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Sind die ÖV-Preise in der Schweiz wirklich überteuert?

Von Marc Brupbacher, 24. April 2014 84 Kommentare »
Über die Preise des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz wird in der Bevölkerung, in den Medien und in der Politik oft hitzig debattiert. Ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern.
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Die ÖV-Preise in der Schweiz bewegen sich im Vergleich mit anderen Ländern Europas im unteren Mittelfeld. Dies gilt sowohl für ÖV-Reisen im Nahverkehr wie auch im ganzen Land.

In der Studie des Informationsdienstes für den öffentlichen Verkehr (Litra) werden die Fahrpreise in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, den Niederlanden und Grossbritannien miteinander verglichen. Dabei wurden nicht die Preise einzelner Billette berücksichtigt, sondern 14 typische Mobilitätssituationen untersucht.

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Die Studie vergleicht Mobilitätssituationen, beispielsweise ein Erwachsener, der täglich innerhalb einer S-Bahn Region unterwegs ist (Reisesituation 4). Oder eine erwachsene Person, die während einem Jahr alle 14 Tage von der Stadt aufs Land reist und dafür Bahnen und Busse benützt (Situation 9). Grafik: Litra

Die Litra-Studie kommt zum Schluss:

  • dass in den Schweizer Städten die Benützung des ÖV günstiger ist als in den meisten Vergleichsländern
  • Bei Reisen innerhalb eines Metropolitanraums liegt die Schweiz preislich im Mittelfeld
  • Wer täglich pendelt, zahlt durchschnittliche Preise
  • Erwachsene, die in der Schweiz durchs ganze Land reisen, bezahlen weniger als in den meisten Vergleichsländern
  • Die Fahrpreise für Senioren und Jugendliche liegen im Mittelfeld

 

Der Preisvergleich zeige, dass der öffentliche Verkehr in der Schweiz nicht – wie oft behauptet – teurer ist als im Ausland sei. Im Gegenteil, würden die Preise kaufkraftbereinigt miteinander verglichen, so liege das Preisniveau in der Schweiz unter dem Durchschnitt, so die Studienautoren.

Im Zeitraum von 2005 bis 2012 sind die ÖV-Preise in der Schweiz real um 7,7 Prozent gestiegen. Während sie in den Jahren 2005 bis 2010 auf gleichem Niveau blieben, stiegen sie in den Jahren 2011 und 2012 deutlich an. Gegenüber den Vergleichsländern haben sich die Preise in der Schweiz aber gemäss der Studie unterdurchschnittlich entwickelt.

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Grafik: Litra

Sehr gut schneidet der Schweizer ÖV auch bezüglich Angebotsqualität ab – hier belegt die Schweiz mit grossem Abstand den Spitzenplatz. Berücksichtigt wurden für die Bewertung der Grad der Vernetzung, die Geschwindigkeit, die Angebotsdichte und die Pünktlichkeit.

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Index Angebotsqualität = Summe der erreichten Punkte. Quellen: Eurostat Preisentwicklung im Schienenverkehr, CH: LIK Preisentwicklung im DV, S. 19. Grafik: Litra

Ab wann lohnt sich ein GA?

In verschiedenen Ländern sind dem Schweizer GA ähnliche Pauschalfahrausweise erhältlich. Sie unterscheiden sich bezüglich Leistung und Preis. Die Unterschiede sind gross, wie die folgende Tabelle zeigt:

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Grafik: Litra

Nun stellt sich die Frage, ab welcher Reisedistanz sich der Kauf eines GAs rechnet? In der Schweiz lohnt sich der Kauf für täglich Pendelnde ab einer Distanz von gut 70 Kilometern.

76

Das ist die Anzahl Kilometer der Break-even-Distanz für ein GA in der Schweiz auf der Strecke Zürich–Bern. Mit anderen Worten: Wer täglich zwischen Zürich und Bern pendelt, fährt ab dem 76. Kilometer gratis.

Im Vergleich zu anderen Ländern sei das Schweizer GA preiswert. Weil das GA zudem schweizweit im Fern-, Regional- und Nahverkehr gültig ist, hat es gemäss der Studie das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis aller analysierten Pauschalfahrausweise.

Mit Material der sda

Die Studie wurde im Auftrag der Litra vom Forschungs- und Beratungsbüro Infras durchgeführt. Die Preise werden je nach Land distanzabhängig oder relationenbezogen gebildet. Die gewährten Rabatte und die in den Fahrausweisen enthaltenen Leistungen unterscheiden sich erheblich zwischen den Ländern. Dies erschwert saubere Vergleiche.

Dem wurde Rechnung getragen mit verschiedenen Harmonisierungsmassnahmen. Gleichwohl sind die Preisvergleiche mit einer gewissen Unschärfe behaftet. Dies auch deshalb, weil im Rahmen der vorliegenden Studie die Preise nur für eine kleine Anzahl von Reisen verglichen werden konnte. Mehr zum Studiendesign: Hier.

84 Kommentare zu “Sind die ÖV-Preise in der Schweiz wirklich überteuert?”

  1. Safa & Daniel Habegger sagt:

    Viel “Spass” mit der BLS – gute Noten des CH-ÖV sind relativ:
    Da die BLS kleine Verspätungen der SBB-Schnellzüge nicht immer abwartet, ist es besser, von Bern den früheren Regionalzug nach Lyss zu nehmen. Kein Anlass leider für die BLS, bei ihrer “S-Bahn” anzuschreiben, dass wegen Bauarbeiten die Anschlüsse dieser Tage nachts nur mit den später in Lyss eintreffenden Schnellzügen gewährleistet waren: S-Bahn-Kunden hingegen mussten auf Bus umsteigen, dann wieder in Zug und haben schliesslich in Lyss die Anschlüsse verpasst. Macht ja Spass abends gegen 22 Uhr. Fast so viel Spass übrigens BLS-Kontrolleure aus Österreich, die im Kanton Bern kein Französisch sprechen und Kunden mit vergessenen GA wie Kriminelle behandeln. Oder fast so viel „Spass“ wie jeden Morgen in Büren a.A. eine riesige Menge WC-Papier samt Fäkalien wegen veraltetem Rollmaterial betrachten zu müssen, die offenbar nie entfernt wird und auf den Geleisen über Wochen liegen bleibt.

