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«Wir können nichts anfangen mit der leeren Zeit»

Mathias Morgenthaler am Samstag den 26. Juli 2014
Ludwig Hasler, Philosoph und Publizist.

Ludwig Hasler, Philosoph und Publizist.

Unsere Vorfahren waren zufrieden, wenn sie überlebten, wir aber klagen trotz Zeit- und Geldwohlstand über Stress und zu hohe Arbeitsbelastung. Warum machen wir uns das Leben so schwer? Ludwig Hasler, Philosoph und Publizist aus Zollikon, plädiert für einen anderen Blick auf die Arbeit. Und er warnt davor, sich vom paradiesischen Nichtstun Glück zu erhoffen.

Interview: Mathias Morgenthaler

Herr Hasler, arbeiten Sie gern?

LUDWIG HASLER: Gibt es was Besseres zu tun?

Angenommen, Sie hätten finanziell ausgesorgt, würden Sie weiterhin der gleichen Arbeit nachgehen oder alles ganz anders machen?

Mit meiner Arbeit bin ich in meinem Element. Wie sollte ich da weg?

Arbeit ist – theologisch betrachtet – eine Strafe. Empfinden Sie das gelegentlich auch so?

Sicher. Es ist nicht stets das reine Vergnügen, an Essays und Reden zu arbeiten, das wird oft zur Rackerei, ich muss alle Sinne beisammen halten, es braucht Konzentration, Scharfsinn, Fantasie – und enorme Disziplin, eine Kombination, die geübt sein will. Aber empfinde ich das als Strafe? Eher als Preis. Was hätte ich ohne diese Rackerei? Nichts. Ich könnte keinen klaren Gedanken fassen, hätte keinen Humor entwickelt, bekäme null Einladungen, hätte keine Wirkung, begegnete keinen interessanten Leuten, könnte mir keinen anständigen Whiskey leisten.

In der Bibel wird die Arbeit als Strafe für die Sünde im Paradies dargestellt. «Im Schweisse seines Angesichtes…» soll der Sünder schuften.

Gott sei Dank, kann ich nur sagen. Wären Sie vielleicht lieber noch drin im Paradies? Mit Vollpension, Sandstrand, Sonne, Palmen, gebratenen Vögeln, immer, immer, immer! Der reine Horror. Eva biss in den Apfel, weil sie das paradiesische Einerlei satt hatte, sie sehnte sich nach Drama und Leidenschaft, nach Freiheit. Das haben wir jetzt, aber Freiheit gibt es nicht gratis, die muss man mühsam erstreiten, ist ihrer nie sicher, Freiheit bleibt ein Wagnis, Arbeit gegen Widerstand, doch ohne Widerstand kein Wachstum…  Typisch Menschenleben: frei, spannend, tätig.

Das klingt verdächtig nach Sisyphus.

Wir sind die späten Enkel des Sisyphus. Er muss, als Strafe der Götter, seinen Stein den Hang hinauf rollen, oben kommt er nie an, der Stein fällt zurück. Was ist daran so schlimm? Wollen Sie lieber auf dem Gipfel ankommen? Und was tun Sie dann da oben? Die Beine baumeln lassen? Den ganzen Rest des Lebens? Trostlos. Schlimm ist nicht, dass wir stets neu ansetzen, schlimm wäre es, wir täten das jedesmal gleich. Bei Albert Camus steht: «Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.» Glücklich? Weil er den Stein zu seinem Stein macht, die Arbeit als sein Leben betrachtet, sich zum Autor seiner Arbeit macht. Der glückliche Rolling Stones wuchtet seinen Stein täglich neu hinan, raffinierter, schlauer, besser.

Dieses Verständnis von Arbeit scheint nicht sehr verbreitet zu sein.

Fragen Sie mal bei Behinderten nach. Ich bin oft in Werkstätten für Behinderte. Die wollen unbedingt etwas tun, die wollen nicht ausgehalten werden, wollen sich nicht ein schönes Leben ohne Arbeit machen, sie wollen partout arbeiten, Arbeit gibt ihnen Halt, eine Struktur – und so etwas wie Sinn, nämlich nicht für sich solo über die Runden zu kommen, sondern sich nützlich zu machen, für andere, für die Gesellschaft. Das ist, seit dem 18. Jahrhundert, das Prinzip bürgerlicher Existenz: dass jeder sich nützlich mache auf seine Weise – im Unterschied zum Adel, der von Geburt etwas galt, ohne Leistung. Insofern greift die Idee eines leistungsfreien Grundeinkommens zurück auf Feudalzeiten, die übrigens nicht auffällig lustig waren, an Höfen herrschte fürchterliche Langeweile, eine verzweifelte Unrast auf der Suche nach Unterhaltung.

Könnte es sein, dass der Sinn dieses Sich-nützlich-machens am Arbeitsplatz nicht mehr so richtig erlebbar ist?

