Das hat seinen Reiz

Wohnen kann sexy sein. Diese 8 Wohntipps aus verschiedenen Sweet-Home-Geschichten inspirieren zu neuen Ideen und mehr Sinnlichkeit.
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1 — Wohnen Sie mit Puderfarben

Zarte Puderfarben sind uns vertraut. Sie sind die Farben des Teints, von Lingerie und weiblicher Mode. Schon im 18. Jahrhundert, der stilmässig weiblichsten Zeitepoche, hat man Puderrosa eingesetzt, um Einrichtungen persönlich und intim wirken zu lassen. Die erste eigentliche Interiordesignerin, Elsie de Wolfe, hat sich das zu Herzen genommen. Ganz nach dem Motto: Das Zuhause gehört der Frau, und der Mann sollte sich darin wohlfühlen wie ein Gast. Ihr Einrichtungsstil, ganz nach französischem Vorbild, wurde berühmt und Elsie de Wolfe mit ihm. (Bilder über: vintage rose garden (l.) und the beautiful soup

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2 — Lassen Sie sich vom Boudoirstil verführen

Wohnen ist weiblicher geworden, sehr weiblich sogar: Das zeigt sich am Boudoirstil, der immer beliebter wird. Inspiriert von den Schlafzimmern und Räumlichkeiten der französischen Damen und Kurtisanen des 18. Jahrhunderts, kokettiert der Einrichtungsstil mit Charme, Intimität, Sinnlichkeit, Romantik und Verspieltheit. Er schaut zurück in die Vergangenheit, nicht nur ins 18. Jahrhundert, sondern auch in die Fünfziger-, Vierziger- und Dreissigerjahre. Die Farben sind zart und diskret, die Details raffiniert, die Materialien erinnern an Reizwäsche.

Ganz dem französischen Boudoirstil verschrieben hat sich die englische Starstylistin Marianne Cotteril. Ihr Haus ist mit ausgesuchten Vintage-Fundstücken eingerichtet und wird oft für Fotoshootings gemietet. So tauchen denn auch viele Bilder von ihrem Zuhause in Zeitschriften, Büchern und natürlich im Internet auf. Ihr Stil ist persönlich, eklektisch und einfach bezaubernd. Hier ist eine Abbildung von Marianne Cotterils Schlafzimmer, welches in Puderrosa gestrichen ist und ein mit geblümtem Satin bezogenes Bett aus dem 18. Jahrhundert und einen Schminktisch aus den 40er-Jahren zeigt. (Bild über: Sweet Space)

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3 — Schaffen Sie mehr Privatsphäre mit einem Vorhang

Kuschliger, wärmer und privater wird ein Bett hinter Vorhängen. Ziehen Sie eine Schiene durch den Raum, und befestigen Sie daran üppige, schwere Vorhänge. Am besten füttern Sie die Vorhänge. So werden sie schwerer und bieten auch eine hübsche Innenansicht. Mit aufgezogenen Vorhängen gibt das Bett ein dramatisches Bild ab. Unterstützt wird diese Wirkung hier noch mit einem grossen Bild hinter dem Bett. (Bild über: Miss Paprika) Entdecken Sie noch mehr verführerische Ideen, mit denen Sie ein Schlafzimmer in einen Winternachtstraum verwandeln können.

Shoppingtipps: Günstige Vorhangstoffe in grossen Breiten gibt es zum Beispiel bei Les Tissus Colbert.

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4 — Setzen Sie auf mehr Stimmung im Wohnzimmer

Eigentlich braucht es wenig, um das Wohnzimmer gemütlicher und sinnlicher wirken zu lassen. Das Sofa steht im Zentrum – aber lassen Sie es bitte nicht allein. Es braucht Ablagefläche, am besten auf beiden Seiten. Und natürlich Licht. Hier ist Inszenierung gefragt. Entscheiden Sie sich für tolle Tisch- oder Stehleuchten, die dimmbares Licht bieten. Streichen Sie ruhig auch mal die Wände ein wenig dunkler. Nichts gegen lichtdurchflutete Räume – aber mal ehrlich: Gemütlichkeit kommt in einem überstrahlten Raum nicht auf. Stellen Sie zu Ihrem Sofa auch Sessel, und zwar so, dass man zusammensitzen und Konversation pflegen kann. Wählen Sie als Couchtisch lieber mehrere kleine Tische anstelle eines grossen. Das vermittelt Leichtigkeit und ist unkomplizierter, da auch mal verstellbar. Und wählen Sie Teppiche, denn schöne Böden wirken zwar toll auf Fotos, aber in einem Wohnzimmer möchte man nur Teile vom Boden sehen und dafür die Wärme und den Komfort von edlen Teppichen spüren. Alles von Cassina. Entdecken Sie, wie Wohnen sexy wird.

