Beiträge mit dem Schlagwort ‘Zürich’

Learn English. No joke!

Beni Frenkel am Donnerstag den 9. März 2017

Veranstaltung in der Kunsthalle zum Thema Can Jokes Bring Down Governments? (Foto: Beni Frenkel)

Hello there! My name is Beni Frenkel and I speak German but also English. Last tuesday I went to the Kunsthalle for participation at the session called «Can Jokes Bring Down Governments?» So, I called before to the Kunsthalle for asking how much is the entry. «It is free», she said in German («Es ist gratis»). But it is important for me, she has said, that I read a paper of preparation vor der Veranstaltung for knowing and for following the Diskussion. «Great», I said, «where can I find this important paper?» – «In the internet you can find it.» I thought: «Fine, I will read it.» But than I have seen (oder: I have saw?), that this Diskussion-paper is longer than the Gubristtunnel – more than 20 pages. O holy cow! And speaked (gespickt?) with many difficult Wörter like «longevity», «appeal» or «disseminates». Not good.

I mean, I speak fluently, but just on a mittelmässig level. If I would have been married with an English woman, than we two would have many Alltags-problems. But I understand English movies with English Untertitel. I like good movies. Honestly: At the matura I made a 3 in the Fach English (mündlich: 3-4). But not so schlimm, because I was good in history (5), chemistry (5) and biology (5). So I passed matura quite well. What good is, is that in my job I don’t need so much English. For real! And if I need it, I go into the internet. Okay, I have tipped (getippt?) «Can jokes bring down governments?» and I got the German result: «Können Witze bringen Regierungen?» This is a good question. I would say not. From Corine Mauch (Stadtpräsidentin) I have never heard a good joke. But I have nothing against her.

I was a little bit too early. In the Kunsthalle I saw an open door. «Ähm, hello?» A strong man came to me. I said: «Ähm, is here, ähm, the place, ähm, of jokes and government?» The strong man shaked my hand and almost crashed it: «(Unverständliches) . . . hang around . . . (Unverständliches)» Good idea. I hanged around and eated something sweet.
When I was coming back, I was positively surprised. In the middle of the room the strong man had put to the floor a Plastikbox with Bierdosen. Good man! We were maybe 20 participants. I was sitting between two wifes. The Stimmung was very ernst. We spoke about good jokes and bad jokes.

I did not know that jokes are Wissenschaft. Now I know. One man told about jokes from the Römer. Interesting. I want to be ehrlich: I did not understand all the Diskussion. A little bit wütend about myself I opened a Bierdose. I cursed myself. Why didn’t I listened better in the Gymnasium? My English ist a shame. Terrible. Okay, I had a terrible English teacher. He made English so complicated.

Always grammar, grammar! My Rache: One night I ordered a pizza for him at midnight. I hope the pizza guy waked him up. I opened a second Bierdose. Here I sit like a donkey and can not follow the boring Witzdiskussion. I opened a third Bierdose. Now I felt better. And I laughed. Good joke. A woman said something about different cultures. I laughed. Funny wife! One man explained the jokes from the arabic spring. Funny. I laughed. Than it was time to go. Goodbye people. Learn English. No joke!

«Danke Alf, danke Zürich»

Beni Frenkel am Donnerstag den 29. Dezember 2016

Der Alfred-Escher-Brunnen beim Hauptbahnhof. (Foto: Beni Frenkel)

Ich führe mit meiner Frau eine sehr offene und konstruktive Beziehung. Sie sagt mir zum Beispiel: «Du hast die hässlichsten Füsse, die ich je gesehen habe. Und du bist fett.» Ich hingegen habe ihr im Dezember häufig gesagt: «Ich spiele jetzt Swiss Lotto und wenn ich den Jackpot gewinne, verlasse ich dich und die Kinder. Und dann ziehe ich in den Süden, wo die Sonne häufig scheint.»

Später habe ich mir überlegt: Warum bin ich so fies gegenüber Zürich? Habe ich verdrängt, dass meine Urgrosseltern hier ihre Zuflucht gefunden haben? Aus Anlass der Russischen Progrome (1881 – 1914) sind sie vor über 100 Jahren zuerst nach Wien und dann nach Zürich geflohen.

Seitdem lebt meine Familie ununterbrochen in Zürich, abgesehen von einer 20 Jahre währenden Diaspora im Kanton Aargau. Was andere Menschen an Zürich stört, das freut mich. Zürich ist teuer und arrogant? Die Deutschen sind den Zürcher unwillkommen? Ja. Das will ich. Meine Schwiegereltern aus Berlin plagen uns wegen den genannten Gründen nur einmal pro Jahr mit einer Visite. Hoffentlich stürzt der Euro im Januar 2017 noch tiefer, dann kommen sie gar nicht mehr.

Ich hingegen bin ein stolzer Zürcher. Was bietet mir diese Stadt nicht alles: mehrere Einkaufsmöglichkeiten, einen See, einen Berg, zwei Flüsse, einen Hauptbahnhof (mit noch mehr Einkaufsmöglichkeiten) und vieles mehr

Manchmal ist mir das Herz übervoll. Dann will ich laut schreien: Danke, danke, danke. Für all das Gute, das ich hier geniessen darf. Natürlich gibt es auch eklige Zürcher, das will ich gar nicht abstreiten. In manchen Restaurants fühle ich wenig willkommen, wenn ich nur Pizza Margherita bestelle und beim Lavabo auf der Toilette meinen Durst stille. Und manche (vor allem ältere) Menschen scheissen mich zusammen, nur weil ich bei Rot über die Strasse laufe. Trotzdem: Das Gute überwiegt.