Wahrscheinlich. Es gibt ja die hübsche Legende der drei mittelalterlichen Steinhauer. Jeder wird gefragt: Was machst du da? Ich haue Steine, sagt der erste. Ich verdiene hier mein Geld, der zweite. Der dritte aber sagt: Ich baue hier mit an der wunderbaren neuen Kathedrale unserer Stadt. So schmeckt Sinn. Es muss nicht die Kathedrale sein, etwas unmittelbar Einleuchtendes schon, etwas, das grösser ist als ich, etwas, worauf ich stolz sein kann, am besten ein Werk, zum Beispiel der HB Zürich, Durchmesserlinie, die macht offenkundig Sinn, darauf sind die Bauarbeiter stolz.

Warum gelingt es vielen Angestellten nicht mehr, stolz zu sein auf ihre Tätigkeit?

In arbeitsteiligen Organisationen läuft Arbeit stets spezialisierter – und effizienter. Was im Zweifelsfall bedeutet: Logistik schlägt Sinnplausibilität. Hauptsache, just in time. Wie bei der Organisation unserer Städte, da regierten über Jahrzehnte Verkehrsplaner über Stadtplaner, Hauptsache, der Verkehr rollte. In grösseren Unternehmen führt das leicht zu perfekt designten, unpersönlichen Verhältnissen, in denen sich Angestellte wie Elementarteilchen vorkommen. Weil sie sich kaum wahrgenommen fühlen, schaffen sie es auch nicht, sich zum Subjekt ihrer Tätigkeit zu machen.

Noch nie war unser Wohlstandsniveau so hoch, hatten wir so angenehme Lebensumstände. Viele Berufstätige beschweren sich allerdings über zu viel Stress und Druck am Arbeitsplatz. Ist das bloss ein Klagen auf hohem Niveau oder liegt tatsächlich so viel im Argen in unserer heutigen Arbeitswelt?

Es wird viel gemeckert über Stress und Tempo. Entschleunigung! Zeit für sich! Ich staune. Natürlich ist die Moderne eine einzige Maschine der Beschleunigung. Aber raubt sie uns Zeit? Sie bringt uns einen einmaligen Zeitwohlstand: Mit 40 fielen unseren Vorfahren die Zähne aus – wir rechnen mit noch einmal 40 gesunden Jahren. Mit bezahlten Ferien plus Pension. Autonomer Staubsauger, Waschmaschine, Internet ersparen uns jede Menge Zeit. S-Bahn, Flugzeug dito. Was machen wir mit dieser geschenkten Zeit? Wir verplempern sie, etwa in Social Media. Und wir stressen uns selbst, indem wir unser Privatleben zum harten Arbeitsplatz verwandeln: mit Beziehungsarbeit, Networking, Kulturarbeit etc.

Sind wir am Ende gar nicht begabt zum Nichtstun?

Wir können nichts anfangen mit der leeren Zeit: beim Warten im Airport, am Feierabend. Leere Zeit lassen wir sofort auffüllen, durch TV, Mails und Telefon. Gleichzeitig sehnen wir uns romantisch nach dem verlangsamten Leben des Bauern vor 200 Jahren, der mittags im Weizenfeld sein Schläfchen hielt, und blenden aus, dass er abends mit der Grossfamilie ein halbes Brot teilte und wartete, bis die Kerze abgebrannt war. Überdies tut es Menschen gar nicht gut, lange auszuspannen, siehe Weihnachten, siehe Ferienzeit: Da rasten viele aus, weil sie nichts zu tun haben als Bier trinken und Schnitzel essen.

Heisst das, wir müssen unsere Erwartungen korrigieren?

Sicher. Unsere Vorfahren waren zufrieden, wenn sie überlebten. Weitergehende Bedürfnisse richteten sie ans Jenseits. Wir aber wollen den Himmel jetzt. Wir wollen das perfekte Leben, keimfrei, widerspruchslos. Das ist der sicherste Weg, unglücklich zu werden. Wir sind nicht auf dem Gipfel der Geschichte angekommen, wir kraxeln weiter – Sisyphus! – am irdischen Problemberg. Konflikte wiederholen sich, Probleme verschärfen sich: Ernährung, Energie, Wasser, Klima, Migration… Die Arbeit geht uns nicht aus. Da wird, wer nur widerwillig arbeitet, leicht unglücklich.

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51 Kommentare zu “«Wir können nichts anfangen mit der leeren Zeit»”

  1. Widmer sagt:

    Bravo und Dank für dieses sehr gute Interview. Persönlich habe ich mich schon lange von den Social medias, Networking, etc verabschiedet. Ich lebe stressfrei! Im Beruf sehe ich (w) mich als dritter Steinhauer. Ich freue mich, dass ich Arbeit, sehr nette KollegInnen und Vorgesetzte habe. Ich freue mich, wenn es meinenChefs gut geht, weil ich sie proaktiv, menschlich, mental und fachlich unterstütz habe. Ich bin ein Teil des Erfolges. Als überzeugte Agnostikerin, weiss ich, dass das Leben Physik ist: jede Aktion erzeugt eine RE- Aktion. Und damit hat eigentlich jeder sein Wohllbefinden zum grossen Teil in den eigenen Händen. Und ja, Arbeit ist keine Strafe, keine Arbeit ist Strafe. Darum werde ich bei der Bitte über das Pensionsalter in der Firma bleiben zu können, einige Sätze aus diesem Interview zitieren.