  2. rascha kocher sagt:

    Um die Teppichetage-Boni zu finanzieren will ich nicht via Zonenverbund 5 Punkte lösen obwohl 3 für die Fahrstrecke reichen und/aber ich die anderen Variablen nicht brauche! Subtil wird da die Kaufkraft unterwandert. Man nützt aus weil niemand motzt oder den Durchblick hat. ES wird eh schon längst (!) absichtlich “auf Halde” gefahren: Die Kasse ist leer auch dank neuen Triebfahrzeugen obwohl die alte Substanz über 50 Jahre hält. Beispiel neue Doppelstockkomponente. Aber man wartet lieber auf eine Entgleisung bei diesen wackligen Schienen und schon ist die nächste Instandstellungsforderung elegant von selber aufgegleist.
    Macht ES bitte mit den Strassen gleich: Von A nach B sind 5 Zonen zu lösen, über die Autobahn wären’s zwar nur deren 3; nur lässt man sich aber 5 aufschwatzen mit “wie wäre ES wenn sie heute mal durch die schöne Landschaft kurven?”
    Anderseits wäre die Idee aber noch gedacht, die Partie zu bezahlen, welche man wirklich fährt. ANSTELLE einer Maut > je nur die Effizienz über Zonen gerechnet.

    • Yannick Berger sagt:

      Sie bekommen immer die direkte Variante ausgestellt. Wenn Sie 3 Zonen benutzen, zahlen Sie auch nur 3. Wenn Sie auf Ihrem Billett trotzdem 5 Zonen finden, liegt es daran, dass Sie die anderen 2 gratis dazu bekommen. Aber eben…

  3. Markus sagt:

    … und noch einen an alle die behaupten, dass der MIV seine Kosten selbst trägt, bzw. den ÖV quersubventioniert:
    In unserer Gemeinde wurde eine Umfahrung geplant. Voraussichticht wären für mich im Minimum Fr. 500.– für mindestens 10 Jahre höhere Gemeindesteuren zu erwarten gewesen.
    Diese Behautung, dass der MIV alles selbst trägt wird auch mit noch so häufigem Wiederholen einfach nicht wahr. Diese Ignoranz nervt nur.

  4. Bruno Baertschi sagt:

    Ich denke, dass die SBB mit ihren überteuerten Einzelfahrtpreisen die jungen Leute sowie die Touristen von der Schweiz fernhalten will, denn diese würden die stets überfüllten Züge auf beliebten Strecken noch weiter belasten. Schade. Als Tourist, welcher notabene aus einem “kaufkraft-schwächeren Land” kommt/kommen muss, ist es ein Schock, mitunter vom Flughafen bis zum Hotel mehr bezahlen zu müssen als für die Unterkunft selber.
    Es wird kommen wie auf den Skipisten; wer geht noch hin, wenn man nur noch “abgezockt” wird? Es fährt doch heute schon nur noch Zug, wer unbedingt muss/gezwungen ist. Von Bequem bzw. Vergnügen kann längst keine Rede mehr sein.

  5. Joel Christen sagt:

    Mir ist nicht klar, ob bei den Einzelbillets die Kosten fürs Halbtax mitberücksichtigt wurden. Wäre dies nicht der Fall, werden die Schweizer Preise um einen Drittel zu niedrig ausgewiesen. Die Einzelbillets sind gemäss ausländischen und damit neutralen Studien in der Schweiz vergleichsweise teuer, während die Abonnementen vergleichsweise günstig sind.

    • Dietrich sagt:

      Die Studie vergleicht nicht die einzelnen Fahrausweise, sondern Mobilitätssituationen, bspw. tägliches Pendeln innerhalb einer Agglomeration. Dabei werden die jeweils günstigsten Angebote ausgewählt (mit Ausnahme Spezialangebote).

  6. Peter Hubacher sagt:

    Da können wir Schweizer uns wieder einmal auf die Schulter klopfen. Was für eine Leistung! Wir haben nicht nur den mit Abstand besten ÖV, nein er ist sogar auch noch einer der günstigsten! Wenn etwas zu schön ist um wahr zu sein, dann ist immer auch noch irgendwo ein Haken. Ach ja… die Hälfte der Kosten werden ja vom Steuerzahler bezahlt – also nicht nur von denen, die den ÖV benutzen, sondern auch diejenigen, die nichts davon wissen wollen. Was für eine Errungenschaft!
    Auch wenn hier in den Kommentaren einige behaupten der MIT sei billiger als der ÖV, so ist das doch nur Augenwischerei. Wenn man alle Kosten am Auto mitberücksichtigt, kommt man auch auf 70rp pro Kilometer. Pendelt man mit dem ÖV von Zürich nach Bern, zahlt man für die Km auf dieser Strecke lächerliche 6rp/km. Für’s Auto braucht man dann aber noch am Wohn- und Arbeitsort je einen Parkplatz, was in den meisten Fällen alleine schon deutlich teurer ist als das GA!
    Also bitte bei den Tatsachen bleiben. Autofahren in der Schweiz ist sehr teuer und der ÖV ist so gut wie geschenkt!

    • Patrick Leu sagt:

      Unter anderem ist das Autofahren so teuer, weil es die ÖV massiv subventioniert. Der Beitrag zeigt sehr schön auf, dass es an der Zeit ist diese falsche Quersubventionierung sofort zu stornieren.

  7. Thomas Maurer sagt:

    Und selbstverständlich wird in der Schweiz der Bahnkunde bis auf’s Blut abgezockt. Nehmen wir z.B. die Generalabos 2. Klasse: Schweiz: 3’350 Franken, Frankreich: Fr. 18’130 Franken. Da Frankreich aber mehr als zehnmal so gross wie die Schweiz ist, müsste das GA dort aber über rund 33’000 Franken kosten. Ergo das GA ist somit eigentlich nur halb so teuer wie bei uns. Und bitte jetzt nicht mit “höherem Lohnniveau” argumentieren: Zwar sind die Löhne in Frankreich tiefer als in der Schweiz, dafür haben die Franzosen mindestens sechs Wochen Ferien und arbeiten nur 35 Stunden in der Woche.

    • b.haas sagt:

      Du weisst schon, dass das Bahnnetz in der Schweiz viel dichter ist? (Wir haben das dichteste Netz von ganz Europa) Dazu kommen mindestens halbstunden Takt auf Hauptlinien. Du erreichst jedes Kaff mit einem Zug oder Postauto. Deswegen macht deine Rechnung mit der grösse nicht so viel Sinn. Das bringt dir ein grosses Land wo du aber nicht überall mit dem ÖV hinkommst?

