Beiträge mit dem Schlagwort ‘Polizei’

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 2. Juni 2017

«Der Vater soll bei der Geburt
unterstützen und nicht filmen.»

Der Handywahn im Gebärsaal nimmt zu: Die überbordende Nutzung des Smartphones rund um die Geburt gerät zunehmend zur Belastung. Fachleute wie Angela Kuck, Chefärztin der Frauenklinik im Paracelsus-Spital, warnen vor den Folgen für die Entwicklung Neugeborener. (Foto: Sif Meincke (Plainpicture) Zum Artikel

 

«Wir haben eine schwarze Kasse entdeckt.»

Neuer Ärger für FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger: Die Staatsanwaltschaft hat bei Entsorgung und Recycling Zürich eine Schwarze Kasse beschlagnahmt. Zweck: unbekannt. Und es kommt noch mehr ans Licht. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Er konnte mit seiner Kreativität
die Leute begeistern.»

Seine Löwen, Kühe, Bären und der singende Weihnachtsbaum haben die Bahnhofstrasse geprägt und Kontroversen ausgelöst. Nun ist Beat Seeberger überraschend gestorben. André Kofmehl erinnert sich an. 19 Jahre lang haben die beiden zur Weihnachtszeit in Zürich den Singing Christmas Tree organisiert.(Foto: zvg) Zum Artikel

 

«Uns ist das Lachen vergangen.»

Durch den Betrieb von Werner Locher in Bonstetten fahren täglich mehr als 1400 Fahrzeuge zur Autobahn. Experten schlagen nun Alarm, denn die Situation hat sich in den letzten Jahren stetig verschärft. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Der Polizist muss raus zu den Leuten.»

Patrick Jean ist der erste Facebook-Polizist der Schweiz. Was erlebt man in diesem Job? Seine Bilanz nach drei Jahren. Klar ist: Der öffentliche Raum, wo Polizisten Präsenz markieren und für Sicherheit sorgen sollen, beginnt längst nicht mehr erst draussen vor der Haustür. Er beginnt bei den Fingerspitzen der Menschen, sobald sie ihre Handys einschalten und die ersten Meldungen auf Facebook posten. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Ich bin überhaupt nicht ausgebrannt.»

Nach den Rücktritten von mehreren Mittelschulrektoren wie zum Beispiel Niklaus Schatzmann, Rektor Freudenberg, will Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) die Amtszeitbeschränkung aufheben. Doch dazu ist im Parlament noch eine ganze Menge Überzeugungsarbeit nötig. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Wir haben viel Arbeit vor uns.
Und auch viel Spass.»

Der neue Boss mit dem trocknen Humor: Der 54-jährige Este Paavo Järvi wird der neue Chefdirigent des Zürcher Tonhalle-Orchesters: Eine gute Wahl. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Es ist Zeit für eine Umstromung.»

Ein Kuriosum verschwindet: Die Uetlibergbahn (SZU) wechselt nach 100 Jahren von Gleichstrom auf Wechselstrom und passt sich damit der Sihltalbahn und den SBB an. Es sei Zeit dafür, sagt Bertram Henning, Abteilungsleiter für elektrische Anlagen bei der SZU. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Zu viele abgelaufene Silberzwibeli.»

Der Schauspieler und Tatort-Kommissar Stefan Gubser auf die Frage, was er immer in seinem Kühlschrank aufbewahrt. (Foto: Reto Oeschger)

 

 

Tibet-Demo nein, aber Nazi-Konzert ja?

Réda El Arbi am Montag den 16. Januar 2017
Die hätten sich auch diskret treffen können, wie diese Nazis in der Ostschweiz.

Die hätten sich auch diskret treffen können, wie diese Nazis in der Ostschweiz.

Heute verlassen wir mal die Grossstadt Zürich und begeben uns nach Bern, ins politische Herz unseres Landes, in den Hort unserer freiheitlichen Werte, wie es so schön heisst.

Dort wollten einige Tibeter mit ein paar Freunden gegen die Besetzung Tibets demonstrieren. Sie hätten gerne vom Recht auf Versammlungs- und Meinungsäusserungsfreiheit Gebrauch gemacht. Hätten. Konnten aber nicht. Weil sie mit ihrer Meinung das chinesische Staatsoberhaupt gestört hätten, das gerade zu Besuch ist.

