Entspannend unspektakulär

Marianne Kohler am Mittwoch den 4. Februar 2015

Bohemian Chic, Vintage-Look, Ethno, Romantik oder Landhausstil – Stile im Wohnbereich sind ein riesiges Thema. Doch, wie in der Mode, gibt es auch eine Tendenz zur Verweigerung, das ganz Normale wird mehr und mehr bewusst inszeniert. Man möchte es zu Hause unspektakulär entspannt haben. Dass dies durchaus schön sein kann, beweisen diese 10 ganz normalen Wohninspirationen.

sweet home

Bild über Anna Gillar

Es gibt verschiedene Strategien, sich einzurichten. Die eine ist, man lässt es einfach wachsen. Dabei ist das Risiko gross, dass sich der Einrichtungsstil verselbstständigt und der Wohnraum sich zu schnell und unkontrolliert füllt. Dann ist da andererseits die Wahl eines Stils, das Bedürfnis, einen ganz bestimmten Look umzusetzen. Die Gefahr hier ist, dass es am Schluss doch nicht ganz so aussieht wie in der tollen Wohnreportage, die man sich zum Vorbild genommen hat. Und wie können wir sicher sein, dass uns dieser bestimmte Look in ein paar Jahren noch gefällt?

Die Qual der Wahl in Sachen Konsum hat einen ganz bestimmten Trend entstehen lassen: nämlich den des Normalen. In der Mode nennt er sich Normcore, ein Stil, der eher casual rüberkommt und mit dem man in der Masse verschwinden kann, statt schillernd aus ihr herauszuleuchten. Das ist im Wohnbereich ähnlich. Das Bedürfnis, einfach nur leben zu wollen, zu wohnen und sich zu Hause zu fühlen, lässt die Wahl immer öfter auf dezente, neutrale und stilmässig unauffällige Stücke fallen. Im besten Fall achtet man auf die Qualität der Produkte, und wem das schnuppe ist, kauft von der Stange. 

sweet home

1 REINE FORMSACHE
Jedes Möbelstück besticht hier durch Form und Material, und mit edlen Textilien ist Gemütlichkeit entstanden. Die Farben sind neutral, bis auf die Sofakissen, die sich in warmen Tönen zeigen und als Akzente eingesetzt sind. So wachsen starke Einzelstücke zu einem harmonischen Ganzen, das auf diskrete Art Stil und Eleganz ausdrückt. (Bild über: The designchaser)

sweet home

2 ZUFÄLLIGKEIT BESTIMMT DEN STIL
Auch hier sind es Einzelstücke, die für Charme und Persönlichkeit sorgen. Ein schlichter Holztisch hat ganz unterschiedliche Stühle bekommen und wirkt dadurch zufällig, spontan und einladend. (Bild über: Atelier deco)

sweet home

3 DIE POESIE LIEGT IN DER EINFACHHEIT
Neutrale Farben und natürliche Materialien sind immer eine gute Basis. Hier ist auch erkennbar, dass sich Reduktion durchaus mit Wohnlichkeit verträgt. Denn alles ist da: die Bücher, die Kuscheldecke, der Beistelltisch und die hübschen Wohnaccessoires. (Bild über: Designlykke)

sweet home

4 GRAU HILFT IMMER
Eine ideale Wandfarbe ist Grau. Sie bringt Eleganz und Tiefe in den Raum und lässt Möbel stärker wirken. Dabei ist sie diskret, unprätentiös und anpassungsfähig. (Bild über: Desire to inspire)

sweet home

5 SO FUNKTIONIERT KLASSIK 
Wer das Normale will, sucht sich im grossen Angebot die Stücke mit der Aussage «Ich bleibe gerne lange» heraus. Also Stücke, die elegant über die Trendwellen hinwegsurfen und Beständigkeit in den Alltag bringen – Klassiker eben. (Bild über: Stil inspiration)

sweet home

6 AUF NEUTRALEM RAUM
Unspektakulär wohnen bedeutet nicht Reduktion und Minimalismus, sondern leise Töne, Vertrautheit und Neutralität. Das entsteht am einfachsten mit neutralen Farben. Die Palette ist gross und Mischen einfach, denn Grau-, Beige-, Sand- und Steintöne passen immer zusammen. (Bild über: Transito inicial)