    • aurelian sagt:

      Na ja, diese Größenvergleichs sind ein ziemlicher Unsinn. Wenn ein Land 10x so viele Kilometer Bahn hat, hat es meist aich 10x so viele Leute (in etwa). Somit werden auch mehr GAs verkauft und gibt es keinen Grund, dass das GA mehr kostet. Das scheinen viele der Kommentatoren nicht zu verstehen.

  8. aurelian sagt:

    Na ja, ein Hund zahlt in der Schweiz dasselbe wie ich mit Halbtax, obwohl er am Boden liegt. Ein Hund zahlt bei der ÖBB 10% des Vollpreises oder 20% des Halbpreises, somit ein Fünftel von mir.
    Auch die Tageskarte für 32 Franken macht die Hundefahrt noch nicht billig, vor allem wenn man nicht am selben Tag retour fährt.
    Eine Fahrt Wien – Buchs (700 km oder so) kostet für den Hund 7,20 Euro.

    • Tömu sagt:

      Hunde beanspruchen eindeutig mehr Platz als Durchschnittsreisende, erst recht, wenn man bedenkt, dass nicht jeder andere Fahrgast gerne vollgesabbert wird oder Schlimmeres. Der Hund versperrt so oder so mindestens einen Platz oder liegt quer im Gang, was auch nicht besser ist. Für Hundehaarallergiker sind die Tiere auch kein Segen. In meinen Augen wäre ein Transportverbot für Hunde aus diesen Gründen nicht ganz falsch. Sicher ist aber, dass die Preise für Hunde alles andere als zu tief sind.

  9. Reto Napoli sagt:

    Autofahren ist viel zu billig.Führt endlich Road-Gebühren ein und Benzinpreise bei privaten Reisen pro Liter auf Minimum3Franken pro Liter.4/5der Autofahrten können eingespart werden.

    • mk sagt:

      Typisch: wieder mal einem der ev. sein Fahrausweis abgenommen wurde!
      Und wohin würden denn das teure Benzingeld fliessen? Sicher nicht für die Strasse.

      Es gäbe auch andere Möglichkeiten den Autoverkehr einzudämmen:
      – Wer kein eigener Parkplatz hat, darf nicht fahren. (Japan)
      – Wer sein Auto (nicht Geschäfte) nicht bar bezahlt hat, darf auch nicht fahren.
      usw. usw.

      Und wer würde dann die Fahrpreise sofort erhöhen? Klar die SBB!!

  10. Marius Meier sagt:

    Sehr interessanter Beitrag. Solange der Kunde nicht den selbsttragenden Preis bezahlt, kann der Kunde auch nicht bestimmen. Tatsache ist, dass 40% des ÖV über Steuern finanziert wird. 60% nur über die Tickets. Ideal wäre, der Kunde bezahlt 110% der Kosten und der Überschuss würde nicht als Dividende ausfliessen, sondern in Verbesserungen, Infrastruktur etc. reinvestiert. Der ÖV ist eben eigentlich auch ein Individueller Verkehr und im Gegensatz zum MIV für die individuelle Reise- oder Transportart überlegen. Menschen ohne Auto haben einfach viel mehr Freiheiten und ein viel bequemeres Leben.

  11. Rudolf Bächtold sagt:

    Ich kann nur Frankreich und die Schweiz vergleichen, und darauf basierend ist diese Litra-“Studie” rein gar nichts wert. In F geniesst jedermann (oder: jeder Mann und jede Frau) gewaltige Vergünstigungen und die SNCF bietet derart viele Sonderkonditionen an, so dass die offiziellen Preise überhaupt nichts aussagen und somit Schrott sind. Wenn ich am SNCF-Schalter ein Billet kaufe werde ich andauernd gefragt, ob ich denn keine – wirklich keine! – Vergünstigung habe, und dann gibt man mir wenigstens ungefratgt einen Senioren-Rabatt, obwohl ich darauf keinen Anspruch habe.

  12. May sagt:

    Wird denn die Bahn im Ausland auch zusätzlich durch den Staat (Steuergelder) finanziert, heisst; werden die z.B. FABI Kosten in diesen Rechnungen bei den CH- Billettpreise berücksichtigt?

  13. Vogel Beat sagt:

    auf diese Frage kann ich nur eine kurze Antwort geben, JA. Und wenn man noch das Halbtax ansieht und rechnet, muss man feststellen, Halbtax= halber Preis – hahaha ! In der Schweiz ist aber das Halbtax ein muss, sonst könnte man gar keinen Zug mehr nehmen, oder auch Busse, einfach alles zu teuer. B.V. aus B.

  14. Michael Herger sagt:

    Auf der Website der Deutschen Bahn ist für jedermann ersichtlich, dass eine Bahn Card 100 unter 5000 Franken kostet. Bei den angegebenen 7672 Franken wurde also mit der Kaufkraftbereinigung getrickst.
    Subventionen SBB: ungefähr 4,6 Milliarden, Subventionen Deutsche Bahn ungefähr 2,9 Milliarden Franken (schwierig zu bestimmen, jedenfalls markant tiefer als SBB).
    Als Richtwert Prozent Subventionen vom Umsatz SBB: über 50%, deutsche Bahn: ungefähr 14 %.
    Grobe Schätzung für einen “subventionsbereinigten” Preis: SBB: 7100 CHF, Deutsche Bahn: 5800 CHF.
    Wobei die Bahncard 100 der deutschen Bahn ein weit grösseres Land umfasst.

    • Laila sagt:

      Vielen Dank. Vielleicht wurde die Studie im Auftrag von BR DL durchgeführt, sodass die nächste Preiserhöhung besser akzeptiert wird. Die SBB-Sitzplätze sind teilweise so verdreckt wie in Drittweltstaaten…grausig.

  15. Chris Schmidlin sagt:

    Warum muss eigentlich überall immer die ganze Kaufkraft abgeschöpft werden?
    Wäre das nicht so hätten wir ausser einem kaufkräftigen Mittelstand auch noch eine kaufkräftige Arbeiterklasse.
    Die Umverteilung nach oben muss gestoppt werden.

  16. Martin Cesna sagt:

    Lust auf eine günstige Städtereise nach Deutschland? Wenn in einer Stadt eine grössere Messe, Podium oder Veranstaltung ist, bietet die DB für 99.- Euro ein zeitlich befristetes Bahnticket dorthin an 2. Klasse, oder 155.- Euro 1. Klasse. Ab Basel liegt da sehr günstig mal eine Woche Berlin drin und im Erstklass-Abteil hat man auch noch Platz (da ja die meisten auch reserviert haben).
    Mit 200.- Fr. kommt man hier im Land mal knapp von Zürich nach Genf….
    Es ist eine Verführung!