Und ehrlich, das wollen wir doch nicht. Wir machen so viele Geschäfte mit den Chinesen, wir können da zu Sklavenbedingungen produzieren, billigst einkaufen und können den neureichen Chinesen auch gleich noch unseren Luxusplunder steuerfrei andrehen. Allein alt Bundesrat Blocher soll (wie er auf seiner Homepage sagt) 117 Fabriken in China haben, seine Tochter schwärmt von den Vorzügen der Einheitspartei.

Das sind BEZIEHUNGEN, die man pflegen muss. Höchst sensible Angelegenheiten, Ehrewort! Da wollen wir doch nicht Dinge wie Menschenrechte, Tibet oder freiheitliche Werte so offen zur Sprache bringen. Da könnte der Chinese sich doch unwohl fühlen.

Nein, das wollen wir sicher nicht. Sonst könnten unsere Prinzipien uns noch Geld kosten. Und da hört also diese sogenannte Freiheit auf! Für Demokratie stehen wir ja schon ein! Aber es darf uns nichts kosten, das ist doch klar. Oder?

Ausserdem: Was sind unsere tiefst demokratischen Werte schon wert? Damit kann man keinen Gewinn machen, die kann ich nicht teuer exportieren. Wir sind schliesslich neutral! Wir haben keine Meinung zu Meinungsfreiheit und Unterdrückung woanders. Schon gar nicht, wenn wir damit Geld verdienen.

Alles war so schön auf das Treffen vorbereitet, mit Röteli und Kirsch! So richtig gmüetlich schweizerisch. Und da kommen diese unhöflichen Tibeter und ihre Freunde (einer wollte sich sogar anzünden, pfui bäh) und wollen uns unanständigerweise mit Plakaten auf Ungerechtigkeiten hinweisen. Das geht doch nicht! Die hätten doch in Zürich demonstrieren können, die Banken da können gut mit solchen Sachen leben.

Dabei sind wir doch eigentlich auf ihrer Seite! Wir gehen als geschlossene politische Gruppe zu Fototerminen mit dem Dalai Lama! Und dann posten wir das auf Twitter und Facebook! Wir haben wirklich Mitgefühl mit den Tibetern und all diesen Leuten. Ehrlich.

Und natürlich dürfen sie demonstrieren und sich versammeln. Aber doch nicht da, wo es wirtschaftlich weh tun könnte! Um Himmels willen, haben die denn kein Gespür für unsere Realitäten?

Diese Tibeter sollen sich ein Vorbild an den Neonazis nehmen! Die haben sich auch irgendwo in Hinteroberpfupfikon versammelt. Da haben sie auch niemanden gestört. Und wir können stolz sagen, dass unsere Meinungsäusserungsfreiheit auch den Hitlergruss, das Hakenkreuz und Nazi-Uniformen schützt!

Also, wenn diese Tibeter auch so anständig wären wie diese Nazis, dann hätte es auch keinen so grossen Polizeieinsatz gegeben! Und alles wäre friedlich und ruhig über die Bühne gegangen, wie es sich hierzulande gehört.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 16. Dezember 2016

«Ich hoffe, dass FCZ und GC bald
auf dem Hardturm spielen können.»

Schluss mit Konzerten? Schluss mit den vielen Fussballspielen? Wegen des ständigen Krachs im und ums Zürcher Stadion haben sich Quartierbewohner an den Zürcher Stadtrat gewandt. Stadtrat Gerold Lauber (CVP) wünscht sich ein zweites Stadion in Zürich. Eine verbindliche Aussage zum ersten Anpfiff in diesem kann er allerdings nicht nennen. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

«Wenn Scherr aufstand,
wurde es ruhig im Ratssaal.»

Nach 38 Jahren verlässt AL-Gemeinderat Niklaus Scherr das Stadtzürcher Parlament. Politiker zollen ihm Respekt. Mit ihm tritt einer der eloquentesten Gemeinderäte ab. Aber auch einer, der gehörig austeilen konnte, wie sich der frühere FDP-Stadtrat Thomas Wagner erinnert. Das politische Urgestein Scherr wird dem Zürcher Gemeinderat fehlen. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Ich mag Tiere. Vor allem vom Grill.»

