Beiträge mit dem Schlagwort ‘Statussymbole’

Ein Zürcher in Wien

Réda El Arbi am Mittwoch den 13. August 2014
Irgendein Winer Held, der irgendwann mal die Geschicke Europas verändert hat.

Irgendein Wiener Held, der irgendwann mal die Geschicke Europas verändert hat.

Wir Stadtblogger verlassen die Stadt Zürich immer mal wieder, um unseren Horizont zu erweitern – und um uns zu überzeugen, dass Zürich noch immer der Nabel der Welt ist. Dieses Mal war unser Autor in Wien.

Mit dem Zug nach Wien zu reisen verhindert einen Kulturschock. Die rund zehnstündige Zugreise beginnt mit einem Abteil voller Zürcher, die sich Station für Station langsam gegen Österreicher einwechseln. Bei St Pölten, kurz vor Wien, merkt man plötzlich, dass man die Leute zwar noch versteht, dass sich die Atmosphäre im Waggon aber eindeutig geändert hat. Die Leute sprechen miteinander, auch wenn sie sich nicht vorgängig kennen.

In Wien angekommen, nehm ich die U-Bahn vom Westbahnhof in den 2. Bezirk. Und hier, im U-Bahnwagen, fällt mir der erste grundlegende Unterschied zwischen Zürich und Wien auf. Ich komme aus einer Stadt der stummgeschalteten Handys. Wenn in Zürich jemand per Whatsapp oder per SMS kommuniziert, erntet er beim dritten Bimmeln böse Blicke. Hier in Wien fühlt man sich wie in einem MTV-Werbespot für Klingeltöne. Niemand scheints zu stören, und auch ich bin nur ein wenig erstaunt, dass ich im Gebimmel und Geklingel der Mobiltelefone Melodien erkenne, die ich seit zehn Jahren nicht mehr gehört hab.

Ein Vollbad in Geschichte

«Du gehst nach Wien?», fragte mein Umfeld vor meiner Reise, um gleich anzuführen: «Wunderbare Stadt! Blablabla Kultur! Blablabla Geschichte! Blablabla Sissi! Blablabla Freud!», während ich eigentlich nur «Schnitzel!» und «Kaffeehäuser!» denke. Ich muss zugeben, Museen und Kultur interessieren mich nur am Rande. Ich wollte eher Wiener kennenlernen. Nur, in Wien kriegt man das eine nicht ohne das andere.

Jede Ecke dieser grossen Stadt ist geschwängert mit Vergangenheit, vollgesogen mit Zeitgeschehen. Während in der Zürich Geschichte gepflegt werden muss, gammelt sie hier in Wien in jeder Häuserzeile vor sich hin. Statuen grosser Männer, die irgendwann mal in Kultur, Politik oder Wissenschaft Europa geprägt hatten, stehen an jeder zweiten Kreuzung den Tauben zur Verfügung. In der Schweiz wär das unerträglich, da wir unsere Helden viel stärker herausputzen. Hier in Wien gibts einfach zu viele davon, als dass man sich noch wirklich um die Einzelnen kümmern könnte. Und so rosten die Helden so mancher geschlagenen Schlacht mitten in den Abgaswolken vor sich hin, ohne dass jemand sie beachtet. In Wien muss man keine Museen besuchen. Wien ist insgesamt ein etwas vernachlässigtes Museum. Das macht die geballte Ladung an Vergangenheit erträglich.

Titel und Status

Aber es sind nicht nur die Strassen, die alte Geschichten erzählen. Auch die Gesellschaftsstruktur trägt noch die Züge der Monarchie. Mir, als direktdemokratischem Schweizer ohne monarchistischem Hintergrund, fällt auf, dass die Menschen hier noch in einer Hierarchie eingebunden sind, die mir völlig unverständlich ist. Adel zählt, genauso wie ein akademischer Titel, Während meine Freunde ihren «Dr.» eher hinter ihrem praktischen Leistungsausweis verstecken, wird hier auch eine Psychotherapeutin von ihren Klienten noch mit «Frau Doktor» angesprochen. Man stellt sogar einen «Magister» vor seinen Namen, wenn man einen hat. Auch Adelstitel klingen noch immer in der Who-is-Who-Welt Wiens. Wo wir C-Promis haben, haben die Wiener die letzten übriggebliebenen Brosamen der Monarchie.

Die Vorstellung, dass eine Elite die Gesellschaft führen müsse, ist hier noch sehr lebendig. Auf der anderen Seite ist hier die Linke auch wirklich noch eine Arbeiterbewegung und nicht ein Verein mittelstandsverweichlichter Möchtegern-Sozialisten wie bei uns. Die politische Kultur erinnert an die 1920er Jahre in Zürich.

Der bescheidene Habsburger

Ich treffe in einem Café beim Palmhaus per Zufall einen Habsburger, einen echten. Eduard Habsburg-Lothringen (mit vollem Namen: Eduard Karl Joseph Michael Marcus Antonius Koloman Volkhold Maria Habsburg-Lothringen). Er benutzt nur seinen Kurznamen und protzt auch nicht mit seinen anderen Titeln (obwohl er sich wahrscheinlich Professor und Erzherzog nennen darf). Er erzählt Geschichten, in denen Geschichte mitschwingt. Seine Grosseltern mussten vor den Russen fliehen, in die Schweiz und danach nach Deutschland. Er kam zurück nach Wien. Er versucht, seine weitläufige Familie ins 21. Jahrhundert zu führen. Zum Beispiel mit einer Facebookgruppe für die Adelsfamilie Habsburg oder mit seinem Twitteraccount. Er erzählt, dass sie (die Habsburger) sich kürzlich einig werden mussten, wie man sich zum 100. Jahrestag des 1. Weltkriegs verhielte. Keine leichte Aufgabe, wenn die eigene Familie für einen Weltkrieg verantwortlich gemacht wird. Und trotz aller Bescheidenheit glaubt Eduard an Hierarchie. Er ist Medienreferent des Bischofs von St Pölten und überzeugter Anhänger des Papstes, der wohl als letzter Mensch auf der Welt noch eine Art kaiserlichen Status besitzt.

Hier ist alles etwas grösser, etwas gewichtiger. Wien war das Herz Europas, jahrhundertelang der Motor europäischer Geschichte. Jetzt steht dieses Herz jedoch in einem Konservierungsglas des medizinhistorischen Museums. In der Gegenwart ist Wien irrelevant für das politische Europa. Das erklärt vielleicht, wieso hier die Geschichte noch Platz im Alltag hat.

Freizeit und Kontakt

Abends mache ich mich auf in die Hipstergegend, ins Museumsquartier. Hier treffen sich die Wiener im Ausgang. Natürlich gehts auch hier nicht ohne Kunst und Kultur, aber die Atmosphäre ist gelöst, man trinkt Bier auf dem Platz. Es dauert etwa zwanzig Minuten, bis mir auffällt, dass etwas fehlt: Keiner kifft. In Zürich ist ein Sommerabend in der Stadt ohne den süssen Duft einheimischen Grases undenkbar. Auch findet man hier schnell Kontakt, Leute sprechen mit mir, ohne dass ich jemanden kenne. Erstaunlich, wenn man aus Zürich kommt, wo man erst als Freund eines Freundes ein Gespräch mit jemandem beginnen darf. Die Wiener leben ihren Status und ihren Dünkel eher im Alltag, mit ihren Titeln und ihrem gesellschaftlichen Stand. Die Zürcher hingegen zeigen ihren Status eher in der Freizeit. Es ist uns wichtiger, den DJ zu kennen, als den Architekten, der den Club gebaut hat.

