Fünf Verwöhngerichte für Ferienheimkehrer

Marianne Kohler am Donnerstag den 28. August 2014

Für viele hat die Schule wieder begonnen, die grosse Sommerpause und die Ferien sind für die meisten vorbei. Verwöhnen Sie sich dafür ein wenig mit diesen einfachen, aber feinen Gerichten, die alle das Gleiche vermitteln: willkommen zu Hause!

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1 RINDSVORESSEN MIT KARTOFFELSTOCK
Der Duft eines feinen Eintopfs erfüllt das Haus mit Gemütlichkeit. Ein Klassiker ist Voressen. Ich mag es, wenn ein würziges Fleischgericht ein wenig gebrochen wird mit etwas Süssem, und gebe in dieser Zeit gern Brombeeren dazu. Kochen Sie von diesem Gericht auf jeden Fall zu viel, denn am nächsten Tag schmecken solche Eintöpfe noch besser, und Sie müssen nicht nochmals kochen! Kaufen Sie Fleisch aus artgerechter Tierhaltung (bio) und lieber weniger, teureres Fleisch als viel billiges. Reichern Sie das Schmorgericht dafür mit mehr Gemüse an. (Bild über: Katieatthekitchendoor)

Zutaten für das Fleisch, für 4–6 Personen
  • 800 Gramm Rindsvoressen
  • 400 Gramm Rüebli
  • 100 Gramm Brombeeren
  • 1 Tomate, in Stücke geschnitten
  • 2 Schalotten
  • Mehl
  • 1 Glas Rotwein
  • 1 Glas Bouillon
  • 1 Handvoll Thymian
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Nelke
  • Salz, Pfeffer
  • eine Prise Zimt
  • Olivenöl
Zubereitung Eintopf:

Die Rüebli schälen und in ca. 5 cm lange Stücke schneiden. Das Fleisch im Olivenöl anbraten, ein wenig Mehl darüber streuen. Die Rüebli, den Thymian, die Tomatenstücke dazugeben, mit Rotwein ablöschen, würzen. Die Schalotten mit Nelke und Lorbeerblatt bestecken, hineingeben, die Brombeeren dazugeben. Die Bouillon dazugiessen und alles zugedeckt auf kleinem Feuer 1 Stunde köcheln lassen, bis das Fleisch weichgekocht ist.

Tipp: Wenn Sie den Eintopf einfach nur so essen möchten, ohne Kartoffelstock, dann geben Sie ca. 15 Minuten vor Schluss einige Kartoffelstücke dazu. In diesem Fall können Sie auf das Mehl verzichten, da die Kartoffeln die Sauce sämig machen.

Und so bereiten Sie den Kartoffelstock zu: 
Kochen Sie 1,5 Kilogramm geschälte und in Würfel geschnittene Kartoffeln in Salzwasser oder Bouillon weich. Giessen Sie alles Wasser ab, aber behalten 1 dl Kochwasser zurück und stellen es beiseite. Erhitzen Sie 2 dl Milch mit 30 Gramm Butter und würzen Sie dieses Gemisch mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Nun zerstampfen Sie die Kartoffeln mit einem Stampfeisen und geben die heisse Milch-Butter-Mischung dazu. Gut vermischen. Falls der Kartoffelstock zu trocken ist, können Sie noch ein wenig von dem zurückgehaltenen Kochwasser dazugeben.

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2 PASTA MIT TOMATEN, SPINAT UND FETA
Diese Pasta ist schnell zubereitet, gesund und sieht appetitlich aus. Kochen Sie dafür die Farfalle gemäss Angaben auf der Packung al dente. In einer Bratpfanne erhitzen Sie Olivenöl mit einer zerdrückten Knoblauchzehe. Wenn diese zu duften beginnt, geben Sie 700 Gramm in Stücke geschnittene Tomaten bei und einige Blätter zerrissenes Basilikum. Dünsten Sie alles gut und zerdrücken dabei die Tomaten ein wenig mit der Gabel. Würzen Sie nach Belieben mit Salz und Pfeffer. Nach 15 Minuten den Knoblauch herausnehmen. Die Farfalle mit ein wenig Pastawasser zu den Tomaten mischen, eine Handvoll Spinatblätter untermischen und ca. 150 Gramm Fetakäse, in Würfel geschnitten oder von Hand zerbröselt, dazugeben. (Bild über: Foodiecrush)

Tipp: Sie können den Spinat gut mit Rucola ersetzen. Wenn Sie Pinienkerne mögen, rösten Sie in einer Pfanne eine gute Handvoll davon und geben diese über die Pasta.

