10 Dinge, die Sie zu Hause unglücklich machen

Warum zu viele Kissen oder nackte Fenster Ihrem Wohlgefühl schaden.

 1 — Tausend Kissen

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe Kissen, Decken und Stoffe im Allgemeinen. Aber alles hat seine Grenzen. Wenn nämlich Sofas oder Betten mit Kissen überladen sind, dann fehlt der Platz zum Wohnen. Wählen Sie die richtige Anzahl Kissen für Ihre Möbel und sorgen Sie für Abwechslung, indem Sie ab und zu Bezüge oder Kissen austauschen. (Alle Kissen von Madam Stoltz)

2 — Schlechte Luft

Der Geruchssinn ist einer der stärksten Wahrnehmungen. Wenn also eine Wohnung schlecht riecht, dann fühlt man sich darin nie glücklich. Störende Geschmäcker sind Küchenduft, abgestandene Luft und Unfrische im Allgemeinen. Aber aufgepasst: Auch Raumdüfte sind ein schwieriges Thema. Bei Düften im Haus gilt das Gleiche wie für persönliche Parfüme: Weniger ist mehr, und der Duft muss edel und dezent sein und zur Persönlichkeit oder eben zur Wohnung passen. Am besten wählen Sie natürliche Düfte. Wenn Sie sich für Öle oder Duftkerzen entscheiden, platzieren Sie diese am besten im Eingangsbereich. Auch frische Blumen lassen die Wohnung auf dezente Art gut riechen. Unerwünschte Kühlschrankdüfte kann man zum Beispiel mit einer Schale Zitronensaft neutralisieren. In der Toilette helfen beispielsweise die Post Poo Drops von Aesop. (Bild über: Pretty Stuff)

 

3 — Fernseher im Schlafzimmer

Was im Hotel vielleicht Spass macht, stört das heimische Wohnglück, das Wohlbefinden und den ruhigen Schlaf. Fernseher gehören nicht ins Schlafzimmer. Das Licht, das Flackern und die Intensität der Bilder verunmöglichen eine Entspannung. Das Gleiche gilt übrigens auch für Computer oder Smartphones. Lesen Sie besser ein gutes Buch vor dem Einschlafen und platzieren Sie Ihren Fernseher in die Wohnräume. (Das Bild zeigt ein Zimmer vom Hotel Viu Milano mit Möbeln von Molteni)

 4 — Superschwere Matratzen

Grosse und schwere Betten liegen im Trend. Ich selber habe sie schon mehrmals inszeniert für Kataloge und Werbung. Wer solche Matratzen allerdings beziehen muss, der wird bestimmt nicht glücklich dabei. Auch lassen sie sich praktisch nicht verschieben und erschweren so das Betten und Putzen. Eine Lösung bieten die Bettenhersteller mit dünnen Toppermatratzen auf den eigentlichen Matratzen. Eine andere sind Betten ab 180 cm Breite, die meist zwei Einzelmatratzen haben. Wählen Sie Betten, die Ihnen nicht nur den gewünschten Schlafkomfort bieten, sondern die Sie auch managen können. (Bild: Domino)

5 — Grelles Licht

Glück und Wohlbefinden hängen von der Stimmung ab. Und für Stimmung sorgt in einer Wohnung das Licht. Das macht den Unterschied: Spots oder alles ausleuchtende Deckenleuchten bieten helles, grelles Licht, dem nichts entkommt. Wählen Sie lieber dezentes, punktuell eingesetztes Licht. Dieses ist sanfter und lässt alles besser, schöner und milder aussehen. (Bild über: Desire to inspire)

6 — Unverrückbare Möbel

Jedes Möbelstück, das unverrückbar ist, verhindert unsere Flexibilität. Man kann nie umstellen, ohne gleich eine kleine Equipe dafür aufzubieten. So bleibt alles immer beim Alten – was zwar gut und tröstend sein kann, aber es schränkt auch ein. Und Einschränkungen verhindern oft das Glück. (Bild über: Casa très chic)

