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Ein Strich in der Landschaft

Marianne Kohler am Freitag den 3. Dezember 2010

Nein, wir sind hier nicht im Film «Matrix» oder einem anderen Science-Fiction, der Tore zu Parallelwelten öffnet. Dieser Strich in der Landschaft ist ein Haus, das in Japan steht und  von den Architekten Atsushi und Mayumi Kawamoto von mA-style stammt.

Gefunden auf dem Blog: What we do is secret
Fotos von: Kai Nakamura

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Das flache Haus sieht zwar sehr futuristisch aus, steht jedoch inmitten einer idyllischen, japanischen Flusslandschaft mit lauter traditionellen Häusern rundherum.

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Beton muss nicht kalt wirken. Das beweist diese strukturierte, lebendige Wand. Sie wird zu einem Teil der Landschaft oder einer Art Spiegel der Natur.

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Hier wird ersichtlich, wie das Haus funktioniert. Es schliesst sich zur Strasse hin mit der Beton-Rückwand und öffnet sich in die Flusslandschaft mit architektonischen Einschnitten.

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Der Innenausbau ist schlicht, reduziert, puristisch und zeigt eine einfache Raumauffassung mit viel Sicht nach aussen.

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Die Farbigkeit beschränkt sich im Aussen- und Innenbereich auf viel Weiss und warme Betontöne. Strukturen und Texturen sorgen für Lebendigkeit und Wärme.

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Wie eine grafische, japanische Tuschzeichnung wirkt das Zusammenspiel von Natur und Architektur.

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Die Vorderseite des Hauses öffnet sich direkt und indirekt in die Natur. Anders als bei typischen Glaspalästen ist hier der Ausblick und Einblick viel diskreter umgesetzt.

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Obschon ganz anders als die Nachbarhäuser, integriert sich dieses Stück Moderne harmonisch in die Umgebung.

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68 Kommentare zu „Ein Strich in der Landschaft“

  1. Franka sagt:

    solche Architektursünden, noch dazu in einer ländlichen Gegend, sind für mich unverständlich.

    • Ernst B. sagt:

      @Franka: Ein sehr originelles Haus. Das Haus gefällt mir ausserordentlich. Es hätte gut auf ein Grundstück in unserer Nachbarschaft gepasst, wo ein Besitzer eine mühsame Renovation und einen unschönen Anbau realisiert hat. Nur weil sein Grundstück dreieckig ist.

    • Louis sagt:

      @franka.
      bedenken sie dass vielfalt, ob in der gesellschaft oder in der architektur, die grundlage der wertschöpfung bildet.

    • Architekt in der CH sagt:

      Vieleicht für sie unverständlich, weil sie offenbar keine Ahnung von der Bedeutung und Anwendung von Architektur haben. Da bleibt es nicht dabei, mit 6 strichen ein Häusschen zu zeichnen. Aber das können sie vieleicht nicht wissen…

      Und ich frage mich, wer den Leuten das Hirngespinst vom kalten, bösen Beton eingepflanzt hat…

      • Hans Gerber sagt:

        Haben sie Beton schon einmal angefasst? Also ich empfinde Beton meistens als kalt.

      • Andreas Schwander sagt:

        Das Problem ist, dass wer mit Beton Baut, keine Ahunung von Energie hat. mit der Energie (KOhle) die nötig ist um den Zement herzustellen, könnte man das haus, wäre es aus Holz 100 Jahre lang heizen. Beton in der Architektur, dort wo er aus statischen Gründen nicht nötig ist, ist so überflüssig wie echtes Leopardenfell in der Mode. Nur dass die Mode das schon kapiert hat.

      • Patrick Tigri sagt:

        Zum Glück haben wir Architekturbanausen so Experten wie Sie. Ich bin für anderes Experte, etwa dafür, wie man in Forumseingabemasken die Rechtschreibkontrolle aktiviert. :-)

        Im Ernst: Architektur muss für alle sein, nicht nur für die Architekten. “L’art pour l’art” ertrage nicht nur ich schlecht. Mehr Bescheidenheit, bitte.