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5 — Brauchen Sie auch luxuriöse Dinge 

Was nützen die tolle Kaschmirdecke, die exklusive Leinenwäsche, das schöne Porzellan oder die superteure Duftkerze, wenn sie ungebraucht bleiben? Luxus ist bloss Luxus, wenn man ihn auch auslebt. Das ist die wahre Freude daran. In Wohnungen also, in denen auch teure Dinge Spuren des Lebens zeigen, wird mehr gelebt, und die Bewohner sind glücklicher, denn sie wissen, wie man sich selber verwöhnen kann. (Bild über: Trendenser) Entdecken Sie das Glück zu Hause.

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6— Zeigen Sie mehr Tiefe mit dunklen Tönen 

Die englische Interiordesignerin Abigail Ahern hat ihr eigenes Haus dunkelgrau gestrichen und mit Dingen in leuchtenden, tiefen Tönen bestückt. Ihren eigenwilligen Stil bietet sie in Form von Kleinmöbeln und Wohnaccessoires in ihrem Londoner Geschäft und online an. Sie ist mittlerweile so berühmt, dass sie bereits eigene Fernsehsendungen hatte und begehrte Interiordesignklassen anbietet. Eine ihrer Lieblingskombinationen ist Ultramarinblau und Lindgrün, beides bietet sie als grob gehäkelte Kissen und Decken an. Bekommen Sie Lust auf Wohnen mit Sinn und Sinnlichkeit?

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7 — Gestalten Sie Ihre Wohnung weiblicher

Männer hausen eher, sie platzieren die verschiedenen Möbelstücke, die sie im Laufe der Zeit angesammelt haben, so, dass sie sich möglichst zum Fernseher hin ausrichten oder bequem zu handhaben sind. Wichtige Stücke sind für sie grosse Kühlschränke oder coole Multifunktionssitzmöbel. Sie denken, dass die Kommode, die Mama nur loswerden wollte und sie ihnen deshalb mit auf den Wohnweg gegeben hat, eine wertvolle Antiquität ist. Sie stellen die Kommode auch niemals um, ausser Sie ziehen in eine neue Wohnung. Frauen aber wohnen. Sie richten nicht nur gerne ein, sondern kreieren ein echtes Zuhause. Sie setzen Stimmungen um, spielen mit Materialien, Formen, Stoffen und Kleinigkeiten. Sie versuchen auch, Geschichten nachzuerzählen: die Küche aus der Fernsehserie «Friends» etwa, den Salon aus «Downton Abbey» oder Diane Keatons Beachhouse aus «Something’s Gotta Give». Frauen wissen auch, dass Einrichten und Wohnen sehr viel mit der Seele zu tun hat. Das Umstellen von Möbeln hilft zum Beispiel bei Liebeskummer, Aufräumen und Neuordnen haben einen tieferen Sinn, bringt Ruhe und Reflexion. Und die Liebe zum Detail zeigt, dass die Welt in Ordnung ist, weil Schönheit glücklich macht. (Bild: Toast)

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8 — Entscheiden Sie sich für ein französisches Bett

Romantische Betten sind meistens französisch. Die echten alten sind gesuchte Antiquitäten, die in der Schweiz leider selten oder praktisch gar nicht gehandelt werden. Kein Wunder, sind doch hier eher Designstücke, italienisches und nordisches Schlafen angesagt. Aber echte Romantiker lieben französische Betten, auch nachgemachte. Auch dafür müssen Sie in ausländischen Webshops suchen, in den hiesigen Wohnhäusern bin ich jedenfalls bisher nicht fündig geworden. Es gibt aber zuweilen in Brockenhäusern und auf Flohmärkten andere antike Betten zu finden, die man zum Teil ein wenig aufpeppen, neu beziehen oder restaurieren kann. Unterstützen Sie das Bett mit einer Einrichtung im verspielten, koketten Boudoirstil. Hier passen Nachttischchen auf hohen Beinen, Spiegel, Lämpchen mit Rüschenschirmen, Vorhänge aus Seide oder Voile, Zierkissen auf dem Bett, ein kleiner Sessel oder gar ein Sofa, Teppiche, Schminktische und frische Blumen. (Bild über: Apartmenttherapy) Lassen Sie sich von romantischen Wohnideen inspirieren.

