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Der bemerkenswerte Sinneswandel der CVP in der Flüchtlingsfrage

Von Patrice Siegrist, 9. September 2015 35 Kommentare »
Soll die Schweiz mehr Kontingentsflüchtlinge aufnehmen? Diese Frage wurde allen Kandidierenden vor den Wahlen 2011 und nun auch 2015 wieder gestellt. Der Meinungsumschwung bei einigen Parteien ist eindrücklich.

Es sind dramatische Ereignisse, die derzeit die Flüchtlingsdebatte in der Schweiz und in Europa beeinflussen: Tote Flüchtlinge in einem Lieferwagen in Österreich. Verzweifelte Flüchtlinge am Bahnhof von Budapest. Das Bild des toten Aylan, der auf der Flucht umgekommen ist. Laut UNO-Flüchtlingswerk sind knapp 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Heute Mittwoch debattiert der Nationalrat über die Neustrukturierung des Schweizer Asylwesens, das schnellere Asylverfahren ermöglichen soll.

Wie die Parteien zur Flüchtlingsfrage rund einen Monat vor den Wahlen stehen und wie sich ihre Haltung gegenüber den letzten Wahlen 2011 verändert hat, zeigt eine Analyse der Smartvote-Daten. Ein Grossteil der Kandidierenden hat sowohl 2011 als auch 2015 die folgende Frage bei Smartvote beantwortet.

Soll die Schweiz vermehrt Flüchtlingsgruppen direkt aus Krisengebieten aufnehmen, für die das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) Aufnahmeländer sucht, sogenannte Kontingentsflüchtlinge? Smartvote-Frage

Kontingentsflüchtlinge sind Gruppen von geflohenen und vertriebenen Menschen aus Krisenregionen, die dauerhaft aufgenommen werden. Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) vermittelt solche Flüchtlingsgruppen und hat diese als Flüchtlinge anerkannt. Im Aufnahmeland muss deshalb keine Asylprüfung durchgeführt werden. 2014 suchte das UNHCR für über 950’000 Flüchtlinge Staaten für Kontingentsaufnahmen. Mitte 2014 standen lediglich 80’000 Plätze zur Verfügung. Die Schweiz hat von 1950 bis 1995 jährlich rund 300 bis 500 Kontingentsflüchtlinge aufgenommen, stoppte die Praxis aber wegen des Zustroms von Kriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien 1995. Im Frühjahr 2015 beschloss der Bundesrat, in den nächsten Jahren 3000 Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, davon 2000 Kontingentsflüchtlinge.

Aus den Antworten der Kandidierenden kann man Parteipositionen ableiten. Die Daten zeigen, dass sich seit 2011 einiges verändert hat. 2011 war bei der Hälfte der acht grössten Parteien eine Mehrheit der Kandidierenden gegen die vermehrte Aufnahme von Kontingentsflüchtlingen. 2015 ist das nur noch bei zwei Parteien der Fall.

BDP und CVP wollen mehr aufnehmen

Viele Kandidierende der beiden Mitteparteien CVP und BDP haben ihre Meinung seit 2011 geändert. Damals waren bei der CVP noch rund 70 Prozent der Kandidierenden gegen die vermehrte Aufnahme von Kontingentsflüchtlingen. Nun ist es umgekehrt. 2015 haben rund 70 Prozent der Kandidierenden die Frage mit Ja oder eher Ja beantwortet und befürworten mehr Kontingentsflüchtlinge in der Schweiz.

Auch bei der BDP haben sich die Mehrheitsverhältnisse im Kandidatenfeld geändert. 2011 waren die BDP-Kandidierenden noch gegen mehr Kontingentsflüchtlinge in der Schweiz. Nur knapp jeder Vierte wollte damals mehr Flüchtlinge aufnehmen, gemäss den aktuellen Daten ist es nun mehr als jeder Zweite. Bei der BDP bestehen allerdings sprachregionale Unterschiede. In der Romandie sind die Befürworter noch in einer Minderheit. Doch das Nein-Lager ist auch in der französischen Schweiz von rund 95 Prozent auf 54 Prozent geschrumpft.

