Logo

Das sind die Beschaffungsdaten, die der Bundesrat schwärzen wollte

Von DB, 15. Mai 2016 46 Kommentare »
Endlich weiss jeder Schweizer, was der Bund bei externen Firmen alles einkauft. Der lange Weg zu Transparenz der Beschaffungsdaten wurde energisch von Regierung und Verwaltung bekämpft.
Stichworte:, ,

Von Martin Stoll, Titus Plattner, Christian Brönnimann, Alexandre Haederli, Noele Illien

Für über fünf Milliarden Franken kaufen die Stellen der Bundesverwaltung jedes Jahr bei externen Firmen ein. Von Munition für die Armee über Dienstleistungen aller Art bis hin zu Büromaterial oder Essen – das Spektrum könnte kaum breiter sein. Wohin das Geld aber genau fliesst, war für die Öffentlichkeit bislang nur punktuell nachvollziehbar. Nun liegt der «SonntagsZeitung» erstmals eine detaillierte Statistik zu den Ausgaben des Bundes vor. In einer interaktiven Anwendung – hier im Datenblog am Ende des Artikels – lassen sich die Daten durchsuchen, beispielsweise nach den grössten Auftragsnehmern in einem bestimmten Amt.


Seminar im Luxus-Hotel und teure Temporäre: Die Steuerfranken sind nicht immer effizient investiert. Zum Hintergrundbericht von Christian Brönnimann, Titus Plattner und Martin Stoll.

Jahrelang hatte sich die Verwaltung dagegen gewehrt, diese Daten öffentlich zu machen. Erst ein Entscheid des Bundesgerichts zwang sie zur Herausgabe der Informationen. Der Kampf um die Informationen begann Ende 2012. Gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz verlangten «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» Zugang zur Beschaffungsstatistik des Bundes. Der Befehl, diesem Gesuch nicht zu entsprechen, kam von ganz oben. Am 1. Mai 2013, sechseinhalb Monate nach der Einreichung des Zugangsgesuchs, wies der Bundesrat die Verwaltung an, die verlangten Dokumente nur mit anonymisierten Firmennamen herauszugegeben. Eine für den Bundesrat erstellte Erörterung erklärt die Verweigerungshaltung teilweise. Einflussreiche Kreise in der Verwaltung hegten Bedenken, dass die Beschaffungsstellen des Bundes in den Fokus von Medienschaffenden geraten und die Herausgabe von weiteren internen Beschaffungsanalysen verlangt werden könnten.

Bundesgericht zerpflückte die Argumente

Der Öffentlichkeitsbeauftragte des Bundes warnte die Verwaltung davor, an der Anonymisierung der Bundeslieferanten festzuhalten. Diese verstosse gegen Bundesrecht. Doch die Rechtsabteilung des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) blieb hartnäckig und engagierte eine Anwaltskanzlei. Am 21. Mai 2014 übergab Carole Gehrer Cordey, Anwältin bei der Swiss-Legal-Gruppe, dem Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen eine 43-seitige Stellungnahme. In 196 Punkten entwarf die Juristin ein eigentliches Schreckensszenario: Die Publikation einer solchen Liste könne den Aktienkurs einer Firma beeinflussen oder aus den Angaben könnten Rückschlüsse auf die Kundenstruktur einer Unternehmung gezogen werden, behauptete sie.

Das Bundesgericht zerpflückte die Argumente der Anwältin – und segnete nach dreijährigem Ringen den Zugang zu den Auftragsvolumen der vierzig grössten Lieferanten ab. Den Bund kostete die Rechtsanwältin 66’453 Franken.

Restlos transparent ist das Beschaffungswesen des Bundes auch heute nicht: Das Bundesgericht verwehrte der Öffentlichkeit die umfassende Liste mit allen Bundeslieferanten. Durchschnittlich deckt die jetzt publizierte Liste mit den vierzig grössten Lieferanten des Bundes nur gerade die Hälfte des vergebenen Auftragsvolumens ab. In einzelnen Ämtern, wie dem Personalamt, sind es nicht einmal 15 Prozent.

Im Ausland ist Transparenz im Beschaffungswesen teilweise selbstverständlich. Selbst die Regierungen der Slowakei oder Kenias stellen nach Beschaffungsskandalen ihren Bürgern umfangreiche Datensätze zur Verfügung. Mit dem Resultat, dass hier die Öffentlichkeit immer wieder Belege für Behördenkorruption ans Licht bringt und so für ein besseres Funktionieren des Staates sorgt.

