Die Dekade nach dem zweiten Weltkrieg verbinden wir mit heiler Welt, glücklichem Familienleben, Gemütlichkeit und Häuslichkeit. Dass hinter den Fassaden von Einbauküchen, Canapés und Schürzchen natürlich vieles nicht so rosig war wie die Petticoats unserer Mütter oder Grossmütter, wissen wir schon lange. Und doch schauen wir, vor allem stilmässig, gerne in diese, fast schon exotische Zeit zurück. Hier finden Sie Impressionen von damals und Ideen für heute:

Praktische Einbauküchen zogen in den Fifties in die meisten Wohnungen. Da die neuen Mietwohnungen klein waren, wurde alles kompakt, meist in einer Reihe, montiert. Die für die Schweiz so typischen, länglichen Kleinküchen entstanden. Entlang einer Raumseite ist der Küchenkorpus – samt Herd, Backofen, Abwaschbecken aus Chromstahl und Schränkchen–, so dass gerade noch Platz war für einen kleinen Küchentisch mit vier Stühlen oder Hockern. Gedacht für die Idealfamilie mit zwei Kindern. Interessant war die Farbenfreude und das Experimentieren mit Materialien und Strukturen. So wurden oft Pastellfarben mit Rot, Schwarz und Grün gemischt oder verschiedene Texturen und Muster eingesetzt. Die kleine, praktische Küche bekam so einen lebendigen und fröhlichen Look, etwas das heute vielen neuen Küchen fehlt. Im Sweet Home Blog «Essen zum Retrolook» finden Sie die passenden Rezepte.

Amerikanische Dinermöbel oder hübsche europäische Fifties-Möbel können auch heute einer langweiligen Einbauküche Pep und Charakter verleihen. Auf Flohmärkten und in Brockenhäusern finden Sie immer noch viele kleine Küchentische mit kunststoffbezogenen Oberflächen und Metallbeinen mit passenden Stühlchen und Hockern. Dinermöbel finden Sie zum Beispiel im Route 66 Shop. Bild über Happy Things.

Zur heilen Welt der Fünfzigerjahre gehörte auch die Erreichbarkeit von Erfolg und Prestige. Da nicht alle an die Spitze konnten, wurde dies einfach in einem kleineren Massstab umgesetzt. So wurde ein Wohnzimmer auch zur Bibliothek, zum Esszimmer, zur Lounge und zum Arbeitsraum. Leichteres Mobiliar, wie kleine Sofas und Sessel auf Beinen Beistelltischchen und Mehrzweckmöbel aller Art, machten dies möglich.

Viele der damaligen Möbelstücke sind heute zu begehrten Antiquitäten geworden oder werden in neuen Versionen immer noch produziert. Kein Wunder sind sie doch formschön, praktisch und wirken leicht. Dieses kontemporäre Wohnzimmer zeigt eine besonders gelungene Interpretation des Wohnstils der Fünfzigerjahre. Verschiedene Einzelstücke sind gelungen zusammengestellt und die Wände kunstvoll und sehr grafisch mit passenden Farben gestrichen.

Die für die Fifties so typische Farbkombination von zarten, starken und natürlichen Tönen wird hier gekonnt interpretiert.

Viel mehr wie heute wurde damals der eigene Wohnraum dazu benutzt, um Freunde oder Geschäftspartner zu unterhalten. Cocktailparties, selbstgekochte Abendessen oder gemütliches Zusammensitzen fand meistens in den eigenen vier Wänden statt. So war das Wohnzimmer auch ein Partyraum. Der letzte Schrei war eine Hausbar, egal ob diese nur in einem Klappregal in der Wohnwand oder richtig mit Theke und Hocker umgesetzt wurde. Hauptsache man hatte eine.
LIEBLINGSSTÜCKE DER FIFTIES
Diese Möbelstücke, aus den Fünfziger Jahren mögen wir auch heute noch:

Weil wir darauf ausstellen können, was uns besonders gut gefällt und es erst noch viel praktischen Stauraum bietet.

