Lassen Sie den Studiochic einziehen

Marianne Kohler am Samstag den 21. Februar 2015

Es gab Zeiten, da waren die Fotografen Stars, die Models hatten alle den Titel «Super» und die Fotostudios waren die angesagten Orte der Szene. Das war in den 80er- und 90er-Jahren und die Coolness dieser Zeit ist gerade wieder mal ziemlich in. Einrichtungen im Studiochic vermitteln eine gewisse unkomplizierte industrielle Stimmung, sind praktisch, flexibel und urban. Diese Ideen und Inspirationen zeigen Ihnen, was zum Studiochic gehört und wie Sie ihn zu Hause umsetzen können.

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1 INSPIRATION FOTOSTUDIO:
Wohnen bedeutet, Welten zu inszenieren, darin abzutauchen, zu träumen. So können Einrichtungen durchaus Umsetzungen von Wünschen und Träumen sein. Harte Realitäten, wie zum Beispiel das typische Künstlerleben im Atelier unter dem Dach, sind zur romantischen Vorstellung geworden, die man zu Hause unter dem Motto «Bohemia Stil» gemütlich umzusetzen begann. So ähnlich ist das mit den Studiochic. Die Welt der Models und Fotografen ist begehrlich, cool und man möchte sich davon ein kleines Stück abschneiden. Zusammen mit dem grossen Angebot an Industrial-Möbeln ist dies auch einfach geworden. (Bild über: My Scandinavian Home)

Spielen Sie mit den Elementen, die in einem Studio stehen. Dazu gehören zum Beispiel:
  • Spindschränke
  • Fotos, und diese am besten in Schwarzweiss
  • Leuchten, die an Scheinwerfer erinnern
  • Rollmöbel, die mobiles Arbeiten und Einrichten einfach machen
  • eine gewisse Zurückhaltung in der Farbigkeit
  • eine Einrichtung, die viel leeren Raum zulässt
  • viele Spiegel
  • Kleiderstangen anstelle von Schränken
  • Boxen und Koffer 

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2 ALLES VON DER ROLLE
Rollmöbel kommen ganz klar aus dem Arbeitsbereich und wurden zu den perfekten Mitbewohnern, mit denen man sich die Loftwohnungen teilte, die in den 80er-Jahren in New York Mode wurden. Der Wunsch nach Loftfeeling beherrscht auch heute noch viele Wohnträume und dazu passt der Studiochic perfekt – er kann nämlich auch in kleinen Wohnungen umgesetzt werden. Rollwagen als Beistelltische, Scheinwerferleuchten und Sofas mit Houssen und coolen Kissen vermitteln gerade den unkomplizierten, aber eleganten Charme eines Studios. (Bild über: Weekday Carnival)
 

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3 «BLOW-UP» – DIE INSPIRATION FÜR GENERATIONEN VON MODEFOTOGRAFEN
Der Film zum Traumberuf Modefotograf ist definitiv Michelangelos Antonionis «Blow-Up». Als Vorbild nahm sich der Regisseur den angesagtesten Fotografen der Zeit, David Bailey. Der Film zeigt wunderschön das Leben eines jungen Fotografen, der seinen Beruf, sein Leben, den Glamour, die Freiheit und natürlich die wunderschönen Models liebt. Tauchen Sie wieder mal in diesen Klassiker ein, es lohnt sich, immerhin hat er Generationen von Fotografen als Vorbild gedient.
 

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4 EIN SIDEBOARD WIE EIN KAMERASCHRANK
Fotografen haben viel Equipment und sind dauernd auf Reisen. Diese Tatsache nahm sich die Modefirma  Diesel, die auch eine Living-Kollektion hat, als Inspiration für die Kreation des Schrankes Total Flightcase. Das Sideboard ist aus Fotografenboxen  zusammengestellt und ist tatsächlich so was wie ein sexy Paar Jeans für die Wohnung.
 