Frank Baumann, Kommunikationsfachmann und Bestsellerautor, auf die Frage, weshalb er kein Veganer sei. (Foto: Sabina Bobst)

 

«Vielleicht kauft ihn die Stadtpräsidentin.»

Zürich hat seinen Hafenkran wieder, wenn auch nur im Massstab 1:20. Das geschrumpfte Ärgernis ist noch bis am 8. Januar im Museum für Gestaltung im Zürcher Toni-Areal ausgestellt – dank der fixen Idee des Dübendorfer Modellbauers Manfred Hössli. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Das ist ein zeitlich begrenzter Versuch.»

Mit Verzögerung startet 2017 die Stadt ihren Bodycam-Pilotversuch. Doch selbst Polizisten haben Zweifel dieser Technik gegenüber. Laut Stadtrat und Polizeivorstand Richard Wolff muss die endgültige Einführung der Gemeinderat beschliessen. (Foto: Keystone/Walter Bieri) Zum Artikel

 

«Vielleicht haben wir eine Marktlücke
in der Schweiz entdeckt.»

Mini-Unternehmer im Aufwind: Sechs Schüler der Kantonsschule Hottingen haben eine spezielle Trinkflasche erfunden, die sie in China herstellen lassen. Das Geschäft läuft bestens, wie Gruppensprecherin Chiara Tobler sagt. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Es ist eine originelle Aktion.»

Weil sie der Fünfliber-Aufschlag nervt, planten Schüler der Kanti Küsnacht eine besondere Aktion. Doch die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) bekam Wind von der Aktion – und bereitete sich vor. ZSG-Direktor Roman Knecht hatte durchaus Verständnis für die Jugendlichen und ihre Münzschwemme. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Strahlende Kinderaugen sind das Schönste.»

Claudia Corti organisiert immer zur Weihnachtszeit das Kindertanztheater in Winterthur. Wie jedes Jahr vor der Premiere steht die 69-Jährige kurz vor dem Zusammenbruch. Und wie jedes Jahr sagt sie: Das ist das letzte Mal. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

«Heute wiege ich 110 Kilogramm.»

Eine Gastro-Legende tritt ab: Das Zürcher Koch-Urgestein Jacky Donatz verlässt den «Sonnenberg». Zum Abschied verrät er, dass ihm die Fifa jedes Jahr ein Couvert zugesteckt hat und wie viel er jetzt beim seinem Abschied vom «Sonnenberg» wiegt. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Am schönsten ist der Platz
nach dem Eindunkeln.»

Der Münsterhof ist der schönste Ort Zürichs, um der Weihnachtshektik zu entfliehen. Weshalb kann das nicht so bleiben? Eine kleine Würdigung des Platzes von TA-Redaktorin Denise Marquard. (Foto: Tom Kawara) Zum Artikel

Legales Gras

Réda El Arbi am Dienstag den 29. November 2016
Ihr dürft straffrei bis zu 10 Gramm besitzen. Verbrennen und dran riechen dürft ihr nicht.

Ihr dürft straffrei bis zu 10 Gramm besitzen. Es verbrennen und dran riechen dürft ihr nicht.

Liebe Kiffer, ich hab mich mal schlau gemacht, da ihr wahrscheinlich zu verpennt seid, um euch über die genaue Gesetzeslage bei eurem Gras zu informieren.

Letzte Woche entschied ein Einzelrichter, dass die Polizei sich nicht an die Gesetze hält, wenn sie euch für Cannabisbesitz von bis zu zehn Gramm eine Busse gibt. In Zürich ist das aber gang und gäbe, da kaum einer weiss, dass er sein Gras legal rumschleppt.

Der Artikel 19b des BtmG besagt seit 2013 für die ganze Schweiz  Folgendes: Es ist nicht strafbar, wer nur eine geringfügige Menge für den eigenen Konsum besitzt oder vorbereitet. Die festgelegte «geringfügige Menge» liegt bei maximal 10 Gramm.  Auch die Abgabe zum gleichzeitigen, unentgeltlichen Konsum unter Erwachsenen ist in diesem Rahmen straffrei. Für den Besitz habe ich keine Altersgrenze gefunden.