sweet home

7 EINRICHTEN MIT WENIGER, DAFÜR GUTEN ZUTATEN
Qualität und gutes Design sind die besten Zutaten, um einen beständigen Einrichtungsstil zu kreieren. Irgendwie erinnert das stark an die gute alte Zeit. Damals musste alles ein Leben lang halten. Und doch ist da ein Unterschied: Heute wünschen wir uns zwar Beständigkeit, aber auch Flexibilität. Denn das Leben ist schnell und bringt stetige Veränderungen. Die gute neue Zeit bringt Leichtigkeit mit sich. Das ist der grösste Unterschied zu früher, als Möbel und Wohnstile oft schwer und dunkel waren. (Bild über: Analog dialog)

sweet home

8 ERST MAL ALLES IN SCHWARZ UND WEISS
Der Verzicht auf Farbe ist ein anderes Merkmal des neuen normalen Wohnens. Hier sind die Skandinavier stark und konsequent, viele nordische Wohnungen zeigen sich simpel in Schwarz und Weiss. Das Einrichten und Kombinieren von passenden Wohnaccessoires wird damit zum Kinderspiel. (Bild über: Atelier deco)

sweet home

9 GEMÜTLICHKEIT GEHT AUCH EINFACH
Auch in Sachen Gemütlichkeit können wir viel von den Skandinaviern lernen. Sie haben nämlich keine Angst davor, sondern setzen sie auf eine reduzierte, zufällige Art ein: Die Sofas haben Kissen und Decken, die Betten sind mit Zierkissen und Plaids aufgekuschelt, Beistelltische stehen zu den Möbeln kombiniert und zeigen Wohnaccessoires und Pflanzen. Bilder, Teppiche und Vorhänge gehören durchaus zum Wohnkonzept, und das Licht wird punktuell und stimmungsvoll mit Steh-, Tisch- und Wandleuchten gesetzt. Bloss besticht alles durch eine gewisse Leichtigkeit, neutrale Farbtöne und schlichte Naturmaterialien. Auf Plüsch, Samt, Rüschen und allzu Verspieltes wird bewusst verzichtet. (Bild über: Riazzoli)

 

sweet home

10 OHNE GROSSES AUFHEBEN
Die normalen Wohnrezepte sind einfach: Gemütliches Zusammensitzen wird ermöglicht mit der Gegenüberstellung von Sitzmöbeln, in Nischen entstehen Leseecken, Kunst hängt über dem Sofa, Symmetrie bringt Harmonie in den Raum, und unterschiedliche Stilelemente leben in Frieden zusammen. (Bild über: Automatism).

 

Leichtgewichte für die Wohnung

Marianne Kohler am Dienstag den 3. Februar 2015

In der Schweiz, dem Land der Gemütlichkeit, haben es üppige Wohntrends schwer. Farbe, Vorhänge und Teppiche, Barockes, Verspieltes oder gar Geblümtes sind nicht zuoberst auf der Wunschliste in Sachen Einrichten. Dafür erobern Wohnstile wie «Skandinavischer Retro», «Industrial Chic» oder «Midcentury Design» die Wohnungen und die Herzen der Bewohner. Das gelingt bestimmt auch dem aktuellen Trend, der neuen Leichtigkeit. Einer Tendenz im Design- und Einrichtungsbereich, die auf leichte, reduzierte Linienführung setzt, und doch keinen Minimalismus mitbringt, sondern eine gewisse Sanftmut und elegante Zufälligkeit.

sweet home

1 DESIGN ZEIGT SICH GANZ ABGEHOBEN
Platzmangel ist ein grosses Thema im Alltag. Wohnraum ist teuer geworden und das bedeutet: das Beste machen mit dem, was man hat. Da sind einmal mehr die Skandinavier die Meister. Dieses geniale Wandregal der schwedischen Firma String ist 1949 erfunden worden und zeigt sich mittlerweile in allen möglichen Varianten und Farben. Es gehört zu den Designideen, die auf einfache Art Räume grösser und luftiger erscheinen lassen. Auf einer Art Metallleitern, die an der Wand befestigt werden, sind die Tablare eingefügt. Das Gesamtbild ist leicht, abgehoben und vermittelt moderne Eleganz. Der Boden darunter bleibt frei, und das macht den Raum grösser. (Bild über: Coco Lapine Design)