  2. Hansrudolf Graf sagt:

    Herr Hasler, Ich danke Ihnen für das interessante Interview und die realistische Einschätzung. Sie sprechen mir irgendwie aus dem Herzen! HR. Graf, Aegerten

  3. Kaegi sagt:

    Die gewonnene Freizeitk kann für Freiwillgenarbeit an der Allgemeinheit eingesetzt werden. Da gibt es genügend Stellen die durch Steuergelder finanziert werden. Feuerwehr, Gemeindearbeiten, Gesundheiswesen, Politik, Zivilschutz, Altenbetreuung, Kinderbetreuung, Flüchtlingswesen usw. usw. Als Gegenleistung der Allgemeinheit an den Freiwilligen: je nach %-Autwand werden die Steuern entsprechend reduziert. ZB. Arbeitslohn 60%, Freiwilligenarbeit 40% ergibt eine Steuersenkung von 40%.

  4. Matthias Thomas sagt:

    Kompliment Herr Hasler! Schön dass es Menschen gibt, die in der heutigen Zeit noch Verstand und Ahnung haben, was vor sich geht. Denke manchmal, ich sei der einzige, der so denkt.

  5. Alex Diener sagt:

    Ich schätze mich täglich glücklich, bin ich kein Spezialist, nicht in einer solchen Tätigkeit gefangen. Allerdings rolle ich meinen Stein jeden Tag möglichst weit zum Gipfel. Reicht es nicht, übernimmt der Kollege nach 8,12 Stunden. Aber so oder so, am nächsten Tag wartet ein anderer Gipfel. Jeden Tag zum selben Gipfel aufsehen? Nein danke. Eben, kein Spezialist, Allrounder.

  6. Didier sagt:

    Ein Philosoph? Der sich als Alternative zur entfremdenden Arbeitsgesellschaft samt all ihren Nebenwirkungen nur eine bettelarme Bauernfamilie im Mittelalter vorstellen kann?

  7. Stalder sagt:

    Ein interessanter Artikel, jedoch auch mit Widersprüchen. Das paradisische Nichtstun gibt es nicht, vor allem, wenn man durch das Nichtstun nicht glücklich ist. Viele haben heute Angst, wenn der Körper mal nichts tun soll. Statt sich über den Sinn des Lebens Gedanken zu machen, wird das Fernsehgerät eingeschaltet, das Fahrrad gesattelt, Schnitzel und Bier einverleibt. Irgendmal bringt der Sisyphus den Stein nach oben, dann kommt eine neue Aufgabe. Eine entscheidende Frage, suche ich Ratschläge bei einem Workoholiker oder vielleicht doch besser bei einem mit Durchblick, ich könnte da die Bücher von K. O. Schmidt empfehlen. Oder doch noch weiterrackern, um sich einen anständigen Whiskey zu leisten, dann ist das Lebensziel erfüllt?

  8. Robi sagt:

    Der Mann hat keine Hobbys!

  9. Knaus Karl sagt:

    Danke Herr Hasler! Schon vor ca. 20 Jahren haben Sie Gedanken in dieser Richtung vorgebracht.
    Kein Jammern, kein Neid und keine Missgunst. Richtig wohltuend und anspornend. Ich kann es nicht verkneifen:
    Diese Interviewseite sollten Leute mit linkem Gedankengut usw. über ihrem Couch – sofort sichtbar – an die Wand hängen!

  10. Bruno Oerig sagt:

    Eine Ode an die Arbeit. Ha! Ein Pamphlet gegen mehr Freizeit, gerechte Löhne und der Idee, dass Wohlstand auch mehr selbstbestimmte Zeit beinhaltet. Es wird davon ausgegangen, dass jeder letztlich eine ihm angepasste und von ihm geliebte und befriedigendeTätigkeit ausübt und nie den Drang verspürt meist unwirtschaftliche Dinge zu tun, wie Kunst, Sport, gesellschaftliche Anlässe besuchen usw. Es untermauert die Mär vom eigentlich calvinistischen Menschenbild, wo der Mensch seine Sünden abarbeitet um ins Paradies zu kommen, nur dass jetzt Sinnstiftung im Zentrum steht, da wir das Paradies schon hätten. In einer Welt wo nur Geld zählt – und in der Leben wir zweifelsohne – besteht der Sinn der Arbeit meistens die Kontos der Besitzer der Unternehmung zu mästen, ohne angemessen am erwirtschafteten Gewinn beteiligt zu sein, das befriedigt wenige. Und die Behauptung, das Privatleben sei Hauptherd für Stress ist schlicht daneben, insbesondere heute Arbeitswelt immer mehr ins Privatleben eingreift und autonomes Gestalten verunmöglicht. Fazit: Arbeit macht nicht alle frei.