Nun ist der Konsum aber verboten. Das heisst, ihr dürft das Zeugs auf euch tragen, aber nicht darauf rumkauen oder es rauchen. Wenn ihr das doch tut, dabei erwischt werdet oder es euch per Bluttest nachgewiesen wird, bekommt ihr eine Busse.

Was lustig ist, weil ihr die Busse meist ja sowieso bekommt, wenn man Gras bei euch gefunden hat. Es lohnt sich also gegen Bussen bei reinem Besitz vorzugehen, also schon den Polizisten auf die Straffreiheit von Besitz hinzuweisen und die Busse anzufechten.

Um euch zu büssen muss die Polizei nämlich einwandfrei (per Bluttest oder durch Zeugen) nachweisen, dass ihr konsumiert habt. Und erst dann dürfte euch eine Busse gegeben werden. Die gleiche Busse, die ihr jetzt schon nur für den Besitz bezahlen müsst. Macht keinen Sinn, oder?

Warum die Zürcher Polizisten weiterhin fröhlich Bussen für Besitz verteilen? Der Stadtrat hat bei der Polizei nachgefragt. «Joa, wir haben das immer schon so gemacht, das ist bei uns Usus», war die Antwort der Gesetzeshüter. Klar. Früher wurde man auch ausgepeitscht für bestimmte Übertretungen. An den Pranger gestellt, gehängt, gevierteilt oder ertränkt. War alles mal Usus. Und nach Interpretation der Polizei könnte man das ja immer noch machen, weil sie die aktuelle, geltende Gesetzeslage eher als eine Art «Empfehlung» empfindet, wenn sie ältere, nicht mehr geltende Gesetze für geiler hält.

Und der Stadtrat sieht darin kein Problem. Erst müsse ein Obergericht eine Entscheidung in so einem Fall treffen, bevor die Stadtpolizisten sich an die Gesetze halten müssen. Was absolut keinen Sinn macht, wenn die Bussenverordnung sich so klar die Mühe macht und die Straffreiheit bis aufs Gramm genau definiert.

So nicht, Stadtrat und liebe Stadtpolizisten. Das Gesetz ist in dieser Angelegenheit nicht unklar oder lässt Raum zur Interpretation. Besitz unter 10 Gramm ist straffrei. Punkt. Wenn die Polizei offenbar freie Zeit hat, Fälle zu generieren, bei denen keine Straftat, nicht mal eine Übertretung, vorliegt, müsste man sich wohl mal das Personalbudget genauer ansehen. Ich denke, wir werden da eine politische Lösung finden.

Ach ja: Da der Besitz von unter 10 Gramm straffrei ist, kann diese Menge auch nicht beschlagnahmt werden. Euer Gras ist in keiner Weise mit einer Straftat in Verbindung zu bringen und ihr dürft es auch straffrei verschenken. Nur rauchen dürft ihr es nicht.

Der gute Beamte

Alex Flach am Montag den 10. Oktober 2016
Beamte, die nicht so gern gesehen werden wie andere.

Beamte, die nicht so gern gesehen werden wie andere.

Der Beamte und der Nachtlebenschaffende sind natürliche Feinde. Der Beamte fällt in der Manier des Ameisenbärs über die prosperierende Ameisenkolonie her, in der Absicht gierig die hilf- und wehrlosen Ameisen restlos zu verputzen. So zumindest lautet die landläufige Nachtleben-Sicht. Der Beamte selbst dürfte seine Rolle mehr wie jene des Mäusebussards interpretieren, der mit scharfem Blick dafür sorgt, dass die Mäusepopulation nicht Dimensionen annimmt, die das natürliche Gleichgewicht aus den Angeln heben.

Für die Mäuse ist das selbstverständlich nicht immer angenehm und dass gleich diverse Bussarde über ihrem Feld kreisen macht ihre Lage auch nicht komfortabler. Zum einen wäre da die eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) in Bern mit dem Auftrag dafür zu sorgen, dass die Schweiz kein Land von Trinkern wird: Sie ist zuständig für den Vollzug der schweizerischen Alkoholgesetzgebung.

