Frust auf billigen Plätzen im Berner Stadttheater

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Der freie Blick auf die Bühne ist im Konzert Theater Bern nicht von jedem Sitz aus gewährleistet.

Von so weit her hat uns noch niemand einen «Absteller» zugeschickt: Aus Südafrika beschwert sich Thandi Warren über das Berner Stadttheater.

Sie wollten sich bei ihrem Aufenthalt in der Schweiz etwas Kultur gönnen, dafür aber nicht allzu viel bezahlen. Also buchte Thandi Warren aus Durban (Südafrika) für sich und einen Freund «zwei billige Plätze» im Konzert Theater Bern, wo «La Traviata» auf dem Programm stand.

Doch aus dem erhofften Opernerlebnis wurde für das Duo nichts – oder fast nichts: «Wir konnten die Bühne von unseren Sitzen aus nicht sehen», schreibt Warren. «Ich hatte das Gefühl, nur Tickets zum Hören gekauft zu haben.» Einen Blick auf einen winzigen Teil der Bühne zu erhaschen, wäre den Schweiz-Besuchern nur möglich gewesen, wenn sie sich vorgebeugt hätten. «Doch dann hätten wir den Leuten neben uns die Sicht verdeckt; das wollten wir selbstverständlich vermeiden», teilt Warren mit.

Das wenige, was sie von der Inszenierung optisch mitbekamen, habe ihn und seinen Gast nicht begeistert, beschwert sich der «Absteller»-Verfasser weiter. Das Bühnenbild und die Kostüme liessen darauf schliessen, dass am Stadttheater Bern das Sparen im Vordergrund stehe: «In Bern, einer internationalen Stadt mitten in Europa, wird nicht mehr geboten als in einer Kleinstadt in Südafrika, die sich aus Kostengründen auf das absolute Minimum beschränken muss.»

Abgesehen davon: Plätze ohne Blick auf die Bühne würden in Südafrika niemals angeboten; auch nicht im kleinsten Ort auf dem Land. Nach diesem frustrierenden Erlebnis frage er sich, ob «La Traviata» tatsächlich das Beste sei, was Bern dem kulturinteressierten Publikum zu bieten vermöge.

Auf die Reaktion des Stadttheaters sei er nun «gespannt», schliesst Warren seine Mail. Wir müssen ihn in dieser Hinsicht gleich nochmals enttäuschen: Die Berner Theaterverantwortlichen haben gegenüber dieser Zeitung auf eine Stellungnahme verzichtet.

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