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Chelseas Herzschrittmacher aus der Schweiz

Alexander Kühn am Samstag den 7. April 2012


Spielerisch ist Chelsea wahrscheinlich der schwächste der vier Champions-League-Halbfinalisten. Und trotzdem klappt es für den Club des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch vielleicht ausgerechnet in diesem Jahr mit dem ersten Triumph in der Königsklasse. Hauptgrund dafür ist nicht ein neuer Star, der eine Ablöse in dreistelliger Millionenhöhe gekostet hat, sondern Interimstrainer Roberto Di Matteo. Unter dem gebürtigen Schaffhauser haben die Londoner nämlich eine urbritische Qualität wiederentdeckt: den Fighting Spirit. Mit dessen Hilfe kegelten sie erst die SSC Napoli aus dem Wettbewerb und in den Viertelfinals auch noch Benfica Lissabon, obwohl die Portugiesen im Rückspiel vom Mittwoch selbst in Unterzahl noch gepflegter spielten.

Das Beste am FC Chelsea dieses Frühlings ist, dass es ihn nicht kümmert, wie er zu seinen Erfolgen kommt, dass er spontan ist und unerschrocken. In seiner Brust schlägt ein grosses Kämpferherz, und dessen Schrittmacher ist Di Matteo. Der frühere Aarau- und FCZ-Profi, nach der Entlassung des Millionenirrtums André Villas-Boas eigentlich nur eine Verlegenheitslösung, weiss, wie er seine Spieler anpacken muss und wie er ihnen seine Ideen vermitteln kann. Di Matteo beschränke sich beim Coaching auf das Einfache, sagt Frank Lampard und meint das durchaus positiv. «Er redet von Dingen, die wir alle verstehen», so der englische Nationalspieler, der sich seit dem Amstantritt seines neuen Chefs sogar ohne zu murren auf die Ersatzbank setzt, wenn die taktische Ausrichtung dies erfordert.

Der Fussball, den Chelsea unter Di Matteo spielt, mag im Vergleich zum Tikitaka des FC Barcelona hausbacken wirken. Etwa so wie eine Tüte Fish and Chips neben einer Kreation aus dem Labor des Molekular-Kochkünstlers Ferran Adria. Bisweilen ist es aber das ganz Simple, welches das Hochentwickelte aussticht. Und das gibt Chelsea für die beiden Halbfinalspiele gegen Barça Anlass zur Hoffnung. Die AC Milan scheiterte in den Viertelfinals auch deshalb an den Katalanen, weil sie nicht mutig genug agierte und die alles andere als überragende Verteidigung des Titelhalters nur selten mit letzter Konsequenz prüfte, weshalb Barcelonas fahrlässiger Umgang mit den besten Torchancen nicht bestraft wurde. Chelsea dürfte ein entschlossenerer Kontrahent sein, diesen Schluss legt vor allem das grossartige Achtelfinal-Rückspiel gegen Napoli nahe.

Di Matteo hält für die Duelle mit Barça zudem einen Trumpf in der Hand, der weiss, wie man grosse Spiele entscheidet: Fernando Torres, der Spanien 2008 im Wiener EM-Final gegen Deutschland zum Titel schoss. Der Blondschopf, der nach seinem Transfer aus Liverpool schon als grösster Fehleinkauf in der an überteuerten Profis reichen Historie des Abramowitsch-Spielzeugs FC Chelsea galt, ist dank der Seelenmassage seines Trainers wieder eine fixe Grösse. Genauso wie die zuvor bereits ins Pfefferland gewünschten Salomon Kalou, David Luiz und John Obi Mikel. Für Di Matteo spricht auch seine Konsequenz: Obwohl Didier Drogba gegen Napoli der Matchwinner war, spielte er in den Viertelfinals gegen Benfica keine Minute. Der Ivorer hatte nach der Auslosung ein Freudentänzchen aufgeführt, da er Benfica als eine Art Freilos betrachtete. Eine Respektlosigkeit, die sich mit der neuen Philosophie an der Stamford Bridge nicht verträgt.