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5 HIER WERDEN SIE SO SCHÖN WIE EIN MODEL
Die Modewelt, die sich zwar mit Avantgarde und Zukunft auseinandersetzt wie keine andere Branche, ist immer noch hierarchisch organisiert und von traditionellen Gesellschaftsbildern geprägt. Das Klischee vom immer schönen Model, das freundlich lächelt und sich nur für die Schönheit interessiert, gehört dazu. Auch wenn vieles heute aufgebrochen wird, ist die Modewelt alles in allem ziemlich konservativ und die Schönheit nimmt den wichtigsten Platz ein. Produzieren doch die meisten Modemarken auch Schönheitsprodukte oder zumindest einen Duft!  

Mit einem solch schicken Schminktisch holen Sie sich ein Stückchen davon zu sich nach Hause. Dazu braucht es eine Konsole, einen bequemen Hocker und einen grossen Spiegel – dieser am besten mit dem typischen Glühbirnenrahmen. Verstauen Sie Ihr Make-up wie ein Make-up-Artist fein säuberlich in transparenten Plexiglasboxen. Wichtig sind auch kleine Vergrösserungsspiegel, grosse Glasgefässe für Pinsel und todschick ist eine professionelle Stau- und Ausstellungslösung für Lippenstifte. Der klappbare Directors-Chair gibt dieser Schminkecke noch mehr Studioflair.(Bild über: Sheerluxe)
 

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6 COOLER MIX: FOTOLEUCHTEN UND GARTENMÖBEL
Fotostudios sind oft improvisiert eingerichtet, aber immer mit dem Aspekt einer gewissen Coolness. (Bild über: Heltenkelt)

Was wir davon zu Hause umsetzen können, ist zum Beispiel:
  • Sofas neben dem Esstisch platzieren
  • Gartenmöbel in die Wohnung holen
  • hübsche Sammlungen von Dingen ausstellen, hier sind es Strohhüte
  • Fotoprints an die Wand hängen
  • als Lampen natürlich die typischen Fotoleuchten einsetzen 

 

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7 BRINGEN SIE VON DER KANTINE ETWAS NACH HAUSE 
Es gibt auch Ideen, die man von Kantinen und Cafés nach Hause holen kann. Zum Beispiel Barhocker und kleine Theken. Das passt vor allem auch in kleine Wohnungen mit wenig Platz. (Bild über: Atelier deco)
 

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8 VERSETZEN SIE IHRE WOHNUNG NACH BROOKLYN 
Die Trends sind Zeichen der Zeit. Weil die Wohnungen in Stadtzentren immer teurer werden, suchen sich Menschen neue Orte, die sie wiederum zu neuen Mittelpunkten machen. Brooklyn ist ein Beispiel dafür. Eine andere Zeiterscheinung ist es, aus allem was hip ist, gleich die passenden Produkte zu kreieren. So kann man denn die für den New Yorker Stadtteil typischen Kacheln, ganz einfach als Tapete kaufen. (Bild über: The Designerpad)

Dieses Zimmer hat so ziemlich alle Attribute, die Studiochic, hipper Brooklyn-Style und relaxt improvisiertes Wohnen vereinen:
  • Die Brooklyn-Tiles an der Decke
  • Theke statt Tisch
  • Industrial-Stühle in bunter Mischung
  • Metallbox als Nachttisch
  • Jagdtrophäen als Sammlung

KAUFEN SIE DEN STUDIOCHIC:

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  • 1 Bodenleuchte für 185 £ von Rockett St. George
  • 2 Barstuhl im Industrial Look für 149 Fr. von Pfister
  • 3 Trolleywagen für 320 Fr. von Walter
  • 4 Papierkorb aus Metall für 38 Fr. von Interio
  • 5 Tapete «Brooklyn Tiles» von Merci, die Rolle für 219 £, von Rockett St. George
  • 6 Hängeleuchte für 120 Fr. von Pfister
  • 7 Kissen mit Kameramotiv für 20 $ von Society 6
  • 8 Stehleuchte für 390 Fr. von Pfister
  • 9 Print «Move» für 79 Euro von Maison Alice
  • 10 Spindschrank zu 550 Fr. von Interio
  • 11 Teppich für 340 Fr. von Chic Cham
  • 12 Sideboard Total Flightcase von Diesel
  • 13 Leuchte für 90 Fr. von Ikea
  • 14 Schrank von Jean Paul Gaultier für Roche Bobois
  • 15 Lederbock für 340 Fr. von Walter

 

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9 EIN HERZ FÜR DIE SCHÖNHEIT
Ein charmanter Dekotipp, gefunden auf dem Blog Sfgirlbybay: Kleben Sie Ihre Lieblingsbilder von Models und Stars aus Zeitschriften herzförmig an die Wand. 
 

