Der Gast als Rohstoff

Alex Flach am Montag, den 9. Januar 2017
Gäste erst eine Stunde warten lassen und dann evt. abweisen: Das können sich nur Clubs leisten.

Gäste erst eine Stunde warten lassen und dann evt. abweisen: Das können sich nur Clubs leisten.

Das Nachtleben ist ein gutes Geschäft. Zumindest wenn man die Zahlen, welche die Bar- und Clubkommission BCK auf ihrer Page unter der Überschrift «BCK Wirtschaftsdaten 2014» veröffentlicht hat zur Rate zieht: Gemäss der Auswertung einer Stichprobe erwirtschaftete die BCK-Aktivmitglieder 2014 hochgerechnet rund 200 Millionen Umsatz mit durchschnittlich 74`615 Gästen pro Weekend und beileibe nicht alle Nightlife-Mitverdiener sind BCK-Aktivmitglieder.

Ein Chef einer Zürcher Eventagentur mit Partys in Lokalen wie dem Hiltl Club, dem Plaza, dem Nordportal oder dem Mascotte, jonglierte kürzlich auf Facebook mit beeindruckenden Zahlen: Mit 2,75 Events pro Woche, 143 verteilt auf das Jahr 2016, vermochten er und seine Mitstreiter unzählige Besucher anzulocken, die ihnen stattliche Summen in die Kasse spülen. Andere Veranstalter und Clubmacher verzichten auf die Veröffentlichung konkreter Zahlen und posten lieber Fotos der endlos langen Warteschlangen vor ihren Türen um ihren Erfolg zu unterstreichen.

Das Nachtleben ist ein elitäres Geschäft. Wie Lina Giusto in ihrem Beitrag in der Limmattaler Zeitung vom vergangenen Freitag schreibt, feiern «private» Clubs eine Renaissance. Member-Partys und -Clubs, die man nur besuchen kann, wenn ein goldfarbener Member-Anhänger am Schlüssselbund klimpert oder wenn man mit Namen auf einer Liste steht, erfreuen sich eines beeindruckenden Publikumszuspruchs. Andere Party- und Clubmacher setzen auf Mundpropaganda als einziges Promotionsmittel, wiederum andere auf eine harte Selektion an der Tür: Trägt man die falschen Hosen oder die falsche Jacke und hat man obendrein auch noch den falschen Haarschnitt auf dem Kopf, dann wird man vom Selekteur oder der Selekteurin freundlich aber bestimmt weggewiesen.

Kürzlich hat mich Lukas Strejcek, der Chefkoch des Restaurants Camino mit einer Aussage ordentlich aus dem Konzept gebracht. Er sei der Ansicht, dass der Tonfall, den das Nachtleben gegenüber seinen Gästen anschlägt, in der Gastronomie nicht möglich sei. Auf die Erwiderung das Nachtleben sei doch auch Teil der Gastronomie antwortete Strejcek: «Das ist ein anderes Paar Schuhe. Wir im Restaurantbereich können ja mal versuchen den Gast eine Stunde lang draussen in der Kälte stehen zu lassen, nur um ihm dann zu sagen, dass er wieder gehen kann weil er heute Abend nicht ins Gesamtbild passe. Aber wir wissen wohl beide wie das enden würde… Ihr seid auch Gastronomie, ja. Aber wir sind dennoch nur entfernte Verwandte».

Es scheint tatsächlich als ob im zeitgenössischen Nachtleben sehr oft vergessen wird, dass da tatsächlich ein «Gast» in Gastronomie versteckt ist, und dass das Nachtleben zum Wirtschaftszweig Gastronomie zählt. Selbst wenn das Elitäre und das Jonglieren mit Zahlen bei einer bestimmten Gruppe gut anzukommen scheint… wie denken wohl all jene darüber, die nicht zu dieser Gruppe gehören und was hat es für Auswirkungen auf das Nachtleben als Ganzes, wenn sich zu viele Leute ausgeschlossen oder zur Geldquelle degradiert fühlen?

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Hier schon mal das Wichtigste

Thomas Wyss am Samstag, den 7. Januar 2017

Das Wichtigste gleich mal vorweg: Alle, die in den Sternzeichen Löwe und Skorpion geboren sind, werden ein fantastisches Jahr haben, Schützen und Jungfrauen indes beissen hartes Brot. «Und der Saturn schärft gemeinhin das Bewusstsein, dass wir selbst verantwortlich sind für alles, was wir aus unserem Leben machen.» Das sagt die Horoskop-Frau des «Blicks». Da sie ein Astrologiediplom hat, darf (oder muss) man ihr glauben.

