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So viele Jobs hat der Frankenschock gekostet

Von Patrice Siegrist, 18. April 2016 38 Kommentare »
Die Aufhebung des Euromindestkurses hat die Schweizer Industrie hart getroffen. Wie stark, das zeigt eine neue Studie.

Alstom: 1300 Stellen. Richemont: 350 Stellen. Sulzer: 90 Stellen. Das ist nur eine kleine Auswahl von Industrieunternehmen, die 2016 einen Stellenabbau angekündigt haben.

Die Schweizer Industrieverbände schlagen seit längerem Alarm: Deindustrialisierung, so das Schlagwort. Und ein Schuldiger ist schnell gefunden: der starke Franken.

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Doch wie viele Jobs hat die Aufhebung des Euromindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) tatsächlich gekostet? SP-Nationalrat Corrado Pardini sprach im Parlament vor wenigen Wochen von 20’000 bis 30’000 Jobs. Nun hat der Politikwissenschaftler Thomas Lo Russo nachgerechnet und sein Resultat auf dem Blog Politan veröffentlicht: Die Schweizer Industrie hätte im dritten Quartal 2015 42’000 mehr Erwerbstätige gehabt, hätte die SNB den Mindestkurs beibehalten.

Die Berechnung beruht auf einem speziellen statistischen Analyseverfahren, der sogenannten synthetischen Kontrolle. Dabei wird basierend auf ausgewählten, vergleichbaren Kontrollstaaten eine Schweiz simuliert, die weiterhin einen Euromindestkurs hätte. Mittels Daten der europäischen Arbeitskräfteerhebung (Labour Force Survey – LFS) berechnet das Modell nicht nur, wie viele Jobs verloren gegangen sind, sondern auch, wie viele nicht geschaffen wurden.

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Die synthetische Schweiz weist deutlich mehr Erwerbstätige aus. «Die Aufgabe des Mindestkurses scheint sich in kürzester Zeit auf das Erwerbstätigenvolumen in der Industrie ausgewirkt zu haben», schreibt Lo Russo in seinem Beitrag. Viele Unternehmen seien wohl vom Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) überrascht worden und waren schon zuvor am Limit, sagt er. Daher habe sich der Schock derart schnell gezeigt.

Für die Zukunft des Industrieplatzes Schweiz verheisse das nichts Gutes, schreibt Lo Russo. Er möchte aber die geldpolitischen Entscheide der SNB nicht bewerten: «Geldpolitisch kann der Entscheid durchaus richtig gewesen sein.» Die Analyse solle die Auswirkungen des Frankenschocks für die Erwerbstätigen in der Industrie aufzeigen. «Der Entscheid der SNB hat die Realitäten von einem auf den anderen Tag auf den Kopf gestellt. Und das in der Schweiz, die für ihre Stabilität und Kontinuität bekannt ist», sagt Lo Russo.

Das Simulieren einer synthetischen Schweiz klingt nach Hokuspokus. Ökonomen und Politologen wenden die synthetische Kontrolle aber vermehrt an. Die Wissenschaftler benutzen sie immer dann, wenn es darum geht, die Folgen eines einschneidenden Ereignisses zu simulieren. Zum Beispiel für die Auswirkungen von Terroranschlägen auf die Wirtschaftsentwicklung, die Einführung eines Mindestlohns auf den Beschäftigungsgrad oder eben die Aufhebung eines Mindestkurses. 

Lo Russo sagt, die Methodik sei robust. Das würden unter anderem die Zahlen der Erwerbstätigen vor dem Frankenschock zeigen. Vor der Aufhebung des Mindestkurses liegen die anhand der Kontrollstaaten simulierten und die tatsächlichen Werte nah beisammen. Wäre das Modell für die synthetische Schweiz komplett falsch, würden sie weit auseinanderliegen. Erst nach dem Frankenschock driften die Linien in der Grafik auseinander. Die synthetische Schweiz, die weiterhin einen Euromindestkurs hat, setzt die Entwicklung ähnlich wie in den Vorjahren fort, während die tatsächliche Schweiz einknickt.

