Es gibt auch schöne Chuchichäschtli

Bloss stehen die nicht in der typischen Schweizer Mietwohnung. Hier einige Anregungen.

Die Chuchichäschtli gehören zum typischen Schweizer Wohnalltag. Und wir können oft nicht wirklich viel an ihnen ändern. Sie gehören in die meisten Mietwohnungen. Dort sind sie eingebaut, und Änderungen baulicher Art brauchen eine Spezialbewilligung des Vermieters. Viele der Einbauküchen wurden mehrmals ausgetauscht und passen gar nicht mehr zum Baustil der Wohnung. In meiner Wohnung, zum Beispiel, steckt eine uninspirierte, charakterlose Piatti-Küche, die wahrscheinlich aus den späten 90er- oder frühen 00er-Jahren stammt. Sie hat weisse Schranktüren, die lasiert, aber eben doch lackiert sind und erst noch Holzstruktur zeigen – das volle Programm! Zudem schreien die abgerundeten filigranen Metallgriffe trotz gemeinter Diskretion ziemlich laut 80s!

Das Haus wurde 1949 gebaut, die Wohnung ist gross und ich liebe sie, und sie hatte bestimmt anfänglich wunderschöne Schränkchen. Die Nachkriegszeit war ja eine Art Geburtsstunde der vielen Mietwohnungen mit Einbauküchen ab Stange. Ich entdecke aber solche charakterlosen Einbauküchen auch in sogenannt superschicken neuen Eigentumswohnungen. Dabei gäbe es definitiv hübschere Versionen. Zum Beispiel diese schlichte graue, klassische Küche, die wenigstens eindeutig ist in ihrer Aussage. (Bild über: Keltainen talo rannalla)

Diese Einbauküche zieht sich gleich noch weiter und ist Wohnwand, TV-Möbel und Schrank in einem. Hier ist das Holz klar als solches erkennbar. Die Schränke wirken wie Kisten und geben der Wohnung einen improvisierten, ein bisschen frechen Charakter. (Bild über: VM Designblogg)

Stark an den Ursprung der Einbauküche erinnert diese kleine farbige Kombination. Ihre Vorbilder – farblich und formal – waren konkrete Kunst und modernistische Architektur. Schön daran ist, dass sie auch einen Sitzplatz und offene Regalfläche bietet. (Bild über: Walala)

Ich bin nicht sicher, ob diese Küche auch in 20 Jahren noch attraktiv wirkt. Bestimmt schafft sie es eher als meine langweilige Schweizer Küche, deren Design vor lauter Gefälligkeit keinen eigenen Charakter hat und somit nie richtig passend wirkt. Diese rosa Küche mit offenen und geschlossenen Kästen hat auf jeden Fall eine starke Aussage und passt trotz oder gar wegen ihrer klaren Modernität harmonisch in einen alten Raum. (Bild über: Elle Decoration Schweden)

Auf diesem Bild, entdeckt über den Blog Interior likes, ist nochmals eine ähnliche Küche zu sehen. Hier zeigen die einzelnen Schranktüren aber unterschiedliche Farben. Auch diese Küche ist in ein altes Haus gebaut und stört die Architektur nicht. 

Moderne und Wärme schliessen sich nicht zwingend aus. Es ist kein Entscheid für das eine oder andere. In dieser Küche ist diese Verbindung gelungen. Sie wirkt auf eine reduzierte Weise wohnlich und praktisch. (Bild über: Un due tre Ilaria)

Besonders clever ist hier ein offenes Regal mit Türen versehen. Die Glasschiebetüren schützen die Dinge auf dem Regal vor Staub und bewahren zugleich die Gemütlichkeit, welche offene Regale ausstrahlen. Mit solchen Lösungen kann eine Küche auch individuell Farbe annehmen. (Bild über: No glitter no glory)

Reduziert mit ein wenig Pop kokettieren hier minimalistische Schränkchen mit verspielten und gemusterten Kacheln und Bodenplatten. Gegensätze, die sich gut verstehen. (Bild über: French by design)

Nochmals ein Beispiel, das zeigt, dass man mit dem Thema Chuchichäschtli durchaus stilvoll und kreativ umgehen könnte. (Bild über: Interior likes)

Manchmal liegt das Problem in den Schweizer Mietwohnungen an der Farbe oder am Fehlen derselben. Ursprünglich, nämlich in den Vierziger- und Fünfzigerjahren, waren nicht selten Pastelltöne oder Rot in den Küchen zu entdecken. Manchmal zeigten sich diese auch zusammen und mit Schwarz und Weiss kombiniert. Hier auf dem Bild, entdeckt über den Blog Retro Ranch Revamp, spielt ein kühles Mintgrün die Hauptrolle.

Die Sehnsucht nach dem Landleben und einer grossen Landhausküche ist gross. Es gibt viele Küchenkombinationen, die diese Sehnsucht auf eine moderne Art umsetzen. Diese hier ist besonders gut gelungen, nicht zuletzt dank den Glastüren an den Schränkchen. (Bild über: Fresh Farm House)

Nicht eingebaut, aber reingestellt sind diese individuellen farbigen, indischen Kästchen. Sie machen diese Küche zum fröhlichen gemütlichen Puzzle mit viel Persönlichkeit. (Bild über: Vintage Home)

Credits, Links und Shoppingtipps: 

Shoppingtipps: Indische Kästchen in dieser Art finden Sie bei Living Room. Die schönsten Küchen im Landhausstil hat meiner Meinung nach Devol Kitchens.
Blogs und Magazine: Vintage HomeFresh Farm HouseInterior likesFrench by designNo glitter no gloryRetro Ranch RevampUn due tre IlariaElle Decoration SchwedenWalalaVM DesignbloggKeltainen talo rannalla
Spannende Küchengeschichten auf Sweet Home: Der grosse Küchenratgeber, Damit bekommen Küchen Charakter

3 Kommentare zu «Es gibt auch schöne Chuchichäschtli»

  • mark ginsig sagt:

    langweilig langweilig, wo sind die guten Ideen für eine schöne küche? alles schon da gewesen, vielleicht wenig mehr farbe als vor 30 jahren, aber sonst!?
    Die einzige ‚Novität‘ ist vielleict die paar alten angestrichenen KüMö die nebeneinanderstehen

  • adam gretener sagt:

    Das blaue Ding ist sehr schön. Aber innendrin muss es aussehen wie Sau, also alles durcheinander. Sonst sind wir bald wieder mein Möbelkatalog.

  • Jo Mooth sagt:

    Spannende Präsentation. Wir haben eben eine Küche aus den 1950ern ersetzen müssen wegen Ameisenbefalls. Die neue besteht aus nur teilweise (Waschtrog wurde mit Silikonfuge an die Wand gebunden) eingebauten Elementen. Die Wandfliessen wurden grösstenteils belassen und ergänzt, der rostrote Klinkerboden mit gleichen Klinkern angepasst. Der Kochherd ist noch der alte aus den 1970ern, frei stehend. Dazu gesellt sich ein alter Wirtshaustisch mit unverwüstlicher Holzplatte.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.