Nach zwei Tagen Wien vermisse ich noch immer die sprichwörtliche  Wiener Leichtigkeit. Ich sauge eine etwas melancholische Stimmung auf und mir wird die Stadt zu schwer – alles ist gewichtig, monumental, etwas grossspurig. Ich setze mich in den Zug nach Zürich, zurück in die Gegenwart, zurück in die oberflächliche Leichtigkeit, weg von der mächtigen Donau, heim an die beschauliche Limmat.

Wien ist wunderbar. Aber, genau wie das Wiener Essen, ist die Stadt vollgesogen mit sinnbildlichem Öl, das zwar gut runterrutscht, aber schwerer im Magen liegt, als man erwartet.

Tschüss Jugendkultur!

Alex Flach am Montag den 30. Juni 2014
Nimmt den Jungen den Platz weg: David Guetta , 46

Nimmt den Jungen den Platz weg: David Guetta , 46

Berufsjugendliche haben der Jugend die Kultur gestohlen. Spätestens seit den 50er Jahren und mit dem Rock’n’Roll und der Beatnik-Bewegung hatte die Jugend stets ihren eigenen kulturellen Garten, der nur ihr vorbehalten war und den sie exklusiv gestalten durfte. Nicht dass den Altvorderen der Zutritt explizit verboten gewesen wäre, jedoch war die Rebellion (oder zumindest die Abgrenzung) gegenüber der Welt der Eltern stets eine tragende Säule dieser Ären, was ein Ausschluss von Menschen ab circa 30 Jahren automatisch impliziert – «we don’t trust anyone over 30» (Jack Weinberg).

Auf die Beatniks folgten die Hippies, auf die Hippies die Punks, auf die Punks die Goths, die Popper und die Heavys (Metalheads) und die wiederum wurden durch die Raver und die Skater abgelöst. Zur Jahrtausendwende machte sich dann der Hip Hop breit, auf den aber nur noch kurzlebige Seltsamkeiten wie Emo oder Cosplayer folgten. Erwachsene spielten bei all diesen Kulturbewegungen eine Rolle, jedoch nur als Mentoren, Mäzenen und Strippenzieher hinter dem Vorhang. Sie hatten die Macht und das Geld um aus Strömungen globale Hypes zu machen und sie waren es jeweils auch, die wussten wie man eine Jugendkultur und deren Anführer mit Gier infiziert, wie man sie zu Geld machen und damit dem Untergang weihen kann.

EDM ist die Abkürzung für Electronic Dance Music und EDM ist die Musik, die derzeit aus den Teenager-Zimmern dröhnt. Ursprünglich ein Sammelbegriff für alle elektronischen Musikstile, ist EDM mittlerweile zu einem eigenen Genre mutiert, wobei niemand so genau sagen kann, wie dieses definiert wird. Von Dubstep, Trap und Breakbeats über gewisse Elektro- und House-Spielarten bis hin zu Trance findet alles unter dem EDM-Dach Platz.

Als die US-Amerikaner, welche die gesamte Technobewegung der 90er Jahre verpennt haben, die elektronische Musik für sich entdeckten, erkannten DJs im fortgeschrittenen Alter wie David Guetta (46), Tiësto (45) und Steve Aoki (36) schnell das Potential der EDM-Definitionslücken: Tiësto, bis dato der bekannteste Trance-DJ der Welt, gab 2010 bekannt, dass er das Ende von Trance gekommen sieht und er sich daher fortan auf Elektro-House fokussieren werde. Eine geniale Geschäftsfinte, denn dieser Begriff ist dermassen schwammig, sodass er seine bisherige Kompositionsweise nur geringfügig modifizieren musste um zu verhindern, dass der Niedergang des Trance auch zu seinem eigenen wird.

Viele etablierte Senioren wie Paul van Dyk (42) oder altgediente Schweizer wie Dave202 (41) folgten seinem Beispiel und erklärten, dass sie fortan als EDM-DJs bezeichnet werden wollen. Klar gibt es auch viele junge EDM-Leader wie Avicii (24), Skrillex (26) oder Calvin Harris (30), aber sie teilen sich ihr Spielfeld mit den genannten grauen Electronica-Panthern. Eben deshalb ist EDM keine Jugendkultur: Wenn ein Teenager heute Tïesto aus seinen Boxen in seinem Zimmer dröhnen lässt, riskiert er nicht mehr eine Standpauke seines erbosten Vaters, sondern dass ihm dieser begeistert mitteilt, dass er bereits an der Street Parade 1998 zu den Songs des Holländers abgegangen sei. Es ist höchste Zeit, dass sich die Jugend wieder selbst bewegt und zwar unter Ausschluss von Acts die ihre Eltern sein könnten.

Alex FlachAlex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter Anderem für die Clubs Supermarket, Hive und Zukunft.

DJ Dummbatz und andere kreative DJ-Namen

Blog-Redaktion am Montag den 10. März 2014
Bevor man sich einen geilen namen zulegt, sollte man auch gut auflegen.

Bevor man sich einen geilen Namen zulegt, sollte man auch gut auflegen.

«Hallo, ich bin DJ und suche noch einen Namen. Ich spiele überwiegend House und Dubstep. Ich habe schon ein paar Namen ausgearbeitet aber vielleicht kennt ihr noch welche? Hier meine Ideen: DJ Nex, DJ Beatkingz, DJ Goonbass. Über Antworten würde ich mich freuen. Ich heisse Dominik falls das hilft».

Die Helferlein auf der Hilfeplattform Yahoo Clever hätten dem Jungspund bestenfalls erklärt, dass ein Pseudonym mit der englischen Übersetzung für einen Dummbatz (Goon) gar nicht und das plurale «Beatkingz» für einen Solo-DJ nur bedingt funktioniert und ihn aufgefordert, sich weiter den Kopf zu zermartern. Sie taten es aber nicht, sondern deckten ihn mit einer Unzahl mieser Vorschläge ein.

Anstatt zu fragen hätte Dominik auch einen der vielen Online-Namengeneratoren benutzen können: Man drückt auf einen Button und kann sich die Kreativität sparen. Einige hätten das tatsächlich gescheiter getan, beispielsweise Aldin Balagic alias The Situation. Hat er aber nicht und nun heisst er wie eines der Dummbrote aus der längst abgesetzten Reality-Show Jersey Shore. Glück hat, wer auf einen lässigen Taufnamen zurückgreifen kann, wie beispielsweise Alex Dallas oder Ricardo Villalobos. Andere verfügen über einen knackigen Spitznamen aus Pausenhofzeiten wie René Baumann alias DJ Bobo.

Wer aber Koze gerufen wird, sollte schon ähnlich viel drauf haben wie Stefan Kozalla, will er nicht jedes Mal debil angegrinst werden, wenn er sich vorstellt. Wer doch lieber auf einen Fantasienamen zurückgreift, sollte erst einmal prüfen, ob sich nicht ein anderer Künstler gleichen Namens bereits die Internetseiten gesichert hat. Als sich der Zürcher Marc Vollenweider das Pseudonym Jason Storm erwählte, hat er ebendies unterlassen und musste nachträglich feststellen, dass sich der Schwulenporno-Darsteller Jason Storm bereits alle Domains unter den Nagel gerissen hatte. Mittlerweile scheint sich der schauspielernde Jason Storm aus dem Geschäft zurückgezogen zu haben und Vollenweider ist insofern entschuldigt, als dass der Gang ins Internet in den 90ern noch kein automatischer war.

