Vertragen Frauen tatsächlich weniger Alkohol?

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Vertragen Frauen

Einem täglichen Gläschen Wein ist aus gesundheitlicher Sicht nichts einzuwenden. (Bild: Flavia Vergani)

Nein, es ist kein Ammenmärchen und auch kein Vorurteil sondern eine Tatsache: Frauen vertragen wirklich weniger Alkohol als Männer. Die Begründung liegt aber nicht in der Psychologie oder Erziehung sondern ist rein physikalischer Natur. Alkohol verteilt sich in vielen Bereichen des Körpers, nur nicht im Körperfett. Und zum Leidwesen wohl aller Frauen ist es so, dass sie im Verhältnis zum Körpergewicht durchschnittlich einen höheren Anteil an Fettgewebe haben als Männer. Und sie haben weniger Körperwasser. Da sich Alkohol in Wasser besser löst als in Fett, Fett gleichzeitig nicht durchblutet ist, führt das bei Frauen bei einer gleichen Menge Alkohol zu einer höheren Alkoholkonzentration im Blut als bei Männern mit gleichem Körpergewicht. Als wäre der höhere Fettanteil nicht Strafe genug, verfügt der Mann auch noch über mehr alkoholabbauendes Enzym ADH.

Dies alles ist natürlich empirisch belegt und statistisch erwiesen. Sie glauben es nicht? Die Weltgesundheitsorganisation WHO tut es. Sie gibt nämlich für Männer und Frauen unterschiedliche Grenzwerte an für einen risikoarmen Alkoholkonsum. Bei Männern liegt die kritische Grenze bei 40 Gramm reinen Alkohols pro Tag (entspricht etwa 2.5 Deziliter Rotwein) und ist doppelt so hoch wie der Richtwert für Frauen mit 20g reinen Alkohols (entspricht etwa 1 dl Rotwein). Das soll heissen, geniessen Sie Ihr tägliches Glas Wein. Egal ob Männlein oder Weiblein sind Sie mit einem Glas auf der sicheren Seite. Wenn Sie sich ausgewogen ernähren und ausreichend bewegen ist aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegen einzuwenden.

Obwohl hier einschlägige Studien fehlen soll ein tägliches Gläschen Wein das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Angaben von Medizinern sogar um 30 Prozent senken. Aber das vertiefen wir dann wohl ein anderes Mal etwas ausführlicher.

 

5 Kommentare zu «Vertragen Frauen tatsächlich weniger Alkohol?»

  • Remo Gasser sagt:

    Unser Doktor hat meiner Frau empfohlen bei Anlässen es wie die Weinprofis zu machen und den Wein wieder auszuspucken. So hat sie den gleichen Genuss ohne auf die Linie achten zu müssen.

    • beatrice sagt:

      das ist ein witz, hoffe ich! wo bleibt der genuss?

      und wie soll das gehen? traegt ihre frau gemahlin dann jeweils einen spuknapf um den hals? oder laesst sie den wein einmal im mund und ums zahnfleisch umspuehlen bevor sie es dann wieder ins gleiche glas laesst?

      das hoert sich fuer mich an wie essen und danach gleich aufs klo rennen um ja nicht zuzunehmen. abartig!

      wenn einer/eine im leben nur den einen dringenden wunsch hat JAAAA nicht ein gramm zuzunehmen, kann dieser/diese nur einfach leid tun.

  • Remo Gasser sagt:

    Weindegustation ist Hochkultur und ein genussvolles Hobby. Die von Ihnen beschriebene Anorexie ist dagegen nur ein stilloser Trend aus den USA.
    Ausserdem sollte meine Frau auch wegen dem Autofahren keinen Alkohol trinken.

    • Sandro sagt:

      Herr Gasser
      Also 1. Mal beschreibt Anorexie (besser gesagt Anorexia nervosa) eine Magersucht. Beim oben genannten Sachverhalt (nach dem Essen auf die Toilette rennen) handelt es sich wohl eher um Bulimie.
      2. Mal ist das auch kein „stilloser Trend aus den USA“, sondern eine Krankheit, welche es überall auf der Welt gibt.

  • Hannes Müller sagt:

    Kommt dazu, dass Frauen im Schnitt kleiner sind, und die verträgliche Menge mit dem Gewicht zusammenhängt. Imerhin muss eine Frau also weniger ausgeben, bis sie einen Schwipps hat.

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