Clean for the Queen

Ja, muss die Queen jetzt tatsächlich selbst aufräumen!? Keine Sorge, Elizabeth II. pflanzt hier einen Baum während des Staatsbesuch auf Malta im November 2015. Foto: Facundo Arrizabalaga/Keystone

Ja muss die Queen jetzt tatsächlich selbst aufräumen?! Keine Sorge, Elizabeth II. pflanzt hier einen Baum während des Staatsbesuchs auf Malta im November 2015. Foto: Facundo Arrizabalaga/Keystone

Die Briten rüsten zum Geburtstag ihrer Königin. Im April wird die Queen 90 – das muss gefeiert werden. Was aber schenkt man einer alten Dame, die schon so ziemlich alles hat? Darüber haben loyale Untertanen Elizabeths II. lang gegrübelt. Und sind auf die Idee gekommen, ihr dieses Frühjahr ein frisch gescheuertes, blitzblank gereinigtes, tadellos sauberes Königreich zu bescheren.

«Clean for the Queen!», «Putzt für die Königin», lautet die Parole der Monarchisten allerorten. Der Anstoss zur Kampagne kam von der Zeitschrift «Country Life». Die zunehmende Vermüllung sei zum Problem «für unsere Tierwelt, für Stadt und Land und für unseren stolzen Bürgersinn» geworden, erklären die Initiatoren: «Wie könnten wir Ihrer Majestät unsere Dankbarkeit besser bezeugen, als wenn wir endlich mal aufräumen in unserem Land?»

Zu Ostern sollen Strassen und Plätze vom Schmutz befreit sein. Fürs erste März-Wochenende ist eine Aktion geplant, bei der 500’000 Freiwillige den Besen schwingen sollen. Für 7.50 Pfund kann man schon jetzt T-Shirts mit der Aufschrift «Spick and Span Ma’am» («Tipptopp sauber, gnädige Frau») kaufen. Die Regierung, um nicht untätig dazustehen, unterstützt den Feldzug mit einer Verdoppelung der Strafe für sorglose Müllentsorgung auf 150 Pfund.

Aber Grossbritannien wäre nicht Grossbritannien, würde eine Initiative wie diese nicht scharfzüngige Kommentare auslösen. «Wie wärs denn, wenn wir unser Land einfach um unseretwegen sauber hielten?», meinte einer von Hunderten von Twitterern, die sich seither zu Wort gemeldet haben. «Und wenn wir mit dem Reinemachen anfingen, indem wir uns den Müll des Royalismus vom Hals schaffen?»

«Clean for the Queen» heisse die Kampagne ja nur, weil «Schrubbt die Strassen, ihr Bauerngesindel» nicht ganz so gut klinge, vermutete ein anderer. Vielleicht sollte die Königin erst mal den Putzfrauen in ihren Palästen «einen menschenwürdigen Lohn zahlen».

Ob hier vielleicht landesweiter Gratiseinsatz gebraucht werde, damit Regierung und Gemeinden weiter Strassenkehrer entlassen und die Royals dennoch unbeschwert «in ihrer goldenen Kutsche» durchs Land rollen könnten, wollten manche Zeitgenossen wissen. Eine empörte Untertanin erklärte: «Ich werfe meinen Abfall immer brav in den Mülleimer. Aber wenn ich einen solchen Mist höre, möchte ich am liebsten die ganze Ladung auf die Strasse kippen.»

«Kommt, ihr Leibeigenen, und seid stolz auf eure Knechtschaft!», deutete eine böse Zunge die Botschaft der Kampagne. Dabei hatte die arme Königin ja gar nicht persönlich um solche Dienstleistungen gebeten – auch wenn einer ihrer Ex-Zeremonienmeister das Kommando über die erhofften Sauberkeitskolonnen führt.

Poetisch veranlagte Briten liefern derweil immer neue gereimte Variationen. «Rinse for the Prince» oder «Wash for the Posh» fordern solche Sprüche. Warum nicht gleich auch den edlen Prinzen die Gewänder ausspülen, den Privilegierten die Wäsche waschen und der Oberschicht den Rasen mähen? Auf ans Werk, ihr niedrigen Stände, und keine Müdigkeit vorschützen: «Clean for the Queen! Cut the Grass for the Upper Class!»