Logo

So stehen Ihre Chancen auf eine Greencard in den USA

Von Barnaby Skinner, 3. November 2016 31 Kommentare »
Wer darf in die USA einwandern? Ein Blick in 471'341 Greencard-Anträge gibt Aufschluss. Und mit dem Testprotokoll können Sie Ihren Fall selber testen.

Von 2008 bis 2014 erhielten in den USA 7’381’311 Menschen eine permanente Aufenthaltsgenehmigung. Ein Status, der in der Schweiz am besten mit dem Ausländerausweis C verglichen werden kann.

Die Mehrheit dieser Menschen kehren nie in ihre Heimatländer zurück, sondern erlangen nach fünf Jahren die US-Staatsbürgerschaft. Nimmt man das Jahr 2015 hinzu (hier stehen die definitiven Zahlen noch nicht fest) bedeutet das: Allein in den acht Jahren unter Präsident Obama haben sich in den USA mehr Menschen permanent niedergelassen, als die Schweiz Einwohner hat.

1820-2014-einbrgerungen-usa

 

Hunderttausende dieser Niedergelassenen leben zuerst fünf Jahre mit einer sogenannten Greencard in den USA. Sie erlaubt es ihren Haltern, auf unbeschränkte Zeit in den USA zu arbeiten.

Greencards werden auf unterschiedliche Weise vergeben. Es gibt Greencards für Familienangehörige, solche, die per Lotterie vergeben werden, und schliesslich solche, die vergeben werden, weil Unternehmen ausgeschriebene Stellen nicht mit US-Personal besetzen können. Letztere Greencards sind die wichtigsten.

Die Vergabe dieser begehrten Visa funktioniert ähnlich wie die von der Schweizer Politik vorgeschlagene Inländer-Vorrang-Light-Lösung zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.

Unternehmen müssen die zu besetzende Stelle zuerst in einer Lokalzeitung per Zeitungsannonce ausschreiben. Wenn sich innerhalb von 180 Tagen niemand Geeignetes auf den Job gemeldet hat, darf die Firma in Verhandlung mit Anwärtern auf den Job aus dem Ausland treten. Sie müssen dabei gängige Löhne der Branche akzeptieren.

Das letzte Wort hat in jedem Fall allerdings die US-Arbeitsbehörde. Sie hält für jeden Fall den Daumen rauf oder runter. Die detaillierte Datenbank dazu veröffentlicht sie jedes Quartal im Netz. Sie enthält Angaben zur Nationalität der Bewerber, zum Lohn, Jobtitel oder Jobsektor.

85%

Erfolgsrate

Die Mehrheit der Greencard-Anträge wird angenommen. Insgesamt 85 Prozent. Das zeigt eine Analyse der 471’341 Anträge seit 2008. Die hohe Rate erklärt sich mit den hohen Hürden für Unternehmen, Ausländer überhaupt für die Arbeits-Greencard anzumelden.

Die Akzeptanzrate ist allerdings nicht für jede Nation gleich. Die folgende Karte zeigt, welche Länder weniger gute Quoten haben als die 85 Prozent. Und welche besonders gut abschneiden.

erolgsquote_nach_nation_new legend

 

Der Vergleich ist allerdings nicht ganz fair. Bewerber aus Guatemala, Ecuador, Mongolei, Mexiko und El Salvador sind tendenziell schlechter ausgebildet als solche bei den Spitzennationen Serbien, Russland, China und Indien. Deshalb haben sie schlechtere Chancen auf eine Greencard im Arbeitsprogramm.

Der Datenblog/«Tages-Anzeiger» hat mit allen Daten der Greencard-Bewerber seit 2008 ein Modell entwickelt, das je nach Angabe der Firma, des Lohns und des Jobtitels die Chancen von Anwärtern bestimmter Länder auf eine Greencard voraussagt.

In diesem Modell – Donald Trump wird es nicht gefallen – schneiden zum Beispiel die Mexikaner sehr gut ab. Sofern sie einen Job in den USA angeboten bekommen, haben Mexikaner mit IT-Fertigkeiten zum Beispiel bei der Software-Firma Microsoft eine 100-prozentige Chance, eine Greencard zu erhalten.