Unbedingt zu vermeiden sind DJ-Namen mit einem drolligen Sir oder Mr. oder gar einem DJ vor dem Pseudonym: Wer extra vermerken muss, dass er ein DJ ist, versprüht nicht eben viel Selbstvertrauen. Noch übler ist grober Unfug mit Satzzeichen und Gross- und Kleinschrift wie D.U.N.E. oder beliebte Hip Hop-Spielereien wie DeeJay M-Jay K-City feat. MC Chimed: Club-Booker sind versucht auf andere DJs auszuweichen, wenn sie fürchten, sie werden sich während des Abtippens eines Namens alle Finger brechen. Humorvolle Zeitgenossen wie DJ Pult, DJ Case oder DJ Gage finden ihre Idee nur so lange lustig, bis sie feststellen, dass alle auf irgendwelchen Zuliefererseiten landen, wenn sie nach ihnen googlen.

Aus ähnlichen Gründen sollten auch DJ Tennis, das Duo Ostblockschlampen oder DJ Heinz Ketchup eine Namensänderung ins Auge fassen. Der Turntable-Hoffnung Dominik ist zu empfehlen, sich erst einmal auf einen Stil festzulegen: Dubstep und House unter eine Discokugel zu bringen, erfordert viel Können. Einen Namen ausdenken kann er sich auch noch, wenn er erstmals gebucht wird oder wenn er seine ersten Produktionen online stellt.

Alex FlachAlex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter Anderem für die Clubs Supermarket, Hive und Zukunft

Neujahrsmorgen: Maschinenpistolen, MDMA und der See

Réda El Arbi am Mittwoch den 1. Januar 2014
Trotz Widrigkeiten die beste Stadt der Welt: Zürich bei Sonnenaufgang.

Trotz Widrigkeiten die beste Stadt der Welt: Zürich bei Sonnenaufgang.

«So lange hab ich ohne Drogen schon lange nicht mehr durchgehalten», erklärt ein ca 17-Jähriger seinen Kollegen. Es ist morgens um Fünf am Bahnhof Hardbrücke und ich bin unterwegs, um mir anzuschauen, wie Zürich den ersten Tag im neuen Jahr begrüsst. Normalerweise bin ich kein Fan von willkürlich gesetzten Feiertagen, aber was solls. Wenn alle feiern, will ich mal nicht die Spassbremse sein, sondern die Atmosphäre der Stadt auf mich wirken lassen.

Maschinenpistolen gegen gefährliche Spasstouristen.

Maschinenpistolen gegen gefährliche Spasstouristen.

Maschinenpistolen
Das Spassbremsen scheinen andere zu übernehmen. Beim Umsteigen am Bahnhof Winterthur musste ich feststellen, dass die Stadt Winti auf ganz besondere Weise auf die aus Zürich heimkehrenden Spasstouristen reagiert: Bei den Gleisen stehen Polizisten, bewaffnet mit stylischen Maschinenpistolen und begleitet von einem herzigen Hund. Die Leute rundherum scheinen mir zwar ziemlich angeheitert, aber durchwegs friedlich. Nun könnte man sich die Frage stellen, ob sie friedlich sind, weil die Staatsgewalt mit ihrer Präsenz Gewalt verhindert, oder ob sie sowieso nur heim ins Bett wollen. Fragen über Fragen. Auf jeden Fall kommt gefühlt auf jeden Reisenden mindestens ein Polizist oder Bahnsicherheitsbeamter.

Wir wünschen einen guten Heimflug, Philipp!

Wir wünschen einen guten Heimflug, Philipp!

MDMA und andere Drogen
Zurück nach Zürich: Da scheint die Silvesterparty noch lange nicht fertig zu sein. Wenn der junge Mann von vorhin heute auf Fitmacher verzichtet, leben doch andere Stadtzürcher ihren Spass ziemlich öffentlich chemisch unterstützt aus. Oder wie Ex-Cabaret-Voltaire-Kurator Philipp Meier sein Motto für die Nacht auf Facebook postet: «Next Level: MDMA». (Zur Info: MDMA, Methylendioxy-N-methylamphetamin, ist ein Amphetaminderivat, das euphorisierend und aufputschend wirkt. Wenn man denn wirklich MDMA erwischt und nicht irgendwas schluckt, das der Hausdealer gerade vorrätig hat). Aber Künstler müssen eben die Bohème leben.

Allzeit bereit: Ambulanz bei den Clubs.

Allzeit bereit: Ambulanz bei den Clubs.

Auch sonst wird Zürich seinem Ruf als Koks- und Amphetamin-Stadt gerecht. Vor dem Hive versuchen drei Männer und eine Frau mit einer aufgefalteten Gratiszeitung ihre Kokslinien vor dem Nieselregen zu schützen, weil das Zeugs sich nass einfach nicht schnupfen lässt. Ich  selbst werde übrigens beim Hive abgewiesen, was mein Ego nachhaltig verletzt. Der Türsteher lässt mich ohne Probleme durch, ein edler Mensch, voller (offensichtlich) profunder Menschenkenntnis, der mich sofort erkennt. Aber an der Kasse sind sie ein wenig gestresst. Irgendwas scheint mit meiner Anmeldung schiefgegangen zu sein. Oder sie wollen einfach keine neugierigen Stadtblogger morgens um halb Sechs in ihrem Club. Jänu. Wenigstens steht draussen, zwischen Supermarket und Hive, bereits ein Krankenwagen bereit, um sich um die Opfer des Mischkonsums zu kümmern. Vorbeugen ist besser als Beerdigen.

Am einen Ort holt man Essen, am anderen (unten rechts) gibt mans wieder zurück.

Am einen Ort holt man Essen, am anderen (unten rechts) gibt mans wieder zurück.
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Falsche Freinacht und U-Turn-Essen
Ich gehe weiter und besuche kurz noch drei andere Clubs im Quartier. Eigentlich unterscheidet sich die Atmosphäre nicht von einem normalen Sonntagmorgen, ausser, dass viel mehr Leute, meist ältere Menschen um die 30, unterwegs sind. «Wir sind kurz nach Zwölf für ein paar Stunden ins Bett, um jetzt nochmals durch die Clubs zu ziehen», verrät mir eine Mittdreissigerin. Auch eine Art, das Alter zu überlisten, wenn man keine Freinacht mehr durchhält. Man kann so den langweiligen Teil, in dem sich alle noch warmsaufen, überspringen und direkt dann ansetzen, wenn das Delirium umgeht. Clever!

Nehmen Sie ein Taxi, wenn Sie getrunken haben. Nur nicht dieses. (6 Uhr Helvetiaplatz)

Nehmen Sie ein Taxi, wenn Sie getrunken haben. Nur nicht dieses. (6 Uhr Helvetiaplatz)

Auffallend ist, wie viele Partygänger schon wieder Hunger haben. Die Schlangen vor dem New Point und dem Happy Beck sind länger als die vor den Clubs. Nur, liebe Nachtvögel, fürs nächste Mal: Essen kommt vor Trinken, sonst legt ihr die Pizza, die ihr teuer bezahlt habt, gleich wieder auf die Strasse.