Hier klicken, um die Auswertung in der Vollbildansicht zu öffnen.

Hier klicken, um die Auswertung in der Vollbildansicht zu öffnen.

46 Kommentare zu “Das sind die Beschaffungsdaten, die der Bundesrat schwärzen wollte”

  1. Hanni sagt:

    Sauhäfeli, Saudeckeli passt immer noch! Der Kleine zahlt und der Grosse steckt es sich in die Tasche!
    Wilhelm Tell wo bist du? (siehst du den Hut dort auf der Stange)

    Es ist einfach eine Schande wie mit unseren Steuergelder umgegangen wird, wenn wir so hauswirtschaften würden, würden wir unter Vormundschaft gestellt und was passiert mit dem Bund/Staat? So kann und darf es nicht weitergehen.

    Es ist unser zum Teil schwer verdientes Geld (Steuern) wo da verschleudert wird.

  2. Cardinaux Edouard sagt:

    Die Verwaltung und die zuständigen BR sollten in einem Amtenthebungsverfahrenu nterzogen und zwischenzeitlich supendiert werden. Ähnlich wie die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff. Das sind unsere Steuergelder. Ich will nicht von korrupten Staatangestellten und BR reden jedoch haben wir, der Souverän, anrecht zu wissen was mit unserem Steuerfranken passiert und wie dieser investiert wird. Vor allem wenn die Beschaffung immer wieder Skandale hervor ruft. Diejenige die sich gegen die Transparenz gewehrt haben sollten fristlos und ohne Anrecht auf Pension gekündigt werden

  3. Mike Stoney sagt:

    Ein Lob den Schreiber Martin Stoll, Titus Plattner, Christian Brönnimann, Alexandre Haederli, Noele Illien!
    Wieter buddeln! kommt noch mehr zum Vorschein!
    Mich nähme nur wunder ob die Asylzahlen stimmen. Reine Augenwischerei!!

  4. Steve Berger sagt:

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt für das bedingungslose Grundeinkommen.
    Es wird zurzeit mit einer kleinen Anzahl von Firmen wie RUAG oder Swisscom getestet, wie die Verteilung der Gelder in der Praxis funktionieren würde. Obwohl der Pilotversuch noch nicht abgeschlossen ist steht schon fest: es sind offenbar genügend Milliarden vorhanden um auch ein bedingungsloses Grundeinkommen für das Proletariat zu finanzieren.

  5. Heinz sagt:

    Erstaunlich “Implenia” auf Nummer 2! Oder doch nicht? Erinnere ich mich zu Unrecht an alt BR Leuenberger oder die Ammann Group weshalb BR Schneider immer das Anhängsel an seinem Namen braucht?

  6. Luzia Keller sagt:

    Vielen Dank Tagi! Das riecht ganz gewaltig nach Skandal und Korruption im grossen Stil oder habe ich diesen Artikel falsch verstanden? Worauf warten wir braven Steuerzahlende eigentlich noch? Auf ein Wunder aus Bundesbern oder legen wir am 5. Juni 2016 ein JA ein beim garantierten Grundeinkommen? Da werden solche Verweigerungen subito ein Ende haben. Wetten, dass….?

  7. Alfred Bosshard sagt:

    Der Bundeshaushalt is doch 62.5 Milliarden. Wo sind die restlichen 57.5 Millairden versickert?

    • Roman Hasler sagt:

      Ein Gutteil im Flüchtlings- und Sozialwesen, ein kleiner Teil in der Verwaltung. Die Schulddienste bei den Banken dürften auch ein paar Milliarden sein.

      • Alfred Bosshard sagt:

        Es hat wohl seinen journalistischen Wert. Aber bis jetzt ist das für mich Polemik wenn nicht der ganze Bundeshaushalt durchleuchtet wird. Es sind ja nicht mal 10%. Im grossen Rest dürfte es noch viel mehr faule Eier haben.

        Es gibt TA-Blogs, da kommentieren die Autoren Feedback der Leser.

