Lust auf etwas typisch Schweizerisches

Marianne Kohler am Donnerstag den 11. November 2010

Je unfreundlicher das Wetter, desto freundlicher wünschen wir uns die Küche. Essen stillt nicht nur unseren Hunger, sondern tröstet und wärmt die Seele. Die besten Rezepte für kalte Tage und lange Winternächte finden wir in der klassischen, einfachen Schweizer Küche.

sweet home Schneeberge

Bündner Gerstensuppe:
ZUTATEN:

200 Gramm Rollgerste
200 Gramm Speckwürfeli
2 Rüebli
1 Stück Knollensellerie
1 Lauch
1,5 Liter Bouillon
1 Glas Weisswein
Salz, Pfeffer und Muskat
Butter
frische Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch

ZUBEREITUNG:
Gemüse in Würfel schneiden und mit den Speckwürfeln in etwas Butter anbraten. Mit dem Wein ablöschen, die Bouillon dazugiessen, die Gerste beigeben und aufkochen lassen. Ca. 1 Stunde kochen lassen, würzen mit Salz, Pfeffer und Muskat, vor dem Servieren frische, gehackte Kräuter dazugeben, nach Belieben mit etwas Rahm verfeinern

Bild: thygoldentime.blogspot.com

BÜNDNER GERSTENSUPPE

BÜNDNER GERSTENSUPPE: Eine gemütliche Suppe, die mit einem Stück Bauernbrot einen herrlichen Znacht abgibt.

Pizzoccheri:
ZUTATEN:

Butter
einige Salbeiblätter
1 Knoblauchzehe
1 grosse Kartoffel, geschält und in Würfel geschnitten
1 kleiner Grünkohl in Streifen geschnitten
500 Gramm Pizzoccheri
150 Gramm Bergkäse geraspelt
150 Gramm Sprinz geraspelt
100 Gramm Paniermehl vom Bäcker

ZUBEREITUNG:
Im siedenden Salzwassser, Pasta, Kartoffelwürfel und Grünkohl al dente kochen. In einer ausgebutterten Gratinform die Pasta lagenweise mit dem Käse hineingeben. Die Pizzoccheri am Schluss mit Paniermehl bestreuen.In einer Pfanne die Butter schmelzen, die Salbeiblätter und die zerquetschte Knoblauchzehe beigeben und sanft andünsten. Knoblauch herausnehmen, die Salbeibutter über das Paniermehl giessen. Im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen ca.15-20 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen und die Paniermehlkruste knusprig ist.

PIZZOCHERI:

PIZZOCCHERI: Eine raffinierte Pastaspezialität aus dem Bündnerland, bei der Teigwaren und Gemüse zusammen gekocht werden.

Älplermagronen:
ZUTATEN:
300 Gramm Magronen
30 Gramm Kartoffeln, geschält  und in Würfel geschnitten
2 dl. Rahm
Salz, Pfeffer, Muskat
200 Gramm rezenter Bergkäse
2 Zwiebeln, in Ringe geschnitten
1 Esslöffel Mehl
Butter

ZUBEREITUNG:
Die Magronen und die Kartoffeln im siedenden Salzwasser al dente kochen. Eine Gratiform ausbuttern, den Rahm mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die Pasta-Kartoffel-Mischung lagenweise mit dem Käse und dem Rahm in die Gratinform geben. In vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 10 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist. In der Zwischenzeit die Zwiebelringe mit dem Mehl mischen und in der Butter portionenweise knusprig braten. Die Älplermagronen aus dem Ofen nehmen, die Zwiebeln in der Butter darüber geben. Mit einem Apfelmus servieren.

landwirtschaft.ch

ÄLPLERMAGRONEN: Das traditionelle Schweizer Teigwarengericht mit Kartoffeln, Käse, Rahm und Zwiebeln schmeckt am besten mit einem Apfelmus (Bild von: www.landwirtschaft.ch, siehe Links)

