Fünf feine Alltagsrezepte

Was kochen an einem ganz gewöhnlichen Wochentag? Diese fünf Rezeptideen sind anders, kleine Feste und schonen erst noch das Budget.
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1 — Kartoffelstock mit allem
In diesem Kartoffelstock steckt eine ganze Mahlzeit. Serviert mit einem kleinen Seeli Butter, ist er ein kleines Fest. (Bild: Kevins cooking)
Und so gehts: 
Kochen Sie geschälte Kartoffeln in Salzwasser oder Bouillon weich. Braten Sie Speck- oder Schinkenwürfeli an, zur Seite stellen. Geben Sie ein wenig Butter in eine Pfanne und dünsten darin bei geschlossenem Deckel Spinat oder Grünkohl an, bis er zusammenfällt. Zerstossen Sie die Kartoffeln und erhitzen Sie ein wenig Milch mit Butter. Vermischen Sie die Kartoffeln mit der Milch, mischen Sie die Speckwürfeli und das Gemüse unter, würzen Sie mit Pfeffer und Muskatnuss und mischen viel geschnittenen Schnittlauch darunter. Servieren Sie den Kartoffelstock mit einem Seeli Butter in der Mitte.
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Tipp für den nächsten Tag:
Wenn Sie die doppelte Portion kochen, dann reicht der Kartoffelstock mit allem auch noch für den nächsten Tag. Mischen Sie ein Ei darunter und eine Handvoll frische Kräuter. Formen Sie kleine Küchlein und braten Sie diese beidseitig in Butter an. (Bild: edible Perspektive)

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2 — Gefüllte Peperoni
Gefülltes Gemüse gibt eine vollständige und sehr liebevolle Mahlzeit ab. (Bild: Drizzle and dip)

Zutaten:

Zubereitung:

4–6 rote und gelbe Peperoni

500 Gramm Rindshackfleisch

1 Chorizo, in Würfelchen geschnitten

200 g Champignons, in Scheiben geschnitten

2 EL Tomatenmark

1 dl Rotwein

1 dl Bouillon

Mehl

Olivenöl

Salz und Pfeffer

1 Bund Petersilie, gehackt (Stängel inklusive)

1 Stängel Sellerie mit Blättern, gehackt

1 Handvoll Petersilienblätter, grob gehackt

1 Schalotte, fein gehackt

1 grosses Rüebli, gehackt

2 Esslöffel grüne, entsteinte Oliven, grob gehackt

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

200 Gramm gekochter Reis

1 kleine Dose Maiskörner

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Peperoni «köpfen» und dann aushöhlen. Die ausgehöhlten Peperoni und Deckel in eine mit Olivenöl bestrichene Gratinform stellen. Olivenöl in eine Gusseisenpfanne geben und Schalotte, Rüebli, Sellerie und Petersilie beigeben, ca. 5 Minuten sanft dünsten. Die Chorizowürfelchen beigeben und 5 Minuten weiterdünsten, bis das rote Paprikaöl aus dem Fleisch ausfliesst, den Knoblauch beigeben und so lange dünsten, bis er duftet. Dann geben Sie das Hackfleisch dazu und braten es sorgfältig gut an, rühren Sie das Mehl darunter, geben Sie das Tomatenmark bei und giessen Sie den Wein und die Bouillon darüber. Mit Salz und Pfeffer würzen, zudecken und ca. 50 Minuten köcheln. Dann geben Sie die Oliven bei und kochen alles nochmals 15 Minuten. Vermischen Sie das Hackfleisch mit dem gekochten Reis und den Maiskörnern, geben eine Handvoll grob gehackte Petersilie bei und füllen die Peperoni damit. Verteilen Sie nach Wunsch ein wenig geriebenen Käse darüber, geben Sie 1 EL Wasser und 1 EL Weisswein in die Form und schieben Sie alles für ca. 30 Minuten in den Ofen. Decken Sie die Peperoni mit dem Peperonideckel zu und servieren Sie die farbigen, gefüllten Köstlichkeiten.

