Jetzt wo das Grün draussen verschwindet bekommen wir Lust es nach drinnen zu holen in Form von Zimmerpflanzen. Der grosse Trend bei den Hauspflanzen weist zurück in die heile Welt der Fünfzigerjahre, als Blumenfenster, Spinnenpflanzen und Schwiegermutterzungen der letzte Schrei waren. Das heimelige Blattwerk zeigt sich eher klein, unkompliziert und in schlichten Töpfen. Das ist nicht nur hübsch, sondern auch praktisch, denn grosse Pflanzen in Riesentöpfen sind wie alte, schwere Möbel: Wenn sie mal hingestellt werden, sind sie schwer zu verrücken. So werden die kleinen Feinen nett auf Blumenbänkchen platziert oder sie mischen sich ganz unkompliziert zwischen die Bücher auf dem Regal. Aber auch in Räumen wie der Küche oder dem Bad finden sie ihren Platz.

Keine Wohnung ist zu urban, um sie nicht ergrünen zu lassen. Besonders Lofts schreien direkt nach einem Stückchen Natur. Ein kleiner Beistelltisch in Fensternähe ist hier mit einigen Töpfen, in denen allerlei wächst und sich in den verschiedensten Formen zeigt, versehen. Der Vintagelook und die kleinen Retropflänzchen passen gut zusammen und vermitteln ein wenig Schulzimmernostalgie.

Kleine Pflanzen haben den Vorteil, dass sie fast überall hinpassen. Hier sind sie in einer Reihe auf ein Bücherregal gestellt, wodurch es höher wirkt und auch mehr Persönlichkeit erhält. Bild über: Decorista.

Die Interior-Stylistin Aleli Leal mag es, wenn Zimmerpflanzen möglichst seltsam sind. Hier hat sie mit solchen Exemplaren einem Regal einen sehr persönlichen und interessanten Look verliehen. Gerade wenn Regale als Raumtrenner eingesetzt werden, funktionieren Pflanzen darauf besonders gut. Sie bekommen genügend Licht und nehmen dem Regal seine Strenge. Regalsystem: Mystique von Pfister.

Hier sind einige Topfpflanzen auf einem Küchenrollmöbel arrangiert. Der Kontrast zwischen den lebendigen Pflanzen in Tontöpfen und dem Chromstahl des Industriemöbels wirkt sehr interessant und funktioniert gut. Die Pflanzen geben diesem kleinen Raum Persönlichkeit und Wärme. Bild über: One Hour.

Sukkulenten sind pflegeleicht und funktionieren fast überall. Hier peppen sie eine Küche auf .Verschiedene Formen wirken interessant, wenn sie nebeneinander stehen. Bild: The Selby.

Zwei, drei besondere Pflanzen kommen besonders stark zur Geltung, wenn sie zu einem kleinen Stilleben zusammengestellt werden. Hier sind Sukkulenten auf eine spannende Art mit Steinen, Souvenirs und Kunstobjekten arrangiert.

Mit dem Revival des Retrolooks kommen auch die einst als bieder verschrienen Pflänzchen einen neuen Starauftritt. Sie hängen von der Decke, klettern an Wänden hoch, setzen sich auf den Boden, auf Fenstersimse und umgeben unsere Möbel mit dem Charme der neu entdeckten, guten alten Zeit.

Auch Retropflanzen können wachsen. Besonders filigrane Pflanzen wirken auch gross leicht und zufällig. Bild über: Denise at Home.

Wunderschön sind hier nicht nur die grossgewachsenen Sukulenten, sondern auch die kunstvollen Drahtgestelle, die sie stützen. Die skurrilen Pflanzen und die geometrischen Drahtkonstruktionen wirken wie lebendige Skulpturen.

Jedes Pflänzchen in einen Topf? Das muss nicht sein. Oft sehen einige Pflanzen zusammen in einer grossen Schale auch sehr schön aus. Der Retrofaktor ist hier garantiert, wirken doch die verschiedenen Gewächse zusammen wie ein Arrangement aus Omas guter Stube. Bild über: Sweet Space.