Lo Russo gesteht aber ein, dass seine Berechnung Tücken hat. Es bleibe eine statistische Simulation. Die 42’000 will er nicht bis zum Letzten verteidigen. Es könnten durchaus auch einige Tausend mehr oder weniger sein, sagt er. Trotzdem sei die Analyse aussagekräftig. Sie könne die drastischen Konsequenzen des Frankenschocks auf die Erwerbstätigen in der Schweizer Industrie aufzeigen.

38 Kommentare zu “So viele Jobs hat der Frankenschock gekostet”

  1. Markus Glauser sagt:

    Als ich einmal am SEF, das hauptsächlich von Führungskräften besucht wird, durfte ich das Eröffnungsreferat von Christoph Blocher geniessen. Dabei hat er gesagt: Wenn es gut geht soll man Schwächen suchen, wenn es schlecht geht soll man Stärken suchen.
    Diese Aussage haben offensichtlich viele Stellenabbauer verpasst oder einfach ignoriert.
    Markus Glauser, Ex-Unternehmer

  2. Josef Marti sagt:

    Wie wir jetzt wissen ist die Aufgabe des Mindestkurses deutlich wirksamer als die MEI. Dies geht auf Kosten von Arbeitsplätzen, höherer Arbeitslosigkeit und Absinken des Wohlstands; längerfristig wäre nämlich ein Rückgang der Bevölkerung nur mit Absinken des Lebensstandards verbunden, obwohl das BIP pro Kopf stagniert; die Firmen bauen dann einfach noch mehr Arbeitsplätze ab und verlagern ins Ausland. Wer Wirtschaftswachstum ohne Bevölkerungswachstum will muss in der Lage sein, die selbst ausgebildeten Arbeitskräfte zu exportieren und gleichzeitig billigere zu importieren, das hat bisher D exemplarisch und ausserordentlich erfolgreich betrieben.

  3. Beat Zugger sagt:

    Vor dem Frankenschock gab es eine Vielzahl von wirtschaftsschädlichen Abstimmungen die bis heute kontraproduktiv bezüglich Rechtssicherheit und Inverstitionen sind. Der CH Anlagen- bzw. Maschninenbau darbt schon seit 2008. Die CH Produktionskosten sind seit langem zu hoch. Pläne für eine Produktionsverlagerung gibt es schon lange & wurden nur zum Zeitpunkt des SNB-Endscheids aus den Schubladen geholt. Produktionsverlagerungen unterliegen der Trägheit. Erst muss ein Grundstück erworben, der Bau gebaut , Fachpersonal gesucht & eingestellt werden. Darüber hinaus verlassen viele projektbezogene Mitarbeiter, die nur in temporär in der CH tätig waren, das Land, ohne statistische Erfassung.

  4. Balthasar sagt:

    Ich glaube dass diese Berechnung nur die halbe Wahrheit sagt. Von der dauernden Rationalisierung durch neue Technologien spricht wieder niemand und diese ist erheblich. Nur schon moderne IT Technologien werden in der EU in den nächsten 7 Jahren 5 -6 mio Arbeitsplätze wegnehmen. Die Ahlstrom Arbeitsplätze wären auch ohne Frankenaufwertung ins Elsass abgewandert, weil GE aufräumen und Kapazitäten vernichten will.
    Zudem, was soll das ganze Gejammer, wir Schweizer wollen doch weniger Ausländer! Unsere Industrie soll sich auf moderne Technologien und die mittelständische Industrie konzentrieren. Grossindustrie gehört nicht in die Schweiz.

  5. blume sagt:

    reine lüge, panikmache und faule ausreden
    .
    faule nur gewinnorientiert firmen investieren nicht in inovative produkte
    – und die haben heute schwierigkeitn (faule ausreden)
    .
    viele firmen haben umgehend die arbeitszeiten verlängert
    – aus gewinngier (panikmache)
    .
    viele firmen importieren mehr als die exportieren
    – reine lüge, die profitieren vo starken franken
    .
    und die ganz feinen und schlauen haben in billiglohnländer ausgelagert
    damit DIE wirklich zu unser know – how kommen
    und uns bald kopieren können
    (wie damals in den 60/70-iger jahren, die japan billiglohneuforie)
    dadurch fiel unsere produktion in kriese und um jahre zurück
    ….. doch gelern haben DIE nichts…