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10 CHARME ENTSTEHT MIT IMPROVISATION
Ein schickes Schlafzimmer muss nicht teuer sein. Hier, auf einem Bild, gefunden über My Scandinavian Home, ist ein Schlafzimmer einfach und charmant im Studiostil eingerichtet. Das Bett ist mit weisser Leinenwäsche bezogen, als Nachttisch dient ein Klappstuhl und als Schrank ein Garderobenschrank aus weissem Metall. Selbstverständlich dürfen Fotos und Spotleuchten nicht fehlen.
 

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11 SCHAFFEN SIE SICH EINEN DIREKTORENPLATZ
Der Studiochic verbindet ganz klar Wohnen mit Arbeiten. So bekommt denn auch ein Arbeitsplatz eine wichtige Bedeutung in der Einrichtung. Da passen ein altes Pult (schwarz lackiert) und ein alter Bürostuhl (weiss lackiert) perfekt. (Bild über: Hqroom)
 

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12 ESSEN IST TEAMWORK
In Studios wie auch daheim ist Essen wichtig und am schönsten in Team. Kreieren Sie sich mit einem grossen alten Tisch und Industrial-Stühlen einen solch gemütlichen Essplatz. (Bild über: Automatism)

EIN PAAR REZEPTE AUS DEM FOTOSTUDIO:
Die Zeit, in der ich als Moderedakteurin arbeitete, war glamourös. Natürlich ist sie schon eine Weile her. Aber einiges ist geblieben, wie zum Beispiel diese kleinen, feinen Rezeptideen, die einmal zum Shooting-Alltag gehörten:

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CAROTTES RAPÉES:
Ein Gericht, das ich von der Kantine des Pin-Up Studios mit in mein Leben nahm, ist so einfach und köstlich, dass ich es immer als Beilage mache, wenn ich gerade mal kein Gemüse gekocht habe. Einfach Rüebli raffeln, ich mag es mit der Röstiraffel, es geht aber auch mit der Bircherraffel, mit ein klein wenig Meersalz würzen, ein wenig Zitronensaft darüber auspressen, gehackte Petersilie beigeben und mit Haselnussöl vermischen.
 

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CRUDITÉS-SANDWICH
Models haben in meiner Zeit als Moderedakteurin noch gut gegessen und uns auch oft feine Restaurants gezeigt. In den Studios war Essen wichtig. Man bestellte um 11 Uhr ein wenig guten, kühlen Weisswein mit Wurst und Käse. Die Kantinen der Fotostudios waren superschick und man konnte dort VIP-Watching machen, denn oft waren Teams von grossen Zeitschriften und Werbekampagnen da und zu denen gehörten echte Supermodels wie Nadja Auermann, Yasmin LeBon, Carla Bruni ... Manchmal aber waren Sandwiches angesagt, ein Liebling war das Crudités-Sandwich. (Bild über: Fitsugar)

Und so gehts: Vollkornbrotscheiben toasten und mit ein wenig Butter und Mayonnaise oder Dijonsenf bestreichen. Belegen mit geraffelten Rüebli, Avocados, Tomatenscheiben, Gurkenscheiben und vielen Sprossen wie Rettichsprossen und Kresse. Zudecken, mit Holzspiesschen zusammenstecken und in Dreiecke schneiden.
 

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BLUEBERRY-BANANEN-SMOOTHIE
Meinen ersten Smoothie trank ich während eines Shootings auf Hawaii. Dort verkaufte eine hübsche, blonde, sanft gebräunte kalifornische Surferin in einem coolen umgebauten VW-Bus Smoothies am Strand. Heute gibt es diese Drinks aus dem Kühlregal, doch sie schmecken viel besser und sind auch gesünder, wenn man sie selber, mit frischen Früchten und Beeren zubereitet – wie damals die Surferin auf Hawaii (Bild über: Paleogrubs)

Smoothies zu machen, geht supereinfach und ist zum Beispiel eine gute Idee für ein schnelles Frühstück. Geben Sie eine reife Banane mit einer Tasse gefrorener Heidelbeeren (füllen Sie dafür einfach einen Mug mit den Beeren) und ein wenig Mineralwasser in einen Blender und pürieren Sie alles zu einem Drink. Sie können auch Joghurt nehmen, was ich vorziehe. Wem das nicht süss genug ist, süsst mit ein wenig Honig. Selbstverständlich gehen Smoothies mit allen möglichen Früchten und Beeren. 