Deswegen habe ich mir vorgenommen, am letzten Sonntag des Jahres ein bisschen Dankbarkeit zu zeigen und den Bewohner und Bewohnerinnen die Hand zu reichen. Ich habe am Morgen viele Sachen auf das Trottoir gestellt (Gurkenglas, Oliven, Spielzeug, eine (kaputte) Tasche und Spaghettibesteck). Ausser der Tasche liegt jetzt nichts mehr draussen.

Und am Abend bin ich mit dem Tram zum Hauptbahnhof gefahren. Im Tram sassen irre viele Frauen. Ich vermute: Alle Singles. Da habe ich plötzlich verstanden, warum man fast immer nur vier AA-Batterien kaufen kann: zwei für die Fernsehbedienung und zwei für den Vibrator.

Beim Hauptbahnhof stieg ich aus. Demütig stand ich vor dem Alfred-Escher-Brunnen. «Danke, Alf, danke Zürich». Ich warf Kleingeld in den Brunnen und fuhr mit dem nächsten 7er-Tram wieder zurück nach Wollishofen.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 16. Dezember 2016

«Ich hoffe, dass FCZ und GC bald
auf dem Hardturm spielen können.»

Schluss mit Konzerten? Schluss mit den vielen Fussballspielen? Wegen des ständigen Krachs im und ums Zürcher Stadion haben sich Quartierbewohner an den Zürcher Stadtrat gewandt. Stadtrat Gerold Lauber (CVP) wünscht sich ein zweites Stadion in Zürich. Eine verbindliche Aussage zum ersten Anpfiff in diesem kann er allerdings nicht nennen. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

«Wenn Scherr aufstand,
wurde es ruhig im Ratssaal.»

Nach 38 Jahren verlässt AL-Gemeinderat Niklaus Scherr das Stadtzürcher Parlament. Politiker zollen ihm Respekt. Mit ihm tritt einer der eloquentesten Gemeinderäte ab. Aber auch einer, der gehörig austeilen konnte, wie sich der frühere FDP-Stadtrat Thomas Wagner erinnert. Das politische Urgestein Scherr wird dem Zürcher Gemeinderat fehlen. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Ich mag Tiere. Vor allem vom Grill.»

Frank Baumann, Kommunikationsfachmann und Bestsellerautor, auf die Frage, weshalb er kein Veganer sei. (Foto: Sabina Bobst)

 

«Vielleicht kauft ihn die Stadtpräsidentin.»

Zürich hat seinen Hafenkran wieder, wenn auch nur im Massstab 1:20. Das geschrumpfte Ärgernis ist noch bis am 8. Januar im Museum für Gestaltung im Zürcher Toni-Areal ausgestellt – dank der fixen Idee des Dübendorfer Modellbauers Manfred Hössli. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Das ist ein zeitlich begrenzter Versuch.»

Mit Verzögerung startet 2017 die Stadt ihren Bodycam-Pilotversuch. Doch selbst Polizisten haben Zweifel dieser Technik gegenüber. Laut Stadtrat und Polizeivorstand Richard Wolff muss die endgültige Einführung der Gemeinderat beschliessen. (Foto: Keystone/Walter Bieri) Zum Artikel

 

«Vielleicht haben wir eine Marktlücke
in der Schweiz entdeckt.»

Mini-Unternehmer im Aufwind: Sechs Schüler der Kantonsschule Hottingen haben eine spezielle Trinkflasche erfunden, die sie in China herstellen lassen. Das Geschäft läuft bestens, wie Gruppensprecherin Chiara Tobler sagt. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Es ist eine originelle Aktion.»

Weil sie der Fünfliber-Aufschlag nervt, planten Schüler der Kanti Küsnacht eine besondere Aktion. Doch die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) bekam Wind von der Aktion – und bereitete sich vor. ZSG-Direktor Roman Knecht hatte durchaus Verständnis für die Jugendlichen und ihre Münzschwemme. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Strahlende Kinderaugen sind das Schönste.»

Claudia Corti organisiert immer zur Weihnachtszeit das Kindertanztheater in Winterthur. Wie jedes Jahr vor der Premiere steht die 69-Jährige kurz vor dem Zusammenbruch. Und wie jedes Jahr sagt sie: Das ist das letzte Mal. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

«Heute wiege ich 110 Kilogramm.»

Eine Gastro-Legende tritt ab: Das Zürcher Koch-Urgestein Jacky Donatz verlässt den «Sonnenberg». Zum Abschied verrät er, dass ihm die Fifa jedes Jahr ein Couvert zugesteckt hat und wie viel er jetzt beim seinem Abschied vom «Sonnenberg» wiegt. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Am schönsten ist der Platz
nach dem Eindunkeln.»

Der Münsterhof ist der schönste Ort Zürichs, um der Weihnachtshektik zu entfliehen. Weshalb kann das nicht so bleiben? Eine kleine Würdigung des Platzes von TA-Redaktorin Denise Marquard. (Foto: Tom Kawara) Zum Artikel

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 9. Dezember 2016

«Es existieren zu viele
Weihnachtsmärkte in Zürich.»