Die FDP ist noch dagegen

Der Ja-Anteil hat sich bei den Kandidierenden der FDP zwischen 2011 und 2015 von rund 18 Prozent auf knapp 39 Prozent mehr als verdoppelt. Die Gegner von mehr Kontingentsflüchtlingen sind bei der FDP noch in der Überzahl. Zumindest bei der Betrachtung der gesamten Schweiz. Wie bei der BDP gibt es auch bei der FDP sprachregionale Unterschiede, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Die französischsprachigen FDP-Kandidierenden befürworten mit einer knappen Mehrheit von 53 Prozent die Aufnahme von mehr Kontingentsflüchtlingen.

Die Parteien, deren Kandidierende bereits 2011 mehrheitlich mehr Kontingentsflüchtlinge befürworteten, tun dies auch 2015. Die Ja-Anteile sind in den vier Jahren gewachsen. Bei der GLP wuchs das Lager der Befürworter von rund 76 auf rund 88 Prozent und bei der EVP von 80 auf rund 92 Prozent an.

Bei den beiden grossen linken Parteien, der SP und den Grünen, sind heute fast alle Kandidierenden für eine vermehrte Aufnahme von Kontingentsflüchtlingen.

SVP deutlich dagegen

Der Zürcher SVP-Nationalrat Hans Fehr sagte während der Asyldebatte im Nationalrat, dass die dramatischen Ereignisse der letzten Wochen an niemandem spurlos vorbeigegangen seien. Eine Veränderung der Meinung bezüglich Kontingentsflüchtlingen hat es zwischen 2011 und 2015 auch bei seiner Partei gegeben. Das Ja-Lager hat bei der SVP zugelegt, aber nur schwach von rund 3 auf knapp 6 Prozent. Die Veränderung ist durch die Kandidierenden der Deutschschweiz zustande gekommen. In der Romandie konnte das Nein-Lager zunehmen, und in der italienischen Schweiz sind wie schon 2011 alle SVP-Kandidierenden, die bei Smartvote teilgenommen haben, gegen die vermehrte Aufnahme von Kontingentsflüchtlingen.

Zur Analyse: Die Auswertung beruht auf den Antworten der Kandidierenden der acht grössten Schweizer Parteien, die bei der Onlinewahlhilfe Smartvote ein Profil haben. Diese Auswahl entspricht nicht allen Kandidierenden. In den Grafiken wird jeweils ausgewiesen, wie gross der Anteil an teilnehmenden Kandidierenden war. Je höher der Anteil, umso genauer ist das Ergebnis. Bei kleinen Fallzahlen und Anteilen sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren, da die Unsicherheit grösser ist. Das Ja-Lager ergibt sich aus den Kandidierenden, welche die Flüchtlingsfrage mit Ja oder eher Ja beantwortet haben, das Nein-Lager aus den Kandidierenden, die mit Nein oder eher Nein antworteten. Die Prozentangaben wurden mathematisch gerundet.

35 Kommentare zu “Der bemerkenswerte Sinneswandel der CVP in der Flüchtlingsfrage”

  1. […] Auch Politiker können ihre Meinung ändern. Tun sie dies, können plötzlich neue Mehrheitsverhältnisse entstehen. Seit den letzten eidgenössischen Wahlen 2011 ist das bei vielen Parteien geschehen – nicht nur bei der Flüchtlingsfrage, wie ein früherer Datenblog-Beitrag bereits gezeigt hat. […]

  2. Wahnsinn! Dies kleine Land, in dem 1/10 der Menschen Lebensmittelcoupons benötigt, schlecht gegen Krankheiten und noch schlechter gegen Altersarmut versichert ist, wo es gelegentlich in die Schulhäuser regnet, weil das Geld für Reparaturen fehlt und dann der Unterricht ausfällt, dies kleine Land, das sich in riesige Schulden stürzt, weil es sich bemüht, in anderen Nationen den Menschenrechten zum Durchbruch zu verhelfen: Es will sage und schreibe 300 Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen! Das kann den sozialen Frieden gefährden.
    (Berneroberlaender, USA wollen syrische Flüchtlinge aufnehmen.)