  11. Hanna Willimann sagt:

    @Kaegi: Ich schätze mich glücklich, nichts mehr tun zu müssen, auch keine Freiwilligenarbeit. Ich muss mich – seit Kirchenaustritt – nicht mehr über das „gut zu Anderen sein“ definieren. Ich bin einfach und mache das, was mir grad Spass macht. Oft ist dies die Langeweile. Vorschläge von Anderen sind für mich sinnfrei. Das Leben hat keinen definierten Sinn oder aber einen individuellen, je nach gefassten Software bei Geburt. Leben ist einfach und dessen Zukunft wird so sein, wie sie sein wird.

  12. oxnzeam sagt:

    Der Schweizer Philosoph Ludwig Hohl hat dem Sinn von ‘Arbeit’ in seinen “Notizen” ein ganzes Kapitel gewidmet und resumiert:
    “Arbeiten ist nichts Anderes als aus dem Sterblichen übersetzen in das, was weitergeht.”

  13. Eduardo sagt:

    Ein eher verfehlter Text, den die Arbeitgeber aber mit allerhöchster Befriedigung lesen werden, motiviert er sie doch, die Arbeitsstunden zu erhöhen, die Löhne zu senken und für zusätzlichen Leistungsdruck zu sorgen.

    Paradiesisches Nichtstun gibt es übrigens während der frühen Kindheit (bevor das Kindergefängnis Schule beginnt) und nach der Pensionierung – beide Male von reinem Horror keine Spur.

  14. Remo sagt:

    ach Herr Hasler aus Zollikon, “mit vollen Hosen lässt sich immer gut Stinken”, sagte mir mal ein kleiner Verkäufer zu seiner großen Konkurrenz. Ihr Bild passt doch eher auf unsere Breitengrade wo man es durch all die Zeit geschafft hat das ganze Leben nur der Arbeit widmen zu müssen oder besser gesagt zu können. Was für arme Teufel die wenn sie nicht arbeiten können nichts mit sich anzufangen zu Wissen. Doch sie haben Recht wer liest denn bei “uns” noch ein Buch, ja unsere Gesellschaft reißt sich ja geradezu um kulturelle Anlässe. Die Jungen für Open Air und viele auch aus ihrer Wohngegend um zu Sehen und gesehen zu werden. Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten dass unsere Gesellschaft so einfallslos ist und nicht weiß wie sie ein Leben ohne “sie kommen am Morgen und gehen am Abend” zufrieden leben kann. Herr Hasler ich rate Ihnen mindestens 10 Jahre in 4 Kontinenten zu Leben und sich dann nochmals interviewen zu lassen.

  15. Ch. Heinzer sagt:

    Philosophie? Unidozent? Der Text ist eine einzige intellektuelle Raserei beweihräuchert mit neo-rechter Rethorik. Wirtschaftsverbände können sich die Hände reiben.

  16. Antonio sagt:

    Ich stimme mit Herrn Hasler überein. Denn selbst wenn (theoretisch) alle Probleme gelöst wären, käme wiederum ein grosses Problem – die Langeweile. Zum Glück gibt es immer etwas zu tun – Leben ist Problemlösen.
    (Quellen gemischt: Schopenhauer / Popper).

  17. Jürg Moser sagt:

    Ich habe immer mit Aussagen, die versuchen, alle Menschen in einen Topf zu schmeissen. Einige definieren sich mehr über die Arbeit als solche, andere sind sehr sinnorientiert und andere vielleicht einfach fauler. Wer von diesen nun statistisch gesehen glücklicher sein mag ist für mich als Individuum nicht von Belang. Dass jeder Mensch jedoch Verantwortung für sich und seine Mitmenschen trägt gehört für mich zu den Tugenden, die täglich neu erlernt werden müssen. Auf welche Art er diese übernimmt sei ihm selbst überlassen.

  18. rolf bichsel sagt:

    ich definiere arbeit, als tätikeit,für die ich von anderen bezahlt werde,leistunge gegen entgelt, alle anderen aktivitäten sind keine arbeit, sonder selbstbestimmtes tun und lassen,ohne gewinnstreben , profitdenken, zwanghaft siegen wollen,….sonder einfach nur sein und erleben,auch die sinnfrage erübrigt sich,

  19. Robert Herz sagt:

    Zitiat: “Was machen wir mit dieser geschenkten Zeit? Wir verplempern sie, etwa in Social Media. Und wir stressen uns selbst, indem wir unser Privatleben zum harten Arbeitsplatz verwandeln: mit Beziehungsarbeit, Networking, Kulturarbeit etc.”
    Ja wenn einem natürlich nichts weiter dazu einfällt, dann ist es in der Tat besser, weiter fremdbestimmt zu arbeiten. Aber es ist eine infame Unterstellung, dass es andere ebenfalls nicht hinbekommen, Zeit für sich selbst zu nutzen. Ein kläglicher Ansatz!