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Wer die Wahl hat, hat die Qual, Sechseläutenplatz, Niederdorf, Hauptbahnhof: Wo es den günstigsten Glühwein gibt und warum das Geschäft harzig läuft. Für Schmuckdesignerin Helga Cortesi ist allerdings klar: Die Leute sind von den vielen Märken in Zürich übersättigt. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Es gibt immer mehr Leute, die im
persönlichen Kontakt hemmungslos sind.»

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Aggressive Kunden stellen das Verkaufspersonal vor Probleme. Gerade in der Vorweihnachtszeit ein aktuelles Thema. Laut Experten wird ruppiges Verhalten gesellschaftlich immer stärker akzeptiert. Man dürfe das Problem nicht unterschätzen, sagt der Arbeitspsychologe Markus Grutsch, Professor an der Hochschule für St. Gallen. (Foto: Tages Anzeiger) Zum Artikel

 

«Der Nachwuchs kann
die Lücken nicht füllen.»

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Die Zürcher Ärztegesellschaft will, dass die Gemeinden neu für die Organisation des Notfalldienstes zahlen. Um Druck aufzubauen, sollen Patientinnen politische Vorstösse einreichen, fordert der Zürcher Ärztepräsident Josef Widler. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Früher hatte ich wunderbare Träume.
Hier in Zürich sind es Alpträume.»

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Ein Zürcher Rentner ist schwer elektrosmogsensibel. Das Leiden hat ihn total einsam gemacht – und zu einem Solokämpfer wider Willen. Sein Fazit: Wer hypersensibel ist, muss sich sozial einschränken. (Foto: Ute Grabowski, Photonek.net) Zum Artikel

 

«Und nebenan ist ein Elfjähriger
untergebracht. Das geht nicht.»

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Die Kinder vom Notknast: Im provisorischen Polizeigefängnis sind auch Jugendliche inhaftiert, obwohl dies Haftgrundsätzen widerspricht. Minderjährige seien «dringend» anderswo unterzubringen, fordert Professor Alberto Achermann, Präsident der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Mir war nicht bewusst, was es heisst,
Mummenschanz zu beleuchten.»

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Eric Sauge ist bei Mummenschatz für die Lichttechnik verantwortlich. Mit seiner Arbeit trägt er massgeblich zum Erfolg der Theatergruppe bei. Mit ihr tourt er durch die ganze Welt. Er weiss: Das falsche Licht oder Licht aus dem falschen Winkel, kann das ganze Programm zerstören. (Foto: Doris Fanconi)

 

«Eine Haft kann Kinder zutiefst verängstigen.»

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Die Jugendpsychiaterin Fana Asefaw warnt davor, Minderjährige neben erwachsenen Delinquenten einzusperren, wie dies im provisorischen Polizeigefängnis auf der Kasernenwiese in Zürich gemacht wird. Die Massnahme sei nicht zielführend. (Foto: Daniel Kellenberger) Zum Artikel

 

«Ich tanze jeden Abend gegen Geld.»

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Paul Weilenmann, Gründungsmitglied und künstlerischer Leiter Karl’s kühne Gassenschau, auf die Frage, wann er das letzte Mal getanzt habe. Seine Tanzkünste, sagt er, seien allerdings nicht besonders gut. (Foto: Dominique Meienberg)

 

«Amerika ist das Grösste. Wie ein Traum.»

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Moritz Schädler surft in wunderschönen Lo-Fi-Popsongs ganz knapp über der Realität. MoreEats, der Musiker mit Liechtensteiner Wurzeln, plant, das zu ändern: Irgendwann will er die Dinge beim Namen nennen. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Ich bekam für die CDs nicht nur Platz,
sondern auch Pralinés angeboten.»

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Via Tages Anzeiger hat Redaktorin Claudia Schmid vor ungefähr einem Monat ein neues Zuhause für ihre CD-Sammlung gesucht. Und staunte nicht schlecht: Nach dem Aufruf bekam sie 350 Mails. Ihre Musikträger verteilte sie schliesslich nach der Salamitaktik. Yarin, Student der Kunstgeschichte, vergrösserte dadurch seine noch kleine Sammlung mit Rap-Perlen. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Das Geld kommt.»

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Eigentlich hätte in Meilen der Steuerfuss erhöht werden sollen. Doch durch eine überraschende Äusserung von Roberto Martullo, dem Schwiegersohn von Alt-Bundesrat Christoph Blocher (SVP), kam es anders. Martullo kippte in Meilen eine Steuererhöhung mit einer Nachsteuerrechnung in Millionenhöhe, die es so nicht gibt. (Foto: Daniel Kellenberger) Zum Artikel

 

«Im Gottesdienst versuchen wir,
den Himmel auf Erden zu holen.»

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Die russisch-orthodoxe Auferstehungskirche hat gestern ihr 80-Jahr-Jubiläum gefeiert. Mit «Seiner Heiligkeit», dem Patriarchen Kyrill I. als Gast. Diakon Daniel Schärer war wegen den speziellen Gastes entsprechend nervös. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Ich war Blocher-Fan.»

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Christoph Burgherr war Unternehmer und strammer Konservativer. Dann ging er zu einem Informationsabend. Seither leitet er eine Laufgruppe von Flüchtlingen. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 2. Dezember 2016

«Die neuen Schilder werden respektiert.»

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Die Stadt hat ihr Velostrassen-Pilotprojekt gestartet. Der Tages Anzeiger hat die Strecke getestet und da un dort Tücken gefunden. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

«Vollgestopfte Trams nerven mich.»