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3 WEICHE EIER AUF TOAST
Ein einfaches, schnelles Gericht, das als Mittagessen schmeckt, als Znacht oder auch zum Sonntagsbrunch. Kaufen Sie Eier von Bauern, die ihre Hühner artgerecht halten (bio). Der Aufwand lohnt sich für alle! (Bild über: bippityboppityboo)

Und so gehts: Erhitzen Sie ein wenig Olivenöl mit einem halben Peperoncino und einer zerdrückten Knoblauchzehe. Geben Sie Spinatblätter darüber und decken Sie die Pfanne zu. Einige Minuten köcheln lassen, bis der Spinat in sich zusammenfällt. Peperoncino und Knoblauch herausnehmen, mit Salz und Pfeffer würzen. Wasser abgiessen. Toasten Sie feine Schwarzbrotscheiben und kochen Sie Eier weich, indem Sie sie in kaltes Wasser geben, dieses aufkochen, die Platte abstellen und die Eier zugedeckt 4 Minuten sieden lassen. Nun verteilen Sie den Spinat auf den Brotscheiben und geben pro Brotscheibe je ein halbiertes weiches Ei darüber. Mit Salz und Pfeffer würzen.

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4 SCHOKOLADENCREME WIE AUS DER KINDHEIT
Wenn es ein Dessert gibt, das uns ein wenig in die Kindheit zurückbringt, dann ist es selbst gemachte Schokoladencreme, serviert in einem hübschen Glasschüsselchen (Bild über: Vintage mixer)

Zutaten für 4 Personen:
  • 5 dl Biomilch
  • 3 Esslöffel Rohzucker
  • 1 Päckli Vanillezucker
  • 100 Gramm dunkle Schokolade
  • 2 Eier
  • 1 Esslöffel Maizena
Zubereitung:

Geben Sie die Milch in eine grosse Pfanne, raffeln Sie die Schokolade und geben Sie diese und den Vanillezucker bei. Köcheln Sie alles, bis die Schokolade geschmolzen ist. Nun vermischen Sie in einer Schüssel die Eier gut mit dem Zucker und dem Maizena. Giessen Sie die Schokoladenmischung unter ständigem Rühren über die Eimischung. Sieben Sie die Creme in eine Schüssel ab. Decken Sie sie gut mit Haushaltsfolie zu und stellen Sie sie 2 Stunden kühl. Gut verrühren und in Glasschüsselchen servieren, am besten mit einem «Gupf» Schlagrahm.

Tipp:  Anstelle des Vanillezuckers können Sie einen Vanillestängel nehmen, diesen aufschlitzen und die Samen herausschaben. Geben Sie die Samen und den Stängel in die Milch und giessen Sie dann die Schokoladenmilch so in die Eiermischung, dass der Stängel zurückbleibt.

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5 SCHOKOLADENBANANEN AUS DEM TIEFKÜHLER
Möchten Ihre Kinder gerne eine Glace, wenn sie von der Schule nach Hause kommen? Diese Eisbananen sind eine gesündere Alternative. Schneiden Sie Biobananen in lange Stücke und stecken Sie ein Glacestängeli aus Holz hinein. Schmelzen Sie dunkle Schokolade und tunken die Bananen darin, bis sie im oberen Teil schön mit Schokolade überzogen sind. Wenn die Schokolade ein wenig angetrocknet ist, rollen Sie die Schokobananen in ein wenig zerstampften Walnüssen oder Pekannüssen. Nun geben Sie alles für eine Stunde in den Tiefkühler und überraschen kleine Schleckermäuler damit. (Bild über: Food 52)

