Die Rollenverteilung vor dem Endspiel des Afrika-Cups hätte einseitiger nicht sein können. Auf der einen Seite die Elfenbeinküste, bestklassiertes Team Afrikas, gespickt mit Weltstars von den führenden Vereinen Europas, von denen selbst die Bankdrücker einen höheren Marktwert haben als das gesamte Kader des Finalgegners. Auf der anderen Seite Sambia, in der Weltrangliste neben dem Irak, China und Albanien klassiert, mit YB-Profi Mayuka als einem von lediglich zwei Europa-Legionären, als einzigen Erfolg in den letzten 15 Jahren einen Viertelfinaleinzug beim Afrika-Cup vorweisend. Klarer kann eine Angelegenheit auf dem Rasen wahrlich kaum sein.
Doch die Ivorer versagten auf der ganzen Linie. Die hochgelobte Generation um Didier Drogba, Yaya Touré und Kolo Touré musste gar froh sein, sich gegen die frech aufspielenden Underdogs wenigstens ins Elfmeterschiessen gerettet zu haben, dort flatterten – einmal mehr – die Nerven und Sambia feierte einen nicht für möglich gehaltenen Triumph.
Es war nicht das erste Mal, dass die «Elefanten» trotz bester Voraussetzungen versagten. Am Afrika-Cup 2006 verlor man das Elfmeterschiessen im Finale gegen Ägypten, 2008 war das Halbfinal-Debakel wiederum gegen Ägypten, 2010 gar das Viertelfinal-Out gegen inferiore Algerier – trotz Führungstreffer in der 89. Minute! Und nun dieses unrühmliche Endspiel gegen die «Chipolopolo» aus Sambia. In der Schweiz hat sich für solche Auftritte ein Verb verbreitet: «veryoungboysen», angelehnt an die typische Eigenheit der Berner, selbst beste Ausgangslagen grandios zu vergeigen.
Die Elfenbeinküste ist das jüngste Mitglied im erlauchten Kreis der – salopp formuliert – «Verlierermannschaften», die sich dadurch auszeichnen, in schöner Regelmässigkeit durch Unvermögen haarscharf an Titeln und Trophäen vorbeizuschrammen. YB ist dabei der Schweizer Vertreter, nach immerhin drei aus der Hand gegebenen Cupfinals gegen Sion und den in den letzten Jahren verspielten Meisterschaften.
Vorzeigeverlierermannschaft ist indes Bayer Leverkusen, mit stolzen 5 Vizemeister-Titeln und 2 Pokalfinal-Niederlagen in den letzten 15 Jahren. Daran gemessen nimmt sich das Versagen der Nationalteams eher bescheiden aus. Portugal etwa blieb mit der «Geração de Ouro» – der Goldenen Generation mit Figo, Pauleta, Rui Costa & Co. – unter sämtlichen Erwartungen, die Titellosigkeit hält weiter an. Argentinien schafft es trotz herausragenden Spielern nicht einmal in die Nähe der Weltspitze. Und Russland stolpert mir verlässlicher Konsequenz in jedem für eine WM-Qualifikation essentiellen Spiel über irgendeinen Kleinen.
Hat eine Mannschaft mal so einen Ruf, hat sie es in entscheidenden Partien sehr schwer, besonders wenn sie noch als Favorit ins Rennen steigt. Trotz aller Sportpsychologen und mentalem Training: In so einem Match will keiner derjenige sein, der einen verhängnisvollen Fehler begeht und damit eine neuerliche Niederlage herbeiführt. Die Folge ist ein auf Sicherheit bedachtes Spiel, doch alleine damit kann man nicht gewinnen. Schon gar nicht gegen einen Gegner, der kaum etwas zu verlieren hat. Dieser Fehler kostete den oben genannten Mannschaften schon einige Titel, die Elfenbeinküste war die jüngste in der Reihe derer, die aus Angst jegliches Risiko gescheut haben, und genau darum gescheitert sind.
