Wo China auf Portugal trifft

In der früheren portugiesischen Kolonie Macau prallen Welten aufeinander.

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Eine Frau besteigt die Treppen zur Fassade der früheren Pauluskirche, 1963. (Fotograf unbekannt, Getty Images)

Macau war die erste und die letzte europäische Kolonie. 1557 erhielten die Portugiesen vom kaiserlichen Hof in Peking als Dank für die Unterstützung im Kampf gegen die Piraten die Halbinsel als Handelsstützpunkt. Am 20.12.1999 – nach 442 Jahren – gab Portugal die Kolonie an China zurück.

 

Die Zeit nagt an den Fassaden der kolonialen Häuser. (Kanus/Ullstein Bild/Getty Images)

Bunte Laternen schmücken den historischen «Largo do Senado»-Platz für das chinesische Neujahr. (Stefan Irvine/Getty Images)

Übrig blieben zahlreiche europäische Bauten, die heute häufig Neuerem weichen mussten. Denn was Macau vor allem seit langem berühmt macht, ist nicht unbedingt das historische Erbe, sondern das Glücksspiel. Macau ist der einzige Ort in China, wo das Glücksspiel erlaubt ist. Nach der Übergabe an China entschied Peking, Macau zu dem Vergnügungszentrum in Asien auszubauen. Seither legte die 600’000 Einwohner zählende Sonderverwaltungszone einen Aufstieg zur weltgrössten Casino-Metropole hin. Die Casinos locken vor allem spielwütige Chinesen an, die in Scharen anreisen, um dem Glücksspielverbot zu entkommen. In Macau trifft also nicht nur Portugal auf China, sondern auch Neu auf Alt. Das Bestreben, aus Macau ein neues Las Vegas zu machen, lässt das kulturelle Erbe nach und nach verblassen.

 

Rikshaws reihen sich in den Strassen des kolonialen Quartiers in Macau, circa 1950. (Three Lions/Getty Images)

Tänzer in traditionell portugiesischen Kleidern nehmen an einem Volkstanz teil. (Stefan Irvine/Getty Images) 

Das historische Zentrum von Macau gehört seit 2005 zum Unesco-Weltkulturerbe. (Förger/Ullstein Bild/Getty Images)

Das Casino Lisboa ist zusammen mit seinem Erweiterungsbau, dem Grand Casino Lisboa, eines der grössten Casinos. Das Gebäude wurde in den 1960er-Jahren erbaut und war das erste grosse Casino in Macau.  (Billy H.C. Kwok/Bloomberg)

Auch kulinarisch trifft Ost auf West: In der bekannten Lord Stow’s-Bäckerei werden die beliebten portugiesischen Eiercremetörtchen hergestellt. (Stefan Irvine/Getty Images)

 

 

 

2 Kommentare zu «Wo China auf Portugal trifft»

  • Silvia Cavelti sagt:

    Dieser sehr schöne Bericht hat mich bestärkt meinen Wunsch, sämtliche
    Kolonien Portugals zu besuchen. Letztes Jahr war ich in Goa und liebte es, auch dank dem portugiesischen Einflusses, der noch gut sichtbar ist. Lebe seit 30 Jahren in Portugal und Macão steht auf meiner Liste.

  • bühler hans ruedi sagt:

    macao ist eine zauberhafte mischung aus caos und ordnung, aus laut und still ,dörfliches und metropalitanes , auch aus hochkaratige spuren der vergangenheit und eksaltierte modernität. topschönes und tiefhässliches treffen aufeinander im engsten raum.,dies alles insgesamt dermassen prägnant ,dass sich die vielfältigsten „bilder dieser skurrilen stadt“ nachhaltig in der persönliche errinnerung unauslöschlich festsetzten!

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