Übertreiben Sie ruhig!

Wir müssen uns im Alltag oft zurückhalten, anderen den Vortritt lassen. Uns anständig und praktisch anziehen. Oder moderat essen, damit wir nicht aus den Nähten platzen. Oder uns oft mit Kompromissen zufriedengeben. Dabei steckt doch in vielen von uns ein Schmetterling, der seine Flügel ausbreiten möchte. Zu Hause ist das uneingeschränkt möglich – hier dürfen Sie ruhig übertreiben und beim Einrichten und Dekorieren einfach mal Ihrer Persönlichkeit freien Lauf lassen. Das ist ein Glücklichmacher, den wir viel zu wenig ausnützen, finde ich. Deshalb finden Sie hier 10 Anregungen, die zu persönlicherem Einrichten inspirieren:   

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1. WOHNEN WIE EIN ENGLISCHER POPKÖNIG
Wo genau stecken Ihre Wohnträume? Sie träumten einst vom Haus mit Pool, vom englischen Cottage oder der coolen Loft, sind aber in einer normalen Mietwohnung gelandet? Das ist auch voll okay, denn Träume, wenn sie verwirklicht sind, sind dann eben keine Träume mehr. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Sie sich in Ihrem kleinen Nest mit dem unaufgeregten Mittelmass zufrieden geben müssen. Wenn in Ihnen ein Popstar steckt, dann geben Sie dem inneren Ich nach und richten Sie sich dementsprechend ein. Für ein solch eklektisches Wohnzimmer brauchen Sie nicht mal ein grosses Budget. Das zentrale Stück ist ein Chesterfieldsofa, der englische Klassiker, der gerne in Pubs und Clubs steht und dem Zuhause ein wenig von dieser Atmosphäre verleiht. Hier ist zudem mit einem Teppich und einem Hocker mit Union-Jack-Motiv Farbe und Popcharakter eingezogen. Die Wände sind tapeziert mit alten Buchseiten und geschmückt mit grossen Drucken von Spielkarten. Das können Sie einfach in einem Kopiergeschäft nachmachen lassen und danach in tolle schwarze Bilderrahmen stellen. Zum Nachmachen inspirieren auch die Uniformkissen. Da braucht es ein wenig Nähtalent, edle Wollstoffe, Lederreste und Goldknöpfe und eines dieser dunklen, nassen verregneten Wochenenden, von denen wir bisher zwar noch praktisch keine hatten. (Bild über: Blulilly)

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2. VORHANG AUF FÜR MEHR DRAMATIK IM BAD
Badezimmer in Mietwohnungen bestechen meist nicht durch starken Charakter. Das lässt sich aber einfach ändern: etwa mit einem langen, bunten Duschvorhang und ein wenig wohnlichen Accessoires. Nähen Sie einen solchen Duschvorhang aus drei farbigen textilen Duschvorhängen, und lassen Sie ihn von weit oben herunterhängen. Teilen Sie ihn in zwei Teile, das macht aus ihm einen attraktiven Theatervorhang. Wählen Sie farblich passende Frotteewäsche, und veredeln Sie Ihr Bad mit wohnlichen Beistelltischchen und farbigen Bildern. (Bild über: Ameblo)

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3. ENTFÜHREN SIE IHRE KINDER INS WOHNPARADIES
Wenig Platz bedeutet nicht, dass Sie auf Grandezza und Eleganz verzichten müssen. Lassen Sie Ihren Kindern ein solch doppelstöckiges Bett zimmern und sie bekommen, auch in einem geteilten Raum, je ein eigenes, kleines Reich. Toll sind auch die Regale mit eingebautem Arbeitsplatz. (Bild über: Tracepaper)

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4. BEKENNEN SIE FARBE
Der Alltag ist oft eintönig genug. Das bedeutet nicht, dass sich das in Ihrem Zuhause widerspiegeln muss. Mit Pinsel und Farbe, einem guten Konzept und ein wenig Mut bekommt auch eine Mietwohnung einen starken, individuellen Charakter. Klar, beim Auszug muss alles wieder weiss überstrichen werden, aber wer weiss, wie lange Sie in der Wohnung bleiben? Oft lebt man Jahrzehnte am gleichen Ort und denkt sich dabei immer, dass sich der eine oder andere Aufwand nicht lohnt. Falsch! Sie wohnen jeden Tag – und freuen sich damit immer an guten, starken und individuellen Wohnlösungen. (Bild über: Blog2modern)

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5. KREIEREN SIE EIN BAD ZUM TRÄUMEN
Zugegeben, ein solches Bad bleibt für die meisten von uns ein Traum. Aber die Idee, ein antikes Regal in ein Badezimmer zu stellen, ist gut, denn es strahlt sehr viel Wohnlichkeit aus und verwandelt den Charakter eines sonst kühlen, pragmatischen Raumes. Wer also Platz hat, versucht es mit einem kleinen Regal, einer Kommode oder einer Konsole; auch ein alter Holzstuhl, Hocker oder Beistelltisch verhilft zu mehr Wohnlichkeit. Schön, edel und persönlich sind hier auch die alten Apothekerflaschen, die kleinen, antiken Rasierspiegel und einige Bücher auf dem Regal. (Bild über: Lifestyle etc.)