Diese Zuständigkeit umfasst auch die stete Kontrolle der Bars und Clubs deren Kreativität bezüglich des Lockens mit dem Geist in der Flasche keine Grenzen kennt. Foifliiberabig? Verboten. Happy Hour? Verboten. Welcome Drink? Verboten. Zumindest wenn dieser Drink gebrannte Wasser (Schnäppse) enthält. In ebendiese Falle tapsen Wochenende für Wochenende unzählige Veranstalter, weil sie nicht wissen, dass sie ihre Gäste zwar mit einem Likör, einem Bier oder einem Glas Wein begrüssen dürfen, aber nicht mit einem Vodka-Shot.

Dann gibt es da noch die gute, alte Zürcher Gewerbepolizei, in den Augen der urbanen Ausgeher und Ausgeherinnen nicht gerade ein Quell der reinen Lebensfreude. Unter ihrem Dach wohnt auch die Fachgruppe Lärmbekämpfung, die sich insbesondere im Sommer beliebt macht, weil sie jeden am Schlafittchen packt, der draussen ein paar Boxen samt Verstärker aufstellen und zum Tanz laden möchte.

Dann wären da natürlich auch noch die bösen Drogenfahnder, die entweder in kleinen, zivil gekleideten Trupps durch die Clubs streifen und kleine, unschuldige Drogendealer hetzen oder die dann und wann wie die Horden des Immortan Joe in Mad Max Fury Road vor einem Club auffahren um jeden und jede darin einer Leibesvisitation zu unterziehen.

Da ist jedoch eine Behörde, die selbst bei den Clubbesitzern hohes Ansehen geniesst und bei deren Wirken keinem die Worte «unverhältnismässig» oder gar «unnütz» einfallen und das ist die Feuerpolizei. Sie stellt sicher, dass die Bars und Clubs und Veranstaltungsorte brandsicher sind und über genügend Notausgänge und Fluchtwege verfügen und ist damit für die Sicherheit der Clubgäste verantwortlich.

Jeder mag sich an die Club-Brände in Santa Maria und in Bukarest mit hunderten Toten erinnern und allen stecken noch die Bilder der Loveparade 2010 mit 21 Toten und 500 Verletzten in den Knochen. Da stellt sich ganz aktuell natürlich die Frage, wie es die Partyveranstalter auf dem besetzten Koch-Areal mit der Sicherheit halten. An einem Ort, den die Feuerpolizei kaum überprüft hat. Tatsache ist, dass es manchmal auch hier in der Schweiz brennt.

Alex-Flach2-150x150 (1)Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Einbrecher lobt Stadtpolizei

Réda El Arbi am Dienstag den 16. Februar 2016
Fairplay bei der Beurteilung des Erzgegners.

Fairplay bei der Beurteilung des Erzgegners.

Polizeivorsteher Richard Wolff musste ja in letzter Zeit genug einstecken. Er kann es weder den Rechten noch den Linken recht machen.

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Stapo, die Söhne Tells

Réda El Arbi am Dienstag den 29. Dezember 2015
Mehr Übung an der Waffe für die Stapo.

Mehr Übung an der Waffe für die Stapo. Oder sonst nur Chäpsli.

Dreizehn Schüsse benötigten zwei Beamte der Stadtpolizei, um einen Angreifer mit einem Messer zu stoppen. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass die Polizisten nicht von Godzilla oder Superman angegriffen wurden – und weiss, dass der Angreifer nicht mit Kugeln gespickt ist und überlebte – könnte man daraus schliessen, dass unsere Helden in Uniform ihre Knarren nicht wirklich im Griff haben.

Selbst wenn man zwei Warnschüsse in die Luft (wo wohl die Kugeln niedergingen?) oder noch grosszügiger, zwei Warnschüsse pro Person, abzählt, bleiben da noch immer neun Kugeln, von denen vielleicht zwei trafen. Ehrlich, nur böse Sturmtruppler in Star Wars schiessen noch schlechter, bevor sie von den Rebellen mit einem in brausender Fahrt vom Rücken eines Speederbikes abgegebenen Schusses getroffen werden.

