Zwölf Gründe, Mailand zu lieben

Heute beginnt in Mailand die grosse alljährliche Möbelmesse. Ein Grund für Sweet Home, Ihnen auch die Stadt, in der die neusten Möbeldesigns und Wohntrends vorgestellt werden, ein bisschen näherzubringen. Und vielleicht inspiriert Sie diese kleine, persönliche Liebesgeschichte, wieder einmal nach Mailand zu reisen. Die ersten Eindrücke der Messe werden Sie hier auf Sweet Home am Freitag sehen.
vbälKAN

1 — Mailand ist wunderschön 

Nicht immer kommt die Liebe auf den ersten Blick. Manchmal verwandelt sich auch eine Freundschaft in Liebe. So ist das mit mir und Mailand geschehen. Zuerst war die Beziehung geschäftlich: Modeschauen, Fotoshootings, Messen. Doch mit der Zeit kamen wir uns immer näher, und heute ist jeder Besuch in Mailand ein kleines Stück Glück. Mailand zeigt seine Schönheiten dem, der sie wirklich sehen möchte. Es blendet nicht wie Paris mit Glamour oder wie London mit Coolness, sondern zeigt Strassen mit Löchern und Fassaden, die schon einiges erlebt haben. Doch ist es genau das, was die Stadt interessant, schön und authentisch macht. Hier finden sich, mitten in der globalen Gleichmacherei, noch kleine Geschäfte, in denen man Badekleider, Socken, Briefpapier, Erdbeeren oder Kuchen kaufen kann. Alles ist sehr persönlich und mit einer Bedienung, die an frühere Zeiten erinnert. Badekleider werden wie wertvolle Stücke aus Schubladen zwischen Seidenpapier herausgeholt oder Esswaren aus Regalen genommen und in golden bedruckte Papiere gewickelt. Die Trams sehen noch wie Trams aus und passen zu den herrschaftlichen, mit Würde gealterten Häusern und Strassen. Zwischen Strassen und Trottoirs wachsen Gräser und Blumen.

uigöibj

2 — Der Frühling ist schon da

Immer wenn die Möbelmesse stattfindet, ist das auch eine Art echter Frühlingsbeginn. Die Geschäfte locken mit frischen Früchten und Blumen, und die Frauen tragen keine Strümpfe mehr. Vielleicht noch dicke Mäntel und Jacken, aber definitiv keine Strümpfe.

KGÖIUGBÖB

3 — Die Blumen und Bäume blühen 

Die Farbe Grün, die wir in Zürich meist für lange Zeit vermissen, zeigt sich in Mailand in erster Pracht und mit allem, was dazugehört: den Blumen, Blüten und dem Duft des Frühlings. Die Reise von Zürich nach Mailand dauert ein wenig über drei Stunden im Zug, ein kleiner Aufwand, der sich eigentlich auch sonst lohnen würde. Eine Journalisten-Kollegin hat mir an einer Pressekonferenz in Mailand verraten, dass Sie öfters mal an einem regnerischen oder trüben Sonntag kurz entschlossen von Zürich nach Mailand fahre. Dort geht sie fein essen und ein wenig shoppen (die Läden sind auch sonntags geöffnet) und fährt abends wieder zurück. So einfach also kann ein kleines Stück Ferien mitten im Alltag sein.

SDLJVB AL

4 — Es gibt wunderschöne Bars und perfekten Kaffee

In Mailand übernehmen wir sofort die Routine unserer Freunde und gehen morgens zuerst mal einen Kaffee trinken in einer der vielen wunderschönen Bars. Denn es gibt sie noch, die altmodischen, originalen Bars mit prunkvollem Interieur, in denen die Kellner mit viel Stolz einen Orangensaft von Hand auspressen und Milchschaum mit einem Löffel in den Kaffee löffeln und magere Damen mit Dauerwelle an der Kasse das Geld gegen die Quittung tauschen, mit der man dann den perfekten Kaffee an der Theke bekommt.

vlkbns

5 — Die Früchte und das Gemüse schmecken 

Wie im Schlaraffenland fühlt man sich, wenn man an den kunstvollen Auslagen der Fruchthändler vorbeimarschiert. Servieren Sie Früchte wie die Italiener als Nachtisch. Schneiden Sie verschiedene Früchte wie Mangos, Erdbeeren, Äpfel, Kiwis, Ananas etc. in schöne Schnitze und Stücke. Richten Sie sie auf einer Platte an, und streuen Sie ein klein wenig Puderzucker darüber.

dvjb-lS

6 — Mailand ist ein Shoppingparadies 

Neben den vielen kleinen, interessanten Läden, die man vor allem im Stadtteil Brera findet, und den eleganten Modeboutiquen und Designgeschäften in der Innenstadt ist ein Besuch in den superstylishen Conceptstores Corso Como 10 und Spazio Rosanna Orlandi einfach ein Muss. Ein anderer Liebling von mir ist der Prada-Shop in den Galerien. Er ist halt ganz einfach der Original-Prada-Laden mit toller Architektur!