  3. Merten sagt:

    Man kann es drehen wie man will. Die meisten Flüchtlinge sind Wirtschaftsflüchtlinge, die ein besseres Leben suchen. Und warum suchen sie sich nur Länder wie die Schweiz, Deutschland oder Schweden aus ? Weil dort die sozialen Leistungen am besten sind. Das widerspricht allerdings den Behauptungen unserer Sozis, dass alles Kriegsflüchtlinge seien. Tatsächliche Kriegsflüchtlinge sind auch mit dem Verbleib in einem anderen Staat zufrieden. Deshalb muss man die ganze Problematik ganzheitlich betrachten – Gesäusel und Betroffenheitskultur der Sozis hin oder her !

  4. Georg Stamm sagt:

    Es ist schon eigenartig: Während die relativ dicht besiedelten Länder Europas (insbesondere auch die Schweiz) zehntausende von Flüchtlingen aus einem fremden Kulturkreis aufnehmen sollen, schotten sich die nächst gelegenen, steinreichen arabischen Länder auf der arab. Halbinsel ab und nehmen niemanden auf. Auch die USA und Kanada, riesige, eher schwach bevölkerte Länder, halten sich vornehm zurück. Die deutsche Kanzlerin soll mal mit Freund B. Obama Tacheles reden und auch mit anderen Regierungschefs. Stattdessen ist an Konferenzen immer Lächeln und Geschmuse angesagt. So geht’s nicht !

  5. Löwe sagt:

    Lesen Sie heute die Weltwoche und den Artikel von Kurt Pelda, dann wissen Sie nachher warum der kleine Aylan sterben musste. Stimmungsmache hilft auch nicht weiter!

  6. Merten sagt:

    Die BDP und die CVP müssen heute zu den Linksparteien gerechnet werden. Man kann nur hoffen, dass diese Parteien mit einem bürgerlichen Mäntelchen an den Wahlen eine saftige
    Abfuhr erhalten !

  7. Rolf Zach sagt:

    Man spricht von den sehr toleranten Welschen gegenüber den engstirnigen Deutschschweizer. Man muss feststellen, dass die Romands in der ganzen Angelegenheit zurückhaltender sind und dies ist noch stärker der Fall bei den Intellektuellen.

  8. Philipp M. Rittermann sagt:

    bdp und cvp versuchen nichts anderes, als wählerstimmen von noch weiter links zu erhaschen. sp und fdp verfolgen klare ziele, jedoch aus unterschiedlichen motiven bez. der massenzuwanderung: die fdp will billige arbeitskräfte und die sp ihr sozial-industrie-geschwür weiter wuchern lassen. was auch den meisten bundesämtern recht gut in den kram passt. als anhänger der svp lasse ich mich je länger je lieber als “rechtsnational” u.ä. bezeichen und empfinde das in der heutigen zeit des realitätsverlustes gar als kompliment. ich finde, die svp steckt wenigsten den kopf nicht in den sand und ist sich den werten der schweiz und ihren bürgern noch bewusst.

    • Flo sagt:

      mit ihrer Argumentation gehe ich weitgehend einig. Ich bin parteilos weil ich beinahe bei allen Parteien etwas finde worin ich sie unterstützen möchte.
      Entgegen der SVP bin ich für die Wiedereinführung des Botschaftsasyl, allerdings mit ganz klaren Bedingungen und Regelungen die strikte eingehalten werden müssen – das Personal ist nötigenfalls zu vertärken. Ich bin gegen ein Asylmoratorium; ich bin für Nothilfe in Form von Sachgutscheinen; die Eritreataktik muss dringend geändert und nach Aussen ganz klar kommuniziert werden – bringt Klarheit auch im Ursprungsland;
      ich finde, die svp steckt wenigsten den kopf nicht in den sand – sie stochert oft in verdeckt eitrigen Wunen – leider oft mit sehr fragwürdigem Stil – das ist schade.
      Gewisse SVP Politiker sollten dann die ganz kurze Leine (z.B. Mörgeli/Köppel/Blocher ist schon längst out) genommen werden – sie schaden der Partei mehr als sie nützen.