Und noch was: Trinken und fahren geht gar nicht! Oder sonst Sachen einwerfen und sich dann hinters Steuer setzen. Wenn ihr feiern geht, nehmt doch bitte ein Taxi für den Weg nach Hause. Das ist sicherer, auch wenn mans heute morgen schwer beweisen kann (siehe Bild).

Sonnenaufgang am Seebecken

Nun, nicht alle haben durchgefeiert. Neben dem ziemlich angetrunkenen Typen, der seiner Freundin etwas erklären will (Ich hab «Äüüüwww Schnnpsch wäää! Woschn!» verstanden), sitzen auch schon Leute im Tram, die auf dem Weg zur Arbeit sind. Ich persönlich warte auf meine Lieblingsstunde am 1. Januar in Zürich: Den Sonnenaufgang. Auf dem Weg zur Bellevuebrücke kann ich beobachten, wie sich die Strassen allmählich leeren und wieder Ruhe in die Stadt einkehrt. Reinigungsfahrzeuge tuckeln gemütlich durch die Strassen und bewältigen die Rückstände der Partynacht.

Am See weiss ich dann wieder, wieso Zürich auch morgens früh die beste Stadt der Welt ist. Nichts lässt mein Herz so aufgehen wie die Sicht von der Quaibrücke aus auf Zürich im morgendlichen Zwielicht. Und ich bin nicht der Einzige. Eine Teenagerin mit ihren zwei kleinen Geschwistern schaut neben mir auf den morgendlichen See. «Ich bin mit den Kleinen raus, damit meine Eltern ausschlafen können», erklärt sie ihre Anwesenheit um diese Zeit.

Also, wenn das kein schöner Anfang für 2014 ist, weiss ich auch nicht.

Guets Nois!

Schnäppchen am Weihnachtsmarkt

Réda El Arbi am Freitag den 20. Dezember 2013
Weihnachtliches kann die verschiedensten Formen annehmen: Ein Montserschwert

Weihnachtliches kann die verschiedensten Formen annehmen: Luzifers Sonntagsschwert.

Ich bin eigentlich kein grosser Fan von Weihnachtsmärkten. Normalerweise finden sich da Deko-Kunstwerkchen aus der lokalen Heimatwerk-Produktion, Glühwein und Christstollen. Doch gestern musste ich 20 Minuten am Hauptbahnhof warten und ich nutzte die Zeit, um durch den Weihnachtsmarkt in der grossen Halle zu schlendern.

Natürlich gabs auch da Laubsägearbeiten, die man sich an den Christbaum hängen kann, aber es gab eben auch die eine oder andere Überraschung. Zuerst einmal der Swarowski-Baum: Das ist wohl die meist fotografierte Geschmacklosigkeit der Stadt. Der Baum ist so kitschig, dass er beinahe schon wieder cool ist. Und diese wohl grösste temporäre Werbeinstallation der Stadt vermittelt uns ein authentisches Gefühl der Zürcher Weihnachten: Glitzer und Konsum. Aber der Baum selbst hat ja neben dem Werbeeffekt auch noch entfernt ein weihnachtliches Motto, was man von den ausgestellten Figuren rund um den Baum nicht unbedingt sagen kann. Ein Glitzertiger hats mir besonders angetan. Ich überlege fast drei Sekunden lang, wem ich sowas zu Weihnachten schenken könnte.

Auch sehr weihnachtlich: Ein Glitzertiger

Auch sehr weihnachtlich: Ein Glitzertiger

Drei kleine Holzhütten weiter wird mir von einer Blondine mit schwedischem Akzent Wodka angeboten. Ob wohl ich nicht ganz sicher bin, obs Wodka ist. Ich konnte sie nicht wirklich verstehen, der Akzent war so stark wie das Blond falsch. Aber der Stand ist sehr begehrt bei jungen Männern, die  dort mit roten Nasen rumstehen. Zuerst wegen der Kälte, dann aus Schüchternheit, danach vom Alkohol.

Ich schlendere ein paar Schritte weiter und finde die ersten echten christlichen Symbole. Nein, es ist keine Krippe mit Esel, Ochs, Schäfern und Christkind. Es ist irgendwie eher vom anderen Teil des christlichen Glaubens: Ein Schwert, das Luzifer wohl an wichtigen Tagen tragen würde. Dazu gibts einen ungeheuer grossen Dolch, der mit seinen Zacken auf der Klingenrückseite sicherstellt, dass beim Herausziehen der Klinge die Eingeweide auch mit an die frische Luft kommen. Ich fühle schon etwas vom versöhnlichen Weihnachtsgeist. Einen Augenblick hoffe ich, dass keiner der jungen Männer von der Wodka-Bar sich nachher hier seine Weihnachtsgeschenke einkauft. Dass Alkohol und Schwerter nichts Gutes bedeuten, wissen wir schliesslich seit den Wikingern.

Weltfrieden zum Mitnehmen: Buddhastatuen. natürlich ist Frieden nicht billig.

Weltfrieden zum Mitnehmen: Buddhastatuen. Natürlich ist Frieden nicht billig.

Ein paar Meter entfernt finde ich wirklich Frieden: Echtes weihnachtliches Nirwana. Inmitten vom geselligem Markttreiben sitzt Buddha und meditiert in halbem Lotussitz. Genauer gesagt sitzen da so viele Buddhas, dass alleine ihre Präsenz den Weltfrieden garantieren müsste. Offenbar sind Buddha-Statuen noch immer ein Renner für urbane, europäische Freizeit-Buddhisten. Solche Statuen sollten aber nur in Kombination mit einem Buch mit Dalai-Lama-Zitaten verschenkt werden. Als Kind meiner Zeit hab ich übrigens beides schon seit den 90ern bei mir zuhause.

Dass Weihnachten inzwischen wirklich ein kultur- und religionsübergreifendes Geschäft ist, wird mir an einem anderen Stand klar: Da bietet ein weit entfernter Cousin aus Nordafrika marokkanische Lampen an. Und etwas weiter finden sich indische Elefantengottheiten, die mit ihren Strasssteinchen den Bogen zum Swarovksi-Baum wieder schliessen. Es ist aber der letzte Stand, der für mich den weihnachtlichen Geist des HB-Christmarktes am deutlichsten ausdrückt:

Der Geist von Weihnachten im HB in einem Bild.

Der Geist von Weihnachten im HB in einem Bild.

Ich muss zugeben, der kleine Rundgang über den Weihnachtsmarkt war recht unterhaltsam und hat mir wieder mal den Blick für die wirklich wichtigen Dinge in der Adventszeit geöffnet. Nur, mein Geld mochte ich nicht da ausgeben. Ich glaube, dieses Jahr schenke ich meiner Schwiegermutter kein Monsterschwert und mein Göttibub bekommt auch keinen Buddha. Stattdessen trage ich mein Geld wohl hier hin.