  6. Willi sagt:

    Der (relativ gesehen) starke Franken ist weitgehend ‘fremdbestimmt’. ‘Hausgemacht’ oder ‘struktureller Art’ sind die Hochlohn- und Hochpreisinsel (die uns der Wettbewerbsfähigkeit beraubt) sowie die abnehmende Bereitschaft der Generation Y, in Industriebetrieben arbeiten und Karriere machen zu wollen (“So geraten die Jungen von heute mit der klassischen Arbeitswelt in Konflikt”, heute morgen gelesen). Mit der ‘klassischen Arbeitswelt’ ist wohl gerade die exportierende Industrie gemeint, die aufgrund des Wettbewerbsdruckes nicht in genügendem Masse auf die Wünsche der Generation Y reagieren kann. So gesehen ist die ‘Headline’ eigentlich nicht (oder nur zum Teil) zutreffend.

  7. Daniel Hofstetter sagt:

    “…42’000 mehr Erwerbstätige gehabt, hätte die SNB den Mindestkurs beibehalten”
    Wie kann man einen “fundierten” Bericht im Konjunktiv schreiben? Vielleicht hätte die schweizer Wirtschaft ja 100’000 Jobs verloren hätte man den Mindestkurs beibehalten. Klar scheint dies unlogisch zu sein. Aber es spielen so viele Faktoren in der Weltwirtschaft eine gewichtige Rolle die einen Einfluss auf die Schweiz haben. Die Aufhebung des Mindestkurs war richtig. Man darf die Wirtschaft über einen längeren Zeitraum nicht künstlich pushen. In den Krisen entstehen die grössten Inovationen.

    • Franz Jatz sagt:

      Bitte könnten Sie noch für Ihre Aussage, die Quellenangaben nachliefern und nennen Sie doch Ihren Wirtschaftlichen Titel. Man kann ja nicht einfach so solche Aussagen machen ohne es nachzuweisen, etwas was diese Berechnung geliefert hat. Solange sind Ihre Aussagen nur billige Behauptungen.

  8. Peter Thommen sagt:

    Wie viele Jobs hat der starke Franken all die Jahre und Jahrzehnte vor September 2011, als der Mindestkurs eingeführt wurde, gekostet? Und wie würde die SNB Bilanz heute aussehen, wenn der Mindestkurs nicht aufgehoben worden wäre? Auf diese Fragen sollte auch eingegangen werden, sonst sind solche Studien einfach tendenziös!

  9. Ulrich Konrad Schweizer sagt:

    Man kann sicher nicht allen Stellenabbau auf die Aufhebung des Mindestkurses zurückführen. Warum lässt man dann immer noch soviele neue Arbeitskräfte herein ?

    • Krauet sagt:

      Ja genau. Es ist doch so, dass das Grosskapital interessiert daran ist, dass immer mehr Leute in diie Schweiz kommen. Leute ueber 50 entlaesst man, um juengere aus dem EU Raum einzustellen. Mir sind im Bekanntenkreis einige bekannt.

    • Regula Gruber sagt:

      Um wettbewerbsfähig auf dem (leider?) global gewordenen Markt zu bleiben und letztendlich somit das Unternehmen am Leben zu halten? Passt nicht in Ihr Weltbild, stimmt’s? Dann schauen Sie mal weiter bis strikt zur Tellerrandgrenze und klagen schön weiter. Das bringt’s bestimmt, bloß nicht weiterentwickeln; die Welt wird sich gefälligst nach uns richten und sich um unsere schöne heile Schweiz höchstpersönlich drehen…

  10. D.E. Steiner sagt:

    Hören Sie doch auf, immer alles NUR auf den „starken“ Franken und die Nationalbank abzuschieben. Erstens ist das grundsätzliche Problem nicht ein „zu starker“ Franken, sondern ein – wegen riesiger Überschuldung der Euro-Staaten – zunehmend vertrauensunwürdig werdender Euro (was auch die Nationalbank nicht korrigieren kann). Zweitens färbt die generell schwächelnde Euro-Wirtschaft auf Aufträge ab. Drittens werden auch bei uns Arbeitsplätze wegen fortschreitender Computerisierung sowie Verschiebung von immer mehr Stellen in Billiglohnländer abgebaut (beides wäre auch bei einem schwächeren CHF der Fall). Viertens hat die Nationalbank bereits für mehrere Hundert Milliarden EUR/USD gekauft.