  20. Jef sagt:

    Hier geht es wohl nicht um die Masse von Leuten, die für wenig Geld “sehr spezialisierte” Arbeit mit oder ohne starke körperliche Belastung verrichten.
    Diese werden den Artikel auch wohl nicht lesen und somit nicht kommentieren können.
    So müssen sie sich auch nicht über die intellektuellen Glückspilzen aufregen.

  21. Sam Berger sagt:

    Er nennt sich Philosoph, hat aber noch nie tiefer nach dem Sinn des Lebens gefragt, sonst käme er nicht zu einer solchen materialistischen Denkweise. Das Paradies in der Arbeit sehen – was für ein Unsinn.

  22. Gerber sagt:

    Bin nicht der Auffassung von Herrn Hasser. Es gibt genügend Sinninhalte im Leben, die nichts mit Erwerbsarbeit zu tun haben. Man muss diese nur finden wollen! Dass die Menschen nichts anfangen können mit der leeren Zeit, ist eine völlig abstruse Haltung. Dies mag auf einige zutreffen, aber sicher nicht die Mehrheit.

  23. Mark Mathis sagt:

    Taugt schöngeistiges Geschwätz als Argument gegen ein Grundeinkommen? Ich glaube nicht. Herr Hasler bleiben sie bei ihren Leisten und lassen sie die Fabrikanten-PropagandaI Denn wenn sie etwas von der Materie verständen müssten sie konsequenterweise subito die Abschaffung von Sozialhilfe fordern. Ich will hier nicht gegen diese Art von Nachdenken über Arbeit polemisieren, aber es wäre schon interessant zu wissen, von welcher Arbeit die Rede ist und von welcher Entlöhnung. Sonst ist alles Philosphieren darüber nur Unterhalten und sinnfreies Parlieren um leere Zeit zu verplempern.

  24. Mersin sagt:

    Ich bin Student und langweile mich generell nie. Ganz im Gegenteil.
    Nächsten Monat habe ich aber 1,5 Monate lang frei und es nimmt mich wunder, ob ich Langeweile wieder erleben kann und dann wieder froh bin, mich in die Arbeit zu stürzen. Wir werden sehen.

  25. Antonio sagt:

    @rolf bichsel: Man kann sich natürlich auch auf das sog. Minimum konzentrieren. Einfach sein. Hoffentlich mit einem Dach über dem Kopf, genug zu Essen – und ein paar Kleidern. Und Warmwasser – und nicht frieren im Winter. Ganz kontemplativ – die Welt schauen. Und hoffentlichen machen die Naturgesetze das mit, denen wir ja allen unterworfen sind. Oder meinen Sie etwa – der Staat, also das Allgemeinwesen sei dafür zuständig?

  26. Toni Mora sagt:

    So ein bullshit! Ich kann’s mir leisten, jedes Jahr 6 Monate auf Ibiza zu leben, notabene in einem bescheidenen Häuschen und n’em kleinen Boot. Ich wünschte mir, dass ich dies das ganze Jahr tun könnte und nicht im Winter jedes mal in die Schweiz müsste, um mich für Geld zu verdingen. Wer Arbeit als seinen Lebensinhalt definiert, dem fehlt’s massiv an emotionaler Intelligenz, denn Freunde, Einladungen, etc., etc. haben nichts mit Arbeit, sondern mit sozialer Kompetenz zu tun. Und wenn diese nur über Arbeit erreicht werden kann, dann fehlt’s gewaltig an – eben – emotionaler Intelligenz.

  27. Ruedi sagt:

    Sinnfrage des Lebens?

    Leben um zu Arbeiten? – Oder Arbeiten um zu Leben?

    Wer jeden Tag von Morgens sechs Uhr bis Abends sechs Uhr für den Broterwerb unterwegs ist – ist ein gefangener des Hamster-Rades – und für viele Menschen spielt sich das Arbeitsleben so ab.

    12 Std. für denn Arbeitstag – 8 Std. Schlafen – bleiben noch 4 Stunden vom Tag übrig. In denen oft noch obligatorische Private Verpflichtungen, Notwendigkeiten erledigt werden müssen. Bleibt noch ein ganz kleiner Rest Freizeit zum Abschalten übrig.

    Kein Wunder haben viele Menschen verlernt wie man richtig Abschalten loslassen und sich erholen kann, und viele früher oder später im Burnout enden.

    Die Menschen betreiben nicht nur Raubbau an den Irdischen Ressourcen – sondern auch an den Menschlichen – auch der Einzelne an den Persönlichen Ressourcen – durch Gesellschaftlichen Industrialisierten Gruppendruck.

    Hat die Industrialisierung mit ihren Technischen Errungenschaften ihr Versprechen auf ein leichteres Leben wirklich erfüllt?

    Als sie die Menschen von ihrem Ländlichen Leben – im Einklang mit der Natur mit Selbstversorgungsstatus – in die Industrie weggeholt hat?