Barcelonas Fussballvisionär Josep Guardiola ist jedenfalls gut beraten, die Dynamik einer aus Scherben wieder zusammengesetzten Mannschaft nicht zu unterschätzen, zumal die Spieler von Chelsea im Wissen darum antreten, dass sie nur noch gewinnen können. So wie die Dänen, die 1992 als Nachrücker für das von der Uefa ausgeschlossene Jugoslawien Europameister wurden.

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38 Kommentare zu „Chelseas Herzschrittmacher aus der Schweiz“

  1. Nino sagt:

    Chelsea ist im Halbfinal der Champions League, da gibt es keine schwachen Teams mehr. Chelsea hat gute Fussballer und ist, wenn es läuft brandgefährlich. Obwohl Barcelona den perfektesten Fussball spielt und gegen jeden Verein Favorit ist, sind die Chancen für die Finalqualifikation 50:50. Zudem herrschen in einem Halbfinale noch besondere Gesetze, die Tagesform und das Glück werden entscheiden, dieses Spiel ist auch erst beim Schlusspfiff zu Ende! Hut ab vor Di Matteo, diese schwierigen Charaktere zu führen ist vermutlich nicht einfach, ich finde er macht das sehr gut, er hat eine angeborene Autorität.

  2. Geni Meier sagt:

    Mit Verlaub: Di Matteo ist meiner Ansicht nach ein Selbstdarsteller, welcher sich an der Linie geckisch lächerlich aufführt und im Gegensatz zu einem Kaliber wie Ferguson sich in jeder Beziehung zu eng mit den Spielern verbandelt. Das mag zwischenzeitlich zu einer Stabilisierung geführt haben, ist indessen kein Versprechen für die Wiederherstellung von Chelsea als Spitzenmannschaft. Fachlich kann ich Di Matteo nicht beurteilen und masse mir keine Kritik zu. Warten wir mal den Entscheid der Clubleitung hinsichtlich neuem Coach ab.

  3. Dario Piemontese sagt:

    Da ist wohl eine XXL Packung Patriotismus Vater des Wunsches welcher Vater des Gedanken zu sein scheint. So wie Chelsea gegen Benfica gespielt hat, wird es gegen Barca, in London wie in Kataonien, eine Klatsche geben. In kenntnis der Gesetze des Sportjournalismus wage ich mal zu behaupten: Hätte Chelsea sich mit genau den gleichen 2 Spielen nicht durchmogeln können, sondern wäre knapp gescheitert, wäre Di Matteo jetzt ein typischer Italiener, Chelseas Fussball nicht einfach clever sondern destruktiv und unansehnlich und die Mannschaft hätte nicht gekämpft, sondern sich nach bester Lippi-Italien Manier verkrochen. Zudem wäre die Wahl Torres für Drogba dann wohl nicht konsekquent sondern dumm gewesen. Einzig und alleine die Piffe des eigenen Anhangs in London wären nur unwesentlich lauter gewesen.

  4. Philipp sagt:

    Fernando Torres als “Trumpf” und “fixe Grösse” zu bezeichnen grenzt ja fast schon an Ironie…Ich weiss nicht, ob Sie das Spiel gegen Benfica wirklich gesehen haben, aber eine “fixe Grösse” spielt anderen Fussball, jedenfalls nicht den, der Torres momentan “zelebriert”. Ich bezweifle auch stark, ob er gegen Barcelona von Anfang an spielen wird. Drogba ist jedenfalls kaltblütiger im Abschluss und besitzt definitiv mehr Selbstvertrauen als Torres zur Zeit. Und Selbstvertrauen wird Chelsea gegen Barcelona auch nötig haben, wenn sie denn nicht in 2 Spielen sang- und klanglos untergehen wollen.

