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Kengo Kuma: Ein japanischer Architekt, der Häuser verkleidet

Marianne Kohler am Dienstag den 10. Juli 2012

Architektur hat nicht immer nur mit Form zu tun. Nicht dass der japanische Architekt Kengo Kuma dies ausser Acht lässt, aber er durchbricht Form und Inhalt mit interessanten, architektonischen Verkleidungen. Da wachsen Pflanzen aus Fassaden, bestehende Gebäude werden mit gemusterten Leuchtelementen umhüllt oder Kaffeebars in eine Skulptur verwandelt.

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Das Gebäude Green Cast in Odawara-shi in Japan bekam eine lebendige Fassade. Verschiedene kleiner Panele mit Pflanzenkübeln umhüllen reliefartig die ganze Fassade. Aus den verschiedenen Töpfen wachsen Grünpflanzen, dazwischen sind die Fenster.

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Die verschiedenen Strukturen und Texturen der Panele und Pflanzen geben der Hausfassade viel Leben und verändern sie ständig. Wasserschläuche und Ventilation sind hinter den Panelen angebracht und vereinfachen so die Bewirtschaftung der grünen Fassade.

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Hier wurde ein bestehendes Haus mit einem Eingangsgebäude umhüllt. Dieses wiederum bekam eine Verkleidung mit Platten, die mit dickem, gemustertem Papier überzogen und mit einer Glasschicht versehen wurden. Nachts leuchtet die Fassade einladend. Das Marubeni Building in Kyoto war ursprünglich eine Kimonomanufaktur und wurde zu einem Einkaufszentrum mit Kino und Restaurants umgebaut.

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Die dekorativen Platten im Eingangsbereich zeigen ein traditionelles, japanisches Muster, das oft auf Kimonos zu sehen war.

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Diese Starbucks-Fililiale wurde innen mit Holzelementen verkleidet. Das Café befindet sich auf einer Strasse, die zu einem vielbesuchten japanischen Schrein führt. Durch die diagonale Verflechtung von Holzstäben hat der Architekt eine Wirkung erreicht, die modern ist und doch zu den traditionellen japanischen Häusern passt.

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Die Architektur, die Kengo Kuma für die amerikanischen Fastfoodkette Starbucks kreiert hat, wirkt fast wie eine Skulptur. Mit einfachen Holzstäben, die sich in einander verflechten, ist eine Art Höhle entstanden, in der Bewegung und Rhythmus spürbar werden.

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Das neuste Projekt von Kengo Kuma ist das Asakusa Culture Information Center in Tokyo. Das  Gebäude erhebt sich achtstöckig im lebendigen Asakusa Quartier in Tokyo. Jedes Stockwerk bietet interessante, diagonal verschachtelte Räume, die von aussen aussehen, als wären sie locker aufeinandergestapelt. Auch hier ist das Gebäude mit Holzelementen eingekleidet

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11 Kommentare zu „Kengo Kuma: Ein japanischer Architekt, der Häuser verkleidet“

  1. Rima sagt:

    Die unterste Version finde ich ganz toll! Die Verkleidung mit den Pflanzen…..na ja, ist ja auch o.k. aber ob das auf Dauer funktioniert, wage ich zu bezweifeln. Die Innenverkleidung von Starbucks finde ich eher etwas bedrohlich. Macht nichts, ich trinke dort sowieso nie Kaffee.

  2. Jorge sagt:

    Bewachsene Fassaden sind nichts neues. Die Markthalle von Avignon z.B. sieht sehr schön aus, weil mittels verschiedenen Pflanzenarten und Blattfarben natürliche Muster erzeugt werden.

  3. Tom Müller sagt:

    Endlich mal innovative Architektur! Da könnten sich ein paar 08-15-Architekten in unseren Breitengraden mal etwas Inspiration holen.

    • Johannes Markwalder sagt:

      Meistens mangelt es nicht an Ideen seitens der Architekten, sondern eher an Zahlungsbereitschaft seitens der Bauherrschaft. Fast niemand hierzulande ist bereit, für ein bisschen Extravaganz oder spezielle Formen und Ideen ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen, und so auch z.b. eine etwas aufwändigere Arbeit eines Zimmermanns oder Schreiners zu würdigen. Falls diese Bereitschaft doch mal da ist, scheiterts dann trotzdem meistens an den Baugesetzen und Gestaltungsplänen die sehr an den meisten Orten sehr wenig gestalterischen Spielraum zulassen. Darum siehts in der Schweiz halt so aus wies aussieht.

      • Johnny Boy sagt:

        Was nun: kostet es also mehr, wenn der Architekt kreativ ist?
        Und was wenn der Architekt also nicht kreativ ist, dann kostet trotzdem weniger?
        Die Bauherren tragen sicher nicht die Hauptschuld, es sind die schlechten Architekten und die institutionalisierten völlig verfilzten Verhinderer, dümmliche Fantasiegesetze und dazu noch ein mittelalterliches Architekturempfinden.