    • Niklaus Vogler sagt:

      Rittermann: Die SVP und die FDP sind doch für die Waffenausfuhr. Viele Diktatoren hatten und haben ihre Milliarden auf den Schweizer Banken platziert So kommen halt Leute aus kriegsführenden oder anderen Länder wo deswegen Armut herrscht in die Schweiz. Man kann natürlich immer den Fünfer und das Weggli haben

  9. Meier Pirmin sagt:

    @Hammer. Wenn man bei lügenden Asylbewerbern, die neulich von Kulturschaffenden ausdrücklich zum Lügen ermuntert wurden, die gleichen Ausdrücke verwenden würde betr. Charakterdefizite wie Sie über Ihre bestgehasste Partei, wäre es klar Rassismus. Gehöre in keines dieser Lager und verfüge über keinen Fernsehanschluss, so dass ich bei Empathie von durch Bilder erzeugte Propaganda nicht mithalten kann. Empfehle aber Einzahlungen, Syrien betreffend, an die Adresse von Christan Solidarity International. Auf Ihre Aggressionen, @ Herr Hammer, kommt es zur Lösung irgendwelcher Probleme nicht an. Sicher ist, dass jede Richtung, auch die Ihre, könnte sie allein bestimmen, die Schweiz kaputt machen würde. Durch die Magie der Bilder, die in einem zwangsabonnierten System ausgewählt werden, sollte man sich nicht beeinflussen lassen.

    • Ronnie König sagt:

      Wer lügt schon nicht? Am meisten wird bei denen gelogen, die am lautesten dagegen sind! Das ist wie: Die grössten Sünder sind zuvorderst in der Kirche.

      • Flo sagt:

        Das ganze Elend der Flüchtlinge kann sehr gut im Wahlkampf integriert werden und wird von a l l e n Parteien zu ihren Gunsten ausgenützt kann

  10. Maria Meier sagt:

    Das ist alles sehr bedenklich. Offensichtlich haben ausser der SVP die Parteien noch nicht wirklich über das Problem nachgedacht. Die Lösung “kommt alle her!” hört sich selbstverständlich sehr gut an, aber sie löst kein einziges Problem der aktuellen Situation, noch ist sie nachhaltig.

    Die gegenwärtige Flüchtlingswelle aus den an sich sicheren Flüchtlingslagern in der Türkei ist menschlich sehr gut nachvollziehbar. Aber politisch unklug. Die Erwartungen der Flüchtlinge sind sehr hoch – an den Arbeitsmarkt, an die Aufnahme- und Integrationsbereitschaft (!) der angestammten Bevölkerung, an die Möglichkeiten in Westeuropa. Bei genauerer Betrachtung muss man jedoch feststellen, dass sich all diese Erwartungen schnell als Illusion entzaubern werden. Der europäische Arbeitsmarkt verfügt bereits über ein Potential von 20 Millionen arbeitslosen, zumeist bestens ausgebildeten und in der lokalen Kultur lebenserfahrenen Menschen – ein grosser Teil davon im besten Einstiegs-Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Das letzte worauf der Arbeitsmarkt gewartet hat ist eine weitere Million (oder mehr) Menschen dieser Altersgruppe, zumal diese zwangsläufig gegenüber allen Einheimischen zumindest sprachliche Nachteile zu bewältigen haben werden. Die Flüchtlinge werden deshalb realistisch betrachtet in der Mehrzahl direkt dem Heer der Arbeitslosen zugeschrieben werden, leider. Geradezu grotesk mutet vor diesem Hintergrund der Aktionismus der deutschen Regierung an, die Flüchtlinge mit Sondermassnahmen für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Einen vergleichbaren Effort sucht man bei für die eigenen Arbeitslosen vergeblich, was mit grosser Wahrscheinlichkeit – ungewollte – politische Konsequenzen nach sich ziehen wird.