7 — Nackte Fenster, kahle Böden

Ohne Vorhänge und Teppiche wirkt eine Wohnung schnell wie eine Halle. Die Möbel sehen aufgesetzt aus, die Einrichtung provisorisch, und keine echte Wohnlichkeit entsteht. Aber nur Wohnlichkeit und Gemütlichkeit vermitteln echtes Zuhausegefühl und können glücklich machen. Auf jeden Fall sind wir dank ihnen gerne zu Hause. (Bild über: Comparte mi Mode

8 — Kunst aus dem Möbelhaus

«Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele»: Dieses Zitat von Pablo Picasso erklärt meiner Meinung das Unerklärbare am besten. Schmückt man seine Wände mit einer Glitzerversion von Klimts «Kuss» oder einem gerahmten, ach so coolen Spruch, made in China, dann wird das nichts mit dem Entstauben des Alltags. Gönnen Sie sich echte Kunst, besuchen Sie Galerien, unterstützen Sie junge oder nicht so bekannte Künstler, wählen Sie gute Plakate, Kinderzeichnungen, Skizzen und Entwürfe, Fotografien, Drucke, edle Stoffe – und verzichten Sie auf Kunst aus dem Kaufhaus oder dem Möbelhaus! (Bild über: The Design Chaser)

9 — Zu viel Design

Neid ist eine Eigenschaft, die ganz bestimmt nie glücklich macht. Und Neid kommt auf, wenn man sich und seine Lebensart ständig vergleicht. Instagram oder Facebook sind dabei auch keine guten Freunde. Design ist Mode geworden. Alle wollen Eames & Co. und vergessen dabei, dass die Möbel, die heute als superteure und begehrenswerte Designerstücke vermarktet werden, ihren Ursprung in der Demokratie haben. Funktionales Design diente der industriellen Produktion, und diese sorgte wiederum dafür, dass Luxus und Komfort einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich wurden. Wenn Sie also bloss noch auf die Labels schauen und nicht wirklich auf Ihre eigenen Ansprüche und Ihr Wohlbefinden, dann wird Wohnen zu einem ständigen Wettbewerb. Entspannen Sie sich, wenn Sie wirklich ein Designerstück gefunden haben, von dem Sie überzeugt sind, dass es Sie glücklich macht – dann sparen Sie dafür und leisten Sie es sich ganz bewusst. Aber setzen Sie sich nicht unter Stress und denken Sie auf keinen Fall, dass Design allein glücklich macht. Zu viel des Guten verwandelt Ihre Wohnung in ein Museum oder einen Showroom. (Bild über: Smart Furniture)

10 — Einsamkeit 

Einsamkeit ist ein komplexes Thema, das allerdings viel damit zu tun hat, wie wir leben und wohnen. Öffnen Sie Ihr Zuhause für Freunde. Besuchen Sie öfters Freunde, Verwandte und Nachbarn. Teilen Sie Ihr Zuhause mit jemandem, den Sie lieben. Wohnen Sie offener. Regen Sie sich nicht auf über den Lärm der feiernden Nachbarn und spielenden Kinder, über Blumentöpfe oder andere Dinge im Treppenhaus – das Leben ist zu kurz dafür. Und zu schön! (Bild über: The Decoist)

Credits: 

Shops und Kollektionen: Madam Stoltz, MolteniSmart Furniture
Blogs und Magazine: Pretty StuffDominoDesire to inspireCasa très chicThe DecoistThe Design ChaserComparte mi Mode 
Hotels: Hotel Viu Milano

 

20 Kommentare zu «10 Dinge, die Sie zu Hause unglücklich machen»

  • Sabine sagt:

    Sehr unterhaltsam geschrieben!
    Denn das sind solche Artikel doch – Unterhaltung, gell. ?
    Oder nimmt jemand solche Artikel wirklich ernst?
    Ich kann mir das nicht vorstellen.
    Lasse ich mir von jemanden sagen wann ich mich in meinem zu Hause glücklich fühlen darf?
    Mit wie vielen Kissen, ohne Teppich oder doch mit, mit verrückbaren Möbeln oder ohne . . .
    oder soll ich mich super-gut fühlen, wenn ich alle 10 Punkte erfülle oder eigentlich lieber nicht! ?
    Also ich bin doch SEHR froh, dass ich Das selbst entscheide – ob ich hier glücklich bin – wie ich hier lebe, woher auch immer meine Möbel & „Kunst“ (oder ist es doch Kunst?) kommt, wer auch immer mich inspiriert.