      • Patrick Tigri sagt:

        100 Jahre, Schwander? Glaube ich nicht, Belege her bitte.

      • Armin Meier sagt:

        Architektur ist heute reine Selbstverwirklichung der Architekten. Architektur ist heute reine Kunst, allerdings ohne Zweckmässigkeit und mit einer unglaublichen Arroganz gegenüber den vermeintlichen Nutzern. Die Architekten haben vergessen, dass sie den Menschen zu dienen haben.

  2. Martin S. sagt:

    @Franka: das ist keine Architektursünde, sonder ein überaus schönes Haus das seine Qualitäten für die Bewohner und Benutzer durch Sichtbezüge und Trennung öffentlich/privat voll ausspielt. Im übrigen ist die durchschnittliche “Lebenserwartung” eines Hauses in Japan 20 Jahre, da müssen Sie keine Angst haben, dass die Umgebung sich nicht zeitgenössisch an dieses Haus anpassen kann. Zumal viele der ländlichen Häuser Japans tatsächlich qualitativ billigster Schrott sind. Da lobe ich mir so ein mutiges Beispiel von Qualität.

  3. Damian sagt:

    Architekturexperimente sind ja durchaus spannend – ob ich als Eigentümer oder Nachbar Freude daran hätte, wage ich aber zu bezweifeln…

  4. Chiarra Furrer sagt:

    Ich finde das Haus schön und spannend. Solange jedenfalls bis auf der offenen Seite ein Nachbarhaus gebaut wird.

  5. Daniel sagt:

    was für ein wunderschönes Haus! Wie man so etwas als Architektursünde bezeichnen kann ist mir schleierhaft.

    • jo sagt:

      einfach, zuviel Beton. Obwohl das jetzt noch ein besseres Beispiel ist, haben Architekten immer einen Hang viel Beton zu zeigen. warme Betontoene lol, das ist wie warmes Schwarz..

      • kde sagt:

        … warmes Schwarz: tatsächlich, das gibt es! Bitte einmal genau Farben ansehen – auch wenn Schwarz offiziell keine fFarbe ist – da gibt es viele Unterschiede! Und Beton wird durch Zuschläge (Sand, Kies) und deren Eigenfarbe getönt, und durch die Zugabe von Farbpigment. Also erst Denken (bzw. Informieren), dann Urteilen.

  6. rené stöckli sagt:

    Formal sehr schönes 3 Zimmer EFH. Funktional und vorallem ökologisch sicher ungenügend … EFH’s sind das grundsätzlich … ergözen wir uns am Aussehen und überlassen unseren Nachfahren die Probleme …

  7. StefanB sagt:

    Mir ist unverständlich, wie man funktional-kalte graue Betonwände als “warm” bezeichnen kann. Ja, spannend ist die Architektur des Hauses schon, zugegeben. Aber ich denke, es verleidet einem ziemlich schnell, in diesem Bunker zu wohnen. Da trifft es sich ja, dass Architektur in Japan, wie schon gesagt, eine ziemlich kurze Lebenserwartung hat.

  8. Lena sagt:

    Bei den ersten beiden Bilder dachte ich: “Dieses Haus ist alles andere als schön”. Dann habe ich mir jedoch die restlichen angeschaut und ich finde es ok! Das Haus allein geht zwar noch. Aber ich verstehe nicht, wie man ein so modernes Haus in eine “ländliche” Siedlung hinpflanzen kann.

  9. Sif sagt:

    Obschon die Architektur eine gewisse Spannung erzeugt und mit Ausblick und Abschottungen spielt, ist der Titel wohl richtig gewählt. Denn der “Strich” wird offensichtlich als Kontrast zur Landschaft gesehen. Gute Architektur sollte aber nicht nur als solitäres Objekt behandelt werden, sondern muss als Ganzes mit der Umgebung betrachtet in Verbindung treten, was bei diesem Beispiel leider nicht gelungen ist. Der Dialog mit der unmittelbare Umgebung sowie der Behandlung der “Landschaft” könnte in diesem Fall ein wesentlich Verbesserung zur Folge haben.