2 DA PASST ALLES INS KÄSTCHEN
Auch kleine Boxen und Kästchen gehen seit einiger Zeit gerne die Wände hoch. Das ist praktisch und dekorativ zugleich, denn so bekommt man Stauraum und dreidimensionale Bilder. Besonders hübsch und leicht wirken solche Kästchenregale, wenn sie in hellen, sanften Farben lackiert sind. (Bild über: Boligcious)

sweet home

3 UND DER PREIS FÜR DIE BESTE ROLLE GEHT AN ...
Leichtigkeit geht auch einher mit Flexibilität – und flexibel ist alles, was auf Rollen daherkommt. Der kleine hübsche Barwagen von Mathieu Matégot kommt auch aus den Fünfzigern und ist neu in der Gubi-Kollektion. Leicht und elegant kann er auch als Beistelltisch, Bürohilfe oder Alleskönner eingesetzt werden.

SWEET HOME

4 WIR LIEBEN LINIENTREUE
Was im Möbelbereich funktioniert, gilt auch bei der Dekoration. Hier zeigen sich Wohnaccessoires, Dekogegenstände und Bilder von der unbeschwerten Seite. (Bild über: Weekdaycarnival)

sweet home

5 WIR STEHEN AUF DIE MATTE
In diesem Sommer machen sich Bastmatten auf dem Boden breit. Die leichten, unkomplizierten Teppiche, die dekorativ, günstig und praktisch sind, melden sich zurück. Die schönsten davon legt Tine K. Home vor, eine dänische Marke, die zum Beispiel bei Globus erhältlich ist. 

sweet home

6 DISKRETE DARBIETUNG
Kleine Möbel sind immer willkommen, besonders wenn sie so formschön, leicht und praktisch daherkommen wie diese tragbaren Metalltische von House Doctor, erhältlich in Schwarz, Grau und der Trendfarbe Mint. House Doctor ist ein Händler, die Bezugsquellen erfahren Sie über die Website. 

sweet home

7 ALLES LEICHTE KOMMT VON OBEN
Schöne Leuchten erobern immer die Herzen von echten Wohnliebhabern. Ganz der neuen Leichtigkeit verschrieben ist die Hängeleuchte Lullaby von Monica Förster

sweet home

8 LEICHTFÜSSIG DURCH DEN ALLTAG
Diese Möbelserie von Menu kommt uns irgendwie bekannt vor: Die Stühle erinnern an die der Schulzeit, der Tisch an ein Atelier. Die Linienführung, die helle Farbigkeit und die Reduktion im Design sorgen aber genau für die Unbeschwertheit, die wir gerade so lieben. Darüber tanzt, wie ein Tutu, die Hängeleuchte Dancing.

sweet home

9 WEISS AUF HOLZ FRISCHT KLASSIKER AUF
Gutes Design hat oft ein langes Leben. So gehören denn auch die Thonetstühle schon eine ganze Weile zu unserem Kulturgut. Neu haben sie ein weisses Kleid angezogen, zeigen kokett die nackten Beine und wirken so noch leichter und frischer. Erhältlich bei Walter.

sweet home

10 TRAGBARER TONANGEBER
Und weil diese neue Leichtigkeit im Wohnbereich beschwingt, tanzen Sie am besten gleich durch die Wohnung. Der passende Sound dafür ist mitnahmebereit in dem formschönen Soundsystem von Vifa, das an einen schicken Transistorradio aus den Sixties erinnert, erhältlich in 6 Farben!