 

Österreichisches Ferienhaus auf Stelzen

Marianne Kohler am Freitag den 20. Februar 2015

In den Ferien möchte man anders leben als daheim. Das geht in diesem aussergewöhnlichen Schindelhaus in Österreich zweifelsohne. Obschon so ziemlich alles schräg ist an diesem kleinen Haus, strahlt es doch eine gradlinige Schönheit und Schlichtheit aus. 

Ferienhaus Ufogel 
Architektur: Jungmann

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Auf Stelzen steht das kleine Ufogel-Haus mitten in der Wiese mit Ausblick über das Tal in Osttirol. Den Namen leiten die Besitzer ab vom Urvogel, denn an einen solchen erinnert sie das Haus. 

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Ausgestattet ist es mit Lärchenholz. Es zeigt Panoramafenster, die nicht nur die Sonne reinlassen, sondern auch Aussicht bieten, zum Beispiel beim Essen oder Ausruhen.

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Der Schlafbereich mutet nestartig an und vermittelt viel gemütliche Ferienstimmung.

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Die Möbel wurden gleich mit eingebaut und sind somit auch aus Lärchenholz.

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Aussen mit Schindeln und hübschem Kupferkamin versehen, wirkt das kleine Ferienhaus, das man über die Ufogel-Webseite mieten kann, auch ein wenig wie eine zur Ruhe gekommene Bergbahngondel. 

Gourmetfragen an die Wirtinnen der Alpenrose

Marianne Kohler am Donnerstag den 19. Februar 2015

Das bekannte Zürcher Restaurant Alpenrose von Katharina Sinniger und Tine Giacobbo ist praktisch immer ausgebucht. Gleich vis-à-vis betreiben die beiden Frauen in einem kleinen, charmanten Laden eine Suppenküche, die sich ebenso grosser Beliebtheit erfreut. Der Erfolgsweg von Katharina und Tine war aber weder einfach noch selbstverständlich und ist in einem wunderschönen Portrait von Christian Seiler im neuen Suppenkochbuch zu lesen. Und weil Suppen gut zur Jahreszeit passen, traf ich die zwei Frauen an einem Winternachmittag in der Alpenrose. Hier erfahren Sie, was Katharina und Tine immer im Kühlschrank haben, wo sie ihre Inspirationen herholen und natürlich einige ihrer Suppenrezepte aus dem Buch.

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Katharina und Tine, wie kam es zum Suppenkochbuch?
Wir hatten Glück, Wendelin Hess vom Echtzeit-Verlag ist ein häufiger Gast und kam zu uns mit der Idee vom Suppenkochbuch.

Wieso entschieden Sie sich, neben dem Restaurant auch noch einen Suppenladen aufzumachen?
Wir haben die Suppenküche seit 12 Jahren. Damals gab die Ladenbesitzerin Marietta das Geschäft altershalber auf und wir passten mit unserer Idee perfekt rein. Wir waren so was wie Pioniere auf dem Gebiet, denn Suppen wurden damals noch nicht als Take-away verkauft. Aber die Gegend hat Suppengeschichte. Erst kürzlich lasen wir in einem alten Buch, dass 1945 in der Löwenbräu Brauerei im grossen Hopfenkessel Suppe gekocht wurde. Das war in dieser schwierigen Zeit nach dem Krieg eine einfache und energiesparende Weise, einen grossen Teil der Bevölkerung zu ernähren.

Kochen Sie auch daheim Suppe?
Wir sind nur zwei Tage in der Woche zu Hause, dann wenn das Restaurant zu ist. Da Tine als Köchin immer in der Restaurantküche steht, kocht Katharina und es gibt dann immer etwas Einfaches wie Gschwellti und Salat oder Bratkartoffeln mit Spiegeleiern. 

