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Artikel-Schlagworte: „Bad“

Wohnen wie in einer Raumstation

Marianne Kohler am Freitag den 17. September 2010

Der italienische Architekt Simone Micheli hat für sich und seine Familie ein Haus in Florenz gebaut das aussieht wie eine moderne, poppige Raumstation. Er beweist, dass Rosa durchaus cool sein kann, es bringt, zusammen mit leuchtendem Zitronengelb, Farbe in die überwiegend weissen Räume. Die Architektur ist grosszügig, die Einrichtung überrascht und wirkt erfrischend neu.

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Das Haus von Simone Micheli, welches er zusammen mit seiner Frau Roberta und seinem Sohn Cesar bewohnt, ist eigentlich aus dem 19. Jahrhundert. Er hat es für sich und seine Familie umgebaut, neu erfunden und daraus neuen, zeitgemässen Wohnraum geschaffen. Gerade das Gegensätzliche, nämlich die alte Substanz und die neue Interpretation geben Gehalt, machen Sinn und wirken einzigartig.

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Für den italienischen Architekturstar ist es wichtig, dass die Formen von Architektur und Design auf den Körper abgestimmt sind. So sind denn auch viele Möbel abgerundet, geformt, wirken weich und trotz ihrer Ultramodernität menschlich und alltagsstauglich. Transparenz ist ein anderes, wichtiges Gestaltungselement. Verschiedene Esstische, die als Verlängerung zur eingebauten, diskreten Küche, platziert sind, wirken leicht durch die Glasplatten und lassen so den Blick frei auf die Stühle und die farbigen Beine.

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Wie ein frisches, feines italiensiches «Gelato» wirkt die poppige Einrichtung der Micheli-Residenz. Die Aromen: Himbeere und Zitrone! Die weichgepolsterte Sitzgruppe scheint zu schweben, denn Beine und Verbindungen sind so installiert, dass sie nicht sichtbar sind. So scheinen auch die Polsterungen in der Luft zu hängen, sie bekommen einen futuristischen Look und lassen das Design clean und unkompliziert wirken. Ecken und Kanten sind eliminiert. Auch das leuchtendgelbe Regal, das hier im Vordergrund zu sehen ist, hat abgerundetete Kanten. Glanz und Lack reflektieren und geben den Räumen noch mehr Frische und Leichtigkeit.

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Der spielerische Umgang mit Farben, Formen und Stil passt natürlich auch gut ins Kinderzimmer. So sieht die Kinderkabine in Simone Michelis «Raumstation» aus. Futuristisch, verspielt, praktisch und farbenfroh. Die Tupfen an der Wand und auf dem Boden haben die Anmutung von Seifenblasen, von kleinen Planeten, Sternen und noch zu entdeckenden neuen Welten.

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Eine andere Art, mit Transparenz umzugehen, ist dieser Raumtrenner der eine Art Spinnennetz oder Traumfänger ist. Das Schnurnetz lässt den Blick offen auf den grossen Wohn-Essraum und unterteilt ihn in eine Art Puzzle. Neue Blickwinkel, Ausschnitte, Sichtweisen entstehen. Die Schnur wirkt sommerlich, unkompliziert und bringt ein Stück Natur und Struktur ins Haus

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Das Badezimmer bekommt mit Lichtspielen immer wieder ein anderes Aussehen. Die gelben Wörter in der Glaswand sind Lichter und verändern sich nach Wunsch.

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Die Traumstation im Raumschiff «Zuhause» zeigt ein Bett, das wie ein Wolkenschiff wirkt und eine Wandleuchte, die wie ein Mond das Schlafzimmer in einen sanften, blauen Lichtdunst hüllt.

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Der Innenarchitekt, Designer und Architekt Simone Micheli hat seine Firma 1990 gegründet und ihr 2003 den Namen «Simone Micheli Architectural Hero» gegeben. Er lehrt als Professor an der Universität und im Politechnikum in Mailand und arbeitet in Florez und Mailand, siehe Link

Der Link zur «Simone Micheli»-Geschichte:
Simone Micheli

Sweet Home bei der Modedesignerin Nina van Rooijen, die Wohnen und Arbeiten stilvoll zusammenbringt

Marianne Kohler am Mittwoch den 8. September 2010

Nina van Rooijen hat ihr Traumhaus gefunden. Sie wohnt, zusammen mit ihrem Mann, in einem ehemaligen Künstleratelier in der Nähe von Zürich und doch mitten in der Natur. Das Haus inspiriert zu kreativem Schaffen und das ist natürlich perfekt für die Modedesignerin, die sich ihr Atelier im Untergeschoss eingerichtet hat. Auch den Wohnraum gestaltet sie immer wieder neu mit Dingen, die sie inspirieren, die mit ihrer Arbeit als Modemacherin zu tun haben oder sie ganz einfach faszinieren. Es sind Fundstücke aus aller Welt und aus dem Brockenhaus. Das kleine Haus mit den grossen Räumen wirkt frisch und anders. Es zeigt, dass Wohnen unkompliziert, persönlich und sehr stilsicher sein kann