    • K. Groelly sagt:

      Herr Steiner, Ich teile Ihre Auffassung und Ihre Einschätzung. Ich bin klar der Meinung, dass wir unsere Energie dafür einsetzen, basierend auf den jetzigen Realitäten, die wirtschaftliche Zukunft und Entwicklung der Schweiz positiv anzugehen, um mit Engagement und Kreativität Lösungen zu finden.

      • Dario Must sagt:

        So viel Unkenntnis auf so wenige Zeilen. Logisch dass der Franken stark ist, ansonsten wäre nicht nur der Euro schwach gegenüber den Franken. Was haben Sie für Interesse solches hier zu äussern ohne jegliche Kenntnisse. Auf die EU herumhacken wenn die Welt in der Krise ist, zeigt auch einiges an Unwissen. Haben Sie sich schon mal irgendwo bedankt, dass die EU der Schweiz ermöglicht wie ein Mitglied am Welthandel teilzunehmen? Hätte die Schweiz diese Abmachungen über Verträge mit ihr nicht, hätte die Schweiz auch ausserhalb der EU nicht viel zu handeln.

        • Max Oppliger sagt:

          Die Schweiz hat am Welthandel teilgenommen bevor es die EU gegeben hat. Da Sie ja angeblich ein Fachmann sind, sollten den Zustand der EU-Staatshaushalte etwas kritischer betrachten. Die Misere im Euroraum ist nicht einfach vom Himmel gefallen und die Schweiz trägt einen Teil der negativen Auswirkungen.

          • Dario Must sagt:

            Vor der EU haben ALLE einzelnen Staaten am Welthandel mitgemacht. Die EU ist eine Antwort auf andere Gemeinschaften um gegen diese zu bestehen. Die Welt von damals funktioniert in der heutigen globalen Welt nicht mehr. Träumen sie aber schön weiter vom Alleingang und von einer Märchenwelt die es schon lange nicht mehr gegen kann. Die Schweiz ist genau das Land die praktisch keine negative Auswirkungen trägt von der EU, der Gegenteil ist der Fall, sie pickt sich das bessere aus ihr und die anderen ihr dieses Privileg wohl nicht mehr lange zugesteht. Sie profitiert sogar stark, indem sie aus der EU gebildete Mitarbeiter bezieht und diese nicht mal selber ausbilden muss.

      • E Elsholtz sagt:

        Jede Person die arbeitet, hebt normalerweise den Wohlstand des Landes. Wenn Personen entlassen werden wegen ihrem Alter, liegt es oft daran, das die Firmen mehr an den Jungen Profitert. Jüngere haben meisstens weniger lohn, aber leisten mehr. Arbeit gäbe es genug.
        Ideen:
        Alle Immobilien: sollten Per Sonne beheizt werden

        Möglich wärenauch rein durch Sonne beheizte Gärten

        Swiss Metro

        Usw.

        Wie währe es, wenn der Staat Geld für solche Projekte aus gäbe? Die ersten 2 würden den CO2 ausstoss enorm senken.

  11. V Beerli sagt:

    Wer hat diese “Studie” bezahlt?

  12. Emil Imhof sagt:

    Warum bringen die Medien solche Berichte? Die grosse Mehrheit des Volkes versteht ohnehin nichts davon. Und kann weder prüfen, ob es stimmt oder nicht. Und die neuen sogenannten Wirtschafts- und Finanzexperten à la Mainard John Keynes widersprechen sich gegenseitig. Warum also? Um dem Volk Angst zu machen und es gefügig zu halten. Wie lange will die Mehrheit noch vor sich hinschlafen?