  10. Dani Kobler sagt:

    Der Architekt hatte ja nicht den Anspruch etwas alltagstauchliches zu bauen, dass haben italiensche Sportwagen Bauer und französische Haute Coture Schneider auch nicht.
    Sehr schön finde ich hingegen wie im erdbebengewohnten Japan der Natur gezeigt wird wie man sie gerne hätte:
    ein blattloses Geäst darf den Eingang markieren und Topf mit irgendwas begrünt den Raum.

  11. Hans Gerber sagt:

    Ich wollte schon immer mal in einer Mauer leben. Wie man behaupten kann, dieses Haus passe harmonisch in die Umgebung, ist mir ein Rätsel. Das Haus schottet sich total ab.

  12. Margrit H sagt:

    Solche wunderbaren Bauten werden von vielen Menschen leider als “unschön” etc. taxiert weil:
    wir in der normalen Schule, der Lehre etc. nichts von Farbe und Form erlernen.
    Leider ist dies bis heute nur den Architektur- und Kunststudenten vorbehalten.
    Wenn wir die Sichtweisen unserer Mitmenschen schulen wollen, müssen wir dieses Fach
    unbedingt in den Schulstoff einbauen.

  13. Cybot sagt:

    Warme Betontöne? Ich kann mir nicht helfen, aber der Autor kann noch so lang schreiben, es wirke warm, auf mich wirken die Bilder eiskalt. Architektonisch sind das sicher ein interessante Formen und ein futuristisches Design, aber wohnen würd ich da nicht wollen.

  14. Tommy Furrer sagt:

    Also “warm” würde ich dieses Haus auch nicht bezeichnen. Doch als Ganzes finde ich: endlich mal was anderes, gewagt usw.! Wir kennen hier nur unsere langweiligen Einfamilienhäuser, genormt, steril, gepflegt …..! Bravo!

  15. Suruam sagt:

    Architektur hat verschiedene Ebenen. Eine ist diejenige die hier und auch sonst immer als erste eingefordert wird, die Funktionale.
    Ein ambitionierter Architekt baut diese funktionale Ebene in seine eigene Sprache ein. Hier wird sehr formal mit einfachen Mitteln exemplarisch vorgeführt was ein Haus ausmacht. Was ist das denn? Ein Strich in der Landschaft. Eine Mauer. Erst bei genauerer Betrachtung und mit der Bewegung um die formalen Elemente fächert sich daraus ein Haus. Eine Tür, der Raum, gebauter Innenraum und Aussenraum usw.
    Da wir die meisten Häuser von Aussen wahrnehmen auch ein Geschenk für uns: Hier wird durch den Kontrast mit der Umgebung vorgeführt das es etwas Besonderes ist, ein Haus zu bauen. Doch anstelle das dies die Umgebung freut, sieht sie den Bruch mit dem Status Quo oft als Provokation.

    • Armin Meier sagt:

      Herr Suruam, Sie mögen ja ein begabter Poet sein, ihre Wort finde ich wirklich anmutig. Aber auch durch den Klang des Gedichts lässt sich mein Auge nicht beirren. Dieses Haus ist hässlich und völlig unökologisch, sprich: von gestern.

  16. G.Frey-Tahm sagt:

    Da geht es nicht mehr lange und die Leute müssen zum Psychiater. Oder drehen durch und rennen gegen die ach so flache Wand. Die Menschheit ist am verblöden.

  17. Pierre Amiguet sagt:

    Das Haus ist besser als viele andere (pseudo)-Moderne. Vor allem wird durch den Kontrast sichtbar wie unglaublich bünzlig die umgebenden Häuser sind.

  18. Ramon Paxus sagt:

    Einfach nur schön. Da sieht man mal, das Beton und moderne Architektur keineswegs kalt wirken müssen. Ich wünschte ich könnte mir so ein Haus auch leisten (träumen darf man ja, oder?).

