Januarliebe

Der Januar ist nicht nur der Monat von guten Vorsätzen, Diäten und Sparübungen. Diese 12 Gründe zeigen, wieso ich den Januar liebe und das hat natürlich viel mit Wohnen, Geniessen und Sein zu tun.
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1 — Endlich im Schnee spazieren

Das Gefühl, durch die frisch verschneite Landschaft oder das menschenleere, ruhige Quartier zu streifen, ist ein bisschen so, wie wenn die Welt nur mir und Miss C., meinem Hündchen, gehören würde. Das geht natürlich auch ohne Hund und ist auf jeden Fall gesund, auch für die Seele. Denn Abschalten tun wir viel zu wenig und kleine oder grosse Spaziergänge bieten die beste Möglichkeit dazu. (Bild links: simplypix, Bild rechts: The now book)

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2 — Auf- und Umräumen ist angesagt

Wenn ich so was wie Frühlingsputz-Lust habe, dann ist dies im Januar. Denn mir scheint, dass im Januar jeweils eine neue Jahreszeit beginnt, die alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Ich wünsche mir eine Gemütlichkeit, die aber nichts mit der Schwere und Üppigkeit der Weihnachtszeit zu tun hat. Und dafür ist erst mal eine grosse Auf- und Umräumaktion angesagt. Wann immer ich Zeit habe, kommt etwas Neues dran: der Kleiderschrank, die Küchenschubladen und -fächer, das Bad, die Regale usw. Jedes kleine Projekt ist eine Art Werk, das bei Beendigung glücklich macht und Platz für Neues und anderes schafft. (Bild über: the stylefiles)

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3 — Frische Tulpen bringen bereits Frühlingsgefühle

Treue Sweet-Home-Blog-Leser kennen meinen besten Putztipp: frische Blumen! Ein einfacher Strauss mit frischen Blumen, an einem gut sichtbaren Ort platziert, lenkt das Auge auf sich und sagt: «Willkommen zu Hause»!, und ist meine Antwort auf das grosse Schweizer Thema «Abstauben». Letzteres tue ich auch, aber wahrscheinlich viel zu wenig, dafür habe ich einfach viel zu viele Sachen und zu wenig Zeit. Das Abstauben ist meine «Telefonkritzelei». Immer wenn ein Telefonat ein wenig länger dauert, suche ich nach einem Lappen und staube das ab, was mir gerade ins Auge sticht. Frische Blumen bedeuten momentan Tulpen, sie sind die Lieblinge der Supermärkte. (Bild über: Bread and Olives)

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Leider gibt es bei uns fast keine einfachen Blumenläden oder Blumenstände. Bei uns hat es Floristen, von denen viele gut, aber leider auch viele ein wenig deprimierend sind. Ich gehe gerne zu meinem Quartierfloristen, wenn ich Blumen verschenken möchte. Sie lassen mich aussuchen und binden dann meine Wahl in einen schönen Strauss. Das Geschäft ist freundlich, einladend und die Kreationen geschmackvoll, kreativ, modern und persönlich. In den angesagten Zürcher Floristengeschäften hatte ich bisher leider nie Glück. Urs Bergmann hat zwar einen superhübschen Laden an der Marktgasse, mag aber keine Hunde und ist mehr als einmal ganz aufgeregt herausgesprungen als Miss C. die Blumen auf der Strasse beschnupperte. Bei Martin Grossenbacher im Seefeld bewundere ich die tollen Sträusse und die Blumenkunst, aber als ich einmal einen schönen Strauss als Geschenk gebunden haben wollte, hat dies ein Lehrmädchen getan. Sie brauchte unglaublich lange für das Binden, etwa 40 Minuten und konnte dabei erst noch nicht alle Blumen einflechten, die ich bereits bezahlt hatte. Ganz abgesehen davon, hat der Strauss am Schluss über 200 Franken gekostet. Klar, das sind persönliche Eindrücke. Für mich selber im Alltag möchte ich keine Floristensträusse, ganz abgesehen davon, dass sie nicht in mein Budget passen, sind sie mir zu wenig selbstverständlich und immer irgendwie ein Statement. Einfach nur Blumen und Grün zu kaufen, ist in Zürich sehr schwierig und gelingt mir meistens nur auf dem Markt. Blumenstände, wie ich sie von London oder auch von München her kenne, bei denen man auch mal was anderes kaufen kann als drei Monate lang Tulpen und 12 Monate lang seltsame Rosen, fehlen mir in meinem Alltag. (Bild über: Bread and Olives)