FKN LAK.D

7 — Ein Aperitif kommt immer Zugabe und Stil 

In Milano ist die Happy Hour ein stilvolles Trinken von hausgemachten Aperitifs und das Geniessen von kleinen Gratishäppchen. Typische Aperitifs sind der Negroni und der Americano. Rezept Negroni: Mischen Sie 3 cl Gin, 3 cl Martini Rosso und 3 cl Campari in einem Tumbler-Glas, geben Sie einige Eiswürfel dazu, und rühren Sie alles um. Dekorieren Sie mit einem dünnen Orangenschnitz.

Rezept Americano: Mischen Sie 3 cl Martini Rosso mit 3 cl Campari in einem Tumbler-Glas, geben Sie einige Eiswürfel dazu, und füllen Sie diese mit Sodawasser auf. Dekorieren Sie mit einem dünnen Orangenschnitz.

 

fkn .s

8  — Die Innenhöfe sind kleine Paradiese 

Viele Schönheiten Mailands sind versteckt. Man entdeckt sie nur durch Zufall oder erhascht einen schnellen Blick darauf. Von den Innenhöfen ist hier die Rede. Sie sind mit Wäsche, Autos und Blumentöpfen belebt, oder es sind elegante, kleine bis mittelgrosse Parks und Gärten. Die Möbelmesse ist jeweils eine gute Gelegenheit, in diese kleinen Paradiese zu treten und sie zu bewundern. Oft werden sie auch für Events und Ausstellungen verwandelt.

WKVs

9 — Die Restaurants machen uns glücklich 

Die Chance, per Zufall in ein gutes Restaurant zu kommen, ist in Mailand gross. In den meisten der kleinen Trattorien oder Osterias isst man exzellent. Diese drei Restaurants gehören zu meinen Lieblingen. Da ist das Da Giacomo, ein wunderschöner Ort mit hellgrünen Wänden und Mosaikboden – und einer köstlichen Fischküche. Hier trifft sich die Modeszene gerne, und manchmal geniessen auch Stars einen diätfreien Abend. Das Torre di Pisa ist mitten in der Stadt. Es ist ein klassisches, toskanisches Restaurant, in dem sich ein Besuch immer lohnt. Das Del Binari ist in der Zona Tortona zu finden und ist eigentlich so etwas wie ein grosses Bahnhofsbuffet mit frischer, einfacher Küche.

dkvlbn S

10 und 11 — Risotto Milanese und Costoletta Milanese  

Zwei typische Mailänder Gerichte sind das Risotto Milanese, welches mit Safran gekocht wird, und die Costoletta alla Milanese, eine Art Wiener Schnitzel, das mit einem dünnen Kalbskotelett gemacht wird und mit Rucola und kleinen Tomaten darauf serviert wird.

Rezept Risotto: Zutaten:

  • 350 g Arborio-Reis
  • 125 g Butter
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Glas Weisswein
  • 1 Liter Bouillon
  • 150 g Grana Padano, gerieben
  • 1 Prise Safran in ein wenig warmem Wasser eingeweicht

Zubereitung:

Dünsten Sie die Zwiebel in der Butter an, und geben Sie dann den Reis bei. Reis in der Butter andünsten, mit dem Wein ablöschen. Den Wein einkochen lassen. Nach und nach die Bouillon mit einer Suppenkelle beigeben, bis das Risotto praktisch fertig gekocht ist. Danach den Safran einrühren. Zwei Minuten weiterköcheln, den Käse daruntermischen und servieren.

DVJB-ls

12 — Mailand ist auch ein kleines Hundeparadies

Auch Miss C. liebt Mailand, nicht zuletzt, weil ihre Freundin Jackie Oh dort wohnt und die beiden zusammen im schönen Park des Castello Sforzesco rumrennen können. Abgesehen davon sind Hunde in allen Restaurants willkommen. Sie dürfen auch in Bars und Läden und treffen viele andere Hunde.