Apfelrösti:
ZUTATEN:
Brot, Äpfel, Butter, Salz, ein wenig Süssmost

ZUBEREITUNG:
Das Brot in dünne Schnipsel schneiden, Butter in einer Bratpfanne schmelzen und salzen, das Brot in der salzigen Butter goldgelb und knusprig braten. Äpfel schälen, in Schnitze schneiden und  in Butter andünsten, mit Süssmost ablöschen und wenige Minuten kochen, bis die Apfelschnitze gekocht, aber nicht allzu weich sind. Das geröstete Brot und die Apfelschnitze mischen. In unserer Familie wurde Apfelrösti immer mit Würstchen und Senf und mit Milchkaffee serviert – mein Lieblingsznacht.  Apfelrösti kann aber auch als Süssspeise zubereitet werden. Hier kommt kein Salz in die Butter. Die Apfelschnitze werden mit einer Handvoll Rosinen gekocht und die Apfelrösti mit Zucker und Zimt bestreut.

swissmilk.ch

APFELRÖSTI: Gibt ein einfaches, leckeres Abendessen oder ein feiner Dessert, ganz nach Geschmack und Lust (Bild: www.swissmilk.ch, siehe Links)

Die Links
www.landwirtschaft.ch
www.swissmilk.ch

19 Kommentare zu „Lust auf etwas typisch Schweizerisches“

  1. Christoph sagt:

    Ich denke mal, dass bei den Älplermagronen auch 300 g Kartoffeln gemeint sind (nicht 30 g).

  2. Peter sagt:

    Wäre es möglich, die Rezepte, die hier publiziert werden, noch mit der Angabe zu ergänzen, für wie viele Personen/Portionen die Mengenangaben sind? Und evt. Angaben zur Kalorienmenge?

  3. Delfina Gonzalez sagt:

    Wuao!!

    Das”P”, welches in der SF-Sendung Landfrauenküche beim Rezept “Rys und Bohr” fehlte, taucht nun wieder im “Sprinz” auf.

  4. Walter Meier sagt:

    30 g Kartoffeln, aber ganz klein gewürfelt, nicht wie auf der Abbildung, aber 100 g gebratener Speck als weitere Zutat und ganz klein geschnitten würden das Gericht wesentlich schmackhafter machen.

  5. projer sagt:

    Auch das typisch schweizerische an diesen 4 Rezepten ist, dass jede Familie es irgendwie anders zubereitet….!! Danke Walter Meier für den Typ mit dem Speck druntermischen- probier ich nächstens aus!

  6. C. Algor sagt:

    Was ist mit “schweizerische Küche” gemeint? Die Pizzoccheri sind eine Spezialität aus dem Veltlin, Italien. Sind sie typisch schweizersich nur weil sie auch im Graubünden gegessen werden?

  7. Gion Risch sagt:

    @C. Algor: Pizzochels (wie wir Rätoromanen sie richtig nennen), ist fürwahr eine Speise aus dem Veltlin. 1512 eroberten die drei Bünde (später Graubünden) das heute italienische Veltlin, das sie 1815 infolge innerer Uneinigkeit wieder abtreten mussten. Gewisse Speisen haben diese Regionen ähnlich gemeinsam, geprägt von verschiedenen Regionalvarianten. Ein “rein” bündnerisches Gericht sind natürlich die bekannten Capuns in hunderten Varianten (Mama’s sind immer die besten, egal wen Sie fragen ;), oder auch die feinen “Maluns”, “Tatsch manedel” etc… Die Vielfalt und das Ideenreichtum der Bündner Küche, Feines und Nährhaftes aus einfachen, “ärmlichen” Mitteln herzustellen, fasziniert mich immer wieder. In diesem Sinne “Bun appetit!”

    • ChliniChatz sagt:

      wow, kannst du mir die rezepte, die hinter diesen interessanten (für mich lustig ;) nicht bös gemeint) klingenden namen stecken, mal posten. würd mich “glusten” das nach zu kochen ;)
      ä guätä!