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4 — Ein Büro eröffnen

Büroarbeit mag ich nicht, und doch muss sie gemacht werden. Im Zuge der grossen Auf- und Umräumaktionen, die Teil von meinem Januar sind, gehe ich auch dies an. Beruflich bedeutet das die Presseunterlagen und die vielen E-Mails zu sortieren. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch mal ganz herzlich für die vielen lieben E-Mails, die ich für Sweet Home von Leserinnen und Lesern bekomme, bedanken. Das berufliche Sweet-Home-Konto wurde auf ein anderes System umgestellt und daher von mir in den letzten Wochen vor Weihnachten gänzlich vernachlässigt. Das hat sich nun geändert und nachdem ich über 3000 Mails sortiert habe, habe ich die tägliche Post auch auf dem Sweet-Home-Konto wieder im Griff. Wie die Hausarbeit kann man auch der Büroarbeit etwas Meditatives, Reinigendes abgewinnen. Damit ich Freude daran bekomme, brauche ich ein bisschen Schönheit. So helfen hübsche Büroaccessoires wie Mäppchen für das Sammeln von Belegen und Boxen und Körbe, die mir beim Sortieren helfen. Ich hasse überladene Arbeitstische und Unaufgeräumtes, habe aber keine Zeit, dem täglich entgegenzuwirken. So habe ich für mich ein gutes System entwickelt. Neben dem Arbeitstisch ist ein grosser, eckiger Korb. In diesen Korb kommt jeweils abends alles, was sich auf dem Pult angesammelt hat. So habe ich Ordnung, verliere nichts und kann den Korb dann aussortieren, wenn ich Zeit habe, was ich ein- oder zweimal pro Woche tue. (Bild über: a feminin tomboy)

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5 – Lust auf Einrichten

Der Januar ist auch der Monat der neuen Trends, der Lust auf Einrichten. Meine Pläne sind: endlich mein Sofa mit grünem Samt beziehen zu lassen, eine Lösung für die vielen Kabel zu finden, den Teppichen, die noch keine haben, eine Rutschunterlage zu geben, die eine oder andere Wandfarbe zu ändern, endlich eine Lösung zu finden, um meine Waschmaschine im Bad besser zu tarnen, momentan steht sie hinter einem Paravent… Ob ich es wohl schaffe? Die Freude am Wohnen kann auch die Planphase sein. Ideen und Vorhaben sind ein Teil des Wohnalltags. Für mich, die jeden Tag Tipps gibt, Einrichtungsfotos stylt, Trendscouting und vieles andere im Wohnbereich macht, ist vieles von dem, was ich eigentlich machen möchte, bereits ausgelebt, bevor ich es wirklich in die Tat umsetze. Aber manchmal ist ja die Reise das Ziel. (Bild über: Keltainen)

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6 — Mit Freundinnen Kaffee trinken gehen

Wenn ich durch das Netz brause und in andere Blogs eintauche, Facebook- und Instagram-Postings von Freunden und interessanten Seiten bewundere, dann ist das wie eine kleine Reise durch die grosse Welt. Ich wünsche mir dabei oft, dass ich auch ein solch tolles cooles Café um die Ecke hätee wie die oft gezeigten Beispiele aus Brooklyn oder Kanada und ich sehne mich nach dem Grossstadtleben, das wohlgemerkt mit der Aussicht auf den See und den verschneiten Garten. Aber so ist das Leben, man wünscht sich oft das, was man gerade nicht hat, und übersieht dabei die Schönheiten in der Nähe. Der Januar ist auch mein «Das wollte ich doch schon lange»-Monat. So treffe ich mich endlich mal mit Freundinnen und das auch in der Nachbarschaft. Es hat da nämlich ein solch ähnliches Café, eine umgebaute Apotheke, mit Fenstersimstischchen, Kuchen und Brötchen und Fensterplatz für Miss C.  Die Aussicht zeigt zwar nicht das Hipstertreiben der Strassen Brooklyns, aber Schüler- und Studentengruppen, die gerade im vis-à-vis gelegenen Metzgereigeschäft ihren Lunch kaufen gehen, plaudern und herumulken. Lebendiges und spannendes Quartierleben gibt es überall – wir müssen es nur suchen und es selber mitgestalten. (Bild über: Bread and Olives)

