Wohlfühltemperatur

Rotwein sollte nicht zu kalt und nicht zu warm sein, Weisswein ebenfalls, aber sie fühlen sich nicht in den gleichen Bereichen wohl.
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Je leichter der Wein ist, umso kühler kann er getrunken werden.(Bild: Flickr/Jenny Downing)

Nicht nur wir kennen eine Wohlfühltemperatur, auch der Wein hat eine. Zumindest der Geschmack des Weines ist sehr stark von der Trinktemperatur abhängig. Wer kennt das nicht: Da lässt man den Weisswein zu lange im Glas und man schmeckt vor allem die Säure. Oder der Rotwein ist zu kalt und man schmeckt kaum was. Und wenn er im Gegenzug dazu zu warm ist, wird er bitter oder ölig. Doch was ist die richtige Temperatur? Vorneweg schon mal ein NEIN, es ist schon längst nicht mehr die «Raumtemperatur». Diese Regel ist ein uralter Zopf und stammt noch aus einer Zeit, wo man nicht mit Zentralheizung in überheizten Räumen von über 22 Grad lebte. Denn das ist definitiv auch für einen guten Roten viel zu viel des Guten. Über 18 Grad sollte man eigentlich keinem Wein zumuten. Oder keinem Gaumen.

Kurz gefasst:
Weisswein trinkt man etwas kälter als Rotwein. Und ein Richtwert vorne ab: Je leichter der Wein ist umso kühler kann er getrunken werden. Der Frischeste unter ihnen ist wohl der Champagner, den kann man bei wirklich kühlen Temperaturen von nur 7-9 Grad trinken. Normale Weissweine so bis ca. 10 Grad und die komplexen Gewächse, auch im Barrique ausgebaute, können bei ca. 12 Grad genossen werden. Grundsätzlich meinen wir: Im Zweifelsfalle eher etwas kälter, denn wärmer wird er im Glas ja ohnehin recht schnell. Und natürlich sind das Richtwerte, die Details können immer noch variieren.

Rotweine werden meistens nicht so kalt getrunken. Da sind die Jungen auch die Frischen, je leichter und fruchtiger der Wein ist, desto kühler darf er kredenzt werden. Bei den Rotweinen spricht man dann von rund 14 Grad. Mittelkräftige Weine wie Pinot Noirs oder Valpolicellas fühlen sich bei rund 16 Grad entfaltungsfreudig und die kräftigen, gehaltvollen Weine wie Chiantis oder Barolos oder auch Bordeauxs möchten es gerne wärmer, so bei rund 18 Grad versprühen diese ihren ganzen Charme.

Sie sind kein stolzer Besitzer eines Weinkühlschrankes? Dann tut es natürlich auch ein Thermometer.

Oder ein kleiner Tipp: Lagern Sie Weisswein im Kühlschrank, sind 15 Minuten vor dem Servieren eine gute Spanne, damit er sich anwärmt auf die richtige Temperatur. Und den Rotwein lassen Sie bei Raumtemperatur und legen ihn vor dem Servieren in den Kühlschrank. Er kühlt sich da pro 10 Minuten nämlich ziemlich genau um 2 Grad herunter. Wenn Sie ihn auf 16 Grad wünschen, einfach 30 Minuten liegen lassen. Oder 20 Minuten, wenn es 18 Grad sein dürfen.