Die Parfüm-Diktatur

Réda El Arbi am Mittwoch den 18. Dezember 2013
Soll nicht wie ein Tränengasspray wirken: Parfüm

Soll nicht wie ein Tränengasspray wirken: Parfüm

Parfüm ist etwas sehr Persönliches, Intimes, wie wir alle seit dem Buch (oder dem Film) «Das Parfüm» wissen. Nur in Zürich scheint sich das noch nicht herumgesprochen haben. Jedes Mal kurz vor Weihnachten scheinen sich die Kosmetikabteilungen der grossen Warenhäuser der Stadt abgesprochen haben.

Wohin man auch kommt, es werden dieselben Düfte angepriesen, je fünf für die Frau und fünf für den Mann – zwei klassische, drei neue. Die Namen verschweigen wir jetzt, da wir nicht noch mehr Werbung dafür machen wollen. Meist steht da eine hübsch herausgeputzte Dame vor einer Pyramide Parfümschachteln und wartet mit einer kleinen Flasche auf ein Opfer, das sie vollsprayen kann. Dazu kommen die penetranten Fernsehwerbungen, in denen irgend ein Luxusgeschöpf in Abendkleid oder irgendein James-Bond-Verschnitt so tut, als ob man nur mit diesem einen Duft richtig cool/sexy/erfolgreich sei.

Nun, natürlich werden genau diese Parfüms dann auch gekauft und sind unter den Christbäumen der Zürcher zu finden. Und als obs nicht schon schlimm genug ist, dass uns die Kleidermode gleichschaltet, riechen nach den Weihnachten in den Trams und Büros alle nach den gleichen Duftwässerchen. Ich frag mich, ob es nicht irritierend ist, wenn der Chef gleich duftet wie der Freund. Oder wenn die Coiffeuse dieselben olfaktorischen Erinnerungen weckt wie die Geliebte. Wenn die Billetkontrolleuse gleich riecht wie das Kissen ihres neuen Schwarms morgens nach einer unglaublichen Nacht. Oder wenn der gammlige Typ, der morgens neben ihnen im Tram döst das gleiche Parfüm trägt, das Sie ihrem Vater zu Weihnachten geschenkt haben.

Duft ist kein Statussymbol. Mit Parfüms riecht man gut, oder eben nicht. Wie gesagt, der Duft ist etwas Intimes, soll die Persönlichkeit unterstreichen, soll verführen, soll etwas Erotik in den Alltag bringen . Nur, wenn alle dieselben paar Wässerchen benutzen, kommt bei mir unbewusst der Eindruck auf, wir hätten denselben Genpool zur Verfügung, wie ein inzestuöses Redneck-Dorf im amerikanischen Hinterland.

Dass Jugendliche im Sommer alle dieselben Axe-Deos benutzen, weil sie sich davon einen Erfolg bei gutaussehenden Frauen versprechen, kann mit der Pubertät entschuldigt werden. Wenn man aber wirklich Geld in die Hand nimmt, um einen Duft zu verschenken, kann man es auch gleich richtig machen. Verschenken Sie einen Gutschein für Parfüm, am Besten von einer richtig guten Parfümerie. Dann, nach Weihnachten, begleiten Sie den oder die Beschenkte/n und helfen Sie mitschnuppern und eine Entscheidung treffen. Und berücksichtigen Sie, dass Sie die Person sind, die den Duft dann auch riechen wird. Das eigene Parfüm verblasst nämlich in der eigenen Wahrnehmung. Es ist die Umgebung, die unter einem Fehlgriff leiden wird.

Und, wenn wir schon beim Thema Düfte sind: Weiss jemand, wieso Herren-Deos immer grauenhaft parfümiert sind, während Damen-Deos immer nur dezent duften? Oder warum Männer, neben penetranten Deos und starken Rasierwassern auch noch ein Parfüm brauchen?

Endlos ödes Shopville

Réda El Arbi am Dienstag den 19. November 2013
Endlose, glitzernde Wiederholung des immergleichen Angebotes.

Endlose, glitzernde Wiederholung des immergleichen Angebotes.

Sollten die Wikinger oder die Hunnen mal einfallen und zwei Drittel des Bahnhofs niederbrennen und plündern, wir wären noch immer auf der sicheren Seite, könnten noch immer Brot kaufen und uns die Haare machen lassen.

Im bestehenden Shopville und der Bahnhofshalle sind die Läden und ihre Produkteausrichtung redundant angelegt. Es gibt mindestens drei Bäckereien (Brezelkönig nicht mitgezählt), man kann sich dreimal die Haare schneiden lassen, zweimal Bier aus aller Welt kaufen, Sprünglischokolade gibts auch mehr als ein Mal, Fetttriefendes von Burger King kriegt man an drei Orten, Elektronisches und Handyverträge kann man an mindestens vier Orten kaufen, Bücher sogar in fünf verschiedenen Shops, Billigkleider gibts drei oder vier Mal. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass es für jedes Produkt und jede Dienstleistung MINDESTENS zwei Anbieter innerhalb von zwei Minuten Fussweg gibt. Was bei Supermärkten wie Migros, Avec, etc an einem Samstag Sinn macht, kann doch an einem Dienstagvormittag für einen Buchladen nicht wirtschaftlich sein.

Und jetzt kommen mit dem neuen Bahnhof  Löwenstrasse und der damit einhergehenden Shopville-Erweiterung nochmals 460 m2 Ladenfläche dazu.  Die Läden wurden vermietet an: André&Joe Coiffure, Kleiner Konditorei und Bäckerei, Drinks of the World, Merkur Confisierien, Big, Brezelkönig und Sushi Kalifornia AG. Also an Läden, die genau das anbieten, das in Spuckweite schon im Überfluss vorhanden ist. Ein Spaziergang wird dann irgendwie wie diese Werbeblöcke auf deutschen Privatsendern, die alle zwanzig Minuten lautstark immer wieder dieselben Produkte anpreisen, so dass man wegzappt oder aufs Klo geht.

Ich versteh ja nicht besonders viel von Wirtschaft, aber ich frage mich Folgendes:

Grundsätzlich
Es stehen in der Schweiz 174 Einkaufszentren (mindestens zwei davon übrigens in Uster), dieses Jahr wurden sechs neue fertiggestellt und 17 (siebzehn!) weitere sind in Planung. Sie werden alle dasselbe anbieten und sie werden in der Nähe von anderen Einkaufszentren stehen. Nur, wovon werden die leben? Werden wir alle Lohnerhöhungen kriegen, damit wir dort Dinge einkaufen, die wir auch überall anders kaufen können? Werden wir dort unsere Freizeit verbringen und wenn ja, warum?

Dann: Wenn wir eine Stadt gestalten, legen wir da nicht Wert auf Vielfalt? Wie aber kommt es dann, dass wir am zentralsten Platz der Stadt, am Hauptbahnhof, sinnlos viele Läden mit einer eher eingeschränkten Auswahl haben? Läden, die Dinge verkaufen, die wir innerhalb des Shopvilles mehrfach bekommen, Bahnhofstrasse, Migros City, Löwenstrasse und Niederdorf nicht mitgerechnet.

Gibt es keine Obergrenze für Handyverträge, die man abschliessen kann? Wie oft kann ich mir wöchentlich die Haare schneiden lassen? Wieviele Gipfeli kann ich essen, bevor es toxisch wird? Und, wenn wir uns die Dinge, die wir brauchen, da kaufen, fehlt das Geld nicht irgendwo anders? In der Bäckerei oder beim Coiffeur im Quartier? Wenn nicht, ist das dann das vielbeschworene Wirtschaftswachstum? Und woher kommt es?