  5. Auguste sagt:

    hmm…, natürlich darf man chelsea nie ganz abschreiben, dazu stehen zu viele gute spieler in der mannschaft, aber dass sie eine reelle chance gegen barcelona hätten – da ist doch eher der wunsch der vater des gedanken, oder das letzte “singha” pint vor diesem blog war von aussergewöhnlich inspirierender wirkung.

    so sehr auch ich mir wünschte, dass torres einfach wieder ab und zu einmal gelänge, was ihm früher am laufmeter mit leichtigkeit zu gelingen schien – ins tor zu treffen – es will einfach nicht klappen, und besserung ist auch nicht erkennbar. selten lastete eine absurde transfersumme schwerer auf einer goalgetterseele. dass drogba oder sturridge die katalanische abwehr knacken könnten, bedürfte eines starken chelsea-mittelfelds. und da liegt der hund begraben: die londoner mittelfeldspieler sind nicht auf augenhöhe mit denen barcas, auch wenn sie sich mit grossem kämpferherzen und helvetisiertem herzschrittmacher die lunge aus dem leib rennen. das zeigten die spiele gegen benfica.

    sollte allerdings wider erwarten ein blaues wunder geschehen, wäre ich der letzte, der es nicht begrüssen würde. wäre da nicht messi, dem ewig gleich anzuschauenden ballgeschiebe barcelonas hätte ich schon öfters den off-knopf der fernbedienung entgegen gehalten.

  6. Nemi Gajic sagt:

    Da schreibt einer Chelsea mächtig stark. Aber der Reihe nach. Gegen Napoli hatten sie im Rückspiel in der ersten Halbzeit schlichtweg Glück als die Italiener viele Chancen vergaben. Gegen Benfica haben ihnen die Beine gezittert am Schluss des Spiels. Fernando Torres als Trumpf zu bezeichnen grenzt an Hohn. Das Selbstbewusstsein des Spaniers ist auch unter Matteo längst nicht repariert. Das letzte Benfica-Spiel sprach Bände. Hier übrigens ein guter Artikel über den mutmasslichen Seelenzustand des Stürmers: http://goo.gl/6GqcZ. Der Mateo kann sich übrigens bei 10 Portugiesen bedanken, dass sein Vabanquespiel mit Drogba gerade noch aufgegangen ist. Der Vergleich mit den Dänen hinkt hinterher. Soweit ich mich erinnere, hat Danish Dynamit mehr oder weniger vom ersten Spiel bis ins Final überzeugt. Chelsea hat dennoch eine Chance gegen Barcelona: Wenn sie Messi die Beine brechen.

    • DAM sagt:

      Nicht die Beine brechen, aber konsequent gegen Messi verteidigen. Wenn nötig halt mit einem Manndecker der ihm 90 Minuten nicht von der Seite weicht und ihn keinen Ball in Ruhe annehmen lässt. Ich bin überzeugt, dass dann auch ein Messi irgendwann die Nerven verliert.

      • Mäsi sagt:

        Dann sag mir, welcher einzelne Spieler auf dieser Welt dieser Aufgabe gewachsen ist… bin gespannt.
        Ah, und dazu muss dieser einzelne Spieler im Halbfinale natürlich für Chelsea auflaufen dürfen… ;)

  7. Barca sagt:

    Nur Kampf alleine plus Fighting Spirit wird Chelsea niemals reichen, um in den Final einzuziehen. Der Unterschied an spielerischem Potenzial ist sehr gross zwischen den beiden Teams. Wichtig für Chelsea wird es sein, im Heimspiel “vorzulegen”. Und damit meine ich nicht einen knappen Ein-Tore-Vorsprung-Sieg, sondern mindestens ein 2:0, ansonsten wird es nichts zu holen geben über die zwei Spiele. Barcelona ist für mich nach wie vor Titelfavorit Nummer 1. Wie stark die Mannschaft ist, hat man im Viertelfinal gesehen. Gegen ein Milan, welches sich in einer sehr guten Verfassung befindet, spielte Barca alles andere als an seinem Optimum und es reichte trotzdem. Was, wenn sie so spielen wie bspw im letztjährigen Finale gegen ManU? Wenn sie am am obersten Limit spielen, sind sie kaum (nicht) zu schlagen.

  8. Thomas Allmendinger sagt:

    Eigentlich stört nur etwas an Di Mtteo: nämlich dass er ununterbrochen Kaugummi kaut! Das macht eine schlechte Falle, zumal die halbe Welt zuschaut. Ein bisschen Image-Pflege wäre hier wohl angebracht.