Sweet Home beim Matratzenmacher Heinz Roth und seiner Familie in Niederbipp

Marianne Kohler am Dienstag den 26. August 2014

Gutes, echtes Handwerk ist der Luxus unserer schnellen Zeit. Heinz Roth macht Rosshaarmatratzen, von Hand, in einer kleinen charmanten Werkstatt, darüber wohnt er mit seiner Familie. Sweet Home hat die Familie Roth in ihrem Haus in Niederbipp besucht.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Heinz Roth ist gelernter Tapezierer-Dekorateur. Das Geschäft hat er vom Vater geerbt, gegründet hatte es bereits der Grossvater 1906. Nun führt Heinz Roth es in dritter Generation. Zusammen mit seiner Frau Nicole verkauft er Betten, Vorhänge, Böden und bietet Einrichtungs- und Polsterarbeiten an. Dazu macht er Rosshaarmatratzen von Hand in seiner Werkstatt. Er ist einer der wenigen, die dieses Handwerk noch betreiben. Für das Fotoshooting kamen auch die beiden Töchter der Familie, Claudia (links) und Sandra (auf dem Wagen). Und wo immer die Familie ist, ist auch die Hündin Debbie mit dabei. Die Familie wohnt in einem alten, schönen Haus in Niederbipp, in dem sich auch Atelier und Geschäft befinden und zu dem auch diese Remise gehört, in der wir die ganze Familie für das Foto gruppiert haben. So fliesst Arbeit und Wohnen einerseits ein wenig zusammen und trennt sich aber auch in verschiedene Welten. Das Atelier in den alten Räumlichkeiten ist wunderschön, und genau so, wie man sich eine gemütliche Werkstatt vorstellt. In der Wohnung ist die grosse Liebe zu schönem Design, die auch viel mit gutem Handwerk zu tun hat, spürbar. Heinz Roth entdeckt, sucht oder findet immer wieder Lieblingsstücke, die dann einen besonderen Platz bekommen und die Einrichtung bestimmen. Wir haben für Sweet Home beide Bereiche fotografiert, die Werkstatt, die Lust auf echtes Handwerk macht, und die Wohnung, deren Einrichtung einen Blick in die private Welt der Familie bietet.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Liebe zu Echtem, Ursprünglichem und Handgemachtem spielt wieder eine sehr grosse Rolle, und so sind auch Rosshaarmatratzen begehrt. Diese macht Heinz Roth als einer der wenigen noch von Anfang bis zum Schluss von Hand in seiner idyllischen Werkstatt in Niederbipp. Der Grund für die Rückkehr zum Einfachen ist klar, denn auf den Naturmaterialien schläft es sich besonders gut, und handgemachte Erzeugnisse begleiten einen meist ein Leben lang. Heinz Roth braucht für eine Matratze einen guten Tag. Das Rosshaar bezieht er von der einzigen Rosshaarspinnerei der Schweiz, aus Marthalen, die übrigens auch in die Manufakturen liefert, welche die Matratzen fürs englische Königshaus fertigen. «Es ist reiner Pferdeschweif, aber kein Pferd wird wegen seiner Haare getötet», erklärt der Fachmann. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Das Rosshaar wird in «Dreadlocks» geliefert, welche dann mithilfe einer alten Zupfmaschine gelockert, und gezupft werden. 13 Kilo Rosshaar braucht es pro Matratze. Dazu kommen noch ein Wollvlies und natürlich die Hülle aus edlem Baumwolldamast oder reinem Naturleinen. Diese klassischen Matratzenstoffe bezieht Heinz Roth in Frankreich. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Werkstatt strahlt eine saubere, wohlgeordnete Gemütlichkeit aus. Die hellen Farbtöne, mit denen einiges Holzwerk lackiert ist, die weissen Mauern, die Holz- und Linoleumböden möchte man am liebsten gleich mit nach Hause nehmen. Auch Debbie fühlt sich offensichtlich wohl.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

An einer Holzwand sind die schönen Instrumente, mit denen Polsterarbeiten gefertigt werden, arrangiert.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Liebevoll zusammengestellt: Sprungfedern für Sitzmöbel, eine Handwerkerschürze, Fotos und Diplome von früher und im Vordergrund die neuste Matratze, die gerade in Arbeit ist. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Ist die Matratze fertig gefüllt, wird sie mit langen Nadeln von Hand und im Matratzenstich zusammengenäht. Mithilfe von kleinen Zotteln, Bouffetten genannt, steppt der Handwerker die Matratze in verschiedene Abteilungen ab, so, dass das Füllmaterial regelmässig verteilt bleibt.  

