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Favres Feind ist am Ende

Alexander Kühn am Mittwoch den 15. Februar 2012
Lange ists her: Hertha-Coach Lucien Favre und Sportdirektor Michael Preetz vor einem Auswärtsspiel in Frankfurt am 11. August 2007. (Foto: Reuters)

Lange ists her: Hertha-Coach Lucien Favre und Sportdirektor Michael Preetz vor einem Auswärtsspiel in Frankfurt am 11. August 2007. (Foto: Reuters)

Während Lucien Favre mit Borussia Mönchengladbach von Sieg zu Sieg eilt, steht sein Intimfeind Michael Preetz bei Hertha BSC vor den Trümmern einer von Streitigkeiten und seltsamen Personalentscheidungen geprägten Herrschaft als Manager. Preetz' viel zitierter Ausspruch, dass niemand in Berlin dem im Spätsommer 2009 entlassenen Trainer Favre nachzutrauern brauche, liest sich heute wie ein schlechter Witz. Für die Fans des Klubs sogar wie blanker Hohn. Der jüngste Akt im Trauerspiel um die alte Dame Hertha BSC war die Verpflichtung des hilflosen Trainers Michael Skibbe. Dessen Bilanz: null Siege, null Unentschieden, fünf Niederlagen und ein einziges Törchen. Kostenpunkt: rund 900'000 Euro, bestend aus 250'000 Euro Ablöse, 150'000 Euro bereits überwiesenem Salär und 500'000 Euro Abfindung.

Vor der Verpflichtung des unglücklichen Skibbe hatte Preetz den als geradlining bekannten Markus Babbel davongejagt. Weil dieser den Verein nicht rechtzeitig über seinen für Sommer 2012 geplanten Abschied informiert habe, so die offizielle Version. Der inzwischen bei 1899 Hoffenheim tätige Babbel bestreitet die Anschuldigungen und wirft Preetz stattdessen vor, ihn im Verbund mit Hertha-Präsident Werner Gegenbauer gegenüber Mannschaft und Fans zum Stillschweigen über seine Pläne gezwungen zu haben. Er selbst habe seinen Vorgesetzten schon im November mitgeteilt, dass er Berlin verlassen wolle. «Ich habe sechs Wochen lang für den Verein nicht die Wahrheit gesagt», so Babbel. «Das ist nicht angenehm, das mache ich nicht gern.»

Obschon in diesem Fall Aussage gegen Aussage steht, ist man als neutraler Beobachter geneigt, Babbels Geschichte zu glauben. An der Glaubwürdigkeit von Preetz nagt die alte Fehde mit dem sonst in ganz Deutschland verehrten Favre, an jener von Präsident Gegenbauer das Zerwürfnis mit dem ehemaligen Hertha-Manager Dieter Hoeness, der den Klub Ende der Neunzigerjahre aus dem Dornröschenschlaf geküsst, sich nach Gegenbauers Geschmack aber zu sehr ins Rampenlicht gedrängt hatte. Das Ende der Zusammenarbeit mit Hoeness und die Installierung von Preetz war wohl Gegenbauers Kardinalfehler, es sieht aus, als könnte er schon bald im zweiten Abstieg innerhalb von drei Jahren gipfeln.

Favre formulierte die Problematik auf der Medienkonferenz nach seiner Entlassung in Berlin überaus treffend: «Hertha BSC hat die Trennung von Hoeness nicht verkraftet.» Es spricht für den Romand, dass er den früheren Bayern-Star würdigte, obwohl dieser in einer Reihe wichtiger Personalfragen nicht auf seine Wünsche eingegangen war. Für Preetz aber war Favres Analyse eine Ohrfeige, die er bis heute nicht vergessen hat. Momentan aber hat der Manager der Hertha andere Sorgen: Er braucht so schnell wie möglich einen einen neuen Trainer, einen Mann, der sofort Erfolg hat. Offenbar soll der Wunschkandidat Holger Stanislawski heissen. Ob sich die jüngst in Hoffenheim geschasste Symbolfigur des FC St. Pauli im Intrigenstadel Hertha BSC wohl fühlen wird, ist zweifelhaft. Es sei denn, Preetz springt über seinen Schatten und akzeptiert Stanislawski als Kapitän auf der Brücke der lecken Fregatte.

Es ist anzunehmen, dass sich die Führungscrew der Hertha in den kalten Winternächten im Tabellenkeller der Bundesliga insgeheim wünscht, Favre nie entlassen zu haben. Die Geduld, die Preetz in der Abstiegssaison 2009/10 mit dem trotz seines Namens farblosen Friedhelm Funkel hatte, hätte er besser dem früheren Meistermacher des FC Zürich entgegengebracht. Für diesen hätte ein neuerlicher Abstieg der Herthaner übrigens einen positiven Nebeneffekt: Er würde dann seinen Wunschspieler Raffael, mit dem er schon in Zürich grosse Erfolge feiern konnte, zu weit günstigeren Konditionen bekommen.

Hertha BSC würde den Fall in die Zweitklassigkeit wohl nicht mehr so leicht verkraften wie vor zwei Jahren, als es dank Babbel und viel Geld gelang, den Betriebsunfall umgehend zu korrigieren. Steigt der Klub ab, müsste er sich sogar mit dem aufstrebenden 1. FC Union um die Vorherrschaft in Berlin streiten. Die Unioner, die im Osten der Stadt zu Hause sind, verfügen zwar über weniger finazielle Mittel und spielen statt im pompösen Olympiastadion in der von den eigenen Fans renovierten Alten Försterei, sie besitzen aber das, was dem grossen Lokalrivalen fehlt: eine Führung mit Herz und Sachverstand.


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74 Kommentare zu „Favres Feind ist am Ende“

  1. André Aenishänslin sagt:

    Jetzt ist es beim letzten Berliner angekommen, Preetz mit dem Präsi Gegenbauer zusammen, sind die (leider) Totengräber von Hertha!!

    Lassen wir Funkel und Skibbe beiseite und kommen wir zu Babbel. Wie kann man eine Hetzjagd auf Babbel veranstalten, obwohl er einen laufenden Vertrag hatte, ihn nur nicht bis Weihnachten verlängern wollte?! Der Rest ist bekannt!

    • Auguste sagt:

      hmm…, heute drückte babbel sein mitgefühl mit skibbe aus. zur hertha-führung wollte er vielsagend keinen kommentar abgeben.

    • Mark M. sagt:

      Sie haben recht Herr Aenishänslin – bis aufs Wort “leider”. Es ist eine glückliche Fügung des Schiksals, dass Favre beim heiligen Gladbach gelandet ist, während diese unterträgliche Grossmäuler in Berlin – punkto Grossmannssucht Bayern Nummero zwei – während also diese unterträglichen Grossmäuler voll auf den Latz donnern. Ha, Schadenfreude ist eben doch die schönste Freude!

    • Rodolfo sagt:

      André; sehr richtig gesehen und gesagt und noch eine Bemerkung: Preetz & Gegenbauer
      sind selbst Darsteller und glauben dass sie evtl. den Fussball erfunden haben, ich freue mich
      mit Babbel & Favre und die werden den Genuss haben dass diese zwei “Totengräber” das
      erreicht haben wo wir heute sehen. Ich glaube auch dass der Klub absteigt und das können
      die Fans diesen zwei Indianer verdanken!!!