    Für viele hat sich dieses Versprechen auf ein leichteres Leben nicht erfüllt. Das System hatte nicht das Wohl des einzelnen Menschen im Sinne. Sondern das Wachstum, Rationalisierung und die Gewinnmaximierung standen und stehen im Vordergrund.

    Im Gegensatz zu früher Familiären starken Strukturen und Zusammenhalt – Familie als Sozialversicherung – haben sich Heutzutage viele Menschen zu Individualisierten und Industrialisierten Einzelkämpfern verwandelt. Wo Mitmenschen zur Konkurrenz geworden sind die einem etwas wegnehmen können.

    Wo verlorene Leere Zeit dazu führen kann – das man von der Konkurrenz – verdrängt oder abgehängt wird.

  28. marianne sagt:

    Lieber Herr Halser
    Ich arbeite nur um Geld zu verdienen. Einen Sinn, kann ich auch in anderen Tätigkeiten finden. Dann studiere ich oder lese oder tanze oder besuche einen Malkurs oder spiele bei einem Theater mit. Wenn Sie mir monatlich ein paar Franken überweisen, stelle ich mich gerne als Versuchsobjekt zur Verfügung und höre sofort mit arbeiten auf. Ich schreibe Ihnen dann, wie es mir mit dem “Nichtarbeiten” ergangen ist.

  29. Isi Huber sagt:

    Eine schönere Apologetik des zwecks Förderung des eigenen Glücks im Gewinnprozess eingespannten Individuums habe ich selten gelesen. Der kreativ unfähige Mensch, den man vor seiner eigenen Musse schützen muss. Unfassbar.

  30. Ueli Breitenstein sagt:

    Ist denn der Ausgang des Interviews so richtig – dass Arbeit theologisch gesehen Strafe sei? Herr Morgenthaler: das steht so in einem sehr alten Text des ersten Testamentes. Seit jenem Gedanken sind ein paar tausend Jahre vergangen und auch die Theologie hat sich bewegt (es gibt seit bald zweitausend Jahren ein zweites Testament, das auch zur zitierten Bibel gehört…).

  31. Gerda sagt:

    Guter Artikel. Viel Wahres was viel nicht Wahr haben wollen.

  32. Roger Fankhauser sagt:

    Ich kann nur Mitleid empfinden für Menschen, die ausser der Arbeit nichts haben. Nicht einmal in der Lage sind, Freunde zu finden, oder sich mal ein paar Minuten mit sich selber zu beschäftigen. Diese Menschen fallen nach der Pensionierun in ein tiefes Loch, oder arbeiten halt dann, bis sie tot umfallen. Es ist echt traurig, dieses Interview zu lesen und dann in den Kommentaren auch noch Glückwünsche zu diesem komischen Wurf zu finden. Wie krank sind diese Menschen eigentlich, die ausser Arbeit nichts im Leben finden können. Wahrscheinlich ist Schlafmangel die Ursache dafür…

  33. Yves Martin sagt:

    @Remo: Ich lese sehr gerne – und viel. Aber mein Geschirr spülen muss ich trotzdem, sogar ohne Maschine. Jede Arbeit, die getan werden “muss” – ist wichtig. Also, mache ich “Geschirrspülen” möglichst effizient.

  34. Gerber sagt:

    Wie armselig muss jemand sein, der mit seiner freien Zeit nichts anzufangen weiss!

  35. Lina Hartmann sagt:

    Sehr kluges Interview. Dass einige so laut heulen, beweist, wie wichtig die Gedanken sind.

  36. Onkel Arnold sagt:

    Wenn man wie Herr Hasler vermutlich 120 < Fr. in der Stunde verdient, hat man natürlich leicht reden. Guter Rat an alle, die – wie ich – Arbeit in der Regel als Ärgernis empfinden: minimalistisch produzieren, minimalistisch konsumieren. Wenn sich alle Menschen bei uns im Westen an diesem Ideal orientieren würden, würde unsere ganze Wirtschaft inklusive der mit deren Strohmännern besetzten Politik implodieren und Platz schaffen für etwas Neues. Für eine Gesellschaft von freieren, gerechteren und solidarischeren Menschen.

  37. Yves Martin sagt:

    @Ruedi: Dieses Problem hatte der “grosse Philosoph” Jean-Jacques Rousseau (né à Génève) viel besser gelöst. Er predigte zwar immer “zurück – zur Natur”; und lebte so sehr gut – in einer Naturidylle (Château d’Ermenonville) – in der Picardie. Dazu liess er noch Frau und Kinder in CH zurück. (Er hatte eben Höheres im Sinn). Ich hingegen finde, dass sein Kontrahent Voltaire (François-Marie Arouet) – viel realistischer, pragmatischer und liberaler war. Und vor allem – mehr “getan” hat.

  38. Ruedi sagt:

    Der Chef macht sich sorgen wenn Herr Rossi zu spät zur Arbeit kommt!

    Genau aus diesem Grund beeilt sich Herr Rossi – so kommt er pünktlich, entspannt und glücklich in der Firma an!