  19. Jules Mari sagt:

    Das Haus besticht durch die Reinheit und Schnörkellosigkeit der Form. Jede Linie ist bewusst gesetzt in einer präzisen Beziehung zur nächsten und zum Ganzen.
    Der Bau erinnert dadurch stark an Entwrüfe von Buzzi e Buzzi; auch die Materialien sind ähnlich gekonnt eingesetzt.
    In wiefern sich der Entwurf in die Umgebung und Landschaft einfügt, lässt sich aufgrund der paar Fotos, auf denen man kaum etwas anderes erkennt, nicht beurteilen; erfahrungsgemäss ist es jedoch schwierig eine so kraftvolle Formensprache in eine dichte, konventionelle Bebauung einzufügen.

  20. Urs Wiesner sagt:

    Phantastisch ! Leider hat hierzulande kaum jemand den Mut so zu bauen.
    Apropos nicht harmonisch und und nicht in die Gegend passend: man beachte auf den Bildern die restlichen umliegenden Bauten repektive das trostlose Gehütte.

  21. mark sagt:

    spassig finde ich vorallem die grosse küche und der “viele” platz um das gekochte mit freunden zu essen, ganz zu schweigen von herumtollenden kindern. aber architektur muss ja vorallem gefallen!

  22. Rodolfo Knapp sagt:

    Auf meiner kürzlichen Zugfahrt von Chur nach Bern bin ich der schweiz. Einfamilienhaus-Idylle etwas zu nah gekommen und habe immer wieder auf einen Strich in der Landschaft gewartet. Aber es kam keiner. Stattdessen bin ich einem Haufen von Unhäusern vorbeigerast (zum Glück mit eher hohem Tempo) Die Häuser, die jeder von uns kennt. Die Häuser , an die wir uns leider gewöhnt haben. Diese ländlich angehauchten, gemütlichen sogenannten Landhäuser, versehen mit den ortsüblichen, dekorativen Elementen, wie rustikalem Fassadenverputz, ein paar aufgeklebten dunkelgebeizten Holzbrettern, Norm-PVC-Fenstern mit künstlichen Kreuzsprossen und aus ebensolchem Material, eine gemütliche Rundbogentüre die so aussehen sollte wie altes Holz .
    Ob es nur ein ästhetisches Unwissen ist….oder Gleichgültigkeit oder einfach nur Gewohnheit….?
    Schliesslich haben die Nachbarn auch so ein Haus und man sagt, dass es in die Landschaft passt. Schade..,ich hätte gerne wenigstens einen Strich in der Landschaft gesehen.

    • martin sagt:

      Eindlich mal jemand, der mit offenen Augen durch die Schweiz fährt! Danke!
      Leider verhindern oft die von Laien auf Gemeindeebene ausgearbeiteten Baureglemente Bauten wie solche. Auf der Website der Architekten gibt es übrgigens noch weitere interessante Gebäude zu sehen: http://www.ma-style.jp

    • Gertrud Euchner sagt:

      Tschau Rodolfo, co vaja?

      Tja, die schönen Bauten siehst Du eben nicht entlang der Bahnlinie. Wer baut dort schöne Häuser? Die Villa Pulenta
      steht ja auch nicht an der Strecke St. Moritz – Scuol, schmunzel. Halt etwas erhaben.

      Kennst Du die Wohnbaugenossenschaft Neubühl in Wollishofen? Da eben wohne und lebe ich. Und ich sage Dir, auch wenn diese Bauten kein Strich in der Landschaft sind, sie sind schön!