Damit zum Wichtigsten in Bezug auf diese städtische Gebrauchsanleitung. Die ja zum Start von 2017 neu justiert wurde, wie im letzten Beitrag des alten Jahres zu lesen war. Ebenfalls zu lesen war da der Satz, sie werde «künftig noch mehr Relevanz» haben. Das war natürlich falsch, korrekterweise hätte es e t w a s mehr Relevanz heissen müssen (verrückt, was ein einziges Wort ausmachen kann). Und damit wären wir bereits mitten in medias res, wie der Latein-Bluffer zu sagen pflegt: Statt hochnäsig dozierter Schlaumeierei oder der «passiv-aggressiven Moralpredigt, die so überholt wirkt wie die Streckbank-Folter» – dies warf uns wörtlich eine Parapsychologin an den Kopf, auch sie mit Diplom an der Praxiswand, auch ihr darf/muss man glauben –, werden wir hier fortan jeden verdammten Samstag munter vorgetragene Bescheidenheit und Demut abliefern. Und zwar in Form von …

… Andeutungen, Fingerzeigen, Hinweisen, Ideen, Tipps, Warnungen, Zaunpfahlwinks etc. Stimmt, damit sind wir endgültig beim Wichtigsten angelangt, nämlich jenem Thema, das in dieser Kolumne künftig eine Monopolstellung geniesst. Weil wir bei der Analyse unseres Scheiterns (siehe TA vom 31. 12.) perplex feststellten, dass es gleichwohl einen Lichtblick gab. Also eine Kategorie, die beachtliches Echo (inklusive Widerspruchs) ausgelöst hatte, egal, obs um Luusbuebe-Züügs, Männerparfümdosierung, das Grüssen auf dem Uetliberg oder von Vespa zu Vespa ging – die Rede ist von Verhaltensregeln.

Für Italiener, das weiss man seit den alten Römern, ist «fare una brutta figura» – in der Öffentlichkeit einen peinlichen oder gar unmöglichen Eindruck machen – schlimmer als verkochte Pasta, eine Delle in der Fiat-Tür oder ein verschossener Elfmeter im WM-Final. Deshalb ist anzunehmen, dass es auch italienische Gastarbeiter um 1950 waren, welche diesen arg katholisch anmutenden Schiss ins (seit bald 500 Jahren!) reformierte Zürich importierten – wo er sich seither epidemisch ausbreitete. Si, und jetzt haben wir die Insalata! Umso mehr, als in der heutigen Shitstorm-Ära sowieso alle Wände Augen und Ohren zu haben scheinen und ein kleiner Fehltritt am falschen Ort zur falschen Zeit die Karriere, die Liebe oder die Existenz kosten kann.

Umso wichtiger ist diese neu fokussierte Gebrauchsanleitung, die helfen wird, solche Fauxpas zu vermeiden. Aber auch aufzeigt, wie und wo man tricksen oder mal gänzlich unbehelligt saublöd tun kann. Trotz Monothema – für Abwechslung ist gesorgt.

So, und das Wichtigste wie immer zum Schluss: Ich freue mich diebisch, meinen smarten Kollegen Nicola Brusa im Team begrüssen zu dürfen. Er wird mitdenken, mitregeln, mitschreiben. Alles wird gut. Okay, aber bestimmt besser.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 6. Januar 2017

«Mehr Grippefälle als in den Jahren zuvor.»

Kaum hat das neue Jahr begonnen, ist sie schon da: Die Grippewelle hat Zürich aussergewöhnlich früh erreicht. Weil die Arztpraxen während der Feiertage geschlossen waren, sind viele auf Notfallstationen ausgewichen. In den Alterszentren der Stadt Zürich wappnet man sich laut deren Sprecherin Lena Tobler mit den üblichen Vorkehrungen wie beispielsweise Handdesinfektionsmitteln gegen die Viren. (Foto: Michael Schneeberger) Zum Artikel

 

«Eigentlich brauche ich keine Vorsätze für 2017.»

Sie wollen einen Handy-freien Tag, nicht mehr kaufen oder mehr rauchen: Die Zürcher Promis haben sich fürs 2017 einiges vorgenommen. Komiker Peach Weber nimmt es allerdings gelassen. Er habe noch genug Vorrat an ungebrauchten Neujahrsvorsätzen aus den letzten Jahren. (Foto: Tamedia) Zum Artikel

 

«Das ist purer Vandalismus.»

Die Räumung der Problemhäuser an der Zürcher Neufrankengasse, besser bekannt als «Gammelhäuser», hat begonnen. Die Mieter müssen ihre Wohnungen unverzüglich verlassen. Das könnte allerdings noch länger dauern als geplant. Der Hausverwalter Sherry Weidmann ist zwar überzeugt, dass es dazu keinen Polizeieinsatz braucht. Er könnte sich aber täuschen. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Man weiss ja nie.»