Fragen über Fragen. Aber vielleicht können mir unsere Leser mit ihrem Wirtschaftsverständnis weiterhelfen.

Party-Safari in der Agglomeration

Stadtblog-Redaktion am Dienstag den 17. September 2013
Parkhaus-Glamour im Dübendorfer Industriequartier.

Parkhaus-Glamour im Dübendorfer Industriequartier.

Jedes Wochenende füllt sich die Stadt mit Menschen aus der Agglomeration, die, in der Hoffnung auf etwas Spass und Abenteuer, Clubs und Ausgehmeilen bevölkern. Wir vom Stadtblog kehrten den Spiess für einmal um, mieteten ein Mobility-Auto und suchten unser Vergnügen knapp ausserhalb der Stadt. Auf unserer Reise entlang des Zürcher Nordrings trafen wir auf Geisterstädte, betraten Zockerstuben und belästigten zum Schluss in einem Parkhaus Mr. Da-Nos. Aber erst mal von Anfang an:

Dietikon – Heimat des neuen Alpenrock House
«Wo ist denn hier der Eingang?» Die Stadtblogger El Arbi und Sarasin stehen mitten im Niemandsland des Industriegebiets Silbern in Dietikon. Rechts leuchtet das Schaufenster von Möbel Märki, links prangt eine Qualipet-Werbetafel, dazwischen kurven Feierabendshopper über riesige Parkplätze. Zwanzig Minuten gings mit dem roten Opel Agila von Mobility (ein ganz besonders mieser Kleinwagen) der gesamten Badenerstrasse entlang durch den Feierabendverkehr bis zur Stadtgrenze, dann auf der gleichen Strasse (die nun Zürichstrasse heisst) durch Schlieren bis nach Dietikon. Im Radio dudelt stets Radio NRJ, das passt in seiner Einförmigkeit in die Agglo, denken wir.

Swissness wie eine Filmkulisse: Dekor im Alpenrock House.

Swissness wie eine Filmkulisse: Dekor im Alpenrock House.

Und nun stehen wir da, unmittelbar neben diesem gewaltigen Industriegebäude, das zwar mit entsprechender Beschriftung – «Fun, Food & Entertainment» – versehen ist, aber dessen Eingang wir trotzdem nicht finden können. Erst müssen wir die ehemalige Lagerhalle grossräumig umschreiten. Einen Abend zuvor hat das Lokal seine Pforten geöffnet, nachdem es vom Flughafen nach Dietikon gezogen war. Was im Innern los ist, lässt sich in Stichworten zusammenfassen: Matterhorn-Relief, Walliser Chalets, 1-Meter-Chnoblibrot, Stempelkarten, Ghackets mit Chäshörnli, Four Non Blondes. Nach einer Stunde sind wir wieder draussen. Es ist halb neun.

Regensdorf – Die Geisterstadt
Der Opel Agila ist zwar kein Schönheitsprinz, aber dafür ein zuverlässiges Gefährt. Besonders froh darüber sind wir in Regensdorf, der Stadt direkt nach dem Gubrist. In einem Pub wollen wir bei einem Kaffee den Chäshörnli beikommen. Doch finden wir kein Pub. Die Stadt im Furttal hat zwar ein Gefängnis, aber keine anständige Bar. Was ebenso fehlt sind Kinos, Theater oder ebenso so was wie ein Zentrum (auch wenn es auf Wegweisern durchgehend behauptet wird). Ebenso fehlen die Menschen auf der Strasse. Was wir stattdessen sehen: einen McDonald’s, eine gewaltige Bahnunterführung und zahlreiche Strassen, die gefühlt alle 50 Meter in einen Kreisel münden. Es braucht nur eine einzige zusätzliche Runde darin, um zu entscheiden: Wir sind dann mal weg. «War das ein Geist?», fragt El Arbi noch ins Waldhaus beim Katzensee spähend.

Glattbrugg – Die Spielhölle
«Endlich Leben!», ruft Sarasin mitten in Glattbrugg, wo auf der Hauptstrasse stets die Autos brausen. Und er meint das ganz und gar nicht ironisch. In Glattbrugg steuern Fussgänger entlang der Hauptstrasse, meist Männergruppen, auf die eine oder andere Bar zu. In den Fenstern des Glatthüsli leuchten rote Herzen. Im Dart-Club Replay läuft Eishockey. In einer etwas abseits der Hauptstrasse gelegenen Gasse treffen wir auf ein Lokal, in dem wir endlich unseren Café crème erhalten. Männer stehen an Spielautomaten. Einige rauchen – drin natürlich. Man schaut in unsere Richtung, als wir den kleinen Raum betreten, bloss die Salontüre knarrt im Wind (aber das könnte auch eine Täuschung gewesen sein). Einige sitzen vor ihren Laptops, wovon kein einziger ein Mac ist. Ebenso bemerken wir: Hier arbeitet keiner an einem kreativen Projekt, hier wird gezockt. Die Laptops gehören zum Inventar. Gesprochen wird nicht viel. «Wenn Hertha noch ein Tor schiesst, kriege ich 40 Franken», sagt Sarasin, nachdem er sich selber an einen der Laptops gesetzt hat. «Das Spiel geht noch 30 Minuten, wir müssen bleiben.» El Arbi bestellt nochmals eine Cola und nickt ein Cowboy-Nicken. Hertha verliert eins zu null. «Hier komme ich wieder hin», sagt El Arbi und kündigt jetzt schon eine längere Geschichte zu diesem von ihm als authentisch empfundenen Lokal an.

Kloten – Das Jugendhaus für Erwachsene
Bald sitzen wir wieder im Agila und fahren über die Autobahn ein kurzes Stück nach Kloten. Eishockeyfans säumen die Strassen, die Flyers haben gerade Davos mit 5:1 geschlagen. Dementsprechend gut ist die Stimmung in der Snus-Bar an der Grenze zu Bassersdorf. El Arbi fühlt sich hier aus dem gleichen Grund wohl, der Sarasin deprimiert. «Das erinnert mich an meine Jugend!», freut sich El Arbi mit einem Rundblick auf die Einrichtung und die Töggelikästen. «Jugendhaus trifft Les Halles!» «Das erinnert mich an meine Jugend», seufzt Sarasin, «hoffentlich kenne ich niemanden.» Wir schauen uns um und stellen fest, dass sich hier alle Arten von Menschen treffen.

Zwischen Beton versteckt und schwer zugänglich: Clubs in der Agglomeration.

Zwischen Beton versteckt und schwer zugänglich: Clubs in der Agglomeration.

Zwischen den Kloten-Schals und T-Shirts sieht man gut angezogene junge Damen mit blasierten Gesichtern (das nennt man hier wohl genauso wie in der Stadt cool) an der Bar und junge Männer, die den harten Blick an fremden Besuchern üben. Zwei herzige Studentinnen (wir vermuten Soziologie) sitzen an einem der Holztische und erzählen sich Beziehungsgeschichten. Im hinteren Saal spielen Männer Billard, während die Töggelitische von Pärchen besetzt sind. Wir versuchen Anschluss zu finden und fragen, ob wir beim Töggelen mitmachen dürfen. Wir werden etwas schief angeschaut und blitzen ab. Das scheint uns das Signal zum Aufbruch zu sein. Schliesslich haben wir ja noch den ganz grossen Wurf vor uns: das P1 in Dübendorf.