  9. Blonio sagt:

    ich find di matteo hat chelsea kein bisschen stärker oder taktisch klüger gemacht. gegen die besten vier aus england hat chelsea noch lange nichts zu melden, die spiele wurden entweder verloren oder ein unentschieden gabs und gegen benfica hat man festgestellt, dass chelsea gegen technisch starke mannschaften extrem mühe haben um das spiel zu machen. zum glück war es “nur” benfica, denn wie chelsea zuhause gespielt hat war einfach extrem peinlich! kein elan, keine kreativität und der sturm ein flop! ausser drogba aber der ist leider schon 34. ein trainer muss nicht wirklich viel fachwissen haben, wenn er die mannschaft nur auf defenvise und auf konter spielen lässt. Barcelona wird sich sicher nicht blamieren gegen chelsea. von wegen milan war nicht mutig genug, milan muss chelsea gar nichts beweisen. wer gegen barcelona sich nur auf die defensive einstellt, der wird auf die welt kommen.

    • Nino sagt:

      @Blonio: Du jammerst auf hohem Niveau. Chelsea ist immerhin im CL Halbfinale und das Team hat vermutlich mehr Stärken als Schwächen. Barcelona ist gegen jedes Team Favorit, aber gewonnen ist das Spiel erst wenn der Schiedsrichter abpfeift!

  10. loko sagt:

    Barcelona wird Chelsea meines erachtens relativ problemlos eliminieren. Chelsea scheint seltsamerweise immer noch eine Ansammlung von Einzelspielern zu sein und keine homogene Einheit, obwohl der Stamm der Mannschaft schon seit einiger Zeit zusammen spielt.

  11. Karl Eigenmann sagt:

    Sehr schön diese Würdigung – für mich sowohl als Spieler als nun auch als Trainer, der erfolgreichste aus der Schweiz! Schade nur, dass bisher noch nie jemand in diesem Zusammenhang erwähnte, dass er 1988 für den FCS bereits im Cupfinal gegen GC spielte – FCZ und FCA kamen danach… Benfica spielte zwar besser, insbesondere Aimar, aber er war auch gleichzeitig der Chancentod – vor 10 Jahren hätte er wohl mind. zwei der Möglichkeiten rein gemacht. Ich sehe es auch so, dass es genau dieses Jahr für Chelsea aufgehen könnte und sie endlich die CL gewinnen können. Robi hatte mit der Einwechslung von Meireles dann auch noch das nötige Glück auf seiner Seite. Ich kann es selbst kaum fassen, auf einmal bin ich wieder für Chelsea, noch so ein Wunder von Robi…, das gab es seit er mit Zola und Vialli selbst noch aktiv war, nicht mehr!

  12. David Angel Jimenez sagt:

    Naja, der mit der Konsequenz stimmt wohl nicht, da Drogba in den Viertelfinals gegen Benfica in den letzten Minuten, als es knapp wurde wegen des Anschlusstreffers, doch noch eingewechselt wurde…
    Und Torres bereits wieder als feste Grösse zu bezeichnen ist wohl deutlich übertrieben. Seine Trefferquote würde im Moment wahrscheinlich nur bei GC (Traurig, dass man dies als GC-Fan schreiben muss :P) und Lausanne als genügend erachtet…

    • Ivan Gattuso sagt:

      Sehe ich auch so. Taktisch lässt er in etwa gleich spielen wie Villas-Boas (ausser auf den Flügeln), Torres hat gegen Benfica ganz schwach gespielt (ist in noch schwächerer Form als unter Villas-Boas, trotz seiner drei Tore unter Di Matteo) und auch sonst macht Chelsea eigentlich nach wie vor keinen guten Eindruck. Die Resultate stimmen zwar, aber ich finde dieses Di Matteo-in-den-Himmel-Gelobe der Schweizer Medien masslos übertrieben.

  13. Aristoteles sagt:

    Tja schade für di Matteo und seine Truppe! Gegen Bayern hätten sie eine kleine Chance gehabt. Gegen Barcelona werden sie aber machtlos sein und höchst wahrscheinlich als Verlierer vom Platz gehen. Eine kleine Chance hätten sie, wenn Messi oder Xavi verletzt ausfallen würden. Iniesta ist ja leider bereits angeschlagen. Wenn zwei von diesen Weltklassespieler fehlen würden,wäre da vielleicht etwas zu machen……
    Wie richtig bemerkt wurde, ist die Verteidigung von Barcelona momentan nicht so sattelfest wie auch schon. Trotzdem ist zu beachten, dass Barcelona in der Meisterschaft am wenigsten Tore erhalten hat!
    Wir müssen wohl auf die Bayern hoffen, damit es nicht zu einem rein spanischen Final kommt. Es sieht aber leider alles danach aus…..