        In einem der reichsten Länder der Welt ist eines sicher rar: kreative Architekten.
        Dazu noch ein Heer von “Denkmalschützern”, die Bauvorhaben sperren weil sie nichts anderes können als zu verhindern – weil sie verhindert sind und nichts anderes können als Verhindern und es ihnen gefällt.

        In der Schweiz sieht es genau so aus weil es den Architekten zu 99.5% an Kreativität und Weitsicht fehlt.
        Ein paar überdurchschnittliche Geister können sich zum Glück von der Masse abheben.
        Aber nicht zu sehr, denn sonst könnte man ja meinen dass sie abgehoben sind.

        Ganz zu schweigen von den Künstlern, davon gibt es auch nicht gerade viele die mehr können als COPY PASTE.

      • Johnny Boy – Den Nagel auf den Kopf getroffen. In Münsingen/BE wird zurzeit der Bahnhofplatz umgestaltet resp. umgebaut. Man glaubt es kaum, die alte Baracke “Güterschopf” bleibt wegen dem Heimatschutz am Ort. Na ja, passt zum Ort, jede Menge Abbruchobjekte mitten im Zentrum.

  4. Daniel sagt:

    Endlich mal was sinnvolles das Moderne mit Natürlichem verbindet!

  5. Danièle sagt:

    Wunderbarer Post! Herzlichen Dank dafür.
    Ein gutes Beispiel wie moderne Architektur mit traditionellen Formen und Handwerkskunst verbunden werden kann.
    Hässliche Architektur gibt es nicht nur in der Schweiz, sondern auch in anderen Ländern (auch Japan) und leider noch immer überwiegend…
    … das ändert sich erst wenn die Bauherren/frauen vom günstigen Mainstream Abschied nehmen und die Mehrheit der Bürger sich vehement gegen Hässlichkeit im öffentlichen Bau zur Wehr setzt.
    Erst wenn schöne Dinge sichtbar werden, sprich die Aufmerksamkeit geschult wird, kann man sich “bewußt” dafür oder dagegen entscheiden.
    Liebe Marianne Kohler Nizamuddin, bitte mehr solcher tollen Beispiele – danke!

  6. Sherlock Holmes sagt:

    Nett, aber nie richtig gut. Gibt zu jedem Bild eine bessere und ältere Version davon

    1+2: Patrick Blanc allg.
    3+4: Ricola in Brunstatt von Herzog de Meuron, 1994
    5: Kawamata allg. oder Beitrag zum Burning Man 2006 von Arne Quinze
    6: Holländischer Pavillon in Hannover 2000 von MVRDV

    Ich glaube, er wäre auch nicht glücklich als Verkleider bezeichnet zu werden. Eine Fassade sollte integraler Bestandteil eines Gebäudes sein.

  7. Alexander Proff sagt:

    Ja, leider stimmt der Titel: Ein Japanischer Architekt, der Häuser verkleidet. Sie fallen auf, doch die Kleider sind keine Haute Couture und für die Gebäude weder stimmig noch zweckmässig.

    Eine Jungleartige bewachsene fassade à la blanc ist grossartig, doch ein bisschen Unkraut zwischen Waschbetonkübeln und normalen Büroverglasungen ist eine magere Dekoration.
    Die Mikadostäbe im Starbuckcaffe bilden keine sinnvolle Holzstruktur. Schade für das schöne Holz!
    Die Kimonofassade ist zwar schön beleuchtet, doch die Proportionen der Eingänge überzeugen nicht. Eine durchschnittschnittliche Architektur wird durch grüne Muster aufgepeppt, doch man merkt die Mängel noch.

  8. Danièle sagt:

    Hallo Sherlock Holmes,

    ich habe mir ihre Beispiele angesehen und finde Sie vergleichen Äpfel mit Birnen.
    Patrick Blanc finde ich gut, jedoch wenn Kengo Kuma es ähnlich od. gleich wie P.B. gemacht hätte, dann hätten Sie das auch beanstandet, das gleiche zu Ricola.
    Kawamata (bildende Kunst) mit Kengo Kuma (Architektur) zu vergleichen klappt nicht.
    Was den holländischen Pavillion angeht frage ich mich, warum der nicht in einer holländischen Stadt verwirklicht wurde.
    Außerdem lassen Sie bei all ihren Vergleichen mit anderen “Architekten” den kulturellen Aspekt ausser Acht.
    Kennen Sie Tadao Ando, Shigeru Ban, Keiichiro Sako, Kisho Kurokawa oder Sou Fujimoto? Da wären Vergleiche angebrachter.
    Mit besten Grüssen, Danièle

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