Der berühmte Klavierspieler Igor Levit besuchte ein sehr teures Möbelgeschäft in Zürich. Statt mit einem freundlichen Grüezi sei er mit harschen Worten vom Verkaufspersonal empfangen worden, berichtet er auf seiner Facebook-Seite. Grund: Er hatte einen Koffer dabei, den er im Geschäft unbeabsichtigt liess. Nachdem der TA den Vorfall publik gemacht hatte, löschte der Pianist seinen Facebook-Eintrag. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Drogen sollten auf jeden Fall
legalisiert werden.»

Thilo Beck, Chefarzt der Organisation Arud, kennt Zürichs Drogenszene seit den Zeiten des Platzspitzes. Heute nehme die Ausgrenzung von Suchtkranken wieder zu, sagt er. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

«Was, wenn Apple ein Haus entwickelt hätte?»

In Erlenbach, hoch über dem Zürichsee, steht ein Haus (nicht das auf dem Foto abgebildete), das so klein ist, wie es nur geht. Und trotzdem luxuriös. Ein Witz ist das nicht, das Haus ist serienreif: Für 100’000 Franken wird es per LKW geliefert und auf einen Stahlrahmen gehievt, sofort bezugsbereit, schreibt TA-Redaktor Marius Huber in einem Artikel. (Foto: PD) Zum Artikel

 

«Der Winter kann durchaus
noch erfolgreich werden.»

Obwohl der Schnee immer später und spärlich fällt, starteten alle zehn Skilifte im Kanton Zürich diese Woche in die Wintersaison. Möglich ist das dank neuer Kooperationen. Für Evelyne Hengartner, Skilift Oberholz-Farner, hat die Saison erst begonnen. Schwarz bezüglich weisser Pracht sieht sie überhaupt nicht. (Foto: Walter Bieri, Keystone) Zum Artikel

 

«2017 wird in Zürich grossartig
– zumindest kulinarisch.»

Was bleibt einem, wenn die Welt von Idioten regiert wird und die Gewalt auf dem Planeten nicht abreissen will? Genau: Essen und Trinken findet TA-Gastrokritiker Alexander Kühn. (Foto: Getty Images) Zum Artikel

 

«Zum Henker, was für ein Name!»

Man glaubt es kaum, aber es ist eine Tatsache: Männer der Familie Volmar waren von 1587 bis 1831 Scharfrichter in Zürich. Eine ganz schön lange Zeit. Ein neues Buch von Helmut Meyer erzählt von ihrem Gewerbe.  Ausgelastet waren die Scharfrichter übrigens mit ihrem Amt keineswegs. Sie waren deshalb auch für andere Aufgaben zuständig, beispielsweise für das Foltern. (Foto: Keystone)

 

«Mein Mann war neugierig auf alles.»

Jacques Kuhn aus Rikon, mit 97 Jahren nach einem kurzen Spitalaufenthalt verstorben, war ein bewegter Mensch: Er lancierte den weltberühmten Dampfkochtopf, gründete ein Tibeterkloster, heiratete noch mit 88 Jahren und wurde Krimischreiber. Sein ganzes Leben lang war der Mann offen für Neues, wie seine Frau einmal erzählt hat. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

So ein asgfkasgf Tag

Beni Frenkel am Donnerstag, den 5. Januar 2017

Schlitteln entlang dem Schlittelweg auf dem Uetliberg. (Foto: Esther Michel)

Dieses Jahr werde ich 40. Das ist ein Alter, wo man mehr auf sich schauen muss. Ich habe darum beschlossen: 2017 will ich weniger spenden, dafür mehr wandern. Dieser Plan soll aber nicht erst im Frühling umgesetzt werden, sondern bereits heute.

Ich bin mir nie sicher, wie sehr meine Erlebnisse die Leser und Leserinnen auch wirklich interessieren. Darum habe ich eine Wanderung ausgewählt, die hoffentlich viele Naturfreunde inspiriert. Und zwar geht es um die Etappe Üetliberg – Üetliberg Kulm. Für die Wanderung (inklusive Tram- und Zugfahrt) müssen Sie mit etwa 2 Stunden rechnen. Der Schwierigkeitsgrad: mittel.

Meine Reise beginnt mit dem 7er-Tram Richtung Bhf. Stettbach. Es ist acht Uhr abends. Den ganzen Tag musste ich zuhause bleiben, weil die Kinder krank waren. Ständig haben sie gehustet, erbrochen und nach mit gerufen.

Aber gut, ich hab diesen Tag jetzt hinter mir. Ich geniesse die Ruhe und freue mich auf den Üetliberg. Ein bisschen Respekt vor der ersten Wanderung im Jahr, die ist da. Beim Paradeplatz sehe ich einen fröstelnden Burschen mit dicker Jacke, Handschuhen und Wollmütze. «Jungchen“, spotte ich, „wann warst du das letzte Mal in den Bergen.»