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Typisch an einer handgenähten Matratze sind die schönen Wulste, welche die Kanten der Matratze ausmachen, und die kleinen zotteligen Bouffetten. Auf der Seite sieht man die handgenähte Naht, dank der die Matratze wieder geöffnet werden kann, falls sie mal aufgefrischt werden muss.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Eine Rosshaarmatratze ist ein nachhaltiges Produkt und begleitet einen durch das ganze Leben. Nach einigen Jahren kann sie wieder aufgefrischt werden. Das bedeutet, der gesamte Inhalt wird herausgenommen, gewaschen, neu aufgezupft und mit neuem Stoff wieder eingenäht. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

 An der Werkstattwand hangen, in hübschen Holzrahmen, historische Fotos von Matratzenmachern und alte Werbeanzeigen der Firma Roth. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im gleichen Haus, über Laden und Werkstatt, wohnt die Familie Roth. Die Liebe zu gutem Handwerk zeigt sich auch hier, und so wurde mit schönen, edlen Einzelteilen eingerichtet, die nach und nach gefunden und erstanden wurden. Im Wohnzimmer sind die wichtigsten Stücke das Daybed Alfred Roth, der, wie Heinz Roth erklärt, nicht mit ihm verwandt sei. Es ist original aus den 30er-Jahren. Dabei steht ein Salontisch, der klassische Dreirundtisch von Max Bill aus dem Jahre 1949. Die Sitzgruppe wird ergänzt mit einem Sessel und zusammengehalten mit einem grossen Naturfaserteppich.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im anderen Teil des grossen Wohnraumes ist eine Entspannungsecke eingerichtet. Diese mit schwarz-weissem Stoff bezogene Liege gehört Nicole. Auch sie original aus den 30er-Jahren, von der Mailänder Firma Cova. Dahinter befindet sich ein zeitgenössisches, schlichtes weisses Lowboard, darüber hängt ein grosses Bild der Langenthaler Künstlerin Sonja Jufer – Nicoles Mutter. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

In diesen kleinen Barwagen, ein Art-déco-Stück, hat sich Heinz Roth verliebt. Er steht, nicht nur mit Spirituosen, sondern auch mit edlem Teegeschirr bestückt, neben der formschönen Liege.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der zweite Entspannungsstuhl gehört Heinz, es ist Schweizer Vintage-Design aus dem 60er-Jahren. An der Wand hangen in schlichten Holzrahmen Lithografien von Italo Valenti und Hans Arp.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Vestibül stehen weitere formstarke Stücke: ein Schlaufentisch und ein Stahlrohrarmlehnsessel der Schweizer Firma Bigla aus den 50er-Jahren. Mit einem Kokosteppich und einem für Farbe sorgenden Bild von Sonja Jufer ist eine wohnliche, kleine Ecke entstanden.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Dieses Stück Stoff, es ist ein Teppichentwurf von Ursula Böhmer aus dem Jahr 1940, erzählt eine schöne Geschichte: Die Familie Roth sah sich in den Ferien im Tessin einmal die berühmte Casa Camuzzi an, in der auch Hermann Hesse zuweilen wohnte, mit dem wiederum die Böhmers befreundet waren. Gunter Böhmer, der Mann von Ursula, illustrierte viele von Hesses Büchern. Und wie es der Zufall so wollte, schaute Ursula Böhmer zum Fenster raus, kam ins Gespräch mit der Familie und erzählte, dass sie gerade aus dem Haus zügle. So halfen denn die Roths einen Tag lang beim Umzug. Zum Dank bekamen sie das edle Textil.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Arbeitszimmer stehen Schweizer Klassiker: zwischen Bücherwand und Sicht in den Garten ein Tisch und ein Korpus von USM Haller, kombiniert mit einem gemütlichen Retro-Bürosessel.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Garten, der zum Haus gehört, bietet eine mit Glyzinien überwachsene Pergola, Apfelbäume und die Sicht auf ein altes industriell anmutendes Gebäude. «Es ist aber keine Fabrik», erklären Heinz und Nicole, «sondern es wurde 1910 als Gastwirtschaft mit Sääli gebaut, kam aber nie in Betrieb, wahrscheinlich fehlte die Bewilligung. So wurde und wird es immer als Lagergebäude benutzt.»