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Fabienne Louves, Sängerin und Schauspielerin, auf die Frage, wie lange es geht, bis sie sich nach den Ferien in Zürich wieder über etwas so richtig nervt. Louves tritt zurzeit im Musical «Cabaret» in Zürich auf. (Foto: Urs Jaudas)

 

«Das Chaos ist bei uns Programm.»

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Der Autor Domenico Blass hat für die Zürcher Märchenbühne das aktuelle Kindermärchen in ein «Nightmär-chen» für Erwachsene verwandelt. Dabei geht es ab und zu auf der Bühne ganz schön turbulent her und zu. Das ist allerdings beabsichtigt, denn die herzige Märchenwelt wird von den Special Guests aus dem wirklichen Leben ganz schön auf den Kopf gestellt. (Foto: PD)

 

«Oerlikon ist irgendwie ein No-go.»

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Es geht rasend schnell: Kein Zürcher Quartier verändert sich so schnell wie Oerlikon – der neue Bahnhof, der diese Woche eröffnet wurde, beschleunigt den Wandel. Altes wird rar. Charlotte Spindler zog eben vom hippen Zürcher Kreis 4 nach Oerlikon. Was die 70-Jährige mag: Es ist ruhiger. Wovon sie gerne mehr hätte: Kultur. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Als ich reich war, kaufte ich
mir einen Mercedes.»

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Stephan Remmler, der Schöpfer von «Da, da, da», teilt Fahrzeuge lieber, als sie zu besitzen. Das war früher anders. Der Musiker weilte für Dreharbeiten in Zürich. (Foto: Danila Helfenstein) Zum Artikel

 

«Alles was man falsch machen kann,
wurde falsch gemacht.»

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Teddy A. ist von mehreren Zahnärzten fehlbehandelt worden. Er kann nicht mehr richtig essen, nicht mehr gut kauen, ist depressiv und arbeitslos. Die Zahnärzte, die für den Pfusch verantwortlich sind, weigern sich aber, Schadenersatz zu zahlen. (Foto: Giorgia Müller) Zum Artikel

 

«Die Leuchtsäulen erreichen
eine hohe Beachtung.»

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Die Stadt Zürich baut das Angebot der beleuchteten Plakatsäulen auf öffentlichem Raum aus. Die Einnahmen sind beträchtlich. Die Werbewirkung auch. Das Werbeunternehmen Clear Channel betreibt zurzeit 27 Leuchtdrehsäulen in der Stadt. Franziska Givotti hofft nun auf neue Aufträge. (Visualisierung: PD) Zum Artikel

 

«Polizisten müssen sich
an den Datenschutz halten»

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Peter Mathys ist Quartierpolizist in Schwamendingen. Sein erster Krimi erzählt von einem pädophilen Zürcher Richter, den mächtige Leute im Polizeiapparat schützen. Ist das alles nur frei erfunden? (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Ich war überrascht, was wir alles entdeckten.»

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Naomi Eggli (Bild) und Donovan Gregorys Tribeka-Karte weist den Weg zur Schönheit der Stadtkreise 3 und 4. (Foto: Giorgia Müller) Zum Artikel

 

«Momente einfangen, die nicht mehr kommen.»

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Smartphones ersetzen herkömmliche Fotoapparate. Die Ausstellung «iPic» in Begegnungszentrum der HIV-Aids-Seelsorge zeigt, wie sich unser Umgang mit Fotos verändert. Kursleiter Gino Granieri staunte über die Resultate der Kursbesucher. (Foto: Roger Pitschi) Zum Artikel

«Die Stossrichtung stimmt.»

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Dauerärger am Üetliberg: Die geplante Verkehrsregeln gehen den Anwohnern zu wenig weit. Jetzt muss sich die Sicherheitsdirektion von Mario Fehr (SP) damit befassen. Margrith Gysel, Präsident des Vereins Pro Üetliberg, ist gespannt, wie es weitergeht. (Foto: Tom Kawara) Zum Artikel

«Lebe deinen Traum»

Beni Frenkel am Donnerstag den 1. Dezember 2016
vortrag

Hörsaal der Universität Zürich: Auf dem Programm stand das Thema «Familienplanung». (Foto: Beni Frenkel)

Die Adventszeit ist auch eine Zeit der Einkehr und der Rückbesinnung. Welche persönlichen Ziele sind im Jahr 2016  erreicht worden und welche nicht? Haben wir aus unseren Fehlern gelernt und ziehen wir die richtigen Schlüsse daraus? Das zu Ende neigende Jahr ermöglicht uns aber auch individuelle Ausblicke für das kommende Jahr zu wagen. Folgende Fragen treten an uns heran : Was können wir anders machen? In welchen Fragmenten unseres Lebens wollen wir uns verbessern?

Ich habe mir diese Frage letzten Sonntag gestellt und vorgenommen, mehr auf mein inneres Ich zu hören. Vielleicht kennen Sie das tiefsinnige Sprichwort: «Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!» Das gefällt mir. In dem Satz verbirgt sich viel Wahrheit.