Handwerkskunst statt Massenware

Marianne Kohler am Samstag den 31. Januar 2015

Eine Messe, die ich immer gerne besuche, ist die Maison et Objet in Paris. Dort geht es weniger um die Möbel als vielmehr um Wohntrends, Dekoration und Styling. Kurzum: Die kleinen Dinge, mit denen wir Wohnung und Alltag verschönern. Der Trend kommt der kleinen, feinen Pariser Messe entgegen, denn die Zukunft im Dekorationsbereich gehört dem Echten, dem Handwerk, dem nachhaltig Produzierten. Die schnellen Effekthascher, die in Massen hergestellten Schönmacher der Wohnung, verlieren ihren Stellenwert. Eine natürliche Entwicklung in einer Zeit, in der die angesprochene Kundschaft alles und von dem erst noch zu viel hat. 

sweet home

Die Maison et Objet feiert dieses Jahr den 20. Geburtstag. Verglichen mit der Modeindustrie, die in den 70er-Jahren zu boomen begann, ist das Geschäft mit der Liebe zum Wohnen und Dekorieren relativ jung. Klar, da waren immer die Möbel, das Design und die Innenarchitektur – Vasen, Schalen oder Dekorationsartikel kaufte man aber beim Antiquitätenhändler oder in edlen Haushaltgeschäften. Dann kamen neue Wohnkonzepte wie Ikea oder Habitat, welche ganze Wohnwelten anboten, die für eine breite Masse erreichbar waren – zu den Möbeln gab es dann auch gleich die passenden Accessoires. Das Geschäft mit der Kleinware wurde entdeckt und es entstanden Kollektionen mit Dekoartikeln. Mittlerweile gibt es Tausende von Anbietern, die an grossen Messen ihre Ware feilbieten für Einkäufer von Einrichtungshäusern, Warenhäusern, Boutiquen, Webshops oder Innendekorateure. Maison et Objet wurde 1995 gegründet als eine Boutique-Messe, an der es auch junge Designer und interessante Trends zu entdecken gibt.

Im Gegensatz zu Möbeln kann man Wohnaccessoires nach dem Kauf gleich mitnehmen und damit die Lust am Einrichten unmittelbar ausleben. Es ist diese Unmittelbarkeit, die das Geschäft zum Boomen brachte, welches nun an einer Art Explosionsgrenze angelangt ist. Es gibt zu viele Kollektionen, die sich dem Landhausstil, dem Vintagelook, der neuen skandinavischen Moderne oder dem Industrial Chic verschrieben haben, und noch mehr, die gar zu allem etwas anzubieten haben. An Messen kann man durch Hallen wandern, in denen es nur Dinge gibt, die duften, und solche voller seltsamer Produkte wie farbiger Sand und Kiesel, oder ach so lustiger Gadgets, die Geschenkartikel genannt werden. An der Pariser Messe, die im Vergleich zur Frankfurter Ambiente viel kleiner ist, ist all das auch da – einfach in weniger rauen Mengen. Aber die Messe konnte sich eine gewisse Exklusivität bewahren, nicht zuletzt mit gekonnt inszenierten Trendinformationen und Platz für junge Designer und kleine Firmen.

Diese Saison stand die Messe, die am Dienstag zu Ende ging, ganz im Zeichen des Handwerks. Die Installationen in den Hallen, die Trends vorstellen, werden jeweils von jungen Künstlern und Designern gestaltet. Sie sollen über Trends informieren und geben aussergewöhnlichen und starken Stücken einen dominanten Platz, an dem sie von Einkäufern entdeckt werden können. 

Viele der toll inszenierten Trendboxen stellten Ateliers dar. Da gab es eines für Keramik und andere für Glas, Holz, Metall oder Textilien. 

sweet home

An dem Tag, an dem ich durch die Messe ging, waren viele junge Studenten zu Besuch, die sich schön gemacht haben und mit Ehrfurcht und Neugierde die ausgestellten Stücke bewunderten. 