Fotos: www.palanikumar.ch

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Nina van Rooijen macht Mode wie eine Wissenschafterin: Sie sucht, entdeckt, experimentiert, verändert und erfindet Neues. So entstehen Kollektionen, die neue, kleine Welten sind – jede mit einer eigenen, interessanten Geschichte. Van Rooijen verkauft ihre Kleider auch auf ungewohnte Weise, mal als eine Art Kunstvernissage, ein anderes Mal als privaten Salon, dann wieder inszeniert wie im Theater oder diesen Herbst zum Beispiel in einem kleinen Fashionshop im Globus. Die Stückzahl ihrer Kleider ist klein. «So bleibt Mode persönlich, unverwechselbar und einzigartig», meint die Designerin. In einer Welt, in der fast alles globalisiert ist und besonders Mode als Massenprodukt, Must-have und Stilnachahmung von Stars angepriesen wird, ist das ein erfrischendes Konzept. Nina van Rooijen hat ihr «Modelabor» im Untergeschoss ihres Atelierhauses eingerichtet, das sie zusammen mit ihrem Mann, dem Journalisten Jeroen van Rooijen bewohnt. Das Haus, welches in den 50er Jahren als Künstleratelier gebaut wurde, ist perfekt für das Zusammenbringen von Wohnen und kreativem Schaffen. «Es ist ja genau für so etwas konzipiert», meint Nina van Rooijen. «Die Räumlichkeiten lassen zu, was in konventionellen Wohnsituationen nicht möglich ist, und das Licht, das auch von oben kommt, ist einfach perfekt.»

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Genauso wie Nina van Rooijen arbeitet, wohnt sie auch. Das Prinzip ist: suchen, entdecken, neu erfinden und inszenieren. Das Paar hat sich gemütlich, frisch und sehr stilsicher eingerichtet. Im grossen Hauptraum wird gewohnt, gegessen und gekocht. Im Zwischengeschoss ist ein Bad eingerichtet und ganz oben ist das Schlafzimmer. Alles ist offen, Türen gibt es nur zu den Schränken und den Toiletten. «Das Haus hatte bereits den wunderschönen, grau gestrichenen Holzboden, als wir einzogen. Es ist genau die Farbe, die wir auch ausgesucht hätten», freut sich Nina van Rooijen. Denn das Grau wirke frisch, elegant, unkompliziert und unterstütze die Atelieratmosphäre. Nina van Rooijen liebt es, in Brockenhäusern herumzustöbern und interessante Objekte zu entdecken. Die Dinge, die sie findet, inspirieren sie zu ihrer Arbeit. Sie inszeniert sie immer wieder neu, anderes kommt hinzu, Dinge werden ausgetauscht. «So bleibt Wohnen lebendig», findet sie, «und ich habe Spass daran, mit Objekten und Möbeln die Räume zu verändern.»

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Jede Kollektion ist einen neue Geschichte. Nina van Rooijen zeichnet, experimentiert mit Materialien, wie hier mit gewaschenen, geschorenen und gefärbten Lammfellen. Sie sucht immer wieder nach interessanten Stoffen, oft färbt sie sie und meist landen sie zuerst in der Waschmaschine: «Ganz neue, glatte, ‹ungelebte› Stoffe passen nicht wirklich zu meinen Kleidern, bei denen der Schnitt vor allem auch durch den Fall des Stoffes und dessen Beschaffenheit bestimmt wird.»

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Auf den Schneiderbüsten sind bereits neue Kreationen am Entstehen. Wie Skulpturen werden sie auf den Körper gesteckt, drapiert, gefaltet und geschnitten. Die Farben sind meist natürlich, keine grellen Modefarben, keine Gags, einfach nur Kleider, die schön machen und alltagstauglich sind – das möchte Nina van Rooijen mit ihrer Mode aussagen.

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Formen, Skurriles, Interessantes und Ungewohntes faszinieren Nina van Rooijen. So inszeniert sie gerne kleine Stilleben mit Fundstücken aus Brockenhäusern, Reisemitbringseln und Entdeckungen, die sie macht, wenn sie auf die Suche nach neuen Stoffen und Accessoires für ihre Modekollektionen geht.

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Der grosse Wohnraum bietet genug Platz, um auch ein wenig spielen zu können. «Wohnen bedeutet nicht nur sitzen, schlafen oder essen. Das Auge wohnt auch und schöne Dinge geben neue Ideen», so Nina van Rooijen.