  14. Yendis sagt:

    Vielleicht herrscht jetzt ja in Barcelona Freudenstimmung, weil man Chelcea als eine Art Freilos betrachtet …

    @David Angel Jimenez: zur Entschuldigung für Torres muss vielleicht angefügt werden, dass er andere Gegenspieler hat, als die Stürmer von GC und Lausanne … ;)

  15. Jerome Doster sagt:

    …und zudem wäre es auch für Journalisten angezeigt, früher oder später zu akzeptieren, dass Di Matteo zwar in Schaffhausen geboren wurde, jedoch für Italien gespielt hat.Fairerwesie wäre der Herzschrittmacher dann zu mindestens 80% aus Italien, oder?!

  16. micha sagt:

    Nicht nur Barcelona, auch Chelsea hat eine löchrige Abwehr. Es war viel Glück für Chelsea, mangelnde Kaltblütigkeit und Abschlusspech für Benfica dabei, dass die Mannschaft aus Portugal nicht gewann. Unter normalen Umständen hat die Mannschaft von Di Matteo mit diesem Spielstil, wenig gefestigter Organisation und keiner erkennbaren Taktik keine Chance gegen die beste Equipe der Welt.

  17. Franz Melliger sagt:

    Gerade gegen Barca muss Drogba spielen, alles andere wäre dumm. Da braucht Chelsea einen, der auch mal einen hohen Ball annehmen und dann weiterleiten oder selbst abschliessen kann. Denn mit gepflegtem Kombinationsfussball wird das nichts werden. Bin da sehr gespannt, wie sich Di Matteo entscheidet.

  18. Horst Adler sagt:

    kühne Ansicht… Ich bin eher der Meinung, dass Chelsea gegen Napoli und Benfica ziemlich glücklich weitergekommen ist. In Neapel hätte es gut und gerne 4-1 statt 3-1 ausgehen können. In Lissabon blockt Terry 3m vor den Augen des Schiedsrichter den Ball mit ausgestreckten Armen im 16er ab… Gab kein Elfer. Deshalb glaube ich eher, dass sich Chelsea gegen Barca eine heftige Klatsche abholt.

  19. Schweizer Silvan sagt:

    1. Chelsea war bis zur Ankunft von Villas Boas IMMER eine physisch betonte Mannschaft mit (auf der Insel verglichen) einer ausgeprägten Spielkultur. Villas Boas wollte diesen spielerischen Aspekt des Spiels mehr zur Geltung kommen lassen. (Er ging ausgerechnet den Weg des grossen Rivalen im Norden von Londons…). Er baute auf eine neue Philisophie und wurde von seinen eigenen Spielern im Stich gelassen, besonders von den Stützen der Mannschaft (J.T, Lampard, Drogba und Anelka).

    2. Ich denke viele Spieler bei Chelsea realisierten bei der Entlassung von Villas Boas, dass sie jetzt effektiv eine neue Chance haben sich für die XI zu empfehlen, und nutzten diese auch geschickt. (Kalou, Torres etc.). Dies bewirkte ein Umdenken und liess den Konkurrenzkampf entfachen.

    3. Di Matteo ist den Weg des geringsten Widerstands gegangen, indem er wieder auf dieses physisch, kämpferische Spiels von Chelsea, dass besonders in den Zeiten als Ballack und Essien gefürchtet war, setzte. Inwieweit es Chelsea nützt auf ein altes System zu bauen, dass in den Jahren nach Mourinho zerbröckelte, ist die eigentliche Frage. Es wird sich bald zeigen…

    • DAM sagt:

      Meiner Meinung nach braucht es gerade in der Premier League eine starke Physis um bestehen zu können. Es sind in dieser Liga einfach sehr viele der kleineren Teams so eingestellt, dass du auch als Topteam in jedem Spiel um jeden Meter und jeden Ball fighten musst damit du gewinnen kannst. Das hat bei Chelsea früher gut funktioniert und scheint auch nun wieder zu funktionieren. Ausserdem hat Arsenal hat mit seinem “unbritischen” Fussball ja auch seit Jahren keine Titel mehr geholt.