So traurig es für die betroffenen Mannschaften ist, so schön ist es doch für den Fussball. Wie jede Soap braucht auch das Fussballtheater seine Darsteller mit klaren Charakterzügen. Die Bösen, die Guten, die jungen Wilden – und eben auch die sympathischen Versager, die selbst beste Ausgangslagen nicht zu nutzen wissen. Die Donald Ducks des Fussballs, denen man einen Triumph so gönnen würde, aber jederzeit weiss, dass mit Sicherheit nichts draus werden wird. Im Gegensatz zum Unglücksraben aus Entenhausen können Fussballmannschaften aus dieser Rolle herauswachsen. Auch Spanien gehörte nämlich einst in diese Kategorie.
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Mämä Sykora (36) ist Chefredaktor beim Fussballmagazin
Alexander Kühn (33) ist Sportredaktor bei Newsnet und leidgeprüfter Fan des deutschen Zweitligisten Dynamo Dresden. Mangels fussballerischen Talents beschränkt er sich auf kritische Einwürfe von Tribüne und Schreibtisch aus.


Sportbilder











































































Wenn jemand YB, Leverkusen und die Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste geht gar nicht als Bezeichnung) im selben Atemzug nennt und dann noch einen abstrussen Vergleich bringt, sagt dies genug über die Fachkompetenz aus (wenn es so etwas im Fussball überhaupt gibt). Wenn es mal einen Schweizer geben wird der in ähnlichen Vereinen spielt wie Drogba (und mehrere Saisons Torschützen-König ist), dann kann man vielleicht beginnen Vergleiche zu spinnen. Ansonsten kommt dies eher Grössenwahnsinnig rüber…
grandios besserwisserischer beitrag rüdiger kraus… anscheinend haben sie den inhalt dieses beitrags komplett missverstanden, aber hauptsache, sie geben ihren senf dazu und sind glücklich. hier wurden lediglich teams verglichen, die es immer kurz vor der ziellinie vergeigen. ob das nun in der CH, DE oder Afrika ist, spielt doch keine rolle und hat nichts mit drogbas torenschützen krone zu tun!
besser hätt ichs auch nicht sagen können
Das beste an Rüdiger Kraus Beitrag ist sein Hinweis “Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste geht gar nicht als Bezeichnung)”. Dummerweise ist das aber einfach die deutsche Übersetzung.
Über Fachkompetenz in der Rechtschreibung kann man sich auch streiten. Vor allem bei solchen, die abstrus derart abstruss schreiben.
England wurde vergessen!!!!!!
Absolut wenn es eine tragische Verlierermannschaft gibt, dann England. Gareth Southgate im speziellen…..
Genau, die sehen sich ja schon als Europameister, werden aber mit Sicherheit nach der Vorrunde zurück auf die Insel fliegen.
Die Elfenbeinküste hat wegen der Unfähigkeit des Trainers verloren. Dass Drogba weit entfernt seiner Normalform war, hat man bereits gesehen, bevor er den Penalty (kläglich) verschoss. Mit Doumbia hätte er noch einen Joker auf der Bank gehabt, der das entscheidende Tor hätte schiessen können. Aber er wechselte ideenlos und ohne Grund Spieler auf anderen Positionen aus.
nach der theorie des grossen unwissenden mähmäh sykoräh hat eben doumbia bei yb bereits das verlieren gelernt, deshalb hätte auch sein einsatz nichts gebracht. stellt sich nur die frage, weshalb dann mayuka sienen elfer nicht verschossen hat, der ist doch auch schon von der berner torschusspanik angestekct??
der herr aus türich lehnt sich da allerdings gar weit aus dem fenster, würden doch beide zürcher teams um den abstieg spielen, wenn nicht xmax tot wäre und sion von einem psychophaten regiert würde….