  13. Utiger sagt:

    Wie hoch ist der Anteil der Ü-50? Wer kümmert sich um die? NIEMAND!
    Keine Partei kann da etwas ausweisen. Die Medien berichten aus jeder Ecke der Welt.
    Über das Schichsal der vielen Arbeitlosen in der Schweiz keinen PIP…

  14. Sacha Maier sagt:

    Der in den multinationalen Handel investierte Systemgeldadel will nun einmal keine eigene Industrie. Das konkurrenziert unnötig das Geschäft. Mit einer Hochpreisinsel kann man sich noch besser gegen unliebsame Hersteller wehren. So ist es kein Wunder, dass sich der grosse geliebte Doktor aus H. unermüdlich an deren Aufbau engagiert. Wie auch für die Fällung des Mindestkurses. Wegen des leicht verdienten Geldes in einer modernen postindustriellen Konsumwirtschaft jubelte das Volch sogar. Es wird noch zehn bis zwanzig Jahre dauern, bis das Volch diese Fehler erkannt haben wird. Korrigieren kann man sie nicht mehr. Industrieerfahrene MINT-Berufler sind pensioniert, ausgesteuert oder umgeschult.

    • H.Lips sagt:

      Wir haben 1,4 Mio Einwohner zuviel und damit ca.500’000 Jobs.Eine Schweiz mit 7 Mio hat funktioniert, jetzt funktioniert sie nicht mehr und wird teurer und teurer.Milliarden müssen investiert werden nur wg. des Zuzugs. Die bequemen Unter nehmer sollen endlich auslagern, was man nur mit Ach und Krach hier herstellen kann.Mit der Auslagerung der schlechfen Arbeit muss einhergehen, dass die MF, PE, F+E, die Finanzen und die Unternehmensentwicklung hier bleiben.Hochspezialisierte Leute braucht es,, das Biegen von Blechen und dgl.gehört nicht hierher.

  15. Pepe Müller sagt:

    Die Frage ist wohl eher, weiviele zehntausende Schweizerinnen und Schweizer haben seit der PFZ ihren Job an Ausländer verloren! Und erhalten keine Chance mehr zu akzeptierbaren Konditionen!

    • Flavio Haus sagt:

      Eher wie viele gewonnen haben. Schon mal überlegt, wie viel Arbeit uns so gebracht wurde.

    • Regula Gruber sagt:

      Dann müssen die Schweizer halt ihre (exorbitanten!) Forderungen senken und das, was sie zu bieten haben, (exorbitant!) steigern. Irgendwann klappt’s dann wieder mit der Marktkompatibilität. Ich will auch kein klappriges Velo zum Mercedes-Preis kaufen, wenn ich stattdessen einen Mercedes für einen Velopreis kriegen kann.
      Und: Auf der einen Seite billig einkaufen wollen, in Scharen allwöchentlich in Ds Detailhandel einfallen, auf der anderen Seite aber die Folgen nicht tragen – das ist die eierlegende Wollmilchsau, wie man in Bayern sagt. Und die gibt’s nicht.
      Neben Frankenschock, Globalisierung, MEI, ist unser asoziales Verhalten Teil der aktuellen Situation. Und das ist erst der Anfang.

  16. Benno Schnyder sagt:

    Seit Anfangs 2015 gibt es zwei Faktoren, welche unsere Wirtschaft negativ beeinflussen: die schwache Konjunkturlage in den Absatzmärkten und der starke Franken. Dass hier jetzt der gesamte Verlust der Arbeitsplätze einzig dem starken Franken angelastet wird zeigt, wie tendenziös der Schreibende und die Befragten berichten. Dieser Artikel ist nicht wissenschaftlich-seriös, sondern politisch-tendenziös. Schade, vom Tagesanzeiger erwarte ich schon etwas tiefgründigere Analysen mit etwas mehr Sachverstand.