Dazwischen immer wieder Autobahn. Immer wieder Radio NRJ. Immer wieder breite Autobahnen, auf denen anonyme, blecherne Kolonnen unaufhörlich Richtung Stadt rollen, als wären sie auf einem Fliessband. Die Musik aus den Lautsprechern vermag die triste Szenerie nicht adäquat zu untermalen. «Detroit-Techno würde passen», sagt Sarasin, der diese Strecke, wie er sagt, schon tausendmal abgefahren ist.

Dübendorf – Clubben in der Parkgarage
Ein Déjà-vu ereilt uns, als wir den Eingang zum berühmt-berüchtigten P1 suchen. Wieder ein Industriequartier, eine Gegend, in der man Angst hätte, sich allein zu Fuss zu bewegen. Beton und dunkle Leuchtreklamen für Möbelgeschäfte und Grosshandelsmarken. Wir kurven dreimal um einen grauen Klotz, bevor wir den Weg in eine Hochgarage finden. Den Club P1 erreicht man direkt über das Parkhaus, in dem auch ein Hotdog-Stand untergebracht ist, surreal wie in einem Almodovar-Film. Mit dem Lift gehts in den fünften Stock. Am Eingang lächelt ein braun gebrannter, glatzköpfiger Türsteher. 18 Franken kostet der Eintritt, 10 Franken ein kleines Bier. «Man kauft sich selbst in diesem Parkhaus in Dübendorf etwas Glamour», sagt El Arbi spöttisch. Die Männer tragen Poloshirts mit geschwungenen Blockbuchstaben und kleinen Flaggen auf der Brust. Die Frauen Kleider. «Immerhin herausgeputzter als in so manchem Szeneschuppen», erwidert Sarasin. Wir warten mit einer neunfränkigen Cola in der Hand auf Mr. Da-Nos, der an dem Abend zwischen zwei oder drei anderen Auftritten auch ins Industriequartier Dübendorf pilgern soll. Doch ist unsere Geduld nach einer Stunde und einem kläglichen Tanzversuch El Arbis aufgebraucht. Als wir auf unserem Parkdeck dann wieder aus dem Lift steigen dies: Mr. Da-Nos in Begleitung eines jugendlichen Pärlis neben dem mit seinem Namen beschrifteten Audi, den er als DJ fast direkt vor der Lifttüre parken darf. «Hallo, kennst du mich noch?», fragt El Arbi. «Ja, von irgendwo her», antwortet Da-Nos. El Arbi: «Ich habe damals beim ‹Blick› Da Nose, die Nase, buchstabiert.» Eine kurze, freundliche Unterhaltung mündet in ein Erinnerungsfoto, das wir dummerweise wieder gelöscht haben.

24-Stunden-Tankstelle – Die Vorort-Oase
Wo endet ein Ausflug in die Agglo? Genau. An einer dieser 24-Stunden-Tankstellen wie jener am Flughafen. Um uns herum sind bloss grosse Strassenschilder, und im Hintergrund schläft der Flughafen. Nur auf dieser kleinen, in Neonlicht getauchten Insel treffen nachts um zwei Werftarbeiter auf aufgeriebene Partymenschen. Taxifahrer legen hier ihre Pause ein, während Jugendliche um ihre geleasten BMW stehen. Wir schämen uns für unseren gemieteten Kleinwagen, genehmigen uns etwas abseits davon aber einen letzten Kaffee. Wir verstehen trotzdem, wieso manche Leute den Besitz eines Autos mit Freiheit gleichsetzen: Ohne Auto ist man hier draussen nicht nur aufgeschmissen, man ist auch von der bunten Welt der Agglo-Clubs vollständig ausgeschlossen. Gehen wir wieder hin? Natürlich. Wir können den Reiz nicht definieren, aber er ist unleugbar da – nur ein aufgemotztes Auto wäre für nächstes Mal nicht schlecht.

Zürich bleibt digitale Steinzeit

Réda El Arbi am Freitag den 18. Januar 2013
Am Hauptbahnhof ist das Handynetz in den Stosszeiten regelmässig am Limit. Bild: Reda El Arbi

Am Hauptbahnhof ist das Handynetz in den Stosszeiten regelmässig am Limit. Bild: Reda El Arbi

Die Schweiz ist das Land mit der höchsten Smartphone-Dichte der Welt. Und, wenn man Tram fährt und all die iPhones, Galaxys und vereinzelte Blackberrys sieht, weiss man, dass der grösste Teil dieser Smartphones wohl in Zürich unterwegs ist.

Nun, so weit, so zeitgemäss. Damit aber ein Smartphone «smart» sein kann, brauchts Internetverbindung, sonst hat man einfach ein sauteures Telefon, das eben nur telefonieren kann.  Und da haperts schon in der Stadt mit einem der weltweit höchsten Lebensstandards. Nirgends gibts freies WLAN.

Entweder man hat eine Flatrate für sein Handy, oder man muss dauernd rechnen, wieviel der Zugriff aufs Netz wohl kostet. Für Erwachsene, die entweder gut verdienen oder die Handyrechnung vom Arbeitgeber bezahlt kriegen, ist das auch nicht so ein Problem. Anders siehts da schon für die Kids aus, die als «Digital Natives» ihre sozialen Kontakte natürlich übers Internet pflegen und ihre Handyrechnung mit dem Taschengeld bezahlen müssen. Oder für Touristen, bei denen eine Roaminggebühr anfällt. «Kein freies WLAN, nicht mal in der Innenstadt, und mit den Roaminggebühren für drei Minuten kann ich in London eine Woche online gehen», beschwerte sich ein Freund aus London.

Auch bekommt man zu Stosszeiten, also zwischen 17.30 und 19.30 Uhr, zum Beispiel am Hauptbahnhof, nur eine sehr langsame Verbindung oder gar keinen Netzzugang, egal bei welchem Anbieter.

Was Hongkong, Seoul oder Luzern auf die Reihe kriegen, nämlich öffentliche, gebührenfreie Internetzugänge, scheint in Zürich keine Priorität zu haben. «Die Zürcher haben Angst vor Strahlung» heisst es jedesmal, wenn das Thema im Stadtrat zur Sprache kommt. Was eigentlich totaler Schwachsinn ist, da die Infrastruktur, und damit die Strahlung, bereits in der Stadt ist. (Verglichen mit dem Handynetz ist die Strahlung übrigens vernachlässigbar). Es gibt nämlich mit «Monzoon» und «freeonline.ch» schon flächendeckende WLAN-Spots – nur ist der Eine sauteuer und beim Anderen kann man nur Seiten der Werbepartner ansurfen.

Zürich schiebt die Verantwortung den Privaten zu. Sollen die doch Gratis-Internet einrichten. Das hat nur einen Haken. Mit Gratis-Internet lässt sich nämlich kein Geld verdienen. Es ist schon fast unmöglich, mit einem Internet-Cafe in Zürich Geld zu machen. Mit einem Gratis-WLAN ist es noch schwerer. Bombardiert man den Nutzer nämlich mit ungewollter Werbung, die Geld bringen würde, logt der sich ziemlich schnell wieder aus.