Weil er formschön ist, leicht wirkt und eine gelungene Mischung von Stuhl und Sessel ist. Bild über Denise at Home.

Weil es keinen wertvollen Bodenplatz wegnimmt und in jedem Zimmer eingesetzt werden kann. Bild über Yvestown.

Weil er wie ein wirklicher Kühlschrank aussieht, sich zeigen darf und uns an die amerikanischen Familienfilme der Fifties erinnert. Bild über Denise at Home.
Schlagworte: Designermöbel, Küche, Vintage, Wohnzimmer
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Marianne Kohler ist Stylistin und Journalistin, sie begann ihre Karriere als Textildesignerin, arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift Annabelle leitete. Heute arbeitet sie für Zeitschriften wie «Glamour» sowie Interior-Firmen im In- und Ausland. Marianne Kohler lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich. 






























































































Diese Möbel sind einfach nur schrecklich.
ja und vor allem sieht das sehr amerikanisch aus.
Wow, so möchte ich auch wohnen. Nostalgische Gefühle für eine Zeit, welche ich nie erlebt habe….?
so habe ich gewohnt in meiner Kindheit, bieder, billig …..und der schreckliche Novilonboden. Vergiss es!
Hast nichts verpasst ausser der rock’n roll music!
Weiss jemand, wo’s diesen Stuhl zu kaufen gibt?
http://blog.tagesanzeiger.ch/sweethome/wp-content/uploads/2011/04/denise-32.jpg
….ich weiss nicht…..so viel leichtigkeit sehe ich da nicht. das alles ist eher einsammelsurium als geschmackvoll…sorry. einzelne stücke aus dieser zeit finde ich witzig aber sonst……
Uii! – Nicht wirklich sexy!
Wieder mal einen super tollen Beitrag, herzlichen Dank!
Auch wenn ich selbst meine Wohnung nicht so einrichten würde, erschließt sich mir durchaus die hinter den auf den ersten Blick plastik-plakativ wirkenden Möbeln stehende Gemütlichkeit à la American Diner (bzgl. der Küchen).
Die Bar hat ihren Charme, weniger signalfarbig könnte ich sie mir sogar als eigene vorstellen.
Das Liegemöbelstück in Blau mit Nackenrolle würde ich sogar sofort mitnehmen.
Ja, die Liege ist super. Weiss jemand, wo’s die gibt?
http://blog.tagesanzeiger.ch/sweethome/wp-content/uploads/2011/04/2.2-3.jpg
wer die 50er/60er liebt sollte sich unbedingt http://www.bliss-shop.ch anschauen !!!
Oh my gosh, alle diese Kritiker. Koennen wir nicht einfach mal zustimmen, realxen und geniessen und etwas positives sehen. Ja es sieht amerikansich aus, weil Amerika in tden 50′ DIE WELTMACHT war und jedermann die USA kopierte. Ob es gut war oder nicht bleibe mal dahingestellt. Und ja die Farben waren zum Teil haessklich bunt aber das war die Zeit dazu. Rock n` Roll! Aufbruch! Ferien! Cheeseburgers, Milkshakes, Chewing Gums! Reisen! Autos mit Fluegeln! Vespa! Bluejeans! Coca Cola! Und es wurde geraucht, dass sich die Waende kruemmten! Route 66!
Ich finde es toll, ich habe ein altes Boot (1972), ein altes Auto (VW Karmann, 1967), ein vintage Motorhome (GMC 1973) und ich liebe Amerika. Und wenn ich diese Kommentare sehe, bereue ich keinen Moment, dass ich nach USA ausgewandert bin. Chicago rocks! Es kann ja jedermann/frau selber waehlen. Zum Glueck!
es fehlt der ewige Zigarettentauch! Dieser entsetzliche erkaltete Rauch der alles überzog, war DAS Merkmal der 50s.