      Ich hoffe es geht Dir gut und grüsse Dich (ehemals nachbarlich)

      Gertrud

  23. Felix Mendinetti sagt:

    Ist dieses HAus überhaupt bewohnbar ? Viel Materialverschwendung zu sehr wenig Wohnraum ARSCHITEKTUR eben

  24. pol sagt:

    Ein Gebäude ist eine Hülle, die den Raum zwischen innen und aussen definiert, Einblicke und Ausblicke freigibt, die Besonnung und Wettereinflüsse regelt und so einen Dialog mit der Umgebung eingeht.
    Dieses Gebäude kann das, auch die Oberflächen sind klar gewählt und die Details sauber gelstaltet. Das Gebäude kann man so bauen. es ist elegant und zeitgemäss, eben ein Haus von heute und nicht eines von gestern!
    In diesem Hause würde ich gerne Wohnen, die Räume einrichten und leben und neue Ideen und Gedanken zulassen.
    pol

  25. martin tschuemperlin sagt:

    Erstaunlich wie und was man bauen kann.
    Erstaunlich auch, wieviele Menschen sich dafür begeistern können.
    Von warm sollten wir hier aber nicht sprechen – oder predigen uns die
    gerühmten Architekten, dass Eisenbeton ein natürlicher Baustoff ist?
    Wie ist denn der Isolationswert von Beton – wie ist denn die Geräuschdämmung?
    Ich denke, dass sich dieses Bill Haus optimal auf dem Mond integrieren liesse…!
    Ja, Mondarchitektur wird hier vorgestellt!

  26. Arch sagt:

    An den Kommentaren wird deutlich klar, wieso in der Agglomeration vor den Türen der Städte in der Schweiz soviel architektonischer Schrott gebaut wird mit Gauben und Erkern und Walmdächern, weil das der Masse gefällt…. Heimelig soll es sein, aber nicht zuviel und dann jede Ecke mit unnutzen Accessoires vollstellen. Die Architekten haben es schwer, zu gross ist die Kluft zwischen Lehre und dem Verständniss des gemeinen populus..

  27. nadjeshda sagt:

    mag moderne architektur nicht immer. finde das vorherrschen von grau in grau (um es einfach auszudrücken) oft zu kalt und es fehlen mir oft die kräftigen farben, was neben den baurechtlichen bestimmungen auch an unseren gewohnheiten liegt. dieser strich in der landschaft ist einfach nur schön und passt sich nicht nur äusserlich sondern auch energetisch wunderbar ein in seine umgebung! der diskrete ein- und ausblick ist eine wunderbare lösung für licht, offenheit und privatsphäre gleichzeitig. innen freilich würde ich mit farbigen möbeln oder deko wie z.b. bilder nicht sparen. heimelig (wenn auch nicht im herkömlichen sinne) soll ein lebenswohnraum schon sein. wärme braucht der mensch.

  28. bugi sagt:

    konsequente, überzeugende architektur hat es offensichtlich vielerorts schwer. mir fehlt das verständnis dafür, dass ausgerechnet biedere, einfallslose architektur als vorbildlich und nachahmenswert gilt. ich finde dieses gebäude stark, sehr stark sogar. es würde der vorherrschenden architekturlandschaft gut tun, wenn es mehr gebäude mit charakter geben würde – das erfordert nicht nur gute architekten, sondern auch mutige bauherren. davon wünschte ich mir mehr!

    • Skeleton in the cupboard sagt:

      dear oh dear,

      mutige und vor allem solvente bauherrschaften ist der am häufigsten aufgeschriebene wunsch ans architekten-christkind. sie sind in guter gesellschaft, bugi.

  29. roger sagt:

    wie wäre es mit einem kompromiss? die betonwand voll begrünen (dem architekten wahrscheinlich ein graus). dann könnten vögel darin nisten. dann würde ich sofort einziehen.

  30. Tommy Furrer sagt:

    genau.die schweiz ist vollgebaut mit normhäuser,alles mist

  31. Kevin Ochsner sagt:

    Also das ist mir ja das Schrecklichste was mir jemals untergekommen ist. Einfach eine Sünde, absolut inakzeptabel. Das Geländer in der Wohnküche ist ja nie und nimmer SIA 358 (”Absturzsicherung”, für all die Besserwisser hier…) konform!:-) – Das Haus finde ich allerdings toll, die Ausrichtung und Öffnung zur Natur sehr gelungen. Besonders das Tageslicht ist ein sehr zentrales Thema, das gut umgesetzt wurde.