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Eingang zu Wohnung und Werkstatt befindet sich bei der schönen Remise, in der ein kleiner Lieferwagen steht. Die Remise dient als Platz für die Gartengerätschaften und den Lieferwagen. Heinz Roth zeigte uns auch ein wunderschönes Foto von 1938, mit Lieferwagen in der Remise, fast so wie dieses hier.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Und wie alle Hunde findet auch Debbie immer den besten Platz. Sie sitzt auf dem sonnenbeschienenen Arbeitstisch mit guter Sicht auf das Geschehen vor dem Haus.  

Die Webseite von Heinz Roth: www.rosshaarmatratzen.ch

Ein Blick in Schweizer Schlafzimmer

Marianne Kohler am Sonntag den 24. August 2014

Schlafzimmer sind die privatesten Räume; sie sind meist sehr persönlich eingerichtet und werden nicht oft gezeigt. Wir aber haben Glück und können einen Blick in einige der schönsten, interessantesten und stilvollsten Schweizer Schlafzimmer werfen. Sie stammen alle aus unseren Sweet-Home-Storys und gehören ganz unterschiedlichen Menschen, die aber alle etwas gemeinsam haben: die Liebe zum Wohnen.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Elena Ferro ©Rita Palanikumar

ERWACHSENER PRINZESSINNENTRAUM BEI DER IMMOBILIENEXPERTIN
Ab und zu melden sich Blog-Leser, die so stolz auf ihr Zuhause sind und so viel Freude am Einrichten haben, dass sie Sweet Home zu einer Homestory einladen. So ging es auch der Immobilienexpertin Elena Ferro, die sich nicht nur mit viel Enthusiasmus um die Einrichtung ihres Hauses am Zürichberg gekümmert hat, sondern auch dessen Umbau ohne Architekt selbst an die Hand genommen hat. Sie hat sich dabei Spanien nach Hause geholt und damit südlichen Charme, entspannte Eleganz und viel Ferienstimmung in den Alltag gezaubert. Ihr Schlafzimmer strahlt etwas Märchenhaftes aus: Es ist ein erwachsener Prinzessinnentraum und besteht eigentlich vor allem aus einem alten, mit edlen Stoffen dekorierten Himmelbett. Das Allerschönste: Der Raum öffnet sich zum Garten und bringt damit viel südliches Lebensgefühl. Mehr von Elenas Haus sehen sie hier.

Franziska Bodmer und Bruno Manchia Zuhause

DIE SCHLAFECKE IN DER LOFT DER FOTOGRAFEN
Die allererste Homestory auf Sweet Home führte uns zum Fotografenpaar Bruno Mancia und Franziska Bodmer. Beide sind Fotografen und bewohnen eine grosse Loft im Zürcher Seefeldquartier. Zu einer Zeit, als es Loftwohnungen nur in New York gab, fanden sie eine leere, mehrstöckige Fabrik. Freunde kauften jeweils ein Stockwerk, das Haus wurde renoviert und zur belebten «Factory» mit einem Mix von Wohnungen und Ateliers. Der grosse Raum ist offen, an einem Ende steht das Bett. Italianità ist hier diskret mit den Farben der Decken inszeniert, denn Bruno  ist gebürtiger Römer. Und über dem Bett hängt eine italienische Flagge als Kunst von Costa Vece, einem Künstler, der ebenfalls in der «Factory» arbeitet. Mehr Bilder daraus finden Sie hier.