    Ausserdem gilt es zu trennen zwischen Flüchtlingen und der Wohlstands-Migration aus Afrika. In Afrika leben 1’000’000’000 Menschen – wenn auch nur 1% von diesen Menschen nach Europa kommen möchten, sind das 10’000’000 neue Mitbewohner in unseren Breitengraden. Mit der gegenwärtigen Quote gerechnet, müsste Deutschland davon alleine rund 1/3, also 3 Millionen aufnehmen, die Schweiz 300’000 bis 500’000 (Zahlen von 2014). An der Zahl etwa so viele, wie seit 2010 aus den EU Staaten in die Schweiz eingewandert sind. Bei, realistisch betrachtet, wesentlich schlechterer Qualifikation. Zudem ist anzunehmen, dass die Nachricht, dass 10 Millionen Menschen in Europa eine neue Heimat gefunden haben, eine neue Attraktion erzeugt, womit die nächsten 10 Millionen sich auf den Weg machen würden.

    Man sieht schnell, die gegenwärtige Politik wird nicht lange funktionieren. Dass in Deutschland nebst der Kanzlerin sich die Arbeitsministerin über die neue Zuwanderung freut wird sich sehr schnell als kurzfristig naiv und langfristig als verantwortungslos herausstellen. Die Einwanderung mag wirtschaftlich sinnvoll anmuten, aber leider bedeuten “mehr Einwanderer” noch lange nicht automatisch mehr Wohlstand. Für die Schweiz gilt dies analog.

    Wer also über das Problem wirklich nachdenkt, Lösungen über die nächsten drei Monate hinaus sucht, muss zum Schluss der SVP kommen: Die einzige wirksame Hilfe ist die vor Ort, in den Flüchtlingslagern. Und zwar so, dass für die Flüchtlinge eine Perspektive entsteht, mit der sie jetzt ein menschenwürdiges Leben führen können und bei Kriegsende bereit sind, zurück in ihre Heimat zu gehen. Das ist einfacher gesagt als getan, aber dennoch vom Ansatz her sicher wirkungsvoller als alles, was man derzeit unternimmt.

    • Brilliant! Kann man Sie als Rede-Schreiberin buchen?

      JUTZI Philipp
      Liste 26 KTBE

      • Ronnie König sagt:

        Welche Lösung ist die beste? Man vergleiche: Alte die krank sind kosten viel und bieten wenig, ausser sie haben keine Kinder, dann fällts dem Staat zu. Flüchtlinge flüchten nicht, weil das deren Hobby ist. Kommentare wie der ihre ist nicht mit Intelligenz gesegnet, aber nachvollziehbar. Gäbe es einen allgemeinen Plan, dann hätten wir nicht den Hauch einer Chance. Heute sind wir an dem Punkt, wo wie uns überlegen sollten ob Solidarität den Wohlstand sichert, oder eben die Konfrontation! Bei zweiterem gibts Geschichte, man hungerte und verlor oft mehr als man hatte. Wenige profitierten und schufen das nächste Elend. Das von heute also. Solche komplexen Gedanken scheuen gar die Profs an der Uni. Bürger und Politiker eh.

        • danny sagt:

          nein, als hobby flüchtet man wohl nicht aber nachdem die angezettelte “arabische Revolution” nach hinten losging, hielt man es für das beste auch weil Behörden nicht mehr existieren. Früher als noch kein krieg war wurden sie noch aufgehalten. Jetzt ist eindeutig die beste Zeit um zu gehen.

    • Peter Colberg sagt:

      Eine sehr objektive und realistische Analyse der Lage. Man darf nur hoffen das die politische Obrigkeit, angesichts einer eher ausser Kontrolle geratenen Entwicklung des Exodus Richtung Europa, endlich entsprechend vernünftig handelt: die Zeit der Tränendrüsen muss vorbei sein, es braucht eine pragmatische Flüchtlingspolitik die auch den Schutz unseres Landes und seinen legitim besorgten Bürgern garantiert.