 

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6. BRINGEN SIE FLOWER-POWER AN DIE WAND
Diese individuelle Kaffeehaussituation würde in so manche Wohnung passen und dort für mehr Persönlichkeit und Gemütlichkeit sorgen. Malen Sie eine Wand mit Wandtafelfarbe an, zeichnen Sie mit Kreide tolle Blumenmuster darauf, und stellen Sie ein kleines Bistrotischchen mit antiken Stühlen davor. So bekommen Sie einen Platz wie im Lieblingscafé, können hier gemütlich frühstücken, kleine Mahlzeiten einnehmen und die Zeitung lesen. (Bild über: Hipsterapartments)

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7. VERWANDELN SIE DIE BUDE IN EIN BOUDOIR 
Wie gesagt: Übertreiben in Sachen Einrichten tut gut. Hier bestimmt eine übergross gemusterte Blumentapete den Look des Raumes und gibt ihm ganz schön viel dramatische Boudoir-Atmosphäre. (Bild über: Keltainentalorannalla)

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8. WÄHLEN SIE GOLD ZUM AUSSTELLEN
Für attraktive Bling-Bling-Effekte in Ihrer Wohnung müssen Sie nicht warten bis sie in Jay Zs Fussstapfen treten können. Goldfarbe und ein schlichtes Ikearegal genügen da vollkommen. 

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9. STARALLÜREN ERLAUBT
Und wenn wir schon bei den Stars sind: Starallüren tun zwar nicht Ihnen, dafür aber Ihrer Wohnung gut. Diese Wand ist über und über mit Schwarzweissfotos von  Stars, Sternchen und Models tapeziert und wirkt ganz einfach fantastisch! (Bild über: Arkpad)

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10. MACHEN SIE MAL BLAU
Zum Schluss wenden wir uns noch einmal dem Thema Farbe zu. Farbe ist ganz einfach die schnellste und unkomplizierteste Lösung, um alte Stücke in neue zu verwandeln. Stark und modern wirkt zum Beispiel Ultramarinblau für einen alten Holztisch mit Wienerstühlen drumrum – eine Idee, die dazu anregt, sich gleich auf die Suche zu machen nach geeigneten Vintagestücken, um ihnen ein solch starkes Makeover zu geben. (Bild über: Redlovingpixie)

 

 

10 Kommentare zu «Übertreiben Sie ruhig!»

  • gerd sagt:

    Hat sich eigentlich keiner gefragt, ob man mit dem Duschvorhang eigentlich duschen kann? für innen ist er viel zu lang und aus der Wanne hängen lassen… naja, da brauch ich auch gar keinen. Und in der Mitte geteilt… das wird wohl nie dicht.
    Aber schön, dass es schön aussieht. Selbst wenn man es bei jedem Benutzen verflucht.

    Sorry, aber form FOLLOWS function.

    • Veronica sagt:

      Lassen wir Funktion zur Seite, dann bleiben uns den wirklich schönen Fotos zum anschauen. .

      • Peter Schmucki sagt:

        wenn sie den Duschvorhang noch zusammennähen müssen, können sie die unterste Stoffbahn zweischichtig ausführen, eine kürzere für die Wanne und einer längere für die Aussenseite.

        • Veronica sagt:

          Die Orange und Grüne Schichten doppelt nähen. Drapieren so und so verlangt ja Länge. Dann ist es drinnen auch ganz farbenfroh und der Soppeltschicht isoliert es auch noch.

  • Marcella sagt:

    Ein cottage in dem Englischen Cotswolds bitte!
    Super ideen..
    Merci Frau Kohler

  • Agneta Chris Wenger-Östman sagt:

    Einfach schön! Nur schade, dass man in der CH immer noch weiss überstreichen muss, wenn man in einer Mietwohnung
    haust. Bei uns hier in Schweden ist das kein Muss. Die Möglichkeit besteht ja, dass der nachfolgende Mieter diese Farbpracht toll findet! Absprechen – und umziehen!

    • ri kauf sagt:

      Das ist in der Schweiz auch so, Frau Wenger-Östman. Wenn dem Nachmieter die farbige Wand gefällt, muss man nicht mit Weiss überstreichen. :-)

  • Jacqueline sagt:

    I love it! Eine wunderschöne Zusammenstellung an Inspirationen die Lust auf „mehr“ machen, bravo!!!!!

  • Zora sagt:

    knackige Ideen – muss ja nicht 1:1 umgesetzt werden, aber als Inspiration und Mutmacher, wie ich einzelne „müde Ecken“ im Haus aufpeppen kann, dienen sie gut. Danke!

    • Heidi Arn sagt:

      Genau. Ich kann gerade die Duschvorhang-Idee gebrauchen (zweiteilen, zusammensetzen, höher hängen). Natürlich kommt es jeweils anders heraus, doch ich bekam hier schon einige Kicks. Habe z.B. Ivar-Gestelle angemalt und tüftle an einer gemütlicheren Sitzecke in der Küche herum. Ihr Blog „made my day“, Frau Kohler!

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