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VON DER GARAGE DIREKT INS ITALIENISCHE DESIGNERBETT
Design und Kunst können ganz schön lebensfroh sein. Den Eindruck hatten wir auf jeden Fall bei Ivano Colombo. Sweet Home besuchte die Legende der Schweizer Designermöbelbranche und Mitbesitzer des Möbelgeschäftes Colombo La Famiglia im offenen, stilvollen und sehr persönlich eingerichteten Haus, das selbst im Spätherbst, zum Zeitpunkt unseres Besuches, südlichen Charme und Sommerstimmung ausstrahlte. Der absolute Männertraum ist das Schlafzimmer des Designexperten: Ivano Colombo gelangt von der Garage direkt ins Schlafzimmer. «Wenn es mal spät wird, ist das superpraktisch», sagt er lachend. Klar, dass das Bett ein Designklassiker ist, es heisst Amphibio, ist von Giovanetti und kann auch als Sofa benutzt werden. Die Kunst hinter dem Bett stammt aus einer Ausstellung, für die Ivano Colombo verschiedene Künstler das Thema «Stuhl» interpretieren liess. Mehr von Ivano Colombos Haus sehen Sie hier.

Sweet Home bei Barbara Gehri, ©Rita Palanikumar

EIN WEIBLICHES REFUGIUM
Für die Sweet-Home-Storys besuchen die Fotografin Rita Palanikumar und ich Menschen, die mit Leidenschaft und viel Stil das Wohnen geniessen. Für Barbara Gehri trifft das alles in höchstem Masse zu. Sie hat mit Ihrer Affinität zum Einrichten ihrer Wohnung viel Wärme, Persönlichkeit und ein bisschen französischen Chic verliehen. Ihr individueller Einrichtungsstil und ihre vielen Ideen inspirieren und machen Lust zum Wohnen. Beim Blick ins Schlafzimmer fällt erst mal der wunderschöne schwarz-weisse Bettüberwurf auf: Diesen hat die Einrichtungsbegeisterte in Paris gefunden. «Er ist zwar indisch und in einer aufwendigen Appliqué-Technik gearbeitet, aber in Indien habe ich nie solch schöne Stücke entdeckt. Er ist auf jeden Fall eine Investition, die sich gelohnt hat», sagt Barbara Gehri. Die Wand am Kopfende des Bettes ist in einem warmen Grauton gestrichen und die Ecke neben dem Bett als interessante Patchwork-Bilderwand gestaltet. Weitere Bilder aus Barbara Gehris Wohnung finden Sie hier. 

Sweet Home bei Kevin Fries / Fries Zumbühl ©Rita Palanikumar

DIE MATRATZE AUF DEM BODEN DES MÖBELDESIGNERS
Wollten Sie auch schon immer wissen, wie ein Möbeldesigner selber wohnt? Wir besuchten den Zürcher Designer Kevin Fries vom Designduo Fries & Zumbühl und fanden eine frische, verspielte, typische «Jungswohnung» mit vielen interessanten Einzelstücken, frechen Details, charmantem Ordnungssinn und viel guter Laune. Die Zusammenarbeit mit seinem Designpartner Jakob Zumbühl begann schon bei einer Teamarbeit in der Zürcher Hochschule der Künste. Die beiden gründeten Fries & Zumbühl, arbeiten seit 2003 zusammen und kreieren ganz unterschiedliche Projekte, Möbel und Produkte. Viele davon sind sehr bekannt geworden, wie zum Beispiel die Waldhausleuchte, die Domo-Garderobe oder das Darling-Bett. Letzteres könne er sich leider selbst nicht leisten, antwortet Kevin Fries lachend auf die Frage, weshalb denn seine Matratze auf dem Boden liegt. «Schreib ruhig, dass man als Designer nicht reich werden kann; wir bekommen zwei bis fünf Prozent vom Einkaufspreis», sagt Fries, der sich seinen Lebensunterhalt nebenbei immer wieder mit den verschiedensten Jobs verdient. Mehr von Kevin Fries' Wohnung sehen Sie hier.