Vielleicht sind die beiden Beamten ja überzeugte Pazifisten und wollten dem Angreifer nicht weh tun. Das wäre löblich. Doch in diesem Falle wünschte ich mir in Kampfsport professionell  ausgebildete Einsatzkräfte, die einen Angreifer mit einem grossen Messer auch waffenlos oder mit dem Schlagstock ausser Gefecht setzen können.

Was ich mir sicher nicht wünsche, sind Polizisten, die einen Kugelsturm durch die Stadt regnen lassen, ohne ihr Ziel zu treffen.

Vielleicht ist es positiv zu werten, dass unsere Gesetzeshüter nicht so oft solchen Situationen ausgesetzt sind, um genügend Übung in adrenalinintensiven Situationen zu haben. Offenbar machen sie ihren Job oft so gut, dass sie nicht auf Schusswaffengebrauch angewiesen sind. Was sich dann in fehlender Praxis auswirkt.

Deshalb wünsche ich mir für 2016 für unsere Stapo-Beamten mehr Stunden auf dem Schiessstand.  Vielleicht wäre es gut, wenn sie nur dann tödliche Waffen ausgehändigt bekommen, wenn sie bewiesen haben, dass sie damit keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen.

Sagen wir, wenn von 13 abgegebenen Kugeln mindestens 9 Treffer sind. Nicht umgekehrt.

Sollte sich herausstellen, dass es wirklich 13 Kugeln brauchte, um den Angreifer zu stoppen, werde ich mich bei der Stapo entschuldigen. Auch, wenn sich herausstellt, dass es doch Godzilla war, der sie angriff.

US-Rapper Necro misshandelt!

Réda El Arbi am Freitag den 4. Dezember 2015
Mit diesem Bild auf seinem Facebook-Profil will rapper Necro gegen die Zürcher Haftbedingungen protestieren.

Mit diesem Bild auf seinem Facebook-Profil will Rapper Necro gegen die Zürcher Haftbedingungen protestieren.

Der knallharte US-Death-Rapper Necro, der am Wochenende in einem Zürcher Club eine Schlägerei anfing und ein paar Besucher verletzte, wurde für ganze 100 Stunden (nicht Tage) in eine Zelle gesteckt, bevor die Polizei ihn nach Hause schickte. Der arme Bub ist davon nun so traumatisiert, dass er noch immer nicht mit dem Weinen aufhören kann. Er will einen Song (oder ein Buch?) über seine grauenhafte Zeit im Zürcher Gefängnis schreiben.

Wir vom Stadtblog sind unseren Insiderquellen bei der Zürcher Polizei nachgegangen und haben das Martyrium des Rappers nachgezeichnet.

Anonyme Quelle 1: «Die Kollegen waren knallhart. Nachdem Polizeiaspirantin Susi F. die Bande verhaftet hatte, wurde Necro brutal von seinen Gschpänli getrennt. In einer Einzelzelle ohne Internetanschluss wurde er isoliert. Und obwohl er seit seinem Auftritt nichts mehr gegessen hatte, musste er «ohni Znacht is Bett». Eine perfide Hungerfolter, die nach Schweizer Recht nur ganz bösen Buben vorbehalten ist.»

Anonyme Quelle 2: «Er leistete lange Widerstand, das muss man zugeben. Er beschimpfte die Beamten, obwohl sie in Überzahl waren, bis sie  ihm mit «Swiss Waterboarding» drohten: Wenn er weiter so unanständige Ausdrücke benutzen würde, wollten sie ihm den Mund mit Seife auswaschen.»

Anonyme Quelle 1: «Er wollte lange nicht gestehen. Die Beamten dachten, sie müssten zu härteren Mitteln greifen. Um 1.35 Uhr gingen sie zu dritt in seine Zelle und nahmen ihm sowohl seinen Teddybär wie auch sein Snoopy-Nachtlicht weg. Aber Necro blieb hart, auch wenn man ihm ansah, dass ihm die Tränen zuvorderst standen. Im Hintergrund liessen sich die Beamten von einer Frau in Zivil beraten. Wir vermuten, dass es sich um eine Kleinkinderzieherin des Bundesnachrichtendienstes handelte.»