  17. Daniel Graf sagt:

    Ein simpler Trick, man vergleicht nicht Kosten pro Kilometer und verschweigt, dass jedes Billett massiv subventioniert wird, sprich verdeckt mehr kostet. Das kleine 1×1 der Statistik. Fliegen ist auch “sicher” auf geflogene Kilometer, jedoch nicht auf die verbrachte Flug-Zeit im Flieger.. Kennen wir.

  18. Marcel Bruin sagt:

    Ich fahre immer mit der zug von Lauterbrunnen nach Wengen im winter und das ist nicht billig.
    Aber es ist sehr puntuel und leider haben wir das im Holland nicht.
    Er soll ein direct ICE kommen Den Haag Bern Interlaken.

  19. Jeeanclaude sagt:

    Ich halte es wie Winston Churchill und glaube nur Statistiken, die ich selbst gefälscht habe. Die Litra-Vergleiche könnten von Herrn Longchamp stammen. Etwas stimmt ja bei diesen Erhebungen immer, aber die Kunst ist zu wissen, was.

  20. Gabriel sagt:

    “die Preise kaufkraftbereinigt ” – genau darum ist die ganze Studie verzerrt. Die Kaufkraft an sich ist schon ein diffuser Mittelwert. Die Studie vergleicht Durchschnittswerte, welche mit einer Unsicherheit belastet sind und bereinigt sie mit einer Grösse, welche mit noch einer grösseren Unsicherheit belastet sind.

  21. Maurer sagt:

    Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen und noch so viele Untersuchungen anstellen, der ÖV ist in der Schweiz (wie fast alles andere auch) übertrieben teuer. Lebe zeitweise in Frankreich, das ja auch nicht billig ist. Fahre regelmässig mit dem TGV von Avignon nach Paris und bezahle 1. Klasse rund hundert Euro retour. Dabei ist es viel billiger, wenn ich das Ticket früh kaufe. Etwas, das es in der Schweiz nicht gibt. Hier ist die Fahrkarte immer gleich teuer. Die Schweizer Bevölkerung wird schlichtweg abgezockt und immer mit dem Hinweis, das Lohnniveau hier sei viel höher.

  22. Marie Forster sagt:

    Ich weiss nicht, ist das nicht Augenwischerei …. müsste man nicht auch die Grösse eines Landes berücksichtigen? Hätten wir eine Grösse z.B. Frankreichs, würde unser GA sicher um ein vielfaches mehr kosten. My two cents.

  23. E Aeschlima sagt:

    Wenn ich für ein 2. Klasse Fahrkarte Geneve-Pully, einfach, gleich viel bezahle wie eine 1. Klass Karte Lyon-Geneve oder zu zweit billiger ein Auto mieten kann, stimmt doch etwas nicht!

    • Erich Kästner sagt:

      Es ist nicht verwunderlich, dass der Individualverkehr günstiger ist. Mit dem ÖV werden Sie von jemandem herumchauffiert, wenn sie ihr Billet nicht am Automaten kaufen wollen, zahlen sie nichts drauf, wenn sie 10 Minuten den Schalterbeamten versäumen, wenn Sie ihren Abfall im Wagen liegen lassen, dann räumt dies jemand anderes auf. (Nicht, dass ich Ihnen den Vorwurf machen würde).

      Der ÖV wird nie günstiger sein, bevor alles automatisiert ist. Und umweltfreundlicher sind die tonnenschweren Züge auch nicht, wenn sie alle paar Kilometer anhalten und beschleunigen wollen.

      Was der ÖV hat, ist eine gute Lobby. Denn nicht nur Heerscharen von SP-nahen Beamten profitieren davon, auch bürgerliche Baugeschäfte und Waggons-Bauer profitieren davon. Der ÖV ist was das Militär früher und die Landwirtschaft immer noch.

      Und die teuren Billets machen nicht mal die Hälfte der Kosten der Zugfahrt aus!

      • Thomas Vögeli sagt:

        Der Individualverkehr kostet den Staat mehr als der ÖV. Wenn man nur die direkten Kosten betrachtet, hat der Strassenverkehr eine Kostendeckung von ca 115%, währenddessen der ÖV es nur gerade auf eine Deckung von ca 40%. Durchschnittlich gibt der Staat für Strasse und Schiene gleichviel aus (ca 8.5 Mrd Fr.)

        Aber da sind ja eben noch die Indirekten Kosten wie Unfälle, Gesundheitskosten, Umweltschäden. Da belaufen sich die
        Kosten im ÖV auf ca 500 Mio Fr., auf der Strasse sind es ca 8 Mrd Franken.

        So gesehen ist der Strassenverkehr nicht günstiger. Wird aber eben nicht einkalkuliert.

        Schön wenn es neben der Strassen- auch eine ÖV-Lobby gibt. Jeder, der ein ÖV nutzt ist während dieser Zeit nicht auf der Strasse unterwegs.

        Was also auch der Strasse nutzt. Man stelle sich vor, es gäbe keinen ÖV, wie verstopft wären dann wohl die Strassen?

        • Markus sagt:

          Ungeachtet der Kosten, die sich, wie Thomas hier bereits vorgerechnet hat, etwa aufs gleiche belaufen, hat der ÖV doch vergleichsweise viele Vorteile, die sich leider weniger gut in Zahlen ausdrücken. Allen voran die Lebensqualität – vor allem in der Stadt ist ein Bus nicht nur kompakter, sondern auch leiser als die 25 PKWs, die sonst zusätzlich auf den Straßen fahren würden. Das ist auch der Grund, warum ich persönlich gerne den ÖV nutze und nur bei Bedarf mal zu einem Mietwagen greife. Weniger Stress für alle – auch wenn die Einsparungen vielleicht besser sein könnten.

  24. Christian Harb sagt:

    Die LITRA wird getragen von der SBB und den KTU und hat daher alles Interesse, dass ihre Untersuchung zu einem für die Schweiz vorteilhaften Ergebnis kommt. Der Trick, warum die Schweiz so gut abschneidet liegt darin, dass die Preise kaufkraftbereinigt betrachtet werden. Im Übrigen fallen in der Wahrnehmung der Preise auch die Kosten für andere Verkehrsträger ins Gewicht. Die Benzinpreise in der Schweiz gehören zu den günstigeren in Europa und kaufkraftbereinigt handelt es sich gar um Dumpingpreise! Intressant ist da ein Vergleich, wie viel Benzin ich für den Preis eines einfachen ÖV-Tickets im Nahverkehr erhalte: In Zürich bekomme ich für den Preis eines 2-Zonen-ZVV-Tickets (4.20 Fr. ohne Halbtax) 2,5 Liter Benzin (1.70 Fr./Liter bleifrei). In Toulouse (vergleichbare Grösse) kostet ein Billet € 1,60, wofür ich mir nur gut einen Liter Benzin kaufen kann (für € 1.55 pro Liter bleifrei) – das Autofahren in der Schweiz ist also billig, der ÖV exorbitant teuer!