Sweet Home bei Ines Bösch ©Rita Palanikumar

VERSPIELTE LANDHAUSATMOSPHÄRE AM SEE
Das Haus, in dem Ines Boesch mit ihrer Familie wohnt, ist wie aus einer anderen Welt. Kein Wunder, hat sie es doch selbst entworfen – wie vieles im Haus auch. Sie malt, zeichnet, entwirft Stoffe, Keramik, Kleider und Schmuck – eigentlich eine ganze Welt zauberhafter Dinge, die sie ihrem Zürcher Geschäft Ines Boesch & Co. verkauft. Sweet Home hat die Künstlerin in ihrem wunderschönen Zuhause am Murtensee besucht und das gefunden, was Wohnen ausmacht: den Sinn fürs Schöne, für Persönlichkeit und Inspiration. Auffallend: Bei Ines Boesch wirkt alles sehr unkompliziert und selbstverständlich. Im Gästeschlafzimmer steht ein altes, weiss lackiertes Bett und an den Fenstern hängen Vorhänge, die Ines aus Bali mitgebracht hat. Als Leuchten sind im ganzen Haus viele Fotolampen zu entdecken. Sie wirken zufällig und können sehr flexibel eingesetzt werden. An dieser hängen einige Jupes, die Ines entworfen hat. Im eigenen Schlafzimmer ist ein altes Regal aus einer Bäckerei das zentrale Stück. Entdecken Sie es und andere schöne Einrichtungsideen von Ines Boesch hier.

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STRENGER, SINNLICHER CHIC BEIM MANN MIT STIL
Martin Hauser ist ein Möbel- und Designprofi und wohnt in einem 70er-Jahre-Haus des berühmten Schweizer Architekten und Landschaftsgestalters Eduard Neuenschwander. Als einer der Ersten hat Martin Hauser in Zürich Vintagemöbel aus dem 20. Jahrhundert verkauft. In seiner Möbelhalle kombinierte er auf eine neue, persönliche Art Design-Antiquitäten mit ausgewählten, zeitgenössischen Stücken. Möbel sind immer noch seine Passion, nur entwirft er sie heute selbst: Er kreiert Lieblingsstücke, Möbel die er selber gerne haben möchte. Natürlich hat er sich auch sein Haus damit eingerichtet. Und so sieht es aus, wenn ein Mann mit Stil ein Schlafzimmer einrichtet: Das schlichte Bett aus Martin Hausers Kollektion ist mit einem schwarzen Fell zugedeckt und mit violetten Wollkissen dekoriert. Die Vorhänge bestehen aus unifarbenem Wollstoff. Auf beiden Seiten des Bettes stehen klassische Metallleuchten aus den 70er-Jahren und einfache Lackkuben, die Nachttischchen und kleine Bücherregale in einem sind. Mehr von Martin Hausers Haus sehen Sie hier.

Sweet Home Homestory Toby Alley

ENGLISCHER LANDHAUSSTIL IN DER ZWEIZIMMERWOHNUNG
Ein ganz anderes Männerschlafzimmer haben wir beim Interiordesigner Toby Alleyne Gee gefunden. Der Engländer kam vor über 20 Jahren nach Zürich, um hier Germanistik, Italienisch und Kunstgeschichte zu studieren. Sein Heimweh nach England und dem typischen «cosy» Wohnstil hat er ganz einfach in sein Zuhause übertragen und die Wohnungen, in denen er lebte, in kleine Wohnparadiese umgestaltet. Die Freude am Einrichten hat ihn dazu bewogen, eine eigene Interiordesign-Firma, Phoebus Interiors, zu gründen. Heute richtet er Wohnungen, Häuser und manchmal gar kleine Landschlösser ein. Er liebt den typisch englischen und französischen Landhausstil, aber auch klassische und moderne Einrichtungsstile. Seine Studienkenntnisse und die Tatsache, dass er jahrelang als Journalist und Übersetzer im Kulturbereich tätig war, helfen ihm, wenn es darum geht, auf Märkten und Auktionen die richtigen Antiquitäten aufzustöbern, Stile zu erkennen und umzusetzen. Auf sein Bett ist der Designer besonders stolz: Die Krone dafür hat er in einem kleinen Antiquitätengeschäft in Südfrankreich gefunden, den Stoff im Pariser Marché Saint Pierre. Er beweist mit seinen Ideen und Fundstücken, dass ein eleganter Look mit Antiquitäten und edlen Stoffen durchaus realistisch und umsetzbar sein kann. Mehr von Toby Alleyne Gees Wohnung sehen Sie hier.

