Keine Garantie auf Lohnerhöhungen für Lehrer: Was sagen Sie dazu?

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Der Grosse Rat des Kantons Bern hat sich gegen einen verlässlichen Lohnanstieg für Lehrer ausgesprochen.

Ist das in Ordnung? Sind die Lehrerlöhne im Kanton Bern okay – oder kann sich Bern im Moment eine Garantie einfach nicht leisten?

Diskutieren Sie mit! Wir freuen uns auf eine engagierte und faire Debatte.

(Erste Leserbriefe zum Thema sind bereits eingetroffen.)

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8 Kommentare

  1. Walter Krebs, Bümpliz sagt:

    Die bürgerlichen Mitglieder des Grossen Rat weigern sich, dem Lehr- und Staatspersonal mehr Lohn zu geben. Die Linken sind deshalb begreiflicherweise böse. Und drohen damit, die Pensionskassenvorlage zu bekämpfen.

    Das ist wie im Kindergarten: „Wenn du heute nicht mithilfst, bin ich das nächste Mal dagegen“.

  2. Th. Etter sagt:

    In Anlehnung an ein altes indianisches Sprichwort halte ich zur Lehrerlohndebatte des Grossen Rates folgendes fest: Erst wenn die letzte motivierte, gute bernische Lehrkraft ihren Dienst quittiert hat, werden die bürgerlichen Politiker feststellen, dass Liberalismus und (Markt)Wirtschaft ihre Kinder nicht (aus)bilden.

  3. Peter Aufenast sagt:

    Und ich halte fest: Wenn die letzte motivierte, gute bernische Lehrkraft ihren Dienst quittiert hat und feststellt, dass in der Privatwirtschaft auch nicht alles Gold ist was glänzt und sich reumütig wieder als bernische Lehrkraft bewerben, werden die bürgerlichen Politiker feststellen, dass Liberalismus und (Markt)Wirtschaft ihre Kinder nicht (aus)bilden — aber Lehrer, die immer noch weit besser gestellt sind, als nicht wenige Angestellte mit gleichwertiger Ausbildung in der Privatwirtschaft!

  4. Bea Furrer-Heeg sagt:

    Ich glaube, so mancher Lehrer würde auf einen Fünftel seines Gehalts verzichten, wenn er dafür vom vollen Umfang des Respekts bei Schülern, Eltern und der Schulpolitik zehren könnte und man ihm genug Vertrauen entgegen bringen würdem pädagogisch, psychologisch und sozialpolitisch verantwortungsvoll zu handeln…

    • Fredi Gurtner sagt:

      Frau Furrer,ich glaube Sie liegen schon recht daneben. Die Lehrer im Kt. Bern haben sonst schon kleine Löhne und eine Riesenverantwortung. Es ist ja heute nicht nur noch das Lehren die Gabe eines Lehrers,sondern zu viele Eltern geben den Lehrern auch noch noch die Aufgabe vom Erziehen dazu. Finden Sie es recht ,dass der selbe grosse den Lehren keine Lohnerhöhung gewährt und sich selber diese aber zukommen lässt

  5. Rennie Wyss sagt:

    Vor der Privatwirtschaft habe ich allen Respekt. Es gilt aber zu beachten, dass Lehrer im staatlichen Schuldienst kaum Aufstiegschancen haben. So gesehen, sind regelmäßige Gehaltserhöhungen durchaus vertretbar. Außerdem ist der Staat daran interessiert, dass möglichst viele Lehrerinnen und Lehrer bei der Stange bleiben. Die Qualität bleibt gewährleistet. Wer sich für diesen Beruf nicht eignet, kann sich nämlich nicht lange halten und wird sich bald einmal von der Schulstube verabschieden.

  6. Nicole Widmer sagt:

    Als Lehrperson habe ich die Debatte im Grossen Rat in dieser Sommersession mit Konsternierung und wachsender Verärgerung verfolgt: Mir fehlt eine Wertschätzung gegenüber unser täglichen Leistung, mir fehlt eine Wertschätzung der Kinder und Jugendlichen, die ausgebildet werden. Wie viel ist den Grossrätinnen und Grossräten die Bildung im Kanton wirklich wert?
    Die geplanten – zusätlichen Sparmassnahmen – schmerzen Lehrkräfte mehrfach: bereits in den letzten Jahren musste man niedrige Einstiegslöhne in Kauf nehmen, von regelmässigem Gehaltsanstieg nicht zu sprechen. Monatlich kostet uns die Pensionskasse bereits 15%, ein Bundesangestellte zahlt im Vergleich dazu 9%. Die Sanierung der Pensionskasse soll uns in Zukunft noch mehr kosten. Welche Lehrkräfte werden angezogen, wenn keine Aussicht auf Lohnerhöhung besteht, der Beitrag an die Pensionskassensanierung ständig erhöht wird, die Klassen immer grösser werden, sich die unbezahlte Zusatzarbeit häuft und in der Schulstube zunehmend erzogen und nicht nur gelehrt werden muss?
    Wer es sich leisten kann, wird in Zukunft über die Kantonsgrenze blicken und sich eine neue Stelle suchen. Insbesondere für junge Lehrrkäfte ist eine Anstellung im Kanton Bern nicht attraktiv. Klar, es geht nicht nur ums Geld, aber auch. Auch passionierte Lehrpersonen möchten für ihren Einsatz entsprechen entlöhnt werden: Die ungezählten Stunden in der Schule, Abende, an denen Stunden vorbereitet oder oder Elternabende durchgeführt werden, prüfungsintensiven Phasen, in denen man doppelt so viel arbeitet als im Anstellungsvertrag steht, Schulreisen, die in Fronarbeit organisiert werden…dieser Einsatz lebt nicht nur vom Idealismus allein. Es braucht auch einen monetären Gegenwert. .
    Ich bin enttäuscht von den Grossen Räten, die sich selbst die Löhne erhöhen, dem Lehrpersonal gegenüber aber keine Wertschätzung zeigen. In den Lehrkörpern ist der Unmut gewachsen, noch dringt er nicht auf die Strasse, aber ich hoffe, dass sich dies in Zukunft ändern wird, denn es scheint starke Zeichen zu brauchen, damit es nicht nur den Lehrpersonen im Kanton Bern klar ist: JETZT IST ES GENUG.

  7. Martin Haslebacher sagt:

    Beunruhigende Zahlen zur Lehrerlohn-Debatte im Kanton Bern meldet heute Kollege Adrian Müller von „20 Minuten“.
    http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/Junglehrer-kehren-Bern-den-Ruecken-23235393
    Vom aktuellen Abschlussjahrgang der Pädagogoischen Hochschule Bern verlassen 36 Prozent der Primarstufen-Abgänger nach ihrer Ausbildung den Kanton Bern. Deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Was also soll der Kanton Bern in dieser Situation tun? Diskutieren Sie hier weiter!