Der Code des Rechenmodells ist hier publiziert. Er basiert auf dem Modell eines «Random Forest Classifiers»Zu den ausführlichen Daten der US-Behörden geht es hier lang.

31 Kommentare zu “So stehen Ihre Chancen auf eine Greencard in den USA”

  1. s.frei sagt:

    wer will den freiwillig in eine konsum- und meinungsdiktatur….? das land ist schön, besiedelt mit dem falschen publikum. hatte G-card und war da….!

  2. Binuli Berowitz sagt:

    Dies ist glatt, als CH-Bürger gilt:
    1$ Jahreseinkommen -> Chance = 39%
    10$ Jahreseinkommen -> Chance = 77%
    100$ Jahreseinkommen -> Chance = 86%
    1000$ Jahreseinkommen -> Chance = 92%
    10000$ Jahreseinkommen -> Chance = 96%

  3. Monique Schweizer sagt:

    Ein ganz intransparentes Prozedere — wenn ich 80’000 $ Jahresverdienst angebe, dann komme ich auf 85% als schweizer Financial Controllerin, bei 120’000 steigt der Greencardwert dann schon auf 96.8%, bei 150’000 auf 98%, dann aber – staun staun – bei 180’000 $ dann wieder nur 90% und bei 250’000 steigt er dann wieder auf 94%…
    Und bei einer Million $ pa fällt er dann wieder auf 80.8%
    .
    Verstehe das wer wolle…

  4. Binuli Berowitz sagt:

    Gibt’s auch Statistiken, wie die per “Lotterie” verteilten Greencards prozentual verteilt werden?

  5. Schneider sagt:

    Manager, 120’000$, Nestlé Waters North America, Nationalität Schweiz – 100%!

    • Monique Schweizer sagt:

      Geben Sie mal den gleichen Job bei Nestle mit einer Mio Jahresgehalt ein —- dann sind es dann nur noch 90%

  6. Theo K. sagt:

    Erhält man als Rentner nur via Lotterie eine Greencard?

    • Ueli sagt:

      Als Rentner bekommen Sie kaum eine Greencard, da Sie ein Risiko sind für die U.S.A.. Über eine Lotterie vielleicht, wenn es wirklich eine Lotterie wäre. Weshalb wollen Sie den als Rentner in die U.S.A.? Es gibt bessere Orte für Rentner, wo man mehr mit der Rente anfangen kann.

  7. Peter Mueller sagt:

    Ueli, in der Schweiz ist und bleibt es immer noch am besten zum Knechten.

  8. Hans Kurz sagt:

    100% Müsste mir das fast noch überlegen.

  9. Max Bader sagt:

    Die Greencard ist eben nicht mit dem “Inländervorrang light” zu vergleichen, sondern mit der Masseneinwanderungsinitiative, da sowohl bei einer Umsetzung der MEI als auch bei der Greencard der Staat entscheidet, ob jemand einwandern darf oder nicht und zwar nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten und nicht nach Interesse des Arbeitgebers, wie beim “Inländervorrang light” bzw. der PFZ.

  10. Roland Buettiker sagt:

    Melden Sie sich die Amerikaner brauchen neue Steuerzahler, pro Jahr haben ca. 1500 Schweiz US Doppelbürger ihre Staatsbürgerschaft abgegeben, weshalb wohl was glauben Sie ?

  11. Ueli sagt:

    Mit der US-Greencard muss man vorsichtig sein, denn mit dieser ist man automatisch in den U.S.A. bis ans Lebensende steuerpflichtig, ausser man gibt sie nach einem U.S.A. Aufenthalt zurück. Wer in den U.S.A. steuerpflichtig ist, muss in den U.S.A. das gesamte Einkommen und Vermögen in den U.S.A. versteuern. Die Steuererklärung muss zwingend bis zum 15. April des Folgejahres eingereicht werden, wer dies nicht macht, macht sich strafbar und kann bei der Einreise verhaftet werden.
    Wer also will in die U.S.A. arbeiten gehen?