  2. josé bütler sagt:

    ich bin gespannt, wie lange die hertha bosse, dieser posse um preetz noch untätig zuschauen. preetz ist völlig ungeeignet auf diesem posten. erst nimmt preetz favre die besten spieler weg und gibt ihm keine rückendeckung, dann entlässt er ihn, dann die verpflichtung des überforderten funkel, das theater um babbel und als sahnehäubchen, die hire and fire-aktion mit skibbe. der spruch, dass in berlin niemand lucien favre nachtrauert, disqualifiziert preetz selbst. wenn die entscheidungsträger bei hertha nicht merken, welch pflaume da am ruder ist, sind sie selber schuld. favre ist einer der wenigen trainer, die es schaffen, ihre ideen und konzepte genau auf eine mannschaft zu übertragen, ob bei servette, dem fcz, hertha oder in besonderem masse jetzt bei gladbach, seine handschrift ist exakt erkennbar. wenn ich mir die spiele in diesem winter/frühling gegen bayern und schalke, notabene keine “spanwischer”, sondern unter den besten vier der bl klassiert, in erinnerung rufe, dann schnalze ich unbewusst mit der zunge. er hat eine mannschaft übernommen, die unter frontzeck hoffnungslos abgeschlagen, als absteiger gestempelt, klinisch tot war. mit der gleichen mannschaft, ohne nennenswerte transfers, hat es favre innert kürze geschaft, eine equipe zu formen, die vor selbstvertrauen, spielwitz und kombinationssicherheit nur so strotzt. jeder spieler weiss haargenau, was seine aufgabe ist. laufwege, verschieben, positionswechsel, alles klappt wie am schnürchen. die gegner werden teilweise lächerlich gemacht. die aussage des zdf-reporters im sportstudio am letzen samstag, ich zitiere: “die schalker abwehr hat ausgesehen wie ein wühltisch nach dem winter-schlussverkauf”, spricht bände ;o) ich behaupte, favre ist aktuell der beste trainer der bundesliga, dicht gefolgt von klopp. ich gebe zu, dass ich bei dieser einschätzung die schweizer brille aufgesetzt habe ;o) favre hat es in noch kürzerer zeit geschaft auf die erfolgsspur zurückzukehren und seine philosophie ist meiner ansicht nach, noch besser erkennbar als die kloppsche. anzumerken ist, dass ich seit 1991, seit dem transfer chapuisats zum bvb, glühender fan der gelb-schwarzen bin und bei allen vier meistertiteln in der neuzeit auf der südtribühne live mit dabei war.

    • Chappi sagt:

      Südtribüne?!? Einfach nur geil dort ein Spiel mitzuerleben! Ich habe das letzte Revierderby dort gesehen und muss sagen, es gibt nichts besseres! Einfach fantastisch diese Fans und diese Mannschaft! Aber in einem muss ich dich korrigieren: Favre ist nicht der beste Trainer, was Klopp in Dortmund auf die Beine gestellt hat, ist einzigartig. Favre muss seine nachhaltige Qualität erst nach unter Beweis stellen, dann nämlich wenn er Reus und Neustätter ersetzen muss! Und: mit Stars umgehen ist nichts seine Stärke (siehe Voronin, Pantelic und Simunic bei der Hertha), das haben ihm andere Schweizer Trainer, welche auch schon in der BL gearbeitet haben, voraus! Trotzdem, Chapeau was Favre in Gladbach derzeit leistet!

      • josé bütler sagt:

        @chappi: welche schweizer trainer, die in der bl trainiert haben, haben denn favre was voraus??? favre ist seit genau EINEM jahr ihn gladbach und was er in dieser kurzen zeit erreicht hat, ist phänomenal. klopp musste den bvb nicht so weit unten übernehmen und hatte länger zeit. wohl verstanden, ich bin bvb und klopp fan ;o)
        was man selbstverständlich noch nicht beurteilen kann, ist der langfristige erfolg oder wie die abgänge von reus und neustätter kompensiert werden könnnen, aber ich denke mit den 17.5 mio. euro lässt sich was anfangen. bezüglich stars, favre verlangt von seinen spielern intelligenz und dass sie sich seinem system unterordnen. bei den bayern hätte er damit wohl kein einfaches leben, aber daraus einfach zu schliessen, dass er mit sogenannten stars nicht umgehen kann, ist eine gewagte aussage.

    • Hola Herr Buettler

      Sie haben es genau auf den Punkt gebracht. Ich bin seit 50Jahren Gladbach Fan aber so einen Trainer hat es bei uns seit Hennes Weissweiler nicht mehr gegeben.

  3. Franz Brunner sagt:

    hertha uns ein paar seiner exponenten leiden schon seit jahren nur an einem punkt—grössenwahn—kaum aufgestiegen redet man von europacup etc—verblendung total

  4. jora sagt:

    Ein ganz hervorragender Artikel ! In Inhalt, Schreibe und Folgerung, … auf den Punkt !
    Guter Journalismus !
    Glückwunsch

    jora

    • joe Berlin sagt:

      Alexander Kühn sollte sich als Fan von Dynamo Dresden mehr Sorgen um die Neonaziszene bei diesem Verein machen! Hertha bleibt in der 1. Liga – Dresden wird wohl nie erstklassig, genauso wie der Kiezclub aus Köpenick!

      • Mark M. sagt:

        Sie träumen wohl: Hertha bleibt in der 1. Liga – aber nicht unter Preetz und Gegenbauer. Wenn nicht alles täuscht ist Preetz der Archetyp eines Intriganten und Gegenbauer wirkt wie ein dummer Bauer, der sich bei den Falschen anbiedert. Ewiger Abstiegskampf oder Selbstbeweihräucherung in der 2. Liga – das ist, was Hertha blüht.

    • Thomas sagt:

      Na gut, Lucien Favre ist sicher ein guter Trainer. Aber was die Fohlen immer noch nicht im Griff haben, ist ein Spiel selbst zu führen, was sie von anderen Mannschaften wie den Bayern oder BVB unterscheidet. Daher verlieren sie auch die Spiele gegen deutlich unterlegene Mannschaften, die das Spiel nicht machen. Da müssen sie das Spiel selber machen und können nicht mauern und auf Konter hoffen (das kann Borussia Möchengladbach unter Favre sehr gut!). Daneben, Favre traue ich die erfolgreiche Transferpolitik seines Vorgängers nicht zu, trotz allem Lobs. Als Trainer sehr gut, aber ein gutes Händchen bei den Transfers muss er erst noch beweisen.

      • josé bütler sagt:

        @thomas: ich denke, dass die gladbacher ein spiel sehr wohl “selber führen” können, haben sie in der rückrunde zur genüge bewiesen. dass es mal ein spiel gibt, bei dem nicht alles rund läuft, haben die bayern ja eben in freiburg erlebt. die fohlen haben in kaiserslautern von anfang an die “führung” übernommen und dies gleich im doppelten sinn, wie übrigens auch gegen schalke.
        zur transferpolitik, welche erfolgreiche transferpolitik seines vorgängers meinst du? zum zeitpunkt als favre die fohlen “übernommen” hat, war jeder transfer, ein fehltransfer. erst favre hat aus den spielern dass gemacht, was sie heute sind. er hat in der schweiz bewiesen, dass er ein gutes händchen für transfers besitzt. in berlin hatte er keinen spielraum für transfers und in gladbach im vergangenen sommer hat er meines wissens keine nennenswerten transfers getätigt.

  5. Geni Meier sagt:

    Erstaunlich eigentlich, was für “Manager” sich in Fussballclubs herumtreiben und Schaden anrichten. Und wenns in Deutschland nicht reicht, kommen sie wieder in die Schweiz.

  6. Andy Dreyer sagt:

    Lucien Favre in allen Ehren, aber ich kann diesen ständigen Lobgesang den der Tagi in letzter Zeit auf ihn anstimmt nicht mehr hören. Natürlich ist er ein guter Trainer, aber auch bei Hertha lief es sehr gut in der ersten Saison, danach kam der Absturz, Es war nur normal fürs Fussballgeschäft, dass er nach den schlechten Resultaten gehen musste. Auch mit einem anderen Manager als Preetz wäre es so gekommen. Fussball ist schnelllebig. Mal schauen was nächste Saison mit Favre ist. Uebrigens war die Reaktion in der CH Presse ähnlich als Ch. Gross beim VfB entlassen wurde. Auch da war der Manager der Böse, der er es nicht mit “unserem” Super-Trainer konnte. Aber auch da waren die Resultate schlecht und Schuld am ganzen. Es fällt generell auf wie dünnhäutig gewisse Medien in der CH auf Kritik aus dem Ausland an Schweizer Sportlern und Trainern reagieren.

    • Kurt Stierli sagt:

      Favre hat überall erfolgreich gearbeitet. Der Vergleich Frontzek – Favre ist da recht aufschlussreich. Pep Guardiola hat einmal gesagt: Ich bin nur so gut wie meine Spieler. Natürlich wird sich auch Favre nicht mit einer 3. Liga Mannschaft in der Bundesliga halten. Aber er holt das Optimum aus einer Mannschaft heraus und holt die richtigen Spieler, wie Raffael von Chiasso, damals beim FCZ. Der Absturz bei Hertha kam weil alle Leistungsträger verkauft wurden! Wie gesagt, auch Pep Guardiola würde mit einer drittklassigen Mannschaft keinen Blumentopf gewinnen. Favres Mönchengladbach spielt nicht irgendetwas, sondern setzt die Ideen von Favre auf dem Spielfeld um, einfach genial.

    • josé bütler sagt:

      ich denke ein paar lobeshymnen sind durchaus angebracht in anbetracht der gezeigten leistungen. bei der hertha kam es erst zum absturz als etliche leistungsträger verkauft und nicht ersetzt wurden, da hätte jeder trainer mühe gehabt. bobic gehört in die gleiche kategorie wie preetz. dass wir schweizer etwas dünnhäutig reagieren, wenn unsere spieler/trainer im ausland kritisiert werden, ich denke, dass ist nur natürlich.

    • C.Winter sagt:

      Nachtigal ick hör die trapsen… wie ich sehe hat hier jemand aber mal Fußballsachverstand, welch Seltenheit in letzter Zeit ( soll ein Kompliment sein!) Favre ist ein Alphatier wie es so schön heißt… die Entmachtung von Hoeness ging auch zugunsten von Favre, nur leider konnte er Simunic, Pantelic und Voronin nicht adäquat ersetzen… gleiches droht ihm nun in Gladbach mit dem Weggang von Reus (Dortmund) und Neustädter (Schalke). Da er aber in Gladbach einen gemäßigten und Ruhe ausstrahlenden Vorgesetzten Max Eberl hat, wird er sicherlich auch eine Durststrecke von 6 -8 Spielen ohne Sieg überstehen… nur stellt sich schlichtweg die Frage, ob die Champions League Teilnahme mit Gladbach möglich ist! Und genau hier liegt der große Unterschied zu Hertha Zeiten… Am letzten Spieltag 2009 konnte Hertha quasi aus eigener Kraft Platz 2 bzw 3 erreichen und sich damit für die Ch. League qualifizieren… was bei herumgekommen ist, eine 0:4 Schlappe beim bereits abgestiegenen Sportverein aus Karlsruhe…, nicht wenige sind der Ansicht, dass dies auch auf die taktischen Defizite des Herrn Favre zurückzuführen sind (Arne Friedrich und Voronin nicht in der Startelf). Was ich eigentlich sagen will: Favre beherrscht in gewissen Zügen die Kunst der Alchemie, kann dann aber in bestimmten Situationen auch nicht mit dem Druck umgehen, bzw ihn von der Mannschaft nehmen. DIe Tiefstapelei in Galdbach ist ein alter Hut. Aber seine diesjährige positive sportliche Bilanz im nächsten Jahr zu wiederholen eine ganz neue Herausforderung. Ich gönne es dem Verein, mal wieder sportliche höhere Atmosphären genießen zu können. Zweifle aber stark, dass Gladbach dauerhaft unter den Top 6 der Bundesliga zu finden sein wird. Mit Rafael würde Favre sicherlich eine taktische Variante mehr im Offensiven Bereich haben. Aber die Doppelbelastung und der in diesem Fall äquivalente Anstieg möglicher Verletzungen kann kein taktisches System dauerhaft kompensieren. Erfolg im Fußball hat sicherlich eine Formel, die jedoch ständig neu zusammengesetzt werden muss! Sollte Favre mit Gladbach jedoch einen Titel holen (DFB Pokal?) wird es sicherlich für den Vorstand schwer werden Favre langfristig in Gladbach zu halten. Andererseits stelle ich mir es auch nur sehr schwer vor, dass Herr Favre bereit wäre eine Spitzenmannschaft, von der man Titel verlangt zu trainieren. Aber sicherlich ein hervorragender Mann für die Nachfolge von Otmar Hitzfeld gell?

      • josé bütler sagt:

        ob die entmachtung von d. hoeness favre in die schuhe geschoben werden kann, weiss ich nicht, glaube es aber nicht. favre ist nicht so ein typ. es ist klar, dass er dafür kämpfte substanz ins kader zu bekommen und so in einem ständigen machtkampf mit hoeness war. dass er die erwähnten spieler simunic, pantelic und voronin nicht ersetzt bekam, war wohl entscheidend für seine entlassung. die situation in gladbach ist ungleich anders, die 17.5 mio. die für den transfer von reus kassiert werden, werden wieder investiert. ja klar ist die cl-teilnahme möglich, wieso auch nicht. auch favre ist lernfähig und so ein spiel wie die erwähnte 0:4 niederlage wird es nicht mehr geben. dies an einem taktischen fehler favres festzumachen ist überdies falsch. er hat zwei spieler nicht eingesetzt, was soll dass mit taktik zu tun haben? solange favre trainer in glachbach ist, werden sie die möglichkeit haben unter den ersten sechs der tabelle zu sein, ohne favre wird alles wieder auseinander fallen. nur ihm ist der aktuelle höhenflug zu verdanken und denn hätte er auch mit einer anderen mannschaft geschafft, vlt. nicht im selben ausmass, aber favre und gladbach, das passt. die doppelbelastung könnte eine unbekannte grösse werden in der nächsten saison, wobei man das kader bei einer cl-quali halt verstärken müsste. favre lässt ein system spielen bei dem nicht der spieler im vordergrund steht, sondern die position. klar kann ein reus oder arango am schluss durch einen genialen einfall ein spiel entscheiden. aber durch eine gewisse breite im kader kann auch eine doppelbelastung gemeistert werden. favre könnte problemlos eine spitzenmannschaft trainieren, sie müsste halt bereit sein für favre. und ja, ich darf mir gar nicht ausmalen was lucien favre mit unserer jungen, lernwilligen und talentierten nati alles erreichen könnte … naja, ärgern wir uns halt nochmal zwei jahre mit dem sturen lörracher herum …

        • marius sagt:

          favre könnte problemlos eine spitzenmannschaft trainieren….. das muss favre zuerst beweisen. mourinho und villas boas haben mit porto die cl bzw. die europa league gewonnen. fachlich geniale leute, die wenns drauf an kam eben nicht 0:4 verloren haben. beide verliessen porto richtung chelsea, grosse spieler, grosse ziele. wie geht man mit stars um? beide hatten noch keine erfahrung. mourinho schaffte es, das team liebte ihn. villas boas wird hingegen gehasst und wohl bald entlassen. also wie favre hertha verlassen hat, war schon mal sicher kein grosses kino. aber evt. hat er ja ein wenig gelernt mit druck und kritik umzugehen.
          zu preetz, also wenn einer schon am boden liegt…… entweder steht jemand zu hertha oder nicht und babbel tat das nicht mehr. diese entscheidung müsste doch nachvollziehbar sein. ich hoffe der nächste trainer holt die kohlen aus dem feuer, schade wenns tatsächlich Stani werden soll

          • Pedro sagt:

            Aber hallo, Marius!!! Ich moechte darauf hinweisen dass Favre den FCZ trainiert hat und diesen zu einem Spitzenverein gemacht- sowie die mit dem 2.Meistertitel auch bewiesen hat, dass er eine Spitzenmannschaft trainieren kann. Ob dies nun in der etwas schwaecheren NLA ist oder BL.
            Und zu Chelsea und Porto ist zu sagen, dass beide Vereine in ihren Laendern zu den Krösussen zaehlen und jeweils deftig investieren. Hat ein Mourinho oder ein Villas-Boas eine Mannschaft auf Abstiegsplaetzen uebernommen und im naechsten Jahr auf einen CL Platz gefuehrt? Gib dem Favre 100 Millionen zum ausgeben und Barca, sowie Real kann sich warm anziehen.

          • Mark M. sagt:

            @ Dreyer, Winter, Marius: Typisch bundesdeutsche Optik Favres Trainerlaufbahn nur auf seine Zeit in Berlin zu verkürzen. Er hat schon vorher ein paar Jährchen als Trainer gearbetiet und zwar höchst erfolgreich. Man muss sicher konzedieren, dass Favre nicht ohne Fehler ist und er in Berlin Gelegenheit hatte, eine Menge zu lernen. Ausserdem ist kein Spitzentrainer vor einer Durststrecke gefeit, wenn die Umstände wirirg sind. Dass Favre nicht mit Drucksituationen umgehen kann, hat er in en Relegationsspielen mit Gladbach und in dieser Saison mannigfach widerlegt.

            Während Favre x-fach seine Qualitäten als Trainer bewiesen hat, hat Preetz bisher lediglich bewiesen, dass er als Manager keinen guten Trainer halten kann.

          • josé bütler sagt:

            da müsste man noch genau definieren was eine spitzenmannschaft ist … ich bleibe dabei, dass favre eine spitzenmannschaft trainieren könnte. und wenns sogar der kaiser sagt ;o) eine entlassung ist nie grosses kino, wobei das nachtreten von favre fand ich auch nicht ok. naja, preetz ist ja selber schuld, dass er am boden liegt. der neue trainer wird es jedenfalls sehr schwer haben und ist nicht zu beneiden.

      • Mark M. sagt:

        @Winter. Es ist sicher Favres Ziel einen Titel zu holen, das hat er schliesslich in der Schweiz auch schon immer angestrebt. Ich glaube aber nicht, dass er deswegen nächste Saison schon weg ist. Ich glaube vielmehr, dass er seinen Vertrag erfüllt, das ist eine Charakterfrage. Ich hoffe ebenso, dass er einsieht, was er an Gladbach hat. München ist punkto Selbshherrlichkeit und Starkult keine leichte Kost für einen Trainer wie Favre, und wenn er dann mal einen ganz grossen Klub traineren wollte, täte er vielleicht gut daran, sich auch in England oder Spanien umzusehen.
        Zweitens kann ich die Weissagungen zum kommenden Einbruch von Gladbach schon gar nicht mehr hören. Klar: das Kader ist grösstenteils mittelmässig und der Weggang von Reus wiegt schwer. Auch Neustädter ist ein guter Kicker, aber nicht unersetzlich und es gibt einige junge Spieler bei Gladbach, von denen viel zu erwarten ist, die aber derzeit so gut wie keinen Einsatz kriegen. Ich spreche von Ring & Co. Es müsste vieles schiefgehen, wenn da nicht die eine oder andere positive Überraschung heranwächst – insbesondere wo doch die Ausbildung junger Spieler Favres Spezialiät ist.
        Noch eine Frage an die eingefleischten Herthaner: Wo sind denn die Mannschaftsstützen von einst, die hier dauernd gegen oder für Favre ins Feld geführt werden? Woronin scheint es ja noch am besten zu gehen in Russland, die Liga ist aber auch nicht vom Allerfeinsten . Pantelic hat, glaube ich, in Griechenland in zwei Jahren zwei Dutzend Spiele gemacht und ist so gut wie abgemeldet. Friedrich genügt nicht mehr. Simonic konnte sein Leistungsniveau aus Berliner Tagen nicht halten und kickt mittlerweile in Kroatien. Schöne Stars sind das.

    • guido lima sagt:

      @andy, vielleicht liest du den artikel nochmals.es geht weniger um favre sondern um preetz.

    • Kurt Zbinden sagt:

      Herr Dreyer analysiert leider die Situation um Lucien Favre eher oberflaechlich und ungeschickt. Der Untergang bei Hertha mit Favre als Coach war im Zusammenhang ungeschickter Spielerverkaeufe von der Hertha Fuehrung.
      Herr Dreyer scheint der Meinung zu sein dass ein Coach sofort entlassen werden muss, wenn die Leistung der Mannschaft nach ein paar Spielen nicht stimmt. Man sollte also nicht auf die eigentlichen Qualitaeten eines Trainers schauen.
      Das heisst auch dass ein Wenger bei Arsenal am Anfang der Saison wegen den schlechten Resultaten haette entlassen werden muessen. Herr Dreyer, das ist genau das Uebel im heutigen Fussballgeschaeft und Grund warum viele Mannschaften nicht ueber laengere Zeit erfolgreich sind oder bestehen koennen.

  7. Kurt Stierli sagt:

    Michael Preetz hat es definitiv nicht (mehr) im Griff. Das unwürdige Spektakel beim Abgang von Lucien Favre, dann die Geschichte mit Markus Babbel, völlig unnötig. Markus Babbel hat bei der Hertha einen sehr guten Job gemacht, Hertha hat unter Ihm sehr gute Spiele abgeliefert, war im gesicherten Mittelfeld. Dann inszeniert Preetz eine völlig absurdes Theater weil Babbel im Sommer wechseln wollte und reisst den Klub damit runter in die Nähe der Abstiegszone. Das Babbel in der Geschichte die Wahrheit gesagt hat nehme ich Ihm ab. Alle die Ihn persönlich kennen übrigens auch. Dann verheizt Preetz auch noch Skibbe! Skibbe wird in den nächsten zwei bis drei Jahren in der Bundesliga kaum mehr einen Job kriegen, nach Frankfurt und Hertha.

  8. Hansruedi sagt:

    Bei Preetz bestätigt sich einmal mehr, dass ein ehemals guter Fussballer (oder zumindest einer, der lange genug für einen bestimmten Verein gespielt hat) noch lange kein guter Manager ist. Fredi Bobic ist ein ähnlicher Fall, der hat in seiner Amtszeit auch schon x Trainer verbraucht. Preetz scheint mir allerdings noch weniger fähig zu sein. Er scheint vor allem im zwischenmenschlichen Bereich und in der Kommunikation gravierende Mängel zu haben. Solange er auf dem Managerposten bleibt, wird in diesem Klub nie die Kontinuität herrschen, die nötig wäre, um endlich wieder einmal langfristig erfolgreich zu sein. Schade um diesen Traditionsverein.

  9. Sehr schöner Artikel über ungelernte Führungskräfte im deutschen Fussball. Es ist schon aberwitzig, dass bei den Vereinsunternehmen, die irrwitzige Millionenetats bewegen, solche unqualifizierten Mitarbeiter in Führungspositionen agieren dürfen.

    Mit schwarz-weißen Grüßen

    Thomas Kinski

    • André Aenishänslin sagt:

      Herr Kinski………..besser kann man es nicht formulieren!! Auf den Punkt genau!

    • Gerry Weidmann sagt:

      Absolut der gleichen Meinung. Wir reden hier nur von einer Führungsfrage. Dabei steht Preetz im Mittelpunkt, der aufgrund der Vorkommnisse und der Vereinssituation völlig ungeeignet für diese Funktion ist und nicht passt. Ob er in anderen Führungssituationen reüssiert, ist eine andere Frage; aber hier ist er völlig am falschen Platz. Gegenbeispiel wäre jetzt Favre in Mönchengladbach, der mit seiner Teamführung die Truppe mitzieht. Die sportliche Lage des Vereins ist der beste Beweis dafür.

  10. Rolf sagt:

    Nicht jeder Ex Profifussballer versteht zwingend die Mechanismen neben dem grünen Rasen. Preetz scheint sich als Fehlbesetzung zu bestätigen. Effenberg wollte als ex Gladbacher und zuk. Geschäftsmiglied Favre verhindern für die neue Saison. Heute spricht er von “Weltklasse” bei den Gladbacher Auftritten. Wo wären sie wohl, hätte sich Effe durchgesetzt ? Natürlich wird Effe dies nie so bestätigen und falsch zitiert worden sein.

  11. Adrian von Bubenberg sagt:

    toller Artikel: jetzt nehmt noch oesterreiche “Steilpass”-Journalisten an Bord und berichtet von Hamburg bis Wien – mit geographischen Seitenblicken nach links und rechts (NL, B, CZ, PL, H) – über Fusball. Das macht Spass. Vielen Dank für diesen Journalismus mit Esprit. Für Diskussionen an den Tresen ist gesorgt.

  12. DAM sagt:

    Bei aller Kritik an Preetz, auch bei Dieter Hoeness ist (war) sicherlich nicht alles Gold was glänzt. Immerhin hat dieser ja anschliessen in recht kurzer Zeit aus der Wolfsburger Meistermannschaft einen Abstiegskandidaten gemacht.

    • Mark M. sagt:

      … Und Hoeness hat bei Hertha einen ziemlichen Berg von finanziellen Altlasten hinterlassen. Dennoch fing dort die Abwärtsspirale erst mit Meister Pretz so richtig an zu drehen.

  13. David Eppenberger sagt:

    Ich war am letzten Wochenende bei Union Berlin an der alten Försterei dabei (4:0 Sieg gegen Dynamo Dresden). Am Mittwoch zuvor war ich bei der Hertha im Olympiastadion: Das war nicht nur temperaturmässig ein Tiefkühler. Mit Eisern Union können sich diese Millionäre dort nicht messen, denn in Köpenick ist ehrlicher Fussball angesagt. Mit viel, viel Leidenschaft, die ihres Gleichen sucht.

    • josé bütler sagt:

      es braucht nicht nur ehrlichen fussball, kampf und leidenschaft, es braucht auch taktik, raffinesse und ein konzept.

    • Wolfgang Liesener sagt:

      Sehr geehrter Herr Eppenberger,

      ich weiß ja nicht, ob Ihnen die Kälte vom Mittwochabend die Sinne getrübt hat. Aber die einhellige Meinung der Fachpresse war, dass es ein durchaus ansehnliches Spiel über 120 Minuten war. Über die Art, wie das Spiel entschieden wurde, kann man gern geteilter Meinung sein, aber das bessere Team hat nicht gewonnen.
      Das Union mal einen guten und Dresden einen schlechten Tag erwischt hat ist nach meiner Betrachtung der Zusammenfassung des Spiels kein so ungewöhlicher Umstand. O.K., sie haben deutlich gewonnen, aber “berauschend” war das auch nicht.

      Gruß
      Liesener

  14. Fritz Künzli sagt:

    Körpersprache und Gesichtsausdruck allein lassen schon auf nicht gerade motivierenden Charakter von Herrn Preetz schliessen! Wette, er ist auch nicht mehr lange bei Herta.

  15. Urs Rippstein sagt:

    @Josef Bütler & Alexander Kühn: Ein Kompliment für Ihre sehr sachkundigen Beiträge! Um es zusammenzufassen: Die sportliche Erfolglosigkeit ist nicht alleine am Kader festzumachen. Fakt ist: Der Fisch fängt bekanntlich vom Kopf an zu stinken. Hertha BSC’ Erfolglosigkeit ist auf einen (sportlich) inkompetenten Präsidenten und einen handlungsunfähigen Verwaltungsrat zurückzuzuführen. Mich erstaunt es schon sehr, wie die Stadt-Berliner einfach so im Dornröschenschlaf verharren können. Zu all dem Übel kommt hinzu, dass Michael Praetz eine totale Fehlbesetzung ist. Mit einem solch führungsschwachen Gremium wird die Hertha BSC den Karren nie aus dem Dreck ziehen. Die Perspektiven auf sportlicher und wirtschaftlicher Ebene bleiben somit eine Illusion. Die daraus logische Konsequenz auf Ende Saison, dürfte die Belegung eines Abstiegsplatzes sein. Und dann heisst es für Hertha BSC möglicherweise erneut in den sauren Apfel zu beissen und den Lift in die 2. Bundeliga besteigen. Dann Gute Nacht Berlin! Aber wahrscheinlich braucht es den zweiten Abstieg in der kurzen Folge, um eine Gesamterneuerung bei den Hertha BSC wirklich auch umsetzen zu können, die dringend notwendig wäre.

  16. xXx sagt:

    Was für ein wahnsinnig schlechter Artikel. Ein Mix aus falschen Fakten, eine für allgemeingültig erklärte eigene Sichtweise, ganz ganz viel Vermutungen (… es ist zu vermuten, … es ist anzunehmen, dass …, … ist man als neutraler Beobachter versucht zu glauben …) und mit einer großen Portion Populismus.

    Wie kann man sowas nur veröffentlichen.

  17. joe Berlin sagt:

    »Während Lucien Favre mit Borussia Mönchengladbach von Sieg zu Sieg eilt…« – und dann hat er den Abstieg bei der Hertha eingeleitet und wurde von der Mannschft ausgelacht! Bitte bei der Wahrheit bleiben, Legendenbildung ist out!

    • josé bütler sagt:

      er eilt ja von siech zu siech, was stimmt denn da bitte nicht? er hat den abstieg nicht eingeleitet, ihm wurden die besten spieler wegtransferiert und nicht ersetzt … naja, wenn eine mannschaft favre auslacht, dann hatten sie halt nicht die intelligenz, die favre von seinen spielern verlangt, deppen, sag ich da nur …

    • Mark M. sagt:

      Dass die Spieler bei Hertha von der Vereinsführung ermuntert wurden, ihren Trainer zu mobben, war wohl mit ein Grund für Favres finale Durststrecke. Mit Spielern, die dem Trainer auf dem Kopf rumtanzen und sich bei der Vereinsführung ausweinen dürfen, ist aber nirgends und unter keinem Trainer ein Blumenstrauss zu gewinnen.

  18. uwe mittelstädt sagt:

    d. hoeness hat 40 mio. schulden hinterlassen – m. preetz muß damit leben – das wurde im artikel nicht erwähnt! das favre entlassen wurde – das lag daran – das ein absturz in der nächsten saison bekann – der die entlassung folgen mußte! trotzdem halte ich l. favre für einen tollen trainer der – da bin ich mir sicher – mal einen ganz großen verein trainieren wird! an den unionfan der hier schrieb – der artikel dreht sich um hertha nicht um die köpenicker – und wenn sie des öffteren mal ins oly kommen – werden sie mitbekommen was dort für superstimmung sein kann (wenn nur die mannschaft nicht dabei wäre – ironie-)! in köpenick ist im übrigen auch nicht immer solch super stimmung – ich war auch schon des öffteren dort – ich weis wovon ich schreibe!

  19. christof sagt:

    Dieser Bericht entspricht in etwa dem Thema beim letzten KIA Doppelpass im Kempinski München Airport Hotel. Es trifft den Nagel auf den Kopf und mit jeder weiteren Niederlage sieht selbst der noch letzte zweifelnde Herthaner was damals unter Lucien Favre falsch gelaufen ist. Auf der einen Seite ein Trainer mit Voraussicht und Sachverstand und auf der anderen Seite ein Narzist von aussergewöhnlichem Ausmass. Es ist eine Schande, dass die grösste Stadt Deutschlands keinen Bundesliga Klub von Format hat.

    • Mark M. sagt:

      Nein, es ist eine Wohltat, dass die grösste Stadt Deutschlands keinen Bundesliga-Klub von Format hat. Wenn schon, sähe ich lieber Union Berlin als Nummer 1 als jene, die im Nazi-Stadion spielen. Muss aber nicht sein: In NRW gibt es Dutzende von authentischen Klubs, welche die Lücke füllen können.

  20. André Stohler sagt:

    Man hätte lieber Preets als damals Favre und letztzin Babbel entlassen. Der Preetz hat schon als Fussballer nichts getaugt, geschweige denn als sogenannter Manager. Absolut Fehlbesetzung!

  21. Theo Zehnder sagt:

    Der Manager Michael Preetz ist von A bis Z gescheitert…und trotzdem darf
    er in seinem Amt bleiben ! Wer versteht das noch ? Nun soll ein gewisser
    Krasimir Balakov neuer Trainer werden, ein Trainer der schon bei GC und
    dem FC.St.Gallen kläglich gescheitert ist…lol..!!

  22. Wolfgang Liesener sagt:

    Sehr geehrter Herr Kühn,
    ein schöner Hetzartikel gegen Herrn Preetz. Leider muss ich einigen Ihrer Aussagen widersprechen.

    Ob der von Ihnen hochgejubelte Favre und Preetz nun Intimfeinde sind, kann ich nicht beurteilen. Aber Fakt ist nun einmal, dass Herr Favre es in seiner Berliner Zeit geschafft hat, den sicher geglaubten Champions-League-(Qualifikations)-Platz in der Saison 2008-2009 durch vollkommen unsinnige Personalentscheidungen zu verfehlen, als er in den letzten Spielen z.B. Voronin und Friedrich auf der Bank ließ. Durch die verpasste Qualifikation zur Champions-League und den daraus resultierenden Mindereinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe konnten Stars wie Voronin und Pantelic, den Herr Favre nicht mochte und ihn am liebsten schon ein Jahr vorher verkaufen wollte, nicht gehalten werden und auch kein adäquater Ersatz eingekauft werden. Pantelic war übrigens der erfolgreichste Scorer der Saison bei Hertha.

    In der Folgesaison sollte dann die, auch von Herrn Favre getragene, verfehlte Personalpolitik zur bekannten Niederlagenserie führen, die in dem Spiel gegen Hoffenheim gipfelte. Es ist in Berlin hinlänglich bekannt, dass Herr Favre und Herr Preetz in der “berühmten” Teeküche im Hoffenheimer Spielertrakt gesessen haben und Herr Favre gesagt hat, dass er nicht mehr weiter wisse und keine Kraft mehr habe, die Mannschaft wieder aufzubauen. Herr Preetz versuchte noch mehrfach Herrn Favre zu stützen und ihn zum Weitermachen zu bewegen.

    Als Herr Favre aber keine Bereitschaft signalisierte, entließ ihn Herr Preetz. Was will man auch mit einem Trainer, der keine Ideen und keinen Plan hat, wie es weitergehen soll.
    Dass Herr Favre in mehreren Interviews im Nachgang auch Fehler eingestanden hat, die er bei Hertha begangen hat ist Ihnen sicherlich auch entgangen.
    Auch seine Aussage zu Herrn Hoeneß ist ja nett, aber viele vergessen auch die Großmannssucht und das viele verbrannte Geld für völlig überteuerte Spielerkäufe aus Südamerika die nichts einbrachten und die heute in etwa den Schuldenstand von Hertha wiederspiegeln. Auch darf man nicht vergessen, dass Herr Hoeneß schon wieder auf Shoppingtour in Südamerika war und Spieler kaufen wollte, die Herr Favre nicht in das Konzept passten. Erst als Herr Favre Herrn Gegenbauer das Ultimatum stellte, entweder Herr Hoeneß kauft ein wen er will, dann bin ich weg oder man hört auf die Ideen von Herrn Favre und stellt Hoeneß ruhig, entbrannte der Streit zwischen Gegenbauer und Hoeneß, der dann zur Entlassung von Hoeneß und zur Einsetzung von Preetz führte.

    Es ist immer einfach auf Herrn Preetz drauf zu hauen, weil er Fehler gemacht hat, unbestritten. Auch der Abgang von Herrn Babbel ist, kann man dem glauben, was in Berlin kolportiert wird, nicht alleine Preetz Schuld. Ich möchte nur auf den immer wieder erwähnten Termin hinweisen, an dem Herr Babbel, gestützt durch die Aussagen von Herrn Widmeyer, angeblich seine Entscheidung, Berlin am Saisonende zu verlassen, Herrn Preetz mitgeteilt haben will. Dumm nur, dass Herr Babbel an dem Tag nicht mit Herrn Preetz gesprochen hat, was etliche Journalisten und Fans bestätigen können. Die ganze Wahrheit werden wir vllt. nie erfahren, aber nur zu sagen, Herr Preetz ist an allem Schuld ist einfach falsch und zu einfach.

    Auch möchte ich noch einen Satz zu Union verlieren, den Sie hier ja auch über den grünen Klee loben. Immerhin haben Sie soviel Charakter, dass Sie nach der Klatsche Ihres Lieblingsvereins vom vergangenen Wochenende Union hier lobend erwähnen. Sicherlich ist Union in einigen Punkten ein zu bewundernder Verein, wie Stadionbau durch die Mitglieder, Zusammenhalt der Fans usw. Mich stimmt nur nachdenklich, dass ein Verein, dessen Anhängerschaft vor der Wende aus bekennenden “Staats- und Stasi-Feinden” bestand, sich nun einen Stasi-Offizier als Präsidenten leistet.

    • Mark M. sagt:

      Endlich mal ein differenziertes Bild eines Hertha-Anhängers, das man auch ernst nehmen kann. Dennoch wissen wir Schweizer, dass sich Favres Tarinerqualitäten eben nicht durch das Trauerspiel beim Chaos-Verein Hertha BSC aus der Welt reden lassen, da er schon vorher bei Echallens, Yverdon, Servette und Zürich überdurchschnitlich erfolgreich gearbeitet hat. Mag sein, dass alles in der Bundesliga komplizierter ist und Favre zum Teil eklatante Fehler begangen hat. Aber ich halte ihn eigentlich für relativ lernfähig und hoffe, dass uns ein ähnliches Intrigantenstadel in Mönchengladbach erspart bleibt. Dass es dort keinen Gegenbauer und keinen Preetz gibt, stimmt mich ebenso optimistisch, wie die Tatsache, dass Efffenberg dort nicht das Sagen hat.

      • Wolfgang Liesener sagt:

        Mit meiner Darstellung wollte ich nicht zum Ausdruck bringen, dass ich Favre nicht mag, im Gegenteil, mir hat es damals sehr leid getan, als er ging. Ich stehe auch klar zu meiner Aussage, dass Hertha unter Favre den ansehnlichsten Fußball der letzten 10 Jahre gespielt hat.
        Ich verfolge auch sehr genau seinen Weg in Gladbach. Voller Respekt für seine Leistung in der vergangenen und in dieser Saison. Er hat es geschafft aus der Schießbude der Liga und den Abstiegskandidaten Nr. 1, die beste Abwehr der Liga und einen ganz heißen CL-Kandidaten zu formen. Gladbach kann sich eigentlich nur selber um die CL bringen und hat das Zeug noch weiter nach oben zu klettern. Ob es für die Meisterschaft reicht, ist ganz schwer abzuschätzen.

        Gruß
        Wolfgang Liesener

    • josé bütler sagt:

      ich verfolge die hertha nur aus distanz und seit der favre-entlassung nur noch am rande, obwohl unser luzerner “lusti” noch in der hauptstadt spielt, habe also nicht den gleichen bezug wie sie, so entnehme ich es jedenfalls ihren äusserungen.
      wie bereits unten erwähnt, sehe ich die situation etwas anders. mit den millionen-einnahmen konnte anfang saison niemand rechnen und ein seriöses budget wird auch nicht unter annahmen erstellt, also wäre eine cl-quali ein zückerchen gewesen. favre hat die cl-quali nicht verfehlt, sondern die hertha ist erst durch favre in der tabelle so weit nach vorne gekommen. eine niederlage auf grund der aufstellung des teams zu begründen ist doch völlig daneben. auch ohne friedrich und voronin hätte das team karlsruhe besiegen müssen! dass pantelic ein ständiger unruheherd im team war, ist hinlänglich bekannt und er war es übrigens schon in lausanne, in favres heimat. was genau in den katakomben in hoffenheim abging, entzieht sich meiner kenntnis. ich glaube aber kaum, dass sich favre so hätte gehen lassen, wenn alles sauber abgewickelt worden ist, dass er mit unbedachten äusserungen sogar seine abfindung aufs spiel gesetzt hat. auch bei der causa hoeness habe ich keine detaillierten infos, aber da kann ich favres reaktion nachvollziehen, wenn der hoeness ständig spieler kauft, die nicht in favres system passen. den abgang von babbel reihe ich in die gleiche kategorie ein wie den “fall wulff”. aus einer mücke wird ein elefant gemacht. unter mündigen männern hätte man dies ohne öffentlichkeit regeln können, babbel wäre noch bis ende saison trainer und die hertha iwo im mittelfeld. und die hire and fire aktion mit skibbe muss er ja wohl ganz sicher auf seine kappe nehmen. ich wünsche dem nächsten trainer, notabene dem fünften in preetz’s amtszeit, viel glück.

  23. xXx sagt:

    Es kommt halt manchmal die Zeit, da ein Trainer nicht mehr zu einem Club passt. Im Fall von Favre bei Hertha war es so. Da hat sich Favre am Ende einfach mal verzockt und Hertha BSC somit den Pfad für den Abstieg geebnet.

    - Favre hat die CL verspielt, weil er in den wichtigsten Spielen zu Saisonende die Führungsspieler auf die Bank/Tribüne setzte
    - Favre hat damit viele Millionen (die wichtig gewesen wären um Leistungsträger überhaupt halten zu können, z.B. Simunic, Voronin, Pantelic etc.) verspielt
    - Favre hat damit auch die Autorität vor der Mannschaft verloren, weil er die Führungsspieler damit nicht mehr auf seiner Seite hatte
    - Favre hatte im Sommer vor der Saison 09/10 etliche Transferflops zu verantworten
    - Favre hatte dann zu Beginn der Saison mit 1 Sieg und 6 Niederlagen nach 7 Spieltagen ein äußert desaströse sportliche Bilanz (darunter gegen Aufsteiger Freiburg eine 0:4-Klatsche und 1 Spieltag später gegen Hoffenheim eine 1:5-Klatsche)
    - Favre hatte zu der Zeit enorme gesundheitliche Probleme
    - Favre hat das Management von Hertha BSC nach der 1:5-Klatsche in Hoffenheim um seine Entlassung gebeten

    Ein Management, was da nicht gehandelt hätte, an deren Zurechnungsfähigkeit müsste man durchaus angebrachte Zweifel haben. Favres Entlassung war da unausweichlich.

    Preetz hat in der Personalie Favre alles richtig gemacht.

    • Mark M. sagt:

      Mag sein, dass Preetz nach der Niederlagen-Serie Favre entlassen musste. Dennoch gibt er als Manager ein jämmerliches Bild ab. Auch wenn einiges, was über ihn kolportiert wird, nicht wahr sein sollte, so sagen die bösartigen Gerüchte doch auch viel über den Zustand des BSC aus.