Was haben Sie immer im Kühlschrank?
Katharina: Essiggurken und ein Salamettli.
Tine: Käse 

Was ist Ihr Lieblingsessen?
Tine: Wir mögen Geschmortes und Kartoffeln. Wenn wir mal in einem Restaurant sind, bestellen wir immer so was wie Rindsbraten. Gerichte, bei denen der Koch etwas tun muss. 

Und was mögen Sie nicht?
Katharina: Kutteln und Rotkraut.
Tine: Gekochte Leberwurst. Blutwurst mag ich, aber die Leberwurst dazu hat mich nie überzeugt.

Welches Geschirr haben Sie im Restaurant und woraus servieren Sie am liebsten Suppe?
Wir haben ein schönes, altes Service von Langenthal-Porzellan gefunden, weiss mit Goldrand. Dazu gehören auch tiefe, klassische Suppenteller mit Rand. Und selbstverständlich schöpfen wir die Suppe aus der traditionellen Suppenschüssel. 

Wo holen Sie sich Ihre Inspirationen für die Suppenrezepte?
Wir servieren in der Alpenrose gute, währschafte Schweizer Küche mit frischen, saisonalen Produkten. Das setzen wir auch in der Suppenküche um. Aber wir lassen uns immer wieder auf Reisen inspirieren. Auch bringen die Frauen, die die Suppenküche betreiben, manchmal neue Ideen mit von ihren Reisen und Ferien.

Wohin reisen Sie denn gerne?
Wir gehen immer mit dem Velo weg, das kann einmal nach Hamburg sein, nach Amsterdam und Rotterdam. Aber wir waren auch schon unterwegs von New York zu den Niagarafällen. Da war es mit dem Essen zuweilen sehr schwierig, denn oft fanden wir nicht mal einen Apfel unterwegs.

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Da die Betreiberin des kleinen Lebensmittelgeschäftes an der Limmatstrasse mit über 80 aufhörte, konnten Tine und Katharina dort ihre Suppenküche aufmachen. Sie liessen dem Laden den Charakter, das Sinalcoschild vor der Türe ergänzten mit ein paar hübschen Dingen und ein wenig Kitsch. Es gibt täglich fünf verschiedene Suppen, das Angebot wechselt von Woche zu Woche. Die Rezepte dazu verraten sie nun in einem neu erschienenen, sehr schön gestalteten Kochbuch mit reportageartigen Fotos von Nadja Athanasiou.
 

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VERAS HÜHNERSUPPE
Tine: Meine Freundin Vera serviert diese Suppe mit Matzeknödeln, die 20 bis 30 Minuten in der Suppe ziehen sollten. Sie bestehen aus Matzemehl, Eiern, Fett, Wasser und Salz. Matzemehl oder fertige Knödel-Mischungen sind in Geschäften für koschere Lebensmittel erhältlich. Mit dem abgezupften Pouletfleisch macht Vera meistens einen Pouletsalat mit Gemüse und Mayonnaise oder eine Art Schwartenmagen. Für den nächsten Tag. Wie Vera das genau macht, hat sie mir nicht verraten! Ich weiss nur: Es schmeckt wunderbar.

Zutaten für 4–6 Portionen:
  • 1 Poulet
  • 1 Stange Lauch, am Stück
  • 1 grosse Zwiebel, halbiert mit Schale
  • 1 grosses Rüebli, geschält
  • 5 schwarze Pfefferkörner
  • Salz
  • 1 Bund glattblättrige Petersilie, gehackt
Zubereitung:  

Poulet mit 2 Liter kaltem, gut gesalzenem Wasser bedecken und aufkochen. Gemüse und Pfeffer dazugeben und je nach Grösse des Poulets 1 bis 1 1/2 Stunden sieden lassen, bis das Fleisch von den Knochen fällt. Über Nacht kühlstellen. Am nächsten Tag Fett abschöpfen und aufheben. Poulet herausfischen und aufbewahren. Aufkochen, dann absieben. Die klare Brühe mit dem abgeschöpften Hühnerfett anreichern, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Petersilie bestreuen.
 

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BLUMENKOHLSUPPE MIT SCHINKEN
Tine und Katharina mögen ihre Suppen mit guten, frischen und liebevoll geschnittenen und gehackten Gemüsesorten.