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Tipp für den nächsten Tag:
Es lohnt sich, doppelt so viel Hackfleisch zuzubereiten und mit der zweiten Hälfte Empanadas zuzubereiten. Dafür brauchen Sie einen ausgewallten Kuchenteig. Schneiden Sie diesen in Quadrate und geben jeweils eine Portion Fleisch in die Mitte. Zu Dreiecken falten, mithilfe von ein wenig Wasser zusammenkleben und mit Ei bestreichen. Im heissen Backofen ca. 30 Minuten knusprig braten. (Bild: Sweet Home)

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3 — Lauch mit Linsen
Mit diesem Bistrogericht reisen Sie kulinarisch Richtung Frankreich und bekommen eine willkommene Abwechslung im alltäglichen Speiseplan. (Bild über: Wit & delight)

Zutaten:

Zubereitung:

Lauch ca. 1,5 Stängel pro Person

Olivenöl

Honig

250 g Le-Puy-Linsen

Rüebli, gehackt

1 Selleriestange, gehackt

1 Schalotte, gehackt

3 dl Gemüse Bouillon

1 dl Weisswein

1 Handvoll Majoran, gehackt

Salz und Pfeffer

Brot, in groben Brösmeli

Haselnüsse, grob gehackt

Petersilie, grob gehackt

Butter

Schneiden Sie Lauchstängel der Länge nach in zwei Hälften und legen Sie sie auf ein mit Backpapier belegtes Backblech. Träufeln Sie Olivenöl und etwas Honig darüber und rösten Sie den Lauch etwa 15 Minuten im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen. In der Zwischenzeit geben Sie Olivenöl in eine Pfanne und dünsten Sie die Rüebli, den Sellerie und die Schalotten an. Geben Sie den Majoran bei, nach 3 Minuten die Bouillon und den Wein darübergiessen und die Linsen dazugeben. Alles ca. 15–20 Minuten zugedeckt köcheln, bis die Linsen gar sind. In einer anderen Pfanne rösten Sie in Butter grobe Brotbrösmeli und grob gehackte Haselnüsse. Servieren Sie die Linsen über dem Lauch und geben Sie die Brot-Nussmischung und gehackte Petersilie darüber.

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4 — Fisch in der Folie
In Folien lässt sich schonend, einfach und auf frische Art ein Gericht zubereiten. (Bild über: Wistfully country)

Und so gehts: 
Geben Sie Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, ein wenig Estragon, Basilikum mit Butter, ein wenig Senf, Salz, Pfeffer und ein wenig Zitronensaft in eine Küchenmaschine und pürieren alles zu einer Kräuterbutter. Dann belegen Sie Folienstücke mit Zitronenscheiben und legen auf diese einige gerüstete grüne Spargeln. Würzen Sie Fischfilets Ihrer Wahl wie zum Beispiel Dorsch mit Salz und Pfeffer und legen Sie sie auf die Spargeln. Geben Sie ein wenig von der Kräuterbutter darüber und verschliessen die Folie. Folie zu einem Päckchen schliessen, ca. 20 Minuten im auf 220 Grad vorgeheizten Backofen backen und in der Folie servieren.

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5 — Eier in Tomatensauce
Mit Spiegeleiern und Toast kann man auf schnellste Art ein tröstliches und nahrhaftes Gericht zubereiten. Gehen Sie einen Schritt weiter, backen Sie ihre Eier in einer feinen Tomatensauce und bekommen damit einen Znacht. (Bild: Nourish atelier)

Und so gehts: 
Geben Sie ein wenig Olivenöl in eine Pfanne. Zerdrücken Sie eine Knoblauchzehe und schneiden Sie eine Schalotte und eine Peperoni in Streifen. Dünsten Sie alles ca. 10 Minuten an, geben Sie 1 Esslöffel Harissa, 500 g halbierte Cherrytomaten und eine Handvoll zerrissenen Basilikum dazu. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer und köcheln alles ca. 10 Minuten auf kleinem Feuer. Falls die Sauce zu dick wird, geben Sie ein wenig Wasser dazu. Mit einem Löffel schaffen Sie einige Mulden, für jedes Ei eine, und schlagen dann 2–4 Eier in die Mulden. Auf kleinem Feuer ca. 7 Minuten weiterköcheln, bis die Eier fest sind und die Sauce dick. Mit gutem Brot geniessen. 

16 Kommentare zu «Fünf feine Alltagsrezepte»

  • Hotel Papa sagt:

    Hab mich am Wochenende von den Peperoni inspirieren lassen. Füllung freihändig, für zwei grosse Peperoni: eine gelbe und eine rote Zwiebel. 6 grosse Champignons. Speckwürfeli. 1 Zehe Knoblauch, etwas Reis. 1/2 Daumen Ingwer, Chiliflocken, Pecorino, Peterli. Abgelöscht mit Tequila, weil er gerade dastand.
    Und den Ofen erst 5 min or Gebrauch vorgeheizt ;)

    War fein!

  • Heinz Buehler sagt:

    Gute Zusammenstellung diesmal, vor allem die einmal-kochen-zweimal-essen Taktik ist gut.
    Nur am ‚Zöpfeln‘ der Ränder der Empanadas könnte man noch arbeiten.
    Vielen Dank für den Beitrag

  • Martin sagt:

    Frau Kohler, kann man sie nicht engagieren? Ich mache Ihnen taeglich dafuer einen super Cappuchino?