  17. Eugen Bissegger sagt:

    Die Aufhebung des €-Mindestkurses verantwortlich zu machen für Stellenabbau ist fragwürdig. Wie lässt sich das z.Bsp. vereinbaren mit angestrebten Gewinnmaximierungen, auf Kosten von Arbeitsplätzen? Ein weiterer Faktor scheint unterzugehen: Die EU-Länder insgesamt, CH treibt ja auch Handel mit EU-Staaten, haben gemäss anderem Bericht, seit den dummen Wirtschaftssanktionen gegen Russland wirtschaftlichen Schaden in Höhe der Grössenordnung von 32 Milliarden erlitten… Die EU/Welt-Wirtschaft ist generell im Abwärtstrend. Von Rezession/Depression (GR z.Bsp. und andere) wird lieber nicht geredet. Wäre die Lösung, dass die SNB die Aufhebung des Euromindestkurses rückgängig machen sollte…?

    • Rene Wetter sagt:

      Die Facts passen einfach nicht in Ihre rechtsnationale Ideologie, darum verleugnen Sie die Probleme die durch die Aufhebung der € Untergrenze entstanden sind. Erkundigen Sie sich doch mal bei den Firmen wie es so läuft, statt hier solches Zeugs rumzuposaunen. Übrigens: Die EU läuft gerade jetzt besser als die US Wirtschaft. Dann die Propoganda wegen den Russlandsanktionen, ich vermute mal Sie wissen gar nicht was für Sanktionen das sind. Sie sind wohl auch ein Putin Fan – ist ja notorisch unter Rechtsnationalen. Ach ja, wegen dem abgestürtzten Rubel und den eingebrochenen Rohstoffeinnahmen gingen die Exporte nach Russland stark zurück. Gleich übrigens die Exporte nach Brasilien

  18. Simon Gasser sagt:

    Wie hätte die SNB auf den Entscheid der EZB monatlich zig Milliarden auszugeben, reagiert? Hätte sie eine Chance gehabt den Mindestkurs zu halten? Oder hätte sie “aufgeben” müssen? Wie wären dann die Auswirkungen, wenn die Schweiz als Verlierer dasteht?
    Kann das auch berechnet werden?

  19. sepp z. sagt:

    Jetzt könnte man noch zeigen, wieviel die Aktionäre im Vergleich zu vor dem Frankenschock eingesackt haben. Waren bestimmt sehr lukrativ, die abgebauten Jobs. Wenn man da noch die erjammerten Subventionen zurechnet, war das wohl eines der lukrativsten Jahre im neuen Jahrtausend. Für die Aktionäre natürlich.

    • Peter Halter sagt:

      Lieber Herr z.

      Schauen Sie sich mal die Entwicklung der Schweizer Aktienindizes an! Ausser Erfahrung hat da niemand was gewonnen.

  20. jan maurer sagt:

    Alstom = Frankenschock? nicht gewusst

    Wieviele Arbeitsplätze gabs vor und nach dem Frankenschock in der Schweiz?
    Frankreich hat keinen Frankenschock. Italien etwa?

    • Guv Bulgur sagt:

      😉 die haben den Euroschock

    • blume sagt:

      alstom (ex BBC) wurde an general electric verkauft
      – in frankreich haben die starken gewerkschaften die ex- alstom arbeitspläze gesichert
      unsere gewerkschaften schliessen lieber gesammtarbeits- knebeleverträge mit streikverbot und stillhalteabkommen
      .
      alle “franken”- entlassungen sind fragwürdig wenn man die gewinne und ausschüttungen an die aktionäre betrachtet
      und das, wie zb.
      die ZURICH-versicherung zahlt trotz den entlassungen ca. 8% “dividende” an ihre aktionäre
      d.h. die ZURICH zahlte nicht mal steuerpflichtige dividenden sonder steuerbefreite kapitalgewinne
      2,5 milliarden dadurch entgingen dem fiskus ca. 600 millionen steuereinnahmen
      .
      darum NEIN zur USR III ohne…

  21. Jenny sagt:

    Die Aufhebung des Mindestkurses war das Ende der Subvention. Punkt.

    • Kurt Weist sagt:

      Warum dauernd die Bauer subventionieren und uns normale Arbeiter nicht?

      • Hans Würgler sagt:

        Die Bauern werden subventioniert, damit die Landschaftspflege durch die Landwirte ausgeführt wird.
        Sie arbeiten effizienter und billiger als die ” Rote Armee “.