    • Peter Steiner sagt:

      Sehr guter Kommentar Christian Harb! Ich hatte den selben Gedanken, als ich das Kürzel LItra las. Ich halte die Studie für reine Augenwischerei. Sie lässt mit Sicherheit ausser Acht, dass es z.b. in Deutschland zahlreiche preisgünstige Angebote für Einzelfahrer und Kleingruppen gibt. Ich denke da an die Ländertickets die in der Regel für eine Person EUR 22.- und max. 5 Pers. 38.- kosten. Kinder bis 14 jahre können gratis mit Erwachsenen reisen. Analoge Angebote gibt es in den meisten Verkehrsverbünden. Halbtax oder Kinderkarten braucht es keine, die Nutzung des öV ist so einfach und unkompliziert. SBB, KTU und VöVsind vor allem interessiert ihre Kartellstruktur zu erhalten. Kundenorganisationen mit Biss, wie z.B in der BRD gibt es nicht, VCS und ProBahn werden von den SBB und KTU schon lange für eigene Zwecke instrumentalisiert. Wie sonst lässt es sich erklären, dass ihre Schwesterorganisationen in Deutschland vehemente Verfechter der Liberalisierung sind, während diese sich in der Schweiz gege jeden Ansatz zu mehr Markt sperren. Und für ideologisierte Grüne und Linke ist der öV das letzte Tummelfeld, in dem sie sozialistische Kommandowirtschaft spielen dürfen. Es braucht im öV einen grundlegenden Paradigmawechsel hin zu mehr Markt und Wettbewerb. Ein wichtiger Schritt ist die Liberalisierung des Fernbusverkehrs. Es ist nicht einzusehen, weshalb der mündige Bürger und Konsument ausgerechnet im öV nicht zwischen verschiedenen Anbietern wählen kann. Der VCD kommt zum, Schluss, dass der moderne Reisebus im gesamteuropäischen Vegleich bezüglich Ökobilanz nicht schlechter oder sogar besser ist, als die Bahn. Wenn diese ihren “umweltfreundlichen” Strom zu einem erheblichen Anteil aus Kohlekraftwerken bezieht fährt sie mit selben Primärenergie wie ihre russigen Ahnen.

    • Marcus Ballmer sagt:

      Ihr Kommentar ist nicht nur ideologisch gefärbt, er lässt auch wesentliche Fakten weg und ist teils grundfalsch. Erstens ist das Kindergarten, anderen Interessensbindung zu unterstellen. Die Ergebnisse der LITRA sind objektiv und korrekt. Zweitens ist Ihre Preisberechnung für den privaten Verkehr hanebüchen. Sie können nicht nur die Treibstoffkosten beiziehen, sondern müssen auch Steuern, Versicherung, Unterhalt, Amortisation usw. der Fahrzeuge mit einrechnen. Ein PW-Fahrkilometer kostet in Tat und Wahrheit zwischen 75 Rappen und 1 Franken. In Frankreich sind es nicht mal 50 Rappen. Drittens würden die Einnahmen aus der Mineralölsteuer sehr wohl den Strassenbau und -unterhalt decken, sogar weit darüber hinaus, wenn man die gesamten Einnahmen zweckgebunden verwenden würde. Aber die Hälfte der Mineralölsteuer wird für den ÖV abgezweigt. Und weil dem so ist, hat man von grüner Seite die externen Kosten erfunden, die rein ideologische, faktenbefreite Kosten sind. Auch daran abzulesen, dass beim ÖV nie externe Kosten aufgerechnet werden. Fazit: Autofahren ist in der Schweiz teuer, der ÖV für das, was er effektiv kostet, viel zu billig.

      • Nils Lüthi sagt:

        Am besten würden doch alle OeV-Benutzer, die ja sowieso nur von der Allgemeinheit und insbesondere von den Autofahrern subventioniert sind, ebenfalls auf Individualbeförderung wechseln. Mal sehen wie gut dann alle noch vorankommen?
        Mal im Ernst; auch der Individualverkehr wird von der Allgemeinheit mitgetragen. Oder glauben die Autofahrer tatsächlich, dass alle Kosten für die Strasseninfrastruktur nur von ihnen selbst finanziert werden? Bei mautfinanzierten Autobahnen wie in FRA/ITA/ESP kämen wir der Kostenwahrheit schon ein Stück näher. Und trotzdem fehlen dann noch immer die zusätzlichen Unkosten infolge Unfällen und Umweltverschmutzung, die man beim OeV selbstverständlich auch mitrechnen müsste, die aber halt wirklich erheblich tiefer liegen.

      • Erich Meier sagt:

        Falsch! Steuern, Versicherung, Unterhalt, Amortisation usw. kosten auch wenn das Auto nur herumsteht. Also wer bereits ein Auto hat fährt sicher günstiger weil er nur das Benzin zahlen muss.

      • Christian Harb sagt:

        Insofern haben Sie recht: Der MIV kostet in der Schweiz durchschnittlich 75 Rp./km bei Vollkostenrechnung – in meinem Bekanntenkreis macht diese Rechnung allerdings niemand. Gerechnet wird mit dem Benzin, gemotzt wird über die hohen Billettkosten. Es gibt sogar Stimmen die meinen, wenn der MIV sooo teuer wäre, würden sie doch nicht Auto fahren… Ich glaube auch, dass das Verkehrsaufkommen massiv sinken würde, wenn jeder einen Kilometerkostenzähler im Auto hätte. Genauso wenig wie die oben genannten Vollkosten sind im Übrigen die externen Kosten erfunden – streiten Sie doch nicht einfach ab, dass Emissionen aus dem Strassenverkehr die Menschen krank machen – oder atmen Sie wirklich gerne an ihrem Auspuff? Die Berechnungen der externen Kosten haben übrigens auch keine ideologiegefärbten Grünen gemacht, sondern Ökonomen im Auftrag des Bundes. Aber man kann natürlich immer andern Ideologie unterstellen, wenn einem die Fakten nicht passen.