    • Arch sagt:

      Im privaten Bereich können sie dieses Geländer auch in der Schweiz bauen! (Gegen eine Unterschrift)

      Fallen Ihnen vielleicht noch mehr SIA Normen ein zum Beeindrucken? Vielleicht sollten sie noch den Dachrand nachmessen, der sieht auch nicht nach SIA aus!
      Viel Spass noch im Blockhüsli…

      • Interessiert sagt:

        Ah, interessant, der Hinweis auf die Erlaubnis gegen Unterschrift! Kann man so z.B. auch geländerlose Treppenstufen machen? (Ich hätte so gerne eine Treppe, die nur aus in die Wand montierte Treppenstufen besteht).
        Das Haus finde ich genial.

      • Arch sagt:

        Mit der Unterschrift übernehmen sie die volle Verantwortung im Falle eines Unfalls und nicht die Versicherung. Es ist bei fast allen speziellen Details möglich, von der Norm abzuweichen. Handwerker und Herstelller gewähren in solchen Fällen aber keinen Anspruch auf die übliche Gewährleistungsfrist.
        Alles eine Frage des Mutes, des Geldes und des persönlichen ästhestischen Anspruches.

      • Kevin Ochsner sagt:

        Herr/Frau Arch, nichts geht mir mehr gegen den Strich als ein “Blockhüsli” von Swisshaus, marty oder dergleichen. Hätten sie meinen Kommentar fertig gelesen, hätten sie feststellen können, dass mir das Haus von ma-style gefällt. Wir stehen in dieser Diskussion also auf der gleichen Seite, ausser Sie beanspruchen die Befürwortung dieser Architektur für sich. Der Hinweis auf die SIA Norm ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen, bei aller Verkrampftheit kann Ihnen das natürlich entgangen sein. (Abgesehen davon ist meine Aussage ja auch nicht unwahr, das Geländer ist in der Tat nicht konform. Bauen darf man es, da haben Sie recht. Bravo.)

  32. Skeleton in the cupboard sagt:

    dear oh dear,

    von aussen ungewöhnlich, aber nicht ohne reiz. innen fast unbrauchbar. ingesamt: der gesponserte feuchte traum eines architekten.

  33. mandy sagt:

    Ach du meine Güte!
    Mag ja aus Architekten Sicht ein Meisterwerk sein, gefällt meinem Auge aber überhaupt nicht!
    Würde mich in diesem Haus verloren und eingeengt fühlen. Gerade auch weil es absolut kalt auf mich wirkt. Oder gibts da noch eine Plüsch-Fassade?
    Ich finde auch, dass sich das Haus überhaupt nicht an seine Umgebung und Natur einfügt!!
    Da kann man noch so möchte-gern-offen und pseudoexperimentierfreudig sein! Ich meine da kann man auch eine Kirche mitten in ein Industriegebiet bauen und behaupten alles passe super zusammen.

  34. Christian Vogelbach sagt:

    Wunderbare Architektur. Bravo, sehr inovativ, asthetisch, spannend……….

  35. Herbert Peters sagt:

    Flachdach in einem Land wo es immer wieder Erdbeben und Taifune gibt? Ich lebe in einem Nachbarland von Japan, und weiss dass es nicht all zu lang gehen werde, ehe das Haus eine unschöne Ruine ist, Wasser drückt durch kleine Risse, die von Erdbeben erzeugt werden. Die Beton-Wände werden angefressen. Das ist ein Grund warum in solchen Ländern, solche Gebäude eine relativ kurze Daseinsdauer fristen.

    Über Schönheit kann man sich streiten. Meiner Ansicht nach muss ein wirklich gelungenes Haus aber auch den Test der Zeit bestehen. Und dieses Haus wird es nicht. Ich kann nur hoffen, dass man Fotos von diesem Haus sehen kann, wie es in 5 Jahren aussieht. So dass die Architekten ihre Lehren ziehen können.