    Herr Rossi hat einen Verantwortungsvollen Spezial-Job – eine Arbeit die Ihm große Befriedigung gibt! – Und Abend’s eine Tasse warme Milch mit Fisch! (Drogenersatz?)

    Herr Rossi hat ein ausgefülltes Leben – zwischen Busstation – im Stau und der Firma!

    Er steht am Morgen auf – wenn Leute ihm sagen dass er aufstehen muss!

    Er isst – wenn Leute ihm sagen das er essen muss!

    Er denkt – wenn Leute ihm sagen das er denken muss!

    Er ist ein Mensch mit gesicherter Zukunft – die bereits von anderen geplant worden ist!

    Herr Rosi hat genug von seinem Industrialisierten Leben im Hamsterrad – ihm fehlt ein Stück vom Glück.

    So sehr – das er sich in die Steinzeit – und das alte Rom zurück wünscht!

    Seit 1960 hat sich nicht viel verändert in der Industrialisierten Arbeitswelt – außer vielleicht dem Dichte-Stress – oder?

    Und das Kinder Heutzutage nicht mehr so Philosophisch Tiefgründige Trickfilme schauen dürfen – stattdessen gibt es Ritalin von der Emanzipierten Mama!

    Herr Rossi sucht das glück (Folge1)
    http://www.youtube.com/watch?v=ikHzaEyBtfo

  39. Jutta Maier sagt:

    Herr Hasler scheint Menschen, die sich nicht über ihre Arbeit definieren – und davon gibt es zum Glück nicht wenige – völlig auszuklammern. Es gibt auch jene, die es ohne weiteres schaffen, auf einer Bank zu sitzen und über den Horizont zu schauen, oder sich die Geräusche aus dem Wald anzuhören. Ich kann Herrn Hasler auch nicht verstehen, wenn er das Ausfüllen der Freizeit etwa mit Kulturarbeit, als Zeitverschwendung betitelt. Und wenn er meint, der gesuchte Sinn der Arbeitenden läge darin, der Gesellschaft nützlich zu sein, müssten alle Banker an Depressionen leiden.
    Wenn er so lebt, ist das seine Sache. Aber bitte nicht von sich gleich auf alle anderen schliessen.

  40. Kurt Bär sagt:

    Auf den Punkt gebracht ! Hervorragendes Interview und wohldurchdachte Aussagen.

  41. Ruedi sagt:

    Der Fischer von Mexiko

    Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete – wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte.

    Er hatte einige große Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem
    prächtigen Fang – und fragte: „Wie lange er dazu gebraucht habe?“

    Der Mexikaner antwortete: „Ein paar Stunden nur! – Nicht lange!”

    Daraufhin fragte der Banker: „Warum er denn nicht länger auf See geblieben ist – um noch mehr zu fangen?“

    Der Mexikaner sagte: „Die Fische reichen ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen“

    Der Banker wiederum fragte: „Aber was tun sie denn mit dem Rest des
    Tages?”

    Der mexikanische Fischer erklärte: „Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen, spiele mit meinen Kindern. Mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta.
    Gehe ins Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden – Sie sehen – ich habe ein ausgefülltes Leben”

    Der Banker erklärte:
    „Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen – und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen.

    Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen – bis Sie eine ganze Flotte haben.

    Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen – und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen.

    Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb – selbst kontrollieren.
    Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City, Los Angeles oder vielleicht sogar nach New York City umziehen – von wo aus Sie dann ihr florierendes Unternehmen leiten”

    Der Mexikaner fragte: „Und wie lange wird dies alles dauern?”

    Der Banker antwortete: “So etwa 15 bis 20 Jahre.”

    Der Mexikaner fragte: “Und was dann?”

    Der Banker lachte und sagte: “Dann kommt das Beste! – Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit ihrem Unternehmen an die Börse gehen. Ihre Unternehmens-Anteile verkaufen und sehr, sehr reich werden – Sie könnten Millionen verdienen.”

    Der Mexikaner sagte: “Millionen – und dann?”

    Der Banker sagte: “Dann könnten Sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen – und morgens lange ausschlafen. Ein bisschen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen – eine Siesta mit ihrer Frau machen. Im Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen – und mit ihren Freunden Gitarre spielen”

  42. Haukur Kristinsson sagt:

    Ein kluger Kerl, Herrn Ludwig Hasler.
    Solche Interviews zu lesen macht Freude. Beståtigt eigene Lebens- und Weltanschung.

    Danke!

  43. Jakob Ammann sagt:

    Herr Ludwig Hasler ist ein glücklich und entspannt arbeitender Mensch und schaut darum so fröhlich und unverbittert in die Kamera.

  44. Depp sagt:

    Süss… Herr Hasler versucht uns den goldenen Käfig als Freiheit zu verkaufen. Wir arbeiten für Firmen, die uns nicht annähernd einen angemessenen Lohn zahlen. Der Grossteil des durch unsere Arbeit erzielten Gewinns fliesst direkt zum Chef resp. VR und Aktionären. Hingegen erhalten Bank(st)er, die keine Produkte, sprich keine Wertschöpfung, herstellen Millionenboni.