Konkret habe ich mir vorgenommen, nicht mehr so viel Gewicht auf das Urteil anderer Menschen zu legen. 2017 soll das Jahr der Begegnung mit meinem inneren Ich werden. Die Gedanken meines inneren Ichs möchte ich gerne auf das äussere Ich projizieren. Oder anders ausgedrückt: Mein inneres Ich soll äusserlich auch innerlich wirken. Das Ziel ist also, dass das innere Äussere mit dem äusseren Inneren harmoniert und sich in meinem persönlichen Ich entfaltet. Ab Mitte 2017 will ich dann das äussere Innen-Ich mit dem Du des Ichs verschmelzen.

Wenn man das so liest, denkt man gleich, ich habe Philosophie studiert. Überhaupt gehen alle Menschen davon aus, dass ich irgendetwas studiert habe. Die Leute im Tram sehen meine Brille und meine Glatze und haben dann dieses beschränkte Weltbild: Der sieht intelligent aus, der hat sicher studiert.

Die Wahrheit aber ist: Ja, ich habe studiert, aber nicht zu Ende. Es war Sommer 2002. Ich befand mich im dritten Semester Wirtschaft. Die Prüfungsergebnisse kamen mit der Post: Nicht bestanden in den Fächern Mathematik, Statistik, Mikroökonomie und Rechnungswesen. Theoretisch hätte ich weiter studieren können, aber nicht als Wirtschaftsstudent, sondern eher als Zuhörer. Das wollte ich dann doch irgendwie nicht.

Seitdem habe ich nie wieder die Aula der Universität Zürich betreten. Wenn mich Leute fragen, was ich studiert habe, lüge ich immer: Publizistik. Das einfachste Studium. Und weil das fast alle studieren, muss man keine Fragen beantworten: «Publizistik, dann kennst du sicher Thomas Irgendwas.»

In Ratgeber-Bücher habe ich später gelesen, dass ich nicht weglaufen darf. Du kannst nicht vor dir selber wegrennen. Du bist stärker als du denkst. Die Kraft der positiven Gedanken. Hör auf dein inneres Du und begegne deinem äusseren Du.

Weil gerade Adventszeit ist, ging ich am Montagabend deswegen ohne Plan in das Hauptgebäude der Universität Zürich. Zu lange habe ich mich geschämt, da reinzugehen. Aber gerade in der Konfrontation liegt viel Information (Goethe).

Ich schlenderte durch die vielen Korridore. In den letzten 15 Jahren hat sich wenig verändert.  Es gibt immer noch einen Lichthof und die kleine Mensa. Im ersten Stock sah ich einen offenen Hörsaal und viele Tische mit Salzstangen und Orangenjus. Mut auf, in diese Vorlesung will ich gehen.

Ich setzte mich zuhinterst hin. Und da kam sie wieder, diese bekannte Uni-Schläfrigkeit. Der Hörsaal war nur zu einem Viertel belegt. Und das erst noch mit alten Menschen. Auf einer Leinwand stand: «Familienplanung im Zeitalter des Social Freezings». Wo bin ich hier gelandet?

Eine anscheinend bekannte Sexual-Professorin zeigte auf ein grosses Bild der Vagina und der beiden Eierstöcke. Mir wurde unwohl. Darauf hatte ich jetzt keine Lust.

Wie in guten Studentenzeiten nahm ich ein Sandwich hervor und löste Kreuzworträtsel. Dann spielte ich ein bisschen mit dem Handy und guckte immer auf die Uhr. Nein. die Universität ist doch wirklich nur etwas für Nerds und Streber.

Nach zwanzig Minuten verliess ich den Hörsaal und bediente mich draussen mit Salzstangen und Orangenjus.

Tempel des Fortschritts

Miklós Gimes am Mittwoch den 30. November 2016

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Vor ein paar Tagen realisierte ich, dass die Fraumünsterpost verschwunden ist. Wobei, es gibt sie noch als Poststelle neben der Brasserie Lipp an der Urania, im ehemaligen Feinkostgeschäft, wo der Traiteur Seiler drin war, aber es ist nicht mehr dasselbe. Die alte Fraumünsterpost war 1891 im Stil eines toskanischen Palazzo erbaut worden; man hat die Schalterhalle vollgestopft mit dem üblichen Postramsch, aber sie erinnerte irgendwie an die Zeit, als die Hauptpost einer europäischen Stadt ein Tempel des Fortschritts war, der weltweiten Kommunikation, des globalen Handels: quasi das Internet des 19. Jahrhunderts.

Meine Mutter hat dort gearbeitet, als ich klein war, im Saal mit den Rechenmaschinen, hinter dem Schalterraum, wo die Einzahlungen addiert wurden. An langen Pulten stand Rechenapparat hinter Rechenapparat, ein riesiger Galeerenraum voller fleissiger Frauen, in dem es endlos ratterte, die Musik des Kapitalismus.

Jetzt kommt dort ein Lidl hinein. Sang- und klanglos, der Auszug der Post war still. Zürich ist eine nüchterne Stadt, pragmatisch, eine Businessstadt, man schaut nach vorne. Der Geist der alten Post wird entschwinden, ins Museum, wenn mal eine Ausstellung über die Gründerzeit organisiert wird.

Dabei macht doch das Nebeneinander und Übereinander verschiedener Zeitebenen die Faszination einer Stadt aus. Der Geist der Gründerzeit gehört nicht ins Museum, sondern dorthin, wo er weiterlebt. Man muss drinstehen in der hohen Schalterhalle und seine Einzahlungen machen. So ein Gebäude ist mehr als eine Hülle, mehr als eine Fassade, bloss um die historische Bausubstanz zu bewahren. So, wie auch der Geist des Mittelalters weiterlebt in der Stimmung der Kathedralen, die noch heute zum Gottesdienst rufen.