sweet home

Firmen, die sich schon immer dem Handwerk und der Fabrikation verschrieben haben, gibt es in Frankreich einige, ist das Land doch die Heimat von Stil, Mode und Wohnen. Eine, die den Sprung in die Gegenwart elegant geschafft hat, ist Moissonnier. 1885 gründete der Kunsttischler Emile Moissonnier das Geschäft in einem kleinen Atelier im Garten hinter seinem Haus in Bourg en Bresse. Es wurde von seinen Söhnen zu einer kleinen Fabrik weiterentwickelt, die in den 60ern begann, für das renommierte New Yorker Kaufhaus Bloomingdale's zu produzieren. In den 80ern übernahmen Jean-Loup und Marie-Pierre Moissonnier das Geschäft. Sie prägten mit aussergewöhnlichen und einzigartigen Stücken den speziellen Stil von Moissonnier. Die barocke Buffetkommode in leuchtendem Pink oder Türkis zum Beispiel wurde ein kleiner Star, der in allen Hochglanzzeitschriften fotografiert wurde. Jedes Jahr zeigt Moissonnier neue Kollektionen. Diesen Sommer spielt Miami die Hauptrolle. Sonnig leuchtende Farben wie Türkis und Mandarine setzen Akzente in Räumen, die Umsetzungen wirken wie eklektisch eingerichtete Ocean Suites im schicken Art Deco Hotel.

Ganz Anderes zeigt die kleine englische Tapeten- und Stofffirma Miss Print. Aber auch sie hat sich dem kleinen Feinen und der sorgfältigen manuellen und nachhaltigen Produktion verschrieben.

Lee Drury von Miss Print erklärt mir den Namen: «Ich war ein Punk in den 70er-Jahren und der Name kommt aus dieser Zeit und passt zu uns!» Mit uns meint er seine ganze Familie, die zusammen die Firma hat. Er erzählt, dass er sein ganzes Leben für die British Gas gearbeitet habe und 2005 wegrationalisiert wurde. Mit seiner Abfindung und der plötzlich gewonnenen Freizeit gründete er zusammen mit seiner Frau, einer Textildesignerin, die Firma, in der mittlerweile auch eine der beiden Töchter arbeitet. Die zweite Tochter fotografiert die schönen, bunten Retrotapeten und Stoffe. Seine Liebe zum skandinavischen Design und die Tatsache, dass er schon von jung auf immer alte Muster gesammelt hat, beeinflussen die aparte Kollektion stark.

sweet home

Ein anderer aussergewöhnlicher Aussteller ist die kleine, französische Manufaktur Antoinette Poisson, die sich spezialisiert hat auf Tapeten und Papiere, die nach alter Tradition von Hand hergestellt werden. Die bedruckten Papiere heissen Papiers dominotés und wurden benutzt, um zum Beispiel Kisten, Schränke oder Schubladen auszukleiden. Antoinette Poisson restauriert aber auch alte Tapeten, nimmt Aufträge in Interior Design entgegen und hat auch Wohnaccessoires wie Kissen im Angebot. 

Einer meiner französischen Lieblinge ist die Firma Ibride. Sie kreiert einzigartige, märchenhafte Möbel und Wohnaccessoires, wie zum Beispiel dieses Steinbock-Regal.

sweet home

Die tollen Kissen von Silken Favours London hat Sweet Home schon einmal vorgestellt. Nun habe ich aber die glamouröse Vicki kennen gelernt, die diese fantastischen Seidenkissen und Foulards kreiert. 

sweet home

Vicki hat ihre kleine, exklusive Kollektion mit fröhlichen, sommerlich anmutenden Stücken wie Karpfen, Melonen oder Kakteen erweitert. 

Die alte Technik Decoupage hat John Derian neu entdeckt und perfektioniert. In seiner kleinen Werkstatt in New York kreiert er Teller, Schalen oder Briefbeschwerer, deren Motive Ausschnitte von alten Drucken sind. Jedes Stück ist ein Einzelstück.

Auch klassische Handarbeitstechniken können neue Formen annehmen. Das beweist die Niederländerin Anne Claire Petit schon seit einer ganzen Weile erfolgreich. Ihre gehäkelten Puppen und Tiere sind mittlerweile Klassiker. Diesen Sommer wollen übergrosse Früchte, Hummer oder Fische einziehen. 

sweet homeDie niederländische Firma Pols Potten hat Handgemachtes von holländischen Designern im Angebot. Neu sind zum Beispiel Körbe mit Neonakzenten, schlichte Keramikschalen oder grosse Glasprodukte in starken Farben.  