24 Kommentare zu «Zwölf Gründe, Mailand zu lieben»

  • Guten Tag,
    Ich moechte bekanntgeben, dass ich auf der Seite Was in Mailand besichtigen mehrere weniger bekannte Sehenswuerdigkeiten aufgelistet habe. Alle Photos sind extra fuer die Seite gemacht worden.

    Die Seite will beweisen, dass auch Mailand reich an Sehenswürdigkeiten ist. Für viele Touristen gibt es in Mailand nur Duomo, Galleria Vittorio Emanuele, Castello Sforzesco, Letzter Abendmahl. In Wirklichkeiten befinden sich in Mailand auch viele andere Schätze der Kunst und der Geschichte.

    Auf den anderen Seiten der Abteilung kann man andere nuetzliche Informationen betrefflich Mailand finden: kulturelle Links, Nachtleben, Bars und andere Lokale und noch mehr!

  • S. Meier sagt:

    Ich habe in Mailand gelebt, als Kind die Stadt gehasst aber jetzt finde ich sie schön und interessant. Viel Kultur und Möglichkeiten zum shoppen. Die klassischen Läden und die meisten Restaurants sind aber teuer. Die Bars sind Kult, man kriegt sehr guten Kaffee für wenig Geld und die Aperos sind einfach super. Ein Besuch im Restaurant Bagutta ist lohnenswert, man sieht in die Küche hinein wie gekocht wird, es ist ein wichtiger Treffpunkt für Mailänder aber auch für die internationale Modewelt. Viele Künstler haben ein Werk hinterlassen und es wird ein Literaturwettbewerb organisiert.

  • verena mayer sagt:

    milano beginnt mit der wunderschönen männlichen stimme aus dem lautsprecher in der stazione centrale!

  • Karin sagt:

    Ich LIEBE Mailand, man ist von Zürich aus so schnell dort, und kaum ist man da fühlt man sich fast wie in einer anderen Welt. Und alle sind so elegant angezogen!

  • Dilek Demirel sagt:

    Wenn man in den Quartieren im peripheren Mailänder Stadtzentrum herumzustreunt, kriegt man wirklich das schöne, warme Herz der Stadt zu sehen. Kleiner Tipp: Sich auf die Suche nach den uralten Kirchlein machen (Sant¨‘ Ambrogio, San Babila, etc), die Quartiere druherum sind auf jeden Fall gut für positive Überraschungen.
    Dank Frau Kohler’s Beiträge wird der Tag immer gleich viel schöner und heiterer, vielen Dank!

  • Déjà-vu sagt:

    Perfetto! Wir reisen am Donnerstag an die Messe nach Milano und nun ist auch die Vorfreude entsprechend geweckt! Und wenn das ‚Alla Collina Pistoiese‘ nichts mehr ist, gehen wir eben ins Bahnhofsbuffet. Danke liebe Marianne!

  • Patrick Wissmann sagt:

    Ich habe mich vor Jahren in eine wunderschöne Mailänderin verliebt und somit auch in die Stadt. Die Kurztrips von der Schweiz aus sind immer voller Highlights, die Stadt ist rau aber schön. Mittlerweile bin ich selber Mailänder (auf dem Papier) und ein absoluter Fan. Wenn der Wunsch nach Weite aufkommt, ist man in zwei Stunden am Meer. Ein bisschen Italien sollte jeder Schweizer in sich tragen, denn das Schöne liegt so nah. Die wunderschöne Mailänderin hat mir inzwischen zwei wunderbare Kinder geschenkt, Gianluca und Alessia. Italia per sempre.

  • Ottilia Campomori sagt:

    Liebe Lilly Otth
    mir wurde Hotel Berna sehr empfohlen. War leider schon ewig nicht mehr in Milano.

  • beat lauper sagt:

    Da bin ich einverstanden, mal abgesehen vom tristen nebligen Wetter, ist Mailand tatsächlich besser als sein Ruf. Bei Rom ist es umgekehrt. Immerhin gibts Jobs.

  • Lilly Otth sagt:

    Haben Sie uns noch einen Geheimtip für ein Hotel, liebe Frau Kohler? ;-)

    • Marianne Kohler sagt:

      Leider nicht, – unsere besten Freunde leben in Mailand und so wohnen wir nie im Hotel. Aber ich frag mich mal rum, in Mailand, und melde mich wieder, wenn ich tolle Tipps finde.