Städte haben eine Geschichte, diese braucht Platz, um sich zu manifestieren.

Wenn aber Städte nur noch die grössten Hits der Vergangenheit bewahren, ihre Best-of-Liste, dann verliert sich das Nebeneinander und Übereinander der Zeitebenen, dann dünnen die Städte aus, es gibt nichts mehr zu entdecken. Klar kann man sagen: Megacool, so ein Lidl in der alten Post, das Leben ist Wandel, alles fliesst. Aber irgendwann ist die alte Post vergessen – wer weiss noch, dass die Apotheke am Bellevue mal ein Café war, die verschwundene Hälfte des Odeons? Und das Café Forum an der Badenerstrasse ein Kino, die grösste Revolverküche der Stadt?

Zugeben, man muss das nicht unbedingt wissen. Aber so eine Hauptpost ist das Symbol einer Epoche – was wäre Genf zum Beispiel ohne den Postpalast an der Rue du Mont-Blanc, grösser und feudaler als die Fraumünsterpost?

Übrigens, Genf. Kürzlich war ich dort, und man hat als Besucher das Gefühl, die Stadt sei etwas gemütlicher als Zürich, zugänglicher, lebendiger. Weniger durchgestylt, weniger von Trends getrieben, weniger auf Hype aus, weniger aufgeregt, weniger darauf aus, oben zu bleiben und nichts zu  verpassen, was andernorts läuft.

Aber gut, jetzt kommt Lidl. Logistisch eine gute Wahl. Der Markt am Bürkliplatz liegt in der Nähe, das wird ein lustiger Preisvergleich. Und die Lieferwagen können problemlos in den Hof der alten Post fahren, das weiss man seit dem Raubüberfall von 1997.

Zürich ohne Nazis

Réda El Arbi am Dienstag den 25. Oktober 2016
Neonazis findet man da, wo sie geduldet werden.

Neonazis findet man da, wo sie geduldet werden.

Es gibt in Zürich kaum noch Neonazis. Und die paar, die’s noch gibt, schleichen sich verkleidet und versteckt durch die Strassen. Alles andere wäre ungesund. Dass dies so ist, hat mit der Geschichte der Stadt zu tun. Während der 80er-Bewegung war Zürich weitherum das Zentrum für die linke Jugendbewegung, was es schwierig machte für die Glatzen. Der Typus, der sich einer Neonazi-Ideologie anschliesst, will sich in der Gruppe stark fühlen. Das geht irgendwie nicht, wenn man dauernd von anderen Gruppen die Fresse poliert kriegt. Die Anziehungskraft der Neonazis verlor an Wirkung.

Während der Bewegung gab es zwar noch Leute mit faschistischen und nationalsozialistischen Überzeugungen, sogar in der Belegschaft der Stadtpolizei, aber auch da wurde intern aufgeräumt. Den Rest erledigte die Stadt selbst. Bis in die Neunziger hielt sich noch ein kleines Grüppchen Neonazis im Niederdorf in und vor der Gräbli- und der Pumpibar, harmlose Leute im Ausgang terrorisierend.

Aber mit der Hausbesetzerbewegung, den Donnerstagsdemos im Dörfli, wurde das Leben als Nazi auch dort eher ungemütlich. Eine der Freizeitbeschäftigungen der Besetzer war es, die Typen um den Block zu jagen, gefolgt vom Bomberjackenverbrennen. Da überlegt man sich, ob man die gängige Mode der Nazis auf die Strasse trägt und man sagt seinem Coiffeur «Rundum etwas länger, bitte».

Und irgendwann um die Jahrtausendwende waren dann plötzlich ehemalige Linksaktivisten, geläutert und demokratisch, Teil der Stadtregierung. Da gibts nicht viel Platz für Nazis. Heute wird unsere Polizei von einem Linksalternativen geführt …

Natürlich haben wir noch Fremdenfeinde und Leute mit rassistischem Gedankengut in der Stadt. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Nazis und normalen Fremdenfeinden oder Rassisten. Während die letzteren meistens nur dumm und verängstigt sind, zeichnen sich die ersteren durch tiefe, menschenverachtende Bösartigkeit aus. Die einen meinen «Ich bin ja kein Nazi, aber …», während die anderen «Sieg Heil!» brüllen.

Aber schon zu Kriegszeiten war Zürich keine Hochburg der Schweizer Nationalsozialisten. In Zürich erreichten die Fröntler damals unter 10 Prozent im Gemeinderat, während sie in der Ost- und Nordschweiz sehr grossen Zulauf hatten. In Schaffhausen erreichten sie einen Anteil von 30 Prozent bei den Ständeratswahlen. Und es gab nie eine wirklich starke, linke Gegenbewegung, die das korrigierte, während in Zürich die Gewerkschaften und die Sozialdemokraten immer schon stark waren, gefolgt von der Jugendbewegung.