Zutaten für 4–6 Portionen:
  • 50 Gramm Bratbutter
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 200 Gramm gekochter Schinken, in kleine Würfeli geschnitten
  • 2 grosse, mehligkochende Kartoffeln, in Würfel geschnitten
  • 1,5 Liter Hühnerbouillon
  • 1 kleiner Blumenkohl (400 Gramm), in Röschen zerteilt
  • 2 dl Milch
  • 100 Gramm Brotbrösmeli (Paniermehl)
  • Butter zum Wenden
Zubereitung: 

Zwiebeln in Butter andünsten, ohne dass sie Farbe annehmen. Die Hälfte des Schinkens mitdünsten. Kartoffeln beifügen. Mit Bouillon ablöschen. Alles 10 Minuten köcheln lassen, dann den Blumenkohl dazugeben. Milch dazugiessen und köcheln lassen, bis alles Gemüse weich ist. Die Suppe mit dem Mixer pürieren. Die restlichen Schinkenwürfeli mit Brotbrösmeli in Butter wenden.
 

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RANDENSUPPE MIT ÄPFELN
Im Kochbuch sind alle Bilder vor oder nach Kochen und Essen aufgenommen. Auch entdeckt man viele Stimmungsaufnahmen vom Laden und der Küche.

Zutaten für 4–6 Portionen:

  • 50 Gramm Bratbutter
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 800 Gramm rohe Randen, in Würfel geschnitten
  • 1/2 rohe Rande, geschält und geraspelt
  • 2 Äpfel, in Würfel geschnitten
  • 2 Äpfel, geschält und geraspelt
  • 5 dl Apfelsaft
  • 1 Liter Gemüsebouillon
  • Salz
  • 150 Gramm Sauerrahm
Zubereitung:

Zwiebeln in Bratbutter dünsten. Apfel- und Randenwürfel beigeben. Mit Apfelsaft und Bouillon ablöschen und so lange kochen lassen, bis alles pfluderweich ist. Vom Herd nehmen, einen Moment warten und alles sehr fein mixen. Durch ein Sieb streichen, in den Topf geben und mit Salz abschmecken. Sauerrahm unterheben. Geraspelte Äpfel und Randen zur Suppe reichen.
 

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BÜNDNER GERSTENSUPPE
Tine: Es lohnt sich, diese Suppe in doppelter Menge zu kochen. Sie schmeckt aufgewärmt noch besser als frisch.

Zutaten für 4–6 Portionen:

  • 50 Gramm Bratbutter
  • 1 Rüebli, in kleine Würfel geschnitten
  • 1 Stange Lauch, in kleine Würfel geschnitten
  • 1 kleines Stück Knollensellerie, in kleine Würfel geschnitten
  • 1 Zwiebel, allerfeinste Würfeli
  • 120 Gramm Bündner Trockenfleisch, in kleine Würfel geschnitten
  • 300 Gramm Rollgerste
  • 2 dl Rahm
  • Salz, Pfeffer
Zubereitung:

Gemüse in Butter dünsten. Trockenfleisch beifügen, kurz mitdünsten. Rollgerste beifügen. Wasser zugeben, sodass alle Zutaten bedeckt sind. 1 1/2 Stunden köcheln lassen. Rahm leicht steif schlagen und darunterziehen. Achtung: Das Trockenfleisch ist salzig, sodass nur vorsichtig mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden sollte.

Variante: Wer es kräftiger mag, kocht ein Stück Speck mit.
 

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BASLER MEHLSUPPE
Katharina: Den Wein, den wir trinken, nehmen wir auch zum Kochen. 

Zutaten für 4–6 Portionen:
  • 2,5 Liter kräftige Rindsbouillon
  • 3 dl Rotwein
  • 150 Gramm Butter
  • 200 Gramm Mehl
  • 3 Zwiebeln, fein gehackt
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Prise Kümmel
  • 2,5 dl Rahm
  • 150 Gramm Sbrinz-Käse, gerieben
Zubereitung: 

Bouillon und Wein zusammen aufkochen. Mehl in der Butter langsam goldbraun rösten. Zwiebeln beifügen und mitrösten. Langsam die Weinbouillon einrühren. Kümmel dazugeben, die Suppe eine gute Stunde köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Rahm verfeinern. Mit Sbrinz servieren.
 

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Die beiden Basler Art-Direktoren Wendelin Hess und Beat Müller gründeten mit dem Journalisten Markus Schneider 2007 den kleinen feinen Echtzeit-Verlag. Mittlerweile sind über 60 verschiedene Titel im deutschsprachigen Buchhandel und über den Verlag erhältlich. Im Bereich Kulinarik hat sich der Verlag mit den Neuauflagen von Marianne Kaltenbach, der Grand-Dame der Schweizer Küche, mit Fergus Hendersons «Nose to Tail» und mit dem Kompendium zum «Kulinarischen Erbe der Schweiz» verdient gemacht. Das Suppenkochbuch von Tine Giacobbo und Katharina Sinniger kostet 48 Franken und ist hier bestellbar. 

 

Farbe tut gut!

Marianne Kohler am Mittwoch den 18. Februar 2015

Farbe tut jeder Wohnung gut. Sie weckt, bringt Fröhlichkeit und Individualität. Farbige Akzente ziehen die Blicke auf sich und vor farbigen Wänden sieht alles besser aus. Wagen Sie mehr Farbe in der Wohnung! Diese 14 Tipps und Ideen helfen Ihnen dabei.

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1 EROBERN SIE DIE WOHNUNG MIT FARBE
Haben Sie schon mal Ihre Wohnmuster analysiert? Ich glaube, jeder hat sie und nimmt sie mit von Umzug zu Umzug. Ich meine damit nicht das Mobiliar und den Haushalt, sondern die Art und Weise, wie man sich einrichtet, wie man eine Wohnung erobert. Bei uns war das immer mit Farbe und Pinsel. Jeder Raum hat eine andere Farbe, die Möbel sehen davor schöner aus und es ist, als ob die ganze Wohnung Kleider tragen würde. Farbige Räume helfen ganz klar, anderen farbigen Dingen eine attraktive Umgebung zu bieten. So dient dieser türkisfarbene Raum als Bühne für die edlen Stoffe von Casamance. Als Gegenpol zu den Swimmingpoolfarben wurden Akzente in Goldgelb gesetzt. 
 

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2 AUFFRISCHEN MIT FARBIGEN DINGEN
Im Norden setzt man eher auf verhaltene Wohnstile und setzt Akzente mit farbigen Einzelstücken. Dieser rosafarbene Couchtisch sowie die Accessoires sind von der dänischen Firma Bolia
 

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3 GOLD ALS WÄRMEMACHER
Sie mögen Farbe, aber nicht zu viel? Dann ist ein schöner Goldton wie hier auf dem Bild, gefunden bei Egetrom, genau richtig. Er wirkt natürlich, sanft und auf eine zarte Art sehr warm. 
 

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4 ES MÜSSEN NICHT IMMER DIE WÄNDE SEIN
Der englische Farb- und Tapetenhersteller Farrow and Ball zeigt uns, dass es nicht immer bloss die Wände sein müssen, wenn es darum geht, Farbe zu bekennen. Auch Türen, Decken oder Böden können mit einem Neuanstrich zu frischem Leben erweckt werden. Das ist allerdings in Mietwohnungen schwieriger.
 

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5 BLAU MIT GOLDAKZENTEN
Gegensätze sind bei Farben sehr wichtig. Setzen Sie darum Akzente mit Komplementärfarben. So kann eine Farbe zwar dominieren, wird aber relativiert und damit harmonischer. Diesen blau gestrichenen Raum bringen zwei «Goldstücke» zum Leuchten: ein mit Samt überzogener Sessel und das passende Kissen auf dem Sofa. Dazu kommt eine Glasvase, die zart rosa schimmert. (Bild über: Keltainen)
 

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6 MARSALA – DIE TRENDFARBE DES JAHRES
Pantone kürt jedes Jahr eine Trendfarbe. Dieses Jahr ist es Marsala, das dunkle, warme Rot des süssen sizilianischen Weins. Die Blogs und Zeitschriften sind voll mit marsalafarbenen Dingen. Da ich finde, dass die Farbe südlich, sommerlich und warm wirkt, stellt sie Sweet Home erst vor, wenn wir dem Sommer ein wenig näher sind. Aber hier ist schon mal ein Vorgeschmack. Die italienische Firma B&B, bekannt für formschönes italienisches Design, zeigt hier ihren eleganten Sessel «Metropolitan» vor einer marsalafarbenen Wand. Als Gegenpol ist der Raum mit kühlem Meerblau dekoriert.