      • Lilly Otth sagt:

        hab spontan was gebucht für ein Wochenende April, lasse es Sie dann wissen, obs zu empfehlen ist ;-) Sie haben mir wirklich Lust auf Mailand gemacht!!! Danke

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    das einzig schöne an mailand ist, dass man es grossräumig umfahren kann um an die côte d’azur zu gelangen.

  • roberto meier sagt:

    Ich hoffe redaktion und leser sind sich bewusst, was für eine top-klasse-journalistin/stylistin/etc. marianne kohler ist. Einfach vom feinsten.

  • pat plüss sagt:

    immerhin haben wir hier in zureich mit der la stanza inzwischen auch ein bisschen italianità. caffémässig zumindest.
    die apéro-kultur hierzulande ist aber immer noch vom traurigsten, was es gibt. wenn man lieb nachfragt, gibt’s vielleicht ein paar dürre nüssli. meist aber nichts. in italien hingegen und spanien ist der apéro ein vergnügen: keine schmürzligen und mit dem messbecher peinlich genau abgemessenen aperitive.
    bei den preisen, die wir hier bezahlen, sollte schon mehr drinliegen.

    • Mäse sagt:

      Lieber Pat, man muss das ein wenig differenzieren. Ich lebe in México. Hier werden ihnen, auch nicht überall aber oft, halbe Buffets als Aperobeigabe serviert. Das funktioniert aber nur, weil die Menschen dies hier nicht ausnützen. Auch gibt es bei vielen Getränken refill. Würde man das in der Schweiz anbieten, hätte man das Lokal voll Jugendlichen, wo einer ein Getränk bezahlt und es für seine 5 Freunde refillen lässt. Dasselbe mit den zum Drink servierten Häppchen. Ich habe lange an der Bar gearbeitet und habe nicht wenige Gäste kennengelernt, die sich mit den Häppchen das Abendessen gespart haben. Noch schlimmer, es wurde gemotzt, wenn mal nicht die gewohnte Menge an ‚Gratisessen‘ gereicht wurde. Ich hoffe, Du verstehst auf was ich heraus will…das Problem ist weniger der Wirt, sondern der Gast oft keine Grenzen kennt.

      • diva sagt:

        ja, mäse: vielleicht liegt es in mexico oder sonst wo, einfach daran, dass man sich die getränke überhaupt leisten kann… und in einem weiteren daran, dass die lokale (wie in italien auch) noch wirklich in privat-/familienbesitz sind und es eine frage der ehre ist, den gast als gast zu behandeln und nicht als ein wesen, dass nur die kohle bringt und ansonsten möglichst schnell wieder verschwinen soll. ich bin viel gereist in meinem leben (nicht als ferienreisende) sondern beruflich und ich habe nirgends soviel unfreundlichekeit und arroganz dem gast gegenüber erlebt, wie hier in der schweiz und am stärksten in zürich.

  • Rima sagt:

    Lang, lang ist es her, seit ich das letzte Mal in Milano war. Dass man in Mailand sprich‘ Italien Hund in Restaurants mitnehmen kann, ist mir neu. Da können die Tessiner was lernen. Viva Italia!

    • Marianne Kohler sagt:

      Liebe Rima, im Tessin durften wir Miss C. sogar in den Supermarkt nehmen, – auf dem Arm, aber in den Supermarkt…

      • Ursula Gruemann sagt:

        Cara Rima,
        wir wohnen im Tessin und unser Hund kommt meistens mit ins Restaurant – meistens kriegt er dort eine Schale Wasser serviert!

  • Mario Monaro sagt:

    Ich war in früheren Jahren sehr oft in Mailand (Verwandtenbesuche und geschäftlich) und habe die Stadt gehasst, andere italienische Städte wie zum Beispiel Neapel aber geliebt. Als dann meine Freundin unbedingt mal nach Mailand wollte und ich ihr das nicht ausreden konnte, war ich erstaunt, dass man in einer Stadt, die man recht gut zu kennen glaubt doch noch Entdeckungen machen kann (es war zudem einer der ganz wenigen Tage mit wunderbarer Weitsicht – vom Dom aus konnte man die Alpen sehen). Diesen Level der Liebe zu Mailand habe ich allerdings nicht erreicht. Mailand ist mir einfach zu gross, zu schnell und zu oberflächlich.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.