    Der Abwasserkanal vor dem Haus, zum Beispiel, ist viel zu klein. Was spätestens dann auffällt, wenn das Erdgeschoss bei einem Taifun überflutet wird. Es hat einen guten Grund, warum bei den traditionellen Häusern in Japan das Erdgeschoss hoeher gelegt wird. Nicht davon zu reden, wie schnell das Wasser durch den Rahmen der Glastüren eindringen wird.

    Fazit. Interessante Architektur, aber es wird hohe Unterhalt- und Reparaturkosten geben. Und spätestens dann erübrigt sich
    für den Besitzer des Hauses die Frage nach der Schönheit des Baus.

  36. bugi sagt:

    ich finde es spannend zu lesen, was doch so einige kommentare zur architektonischen ästhetik und zur qualität des wohnens schreiben. spannend wäre das expriment, den kritischen stimmen die möglichkeit zu geben, sich in einem solchen gebäude für eine bestimmte zeit einzurichten und haus und raum zu erleben. – was macht architektur spannend und wohnen interessant ? die antworten werden verständlicherweise sehr unterschiedlich ausfalllen. manch einer würde aber überrascht sein, wie er ungewöhnliche architektur selber erfährt , wenn er sie selber erlebt.
    ist der eigene wohnraum wirklich so interessant und nicht austauschbar ?
    der hinweis übrigens bezüglich der umgebung ist irritierend: muss man sich wirklich der umgebung auf teufel komm raus anpassen ? manchmal ist die architektonische umgenung nicht umbedingt vorbildlich (wie in diesem Fall !!), und wenn sie es ist, kann – unter bestimmten voraussetzungen- ein überzeugender kontrast eine bereicherung sein. nur zur erinnerung: der eifelturm war in den augen mancher zeitgenossen ein unding, welches lieber früher als später abgerissen werden sollte

  37. Placido sagt:

    Nun, die Architektur des Hauses ist schlicht und doch Modern… nur die betonwand so leer ist doch ein bisschen langweilig… Mit einem ordentlichen Graffiti oder einem Farbigen Muster passend zum Umfeld, könnte es fast schon perfekt sein.

    Mehr solche Häuser auch bei uns wüden das Landschaftsbild durchaus Positiv beeinflussen, nicht zulezt durch die abwechslung.
    -Wie wäre es vielleicht mit einem Haus in Form eines Davidsterns oder vielleicht eines Kegels?-

  38. Konrad Oehler sagt:

    Leider haldelt es sich bei dem zur Diskussion gestellten Haus nicht um ein Beispiel von hoher architektonischer Qualitaet, so spektakullaer auch das Erscheinungsbild dem Laien vorkommen mag. Massgebende Kriterien, welche anspruchsvolle Architektur auszeichnen, werden nicht erfuellt. Es wuerde hier zu weit fuehren, eine entsprechende Analyse einbringen zu wollen. Als Hinweis auf das angesprochene Dilemma koennte aber folgende Bemerkung weiterhelfen. Im vorliegenden Fall wird das Haus in der Diskussion als Fremdkoerper gegenueber den benachbarten Gebaulichkeiten gelesen. Bei wirklich anspruchsvoller Architektur von hoher Qualitaet, stellt sich in der Regel eine gegenteilige Wirkung ein. Die triviale Umgebung wird als Fremdkoerper gegenueber der Ausstrahlung, der Kraft, Anmut, Wuerde, Erhabenheit und Ueberzeugungskraft eines Objekts von architektonischer Bedeutung empfunden. Schade, dass eine gut gemeinter Diskussionsvorschlag fachlich nicht genuegend begleitet wird und so eher zu Verwirrung als zur Aufklaerung beitraegt. Es gibt genuegend gute Beispiele in Japan. Googeln Sie doch einmal unter dem Begriff “Tadao Ando”.