    • C. Schaffner sagt:

      Ihr Auto war gratis, die Versicherung und der Parkplatz dazu auch? Der Vergleich hinkt etwas.
      Charlotte Schaffner

    • Mario M. Montecarlo sagt:

      Wenn es stimmt,das diese LITRA von der SBB getragen wird,wird einem natürlich so manches klar.Zumindest für den Verkehr nach Deutschland ist ja eine preisliche Verbesserung in Sicht.In dieser Zeitung war vor Tagen zu lesen,dass mehrere deutsche Veranstalter in den Startlöchern stehen ,um preisgünstige Verbindungen anzubieten.Das wird die selbsternannten Superpatrioten gegenüber Deutschland zuerst wieder in die übliche Hassstellung bringen ,aber nach kurzer Zeit sind sie dann schon immer für diese günstigen Angebote aus dem nördlichen Nachbarland gewesen.Alles schon mal dagewesen – ich erinnere an Aldi und Lidl.Diejenigen,die zuerst am heftigsten geschimpft hatten,sind heute deren beste Kunden.

  25. Dani Keller sagt:

    Einzelfahrten (ohne Halbtax) sind in der Schweiz sehr teuer. Wer im Jahr nur 2 oder 3 mal Zug fährt erlebt ein blaues Wunder. Da ist so mancher Flug günstiger als der Zug zum Flughafen.
    Nun ja, Einzelfahrten wurden im Beitrag nicht berücksichtigt.

    • J. Wigger sagt:

      Ich teile diese Meinung. Einzelfahrten (ohne Halbtax) sind zu teuer, während das GA und Streckenabos viel zu günstig sind. (vergleiche etwa Holland!). Damit bewegt man keine ‘Selten- Fahrer’ zum Verzicht aufs Auto.

    • Alain Burky sagt:

      Die Schweiz hat ein sehr gut ausgebautes Netz im OEV, betr. Anschluss, Takte, und mit dem Postauto bis ins Dorf.
      Aber, Einzelfahrten sind, auch kaufkraftbereinigt, ziemlich teuer. Beispiel F: Paris-Brest (TGV) ca. 600 km/4.5 h kosten ca. 70 EUR. Ein Regionalbus Brest-Roscoff ca. EUR 2.50 für 50 km Einzelfahrt. Nur fährt dieser Bus eben nicht stündl., leider.
      Wie man sieht, sind solche Vergleiche schwierig, wegen Grösse, Bevölkerungsdichte, Kaufkraft und “Verkehrs-philosophie” eines Landes.

  26. Oliver Steiner sagt:

    Das ist die falsche Fragestellung. Mit einem im Vergleich zum Ausland hohen Lohnniveau darf der ÖV ruhig auch teurer sein als im Ausland. Interessant wäre aber eine Diskussion darüber, wer für die Mobilität zu bezahlen hat und weshalb GA-Besitzer (eine kleine Minderheit) so massiv subventioniert werden. Oder anders: Weshalb macht man das ÖV Pendeln künstlich attraktiv bei gleichzeitig leeren Kassen für die Infrastrukturerweiterung? Beim Privatverkehr hat man die Antwort gefunden: Die Nutzer zahlen alles – Vielfahrer werden nicht noch extra belohnt.

    • Christian Harb sagt:

      Natürlich müssten auch die Kosten für das Auto dem Lohnniveau angepasst werden, was zu massiv höheren Kosten führen würde. Generell ist das Auto in der Schweiz zu billig und generell decken die Automobilisten, entgegen der gerne verbreiteten Ansicht, ihre Kosten nicht. So werden jährlich Milliarden für die Gemeindestrassen aus allgemeinen Steuermitteln gedeckt. Wenn die Autofahrer ausserdem alle externen Kosten bezahlen müssten, käme nochmals eine Rechung von über 8 Milliarden Franken auf sie zu.

      • Erich Kästner sagt:

        Lassen Sie sich Ihre Möbel mit dem Zug liefern, wenn es keine Gemeindestrassen mehr gibt?

        • Christian Harb sagt:

          Schauen sie sich die Leute im Stau einmal genau an und zählen Sie die Schränke, die da jeden Tag zu zigtausenden auf den Strassen transportiert werden.

      • michael wolf sagt:

        Die Autofahrer decken weit mehr als ihre Kosten mit ihren Beiträgen, auch inklusive grosszügig bemesser “internatlisierter” Kosten für was auch immer. Sie zahlen sogar die Strasse für all die Velofahrer, ÖV-Busse etc. Die beschäftigungswirksamen Effekte rechnen wir mal gar nicht – jeder 7. Arbeitsplatz hängt am Auto, und das selbstragend resp. mit echter Wertschöpfung.
        Die SBB decken hingegen im eigentlichen Personenverkehr nicht mal 40% ihrer Kosten. Von den volkswirtschaftlichen Negativeffekten der fehl-alloziierten Ausgaben und Investitionen reden wir mal gar nicht.

  27. Etter Tom sagt:

    Stimmt es das die Bahn zu 50% von Steuergeldern lebt. Und die Pensionskasse musste ja auch schon mit Steuergeldern gerettet werden. Sind bei den Berechnungen denn diese Subventionen auch berücksichtigt worden?

  28. Adrian sagt:

    Wo kann ich die Daten herunterladen? Möchte das gern selber anschauen. Ich bin wirklich begeistert dass Datenjournalismus in der Schweiz angekommen ist, aber ohne offene Daten ist das bloss “Alter Journalismus über eine akademische Arbeit”. Ich verstehe dass es nicht einfach ist dieses Gefäss regelmässig mit Beiträgen zu füllen, und hoffe auf mehr offene Daten in Zukunft …

  29. Klicki sagt:

    Der Fehler im Schweizer ÖV-Preissystem liegt darin, dass das GA extrem billig und Einzelbillette ohne Halbtax extrem teuer sind. Wer selten den ÖV benutzt und nicht sowieso ein Halbtax hat, wird von den prohibitiv hohen Einzelpreisen abgeschreckt. Andererseits profitieren Langstreckenpendler von Dumpingpreisen, die sogar noch massiv tiefer sind als nur die Benzinkosten auf gleicher Strecke.

    Mit einseitiger Bevorzugung nur der (Weit-)Pendler bekommt man die Bevölkerung aber nicht dazu, vermehrt den ÖV zu benutzen.