Die besten freien Internetzugänge werden uns in der Stadt von US-Food- und Cafe-Ketten wie Starbucks und McDonalds zur Verfügung gestellt. Ab und an gibts auch ein Zürcher Cafe, das freies Internet anbietet, wenn man da was konsumiert. Und wenn das dilettantisch eingerichtete Netz gerade läuft. Das kann doch nicht der Standard einer Wirtschaftsmetropole sein … Naja, wenigstens kriegt man jetzt seit Dezember am Flughafen eine Gratis-Netverbindung. Für eine Stunde. Danach kostets 7 Stutz die Stunde.

Im Mittelalter habe die Städte Brunnen eingerichtet, an denen sich die Bürger gratis sauberes Wasser holen konnten. Das war wichtig für das städtische Leben, für die vielen Handelsreisenden und gehört noch heute zur Grundversorgung. Heute ist Internetzugang ein Grundbedürfnis und der Zugang zu Informationen eine der Lebensadern des sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Nur, wir Zürcher leben da wohl noch in der Steinzeit.

«Nein, nicht Swiss Awards, Swiss NIGHTLIFE Awards …»

Réda El Arbi am Sonntag den 13. Januar 2013
Jontsch und Zoe gaben sich alle Mühe, aber fürs Publikum war 19.00 Uhr einfach noch zu früh.

Jontsch und Zoe gaben sich alle Mühe, aber fürs Publikum war 19.00 Uhr einfach noch zu früh.

«Nein, nicht Swiss Awards, Swiss NIGHTLIFE Awards», musste ich im Vorfeld zum Anlass immer wieder korrigieren. Vielleicht hätten die Veranstalter der Club- und Nachtleben-Auszeichnung nicht den Abend für ihren Anlass wählen sollen, an dem woanders der Schweizer des Jahres ausgezeichnet wird.

Auch bei der Pressepräsenz war das zu spüren. Der Medienpartner «Blick am Abend« war gerade mal mit einer Jung-Kolumnistin und einem Sportreporter vor Ort. Nicht mal einen Fotografen haben sie geschickt. Die waren alle an diesem anderen Anlass.

Trotzdem, der Nightlife Award hatte vielleicht nicht die ganz grossen Promis (ja, die waren auch am anderen Anlass), dafür aber mit dem neuen «Aura» in der alten Börse sicher die coolere Location. Nur schon die 360° Screenshow war beeindruckend. Wahrscheinlich war die Programmierung für die Screenshow, die sehr stark an den Film «Avatar» erinnerte, der teuerste Teil des ganzen Abends.

Die 360°-Screenshow war beeindruckend. Wahrscheinlich der teuerste Teil des Abends.

Die 360°-Screenshow war beeindruckend. Wahrscheinlich der teuerste Teil des Abends.

Der Hauptsponsor des Events war ein Alkoholproduzent, der inzwischen wohl bald alle kleinen Schweizer Brauereien aufgekauft hat (den Namen erwähnen wir hier nicht), was wohl der Grund dafür war, dass der rote Teppich bereits blau war, als ich eintraf. Oder die Organisatoren fanden den grünen Teppich am Zurich Film Festival so originell, dass sie auch auf eine spezielle Farbe wert legten. Da aber weder die grossen Promis noch die grosse Presse vor Ort waren, wirkte der blaue Teppich etwas verlassen.

Der Preis

Der Preis

Die Verleihung der Nachteule ist ein Insider-Anlass. Das merkte man zum Teil an den Reden zu den Nominierten. Zwar hielt der Chefredaktor vom Züritipp eine allgemein einleitende Rede zur Bedeutung der Clubkultur für die Gesellschaft (die Rede des Chefs war gut, ich schwör!), aber die folgenden Ansprachen liessen über die Gründe für die einzelnen Auszeichnungen im Dunkeln.

Alle Nominierten waren in meinen Augen sehr gut, aber warum gerade der Eine und nicht der Andere den Preis gewann, blieb ein Rätsel. Auch die Aufteilung der Stimmen zwischen Publikumsvoting und «Academy» (je 50 Prozent, hiess es), liess sich von mir mathematisch nicht aufschlüsseln.

Die Moderatoren Jontsch und Zoe versuchten zwischen den Reden  die Stimmung anzuheizen – Jontsch wie immer mit Sprüchen unter der Gürtellinie, die vielleicht beim «joiz»-Publikum noch ein Kichern ernten –  aber die anwesenden Gäste sprachen nur sehr zurückhaltend darauf an. Was wahrscheinlich wieder mit dem Zeitpunkt der Verleihung zu tun hatte. Die Veranstaltung fand nicht nur am falschen Samstag statt, für eine «Nightlife»-Verleihung war 19.00 Uhr einfach viel zu früh. Nicht mal die die ziemlich toughen Clubpeople waren um diese Zeit genug alkoholisiert, um nach jedem Nominee begeistert zu grölen. So blieb die Veranstaltung selbst eher steif.

Freddy Burger war hier, nicht an dieser anderen Veranstaltung.

Freddy Burger war hier, nicht an dieser anderen Veranstaltung.

Mein persönliches Highlight war, neben dem Essen, die Nomination des Eglisauer Drachenbootrennens als Event des Jahres. Für mich der eigentliche Sieger. (Wer den Preis dann wirklich abräumte, können Sie unten in der Liste nachlesen.) Ein weiterer Höhepunkt war der Lifetime-Award für Freddy Burger. Der 67-jährige Clubpionier war denn auch der Einzige, der eine Einladung für die SWISS AWARDS hatte und trotzdem bei den Nightlife-Awards erschien. Er hielt eine herzige kleine Rede, in der er von den 60ern schwärmte und zugab, dass er inzwischen, obwohl im Herzen jung, doch lieber früh zu Bett geht. Er hatte meine volle Sympathie.

Ach ja, da waren noch jede Menge junge Frauen in Abendgarderobe, die ich wohl schon irgendwo gesehen habe. Wahrscheinlich haben die alle in «Missen Massaker» mitgespielt und waren sowohl am grünen Teppich, wie auch an der Who-is-Who-Party. Und jede Menge mehr oder weniger junge Männer mit modischem Bart und austauschbaren Nerdbrillen. Und natürlich DJ Da-Nos, der leider keinen Preis abgeräumt hat. Mit mir spricht er sowieso nicht mehr, seit ich ihn vor ein paar Jahren in einem Artikel aus Versehen «DJ Da-Nose» genannt hab.

Nach der Verleihung und dem Essen verliess ich den Anlass. Ich hab bereits genug Partys mit immer denselben Leuten gesehen. Aber vielleicht bin ich einfach, obwohl jung im Herzen, zu alt für diese Art der immer gleichen Abendunterhaltung.

Hier gibts mehr —-> Bilder auf usgang.ch

Die Sieger:

Best Event Serie
Modernity, VS/VD/ZH

Best Event
Carl Cox @ Nordstern, BS

Best Big Event
Paléo Festival, VD

Best Blackmusic & Partytunes DJ
DJ Cruz, ZH

Best House DJ
Remady, ZH

Best Electronica DJ
Round Table Knights, BE

Best Nightlife Bar
Longstreet Bar, ZH

Best Specialized Club
Nordstern, BS

Best Club
Kaufleuten Klub, ZH

Best New Location
Vegas Club, LU

International DJ Performance in Switzerland
Deadmau5 @ Openair St. Gallen

Lifetime Award
Freddy Burger