 

13 Kommentare zu «Das hat seinen Reiz»

  • Naegeli sagt:

    Guten Tag
    Bewege mich oft und gerne auf Ihrem Blog.
    Könnten Sie mir ev. weiterhelfen bei der Suche eines bestimmten Eierkochers von Blomer für drei Eier.
    Flaches Kästchen mit Ultraschall?
    Vielen Dank für Ihre Hilfe und mercii:) für den täglichen Aufsteller.
    Mit freundlichen Grüßen

  • roy sagt:

    @robert, hat doch nix mit Zwingli zu tun, sondern dass Man(n) und Frau irgendwann die übersexualisierte Bilderflut in den Medien SATT haben.

  • Deborah sagt:

    Ich schaue immer wieder hier vorbei. Toller Blog.
    Wie man trotz Kinder und kleinem Budget Ordnung und Wohnlichkeit in eine Stadtzürcher 3-Zimmerwohnung bringt, erfährt ihr auf meinem Blog: http://www.ordnungsliebeblog.wordpress.com
    Da gibt’s wöchentliche Motivation und Inspiration direkt per Mail!

  • Danièle Brown sagt:

    Dass der Damenpo ein Aufreger wird war abzusehen. Gerechterweise fände ich den dazu passenden Herrenpo inkl. Puschel angebracht. ;o)
    Wer Puder, romantische, kitschige Einrichtung nicht mag, darf auch einfach schweigen. Ihr Blog liebe Frau Kohler-Nizamuddin gibt immer neue Anregungen, gefallen muss nicht Alles – sollte Sie jedoch nicht in ihrer Wahl der Themen beeinflussen. In Vorfreude auf sweethome 2016 wünsche ich Ihnen ein wunderbares neues Jahr! HG, Danièle Brown

  • László D. Pauli sagt:

    Ein schöner Damenpo, aber für mich gehört dieses Foto in ein Männermagazin und nicht in den Blogbeitrag einer emanzipierten Frau.

    • Kriss sagt:

      Sehr geehrter Herr Pauli,

      dem schließe ich mich an. Und dann noch der „Bunny-Flausch-Puschel“, absolutes NoGo!

    • Robert sagt:

      Die gestrengen Sittenwächter jeglichen Genders müssen jetzt natürlich wieder ihren Senf Marke Zwingli abgeben. Das war ja wohl abzusehen. Danke Frau Kohler für die leicht pikanten Einrichtungstips. Es dürfen ruhig mehr davon folgen. Ihr Blog ist spitze und ich habe meine kleine Küche mit vielen gerahmten Bildern ausgestattet, wie in einem früheren Beitrag von Ihnen empfohlen. Die Wirkung ist phänomenal. Und mindestens ein Sessel ist bei mir nicht auf den Fernseher ausgerichtet !

  • Ri Kauf sagt:

    Toll, schön, bereichernd! Ich liebe diesen Blogg und bin traurig, wenn es mal keinen neuen Beitrag gibt!

  • Nina sagt:

    Das Bett, das mir gefällt, das gibt es noch nicht. Stehe weder auf diesen barocken, französischen Kitsch-Stil, noch auf italienisches oder nordisches Überdesign. Die Boxspring-Betten sind so gesehen für mich noch der beste Kompromiss, etwas kuschlig, aber nicht zu kitschig, obwohl mir die eigentlich zu klobig sind. Und Holz oder Stoff fürs Bettgestell – da kam ich auch noch zu keinem Schluss. Nur sicher nicht Leder.

  • Livia sagt:

    Ein Beitrag voller unnötiger und falscher Gender-Stereotypen. Was ist mit den zahlreichen Männern, die nicht „hausen“, sondern viel Zeit damit verbringen, sich schön einzurichten? Was mit den unzähligen Frauen, auf die das Verb „hausen“ eher zutrifft? Und das Ganze noch illustriert mit einer praktisch nackten Frau – solche Beiträge nerven einfach nur.

    • barbara sagt:

      liebe livia, dem kann ich mich nur anschliessen! der sexismus lauert überall und wird mit diesen klischees nur zementiert – wann beginnen die frauen endliche deswegen zu rebellieren.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Ich würde eher sagen, wann beginnen auch die Männer sich gegen den platten Sexismus gegen Männer zu wehren. Zu Recht wehren sich nämlich auch die Frauen gegen Sexismus auf Kosten der Frauen. Evtl. könnte man sich auch als Mann gegen Sexismus gegen Frauen wehren und als Frau gegen Sexismus gegen Männer?

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Toll geschrieben, sehr schön: ich bin dabei!

Kommentar

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