssen die sich um die Kinder kümmern weil sie so selten und wertvoll sind!
        .
        Nichtsdestotrotz werden die Singpurer bald mal aussterben — 2.1 Kinder pro Frau wären nötig um eine Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Wir Schweizer werden auch aussterben mit 1.53 Kindern pro Frau (inkl. Ausländer) – einfach etwas später als die Singapurer….thats life…

  26. Sandro Capuns sagt:

    Viele Mütter in der Schweiz kommen ursprünglich aus Entwicklungsländern ohne Impfung und regelm. gynäkologische Kontrollen. Das diese Geburten auch zu statisch erhöten Kindersterblichkeit beiträgt ist entscheidend. Zudem wird dann ebenfalls mit den Kindern häufig in das Drittweltland gereist wo eine Ansteckungsrate höher ist.

    • Lucia sagt:

      Dies stimmt überhaupt nicht! egal wie gut die Versorgung ist, einige Todesursachen sind nie absolut zu verhindern. Dazu gehören unter Anderem extrem früh geborene Kinder, oder Kinder mit Fehlbildungen, z.B. schwere Herzfehler. Dies hat nichts mit der Herkunft der Frauen oder Impfungen zu tun! Gerade bei Infektionskrankheiten wie Hepatitis und HIV kann in der Schweiz eine Übertragung aufs Kind meist verhindert werden, oder eine Infektion ist so gut behandelbar, dass das Kind nicht daran stirbt! Wichtig wäre zu wissen, wie die Daten genau erhoben werden. Auch innerhalb Europas gibt es Unterschiede in der Behandlung und Erfassung von sehr frühen Frühgeborenen, welche einen Hauptanteil der frühen Todesfälle ausmachen!Ab welcher Schwangerschaftsdauer versucht man Frühgeborene zu behandeln? Ab wann gelten die Kinder als verstorbene Lebendgeborene und nicht mehr als späte Fehlgeburten? Um die Zahlen besser beurteilen zu können, bräuchte man mehr Informationen…

      • Alice im Wunschland sagt:

        Liebe Lucia, ganz so falsch liegt Sandro Capuns mit seiner Vermutung nicht. Natürlich ist die Vorsorge der Mütter, schon lange vor der Geburt, ein sehr wichtiger Faktor für die Gesundheit der später geborenen Kinder. Aber all das sind Fragen die der Bericht nicht beantwortet – leider- sondern nur unausgesprochen in den Raum stellt – auch das, leider!
        Es wäre sehr interessant mehr darüber zu erfahren anstatt nur mit einer Statistik auf ein eher heikles Thema aufmerksam gemacht zu werden. Ich hoffe es folgt noch eine Erläuterung zu den von vielen Kommentatoren gestellten Fragen

    • David Glaettli sagt:

      – Italien hat eine viel höhere Einwanderungsrate aus Drittweltländern als die Schweiz – trotzdem eine niedrigere Sterblichkeit..

  27. Ronnie König sagt:

    Hohe Kindersterblichkeit in Osteuropa. Nun, liegts am Alkohol dort oder hat das mit dem medizinischen Personal zu tun? Und warum ist sie bei uns, einem medizinisch bestversorgtem Land so? Zu viel Personal ohne genügende Qualifikation oder sind es vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien die da sterben? Ja, in Afrika ist die Sterberate ungemein grösser! Gründe sind viele. Ich zähle da mal auf: Malaria, Trinkwasser, Krieg, Beschneidung (der Mutter), gefälschte Medis, medizinische Versorgung zu weit weg. Die wichtigsten Gründe glaube ich. Da ist es eigentlich erstaunlich, dass dort so viele überleben, aber hier in der Schweiz so viele sterben.

    • Ike Conix sagt:

      @Ronnie König: Ich denke, es hat auch damit zu tun, dass bei uns die Mütter bei der Geburt immer älter und die Risiken für das Kind damit immer höher werden. Die Schweiz liegt trotz allem weit unter dem Weltdurchschnitt.

      • Ronnie König sagt:

        Tja, Herr Conix, das könnte durchaus sein. Allerdings sehe ich da eher das Down-Syndrom als ein Risiko, denn die Sterblichkeit. Man könnte natürlich auch Umweltgifte ins Spiel bringen. Diese werden hoffnungslos unterschätzt, wenn man die Summe dieser anschaut. Zudem ist uns nicht bekannt wie die Statistik erfasst wurde, also nach welchen Kriterien genau oder einfach absolut. Auf jeden Fall erstaunt war ich schon.