    Ich wäre dafür, die Einzelpreise zu halbieren, das Halbtaxabo abzuschaffen und die fehlenden Einnahmen durch eine Erhöhung der GA-Preise zu kompensieren.

  30. Marcel Hodel sagt:

    Ueber viele Jahre habe ich das Halbtax gekauft bis es auf CHF 175.– preislich erhöht wurde. Das lohnt sich für mich nicht mehr für die paar Mal, wo ich Bahn fahre. Und die Preise ohne Halbtax kommen gar nicht in Frage. Also verzichte ich als früher gelegentlicher Bahnfahrter komplett auf den OeV und bnütze nur noch mein Auto. Schade, aber ich bin nicht der Einzige.

  31. gruenig hermann sagt:

    Vielleicht habe ich diese Studie nicht verstanden. Meine Erfahrung: Retourbillet Visp Bern fuer 2 Erwachsene und 2 Kinder kostet ueber 300.- CHF Distanz ca.120 km. Reise ich in italien von Alessandria nach Mailand (2 Erwachsene und 2 Kinder) ca. 100km bezahle ich 55.20 Euro. Mir scheint , dass diese Preise doch ein anderes Bild zeigen. In jedem werde ich in Zukunft in der Schweiz nicht mehr mit dem Zug reisen.

    • kerner jonas sagt:

      Schon mal etwas von der junior karte gehòrt….

      • mk sagt:

        Langnau i.E. – Frutigen ret. für 2 Pers. 144.–! Ich bin überzeugt, dass ich mit dem Auto mit Sicherheit weniger bezahle.
        Je nach Tageszeit muss ich noch mit einem “Stehplatz” rechnen.

    • marsel sagt:

      Sparbillete gibts in der Schweiz für ein paar wenige schlecht ausgelastete Strecken – in Deutschland hingegen für alle Strecken.

  32. Andreas Notter sagt:

    Komisch nicht? Könnte es daran liegen, dass die LITRA ein Interesse daran hat, dass der Schweizer ÖV nicht so schlecht da steht wie er es jeweils bei solchen Vergleichen tut? Die Umsetzung der statistischen Verdrehung ist einfach. Man spricht von “Mobilität ganzes Land” und vergisst dabei, dass die Schweiz ein sehr kleines Land ist und die maximaldistanz etwa 300km beträgt, in Deutschland wohl ca. 1200km… Aber den meisten entgehen solche Details. Wir sind ja alle stolz auf “unsere” SBB auch wenn es in Tat und Wahrheit wohl eine der ineffizientesten europäischen Firmen ist. Etwas Wettbewerb wie in Deutschland, Frankreich und Österreich wäre bei uns dringend notwendig! Mit jedem Jahr, das wir das rausschieben wir die Situation dramatischer!

    • Thomas Vögeli sagt:

      schon mal in D auf den normalen Strecken auf einem normalen Bahnhof gewesen? dreckig, miese Dienstleistung, Zugsausfälle. ZB letztes Jahr im Sommer über ca 3 Monate der Bahnhof Mainz praktisch unbedient, über 80 % Zugsausfälle. In GB seit Privatisierung hunderte Strecken lahmgelegt, schlecht gewartete Strecken und Rollmaterial, exorbitant mehr Unfälle. Ich hätte mehr Angst vor totaler Privatisierung. Der Netzzugang in der Schweiz ist schon frei, weshalb auch Güterzüge der DB oder BLS auf dem SBB Schienennetz verkehren.

      • Mario M. Montecarlo sagt:

        Vögeli:Allzuviel über Deutschland scheinen Sie nicht zu wissen.”80 Prozent Zugausfälle” – wenn Sie damit sagen wollen,dass vier von fünf Zügen ausfallen,ist das natürlich der reine Blödsinn,der nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.Sauberkeit?Die meisten Bahnhöfe in Deutschland sind ordentlich.Besser geht natürlich immer.Aber im Gegensatz zu vielleicht Ihnen will ich – nirgendwo auf der Welt – vom Boden eines Bahnhofs essen.

        • Thomas Vögeli sagt:

          80 % nicht deutschlandweit. Es ging um den geschlossenen Bahnhof Mainz, wegen zu vieler Arbeitnehmer, die in den Ferien oder krank waren.

          Der Bahnhof Mainz war über Monate hinweg praktisch stillgelegt. Das meinte ich mit den 80 %, hat nichts mit deutschlandweit zu tun. Die bahnöfe auf den ICE und Hauptachsen sind natürlich sauber und werden gepflegt.

          Aber schauen Sie sich einmal die Bahnhöfe in den Randregionen und die regionalen Züge an, dann werden Sie nicht
          mehr behaupten, dass die meisten Bahnhöfe ordentlich sind. Denn die meisten Bahnhöfe sind die kleinen Bahnhöfe,
          welche unbedient irgendwo in der Provinz ausserhalb des ICE und EC – Netzes sind.

      • Anreas Notter sagt:

        Falsch. Die Liberlisierung hatte viele Kinderkrankheiten. Wie auch z.B. bei der Telekomliberalisierung. Die hat man aber inzwischen im Griff. Ausserhalb der Schweiz wird in den nächsten Jahren Wettbewerb auf Hochgeschwindigkeitsstrecken. Geschwindigkeit – 4 Klassen – Wifi – günstigere Tarife; was will man mehr. Sie haben recht, der Güterverkehr wurde in der Schweiz schon liberalisiert. Das ist auch eine Erfolgsstory. Nun wird dafür aber immer der Personenverkehr von der SBB immer als 2. klassig gegebüber dem Güterverkehr behandelt (z.B. Lötschberg). Der Personenverkehr gehört wie auch sonst überall liberalisiert und ist gleich zu behandeln wie der Güterverkehr!

  33. Bernd Bachmann sagt:

    Ich kann nur D und CH vergleichen und kann hier die Ergebnisse der Studie hinsichtlich Preisen nicht nachvollziehen. Ich fahre häufig zwischen Bern und Hannover; die Strecke Bern – Basel kostet mich trotz Schweizer Halbtax (!) je Kilometer im Schnitt etwa dreimal so viel wie die Strecke Basel – Hannover. Auch, dass das deutsche GA im neunmal grösseren Land nur zweimal so viel kostet wie in der Schweiz, zeigt, dass es nicht ganz stimmen kann, dass der ÖV in der Schweiz “nicht teurer als im Ausland” sei.