    Aber wie gesagt, sehr unterhaltsam geschrieben!
    Grüße

  • Petra sagt:

    Tolle Tipps um mal wieder die eigene Einrichtung zu hinterfragen :-)
    Aber Kunst aus dem Möbelhaus muss wirklich nicht sein, auch wenn man über kein grosses Budget verfügt. Mein Tipp ist der Verein für Originalgrafik, dort gibt es wirklich immer was zu entdecken, zeitgenössische Kunst zu sehr fairen Preisen http://www.vfo.ch

  • Bruce Botnick sagt:

    Ich wechsle meine Kunstbilder jedes Jahr. Heisst indirekt. Château Mouton Rothschild macht das für mich. Nach der alten Devise von gutem Design: Form folgt Inhalt (oder eben Funktion). Heisst auch, meine Kunstsammlung erweitert sich ständig. Diese herrlichen Flaschen eigenen sich auch gut als Blumenvasen.
    p.s.: Herrliche Erinnerungen – immerdar.

  • Jacques sagt:

    „Fernseher im Schlafzimmer“; Wo denn sonst? Ich schaue TV nur im Schlafzimmer. Wirkt besser als Valium.

  • Holga sagt:

    Nö ist doch nicht überheblich. (Muss ja nicht grad ein Rizzi sein). Ich finde immer wieder mal alte Ölbilder, die gibts wenn man ein bisschen rumschaut im Brocki für wenig Geld, oder auf Ricardo. In Basel findet man interessantes Zeugs für die Wände auch schon mal auf der Strasse, ‚gratis zum mitnehmen‘. Bringt Charme und Leben in die Wohnung;)

  • Jennifer sagt:

    Ist es erlaubt, sich nach 22h an lärmigen Nachbarn zu stören? Ohne dass ich mir sagen muss, ich wäre selber schuld, wenn ich mein Leben nicht genug geniesse?! Mich machen lärmige Nachbarn unglücklich. Ich hasse diese akustische Invasion zur Unzeit. In solchen Momenten fühle ich mich bloss noch grenzverletzt, und mir wird meine Wohnausstattung sowas von total egal. Herumkreischende Goofen mag ich auch nicht sehr. Ist einfach so. Dafür hab ich einen Kater im Sessel liegen. Der sorgt geduldig für Ausgleich und gute Stimmung. „Teilen Sie Ihr Zuhause mit jemandem, den sie lieben.“ Wirklich eine tolle Einrichtungsidee. ; ) Das mit den schweren Möbeln ist aber richtig gut. Habe gerade den Omaschrank (Mahagoni! Empire! Antik! Schöne Holzarbeit! Erbstück!) rausgeworfen. Weg ist er. Wie angenehm.

    • xhuhg sagt:

      Cooler Kommentar :) ausser das mit den „Goofen“. Kinder haben als Einzige die Berechtigung, laut zu sein. Auch Wohnungskinder dürfen spielen, nicht nur jene, die in einem Einfamilienhaus leben. Und weil sie viel Schlaf brauchen ist ja meist nach 20h Ruhe :)

  • Aleksandra Kowalsky sagt:

    Wir haben leider zu schwere Möbel, die sich kaum verschieben lassen.
    Richtig finde ich auch: Mein Wohnung soll mir Schutz und Komfort sein.
    Es macht glücklich zu teilen, gerade wenn es etwas Elementares und nicht Luxus
    ist. Vielen Dank liebe Frau Köhler für ihren Blog, der mich oft glücklich macht.