    • Martin sagt:

      Wenn die SVP von Hilfe vor Ort spricht, dann wird es mir übel. Genau die SVP, welche die Entwicklungshilfe am liebsten ganz streichen würde, und die von internationaler Zusammenarbeit überhaupt nichts hält. Scheinheiliger geht es nicht mehr.

      • jaguarin sagt:

        Wir wissen doch seit Jahrzehnten, dass die Entwicklungshilfe nichts genützt hat. Es gibt sogar Afrikaner, die sagen, dass damit aufhören sollte. Am meisten profitieren die korrupten Politiker und die Hilfswerke, die ein sehr dickes Leben mit ihren extrem hohen Gehälter führen können .Entwicklungshilfe nützt sehr wenigen aber dafür richtig.

        • Mark sagt:

          @jaguarin
          Sie sehen das falsch, die “Entwicklungshilfe” hat hauptsächlich unsere Entwicklungshelfer bezahlt und der Rest ist vom korrupten Politiker zurück zu uns (sein Konto/”unsere” Bank) überwiesen worden.
          Das Geld bleibt bei uns…….

      • Flo sagt:

        es widerspricht sich tatsächlich – entwicklungsgelder zu kürzen und Hilfe vor Ort zu propagieren – aber das Problem liegt in der Verwendung der Gelder, es wäre strikte und mit aller Macht durch zu setzen das die Gelder nicht an, oft dubiose, regierungen bezahlt werden, sondern durch Hilfswerke der betroffenen Bevölkerung zu kommt.

      • Marco K. sagt:

        Hilfe vor Ort und Entwicklungshilfe sind auch zwei paar Schuhe! Das wissen Sie doch Martin hoffe ich?

      • ruf sagt:

        Wieso scheinheilig. Das nun ist die SVP gewiss nicht. Man kann ihnen Ausländerfeindlichkeit z.B vorwerfen, nicht
        Scheinheililgkeit. Ihre Linie ist klar.

    • Roli Frutiger sagt:

      Vielen Dank für Ihren treffenden Tour d’horzion. Das Bekenntnis zur Sünneli-Partei ändert nichts an den analytischen inneren Werten. Im Unterschied zum Quartals-Tunnelblick anderer ist Ihr Beitrag mit Weitsicht “gesegnet” (s. den Beitrag des faszinierenden Ronnie K. mit den hundert Augen, welche alle samt und sonders in eine andere Richtung zu gucken scheinen etwas weiter unten).

    • Pascal Devenoge sagt:

      Vieleicht ist es ja auch umgekehrt?
      Hilfe vor Ort ist schön und gut, aber das kosstet auch Geld, was viele wiederum nicht ausgeben wollen.

  11. Greg Möll sagt:

    Es kann einem nur ärgern, wie unverhältnismässig über Menschen berichtet wird. Da sterben noch heute tagtäglich hunderte – tausende Menschen an Hunger und Krankheit und wenn man flüchtende Menschen vor der Haustüre – im Fernsehen sieht, brechen plötzlich alle Dämme. Das man ihnen helfen soll steht für mich ausser Frage. Nur sind es eben genau die Falschen, denn die wirklich armen haben gar nicht so viel Geld um zu fliehen oder keine Verwandten in Sicherheit.

    Und dass ausser Schutz noch die “soziale” Hängematte in Deutschland sucht ist zwar nachvollziehbar, aber auch stossend.

    Dass ekligste an der ganzen Geschichte ist aber, dass Grossmächte sich über das Völkerrecht foutieren und weiter die Regionen destabilisieren, anstatt der Menschen wegen zu befrieden.

    Das ist der eigentliche Skandal!