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7 — Das Quartier auskundschaften

Beim Spazieren mit Miss C. habe ich auch das kleine Weingeschäft an der Zürichbergstrasse entdeckt. Oder besser gesagt ich bin endlich einmal reinspaziert, weil schöner Champagner im Schaufenster lockte. Von Wein verstehe ich leider nicht sehr viel, aber ich merke mir jeweils den, den ich mag. So war der Champagner mein Entree. Die Weinhändler sind supersympathisch und haben mich gut beraten. Sie sind Basler, die diese kleine Filiale dreimal in der Woche öffnen. Für mich, die gerne französischen Wein trinkt, aber nie welchen kauft, weil ich wie gesagt ein schlechtes Weinwissen habe, ist die Entdeckung eine Alltagsbereicherung. Ich mache nun regelmässig einen Ausflug die Strasse runter, was für mich wie eine kleine Reise nach Frankreich ist. Denn solche hübschen, kleinen Weingeschäfte sind für mich typisch französisch.

 

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8— Paris bringt Neues für Heim und Herd

In Paris findet gerade die wichtigste europäische Messe im Dekorationsbereich, die Maison et Objet, statt. Ich schreibe diesen Artikel natürlich vorher und freue mich immer auf diese kleine Januarreise. Der Januar ist ein wichtiger Monat für neue Trends und voll von Messeterminen: Einige davon sind die internationale Einrichtungsmesse IMM in Köln, bei der viele Schweizer Möbelhäuser auf Einkaufstour gehen, die Swissbau in Basel, in der Mode finden die Männermodeschauen statt, die Pitti Uomo oder die Haute Couture. So mischt sich in Paris das Mode- und das Einrichtungspublikum und weckt die Stadt aus dem Januarschlaf. Man trifft sich, isst gut und besucht nebenbei Museen und geht auf Einkaufstour. Neues zu sehen und zu entdecken, tut immer gut, so ist denn ein Tapetenwechsel gerade zu Beginn des Jahres eine gute Idee. Im privaten Alltag kann das auch im Kleinen stattfinden: ein Tagesausflug in eine andere Schweizer Stadt etwa, ein Skitag mitten in der Woche oder ein Museumsbesuch in der eigenen Stadt. (Bild über: Bread and Olives)

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9— Neue Einrichtungstrends in Sicht

Ein Trend, der beistimmt wichtig wird im Einrichtungsbereich, ist wild. Die Wildnis, eindrücklich erlebbar im Oscar-Favoriten «The Revenant», inspiriert Designer und Einrichter. Er ist die Weiterführung der Liebe zum Handwerk und wird uns bestimmt viel Interessantes und Sinnliches nach Hause bringen. Lesen Sie den Trendbericht von der Pariser Messe Maison et Objet am Dienstag hier auf Sweet Home. Auf der Collage sind Keramik von Olivier van Herpt und Kostüme von Babugeri zu sehen. 

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10 — Heisse Schokolade machen
Das Winterwetter im Januar macht auf alles andere Lust als auf Diät, deshalb ist bei mir der Januar offiziell der Monat der heissen Schokolade. Echte, heisse Schokolade. (Bild über: ana-rosa)
Und so gehts: 

Kochen Sie einen Liter Milch mit einer zerbröckelten Tafel Schokolade auf. Wählen Sie weisse oder dunkle Schokolade oder mischen Sie verschiedene Sorten miteinander. Geben Sie Ihrer Schokolade eine persönliche Geschmacksrichtung: Vanille, Zimt, ein wenig geriebene Orangenschale oder Haselnusslikör eignen sich dafür. Für eine Chocolat Mélange geben Sie Schlagrahm darüber oder servieren Sie ihn separat in einem Schälchen, für eine amerikanische Schokolade kommen Marshmallows ins heisse Getränk. Übrigens eignet sich auch die Weihnachtsschokolade, die übergeblieben ist, für solch üppige, persönliche Feste. Auch fein ist es, ein wenig Ovomaltine in eine echte Schokolade zu mischen, sie mit ein wenig Rum zum heissen Cocktail aufzuwerten oder Honig dazuzugeben. 