  12. Alois Ernst sagt:

    Bei der Greencard geht es nur darum, den Angestellten von Unternehmungen eine permanente Aufenthaltusbewilligung zu geben, weil man das Know-How in die Volkswirtschaft einverleiben will. Dahinter stecken also nur wirtschaftliche Interessen. Die Greencard wurde erschaffen, um Spezialisten ins Land zu holen. In der Schweiz ist das vergleichbar mit dem Schweizerischen Pass, welcher VIPs oder Personen mit viel Geld im HIntergrund einfach geschenkt wird.

  13. Lothar Schudt sagt:

    Suche verantwortungsvolle Management Disposition

  14. Dieter Neth sagt:

    Hm! 99% Wahrscheinlichkeit, in meinem angestammten Lehrberuf in meinem Ex-Betrieb aus meiner Mexikozeit bei den Amis 70000 Dollar pro Jahr verdienen zu können!
    Das Rechenmodell verlangt allerdings kein Alter und kein Gesundheitszustand. Mit bald 55 ist man ja nicht mehr so frisch. In meinen Augen ein kleines Manko, denn das wird doch sicher berücksichtigt. Aber die Amis verlassen sich da wohl darauf, dass die Privatindustrie ihre Mitarbeiter entsprechend vorselektiert.
    Ansonsten würd ich dort entschieden mehr verdienen als aktuell hier, und die Lebenshaltungskosten sind viel tiefer. Das wäre doch was für unsere ausgesteuerten, gut ausgebildeten Ü 50!

  15. Matthias Meier sagt:

    Die Geographie-Kenntnisse des Autors sind auf jeden Fall schon amerikanisch: Das ist die Mongolei, nicht “Tibet”. 🙂

  16. Frank sagt:

    Trump will – und das ist allgemein bekannt – mit der legalen Einwanderung aus Mexiko und anderswo weiterhin fortfahren, nur mit der illegalen Einwanderung – wo bekanntlich keine Berufsausbildung nötig ist – aufhören.

    Ich bedaure, dass ich das richtig stellen muss .

  17. Gerber sagt:

    Was soll ich in diesem Land?:
    Woher der Hype?

    • Ulrich sagt:

      wenn Sie das nicht wissen, gehen Sie ja auch nicht dorthin, oder?

    • Ueli sagt:

      Verstehe ich auch nicht, den in diesem Land sind Ausländer grundsätzlich suspekt. Man hat keinen Schutz als Arbeitnehmer und meist nur ein paar Tage Ferienanspruch im Jahr. Die Pensionskassengelder sind im Unternehmen parkiert und sind bei einem Konkurs des Unternehmens weg. Noch teurere Gesundheitskosten als in der Schweiz. Überwachung im Privatbereich ist auch alltäglich! Weiss nicht, weshalb es noch Leute gibt, die diese Bananenrepublik als Nabel der Welt verstehen.

      • Rudolf sagt:

        Die Verlierer im eigenen Land und Träumer gehen dorthin. Darum ist dieses Land so aggresiv und qualitätslos.

        • Don Danielito sagt:

          Wohl kaum – das treffende Motto hier ist, “in einem Land von Blinden, ist der Einäugige Koenig!” Also, ich bin schon bald 20 Jahre hier, und habe Berufsmöglichkeiten erarbeitet, die ich in der Schweiz so nie erreicht hätte.

      • Raylan sagt:

        Also ich habe 4 Wochen Ferien, plus 10 Tage Feiertage, die Krankenkasse kostet ca $500 pro Monat und deckt mehr ab als in der Schweiz. Die Pensionskasse ist ein 401K die bei einer Finazfirma angelagert ist und schoen Renidte einfaehrt. Ich fuehle mich hier einiges weniger Ueberwacht. Bin mir nicht ganz sicher von was sie hier schwaffeln?

        • Mark Meyer sagt:

          Danke Raylan! Ueli schwafelt da Chabis. Immer noch das Land der unbeschränkten Möglichkeiten, vielleicht ein wenig härter heute, aber immer noch da! Be positive, work hard und ein bisschen Glück bringt ein gutes, freies Leben! Seit 1969 in NJ/PA.

  18. Vera sagt:

    85.3%, nicht schlecht.