  12. Jürg Weber sagt:

    Ich brauche keine Studie um zu wissen dass 99.9 % aller Politiker “Windfahnen” sind und ihre Meinung nur nach dem Ausrichten was gerade am meisten Stimmen bringt. Sachliche Argumente wurden schon lange begraben. Und wenn die Flüchtlinge viel Geld gewissen Firmen in der Schweiz einbringen und so zu einem Wirtschaftswachstum beitragen auf Kosten der Steuerzahler so ist das noch so Willkommen. Aber irgendwann wird auch der hinterste und letzte Wähler merken das irgend jemand das ganze zahlen muss und die Aufnahme der Flüchtlinge kein einziges Problem in ihrem Herkunftsland löst, ja diese Probleme sogar noch verstärkt weil der Druck diese Probleme wie Krieg, Diktatur, Korruption etc. zu lösen immer wie kleiner wird…

  13. boss werner sagt:

    Es ist unverständlich wie krass die Flüchtlings- Entwicklung unterschätzt wird! Das kann ja keine Zukunft haben dass die armen Länder ihre Völker einfach auf Wanderung schicken wenn es im Land angeblich zu wenig Perspektiven hat. Da kommen doch die Kriegsflüchtlinge gerade recht um sich mitschleppen zu lassen, so wie unsere Parteien, nicht nur die SVP, Wahlpropaganda machen mit den echten Flüchtlingen! Wenn diesem treiben nicht Einhalt geboten wird, kommt es zu einem”abgrasen” der besten Plätze, was sich ja jetzt schon abzeichnet!

  14. Claudio Hammer sagt:

    Dass die verschärfte Situation bei den Egoisten der SVP nichts ändern wird, das war eigentlich zu erwarten – solche Charakterdefizite kann man nicht mehr korrigieren – auch mit Schockbildern nicht!
    .
    Darum kann man das “Herzzerreissen” z.B. wegen Aylan das Hardliner Adrian Amstutz an der Arena versucht hat vorzutäuschen, auch nur all billige populistische Wahlpropaganda abtun, da die Sünnelis vermutlich gemerkt haben, dass vielen Schweizern die ganze Flüchtlingstragödie ans Gemüt geht!
    .
    Niemand lügt so dreist Betroffenheit wie die SVP herbei und ist im gleichen Atemzug auch so unmenschlich wie unsere Rechtsnationalen!

    • Dosty sagt:

      Herr Hammer, es ist allen klar, dass die Opfer die Asylanten sind. Es sollte aber auch allen klar sein, dass wir nicht 10 Mio Asylanten aufnehmen können. Die Frage ist nur, wo das Gleichgewicht liegt. Das linke geplänkel mit “Welcome” etc. ist nichts als peinlich, nicht durchdacht und hilft exakt nichts. Wenn Sie sich von der SVP abheben wollen, dann reicht es nicht auf der Strasse Plakate hoch zu halten und eine alte Windjacke zu spenden, geben Sie Ihr Erspartes den Asylanten, dann können Ihre obigen Worte auch ernst genommen werden.Bedenken Sie auch, dass alle SVP-Wähler (immerhin 28%) mit den bezahlten Steuern ihren Beitrag zur Flüchtlingskrise bereits (wenn ev. auch unfreiwillig) geleistet haben!

    • Christof Walser sagt:

      Wer nicht mit den Massen geht ist automatisch ein Egoist! Wieviel will die Schweiz aufnehmen? Wer bezahlt das?
      Wenn dann die Steuern 20% steigen die Krankenkasseprämien sich verdopoeln, die Jobunsicherheit weiter steigt, dann werden wir einmal sehen wie es um die Solidarität steht.

    • Philipp M. Rittermann sagt:

      da bin ich anderer meinung, herr hammer. es ist doch gerade die linke, welche so wahnsinnig erpicht darauf ist, ihre geschützten arbeitsplätze innerhalb der sozialindustrie so vehement zu verteidigen und auszubauen. ich persönlich bin absolut dafür, “wahre” flüchtlinge aufzunehmen. die realität zeigt aber, dass ganz europa nicht in der lage ist “den spreu vom weizen” zu trennen. und. nicht ein mir bekannter vertreter der sozialisten will sich wirklich für eine lösung in den herkunftsländern der migranten einsetzen. das ist den damen und herren nämlich zu unsicher, sich aus den geschützten werkstätten in die reale welt zu begeben. DAS finde ich verlogen. es grüsst bestens, ein rechtsnationaler.