    Ich arbeite nur, damit ich mich und in Zukunft vielleicht mal eine Familie ernähren kann. Wie ganz viele andere Menschen. Dieses Interview ist an Zynismus kaum zu überbieten. Ich soll also glücklich sein, ein moderner Sklave von Kapitalisten zu sein? Wieso? Nur weil ich die Kleider kaufen kann, die ich will? Oder weil ich eine Auto in der Garage stehen habe? Weil ich mich im TV dumm gucken kann? Herr Hasler hat leicht reden. Er hat wohl auch nicht das Problem, jedes Mal irgendwie seine Steuern zahlen zu können. Steuern, die unser mikriges Gehalt weiter schröpfen und die dann von Politikern eingesetzt werden, die wiederum im VR meiner Firma sitzen könnten. Wäre dieser ganze Zirkus nicht so erbärmlich und die Menschen so verblendet, könnte man sich darüber fast schlapplachen. Na ja, Zeiten ändern sich. Sind die Tage, an denen Menschen sich durch nationalistische Parteien blenden lassen und sich auf “Probleme” konzentrieren, die nicht halb so gross sind, wie sie gemacht werden, gezählt, werden irgendwann Arbeitskämpfe wieder ausbrechen. Auch die Ressourcen werden nicht unendlich geschröpft werden können. Vielleicht werde ich meine Grosskindern, falls ich mir dann irgendwann eine Familie mit Kindern leisten könnte, bei ihren Kämpfen unterstützen können. Ach, wie ist das schön. Solche Gedanken mache ich mir nämlich in der Freizeit.

  45. Alfredo Garcia sagt:

    Hr. Hasler schaut bedrückt.

  46. Gar nicht gewusst, dass die Zeit leer sein kann. Philosophie aus dem Elfenbeinturm.

  47. Stadelman Reto sagt:

    Ich finde die agressiven Anfeindungen einiger Kommentatoren ziemlich daneben. Man muss einen Text manchmal auch im richtigen Kontext lesen und nicht einfach von eigenen Wertvorstellungen und Idealen ausgehen. Ich persönlich sehe Arbeit auch nicht immer als erfüllend an. Aber das Nichtstun oder einfach entspannende Aktivitäten werden irgendwann für mich eben doch langweilig bzw. ich hinterfrage ihren Sinn. Ausserdem gibt es eben nicht wenige Menschen die mit Freizeit wenig anfangen können und mehr Sinn in ihrer Arbeit sehen. So what? Ist es falsch auch mal hinzustehen und zu sagen wir sollten bei unserer Arbeit nicht immer nur auf Geld fokusieren? Klar, für hart arbeitende Workaholics ist das reiner Hohn. Aber definitiv nicht für die (wohl eher) gut betuchte Leserschaft hier…

  48. Matthias Niklaus sagt:

    Schon ein bisschen traurig diese Ansicht. Und dies von einem Philosophen???

  49. bahadurpreet sagt:

    In diesem Artikel steht die richtige Einstellung zur Arbeit. Dieser ist auch für Herrn Hasler lesenswert:w
    http://blog.derbund.ch/berufung/index.php/33633/es-gibt-kein-richtiges-leben-im-falschen-job/

    Leere Zeit zum einfach SEIN und Nchts tun wir immer wie wichtiger. Unser Geist muss die Zeit und den Raum zum Abschaten bekommen. Zeit ist unser kostbarstes Gut.

  50. Tom Stock sagt:

    Es scheint, dass Herr Hasler “keine Arbeit” oder “finanziell ausgesorgt” mit “Nichtstun” gleichsetzt. Fataler Irrtum, der aber gleich als “Wahrheit” im ganzen Artikel verkauft wird. Finanzielle Unabhängigkeit macht es möglich, selbstbestimmt zu leben und den Sinn der Tätigkeit(en) selbst zu definieren: Sei das karitativ, entspannend, oder einfach weiter im gleichen Job arbeiten weil er so viel Freude macht.

  51. Marcus Degonda sagt:

    Vielleicht sollten wir Arbeit und Lohn trennen. Das bedingungslose Grundeinkommen wäre da durchaus ein Ansatz. Bei den Managern funktioniert es. Die haben Spass an ihrer Arbeit, weil sie ein fürstliches Einkommen haben, ohne etwas dafür tun zu müssen. Das mit dem Paradies haben Sie auch nicht richtig verstanden. Der Mensch arbeitete auch im Paradies, aber er verglich sich nicht mit anderen (war auch nicht schwierig, er war ja allein). Die Ursünde ist das Streben, sich mit anderen zu vergleichen, zu bewerten, selber entscheiden zu wollen, was gut und was böse ist. Das steht uns einfach nicht zu. Aber wir tun es. Das unterscheidet uns von den anderen Lebewesen und ist zugleich unser grösstes Problem.