    • bugi sagt:

      ich finde die einwände interessant, die argumentation, warum es sich nicht um hohe architektonische qualität handelt, würde mich interessieren.
      dass einem beim betrachten des gebäudes ando und wohl auch ban in den sinn kommt, liegt auf der hand. trotzdem finde ich dieses gebäude spannend.

      • Arch sagt:

        Sehr geehrter Herr Oehler. Würde das Haus von Tadao Ando sein, würden sie es gut finden. Leider ist das in der Architektenszene so, dass die Qualität abhängig gemacht wird vom Namen. Man schaue sich nur die Szene in Zürich an. Sobald ein Gebäude aus der Feder eines bestimmten Büros stammt, wird es publiziert und alle rennen hin, egal ob gut oder schlecht. Zählen sie mir doch bitte mal die Kriterien auf, die Ihrere Meinung nach anspruchsvolle Architektur auszeichnet im Einfamilienhausbereich!

  39. Fredi Moser sagt:

    …und immer wieder die gleiche Leier von “passt nicht in die Umwelt”, “zu modern”, “zu fortschrittlich” etc.
    Wenn diese Ewiggestrigen seit 3′000 Jahren den Fortschritt behinderten, lebten wir noch heute in Pfahlbauten…

  40. ihauri sagt:

    Architektur PUR ! Reduktion perfekt – Raumgefühl von Nähe und Distanz muss man fühlen können – sonst “begreift” man solche Ideen nie. Ich kann nur sagen : Gratulation zum Mut !

  41. Gubler René sagt:

    Einfach genial !

  42. F Hofmann sagt:

    Das Haus passt gut zum gesellschaftlichen Trend “Ecken und Kanten” zu zeigen, sich abzuheben.
    So sein wie die andern? Keinesfalls! Standart = Schrott.
    Ob dies eine gute Entwicklung ist könnte man auch bezweifeln.

  43. Konrad Oehler sagt:

    An Bugi. Versuch einer knappen Erlaeuterung. Die spektakulaere Geste der spitzwinkligen Fassade entspringt nicht den Gegebenheiten der Situation. Deshalb wirkt sie formalistisch und letztlich verkrampft. Die resultierenden Balkone sind zum Gebrauch ungeeignet und wirken dadurch befremdend. Die Absicht, durch ein geschlossenes Wandelement eine raeumliche Gliederung zu erzielen bleibt ohne Wirkung da kein Dialog zwischen aussen und innen entsteht. Der Grundriss wirkt orientierungslos und wird dadurch banal, da jegliche Anhaltspunkte ausbleiben. Es entsteht keine Verbindlichkeit und eine wahre Charakteristik geht verloren. Schliesslich komkurrenzieren sich die raumlichen Elemente wie z.Bsp. die ueberdimensionierte Kuechenfront mit der filigranen Treppenkonstruktion. Sich mit dieser Behausung zu identifiszieren ist schwierig, da sie trozt viel Ambition wenig an Gehalt anbietet. Dieses Manko findet bereits im Titel der Praesentation ihren Ausdruck: Ein Strich in der Lanschaft. Wie mir erscheint, laesst sich im Umfeld des Geschehens ueberhaupt keine Lanschaft ausmachen.

  44. Andreas sagt:

    Die Kritik von Konrad Oehler ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen. Ich würde aber in diesem Fall nicht Ando, den japanischen Mario Botta ins Feld führen, denn seine Relevanz hatte auch schon bessere Tage, sondern spannendere Architekten wie Kazunari Sakamoto oder Kazuo Shinohara oder auch Atelier Bow-Wow.

  45. Harry M. sagt:

    Ich finde dieses Haus sehr elegant. Gerade die Einfachheit ohne Zierrat und Schnickschnack macht es so wertvoll. Wenn einmal ein paar gute Bilder hängen, da und dort ein einfacher Teppich liegt und ein bequemer Sessel zum Lesen vorhanden ist, ist das Haus nicht mehr kalt wie manche Kommentatoren sagen

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