  8. Gion Risch sagt:

    @C. Algor: Pizzochels (wie wir Rätoromanen sie richtig nennen), ist fürwahr eine Speise ursprünglich aus dem Veltlin. 1512 eroberten die drei Bünde (später Graubünden) das heute italienische Veltlin, das sie 1815 infolge innerer Uneinigkeit wieder abtreten mussten. Gewisse Speisen haben diese Regionen ähnlich gemeinsam, geprägt von verschiedenen Regionalvarianten. Ein “rein” bündnerisches Gericht sind natürlich die bekannten Capuns in hunderten Varianten (Mama’s sind immer die besten, egal wen Sie fragen ;), oder auch die feinen “Maluns”, “Tatsch manedel” etc… Die Vielfalt und das Ideenreichtum der Bündner Küche, Feines und Nährhaftes aus einfachen, “ärmlichen” Mitteln herzustellen, fasziniert mich immer wieder. In diesem Sinne “Bun appetit!”
    PS: Älplermagronen ist keine sehr “alte” Speise, und trotzdem schweizerich, wie sah das früher aus, wo es doch noch keine Magronen gab?

  9. Peter Ringger sagt:

    Die Bündner Gerstensuppe schmeckt mir noch besser mit etwas vorher eingeweichten Dörrbohnen. Gehört zwar nicht zum Originalrezept, aber passt ausgezeichnet.

  10. Christian Cortesi sagt:

    Ich liebe solche Küche. Was mir allerdings fehlt, aber das ist nur mein Geschmack, sind waadtländer Saucisson mit Lauch und Kartoffeln. Dafür würde ich töten.

    • Hanspeter Hofstetter sagt:

      Sie haben recht,ich bekomme Heimweh wenn ich davon hoere,ich habe in Vevey die Kochlehre gemacht und kann mich sehr gut an wadtlaender saucisson mit lauch und kartoffeln errinnern,obwohl ich seit 1960 keinen mehr hatte! Ich koche auch manchmal Maluns,was mich in meine Jugendzeit errinnert.

      • Christian Cortesi sagt:

        Geben Sie sich einen Ruck, Herr Hofstetter. Heute ist das Wetter perfekt für dieses Gericht. In Zürich gibt es einen Laden, Welschland heisst er. Da finden Sie fast alles was ihr Herz begehrt.

  11. keys brook sagt:

    Als ich mich vor bald 40 Jahren mit meiner Japanischen Braut nach langer Abwesenheit in der Scheiz niederliess, war das erste Gericht dass ich ihr in meiner Mutters Kueche vorsetzte eine Apfelroesti. Das Entsetzen in ihrem Gesicht ist mir noch heute in lebhafter Erinnerung und mag mit ein Grund sein warum wir die schoene Schweiz nach ein paar Jahren wieder verliessen.
    Nach vielen Jahren Japan und Suedostasien mit ihren wunderbaren Gerichten wuerde ich heute Apfelroesti selber auch als Zumutung empfinden und lasse seither lieber meine Frau kochen…

  12. HORST sagt:

    wenn auf 1.5 lt flüssikeit 200 gramm rollgerste geben brauchen sie mit sicherheit messer und gabel, dass zum thema suppe ¨¨

  13. marg weber sagt:

    Bin dankbar fuer diese rezepte. Habe mich vor allem gefreut am manuellen pasta-machen. Danke, danke!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.

Vergleichsdienst

Günstiger in die Ferien!

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

Promotion

Kostenlose Ebooks

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.

Marktplatz

Für Selbstständige und KMU

Tragen Sie Ihre Firma im neuen Marktplatz des Tages-Anzeigers ein.

Werbung

Die neuen digitalen Abos

Unbeschränkten Zugriff auf den Tages-Anzeiger. Jetzt testen ab CHF 1.-.

Marktplatz

Vergleichsdienst

Jetzt wechseln

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Vergleichsdienst

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.