@Power: Es gibt tatsächlich Vereinsführungen und Menschen wie Sie die “um” den Abstieg spielen. Die Mannschaften aus Zürich spielen nie und niemer “um” den Abstieg sondern, wenn dem so sein soll, immer “gegen” den Abstieg!
Im übrigen geht es im Beitrag um Mannschaften und nicht um einzelne Spieler.
ps. Ihre beleidigenden Worte gegenüber Mämä (+CC) zeugen von wenig “Grösse und einem Frust!”
Aufgrund der verqueren Logik gewisser Journalisten hätte Sambia den ACN-Final eigentlich veryoungboysen müssen. Mit einem aktuellen YB-Profi im Kader! Zu blöd, dass Mayuka drei Tore geschossen und auch noch seinen Penalty verwandelt hat…
logisch, dass sich YB-Fans hier auf den Schlips getreten fühlen…
Auch Sie scheinen den Inhalt des Textes nicht begriffen zu haben, es geht weder um die Young Boys noch um einzelne Spieler im Speziellen… Messi gewinnt schliesslich mit Barça auch mehr als mit Argentinien. Lesen, Denken, Schreiben.
Kenne dieses Phänomen nur zu gut aus eigener Erfahrung. Im Gegenzug gibt es dann die Unabsteigbaren, welche diese Situation kennen und jeden neuen Gegner ins Verderben stossen.
Dann kann ich ja froh sein, gibt es Leute wie Sie, Herr Gentsch, die Leuten wie mir alles erklären glauben zu müssen…
Ach ja: HOPP YB
Keine Ursache Herr Scarrano, ich will immer nur helfen.
genau, die unabsteigbaren. das war in der schweiz doch immer aarau. mich deucht die seien abgestiegen….
Tja einmal geht jede Serie zu Ende!
Stimmt genau, analog des Beispiels mit Spanien in Text aber erst nach unzähligen “Versuchen”.
@Andi Gentsch
“Messi gewinnt schliesslich mit Barça auch mehr als mit Argentinien”
Könnte daran liegen, dass Messi halt doch stärker von Xavi, Iniesta und den anderen Teamkameraden profitiert als es alle, die den kleinen Argentinier vergöttern, wahrhaben wollen.
Was doch wiederum seine Aussage unterstützt, dass es eben nicht um Spieler sondern um Mannschaften geht.
@ DAM
Logisch hängen die Leistungen von Messi auch erheblich von Xavi und Iniesta ab. Darum heisst es auch Mannschaftssport. Und die Zeiten, wo ein Spieler von ganz hinten den Ball ins Tor trägt, enden meist bei den D Junioren.
PS: falls sie auch einer der zwei spanischen Religionen angehören : Was hat ein C. Ronaldo schon mit Portugal gewonnen?
Natürlich, für Drogba dürfte das selbe gelten.
hmm…, man stelle sich kurz vor: bayer 04 käme gegen barcelona weiter, gar noch ins cl-finale und…verliert wie immer.
Und auch Spanien hat es nur dank den Barcelonistes geschafft … wobei sich einige Katalanen nicht mal als richtige Spanier fühlen. Das nenn ich mal Ironie des Schicksals – fragt sich nur noch, auf welcher Seite die Ironie steht, auf der Spaniens oder auf derjenigen Kataloniens.
Wenn Sie Zeit haben, erklären Sie bitte was Ihre Antwort mit dem Artikel zu tun hat. Danke. Ausser SIe wollten einfach was schreiben um Ihren Namen auf dem Desktop zu sehen, dann bitte keine Antwort.
Jeder, der was von Fussball versteht, weiss, was ich damit meine … wenn sie das nicht tun, dann tut es mir leid.
Aber ich verstehe schon, dass es sie ansch***, dass ich das schreibe. Obwohl jeder weiss, dass es stimmt.
Auch so kann man eine Antwort umgehen.
hmm…, die ironie hat mit dem schicksal offenbar mehr gemein als mit daniel cáceres, severin brunner. gar nicht so leicht zu beantworten, ihre frage.