Anonyme Quelle 2: «Morgens kriegte er dann richtiges Frühstück, von der neuen Schicht. Sie wissen schon, dieses ‘Guter Bulle, böser Bulle’-Spiel. Nachdem er sich wieder etwas gefasst hatte, schlugen sie aber gleich nochmals zu: Anstatt, wie angekündigt, Burger mit Erbsli und Rüebli, brachten sie ihm Spinat zum Zmittag. Mit völlig aufgeweichten Fischstäbli. Da gestand er alles. Aber ehrlich, an diesem Punkt hätte er seine Grossmutter verraten, nur um den grauenerregenden Haftbedingungen zu entkommen. Aber er war noch nicht frei! Zuerst musste er nochmals zwei Nächte in den Zürcher Folterzellen verbringen und eine Busse von 1000 Franken bezahlen, bevor ihn die Beamten an den Flughafen fuhren und in ein Flugzeug setzten.

Wir vom Stadtblog sind zutiefst betroffen. Solche Zustände führen dazu, dass gewalttätige Rapper mit Machokomplex nicht mehr bei uns auftreten wollen!

Hoffentlich.

Und weils grad so passt:

Mauscheln mit den Bürgerrechten

Réda El Arbi am Mittwoch den 9. September 2015
Unter Freunden: Gegen Mario Fehr werden keine Ermittlungen eingeleitet.

Unter Freunden: Gegen Mario Fehr werden keine Ermittlungen eingeleitet.

Ich bin kein Jurist oder Staatsrechtler, ich weiss also nicht, ob Sicherheitsdirektor Mario Fehr, die Kapo und die Zürcher Staatsanwaltschaft den Staatstrojaner vom «Hacking Team» ohne rechtliche Grundlage oder illegal bestellt und eingesetzt haben. Ich weiss auch nicht, ob, wo und wann ein solcher Trojaner jetzt eingesetzt werden darf.

Und jetzt, nachdem dieselbe Staatsanwaltschaft, die den Antrag für einen solchen Trojaner beim Obergericht gestellt hatte, kein Bedarf an Ermittlungen sieht, weiss ich es noch immer nicht. Merke: Es wurden nicht Ermittlungen angestellt und bei denen sich der Fall als irrelevant herausstellte. Es wurde nicht mal mit den Ermittlungen begonnen.

Das hinterlässt bei mir ein ähnliches Gefühl, wie wenn die FIFA die Korruption in der FIFA untersucht und zum Ergebnis kommt, dass alles wunderbar ist. Wer jemals Einblick in die Arbeit von Staatsanwaltschaft, Gericht und Kapo hatte, weiss, wie eng diese Institutionen zusammenarbeiten müssen. Ich habe schon ein mulmiges Gefühl, wenn die Staatsanwaltschaft gegen die Kantonspolizei ermitteln muss, weil da Freundschaften und persönliche Beziehungen die Sicht trüben können.

Wenn aber die Staatsanwaltschaft in einem Fall ermitteln muss, in dem sie evt. ein eigenes Missverhalten aufdecken könnte, und dann die Ermittlungen verweigert, schrillen bei mir alle bürgerrechtlichen Alarmglocken.

Der Ball liegt jetzt beim Kantonsrat, der die Staatsanwaltschaft dazu anhalten kann, die Ermittlungen trotzdem aufzunehmen. Und wieder hinterlässt das ein mulmiges Gefühl: Das Ergebnis einer Untersuchung, die von der Behörde, die sie durchzuführen hat, bereits als irrelevant eingeschätzt wurde, und bei der ein Fehlverhalten eben dieser Behörde ans Licht kommen könnte, ist in meinen Augen schon von Anfang an unglaubwürdig, wenn es zu einer Entlastung kommt.

Wie gesagt, ich bin kein Jurist, ich weiss nicht, ob diese Staatstrojanersache rechtmässig ablief. Aber so wie’s aussieht, werde ichs wohl auch nicht erfahren. Weil entweder gar nicht mehr ermittelt wird, oder, falls doch, von einer Behörde, die dazu gezwungen wird, in einem Fall zu ermitteln, in den sie selbst involviert ist, und den sie selbst bereits abgeschrieben hat.

