Ärger beim Bezahlen

Kreditkarten: Für Kleinsbeträge vielerorzt nicht akzeptiert.zvg

Peter Häsler aus Stettlen findet es daneben, dass er im Restaurant Alpenblick auf dem Ferenberg nicht mit einer Karte bezahlen konnte.

«Kürzlich waren wir an einem Nachmittag auf dem Ferenberg oberhalb von Stettlen spazieren. Wie für uns üblich sind wir anschliessend im Restaurant Alpenblick eingekehrt, wo wir zu den regelmässigen Besuchern gehören. Da das Personal dort fleissig wechselt, nimmt man uns wahrscheinlich nicht als solche wahr. Nun zu unserem Erlebnis: Beim begleichen der Rechnung über 10 Franken und 30 Rappen stellten wir fest, dass wir zu wenig Bargeld bei uns hatten. Wir wollten deshalb mit der Maestro-Debitkarte bezahlen.

Die Servicemitarbeiterin teilte uns mit, dass man im Alpenblick bis zum Betrag von  20 Franken nur bar bezahlen könne. Wir baten sie, beim Chef nachzufragen, ob sie nicht eine Ausnahme machen könne. Leider schien dies nur möglich, wenn wir einen Zuschlag von  5 Franken bezahlt hätten, also einen solchen von 50 Prozent. Ich war nicht bereit zu diesem Handel und wollte die Angelegenheit direkt beim Betriebsleiter am Buffet besprechen. Nach erfolgloser Diskussion überliess ich dem Wirt meine Identitätskarte mit dem Versprechen, meine Schulden am Montag vor Ort bar zu begleichen. Übrigens ist im ganzen Lokal keine Information über die speziellen Zahlungsbedingungen ersichtlich.

Ich frage mich nun, ob eine solche Unternehmenspolitik wirklich zukunftsorientiert ist. Viele Wirte klagen über existenzielle Probleme. Meiner Meinung nach sind sie zum Teil selber schuld. Man sollte sich im Gastgewerbe nun wirklich auf den ursprünglichen Gedanken der ‹Gastfreundschaft›, des ‹Dienens› und ‹Bedienens› besinnen und sich als ‹Dienstleistungsunternehmen› par excellence verstehen. Hierzu gehört, auch einmal eine Fünf gerade sein zu
lassen und halt einen kleinen Abstrich zu machen. Viele Unternehmer im Gastgewerbe haben dies verstanden und setzen
diese Gedanken vorbildlich um. Solche Betriebe werden sicher auch in Zukunft bestehen.»

Andreas Rickly vom Gasthof Alpenblick Ferenberg nimmt wie folgt Stellung zu dem Vorfall:

«Ich verstehe den Ärger und Frust des Lesers. Wem ist die Peinlichkeit nicht auch schon passiert, dass man zahlen wollte und dann bemerkte, dass man gar kein Geld dabeihatte – und dies notabene bei voll besetzter Gartenwirtschaft.

Für solche Zwischenfälle bieten wir unseren Gästen den Service, die Rechnung Tage später zu begleichen.  Von dieser Dienstleistung hat der Leser ja schliesslich auch profitiert. Ich hoffe nun, dass er ein gewisses Mass an Verständnis aufbringen kann, wenn wir für Kleinstbeträge die Kredit-/Debitkarten nicht akzeptieren. Aus unternehmerischer Sicht lohnt sich der administrative und finanzielle Aufwand überhaupt nicht. Deshalb wird  bei solchen Transaktionen – falls diese wirklich notwendig sind – eine zusätzliche Gebühr erhoben.

Ich hoffe, dass der Ärger des Lesers verflogen ist und er weiterhin sonnige Tage bei uns auf dem  Ferenberg verbringen mag.»

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8 Kommentare

  1. Cholbeheizer sagt:

    Leider muss ich dazu sagen, dass jeder der nicht eine Reserve- 50ger Note im Sack hat, selber schuld ist!

  2. Verständnisvoller sagt:

    Da bin ich gleicher Meinung. Fünfzig Franken in Bar sollte man schon bei sich haben. Schliesslich gibt es auch Ausfälle bei Kreditkarten Systemen.

  3. m.tilli sagt:

    Tja in vielen Restaurants ist ein minimum Betrag von Fr. 20.- auch auf der Bütschelegg usw….

  4. Peter Aufenast sagt:

    Nicht selten sind es die gleichen „Spezies“, die mit einigen „Fränkli“ im Portemonnaie eine gut frequentierte Gaststätte aufsuchen, einen kleinen Salat bestellen und dazu eine Karaffe Hahnenwasser. Dann wird noch die Toilette benutzt und sollte sich der Wirt anmassen, das Hahnenwasser ebenfalls auf die Rechnung zu setzten wir von Abzocke gesprochen. Das ist kein Einzelfall!

    • Peter Häsler sagt:

      Lieber Herr Aufenast. Auf Ihren beleidigenden Kommentar möchte ich folgendes Antworten: Wir sind keine „Spezies“, sondern ganz normale Rentner die regelmässig nach einem Spaziergang einkehren, auch gerne für ein schönes Essen ins Restaurant gehen, und es wäre uns noch nie in den Sinn gekommen, eine Dienstleistung gratis in Anspruch zu nehmen. Es geht uns nur um die Verhältnismässigkeit in einem Ausnahmefall. Was die finanziellen Einbussen für den Wirt bei Kartenzahlungen betrifft möchte ich noch nachtragen, dass bei der Maestro Debitkarte durch die abrechnende Kartenfirma eine Kommission von 0,03…% auf den Rechnungsbetrag plus eine Gebühr von durchschnittlich 30 Rappen pro Transaktion abgezogen wird. Also eine durchaus verkraftbare Einbusse, wenn man den erzielten Goodwill gegenüberstellt.

      • Peter Aufenast sagt:

        Sorry, Peter Häsler. Mein Statement ist eine allgemeine Feststellung und nicht auf Sie bezogen.

  5. Fredi Gurtner sagt:

    Ich finde es total daneben ,dass ich als Gast Bargeld bei mir haben soll. Sollte ich überfallen werde ,zahlen Sie h Herren Wirte meinen finaniziellen Ausfall. Nur gut dass ich jetzt auch weiss ,welche mindestens 2 Beizen ich ja nicht mehr besuchen will. Ich selber habe den Wirtekurs besucht,ist zwar schon sehr lange her, aber das Gejammer ist immer noch dasselbe. Wer nicht Inovativ sein will ,muss halt keinen Betrieb mehr führen.

  6. Martin Frey sagt:

    Es steht den Betreibern frei, einen Minimalbetrag für die Bezahlung mit Kredit- und Debit-Karten festzulegen. Dafür habe ich durchaus Verständnis. Daher sollte man immer im Minimum 20 Franken in bar bei sich tragen.
    Hier gerade von „Ärger“ zu sprechen, halte ich wirklich für übertrieben. Ich möchte ehrlich gesagt nicht ausrechnen, was der Wirt mit ihrem Besuch „verdient“ hat. Ich habe noch nie erlebt, dass man nicht eine einvernehmliche Lösung gefunden hätte. Ich empfehle daher etwas mehr Gelassenheit.