  • tina sagt:

    oh wie fein, vielen dank! vorallem finde ich die 2.-tag-version genial, ich muss mir angewöhnen so zu kochen

  • Sylvie sagt:

    Das „Eier in Tomatensauce“ heisst eigentlich „Shakshouka“ und kommt aus dem Nahosten. Ich kenne es persönlich aus Israel und habe es schon oft Nachgekocht. Ist suuuuper fein und mega schnell gemacht. Anstatt 500g Cherrytomaten kann man auch gut 1-2 Dosen (je nach Anzahl essender Personen) Pelati nehmen. Anstatt Brot eignet sich auch Pita sehr gut dazu, da es perfekt zum „aufladen“ der Shakshouka geform ist. En guete!

  • Maria sagt:

    Mhh, leckere Rezepte. Vielen Dank auch für die Ideen wie man allfällige Reste verwerten kann. Ich finde, dass das Thema Reste oft zu wenig Beachtung findet und vielen Leuten helfen konkrete Rezeptideen um Food Waste zu verhindern.

  • Hotel Papa sagt:

    Der arme Backofen bei den Peperoni. Der wartet mehr als ein Stunde vorgeheizt auf seinen Einsatz. ;-)

    Aber mir ist wieder einmal das Wasser im Mund zusammengelaufen…

  • Christoph Bögli sagt:

    Mit der Hackmischung liessen sich zwar auch Enchiladas zubereiten, abgebildet sind aber definitiv nicht solche, sondern Empanadas oder auf Deutsch ganz einfach Teigtaschen! Enchiladas sind gefüllte Maistortillas, die mit einer Sauce übergossen (und z.T. auch gratiniert) werden.
    Ansonsten nette Rezepte, insbesondere die Doppelverwendung ist immer eine Empfehlung wert. Schon nur weil Gerichte wie die Hackmischung, Chili, etc. am nächsten Tag meist durch die Geschmacksentwicklung meist noch viel besser sind.

    • Lichtblau sagt:

      Stimmt. Vor allem für recht zeitaufwendige Gerichte wie Moussaka lohnt es sich, wenn man auf die am Vortag zubereitete Hackfleischsauce zugreifen kann.

  • Sandra Meier sagt:

    Auch ein Fan von Hugh Fearnley-Whittingstall wie ich sehe! Gerne noch mehr Rezepte dieser Art, das sind wirklich geschmacklich interessante Gerichte die man leicht nachkochen kann.
    Ich würde jedoch nur zu gerne wissen, was man am besten als Ersatz für seine geliebten Le-Puy-Linsen verwenden kann? Ich habe sie hier noch nie gesehen, nur beim Coop gibt es sie anscheinend und auch dort eher teuer. Sind sie wirklich so viel besser als andere Linsen, dass man sie nicht ersetzen kann?

    • Chispa sagt:

      Auch auf die Gefahr hin, dass mir ein eventueller Gourmet widersprechen wird: In Frankreich haben wir uns vor einem Jahr sagen lassen, dass die Bezeichnung für diese Linsen einfach aussagt, dass sie aus der Region um Le Puy stammen. Ich persönlich verwende auch die ‚ganz normalen‘ schwarzen Linsen. Die bekommen sie auch mit der Bezeichnung ‚Beluga-Linsen‘. Und wenn ich mal nur noch grüne Linsen zu Hause habe, koche ich halt die grünen :-) Ich würde mal sagen, da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, das ist schlichtweg Ihrem persönlichen Geschmack überlassen!

      • Heinz Buehler sagt:

        In einen Punkt haben sie recht: der Herkunft aus der Auvergne um Le Puy.
        Le-Puy-Linsen sind eine etwas eigene Sorte, und gar nicht vergleichbar mit Beluga-Linsen.
        Le-Puy-Linsen sind z.B. auch bei Volg erhältlich.
        Vergleichbar sind etwa Linsen aus Castellucio (Umbrien, Monti Sibillini), die sind aber hierzulande schwierig zu finden, oder auch einfach Berglinsen.

        Wichtig: ja nicht totkochen, dann hat man immer ein gutes Essen.

  • Andrea sagt:

    Sie meinen Empanadas nicht Enchiladas.

  • christopher robert sagt:

    Das Lesen solcher Rezepte vormittags ist einerseits schön und anregend, andererseits auch stressig weil der Kopf ständig Hunger und Lust aufs Kochen signalisiert und das Unterbewusstsein während der Arbeit abcheckt welche Zutaten zuhause vorhanden und welche einzukaufen sind. Jedenfalls freue ich mich einmal mehr diese reizvolle Theorie in Praxis umzusetzen und bedanke mich für diese Anregungen.

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