Vielleicht liegt es daran, dass Oskar Freysinger eine Kriegsflagge des Deutschen Reiches in seinem Keller hängen haben kann, ohne dass dies politische Folgen für ihn hat. Das hat doch Signalwirkung bis nach Thüringen und Baden-Baden.  Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Nazi-Aufmärsche und Konzerte in der Nordost- und Ostschweiz stattfinden, unbehelligt von Polizei und Linken. Sogar die paar letzten Neonazis in Hombrechtikon nahmen in den letzten 15 Jahren nie mehr den Zug in Richtung Stadt, sondern fuhren Richtung Rapperswil und weiter. Und noch heute trifft man an den Bahnhöfen in Frauenfeld und St Gallen gerne mal eine Glatze in Bomberjacke und mit «Amok»-Tshirt an. Unbehelligt.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Anständigen im Osten mal den Mund aufmachen. Dass sie diese Idioten nicht mehr in ihren Kneipen, an ihren Arbeitsplätzen und ihrem Umfeld dulden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Alter nochmals «Kein Fussbreit den Faschisten» proklamieren muss. Aber, liebe Freunde im Osten, es ist Zeit für euch, mal gegen das Nazipack aufzustehen, dann habt ihr dieses Problem in ein paar Jahren vielleicht auch nicht mehr.

Ach ja, alle Kommentatoren, die mir jetzt mit «linksextremer Gewalt» kommen: Haltet einfach mal den Latz. Es gibt einen Unterschied, ob ein paar wohlstandsverwahrloste Kids ein bisschen Randale machen, oder ob eine verbotenes, deutsches Terrornetzwerk in der Schweiz bei einem Konzert 150 000 Euro sammelt, um den Mördern der NSU die Anwälte zu zahlen. Es ist ein Unterschied, ob naive Kids mit dem Anzünden von Containern eine bessere Welt erreichen wollen, oder ob 5000 Nazis, die den Holocaust feiern, von «Blut auf den Strassen» und «Messer flutscht in den Juden» singen, während sie stolz die Hand zum Hitlergruss heben. Das eine ist vielleicht unangenehm, das andere ist krank.

Und weils so schön ist, hier wieder mal …

Abdul will nicht töten

Réda El Arbi am Dienstag den 18. Oktober 2016
Das könnte Abdul sein, wenn er nicht geflohen wäre. (Bild: cnn.com)

Das könnte Abdul sein, wenn er nicht geflohen wäre. Jugendliche Soldaten in Somalia. (Bild: cnn.com)

Abdul* will besser Deutsch lernen. Und Mathematik. Abdul sitzt jetzt mit Bleistift und Hausaufgaben an meinem Stubentisch. Abdul arbeitet konzentriert und lässt sich nicht von unserem Hund stören, der sich zu seinen Füssen zusammengerollt hat.

In vielen Diskussionen zum Flüchtlingsthema durfte ich mir den Schwachsinn «Dann nimm doch einen bei dir auf» anhören. Nun, ich bin nicht jemand, der gerne Fremde in sein Haus lässt. Schon gar keine fremden Fremden.

Abdul ist 19 Jahre alt, etwas schlaksig, dunkelhäutig, mit langen, dunkeln Wimpern. Abdul lacht viel. Abdul träumt von einer Lehre als Mechaniker. Ein männlicher Beruf, mit Werkzeugen und Metall und harter Arbeit. Sein Deutsch ist bereits verständlicher als das vieler Typen, die auf Facebook oder bei Newsportalen widerliche Kommentare zu Menschen wie Abdul schreiben. Seine Mathematikkenntnisse bringen mich beim Helfen mit den Hausaufgaben ins Schwitzen.

Meine Frau dachte, es wäre vielleicht wirklich etwas heuchlerisch, nur eine grosse Klappe zu haben und ein paar Franken zu spenden, aber seine Komfortzone nicht zu verlassen. Also nahmen wir an einer Welcome-Dinner-Aktion teil, bei der man einen Flüchtling zum Znacht einlädt, um ihm etwas von der Schweizer Kultur zu zeigen. Zu uns kam Abdul. Und seither besucht er uns regelmässig.

Abdul ist seit zwei Jahren in der Schweiz, floh mit 17 aus Somalia. Er spricht nicht gerne über Somalia. Seine Familie lebt noch da. Alle zwei Monate kann er sie anrufen. Sie besitzen kein Telefon, müssen zu bestimmten Zeiten bei bestimmten Nachbarn sein, um Abduls Anruf entgegennehmen zu können.

Natürlich brachte dies die Frage auf, warum Abdul hier ist, wenn seine Mutter und seine Schwester noch in Somalia sind. Abdul weiss nicht viel über Politik in Somalia. Ich weiss wahrscheinlich mehr über die Verhältnisse in seinem Heimatland. Für ihn ist es verwirrend. Da sind verschiedene Warlords. Islamistische und anti-islamistische Milizen, reguläre Regierungstruppen, Verbrecherbanden. Abdul kennt den Unterschied nicht wirklich. Es sind bewaffnete Männer in Uniformen, die sich bekämpfen, die töten und sterben. Wenn sie in sein Dorf kommen, dann nur, um neue Soldaten zu holen. Junge Männer wie Abdul.

Aber Abdul will nicht töten. Und natürlich will Abdul auch nicht sterben. Abdul will Maschinen reparieren. Und Abdul träumt von einer Freundin. Er ist aber zu schüchtern und getraut sich mit seinem Deutsch nicht, ein Mädchen anzusprechen. Und er muss ja viel lernen, hat keine Zeit, muss zur Schule gehen. Abdul ist sehr stolz, dass er zur Schule gehen darf. Er will später eine Familie, aber zuerst muss er Mechaniker werden.