  8. Nussbaumer Pierre sagt:

    Fr. 500 Millionen für Bauten, das sieht man und schüttelt nur den Kopf, sind das Kasernen oder geschützte Werkstätten ? Grolley ein gutes Beispiel, kommt dann 20 Millionen in Romont. Kann man kein Flugi und keine Raketen usw kaufen, da investieren wir in Bauten. Wenn wir nicht auf irgend eine Art Geld verpulvern, sind wir keine glaubwürdige Armee. Es lebe die Implenia and Co

  9. Roland Nuessli sagt:

    Da fehlen aber noch etliche Sachen zur wirklichen Transparenz. …. nicht nur die Beschaffungskosten sollten transparent sein!

  10. E. Hartmann sagt:

    Keine Geiss schleckt es weg:Transparenz wird nur von andern verlangt.Staatsangestellte können nie mit Geld umgehen,da die meisten immer nur beim Staat gearbeitet haben.Dort kommt das Geld einfach herein,bei der Privatwirtschaft muss es erarbeitet werden und kann nicht mit vollen Händen weggeworfen werden.Dort wäre man längst weg vom Fenster,beim Staat gibt es wohl noch einen Bonus ;-),egal ob Bund oder Kanton.Das Kader beim Staat wird höchstens von anderer Staatsstelle kontrolliert,und die staatl. Kontrollstellen ignorieren dies,da keine Krähe der anderen ein Auge aushackt.Das sieht man leider bis hin zum BR,sonst könnte nicht ein/e BR über das Volk wie ein/e König/in herrschen.

  11. Roger sagt:

    Korrupt,arrogant wie in allen anderen Länder. Steuergelder oder MWST Franken verschleudern . Alles kommt vom volk mit zu zahlender taxe von irgendwelcher beschlossener Steuer damit der Staat mehr ausgeben kann als er eigentlich kann.
    Der CH Bürger sagt ja nichts, geht nie auf die Straße er ist ja so bekloppt das die oberen mit dem voll machen was sie für uns gut empfinden.
    Selbst schuld für diese miese Regierung und die geld sammelnden Fürsten. Ihr habt sie ja gewählt mit falschen Versprechungen. Damit sie ihre Häuslern bauen können und ein Stern in der Garage. Vorher Mietwohnung und ein alter japser

  12. Marek sagt:

    Als Sozialhilfeempfänger ist man verpflichtet, sämtliche Daten offenzulegen, nur der Bund selber sieht sich nicht in der Pflicht. Eine Schande ist das.

  13. Marc Grand sagt:

    Wie die Securitas bezahlt man mit gleich viel Geld wie die SBB die Armee/Zivildienstler könnten dies doch auch machen.

  14. Willi Ohler sagt:

    Es ist beschämend, dass sich unsere gewählten Volksvertreter und ihre Beamten nicht in die Karten schauen lassen wollen. Der Kampf gegen Transparenz spricht Bände und lässt so was von klar erkennen, was los ist. Warum wohl? Die jahrelang bestehenden Seilschaften sollen nicht offen erkennbar sein, da davon Politiker und und ihre Beamten profitieren. Die entdeckten Mauscheleien sind nur die Spitze des Eisbergs. Grosser Journalismus dieses so hartnäckig verfolgt und aufgedeckt zu haben.

  15. Lukas Aeschbacher sagt:

    Vielen Dank für das “Erkämpfen” dieser Daten und deren Aufbereitung im sehr gut gelungenen Visualisierungs-Tool. Die umgekehrte Betrachtungsweise wäre auch noch interessant: Man wählt einen Auftragnehmer und sieht dessen Auftragsvolumen und wie es sich auf die Verwaltungseinheiten verteilt.

  16. Florian Steinsiepe sagt:

    Ganz hervorragend, diese Arbeit für die Transparenz! Wie bekommen wir, die Öffentlichkeit, nun auch noch den Rest der Daten?

  17. Reto Meier sagt:

    Es gibt doch den oberschlauen Spruch der dem Bürger doch regelmässig um die Ohren gehauen wird; insbesondere wenn er sich nackig machen soll wegen den Steuern. Wer nichts verbrochen hat, muss nichts verstecken.
    Übrigens Transparenz: Wie steht es um die Liste der Milchsubventionen? Auch da wehrt sich die Verwaltung mit all möglichen Lügereien und Tricksereien und ignoriert Gerichtsurteile. Wäre ja echt übel festzustellen, dass Nestlé, Unilever, Coop, Migros etc jährlich mit Millionen aus dem Subventions-Topf gefüttert werden.
    Wäre an der Zeit das ganze korrupte Verwaltungs-Pack auf die Strasse zu stellen, die Verwaltung neu aufzubauen und mal ehrliche Leute einzustellen.

  18. Karl von Bruck sagt:

    Bingo! Schade werden von der Vierten Gewalt nicht mit gleicher Hartnaeckigkeit endlich die ebenso geheimen wie abkommens-, verfassungs- und gesetzwidrigen Apartheidvorschriften ala Nazis und Buren des EAZW des EJPD fuer Konsulate und Zivilstandsaemter gegen farbige Kernfamilien von Schweizern ins Internet geklagt

  19. K. Berner sagt:

    Pro Jahr ca. 1 Milliarde für den Strassenbau. Kein Wunder haben wir so viel Stau und Holperpisten!!! Im Ausland viel bessere Strassen. Juniabstimmung JA!!!

  20. Werner Wiedmer sagt:

    Die Geheimnistuerei staatlicher Stellen zeigt eine Mentalität die unserer oft gerühmten direkten Demokratie diametral entgegen steht. Nicht nur im Beschaffungswesen, auch bei 1.5 Mia. Beiträgen an weiss Gott was für Organisationen und Organisatiönchen ist Transparenz unerwünscht. Dasselbe für gewisse “heisse” politische Entscheide die einfach geheim erklärt und falls opportun an der demokratischen Kontrolle des Parlamentes vorbei geschmuggelt werden. Diese Arroganz von Verwaltung und Regierung zeigt wie mächtig und sicher man sich heute dort fühlt. Das Amtsgeheimnis dient vorerst der Verfolgung und Einschüchterung allfälliger Wistleblower deren Schutz mit allen Mitteln bekämpft wird

  21. Roland Benz sagt:

    Das ist eine gute Sache. Die Weigerung unserer Regierung im Beschaffungswesen unserer Verwaltung Transparenz zu schaffen, sagt schon alles über diesen Klüngel. Die 66’453 Franken für die unbrauchbare Arbeit der beauftragten Rechtsanwältin sollten eigentlich jedem einzelnen der Bundesräte doppelt vom Lohn abgezogen werden. Eine Erziehungsmassnahme für Unbelehrbare, die es als selbstverständlich erachten, sich gegenseitig die Klinke in die Hand zu drücken, um uns Steuerzahler auszubeuten. Das energische Auftreten der Medienhäuser gegenüber Beamtenwillkür ist risikobehaftet und hat deshalb eine umso höhere Achtung verdient. Gut gemacht!

  22. Roland Benz sagt:

    Das ist eine gute Sache. Die Weigerung unserer Regierung im Beschaffungswesen unserer Verwaltung Transparenz zu schaffen, sagt schon alles über diesen Klüngel. Die 66’453 Franken für die unbrauchbare Arbeit der beauftragten Rechtsanwältin sollte eigentlich jedem einzelnen der Bundesräte doppelt vom Lohn abgezogen werden. Eine Erziehungsmassnahme für Unbelehrbare, die es als selbstverständlich erachten, sich gegenseitig die Klinke in die Hand zu drücken, um uns Steuerzahler auszubeuten. Das energische Auftreten der Medienhäuser gegenüber Beamtenwillkür ist risikobehaftet und hat deshalb eine umso höhere Achtung verdient. Gut gemacht!

  23. Alex Kramer sagt:

    Mich würde interessieren, wie man gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen argumentieren kann, wenn man gleichzeitig Leistung und Leistungserbringer nicht offen legen will, den Anspruch an lnformation dann noch so infam hintertreibend?
    Das erfüllt meiner Meinung nach den Tatbestand der Begünstigung zur Korruption.
    Als kleiner Mittelständler wäre man doch längst hinter Gittern.

  24. Heinz Müller sagt:

    Hä? Ja wofür wird das Geld ausgegeben? Diese Grafiken sagen eigentlich genau Nichts aus.

  25. Heiris Marolf sagt:

    Anonymisierte Firmennamen, grossartig. Da will man anscheinend unsere Vetternwirtschaft mit allen mitteln schützen. Ich hoffe, da wird weiter recherchiert und geklagt, bis die kriminiellen in Bundesbern ausgemistet werden.

  26. Jürg Willi sagt:

    Und…was bringt das jetzt? Ausser Neid, Missgunst und potentiell Informationen über die Konkurrenz? Haben kleinere Unternehmen jetzt bessere Chancen Aufträge beim Bund zu erhalten? Im Gegenteil, jede zusätzliche Regulierung im Beschaffungswesen macht es noch schwieriger und aufwändiger an Ausschreibungen teilzunehmen. Ohne detaillierte Hintergrundinformationen können die Ausgaben zudem nicht seriös bewertet werden. Auch wenn man es nicht wahrhaben will, es gibt tatsächlich gute Gründe Aufgaben auszulagern und Dienstleistungen extern zu vergeben.

  27. Mario Berner sagt:

    Auch bei der Beaufsichtigung des ENSI, welches für die Un(Sicherheit) der Alt-AKW zuständig ist, mussten Einsprecher bis zum Bundesgericht gehen. Die ausgelieferten Dokumente waren mehrheitlich geschwärzt. Immer wieder müssen Bürger gegen die selbsternannten Vögte in der Bundesverwaltung ankämpfen. Es wundert kaum, wenn wegen einigen Verantwortlichen an höchster Stelle die ganze Verwaltung in Verruf gerät und politisch über die Budgetablehnung Druck gemacht wird.

  28. Tom Marchand sagt:

    Ich habe die Daten punktuell gecheckt (in Bereichen, die mir bestens bekannt sind). Fazit: Die Datenerhebung erscheint in erheblichem Mass unvollständig und inkonsistent. Bspw. sind relevante Lieferanten in den Jahren 2012 und 2013 wohl aufgeführt, jedoch in den Jahren 2011 und 2014 erst gar nicht erwähnt. Parteibuchwirtschaft, Günstlingspolitik und Postenschacher. Das Ganze hat System und bringt die Schweiz früher oder später zumindest an den Abgrund. Ein Wandel ist überfällig. Der Karren steckt jedoch schon so tief im Dreck, dass es schwer werden wird denselben wieder rauszuziehen!

  29. ely berger sagt:

    Solange der Fokus auf den materiellen Wohlstand gerichtet ist, wird die Säuhäfeli-Säudeckeli-Mentalität – ganz besonders der “Elite”, die die Macht dazu hat – nicht aufhören. Wohlfahrt ist die andere Richtung. Sie basiert auf dem respektvollen Verhalten gegenüber dem Leben als Ganzes. Eine artgerechte Lebensführung für Mensch, Tier und Natur. Man hört und liest aber vor allem, dass der Wohlstand gehalten oder sogar vergrössert werden muss. Der materielle Wohlstand ist ein Dinosaurier, der alles frisst. Die Wohlfahrt ist eine Geisteshaltung, die danach strebt, dass es allen gut geht.

  30. H.P Kradolfer sagt:

    VBS: Bevölkerungsschutz nur 50 Mio ??
    Vertreidigung aber 1,8 Mia ? was soll den geschützt werde wenn nicht die bevölkerung, AKW, Banken und Ballenberg??

  31. Nick Glur sagt:

    “Jahrelang hatte sich die Verwaltung dagegen gewehrt, diese Daten öffentlich zu machen. […] Der Befehl … kam von ganz oben. […] wies der BR die Verwaltung an, die verlangten Dokumente nur mit anonymisierten Firmennamen herauszugegeben. […] Einflussreiche Kreise in der Verwaltung hegten Bedenken […] die Rechtsabteilung des BBL blieb hartnäckig und engagierte eine Anwaltskanzlei. […] Das BGer verwehrte der Öffentlichkeit die umfassende Liste mit allen Lieferanten.” Fazit: Zur Wahrung von Partikularinteressen schafft sich der Rechtsstaat durch Rechtsbeugung gleich selber ab. Ein Schlag in das Gesicht aller integren CH-Bürger und Steuerzahler. Die Zeit für Relativierungen ist…

  32. Amalia Zürcher sagt:

    Mich hätte jetzt interessiert, welche Firmen vom BAFU und vom BFE Aufträge erhalten: Von 45 Mio beim BAFU ist genau eine Firma bekannt mit ca. 750’000 (2014). Immerhin. Beim BFE ist auch genau eine Firma bekannt im 2014. Es ist dieselbe. Volumen CHF 95’849 bei einem Budget des BFE von über 49 Mio. Das ist ja wohl ein Witz. Entweder der Tagi hat geschludert beim Aufbereiten der Daten oder das Ganze ist ein Skandal. Das soll Transparenz sein??!!

    • Der Wisser sagt:

      Im UVEK kommt nur in die Top 40, wer über ca. 5 Mio. Umsatz pro Jahr macht. Dies, weil so viele grosse Firmen im Strassenbau mitmischen. Das ist der Grund, weshalb im BAFU und im BFE kaum Firmennamen bekannt sind.

  33. Peter Sieber sagt:

    Eigentlich beschämend dass man vor Gericht gehen musste. Offenbar haben die Herrschaften vergessen, wer für Ihre Einkaufstouren bezahlen muss. Aber eben, niemand will erwischt werden bei der Verschwendung von Steuergeldern.

  34. Beat sagt:

    Sollte es mich jetzt überraschend, dass der bund essen einkauft? Skandal! Dieser datenjournalismus nervt langsam. Hauptsache diagramme…

    • Grazi sagt:

      Ich glaube nicht, dass die Bundesverwaltung für über 600 Millionen Franken bei der RUAG Sandwiches einkauft. Interessiert es Sie denn gar nicht, wozu Ihr Geld verwendet wird? Wenn wir schon nicht darüber mitbestimmen können, so wenigstens wissen, oder?

    • Roland Nuessli sagt:

      Nicht nur das Essen – auch die Getränke – die Papierkosten und nicht zu vergessen die ganzen Kosten für Medis – die anscheinend alle das steuerzahlenden Volk berappen darf ….. warum sollte man dies nicht öffentlich machen dürfen, frage ich Sie – ganz zu schweigen von sonstigen unnötigen Ausgaben die nicht mal aufgeführt sind ?

  35. Michael Meier sagt:

    Gerade kleinere Firmen haben bei den Grossen Firmen oder Bundesnahen Betrieben gar keine Chancen mehr direkt an einen Auftrag zu kommen. Oft muss man über einen Grossen Vertragshändler gehen, der eine Ausschreibung für ein gewisses Kontigent gewonnen hat. Mit fairness hat das nichts mehr zu tun. Schade wie all die Regulierungen im Endeffekt jegliche Überlebenschancen für Kleinfirmen untergräbt.

    • Florian Steinsiepe sagt:

      Ja, leider wird das komplizierte Beschaffungswesen mit grossen Multi-Millionen-Rahmenverträgen unterlaufen, die nur von Grossen erfüllt werden können. Als Partner einer kleinen, hochspezialisierten Beratungsfirma kann ich ein langes Lied von der Chancenlosigkeit der (kleinen, aber dafür umso innovativeren) Nischenplayer singen.

    • sepp z. sagt:

      @Meier, das ist in der Tat ein Problem. Beim Kanton Zürich beispielsweise sieht es genau gleich aus, etwa im Tief-und-Strassenbau. Da sagen die Verantwortlichen intern gleich bei der Ausschreibung, für sie sei schon klar, wer den Auftrag erhalte, der könne das und eigentlich könne man sich die Ausschreibung sparen. Die Bauingenieure haben sich da aber auch voll angepasst: Auf dem freien Markt offerieren sie Dumping-Preise, der öffentlichen Hand stellen sie KBOB-Preise in Rechnung. Ein krankes System, bei dem die Beamten sich wendig angepasst haben, damit es für sie möglichst bequem und ohne Risiken abläuft. Für kleine oder junge KMU ein riesen Ärgerniss, diese Mauschelei.

  36. Roland K. Moser sagt:

    “…Der lange Weg zu Transparenz der Beschaffungsdaten wurde energisch von Regierung und Verwaltung bekämpft…”
    Transparenz gibt es aber immer noch nicht, oder habe ich den Artikel falsch verstanden?

    • Roland Nuessli sagt:

      Nennen wir es Teilbereich Transparenz – mit wirklicher vollumfänglicher Transparenz hat dieser Artikel und die Bekanntgabe der Beschaffungskosten noch nichts gemein …. leider …. mann darf dem Volk ja schließlich nicht die ganze Transparenz auf einmal zumuten ….