Das ist Mauscheln mit den Bürgerrechten. Da müssten eigentlich unsere demokratischen Prozesse und Kontrollinstanzen greifen. In diesem Falle wohl mit einem ausserkantonalen Sonderstaatsanwalt, der das Ganze unter die Lupe nimmt.

Polizeigewalt gegen «gefährliche» Dame

Réda El Arbi am Sonntag den 6. September 2015
Grosi ergibt sich der Staatsgewalt und wird niedergemacht.

Dame geht mit erhobenen Händen auf Beamte zu und wird niedergemacht. (Bild: Screenshot Watson)

Dieses Wochenende hat die Stapo wieder mal jegliches Mass verloren. Sie schossen gestern bei einer Demonstration für Flüchtlinge Gummischrot aus wenigen Metern auf friedliche Demonstrierende, Tränengas auf eine ältere Dame, die erst auf dem Boden liegt und sich dann mit erhobenen Händen auf die Beamten zubewegt. Mitten ins Gesicht. Der  beschossene Demonstrationszug war mit Kindern und Familien durchsetzt .

Wer diesen Blog regelmässig liest, weiss, dass ich keine grosse Geduld mit  linken Chaoten hab, die unsere Stadt in Trümmer legen. Aber genauso wenig hab ich Verständnis für Polizisten, die Gewalt gegen Menschen einsetzen, die absolut keine Gefahr darstellen, weder für Menschen noch für Sachen.

Wir leben nicht in den USA oder in Russland. Die Polizei darf bei uns dann Gewalt einsetzen, wenns verhältnismässig ist, wenn keine andere Möglichkeit besteht, Schaden von der Gesellschaft abzuwenden. Präventive Gewalt gegenüber Bürgern, die Transparente hochhalten und die mit erhobenen Händen auf die Polizei zugehen, hat die Verhältnismässigkeit weit hinter sich gelassen.

Der Sprecher der Stapo rechtfertigt sich gegenüber «Watson»: «Soviel ich weiss, wurde die Frau mehrfach abgemahnt, bevor der Pfefferspray zum Einsatz kam. Genaueres kann ich aber noch nicht sagen.» Und: «Wissen Sie, wenn die Meute auf einen zuläuft, müssen Sie irgendwann handeln.»

Die «Meute»? Echt jetzt? Wieso nicht gleich «die marodierenden Horden»? Die «Meute» bestand nicht aus dem schwarzen Block oder betrunkenen Hooligans. Die «Meute» bestand zum grossen Teil aus Mittelstandsfamilien, die ihre Solidarität mit Flüchtlingen zum Ausdruck bringen wollten. Und einer Dame in Weiss.

Polizisten, die sich von einer friedlichen Demonstation so bedroht fühlen, dass sie sie, ohne Grund, auf kurze Distanz mit Gummischrot niederschiessen, oder mit Reizgas supergefährliche Grosis zu Boden sprayen müssen, sind keine adäquaten Beamten, um die Sicherheit der Gesellschaft zu garantieren. Man fragt sich schon, wie sie sich dann gegen eine echte Gefahr zur Wehr setzen würden. Mit Raketenwerfern?

Lieber Stadtrat Wolff,

wenn mein kleiner Göttibub seine Gummipfeile auf friedliche Passanten schiesst, nehm ich ihm die Pistole weg, klappse ihm auf die Finger und sag «Pfui!». Übertragen auf ihre Beamten wäre das in etwa, wie wenn man ihnen erst mal die Knarren wegnimmt, sie an einen Schreibtisch setzt und für ein paar Jahre Parkzettel schreiben lässt.

Ich hoffe, Sie berücksichtigen dies bei der Einsatznachbesprechung.

Nachtrag: Das Alter der Dame ist, wie sich herausstellte, 45, und ich möchte mich für das im Text verwendete “alt” entschuldigen.

An der Sache ändert das nichts.

Hier zum Video bei den Kollegen von «Watson»