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7 DESIGNFARBE ROSA
Viel diskreter und feiner ist Rosa. Der süsse, sanfte Ton hat sich klammheimlich zu einer der wichtigsten Designfarben entwickelt und zeigt sich mit Vorliebe in Form von starken Möbeln und Accessoires, wie hier als hübscher Beistelltisch von Bloomingville.
 

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8 FARBE, DIE NACH FRÜHLING DUFTET
Es braucht aber nicht unbedingt ein neues Möbel oder einen Malereinsatz, damit Farbe und Frühlingslaune in die Wohnung kommen. Stellen Sie ganz einfach einen grossen Strauss Mimosen ein. Damit bringen Sie nicht nur Farbe, sondern auch den Duft und die Stimmung des nahenden Frühlings zu sich nach Hause. (Bild über: My Inspire Collection
 

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9 SCHMUCKSTÜCKE ZUM KUSCHELN
Wir sind richtige Weichlinge geworden, was das Wohnen betrifft. Sofakissen oder Zierkissen, wie die kleinen Schmuckstücke genannt werden, sind aus unserem Zuhause nicht mehr wegzudenken – und sie werden uns in prachtvoller Vielfalt angeboten. Kein Wunder, kann man mit ihnen doch nicht nur bequemer lesen oder sich auf dem Sofa fläzen, sondern auch schnell einen Look verändern und Farben hinzufügen. Diese neuen, geometrischen Patchworkkissen von Normann Copenhagen zeigen gleich mehrere Farben, jeweils Ton in Ton und in nordischer Pragmatik.
 

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10 ES BRAUCHT WENIG, UM FARBE INS HAUS ZU BRINGEN
Auf diesem Bild von Bolia wird klar, dass Kissen, Wohnaccessoires und Beistellmöbel schnell einsetzbare Farbtupfer sind – auch für verhaltene Wohnungen.
 

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11 SCHWEIZER WOHNPUZZLE
Wohnen nach Wunsch ist das grösste Thema im Möbelbereich. Atelier Pfister, die kleine feine Schweizer Designkollektion, hat sich elegant in Richtung Individualität entwickelt. Modulare Systeme, eine grosse Auswahl von Bezugsstoffen und Ausführungen lassen persönliche Spielereien zu. Ein schönes Beispiel ist das Sofa Riom von Claudia Caviezel mit Stoffen von Christoph Hefti. Mit ihm kann man nach Lust und Laune Farben mischen und hinzufügen.
 

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12 SONNENGELB UNTERSTÜTZT TOLLES DESIGN
Einen spielerischen Zugang zum Wohnen lässt der schwedische Designer Per Söderberg mit seiner Kollektion No early bird zu. Das Markenzeichen der modernen eleganten Kollektion sind die verkreuzten Beingestelle. Sie tauchen immer wieder auf, an goldenen Schrankmöbeln, an Beistellmöbeln und neu in Sonnengelb an kleinen und grossen Tischen. 
 

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13 WÄHLEN SIE EIN FARBIGES BETT
Wenn Sie sich schon für weisse Bettwäsche entschieden haben, dann wählen Sie wenigstens ein farbiges Bett. Denn viele Schweizer Schlafzimmer haben dringend ein wenig Farbe und Stil nötig. Dafür sorgt zum Beispiel das violette Bett «Charles» von B&B. Schön ist die Kombination mit der roten Decke, den dunkelroten Beistelltischchen und dem kuschligen Fellteppich. 
 

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14 SCHMUCKE KLEINREGALE IN DER LIEBLINGSFARBE
Nicht nur Flächen, sondern auch Linien zeigen Farbe. Diese Kleinregale von Bonaldo sind Flaschen und Vasen nachempfunden. Sie sind dekorativ, praktisch und geben tolle Blickfänger ab.

 

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