  20. R. Rothmund sagt:

    Irgendwie wird dabei vergessen, dass der Fan gutes Spiel sehen möchte. Wenn Chelsea in der CL spielt, kann man davon ausgehen, dass es ein Hauruckspiel der grossen Langeweile wird. Da noch von Titelgewinn reden, ist eine schallende Ohrfeige für jeden Fussballliebhaber.

  21. Samuel sagt:

    was soll dieser Vergleich mit den Dänen am Schluss, der ist wohl ziemlich gesucht. Möchte der Autor, da etwas seine Fussballkompetenz unter Beweis stellen`?

  22. DD sagt:

    Dass einmal Torres anfängt und einmal Drogba, hat nur damit zu tun, dass Chelsea momentan alle 3 Tage ein absolutes Must-Win Spiel bestreiten (CL, Liga, Fa Cup)…da muss man fit sein.

  23. Nicola Gaetano sagt:

    Di Matteo, Schweizer? Wenn ich mich nicht irre, hatte er den Durchbruch im Profi-Fussball sehr wohl mit Aarau und später mit dem FCZ, aber das wars auch schon an schweizer Qualität. Die internationale Klasse erarbeitet Roberto sich in mehreren Saison mit Lazio Rom und als x-facher Nationalspieler für Italien. Seine Karriere beendete er in der Premier u.a. bei Chelsea…., ein ziemlich schwacher Artikel.

  24. Tamè Claudio sagt:

    Als Herr Di Matteo in Italien spielte wurde ihn von einem dummen TV-Journaliste folgende stupide Frage gestellt: Ist es schöner in Italien oder in der Schweiz? Das war, vor laufender RAI-Kamera, seine Antwort: Ich verstehe diese Leute (gemeint waren die Schweizer) nicht!! Wenn man bedenkt was die Schweiz für seine blinde Schwester gemacht hat ist das einfach brutal. Die Italiener sind einfach undankbar und ich weiss es denn ich bin einer davon

  25. Roger sagt:

    Mir war bis zu diesem Jahr nicht bewusst wie grosse Patrioten wir Schweizer doch sind. Denn was ein Di Matteo, übrigens Italiener, grosses zu leisten scheint, fällt nur den Schweizern auf….Denn was macht er denn so toll? Torres, toll der hat mal wieder ein Tor gemacht, na und? Irgendwann musste er ja mal wieder treffen, die letzten Spiele zeigen aber deutlich, dass das eher Glück gewesen zu sein scheint…. Einen Lampard, der seiner grossen Klasse wie ein Ballack langsam aber sicher hinterher läuft, aber halt die Klublegende ist, muss der doch spielen, also sind Spieler und Fans auch wieder glücklich, und gut war auch noch dass Benfica nur noch 10 Mann auf dem Platz hatte, sonst wäre wohl Portugal gegen Spanien das Halbfinale…Also lieber Roberto, geniess deine Zeit als Trainer von Chelsea, denn sie wird im Sommer zu Recht zu Ende gehen… Und an Abramowich, du hättest lieber Villas Boas mehr Zeit und Macht gegeben, dann hätte man aus dem Trümmerhaufen Chelsea eine neue schlagfertige Mannschaft aufbauen können…..

  26. DAM sagt:

    Unfassbar, dass weder im Blog selbst, noch in einer einzigen der zahlreichen Antworten bisher, die herausragende Leistung von Peter Cech im Viertelfinal-Rückspiel gewürdigt wurde. Er hielt Chelsea mit einigen Superparaden in der Champions League und war der einzige Chelsea-akteur der mich in diesem Spiel überzeugen konnte.

    • Franz Melliger sagt:

      Das stimmt, der hat wirklich gut gespielt. Und gegen Barca darf er kein bisschen nachlassen, sonst gehen die Briten brutal baden.

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