    • josé bütler sagt:

      ich bin kein berliner und kenne keine internas, aber ich verfolge die bundesliga ziemlich intensiv, wobei vorallem die vereine bei denen schweizer engagiert sind.
      ich denke favre hat die cl nicht verspielt, dank favre ist die hertha überhaupt in die nähe der cl-plätze gekommen. auch ohne voronin und friedrich sollte es möglich sein, karlsruhe zu besiegen. im system favre spielen die einzelnen spieler nicht eine so grosse rolle, es geht darum, dass die position systemgetreu gehalten wird. klar machen am ende einzelne geniestreiche, z. bsp. eines reus, das zünglein an der waage aus. aber z. bsp. ein pantelic, der hat die ganze zeit nur unruhe verbreitet, war übrigens schon in lausanne so. da muss man als trainer halt mal ein exempel statuieren, sonst verliert man, die von ihnen zitierte autorität. dass die hertha finanziell so klamm war, dass sie die abgänge nicht kompensieren konnte, war nicht favres schuld. und ohne substanz ist es nicht möglich in der ersten bl zu bestehen. natürlich hat auch favre fehler gemacht. ein faktor für kommunikationsprobleme könnte auch seine französiche muttersprache sein. dass die entlassung favres unausweichlich war, darüber kann man sich streiten. aber die aussage, dass in berlin keiner dem favre nachtrauern brauche, entbehrt nicht einer gewissen ironie. naja, was favre drauf hat, hat er bei servette, dem fc zürich, teilweise bei der hertha und jetzt bei den fohlen bewiesen. ich bin gespannt wohin sein weg noch führt. der weg von preetz hingegen ist auch vorgegeben, er wird in der versenkung verschwinden.

  24. micha sagt:

    Hier hat es offenbar Experten mit Insiderwissen aus Favres Hertha-Zeit unter den Schreibenden. Ich bin davon völlig frei, aber auch unvoreingenommen.
    Wie man Favre die verpasste CL-Quali zum Vorwurf machen kann, ist mir absolut schleierhaft. Die Hertha damals war eine absolute Durchschnitts-Mannschaft mit zwei, drei guten Spielern, einem nervigen Querulaten (Pantelic), der während Monaten offen in den Medien gegen Favre intrigiert hat. Platz 4 nach einer langen Saison in der Spitzengruppe war ein ausgezeichnetes Ergebnis, alles andere ist Quatsch.
    Absoluter Quatsch auch der Rest: Nach 7 Spielen nur 3 Punkte, wobei drei der Schlüsselspieler (Woronin, Simunic, Pantelic) aus finanziellen Gründen von einem Buchhalter-Präsidenten nicht zurückgehalten wurden (was ist bloss aus ihnen geworden?), und viele wichtige Spieler (Friedrich, Drobny) verletzt waren nach der WM: Kein Grund, einen Trainer deshalb rauszuwerfen. Sorry, aber Erfolg hat man nicht mit kurzfristigem Aktionismus à la Preetz und Bobic, sondern wie in Bremen Allofs mit Schaaf: Auch wenn es schreckliche Durchhänger gibt, schirmt man die Mannschaft gegen die Medien ab, und stärkt dem Trainer den Rücken.

  25. Cris Chelios sagt:

    Ich bin ein grosser Fan von Favre aber die Entlassung in berlin war nciht zu vermeiden. Favre war damals psychisch und pysisch nicht mehr in der Lage ein Bundesliga Team zu führen. Bis zur Ausmusterung von Hoeness galt Preetz als Favre Vertrauter. Das Ganze ist nicht so eindimensional wie hier beschrieben. Richtig ist aber, dass Preeetz als Manager eine Null ist und völlig überfordert wirkt.

  26. Moloch Berlin sagt:

    Kritik und von mir aus in gewissem Maße auch ein Stück Häme sind ob der derzeitigen Situation der Hertha durchaus berechtigt. Die Leute wollen schließlich unterhalten werden und Tante Hertha ist recht Gut darin – zumindest außerhalb des Platzes.
    Die Art und Weise dieses Artikels hat jedoch mit gutem Journalismus leider wenig zu tun. Einige Behauptungen, die hier getroffen werden, sind völlig einseitig geschildert und unsachlich oder schlichtweg falsch dargestellt! Nur weil sie in das gleiche Horn stoßen wie so manches Boulevardblatt, heißt es noch lange nicht, dass sie richtig sind. Ziel: Peetz doof, alle anderen toll. Der Vorhang fällt. Und alle jubeln…

    Eine „Herrschaft“ von Preetz zu unterstellen ist lachhaft. Der Mann ist leider viel zu weich! Das ist sein Problem! Er kann sich gegenüber der Mannschaft und der Trainer nicht durchsetzten, hat vieles akzeptiert und geschluckt im Glaube, zum Wohle des Vereins zu handeln. Dass er damit mehr Schaden als Gutes anrichtet, zeigt sich einmal mehr bei Skibbe! Und um gleich zum letzten Satz über Union etwas zu sagen: Preetz (und auch Gegenbauer) fehlendes Herz vorzuwerfen ist einfach kompletter Blödsinn!

    Zu Babbels Entlassung:
    Ich unterstelle einfach mal, dass Babbel nach Ihrer Aussage Recht hat. Ein Angestellter des Vereins interpretiert die Anweisung, bis zur Winterpause Stillschweigen zu halten im Nachhinein so, dass er lügen sollte. Zumindest fragwürdig sage ich mal. Nachfolgend spekuliert gerade die Berliner Presse wild durch die Gegend und Babbel wird immer wieder zu dem Thema befragt. Zusehends genervt von dem Thema verliert er schlussendlich die Nerven. Vor dem lancierten Interview von Babbel und Sky steht Preetz vor dem Spiel wie aus dem Drehbuch wie ein Trottel da. Mit der Aussage konfrontiert, Sky hätte die Info, dass Hertha angeblich bereits seit Anfang November von Babbels Entscheidung weiß (von wem wohl?! Hahaha), verweist Preetz erneut auf die Winterpause. Auf die Frage hin, ob derjenige dann nun lüge, sagt Preetz selbstverständlich ja, da es schließlich diese Absprachege geben soll. Und was passiert nach dem Spiel? Babbel redet seelenruhig wie vorbereitet und bezeichnet Preetz als jemanden, der offensichtlich nicht hingehört habe. Eine glatte Bloßstellung. Am Sonntag legt er nochmal nach. Normalerweise ein Grund, den „als geradlinig bekannten“ Babbel fristlos zu kündigen. Babbel später: „ Zwei Jahre Berlin sind wie sechs, sieben Jahre woanders.“ Die Frage ist also nicht, wer hier gelogen haben soll, sondern wer dem Druck nicht standgehalten hat. Alles andere ist reine Spekulation.

    Zu Favres Entlassung:

    Dieser wurde bis zum Schluss von Hertha und Preetz gestützt. Er hat nach dem 0:4 gegen Freiburg zu Hause und dem 1:5 in Hoffenheim – insgesamt der siebten Niederlage in Folge – quasi selbst das Handtuch geworfen! Die Mannschaft hat er nicht mehr im Griff gehabt und wusste nach eigener Aussage selbst nicht weiter. Diese Mannschaft wurde schließlich auch von Ihm mit zusammengestellt, wenn auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen. Ich sage nur Peijcinovic, Bengtsson, Stein, Nicu, Domchiyski, Wichniarek, Nicu usw. Zum Verhältnis hat sein damaliger Co-Trainer Gämperle ja genug gesagt. Auch interessant ist Gämperles Aussage: „Favre hat am Ende ja darum gebettelt, entlassen zu werden. Gedroht hatte er damit ja sowieso andauernd.“ Die Entlassung selbst war Preetz sehr schwer gefallen. Das konnte jeder damals sehen, der ein bisschen Menschenkenntnis besitzt.
    Dass Favre Wochen später eine solche Pressekonferenz gibt, ist die eigentliche Ungeheuerlichkeit. Das hat mit Charakter und Stil zu tun, was Favre aus Verbitterung damals völlig hat vermissen lassen! So über seinen ehemaligen Arbeitgeber zu reden – ob teilweise wahr oder nicht – ist schlicht und ergreifend armselig! Glauben Sie mir, dass das viele hier in Deutschland bis heute nicht vergessen haben und daher mitnichten alle diesem charakterlich fragwürdigen Trainer zujubeln, nur weil er momentan auf der Welle des Erfolges schwimmt. Mir persönlich ist es mittlerweile egal, aber heute Preetz für den Zwist – zu dem zugegebenermaßen immer zwei gehören – die Hauptschuld zu geben ist wohl der hier teilweise hochgelobte „moderne investigative Journalismus“. Hauptsache immer auf den Treten, der gerade am Boden liegt! Das ist schließlich am Einfachsten und viele glauben alles, was nun über den Getretenen geschrieben wird. Da gibt es dann kein wahr oder falsch mehr sondern nur noch, wer am besten (Nach)Treten kann… schade!