  • K.Ess sagt:

    …….es sei denn, die Kunst kommt aus dem Kunstwarenhaus in Zürich, wo genau das angeboten wird was hier propagiert wurde!
    http://www.kunstwarenhaus.ch/de/

  • Martin sagt:

    Damit bin ich jetzt mal einverstanden. Auch wenn ich nicht so der Fan von zu viel herumstehenden Dingen bin, so finde ich gerade Punkt 7 ziemlich wichtig. Auch das mit dem Showroom finde ich treffend formuliert. Das gibt es auch bei Kleidern. Wenn eine Person alles nur Kleider einer bestimmten Marke trägt und man das Label sehen kann. Das wirkt künstlich, ziemlich doof und aufgesetzt.

    • ABCDEFG sagt:

      Showroom, das trifft es. Ja, mal passt ein sogenanntes Designstück. Aber bei dem gezeigten Eames-Chair muss ich immer grinsen: Der ist auch in seinen Neuauflagen nicht bequem, wenn man keine 1.65 m groß ist und unter 70 kg wiegt. Einen Stuhl / Sessel muss man mit Buch probesitzen, wenn man danach den Inhalt des Buches referieren kann, war er vielleicht bequem.

  • filosof sagt:

    Bravo! Habe nie verstanden, was an den dicken Elefantenmatratzen gut sein soll. Besserer Schlaf? Glaube kaum. Japaner schlafen auch sehr gut auf dünnen, einrollbaren Matratzen. Alles nur Gags und Geschäftemacherei und man ärgert sich, die schweren Monstrume beziehen zu müssen. Kahle Fenster und Böden sind auch nicht unbedingt ästhetisch, warm und wohnlich. Allerdings – zuviel Stoff und Teppich sind das andere Extrem und wahre Staubfänger. Die goldene Mitte ist immer das Beste.

  • Deborah sagt:

    Danke wieder einmal für einen fantastischen Artikel. Ich stimme allem zu. Zu Pkt. Nr. 8: Bei uns hängt zurzeit noch Ikea an den Wänden. Es muss anhalten, solange das Budget nichts Originaleres zulässt. Immerhin besser als kahle Wände… :-) LG, Debs
    http://www.ordnungsliebeblog.wordpress.com

    • Doris sagt:

      War heute auf dem Flohmi in Zürich Bürkliplatz. Hätte ich noch Platz an den Wänden, wäre mir das eine oder andere Bild, das dort verkauft wurde, angenehm gewesen. Originell, speziell, nicht teuer, Und bitte keine man kann es wieder mal auswechseln für ein neues. Und bitte keine Eames-sessel mehr und keine Courvosierliegen. War mal ein Must für viele.

  • Sisifee sagt:

    Besonders der letzte Punkt ist doch zentral. Ich habe festgestellt, dass sich noch kein Gast an all den Sachen gestört hat, die ich selbst bei uns zu Hause als „unperfekt“ empfinde. Dass man bei uns hingegen bis nach Mitternacht sitzen bleiben darf, auch mit vielen Kindern, die im oberen Stockwerk herumtoben oder nach und nach irgendwo einschlafen, beschert uns regelmässig grosses „Wohnglück“.

  • Wolfgang Zanger sagt:

    Es ist schon sehr überheblich, wenn man auf Kunst aus dem „Kaufhaus“ verzichten soll……

    • Renata Rubina Rolischo sagt:

      Nein, warum? Die Dinge sehen genau so aus – wie Kunst aus dem Kaufhaus eben. Die Alternativen stehen ja im Text (und sind nicht notwendigerweise teurer).

    • Bea sagt:

      Niemand „soll“ oder „muss“ irgendetwas – aber „Kunst“ aus dem Kaufhaus (Möbelhaus) ist schon grenzwertig. Selber malen hingegen ist eine Alternative.

    • Leanna sagt:

      Es hätte eigentlich „Kunst“ heissen sollen, nicht Kunst. Aus Ikea kommt nämlich gar keine Kunst. Nein, das ist nicht überheblich.

  • Melanie sagt:

    Richtig gut- gut geschrieben! So leben wir auch.

Kommentar

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