Diese Schwiegermutterzungen könnten direkt aus dem Filmset von «Mad Men» stammen. Nett in einem Kistchen auf Beinen stehen sie da, dekorativ wie aus den Fünfzigerjahren. Bild über: Sweet Space.

Wieso einzeln auftreten, wenn ein Gruppenspiel noch viel stärker wirkt? Ein schwarz gestrichenes Palett wird hier zur Bühne für allerlei Kakteen. Bild über: Beautiful Soup.

Auch blühende Pflanzen wie Begonien, Hortensien oder Astern bringen Retrofeeling ins Haus. Hier ist gekonnt Altes und Modernes, Vintage und Fotokunst zusammen kombiniert. Bild über: Yvestown.

Arrangieren Sie verschiedene Pflanzen mit Bildern, Schalen, Töpfen und Körben zu einem natürlichen Blickfänger in der Wohnung. Bild: Ikea.
Schlagworte: Pflanzen
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Marianne Kohler ist Stylistin und Journalistin, sie begann ihre Karriere als Textildesignerin, arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift Annabelle leitete. Heute arbeitet sie für Zeitschriften wie «Glamour» sowie Interior-Firmen im In- und Ausland. Marianne Kohler lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich. 






























































































Für den Winter Pflanzen auf die Heizung abstellen?
Richtig, das erste Bild zeigt Sukulententöpfe auf dem Heizkörper. Und in jedem dritten Haus stehen sie auch so. Leider ertragen Sukkulenten gerade im Winter mit wenig Licht die Wärme von unten schlecht und werden austreiben, schwächeln und dann abknicken. Man muss sie im Winter kühl stellen. Pflanzen sind Lebewesen mit Ansprüchen und keine Dekorobjekte nur für’s Auge.
Auch keine gute Idee sind die Töpfe auf Bücherregalen, schon gar nicht zuoberst. Versuche mal, die Töpfe zu giessen, ohne Wasserschäden an Büchern und Holzregal!
warum sind pflanzen keine dekoration? ich hätte keine pflanzen, wenn die dinger mir meine wohnung optisch verunstalten würden.
pflanzen über heizkörper ist zwar überhaupt nicht optimal, hat bei mir in der alten wohnung jedoch immer funktioniert (orchideen & paar scheue kakteen).
Nein, nein und nochmal nein.
Kein Trend, definitiv nicht.
Trend oder nicht? Für mich gehören Pflanzen mit der gleichen Selbstverständlichkeit in einen Wohnraum wie Möbel. Und genau so wie man für die Ausstattung eines Raums eben kleine und grosse Möbel braucht, braucht es eben auch kleine und grosse Pflanzen. Pflanzen stehen für mich also genau so ausserhalb eines “Trends” wie Möbel an sich.
Einmal Katze durch, dann sind diese schrecklichen Gestrüppe am Boden ;-)) oder abgefressen… keine Blüten weit und breit, wie wenn man Salat rumstehen hätte
Ohne Licht geht es nicht. Wer Pflanzen nicht direkt am Fenster hat, muss ein Pflanzlicht installieren – insofern er Pflanzen als Lebewesen und nicht als Wegwerf-Objekte ansieht. Richtig liegt wer Pflanzen als Lebewesen ansieht und alles tut damit sie auch tastächlich leben – und nicht langsam abserbeln.
Direkt am Fenster muss nicht direkt auf der Heizung sein. Im 1. Foto sieht man drei Beispiele. Die mittlere Reihe ist am schlechtesten. Grad am kalten Fenster mit der Heizung in dem Rücken ist auch nicht gesund, nicht für uns Menschen und nicht für Pflanzen. Auf dem Tisch ist die beste Lösung. Schade dass so einen armseligen Plunder zusammen gekramt worden ist.