 

Tipp: Wer in Paris ist oder bald dorthin geht – die beste heisse Schokolade gibt es dort im Angelina an der Rue de Rivoli. Hier vergessen auch Models und Fashionpeople aus der ganzen Welt, die während der Showzeit in der Stadt weilen, das ewige Hungern. Die Schokolade ist dickflüssig, köstlich und eine grosse Portion Sinnlichkeit.

 

 

 

9 Kommentare zu «Januarliebe»

  • anna frei sagt:

    Auf dem Bürklimärt hat es einen Stand mit bunten Bauernsträussen . Die Sträusse halten relative lange und jeder sieht anders aus. Und sie sind absolut zahlbar.
    Übrigens würden sich sicher viele Leser freuen, wieder mal ein Foto von Miss C. zu sehen!

  • jenny callaghan sagt:

    Liebe Frau koller, diese Artikel machen mir ein bisschen Heim weh nach zurich, wo ich auf wuchs……. Da war doch mal ein Blumenstand am LimmatQuai unter den Boegen………ach, ich sehe so alles vor mir. Gruss aus san Francisco

  • Ka. sagt:

    Ja, es ist so schade, dass es in der Schweiz keine Blumenläden wie in Paris und London in überdies vernünftiger Preislage gibt, in denen unzählige Blumen, Blätter und Hölzer zu 3 oder 5 Stück gebunden in Kübeln wie eine grosse Farbpalette vor einem ausliegen, mit der man nach Herzenslust malen und zeichnen kann. Ich finde, am besten ist es noch in den grossen Migros, wo überdies auch viele biologisch angebaute Pflanzen angeboten werden..

  • CG sagt:

    Bei blumenundso am Bucheggplatz kaufe ich immer wieder ein Paar Blumen, einfach so, sogar ohne Grün. Im charmanten, einfachen Laden entkommt man für ein Paar Minuten den Lärm und die Hektik von draussen: es ist ruhig, es riecht gut, man begegnet freundliche Leute… für mich ist es jedes Mal eine willkommene Atempause. Kann ich nur empfehlen!

  • Monisa sagt:

    Will s o f o r t ins Angelina! Sündhaft „gluschtig“!

  • Claudia Filip sagt:

    Liebe Damen& Herren,
    Ihr Blog ist immer ein Vergnügen!
    Liebe Grüße aus Wien

  • Kriss Gass sagt:

    Liebe Frau Kohler,
    ganz bezaubernd, die Fotos, die Texte und die Anregungen, einfach ein herrlicher Start ins Wochenende.
    Ich habe gestern einem spontanen Bedürfnis nachgegeben, in einem Stoffgeschäft in meiner Innenstadt mal wieder „herumzuschnüfen“: herrliche Farben sehen und Materialen anfassen. Ein Fest für die Sinne!

  • Karin sagt:

    Liebe Frau Kohler zuerst ganz herzlichen Dank für Ihren Blog den ich immer sehr gerne lese. Tolle Ideen, schöne Fotos, und immer sehr liebevoll geschrieben. Betr. Blumen kann ich Ihnen den Blumenladen im Klus Park empfehlen. Romantisch, wunderschöne Blumen, freundliche und persönliche Beratung, günstig, ein Besuch ist immer ein Vergnügen und der Laden wäre sicher auch einen Beitrag wert.

    • tulpe sagt:

      Ganz meine Meinung, Frau Kohler, betr. Floristen in Zürich und Umgebung. Es ist schwierig…. Wenn Sie mal in Horgen sind, schauen Sie bei Doflores rein. Und den Blumenladen im Klus Park schaue ich mir auch mal gerne an!

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