    • Michael Thalmann sagt:

      Sie haben bei Ihrem Preisgleich aber sicher auch eingerechnet, dass Sie dank dem Halbtaxabo bei grenzüberschreitenden Fern-Fahrten nach Deutschland eine Ermässigung von 25% erhalten. Zudem gibt es bei mehreren Fahrten in einem Land während eines Monats die Möglichkeit ein Inter Rail (das früher Euro Domino hiess) zu kaufen.

  34. Alice im Wunschland sagt:

    Ich fände es begrüssenswert wenn endlich das schon sehr lange andiskutierte E-Tickett kommen würde. Anstelle der GA’s, Halbtax/Streckenabo’s könnte dann jeder wirklich das bezahlen was er auch nutzen würde. Da könnten dann die Unterschiede gemacht werden zu welchen Zeiten jemand fährt, welche Strecken er benutzt und in welcher Klasse er sich aufhält. Da würde vielbefahrene Strecken eher gemieden und sehr überlastete Zeiten umgangen. Gleichzetig würde das ständige Ersetzen/erneuern der Autmaten wegfallen. Und Aeltere oder Behindete müssten sich nicht ständig mit neuen und noch komplizierteren Automaten auseinandersetzen. Man bekommt jeden Monat eine Rechnung für die gefahrenen Kilometer und alles wäre viel unkomplizierter..

    • Nils Lüthi sagt:

      Nix E-TKT – geht nicht in der Schweiz, wegen des uns so liebgewordenen Datenschutzes. Schliesslich wollen wir ja auch auf keinen Fall einen Chip mit weiteren biometrischen Daten auf unserer ID-Karte. Beim Reisepass wurde dies mittlerweile wie selbsterverständlich eingeführt, da wir ja sonst nur noch mit Visum in den USA einreisen dürften. Dafür sind alle bei Facebook dabei, haben eine Cumulus- und auch eine Super-Card und der NSA weiss sowieso über alle Bescheid und nicht nur über diejenigen, die per ESTA alle ihre Daten bereitwillig zur Verfügung stellen.
      Das ist eben der Unterschied zu Holland. Dort gibt es so ein automatisches Abrechnungssystem. So wie es die SBB vor über zehn Jahren mal getestet hatten und sich dann dagegen entscheiden mussten, da es nicht datenschutzkonform ist. Aber die holländischen ID-Karten haben eben auch den Chip.

    • marsel sagt:

      Dann sollte man beim Auto die pauschalen Autosteuern und Versicherungsgebühren aber auch auf kilometerabhängig umstellen. Dann “könnte dann jeder wirklich das bezahlen was er auch nutzen würde”.

  35. Rudolf Steiner sagt:

    Ach, kommen Sie doch jetzt nicht mit Fakten, die will keiner lesen. (Ausserdem: Traue keiner Statistik, die du…) Der Wutbürger-Mainstream will doch keine Fakten, da könnte man noch beginnen seine ‘Meinung’ zu überdenken…

  36. Wenn man Preise vergleicht, dann sollte man Äpfel mit Äpfel vergleichen. Wie verhalten sich die Kosten pro Personenkilometer im Vergleich?

  37. Oreg Meyer sagt:

    Die Aussage, das GA sei preiswert, leuchtet allerdings nicht ein. Unser Eisenbahnnetz hat eine Länge von gut 5000 km, jenes der Deutschen Bahn über 33’000 km. Das ist mehr als ein Faktor 6, die BahnCard 100 ist jedoch noch nicht einmal 2.5 mal so teuer wie ein GA.

    Letztendlich sind die Angebote zu unterschiedlich, um sie gut vergleichen zu können.

    Insgesamt ist das Ergebnis der Studie aber sehr erfreulich.

  38. vonarx beat sagt:

    Habe in den Ferien Senioren getroffen welche zum parkieren am Flughafen Zürich
    für 2 Wochen, CHF 200.– bezahlten.
    Antwort: “Wir sind zu viert, macht CHF 50.– pro Person, ist immer noch wesentlich billiger als die SBB”.
    Aus diesem Grunde empfehle ich ein Senioren GA ab 70 zum 1/4 Preis.
    Unsere überfüllten Strassen könnten mit einem echt vergünstigten Senioren GA entlastet werden.
    Der 1/4 Preis wäre fair, da Senioren ein GA nicht zwingend für tägliches Pendeln benötigen.
    Jedoch wären sie unabhängiger vom untransparenten SBB Preis Dschungel und würden unterwegs
    die Gastronmoie unterstützen.

    • Künzi M. sagt:

      ..endlich mal ein wirklich guter Vorschlag ein Senioren-GA ab 70! Eigentlich ist dabei vielen gehlfen: dem Strassenverkehr, der SBB und auch den Ausflugsorten.

  39. ronald sagt:

    Wie kann man ein GA mit einem Abo in viel grösseren Ländern vergleichen? Das Netz ist in D deutlich grösser, also kann ich auch mehr km zurücklegen.
    Aber wenn man die Qualität im Verhältnis zum Preis rechnet, ist die CH schon recht gut.

  40. Oreg Meyer sagt:

    Vielen Dank für den Datenblog insgesamt. Endlich versucht jemand, politische Entscheidungen auf eine solide Grundlage aus Fakten zu stellen, auf dass sie rationaler ausfallen.

  41. Matti sagt:

    Vielleicht sollte man einfach die Kosten pro Kilometer vergleichen. München Hamburg ist nun mal etwas weiter wie Züri Bern.

    • marsel sagt:

      Aber kein Mensch pendelt München – Hamburg. Die Deutschen fahren nicht mehr Zugkilometer als wir hier, trotzdem ist das GA dort viel teurer.

  42. john smith sagt:

    wurde auch einberechnet, dass man zumindest in UK tickets günstiger erhält wenn man die einige Tage vor der Fahrt schon löst? ich fahre in England billiger zug für die längere dauer als in der schweiz wenn ich im vorfeld das ticket schon habe, gebucht habe.

    • Karin Schoedler sagt:

      Wurde die Gemeindetageskarte einberechnet? Das Gleis 7? Wurden die Monats-Hits einberechnet? Wurden die Sparbillette einberechnet? Ich denke das neutralisiert sich wohl gegenseitig.

    • Andi Meyer sagt:

      Das gibt es in der Schweiz auch: Sparbillette!

    • Rudolf Steiner sagt:

      Und wenn Sie einmal kurzfristig den Plan ändern müssen, bezahlen Sie horrende Preise für leer herumfahrende Züge.

    • für john smith sagt:

      Dann bleib doch einfach in UK. tolle verspätungen, super teure preise und eine unvergleichliche angebotsdichte;)