    Für mich ist Preetz jemand, der mit Leidenschaft, Herzblut und Überzeugung für Hertha arbeitet. Einer der wenigen, der kein reiner Söldner in diesem Geschäft ist. Seine Managerkarriere steht unter extremem Sparzwang und ist leider unglücklich verlaufen. Er hat einige Fettnäpfchen mitgenommen. Unter dem Strich zählt nun mal das Ergebnis. Und hier hat er mit Skibbe komplett versagt! Jetzt ist seine vorerst letzte Chance, für Hertha eine gute Entscheidung zu treffen! In der Hoffnung, Preetz möge noch lange bei Hertha bleiben, denn das würde bedeuten, er hat diese Chance genutz hat.

    • Mark M. sagt:

      Zur Causa Favre: Dass Favre um seine Entlassung gefleht habe, hat Gämplere via Berliner Kurier verbreitet, kurz bevor Hertha im Herbst von Gladbach ein erstes Mal aufs Dach kriegte. Besonders lustig fand ich, wie Gämperle, während er gegen Favre lästerte, sich wunderte, dass Favre nicht mehr mit ihm spricht. Offenbar ist der Mann keine besondere Leuchte.

      Abgesehen davon kann ich mir schon vorstellen, dass Favre wiederholt mit Rücktritt gedroht hat. Würde mich nicht wundern, wenn er diese Drohungen taktisch eingesetzt hat, um sich durchzusetzen, da er – wiewohl exzentrischer Maniac – notorisch bescheiden und zurückhaltend wirkt und von Verschiedenen wohl nicht ernst genommen wurde. Mir ist jedenfalls aufgefallen, dass er sich in den letzten Monaten bei Gladbach regelmässig selbst auf die Brust trommelt. Offenbar arbeitet er an einem Macho-Image, verkauft sich selbst besser als erfolgreiche Trainer-Autorität und weniger als bescheidenes Schweizer Mäuschen.

      Ansonten wünsche ich Ihnen, Herr Berlin, viel Leidensfähigkeit und Durchhaltevermögen. Als Preetz-Verehrer werden sie das auch weiterhin brauchen.

  27. Mark M. sagt:

    Wenn ich sehe, wie viel Skibbe für Missserfolg einstreicht, wird mir auch klar, warum der gelernte Masseur Stanislawski daran denkt, durch ein Engagement bei Hertha BSC unter Gegenbauer/Preetz seinen Ruf als Tairner endgütig zu ruinieren. Bei dieser Entlöhnung können sich die Trainer mühelos fünf, sechs Jahre mit einem bürgerlichen Leben über Wasser halten, ohne arbeiten zu müssen. Eine Zeitspanne, in der es wahrscheinlich ist, dass sie auch wieder ein Engagement bekommen, das ihnen ein Erfolgserlebnis ermöglicht. Stani indes ist ein Spezialfall: Der muss erst mal beweisen, dass er ausserhalb von St. Pauli einen normalen Bundesliga-Club erfolgreich trainieren kann. Dass er das ausgerechnet bei Hertha versuchen könnte, wo er doch so viel besser zu Union passen würde, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

  28. Franz sagt:

    Favre wird zwar momentan zu Recht gelobt, und ich hoffe auch, dass er weiterhin Erfolg hat, und zwar mit Gladbach. Seine Schwächen werden aber übersehen: Er ist sehr rechthaberisch bis zum Starrsinn. Mit Leuten, die eine andere Meinung vertreten, kann er überhaupt nicht zusammenarbeiten. Das erschwert den Umgang mit arrivierten Spielern, Sportchefs und Präsidenten. Er hatte an allen seinen vorherigen Stationen seine Probleme: Bei Servette hatte er ein tolles Kader, wurde Cupsieger und warf die Hertha aus dem Cupsieger-Wettbewerb. Aber in der Meisterschaft brachte er es nicht über den 5. Platz hinaus. Er musste gehen, auch weil er sich mit Führungsspielern wie Fournier überwarf. Beim FCZ war er zu Beginn mehrmals von der Entlassung bedroht und konnte nur bleiben, weil der damalige Präsident Hotz der ständigen Trainerwechsel überdrüssig war. Favres grosse Stärke ist die Ausbildung. Spieler, die auf ihn hören und seine Ideen exakt umsetzen, sind ihm am liebsten. Wenn Spieler mit einer gewissen Erfahrung nicht ganz nach seiner Pfeife tanzen, gibts früher oder später Knatsch, so war es mit Adrian Ilie, ex Valencia, der sich beim FCZ überhaupt nicht entfalten konnte, so war es in Berlin mit Pantelic, der zugegebenermassen nicht pflegeleicht ist, aber Goalgetterqualitäten hatte. Solche Spieler gibts fast überall – z.B. bei Bayern in grosser Zahl. Der Wechsel nach München wäre ein Riesenfehler, ich bin 100% überzeugt, dass er dort scheitern würde. Bei Gladbach ist er am richtigen Platz, dort er hat eine verzweifelte Mannschaft mit überwiegend jungen Spielern übernommen und seine Vorstellungen verwirklichen können, und man lässt ihn in Ruhe arbeiten.

    • Wolfgang Liesener sagt:

      Danke für diese Worte! Dazu wollte ich oben eigentlich auch noch etwas schreiben, ist mir aber wg. der vielen anderen Gedanken dann abhanden gekommen.
      Ich teile Ihre Meinung, dass Favre am Besten mit Spielern kann, die er entweder a) selber ausgebildet hat oder b) genau nach seiner Pfeife tanzen und nur das tun was er will.
      Gerade Pantelic in seiner Hertha / Favre-Zeit ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Erfolgreich, schießt reichlich Tore, Publikumsliebling aber die Nase passt Favre nicht. Folge sind Zwist und Unruhe.
      Ich denke auch, dass Favre nicht zu Bayern passen würde. Da das dortige Ensemble an Stars nicht komplett nach seiner Pfeife tanzen wird und ein Robben, Ribery usw. nicht ihre Spielweise komplett umstellen werden, nur weil Favre ein anderes System spielen will.
      Gruß
      Wolfgang Liesener

    • josé bütler sagt:

      @franz: es gibt trainer, die sagen ihren spielern: gehts raus und spuits! es gibt aber auch trainer und lucien favre ist einer davon, die haben eine genaue vorstellung von “ihrem” fussballspiel. damit er erfolg haben kann, müssen ihm die spieler folgen und seine anweisungen müssen befolgt werden. sein system bedingt, dass gewisse abläufe im training hundert mal geübt werden müssen, bis sie blind sitzen. er muss, wie du sagst, leute von sich und seinem system überzeugen, dass dies nicht überall auf gegenliebe stösst ist klar. aber ich denke, wenn man favre vertraut und seine ideen umsetzt, wird man zwangsläufig erfolg haben. bei den fohlen hat er eine junge und verunsicherte equipe angetroffen, die er nach seinen vorstellungen formen konnte/kann. in münchen hätte er sicher mehr mühe, sein system durchzubringen, aber unmöglich ist es nicht. einfach zu behaupten, er kann nicht mit sogenannten stars umgehen ist unseriös, zumal favre aus fehlern gelernt hat, so nehme ich wenigstens an.

    • Pedro sagt:

      Natuerlich ist Favre stur bis zum geht nicht mehr und deshalb hat er die angesprochenen Probleme mit schwierigen Spielern, es ist allerdings zu sagen, dass Favre einer der besten Trainer der Welt ist und sein System funktioniert. Deshalb haben untergebene wie ein Pantelic zu machen was er ihnen auftraegt. Fallen sie aus ihrer Rolle, faellt sein System zusammen. Und wenn, wie im Fall Pantelic der dann zum wiederholten mal einen Penalty verschiesst, den er gar nicht haette ausfuehren duerfen (und ich unterstelle Pantelic, dass er es absichtlich gemacht hat!) dann ist das einfach zuviel des Guten.
      Und ich glaube nicht dass er bei Bayern scheitern wuerde, zumal bei diesem Verein noch ganz andere Bosse den Spielern sagen was sie zu tun haben.
      Dennoch ist es richtig, dass Favre am besten mit Jungen Spielern arbeiten kann die auf ihn hoeren.

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