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Durch das von oben einfallende Licht herrscht im Haus immer eine helle, sanfte Stimmung. Die Möbel und Objekte werden vom Licht fast modelliert. Die Farbigkeit ist bewusst zurückhaltend gehalten, damit die einzelnen Stücke, deren Formen und Materialien gut zur Wirkung kommen. So haben auch viele verschiedene Stile und Einzelstücke harmonisch zusammen Platz. Nichts dominiert zu stark oder stiehlt die «Show» als Blickfänger.

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Die Modemacherin liebt alte Sportartikel, sie sind einfach schön, wie Skulpturen, auch Skelette, Knochen; Körperbezogenes ist überall zu entdecken. So ist die Kerze ein Schuh von Martin Margiela, die alte Puppe bekommt eine Holz-Erdbeere als Kopf und der Plastikschädel wird unter einer Glashaube zum Kunstobjekt.

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Das Cheminée steht im Raum und wird an kälteren Tagen zum Zentrum des Wohnbereichs. Ganz klar wird auch der Kamin zur Ausstellungsfläche, im Moment für eine uralte Flasche Lebertran, ein Riesenmotte und einige Knäuel alter Leinenschnur.

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Das Metall des Cheminée-Ofens wird mit anderen Metallen unterstützt, mit einem grossen, marokkanischen Tablett, einer Discokugel, die mit dem Morgenlicht Sterne in den Raum zaubert und mit rustikalen Holztellern.

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Die Musik steht auf dem kleinen Designerregal und bekommt Gesellschaft von Spielsachen, Objekten und Anatomielehrmitteln.

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Das Badezimmer ist ein kleines Paradies für sich. Erhöht, auf einem kleinem Zwischengeschoss, das zum Schlafzimmer führt, hat es ein grosses Fenster mit Sicht auf die freie Natur und auf eine Weide, auf der Pferde herumspringen. Es ist bestückt mit einer freistehenden Badewanne und einem eleganten Waschtisch. Unterstützt wird der luxuriöse Raum mit einem Kronleuchter und natürlich einem Sessel, auf dem man die Aussicht geniessen kann.

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Oberhalb des Waschtisches nutzt Nina van Rooijen den Platz, um viele alte Spiegel und andere Fundstücke zu platzieren. Das gibt dem Bad Persönlichkeit und verbindet modernes Design mit nostalgischer Boudoir-Atmosphäre.

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Wir finden dies die schönste Toilette, die wir je gesehen haben. Himmelblau gestrichen, mit liebevollen Fundstücken und einem kleinen Kinderstuhl versehen, ist sie einfach ein kleines Prachtstück.

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Die Treppe führt in den Schlafraum, der zuoberst unter dem Dach des Atelierhauses ist. Praktisch und hübsch ist das offene Regal, in das einfache Ikea-Körbe wie Schubladen einen Platz gefunden haben.

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Aus schönen Stoffresten näht Nina van Rooijen Kissen und Decken. «Kleider für die Wohnung», lacht sie.

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Das Atelierhaus steht mitten in der Natur und ist wie Ferienhaus. «Seit wir hier wohnen, brauchen wir fast keine Ferienreisen mehr», meint Nina van Rooijen. Es ist einfach zu schön hier, wir geniessen jeden Moment. Die Nachbarhunde finden das auch und kommen jeden Tag auf Besuch, obschon das Haus ja eigentlich Corleone, dem Kater gehört, der die Hunde nur auf der Veranda duldet und nicht ins Haus lässt.

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Verschiedene Kräuter, Pflanzen und Blumen in Töpfen stehen rund um das Holzhaus herum.

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Bevor das Paar in das Haus zog, hat Nina van Rooijens Mann, Jeroen ein Papiermodell angefertigt. «So konnten wir eine Art Puppenhaus spielen und die Einrichtung genau planen. Wir wussten also, wo das Bett, der Tisch, die Leuchten platziert werden, bevor wir überhaupt hier wohnten, so fühlten wir uns sofort zu Hause und konnten uns erst noch im Vorfeld auf die neue Wohnsituation freuen», sagt Nina van Rooijen.

Nina van Rooijens Website:
ninavanrooijen.blogspot.com

Wieso nichtlangweiligen Kacheln ein neues Kleid geben?

Image TDAmit hübschen Tatoos speziell für Kacheln. Sie sind wie Wandtatoos, aber wasserfest und für Badezimmerplättli konzipiert. Erhältlich sind sie in verschiedenen Farben und Mustern bei der englischen Firma: www.mibo.co.uk. Eine 10er Packung kostet ca. 13 £. Die Tatoos gehen natürlich auch für Küchen.