Hinreissend sind bunte Berberteppiche aus Marokko. Diese hier von Afolki möchte man am liebsten alle gleich mit nach Hause nehmen. 

Und weil man auch von einer Messe gleich etwas heimtragen möchte, gibt es natürlich auch Shops, die Trends verkaufen. Allen voran der Monocle Shop, der sich chic mit kanariengelben Schweizer USM-Möbeln zeigt. 

sweet home

Gleichzeitig zu der Messe in Villepinte fand in der Stadt eine kleine Parallelmesse statt. Stoff- und Tapetenhersteller wie die französischen Haute-Couture-Stars der Branche, Pierre Frey, Brunschwig & Fils oder Zuber, zeigten ihre Kreationen, die nicht selten wahre Kunstwerke sind, in den eigenen Showräumen. Auch Schweizer waren dabei wie Christian Fischbacher oder Jakob Schläpfer. Erwähnenswert ist auch die deutsche Firma Sahco, die sich für den Anlass gleich neben Vivienne Westwoods Showroom eingemietet hat und neu die exklusive Kollektion von Bruno Triplet ins Sortiment aufgenommen hat. Sweet Home berichtet zu einem späteren Zeitpunkt über die wunderbaren Stoffneuheiten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Büro zum Einziehen

Marianne Kohler am Freitag den 30. Januar 2015

Wie macht man aus einer kleinräumigen, bürgerlichen Wohnung ein offenes, modernes Büro? Die Architekten von Churtichaga + Quadra-Salcedo haben einfach grosse Löcher ausgeschnitten. 

Architektur: Churtichaga +Quadra-Salcedo

sweet home

Als Kind hatte ich ein Bilderbuch, das hiess «Das Buch mit dem Loch». Da hat ein kleiner Junge ein Loch durch das ganze Buch geballert. Das Buch wäre heute wahrscheinlich politisch nicht mehr korrekt, aber es war spannend, durch die Löcher hindurchzuschauen und neue Perspektiven zu entdecken. Beim Anblick dieses ausserordentlichen Büros musste ich gleich an das Buch mit dem Loch denken, denn es bietet ganz neue Blickwinkel.

sweet home

Das Thema Loch wird im Hub Flat – dem Madrider Büro von Impacthub, einer internationalen Networkfirma – überall aufgenommen. Das Ausgeschnittene zeigt sich je nach Perspektive ein-, zwei- oder gar dreidimensional. 

sweet home

Eine gewisse Verspieltheit und das Kokettieren mit der bürgerlichen Gemütlichkeit gehören zum Gestaltungskonzept der innovativen Architekten. 

sweet home

Das Büro ist auch eine Anspielung auf das Märchen «Alice hinter den Spiegeln» und zeigt eigentlich mit einfachen Mitteln, dass nichts so ist, wie es scheint. 

sweet home

Durch die Ausschnitte der Wände öffnen sich die Räume, was ein gemeinsames, vernetztes Arbeiten vereinfacht. 

sweet home

Als Stylistin weiss ich, dass man auf vielen Fotos die meist unattraktiven Steckdosen rausretuschiert. Im Hub Flat ging man selbst mit diesem Problem auf eine kreative und trotzdem günstige Art um: Die Steckdosen wurden zum hübschen Hingucker.

Meistgelesen in der Rubrik Blogs

Werbung

Die neuen digitalen Abos

Unbeschränkten Zugriff auf den Tages-Anzeiger. Jetzt testen ab CHF 1.-.

Werbung

Weiterbildung

Abenteuer Berufswahl

Der Weg zu einem passenden Beruf gleicht einer spannenden Reise. Erfahrungen kann nur machen, wer sich auf die Reise begibt.

Vergleichsdienst

Günstiger in die Ferien!

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

Werbung

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Werbung

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Marktplatz

Für Selbstständige und KMU

Tragen Sie Ihre Firma im neuen Marktplatz des Tages-Anzeigers ein.