Sweet Home Homestory Andrea Limberger

PRAKTISCHE LÖSUNGEN BEI DER STYLISTIN
Wissen Sie, wieso gerade Blau so angesagt ist, dass sich Frotteetücher besonders flauschig auf dem Regal präsentieren oder weshalb interessante Möbel im Vintage-Look bei uns einziehen wollen? Andrea Limberger hat es sich zum Beruf gemacht, Firmen in Trendfragen zu beraten. Sweet Home hat die Stylistin in ihrer Dreizimmerwohnung in Zürich-Albisrieden besucht. Da der Platz in der kleinen Wohnung wertvoll ist, hat Andrea überall in der Wohnung raffinierte und gut überlegte Wohnlösungen gefunden, eine davon in ihrem Schlafzimmer, nämlich eine clevere Staulösung. Anstelle eines Schranks, der viel zu schwer und dominant wirken würde, hat sie einfach ein grosses, offenes Industrieregal ans Fussende gestellt, das trennt den Raum, gibt Privatsphäre und wirkt viel luftiger als ein Schrank. Die restlichen Kleider hängen an einer Stange. Mehr von Andrea Limburgers Einrichtungsideen finden Sie hier.

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GEKONNTE DRAMATIK BEIM VINTAGEMÖBELHÄNDLER
Was kann man mit einer ganz normalen Drei- oder Vierzimmerwohnung anstellen? Das ist die Frage, die viele Sweet-Home-Leser immer wieder stellen. Eine Antwort gibt Arthur Rooks, auch er ein Fan des Blogs. Der gebürtige Amerikaner und Wahlzürcher hat eine durchschnittliche Schweizer Mietwohnung in ein superstylisches Refugium verwandelt. Rooks verkauft Vintagemöbel auf Quintessentia.com. Die tollen Stücke findet er auf Flohmärkten und in Brockenhäusern – einige davon zieren sein eigenes Reich, zum Beispiel im Schlafzimmer. Hier macht das Bildhafte, Ornamentale, Erzählerische die Einrichtung aus. Eine Wand ist mit einer üppigen, orientalisch inspirierten Tapete von Osborne and Little bezogen, die anderen sind in einem passenden Farbton gestrichen. Anstelle eines Schrankes hat Arthur Rooks über die ganze Länge des Raumes einen üppigen Seidenvorhang gezogen und dahinter viel Stauraum geschaffen. Raffiniert und dramatisch wirkt auch der Bildervorhang vor dem Fenster. Ein Stoff mit einem grossen Fotoprint eines Waldes ist wie ein Bild in den eigentlichen, weissen Hauptvorhang eingenäht. Die beiden Art-déco-Stehleuchten unterstützen assoziativ die Baummotive. Mehr von Arthur Rooks Wohnung sehen Sie hier.

 

Das Traumhaus am Polarkreis

Marianne Kohler am Freitag den 22. August 2014

Wohnen auf dem Land ist für viele ein Wunsch, ein Traum, nur in den Ferien möglich – oder ab und zu als Inspiration auf dem «Sweet Home»-Blog zu geniessen. Dieses schlichte, wunderschöne Haus steht in Norwegen, auf einer Insel nahe des arktischen Polarkreises.

Archtektur: Kolman Boye Architects

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Das Haus, einfach in seiner Form, steht mitten in der harschen, steinigen Insellandschaft mit den Bergen im Hintergrund und Panoramasicht auf das Meer. 

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Es ist auf unebenen Felsboden gebaut und in zwei Ebenen aufgeteilt. Der obere Hausteil bietet Platz für kleine Schlaf- und Familienzimmer, der untere für einen offenen, grosszügigen Wohnraum.

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Aussen ist das Haus aus Pinienholz, das mit Leinsamenöl behandelt wurde, innen ist das Holz weiss gestrichen. Der Boden ist aus unbehandeltem Birkenholz.

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Grosse Fenster eröffnen die Sicht in drei verschiedene Richtungen. Die Einrichtung ist in skandinavischer Manier einfach, aber stilvoll.

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Die grossen Fenster lassen die Verbindung zur Natur zu. Und der Innenausbau ist praktisch und strahlt viel Harmonie und Ruhe aus.

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