Ich hab die Frage nicht umgangen: die Antwort lautet: Spanien’s Nationalmannschaft wäre heute nicht an diesem Punkt, wenn man nicht begriffen hätte, dass das Kernteam des FC Barcelona die einzige Möglichkeit für Spanien darstellt, von der Verlierermannschaft zur Siegermannschaft zu wechseln … Ich möchte hier nicht unnötig provozieren, aber der Gegensatz zwischen Barcelona und Madrid scheint in den letzten Jahren nicht wirklich abgenommen zu haben … fussballerisch und politisch. IIrrtum vorbehalten (bin ja kein Spanier) …
versuchen Sie’s mal, Monsieur Auguste ….
hui, hoffentlich hoert die analgoie zwischen yb und dem weltfussball beim letzten satz auf!
Hui, spätestens beim letzten Satz hört der Artikel nach fast hunderprozentiger Wahrscheinlichkeit auf…
Hopp YB – wir freuen uns auf Donnerstag! Und in ein paar Jahren wird sich niemand mehr an das Wort veryoungboysen erinnern…
Es fehlt Deutschland. Entgegen allgemein herrschender Ansicht ist das wohl die Nationalmannschaft, die am meisten Finals verloren hat.
…aber auch am meisten Finals erreicht. Und je 3 WM- und EM-Titel passen mir jetzt auch nicht wirklich zu einem Verlierer-Image
so gesehen würde aber noch Holland dazugehören (EM-Titel im Lande des Erzfeindes blenden wir mal aus)
3 mal im WM – Final, 3 mal auf die Fresse bekommen
Um in den erlauchten Kreis zu kommen muss immerhin eine gewisse Qualität vorhanden sein. Wär doch zu schön, könnte sich die Schweiz in den Verliererkreis raufspielen… so ein einziger Achtelfinal wie in Deutschland zählt ja dann noch nicht? Lieber öfter mal Zweiter als immer nur Siebenundvierzigster.
hmm…, sogar im bayer-konzern wird die werkself nie die nummer 1 sein – von dem platz wird aspirin wohl nie zu verdrängen sein in leverkusen, solange es wehwehchen, begossene fussball-siege und schmerzvolle niederlagen gegen sambia gibt.
“Die hochgelobte Generation um Didier Drogba, Yaya Touré und Kolo Touré musste gar froh sein, sich gegen die frech aufspielenden Underdogs wenigstens ins Elfmeterschiessen gerettet zu haben,(…)”
haben sie das spiel gesehen? zambia hatte glück das 11m-schiessen zu erreichen, ausserdem steht ja da sogar noch der verschonssene 11er in der regulären spielzeit.. man muss die elfenbeinküste nicht noch schlechter machen als ohnehin schon..
Die Geschichten um den bescheidenen, aber hochkreativen Messi sind tatsächlich interessant. Im Team können sich Fähigkeiten eben multiplizieren, nicht nur addieren. Weil man jede wenigen, schmnellen und tech nisch beschlagenen Stürmer und Mittelfeldapieler fast doppelt decken muss und der Ball perfekt läuft , ergeben sich eben mehr Räume für Exploits. Das schmälert Messis Leistung nicht, aber ohne das Dreieck Messi-Iniesta-Xavi ist Barça doch einiges schwächer. Aber: die beiden gehören halt dazu… Vergleichen Sie auch die Rolle von Puyol in der spanischen Nati …kaum ersetzbar.
Bei Bayer Leverkusen – die in Deutschland übrigens Vizekusen genannt werden – sollte man nicht vergessen zu erwähnen, dass sie 2002 sogar in der Champions League einen ihrer vielen zweiten Plätze erspielten!
yb hat das klischee vom ewigen zweiten und dasjenige des “veryoungboysens” wieder mal herrlich bestätigt, das spiel dauert 90 min. oder so lange bis der schiri abpfeift ;o)