Beim Hauptbahnhof löse ich das Ticket für Fahrt nach oben. Dann gucke ich auf die Uhr. Ups, nur noch zwei Minuten bis zur Bergfahrt. Ich renne Slalom durch die Pendler, die mir im Weg stehen. Das fühlt sich irgendwie geil an. Wie eine Verfolgungsjagd in einem Hollywood-Film.

In der S10 sitzen viele Schlittler. Draussen ist es stockdunkel und die wollen den Üetliberg herunterfahren? Wie krank ist das? Ich schüttle den Kopf und setze mich demonstrativ nicht zu ihnen hin.

Dafür gucke ich hoffnungsvoll zu den oberen Ablagen hinauf. Manchmal finde ich da durchaus nützliche Gegenstände, die liegen geblieben sind: Schirm, Schal, Koffer, Mützen. Einmal sogar eine grosse Zeichenmappe eines Künstlers.

Doch diesmal lag leider nichts oben. Traurig schaute ich aus dem Fenster und lauschte den Schlittern. Diese Sprache! Da verstehe ich stets nur die Hälfte. Tolle Jugend. Die riskieren ihr Leben und ich muss deswegen jedes Jahr höhere Krankenkassen-Beiträge bezahlen. So eine hirnlose Saubande!

Oben angekommen, haut es mir den Nuggi raus: Da liegt Schnee! Wie soll ich jetzt die Etappe Üetliberg – Üetliberg Kulm meistern? Ich trage keine Bergsteigerschuhe! Und dunkel ist es auch noch! Habe ich heute nicht schon genug gelitten? Den ganzen Tag war ich mit den Kindern beschäftigt. Ich will doch nur ein bisschen wandern.

Während ich halblaut fluche, höre ich die johlenden Jugendlichen, die mit ihren Schlitten runterfahren und hoffentlich irgendwo hängenbleiben.

Ich stosse die Türe zum Restaurant Gmüetliberg auf. Ich kaufe einen Appenzeller Bärli-Biber. Weil ich nur Karte haben, muss ich für mindestens zehn Franken konsumieren, Ich nehme zusätzlich einen Kaffee avec 4 Zentiliter Baileys.

Missmutig steige ich ich wieder in die S10. So ein asgfkasgf Tag.

Unterwegs im Irgendwo

Miklós Gimes am Mittwoch, den 4. Januar 2017

 

Am letzten Tag im alten Jahr fuhren wir los. Es war grau und kalt. Entlang der Autobahn reihten sich Wellblechschuppen, Einkaufszentren, Autohändler, Bowlinghallen, Tiefkühllager, Möbelgeschäfte, McDonald’s. Dazwischen Wohnsiedlungen. Im tiefen Aargau sah es aus wie rund um Zürich. Ich erschrak.

Es war, als hätte ich in die Zukunft geblickt. Das ist es jetzt, dachte ich, was uns erwartet. Ich sah ein Netz von Autobahnen bis an den Fuss der Berge, gesäumt von hässlicher Architektur. Mehr noch, ich sah, wie sich die postindustrielle Seuche ausdehnt, von den Autobahnen bis an den Rand der Dörfer und Städte, wo neue Siedlungen aus dem Boden gestampft werden, rechteckige Irrgärten, die mit Leben gefüllt werden müssen.

Mehr noch, es wird nichts Ungeplantes mehr geben, nichts, was einfach so entsteht, wo sich Alt und Neu mischen, die Zukunft gehört dem Reissbrett, noch mehr, die Zukunft gehört denen, die daran verdienen, es wird nichts mehr gebaut werden, was keinen Gewinn abwirft. Planung, Städtebau, Architektur und der Kapitalismus werden sich umarmen wie noch nie in der Geschichte.

Ich dachte an die Europaallee, die am Reissbrett geplante Urbanität zwischen HB und Langstrasse. Wohnen, Ausgehen, Einkaufen, die Europaallee gibt uns einen Vorgeschmack davon, wie sich Zürich entwickeln wird, auf dem Grat zwischen Rendite und Zivilisation, die Europaallee ist das Trojanische Pferd der Zukunft. Ich bin lange nicht mehr dort gewesen, aber bei einem Nachtessen sagte jemand, sie habe sich das halb fertige Projekt mal angeschaut, an einem Abend, «ich war erstaunt über die vielen Menschen», sagte sie, «die Eisbahn war in Betrieb, die Bars waren voll. Ich habe niemanden gekannt. Wo kommen die Leute bloss her?»

Vielleicht sind wir auch etwas selber schuld, dachte ich, irgendwo zwischen Mägenwil und Lenzburg, vielleicht erhalten wir genau die Europaallee, die wir verdienen. An jenem Nachtessen kurz nach Weihnachten hatten wir auch über Wiedikon gesprochen, wie lange es gedauert hat, bis aus dem Wohnquartier ein städtisches Viertel geworden ist. Wie beharrlich das Wohnen in Zürich gepflegt wird, die Ruhe, wie sich Wohnen und städtisches Zusammenleben schlecht vertragen bei uns. Wie selten man gute Bars und Cafés findet, in Hirslanden, in Wollishofen, am Rigiplatz, im Friesenberg, selbst in Oerlikon. Coole Lokale, die den Geist der Bewohner widerspiegeln, die auf dem Heimweg gern noch um die Ecke einkehren würden. Klar, die Lokalmieten sind tödlich. Aber tödlich ist auch der Widerstand der Alteingesessenen, die Einsprachen aus Altersheimen, was weiss ich. Die Leute wollen ihre Ruhe. «Wir Schweizer sind Bauern», rief einer am Tisch, «wir haben gern Abstand. Diese Mentalität werden wir auch in der Stadt nicht los.»

Bauernmentalität hin oder her, der Druck wird anhalten, von den Rändern her, das postindustrielle Wellblech wird die Stadt erdrücken, wir werden uns wehren müssen, kämpfen um jeden Meter. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, dachte ich, unterwegs am letzten Tag im Jahr, wir sind Zeugen grosser Veränderungen. Es blieb grau im Mittelland, neblig. Es war, als seien wir auf einer Fahrt durch Irgendwo.

Um Himmels Willen! Schnee!

Réda El Arbi am Dienstag, den 3. Januar 2017
Kaum zu glauben! Schnee!

Kaum zu glauben! Schnee!

Dieses Jahr könnte man das Gefühl bekommen, die Schweiz sei ein tropisches Land und Zürich liege irgendwo am Äquator. Es schneit! Zürcher staunen wie Neandertaler bei einer Sonnenfinsternis mit offenem Mund in den Himmel, die sozialen Medien werden mit verwackelten Bildern schneebedeckter Briefkästen und Velosättel geflutet, die «Mainstream-Medien» publizieren Geschichten zum kristallinen Nass als ob das saisonale Wetter einen Newswert hätte.

Normalerweise sind nur der ÖV und die Pendler jedes Jahr neu vom Schnee überrascht und feiern aus konsternierter Überforderung ein spontanes Verkehrschaos. Liebe Leute, «Schnee» ist etwas völlig Natürliches. Ehrewort! Ihr braucht euch nicht zu fürchten.

Ausschnitt blick.ch

Ausschnitt blick.ch

Um es nochmals kurz zu erklären: Wir leben in Mitteleuropa. Unsere Lage auf dem Planeten ist so, dass sich durch Winkel und Nähe zur Sonne jährlich verschiedene Jahreszeiten ergeben. Eine davon haben unsere Ahnen «Winter» genannt. Er zeichnet sich durch «Schnee» und Kälte aus. Früher war das allen bewusster, weil wir da noch eine Ski-Nation waren und Fussballmeisterschaften nur von Frühling bis Herbst stattfanden.

Unsere Vorfahren bauten Häuser und Strassen so, dass sie im Sommer Hitze, im Frühling und im Herbst grössere Wassermengen, und im Winter SCHNEE standhalten. Schnee ist hierzulande ein völlig natürlicher Vorgang, der sich jährlich wiederholt. Wirklich. Jedes Jahr!

Und Schnee ist (ausser für Idioten mit Sommerreifen) nicht gefährlich. Ich schwör! Man kann ihn sogar essen, solange man auf die Färbung achtet (Schwarzbraun: giftig. Gelb: Pfui bäh!). Man kann daraus Bälle machen und herumwerfen. Man kann ihn sogar als kreativen Rohstoff benutzen und Schneepersonen  daraus bauen.

Ihr könnt also völlig beruhigt euren täglichen Tätigkeiten nachgehen, ohne die wunderliche Veränderung im Aggregatszustand des Regens weiter zu beachten. Natürlich dürft ihr Schneebilder auf Facebook posten und staunen. Genauso wie ihr Handybilder von stecknadelgrossen Lichtern teilen dürft, unter die ihr «Oh, der Vollmond!» schreibt. Aber ist genau so aussergewöhnlich, wie wenn ihr eure Strassenecke fotografiert und unter das Bild «Kein Schnee!» schreibt.

Dieser Schnee geht übrigens auch wieder weg. Wahrscheinlich schon morgen. Was Euch die Möglichkeit gibt, nächste Woche wieder überrascht zu sein, wenn es schneit. Oder nächstes Jahr.

Power off. Update 01.01.2017. Neustart.

Réda El Arbi am Sonntag, den 1. Januar 2017
Warten Sie, bis Sie die Augen öffnen. Es werden Updates Installiert.

Warten Sie, bis Sie die Augen öffnen. Es werden Updates installiert.

Power off. Warten. Power on. Und langsam fährt unser System am 1. Januar wieder hoch. Wir brauchen so einen virtuellen Neustart dringend für unseren Geist. Er gibt uns Hoffnung. Während Geburtstage uns in frustrierenden Deutlichkeit vor Augen führen, dass das Leben kein Kreislauf, sondern eine immer enger werdende Spirale ist, in der die Jahre mit zunehmendem Alter kürzer werden, gibt uns der Jahreswechsel die notwendige Illusion, wir hätten einen jungfräulichen Neubeginn. Der 1.01. eines Jahres ist immer ein Anfangspunkt, auch wenn unser Kalender irgendwann willkürlich definiert wurde.

Gerade nach dem letzten Jahr ist ein Neustart dringend erforderlich. Nicht, weil dieses Jahr besonders schlimm war (war es nicht), sondern weil sich die schlechten Neuigkeiten auf das Ende des Jahres hin häuften, als unsere Verarbeitungskapazität eh schon aufgebraucht war. Sozusagen eine DDoS-Attacke schlechter Informationen.

So verschieden die Menschen, so verschieden der Reset: Während einige gestern so lange auf den Power-Button drückten, bis ihr System abstürzte und sie heute morgen schlafend im Tram von Endstation zu Endstation zu Endstation fahren, bis jemand sie neu startet, haben andere über die Festtage ihr Betriebssystem sorgfältig heruntergefahren.

Natürlich ändert der Neustart nichts am Leben. Betriebssystem und Software bleiben gleich. Aber mit einem sauberen Arbeitsspeicher kann man sich frisch ins neue Jahr stürzen. Vielleicht nahm man sich über die besinnlichen Tage sogar noch die Zeit für eine Defragmentierung der Festplatte, eine Neuordnung der Gedanken. Und vielleicht hat man sich sogar vorgenommen, die eine oder andere Routine zu löschen.

Jetzt, in den ersten zwei, drei Tagen des Jahres, sitzen wir da und warten, bis sich die Updates installiert haben. Wir sind noch nicht betriebsbereit, warten aber entspannt aufs einloggen. Natürlich gibts noch Datenmüll aus dem  alten Jahr. Zum Beispiel die guten Vorsätze vom Dezember. Aber keine Angst, dafür wird spätestens bis März ein Patch nachgeliefert, der das Zeugs löscht.

Wir brauchen diese Neustarts, dieses Gefühl, etwas zu Ende gebracht zu haben und mit einer frischen Arbeitsoberfläche beginnen zu können. Ohne die jährliche Möglichkeit, abzuschliessen und neu zu starten, würden unsere Akkus viel früher ausbrennen. Oder wie bei Samsung explodieren.

Die Katholiken haben dieses Bedürfnis nach Reinigung exakt erkannt und bedienen diese Instant-Katharsis mit der Beichte. Der Rest von uns muss mit dem Jahreswechsel vorlieb nehmen.

Gescheitert!

Thomas Wyss am Samstag, den 31. Dezember 2016


Dio mio, was wir alles sein und bieten wollten! Eine unesoterische Hilfe zur Selbsthilfe. Einen charmanten Ratgeber mit Empfehlungen (auf Neudeutsch: what’s hot and what’s not), Warnungen und die nötige Portion Verhaltenskodex. Und dieses Programm sollte natürlich über alle Grauzonen und Grenzen hinweg reichen, von Kultur bis Natur, von Gastronomie bis Geriatrie, von Politik bis Polizei, von Sex bis Sport.

Des Weiteren wurde im Juni 2015 – also bei der Lancierung dieser Gebrauchsanleitung – angekündigt, wir würden Ticks und Vorlieben der Einheimischen benennen, aus der Gerüchteküche schöpfen, dreiste Unwahrheiten (der Begriff «Fake-News» war da noch nicht geläufig) entlarven. Und all das mit dem hehren Ziel, diese unsere Stadt zu einem besseren, sprich achtsameren, anständigeren, gelasseneren, heitereren, lebensechteren, mondäneren, leicht verwegeneren und vor allem zufriedeneren Ort zu machen.

Klar, man hätte das als Parodie auf die grossmäulige Zürischnurre lesen können. Was womöglich da und dort auch geschah. Schlimm jedoch war: Wir als Macher meinten das ernst! Glaubten an diese Worte und Werte! Und waren überzeugt wie Mutti Merkel in der Causa Flüchtlinge, dass wir das schaffen! Wenn wir nun aber 18 Monate später das Erreichte betrachten, müssen wir leer (und gleich darauf einen immensen Schluck Whiskey) schlucken und dann eingestehen: Wir sind gescheitert! Aber vom Feinsten!

Zum Beispiel verzeichnete keiner der unbekannten Wallfahrtsorte, die wir vorstellten, einen Besucherzuwachs. Werden wenigstens die «Wie sag ichs dem DJ?»- und «Wie setze ich mir in Zürich ein Denkmal?»-Tipps befolgt? Nein und nein. Dafür ist der «innere Monolog», bekannt geworden durch Schnitzlers Novelle «Leutnant Gustl», peinlicherweise nach wie vor des Zürchers bevorzugte Kommunikationsform, wenn er in einer Bar einer ihn anlächelnden Dame gegenübersteht. Und den WC-Rollen-Deckel klappt er auch noch immer hoch, um beim Abwickeln das Scheppern zu vermeiden, das verraten würde, wie viel Papier… ach, ach, es ist übel (und das tatsächliche Ausmass ist hier gar kaschiert, aus Selbstmitleid).

Noch vor wenigen Jahren hätte ein solches Debakel nur eine Konsequenz zugelassen, nämlich: aus die Maus! Erfreulicherweise haben wir aus den USA neben blödem (Valentinstag, Immobilienblase, Halloween) inzwischen auch interessantes Zeugs importiert. Wie die Haltung, dass ein Scheitern in jede anständige Biografie gehört! Weil es erdet und zu neuer Kreativität und besserem Scharfsinn verhilft. Weshalb man es auch feiern sollte, am besten vor Publikum (was ich hier grad versuche – übrigens, das können Sie leider nicht sehen, mit flackernder Bienenwachskerze und einem Birnenbrand!). Und danach, jawohl, danach soll man befreit, guten Mutes und mit frisch justiertem Fokus weitermachen.

Und hey, genau das werden wir ab 2017 – also bereits ab kommendem Samstag – tun. Weiterhin unter dem Label Gebrauchsanleitung . Aber mit mehr Manpower. Und etwas mehr Relevanz (weitere Infos dann in einer Woche). So, und jetzt treten Sie dem elenden 2016 nochmals richtig deftig in den Hintern!

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 30. Dezember 2016

«Mein Ziel ist, ab und zu ein Wort
oder ein Satz zu sagen.»

Dominik Meier spricht seit seinem 4. Lebensjahr nicht mehr mit Fremden. Er tippt und knipst dafür. Wie kommt er mit seiner Krankheit, dem Mutismus, im Alltag zurecht? (Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Die Kunden müssen ein
wenig Verständnis zeigen.»

Schwer vorzustellen, aber es ist Tatsache: Der Franz-Carl-Weber musste mit seiner Filiale von der Bahnhofstrasse umziehen. Was neu ist? Ein «eigener Bahnhof» und hippe Angebote, die gekippt wurden. Ein Blick hinter die Kulissen am ersten Tag der Eröffnung. Noch klappte nicht alles auf Anhieb. Geschäftsführer Yves Burger bat deshalb um Nachsicht. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Jeder kennt hier ein Haus
mit leeren Wohnungen.»

In Zürich gibt es mehr als 7200 Zweitwohnungen. Im Niederdorf beispielsweise betrachten viele Leute ihre Wohnung als Geldanlage, sagt Quartiervereinspräsident Peter Rothenhäusler. Linke Politiker fürchten nun, dass dank Business-Apartements und Airbnb-Angebote die Zahl der Zwietwohnungen noch weiter steigt. Sie fordern von der Regierung, die Entwicklung zu bremsen. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Dichter bauen heisst höher bauen.»

Wachstum überall: 10’000 Bewohner mehr in Seebach, 7000 mehr in Hirzenbach. Neue Zahlen zeigen jetzt, wie unterschiedlich Zürichs Quartiere künftig wachsen werden, wie der Artikel von TA-Redaktor Jürg Rohrer zeigt. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Bitte Akku volltanken.»

Panik total. Leerer Akku mitten am Tag, was tun? Zwei Jungunternehmen bieten eine Lösung für gestrandete Handynutzer an, die keine Batterie mitschleppen mögen. Sie verfolgen dabei durchaus unterschiedliche Ansätze. (Foto: Tamedia) Zum Artikel

«Eine Katastrophe. Jetzt brechen alle Dämme.»

Die Problemliegenschaften an der Neufrankengasse im Zürcher Kreis 4 werden verriegelt. Das städtische Sozialdepartement ist mit einem Bus vor Ort. Die Zustände sind kurz vor der Verriegelung besonders schlimm: Viele Mieter lassen ihre Habseligkeiten einfach zurück und nutzen die Gänge als Entsorgungslager. Drögeler und Dealer gehen ein und aus, es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, wie Verwalter Sherry Weidmann sagt. (Foto: Raida Durandi) Zum Artikel

 

«Schatz, das sieht Hammer aus.»

Am einen Arm hängt die Jacke der Gattin, an der Schulter deren Tasche, mit der freien Hand halten sie den Kinderwagen. Es ist heiss. Und eng. Sie sehen mitleid­erregend aus und fehl am Platz. Die Zürcher Modegeschäfte sind voll mit ihnen: mit all den Zürcher Männern, die ihre Gattinnen in den Ausverkauf begleiten müssen. Eine Glosse von SZ-Redaktorin Bettina Weber. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Wahre Heimat finden die Menschen
auf einer eigenen Parzelle.»

Zürcher Bünzlis gegen Zürcher Hippies. In Altstetten entsteht Zürichs grösste Anbaufläche für Amateurgärtner. Sowohl Gemeinschafts- als auch Schrebergärtner wollen dort pflanzen. Sie werden sich die Felder wohl oder übel teilen müssen. Bei Gemeinschaftsgärten seien Konflikte vorprogrammiert, bedürchtet FDP-Gemeinderat Albert Leiser. Die erste Euphorie werde rasch verfliegen, nach ein paar Jahren würden sich nur noch wenige im Dunkelhölzli engagieren.  (Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Danke Alf, danke Zürich»

Beni Frenkel am Donnerstag, den 29. Dezember 2016

Der Alfred-Escher-Brunnen beim Hauptbahnhof. (Foto: Beni Frenkel)

Ich führe mit meiner Frau eine sehr offene und konstruktive Beziehung. Sie sagt mir zum Beispiel: «Du hast die hässlichsten Füsse, die ich je gesehen habe. Und du bist fett.» Ich hingegen habe ihr im Dezember häufig gesagt: «Ich spiele jetzt Swiss Lotto und wenn ich den Jackpot gewinne, verlasse ich dich und die Kinder. Und dann ziehe ich in den Süden, wo die Sonne häufig scheint.»

Später habe ich mir überlegt: Warum bin ich so fies gegenüber Zürich? Habe ich verdrängt, dass meine Urgrosseltern hier ihre Zuflucht gefunden haben? Aus Anlass der Russischen Progrome (1881 – 1914) sind sie vor über 100 Jahren zuerst nach Wien und dann nach Zürich geflohen.

Seitdem lebt meine Familie ununterbrochen in Zürich, abgesehen von einer 20 Jahre währenden Diaspora im Kanton Aargau. Was andere Menschen an Zürich stört, das freut mich. Zürich ist teuer und arrogant? Die Deutschen sind den Zürcher unwillkommen? Ja. Das will ich. Meine Schwiegereltern aus Berlin plagen uns wegen den genannten Gründen nur einmal pro Jahr mit einer Visite. Hoffentlich stürzt der Euro im Januar 2017 noch tiefer, dann kommen sie gar nicht mehr.

Ich hingegen bin ein stolzer Zürcher. Was bietet mir diese Stadt nicht alles: mehrere Einkaufsmöglichkeiten, einen See, einen Berg, zwei Flüsse, einen Hauptbahnhof (mit noch mehr Einkaufsmöglichkeiten) und vieles mehr

Manchmal ist mir das Herz übervoll. Dann will ich laut schreien: Danke, danke, danke. Für all das Gute, das ich hier geniessen darf. Natürlich gibt es auch eklige Zürcher, das will ich gar nicht abstreiten. In manchen Restaurants fühle ich wenig willkommen, wenn ich nur Pizza Margherita bestelle und beim Lavabo auf der Toilette meinen Durst stille. Und manche (vor allem ältere) Menschen scheissen mich zusammen, nur weil ich bei Rot über die Strasse laufe. Trotzdem: Das Gute überwiegt.

Deswegen habe ich mir vorgenommen, am letzten Sonntag des Jahres ein bisschen Dankbarkeit zu zeigen und den Bewohner und Bewohnerinnen die Hand zu reichen. Ich habe am Morgen viele Sachen auf das Trottoir gestellt (Gurkenglas, Oliven, Spielzeug, eine (kaputte) Tasche und Spaghettibesteck). Ausser der Tasche liegt jetzt nichts mehr draussen.

Und am Abend bin ich mit dem Tram zum Hauptbahnhof gefahren. Im Tram sassen irre viele Frauen. Ich vermute: Alle Singles. Da habe ich plötzlich verstanden, warum man fast immer nur vier AA-Batterien kaufen kann: zwei für die Fernsehbedienung und zwei für den Vibrator.

Beim Hauptbahnhof stieg ich aus. Demütig stand ich vor dem Alfred-Escher-Brunnen. «Danke, Alf, danke Zürich». Ich warf Kleingeld in den Brunnen und fuhr mit dem nächsten 7er-Tram wieder zurück nach Wollishofen.

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