Abdul kennt nicht viele Schweizer. Abdul ist einsam. Er hat ein paar Kollegen, mit denen er Fussball spielt, oder die er in der Moschee trifft. Abdul wäre gerne in einem Schweizer Fussballclub. Abdul freut sich jedes Mal, wenn er zu uns zum Znacht kommt und danach noch ein, zwei Stunden Mathematik und Deutsch büffeln muss.

Wenn Abdul dann auf den Zug zurück in seine Asylunterkunft geht, lässt er mich glücklicher zurück. Nicht, weil ich jetzt mit meiner Menschenfreundlichkeit angeben kann oder weil meine Gastfreundschaft mein Gewissen beruhigt. Sondern weil Abdul meine Dankbarkeit weckt. Die Dankbarkeit dafür, dass ich hier auf die Welt gekommen bin, dass ich hier zu Schule durfte, dass ich alle Möglichkeiten nutzen durfte. Die Dankbarkeit für die Möglichkeit, etwas davon zu teilen.

Und weil Abdul mich daran erinnert, dass auch ich nicht töten will. Und dass ich deshalb nie fliehen musste.

PS. Wer jetzt meint «Er hätte dableiben und kämpfen sollen», darf gerne das hier lesen.

*Name geändert

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 7. Oktober 2016

«Magere Mädchen verdienen nicht gut.
Gefragt sind frauliche Kurven.»

Mona ist eine Puffmutter. Sie stieg eins aus Not ins Bordellbusiness ein. Heute sieht sie ihre Arbeit aber als sozialen Dienst. Ihr Ziel: Sie möchte, dass der Gast in ihrem Bordell in Schlieren ein schönes Erlebnis hat. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

«Willkommen in der Bananenrepublik Schweiz.»

Lukas Meier hat mächtig Ärger, obwohl es die Mutter nur gut mit ihm meinte. Er hat von ihr das Elternhaus geschenkt bekommen. Der arbeitslose Mann, der am Asperger-Syndrom leidet, wollte sich damit seine Existenz sichern. Aber er hat die Rechnung ohne den Denkmalschutz gemacht. Jetzt muss er noch mehr Steuern zahlen. Das macht ihn stinkwütend. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Wenn ich mit dem Velo durch die Stadt fahre.»

Die Schauspielerin Barbara Terpoorten auf die Frage, wie lange sie nach den Ferien braucht, bis sie sich in Zürich das erste Mal wieder so richtig nervt. Die Stadt wäre ihrer Meinung nach viel schöner ohne so viel Verkehr. (Foto: Dominique Meienberg)

 

«Tampons gelten als Luxusprodukt.
Das sehen wir anders.»

Da staunten die Zürcherinnen und Zürcher nicht schlecht: Junge Aktivistinnen haben das Wasser von zehn städtischen Brunnen rot gefärbt (keine Angst, es wurde umweltschonende Farbe verwendet). Sie protestierten damit gegen die teure Tampon-Steuer wie deren Pressesprecherin Carmen Schoder sagte. Hinter der Aktion steckte auch die Unia. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Geissböcke stinken wirklich. Sie urinieren sich
selber ins Gesicht.»

Was macht eine Zürcherin auf der Alp? Rona Diem wollte es wissen und verbrachten diesen Somer ihren ersten Alpsommer im Bündnerland. Der ist nun vorbei und die 36-Jährige ist wieder in Zürich. Was sie auf der Alp gelernt hat: Käsen, Melken und Töfffahren. Was sie vermisst hat: Vieles, sogar den hinterhältigen Hahn Napoleon. (Foto: PD)

 

«Er schüttelt allen die Hände,
aber erreicht hat er bisher wenig.»

Man kann es als Zürcher Stadtrat nicht allen Recht machen: Das weiss auch Tiefbauamt-Vorsteher Filippo Leutengger (FDP). Die Kritik der Linken an ihm wird schärfer. Vorwurf: Er verschleppe unbeliebsame Projekte, um die eigene Klientel zu verärgern. Auch SP-Gemeinderätin Simone Brander hält mit Kritik an Leutenegger nicht zurück. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

 

«Um draussen in der Welt etwas zu erleben,
braucht es wenig.»

Der Autor Heinz Emmenegger gibt beim Schreiben gerne einmal das Ruder aus der Hand. Wer genug zahlt, kann den seinen neuen Roman inhaltlich sogar beeinflussen. Eine entsprechende Aktion läuft derzeit auf der Crownfounding-Plattform We make it. (Foto: Sabina Bobst)

 

«Es ist eine Notlösung und nichts weiter.»

Schmalspurig unterwegs: Die Stadt Zürich malt seit neuestem in mehreren Quartieren für die Velofahrer  gelbe Streifen auf die Fahrbahn. Sie sollen Autos auf Distanz halten. Ein richtiger Velostreifen sieht aber anders aus. Das sieht auch Res Marti so, Präsident Pro Velo Zürich. (Foto: Thomas Egli) Zum Artikel

 

«Meine Söhne sind volljährig.»

(Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

Der Stadtrat will mehr Ruhe auf dem Koch-Areal. Er droht mit einem Veranstaltungsverbot und präsentiert einen Vier-Stufen-Plan bei Regelverstössen. Ob sich seine Söhne auf dem besetzten Grundstück in Albisrieden aufhalten, wie immer wieder kolportiert wird, wollte der zuständige AL-Stadtrat Richard Wolff vor den Medien nicht beantworten. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel