Die Überforderung

Miklós Gimes am Mittwoch, den 8. Februar 2017

Vor ein paar Tagen, im Bus Richtung Stadtgrenze, hörte ich, wie zwei jüngere Familienväter über ihren Chef sprachen und über indische Aktien. Broker unterwegs in den Feierabend, der eine sah gut aus, mediterran, der andere eher unscheinbar, Brille, etwas bleich. Der Draufgänger und der Vernünftige.

Sie schienen guter Dinge, bis der Draufgänger sagte: «Ich habe kein gutes Gefühl für die Unternehmenssteuerreform III. Das Ja-Komitee hat eine schlechte Kampagne geführt.» – «Genau, ich muss noch abstimmen», sagte der andere. – «Wir erreichen die Leute nicht», sagte der Draufgänger. «Die andere Seite holt auf.» Ich wurde aufmerksam. Eine Diskussion unter Bankern über die USR III wollte ich nicht verpassen. «Es wird eng», sagte der Draufgänger wieder. «Dabei müssten wir klar gewinnen. Unsere Argumente sind einleuchtend. Alle Parteien sind dafür.» –«Ausser der Linken», sagte der Vernünftige, verächtlich. «Lügenpropaganda», sagte der Draufgänger. «Ich muss mich einmischen, dagegenhalten», dachte ich. Meine Station kam näher, ich überlegte fieberhaft, aber nichts fiel mir ein. Nichts Schlagfertiges. So kommt man sich wahrscheinlich vor in der «Arena», wenn einem die Argumente ausgehen. Ich blieb stumm.

Vielleicht hätte ich zum Begriff «Lügenpropaganda» etwas sagen müssen. Denn wer wirklich Lügenpropaganda verbreitete, das war der Bundesrat bei der letzten Steuerreform. Er war später vom Bundesgericht dafür gerügt worden. Aber gut, das wissen alle. «Vielleicht bin ich verunsichert», dachte ich, als ich zu Hause ankam. Vielleicht habe ich selber Angst davor, dass die grossen Firmen abwandern, dass uns Google hocken lässt, wenn wir zu streng sind mit den Steuern.

Dabei mag ich mich gut an ein Gespräch mit den Leuten von Google erinnern, in ihrer Harry-Potter-Kantine auf dem Hürlimann-Areal. «Warum seid ihr nach Zürich gekommen?», hatte ich sie gefragt. «Weil uns eine Firma in Luzern aufgefallen ist», antworteten sie, «eine Firma, die eine wahnsinnig gute Technologie entwickelt hat, wie man geografische Informationen digitalisiert. Sie waren die besten.» Google hat die Firma gekauft. Deshalb sind sie in die Schweiz gekommen. Nicht wegen der Steuern, sondern wegen ein paar gut ausgebildeter, kreativer Menschen. Und jetzt arbeiten bald 5000 Googler an der Europaallee. So läuft das. Ich bin überzeugt: Google wird uns nicht verlassen. Selbst wenn wir ihnen keine Steuergeschenke mehr machen. Aber wie kann ich sicher sein?

Ich rief einen Freund an, einen Banker. «Vorsicht», sagte er, «einen Standortvorteil soll man nicht aus der Hand geben. Saudiarabien hat Öl, wir haben die ETH. Aber vielleicht reicht das nicht, und wir müssen mit Google nett sein. Man weiss, wie knallhart die multinationalen Unternehmen sind. Und wenn sie weg sind, sind sie weg.»

Trotzdem, sagte er, werde er dagegen stimmen. Die Vorlage sei undurchsichtig, «kein Mensch weiss, wem sie wirklich nützt». Man könne dem Volk keine Reform vor die Nase setzen, die nur ein paar Spezialisten verstünden. «So verkommt die direkte Demokratie. Am Schluss gewinnt, wer mehr Geld hat, um den Leuten Angst zu machen. Wollen wir das?»

 

Zweierlei Gewalt?

Réda El Arbi am Montag, den 6. Februar 2017
Gewalt im Namen der Flagge: Salafist oder Fussballfan?

Gewalt im Namen der Flagge: Salafist oder Fussballfan?

Hätte ein Islamist eine Gruppe von Christen angegriffen und einen Mann niedergestochen, würden wir jetzt einen Liveticker zu den Vorfällen lesen, mit Interviews der Familie, Werdegang des Angreifers und einer Analyse seines Facebook-Profils, wo er vielleicht vor einer Flagge posiert. Bei einem Angriff eines Autonomen oder eines Neonazis würden wenigstens die politischen Wellen hochgehen, Parteichefs würden sich mit Statements vor die Kamera werfen, in den Sozialen Medien fänden hitzige Diskussionen statt.

Es war aber nur ein Fussballfan, der am Samstag den Fan eines anderen Clubs niedergestochen hat. In voller Absicht. Dass dies nicht zu einer Welle der Empörung führt, verrät mehr über unsere Gesellschaft als über die vermeintlich unterschiedlichen Täter. Aber schauen wir uns erst mal den Täter an.

Ein junger Mann, eingeschworen auf eine Flagge, die ihm Identität über seinen tristen Alltag hinaus verleiht. Organisiert in einer klandestinen Gruppe, hermetisch was Aussenstehende und Polizei angeht, zu Gewalt bereit und motiviert. Die Identifikation mit dem Club nimmt quasireligiöse Züge an. Natürlich posiert er auf Facebook vor seiner Flagge. Natürlich stösst er in Internetforen Gewaltdrohungen gegen den anderen Club und dessen Fans aus. Das ist doch normal, oder nicht? Wäre die Flagge eine religiöse oder politische, würde die Gruppe streng überwacht oder vielleicht sogar nachrichtendienstlich infiltriert. Aber Clublokale werden nicht wie Moscheen geschlossen.

Warum schauen wir das Umfeld, in dem sich der junge Mann so radikalisiert hat, dass er einen «Gegner» mit dem Messer niedersticht, nicht genauer an? Na? Weil wir selbst dieses Umfeld sind. Die Ultras des FCZ haben Familie, Freunde, Arbeitskollegen, sind auf  verschiedenste Arten mit uns verbunden. Alle werden sagen: Die «spinnen» zwar ein wenig, aber das ist doch nur «Buäbeseich».

Ex-Ultras und Mitglieder von Fanclubs sitzen in jeder «Zürich»-Redaktion eines jeden Medienhauses, in jeder Partei, im Stadtparlament. Wer sich gegen die «Fankultur» äussert, wird nicht nur von Ultras anonym verbal bedroht und angegriffen, nein, er muss sich auch von «einfachen Fussball-Fans» in seinem Umfeld anhören, dass er übertreibt, dass die doch eigentlich ganz anständige Jungs sind, die halt mal über die Stränge schlagen.

Zurück zum Vergleich: Niemand würde von einem jungen Salafisten, der mit einem Messer auf andere losgeht, behaupten, das sei nur «jugendlicher Leichtsinn», der mal zu weit gegangen sei.

Gewalt aus den Reihen der Fussball-Fanclubs ist seit Jahren ein Thema, aber eines, das immer wieder aus dem Fokus der Gesellschaft und der Medien verschwindet. Weil wir doch diesen Club auch mögen. Weil wir nicht wollen, dass unsere Herzensangelegenheit mit Hass und Gewalt in Verbindung gebracht wird. Kurz: Auf diesem Auge sind wir blind. Wir überlassen es den Fanclubs, die oft Boden für den fanatischen Ansatz sind, die Radikalisierung in ihren eigenen Reihen anzugehen, anstatt das gesellschaftliche Problem mit rechtsstaatlichen Mittel zu lösen, wie wir es bei jeder anderen Gruppe machen würden.

Das werden wir wohl machen, bis es Tote gibt. Und dann sprechen wir natürlich von einem «nicht vorhersehbaren Einzelfall».

Natürlich.

Das Ende des Nachtlebens!

Alex Flach am Montag, den 6. Februar 2017
Man kann nicht wissen, wie vollgepackt ein Dancefloor sein wird.

Man kann nie wissen, wie vollgepackt ein Dancefloor sein wird.

Was dem Physiker Schrödingers Katze, ist dem Zürcher Veranstalter seine Party. Ob sie lebt weiss er erst wenn er am Abend die Clubtür öffnet: Den Prognosen von Besucherzahlen wohnt tatsächlich häufig mehr von einem Kristallkugelgucken inne, als von einer ökonomisch akzeptablen Kombination aus empirischen Daten und fundierten Indikatoren.

Von ein paar wenigen Clubs und Labels, die über einen längeren Zeitraum bei jeder Türöffnung von Einlasswilligen überrannt werden abgesehen, trifft man in Zürichs Nächten vorwiegend auf Veranstalter, die entweder freudig überrascht bei der DJ-Booth stehen, oder halt eben enttäuscht und überrumpelt aus der Wäsche blinzeln. Somit: Wer einen Weg findet zuverlässige Prognosen zu Besucherzahlen abzugeben, der dürfte damit im Zürcher Nachtleben viel Geld verdienen.

Was sich diesbezüglich im Laufe der Jahre verändert hat, ist einzig der Umgang mit dem Wankelmut des Club-Publikums. Haben die Nachtleben-Macher früher noch verzweifelt nach dem Schlüssel zur Berechnung des Publikumszuspruchs gesucht, scheinen sie mittlerweile eingesehen zu haben, dass die Erfolgsaussichten für diese Suche ähnlich vielversprechend sind wie jene der Tüfteleien mittelalterlicher Alchemisten Blei in Gold zu verwandeln – man kann es wahlweise «Einsicht» oder «Resignation» nennen.

Jedenfalls werden Grossaufmärsche an Eröffnungsabenden, wie jener an der Tür des neuen Babette-Clubs an der Langstrasse am letzten Freitag nicht mehr überbewertet und das überraschende Ausbleiben von Clubbern in einzelnen Nächten mit erstaunlich stoischer Ruhe hingenommen. Es ist längst nicht mehr die einzelne Party, die zählt und selbst Durststrecken über mehrere Wochen lassen die Club-Profis nicht mehr mit panikerfülltem Blick über die nur halbvolle Tanzfläche taumeln: Man hat sich mit der Unberechenbarkeit der einzelnen Nacht arrangiert und rechnet nun einfach in längeren Zeitabständen.

Die einzigen Interessierten, die nicht müde werden dem Nightlife den Untergang zu prophezeien, sind jene die es nicht mögen. Sprich all die selbsternannten Fachkritiker, die unter jedem einschlägigen Onlinebeitrag dem Clubbing das nahe Ende vorhersagen. Jedoch ignorieren sie dabei, dass bei jedem Abstieg in eine Talsohle auf der anderen Seite ein neuer Gipfel grüsst: Der erwachsene Mensch verdrängt seine Alltagssorgen seit Jahrhunderten bei Schwatz und Tanz in öffentlichen Lokalen, mal häufiger, mal seltener.

Tatsache ist, dass Zürich heute über mehr von diesen Gaststätten verfügt als je zuvor, dass mit Babette, Gallery und Micro-Cosmos in diesen Wochen gleich drei neue Nacht-Lokale eröffnen. Fakt ist auch, dass der technische Fortschritt unzählige aufstrebende Clubmusiker hervorbringt, die den Musik-Clubs ihre Berechtigung sichern.

Mag sein, dass es heute mehr Zürcher Partys gibt, die nur dürftig besucht sind als beispielsweise in den 90er Jahren. Aber könnte es sein, dass das vornehmlich daran liegt, dass das enorme Wachstum des Zürcher Nachtlebens in den letzten 20 Jahren einer vergleichsweise geringfügig gestiegenen Bevölkerungszahl gegenübersteht? Clubbing geht nicht unter. Es verändert sich nur. Und das ist gut so.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Gretzky auf dem Dolder

Thomas Wyss am Samstag, den 4. Februar 2017

«Ja klar», werden Sie jetzt denken. «Gretzky auf dem Dolder, hahaha, versuchen sies wieder mit der Ködertaktik.» Und spätestens in der Hälfte des Textes ist der Lug und Trug offensichtlich. Was hätte der beste Eishockeyspieler der Geschichte überhaupt in Zürich verloren? Wahrscheinlich steht Gretzky hinter dem Tresen seiner Sportbar in Toronto und zapft friedlich ein paar Feierabendbiere.

Nun, die Replik auf diese Vermutung lautet «Jein». Gretzky war tatsächlich mal auf dem Dolder. Zumindest kurvte (ehrlicher: stolperte) vor 38 Jahren ein Jüngling in einem Shirt der Edmonton Oilers über das Eisfeld am Zürichberg, auf dem Leibchen prangte die Nummer 99, darüber stand der Name «Gretzky».

So viel zum Nein-Anteil des Jeins, der Rest ist dann wirklich etwas weniger wahr. Der erwähnte junge Mann, das war nämlich ich. Das Shirt bekam ich von meiner in Kanada lebenden Patentante geschenkt, nachdem sie erfahren hatte, dass ich ein Fan von «The Great One» war. Wobei ich ihn in jenen Jugendtagen nicht nur bewunderte, sondern wegen einer leichten Selbstwahrnehmungsstörung meinte, ihm praktisch auf Augenhöhe nacheifern zu können. Sollte alles optimal laufen, würde ich, da bloss knapp sechs Jahre jünger als er, eines Tages mit ihm und Jari Kurri bei den Oilers ein grandioses Angriffstrio bilden.

Diese Theorie deckte sich (wegen der genannten Störung) mit meiner Überzeugung. Darum zog ich das Gretzky-Shirt an, als ich mit Klassenkameraden (und -innen!) auf den Dolder ging. Als wir im Tram sassen, kam mir in den Sinn, dass mein letzter Dolder-Besuch ein halbes Leben her war, im Beisein der Eltern und auf doppelkufigen «Rutscherli».

Easy, dachte ich (lautmalerisch durchaus passend) – und dann haute es mich längsseits ein erstes Mal auf die Schnauze. Die Mädchen glaubten, ich hätte absichtlich den Tollpatsch gegeben; ihr Gekichere tilgte den Schmerz. Doch nach der dritten «Showeinlage» war ich durchschaut – umso mehr, als mir nun Blut aus dem Mund lief und ich Zahnbrösmeli spuckte; meiner Visage war beim verpatzten Bremsversuch eine Stange in die Quere gekommen. Und das im Gretzky-Shirt! (Dagegen sieht gar der grau melierte Dandy auf Brautschau, der direkt vor dem Nachtclub den Porsche abwürgt, weil er die Bremse mit der Kupplung verwechselt, noch ziemlich cool aus.)

Das einzig Gute daran: Für Kerls, die des Schlittschuhlaufens auch nicht mächtig sind, dies aber bis dato auch nicht wahrhaben wollten, gibt es keinen besseren Experten als mich. Hier die goldenen Regeln:

1. Menschen beeindruckt man mit Geld, Humor, Intelligenz, Wissen, ja, aber niemals mit Schlittschuhlaufen.

2. Drängt die potenzielle Frau fürs Leben auf dieses «romantische Dolder-Vergnügen»? Machen Sie beim Betreten des Eisfeld einen stupid aussehenden Ausfallschritt, dann fassen Sie sich an die Wade und rufen: «Dammisiech, voll eine Zerrung!» Problem gelöst.

3. Sie können nicht Schlittschuh laufen? Ja und, andere Menschen können nicht basejumpen oder tiefseetauchen – und die springen auch nicht spasseshalber mal von einem Felsen ins Leere oder lassen sich mit Beton an den Füssen in die Tiefe abseilen.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 3. Februar 2017

«Ich bin mein eigener Chef.»

Seit drei Monaten harrt Marianne W. auf der Treppe der Predigerkirche aus – bei Regen und Eiseskälte. Das Wetter macht ihr nichts aus. Sie zieht das Leben in der Kälte dem Obdachlosenheim vor. Wer ist diese mysteriöse alte Frau? (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Der Mann hat unglaublich viele PS.»

Ex-Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand sprach in Zürich über Geld und Geist. ACS-Präsidentin Ruth Enzler, Juristin und Psychologin, war vom Redner begeistert. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Früher war der Tod alltäglich.»

Radio- und TV-Original Hannes Hug überlistete einst einen Velodieb hinter dem Landesmuseum. Jetzt führt er Besucher durchs Haus – zu wilden Männern und toten Kindern. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Mein Ziel war nicht, Leute zu enttäuschen.»

In Wiedikon durften Anwohner für einen Laden Geschäftsideen vorschlagen. Doch eigentlich stand schon fest, was kommt. Jungunternehmer und Geschäftsinhaber Florian Glaser verteidigt seine Werbeaktion. (Foto: Werner Schüepp) Zum Artikel

 

«Soll müde Männer munter machen.»

SP-Regierungspräsident Mario Fehr auf die Frage, was er immer in seinem Kühlschrank hat. Seine Antwort: Milch. (Foto: Raisa Durandi)

 

«Viele Leute sind heute so lärmsensibel.»

Der städtische Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) erwägt, zwei Anlagen zu schliessen. Die Schützen protestieren, der Lärm könnte sich verdoppeln, weil man auf andere Anlagen ausweichen müsste. Laut Urs Stähli, Präsident des Zürcher Schiesssportverbands, haben sich allgemein die Zeiten für die Freunde des Schiesssports geändert. (Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Ich mag es, Leute zu irritieren.»

In Leipzig könnte er steuerfrei leben, doch Pidi Oelhafen lebt im Glattal. Seine Geschichte ist ein Schelmenroman, der noch zu schreiben wäre. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«So schön mit diesen vielen
Glühbirnen an der Decke.»

Die Samsung Hall in Stettbach feierte Eröffnung. Einer Frau aus dem Publikum haben es vor allem die Leuchtkörper angetan. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Letztlich geht es um eine Machtfrage.»

Der Jurist Tobias Jaag hat ein Gutachten über Wahlhürden verfasst. Den grossen Parteien gehe es um Macht. Aber kann ein EVP-Mann überhaupt neutral urteilen? (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«O Gott! Man sagt, es steigere die Potenz.»

Costa Ricas Botschafterin Isabel Montero weiss, weshalb die Schweizer  ihr Land so mögen. Wegen der Schildkröteneier, der Faultiere und der Unpünktlichkeit ihrer Landsleute. Unsicher ist sie allerdings, welche Wirkung der Verzehr solcher Eier hat. (Foto: Urs Jaudas)

 

«Ganz Zürich hat sich da mit Drogen versorgt.»

Sherry Weidmann ist der Verwalter der beiden berüchtigten, sogenannten Gammelhäusern im Kreis 4. Die Liegenschaften sind in der Zwischenzeit geräumt. Er sagt, wie es zu den unhaltbaren Zuständen kommen konnte. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann lieber Abwasch

Beni Frenkel am Donnerstag, den 2. Februar 2017

Lesung des Schriftstellers Jonathan Safran Foer im Zürcher Kaufleuten. (Foto: Beni Frenkel)

 

Montag ist mein Glückstag. Seit ich beim «Stadtblog» schreiben darf, nehme ich mir den Montagabend frei. Ich sage dann zur Frau: «Du, Schatz, ich muss leider wieder auf Recherche gehen.» Sie seufzt dann immer. Denn das bedeutet für sie, dass sie nun alles selber machen muss: Abendbrot vorbereiten, Kinder ins Bett bringen, Abwasch machen.

Ich hingegen stürze mich ins Nachtleben. Aber ich könnte auch in einer Regenpfütze liegen und trotzdem lachen. Kein Abwasch! Kein Herumschreien! Kein Aufräumen!

Meistens gehe ich am Abend, wohin mich meine Füsse tragen. Ich laufe zickzack durch die Stadt. Einmal hier, einmal dort, Hauptsache fort. Diesen Montag lief ich am «Kaufleuten» vorbei. Zwei Vorlesungen standen an: Minna Lindgren, eine finnische Altersheim-Schriftstellerin und Jonathan Safran Foer, amerikanischer Schriftsteller. Ich fand Safran und Foer zwei sehr lustige Namen und entschied mich für den Ami. Das wird sicher great.

Vor der Abendkasse stand ein Zweimetermann. «Alle Sitze ausverkauft.» – «Ich kann auch stehen.» – «Nee, das geht nicht wegen den Brandschutzregeln. Aber wissen sie was? Versuchen sie es fünf Minute vor Lesungsbeginn. Da lässt sich was machen. Sind ja viele Menschen krank zurzeit.» Ich zählte mein Geld zusammen. 25 Franken fürs Ticket und eine 10-Franken-Note für die guten Dienste.

Dann liess ich mich auf ein Sofa fallen. Warten. Warten. Warten. Ich erkannte einen ehemaligen Arbeitskollegen. Er hielt zwei Tickets in der Hand und eine hübsche Dame an der Hand. Ich hustete in ihre Richtung. Aber die beiden lachten nur und gingen weiter. Darf man so mit mir umgehen? Endlich. Fünf vor acht Uhr. Ich lief zur Abendkasse und wedelte mit den Geldscheinen. «Tut mir leid», so die Abendkassendame, «restlos ausgebucht. Wirklich, es tut mir leid.»

Wütend und wortlos stürmte ich nach draussen. Jetzt habe ich eine Stunde für nichts verplempert. Das ist ja fast so schlimm, wie die Kinder ins Bett bringen.

Dem Safran Foer zeigte ich in Gedanken meinen besonders langen Stinkefinger. «Wie kann ich mich jetzt an der Literatur rächen?», durchschoss es mein Gehirn. Das böse Teufelchen in mir sagte: «Bücherverbrennen.» Das gute Teufelchen aber meinte: «Bücherverbrennen? Hallo, es regnet draussen.»

Soll ich zur Lesung von Minna Lindgren gehen? Altersheim-Prosa? Nur das nicht. Dann lieber Abwasch.

Die Summe des Alltags

Miklós Gimes am Mittwoch, den 1. Februar 2017

Manchmal, wenn ich vor dem leeren Bildschirm sitze, gehe ich die Agenda durch. In der Hoffnung, etwas zu finden, worüber ich schreiben kann. Oder dass wenigstens die Summe des Alltags grösser ist, als dessen einfache Bestandteile. Dienstag vor einer Woche war ich an ein Geburtstagsessen eingeladen, ins Restaurant Kokoro, das bedeutet auf Japanisch «von Herzen». Ich war noch nie dort, aber mein Sohn spielt mit einem Jungen Fussball, dessen Vater das Lokal führt.

Es ist noch nicht lange her, dass er aufgemacht hat, und schon schwärmt die halbe Stadt davon. Dabei ist es ein unscheinbares Lokal an der Neufrankengasse, man sitzt eng, wie früher in den Kneipen im Kreis vier. Aber das Essen, es ist richtig gut. Man teilt mit den anderen, was auf den Tisch kommt, auch die Desserts sind toll, es ist wie zu Hause, eine Stube, man redet und redet, hat längst vergessen, wo man ist, Japan, Zürich. Am nächsten Abend hatte mich Peter Scheiner an die Vorpremiere seines Films eingeladen, in den Saal der Israelitischen Cultusgemeinde. Scheiner wohnt in Kilchberg, man sieht sich manchmal im Bus, er fährt zwar lieber Velo, ein drahtiger Mann mit dichtem, ausgebleichtem Haar.

Sein Vater hat das Konzentrationslager Mauthausen überlebt, Scheiner war knapp dreissig, als er mit ihm hinfuhr. Der Vater hat ihn herumgeführt, doch später plagte Scheiner das Gefühl, er sei nicht bei der Sache gewesen. Jetzt hat Peter Scheiner als eine Art Wiedergutmachung einen Film gemacht. Er handelt von den letzten Tagen des Vereins der Überlebenden des Holocausts in der Schweiz, eine wehmütige und liebevolle Vereinschronik, der Film heisst «Ende der Erinnerung?» Das war auch die Frage die den voll besetzten Saal bewegte, was geschieht mit der Erinnerung, wenn die Überlebenden nicht mehr da sind? Wenn sie nicht mehr berichten können, wie Eduard Kornfeld, einer aus dem Film, der schon Schulhäuser in Zürich besucht hat, meine Tochter hat mir damals erzählt, wie die Klasse stumm wurde, klein, fassungslos.

Am Ende ergriff ein älterer Herr in der Cultusgemeinde das Wort, auch er ist im Film zu sehen. «Alles falsch!», schmetterte er in den Saal, «wir reden immer vom einem Holocaust, dabei gibt es deren fünf.» Dann zählte er auf, die Vernichtung der Juden zu babylonischer Zeit, später durch die Römer, dann die Vertreibung aus Spanien im Jahr 1492.

Der vierte Holocaust sei der Völkermord der Nazis. Und der fünfte habe am elften September 2001 angefangen: Die Vernichtung der Juden, der Christen und der gemässigten Muslime. Am nächsten Vormittag sah ich an einer Pressevorführung «Rabin the Last Day», den meisterhaften Film von Amos Gitai über die Ermordung des israelischen Präsidenten Itzak Rabin. Ich gehe selten in Pressevorführungen, der Zufall hatte mich an diesem Morgen ins Kino Alba geführt, und als ich nach drei Stunden wieder in die Kälte hinaustaumelte, wusste ich, dass der fünfte Holocaust nicht am elften September 2001 angefangen hat, sondern am 4. November 1995, als Rabin erschossen wurde, von einem jüdischen Siedler, an einer gewaltigen Kundgebung für den Frieden in den Strassen von Tel Aviv. Der Rest ist Geschichte.

Mitleid mit den Amis

Réda El Arbi am Dienstag, den 31. Januar 2017
Die Amis bekommen eine Art Flüchtlingsstatus in der Schweiz.

Die Amis bekommen eine Art Flüchtlingsstatus in der Schweiz. (Bild: Roland Zumbühl, www.picswiss.ch)

Ein guter Freund der Familie, ein Wissenschaftler mit iranischen Wurzeln aus dem Raum Zürich, musste als Folge von Trumps Muslim-Bann seine Flüge in die USA für dieses Jahr absagen.

Die Reaktion seines Umfelds war zurückhaltend empört. Er durfte also nicht mehr in die USA. Aber er kann noch immer in jedes andere Land, das ihm gefällt. Damit kann man leben. Unterschwellig ist er eine Art Held, weil er direkt von den Wirren der Weltpolitik betroffen ist. Das passiert in Zürich nicht so oft.

Viel mehr Mitgefühl zeigt mein Umfeld für die US-Amerikaner in Zürich. Es ist irgendwie wie in diesen Erdbeben-Situationen: Man findet es schade, dass man den Urlaubsflug umbuchen muss, aber das echte Mitgefühl gilt den armen Leuten im Katastrophengebiet. Es ist unfair, dass der Iran-Schweizer nicht in die USA fliegen kann, aber die Leute, die wieder dahin zurück müssen, tun uns viel mehr leid.

Jedes Mal, wenn ein US-Ami den Raum betritt senken die Leute den Blick. Es ist, als ob ein naher Verwandter Krebs hätte und man nichts dagegen tun kann. Wir versichern unseren Ami-Freunden immer wieder, dass wir sie trotzdem lieb haben. Dass sie nichts dafür können und dass wir in diesen schweren Stunden für sie da sind. Wenn jemand einen Trump-Witz macht («Trump wird nie eine Atomrakete abfeuern» – «Dem Irren trau ich alles zu» – «Ja schon, aber man muss dazu einen 16-stelligen Code fehlerfrei eingeben …»), und ein Ami stösst dazu, hat man das Bedürfnis, sich für die Pietätlosigkeit zu entschuldigen. Die US-Amerikaner bekommen eine Art geschützten Flüchtlingsstatus in der Schweiz.

Es ist ja nicht so, dass die Amis es vorher leicht gehabt hätten. Ich hab auf meinen Reisen US-Amerikaner getroffen, die sich als Kanadier ausgaben, um Anfeindungen wegen Bush und den Irak-Kriegen auszuweichen. Aber Trump hat den europäischen Anti-Amerikanismus aufgelöst. Seit Anfang Jahr müssen sich die Amis in Zürich nicht mehr harten Diskussionen über die US-Politik stellen, sondern sie werden geschont. Sie sind nicht die Täter, sie sind die Opfer.

Meine Frau hat ihren US-Studenten und Doktoranden unser Gästezimmer angeboten, falls sie nicht mehr zurück wollen oder können. Meine linken Freunde organisieren Online-Petitionen, mit denen die Demokratie in den USA gerettet werden soll.

Ich persönlich habe meine USA-Reise für 2017 auch abgesagt. Ich dachte mir, ich geh dann 2021 mit dem Hilfswerk «Demokraten ohne Grenzen» und helfe beim Wiederaufbau.

Die Unermüdliche

Alex Flach am Montag, den 30. Januar 2017
Freundlich hinter der Bar - ohne auszubrennen.

Freundlich hinter der Bar – ohne auszubrennen. Foto: Amanda Nikolic.

Susan Peter steht seit 18 Jahren hinter der Bar des Supermarkets, mit einem ein-, zweijährigen Unterbruch, während dem sie an jener des «alten» Q gearbeitet hat. Dabei war sie den meisten ihrer Gäste (und es waren abertausende) ein bekanntes Gesicht mit einem unbekannten Menschen dahinter: Derweil man als Barkeeper in einer Bar die Musse hat die Leute in Gespräche zu verwickeln, ist das Bartending in einem gut laufenden Club mehr Hochleistungssport mit Marathon-Charakter. Für den Barkeeper und seinen Kunden bleibt keine Zeit sich kennenzulernen, erst recht nicht wenn man an einer 360 Grad-Bar arbeitet wie Susan und die Durstigen nicht nur vor sondern auch hinter einem nach Flüssigem lechzen.

Sie generiert die Job-Nestwärme denn auch nicht aus der Interaktion mit ihren Gästen, sondern aus dem Team: «Die Supermarket-Belegschaft ist eine über viele Jahre zusammengewachsene Familie, heute mehr denn je. Wenn man so lange zusammenarbeitet, dann ist ‚Familie‘ auch keine leere Floskel mehr». Susan ist es wichtig, dass an dieser Stelle der Zusammenhalt im Club hervorgehoben wird.

Sie selbst hat keine Kinder, obschon sie sich früher gerne als Mutter gesehen hätte. Trotzdem ist Babysitten Teil ihres derzeitigen Lebensentwurfs: Sie hat vor zwei Jahren ihren Wochenjob in einer Zahnarztpraxis gekündigt, um sich eine Weile auf die für sie wesentlichen Dinge des Lebens zu fokussieren, und dazu zählen für sie vor allem das Hüten der Kinder einer Freundin und ehemaligen Kollegin, sowie das Kümmern um die betagte Grossmutter. Sie lebt somit ausschliesslich von dem, was sie an der Supermarket-Bar verdient. Sie brauche nicht viel Geld, habe für das Leben, das sie sich ausgesucht hat, auch ihren Lebensstandard auf ein spartanisches Niveau heruntergeschraubt. Das sei es ihr aber wert.

Dass sie ihr Job nicht bereits nach zwei, drei Jahren ausgebrannt hat, wie so viele ihrer Kollegen und Kolleginnen, liegt wohl daran, dass sie den ganzen Trubel und die Hektik im Club als Energiequelle sieht und nicht als etwas, was Energie kostet. An ihrem Job würden ihr alleine Gäste auf die Nerven gehen, die um mehr Wodka im Glas oder um Freidrinks betteln, denen nicht klar sei, dass ein Clubbetrieb Geld kostet: “An der Migros-Kasse fragt ja auch keiner, ob er zu seinem Einkauf noch eine Tafel Schokolade gratis dazu kriegt”.

Warum es dann so viele im Club tun, will auch ihr nicht in den Kopf. Was sie hingegen geniesst, ist die mütterliche Rolle für weibliche Clubgäste, die erst kurz vor ihrem Stellenantritt im Supermarket zur Welt gekommen sind: «Es kommt schon vor, dass ich Mädels sage sie sollen doch bitte auf ihre Freundin aufpassen, die gerade penetrant von einem zwielichtigen Typen angebaggert wird». Susan schmunzelt.

Zum Schluss blickt mich die bescheidene Schwarzhaarige mit den melancholischen Augen entschuldigend an und meint es täte ihr leid, dass sie nicht viel Aufregendes zu erzählen habe: Sie sei halt schon eine eher langweilige Person.

Jetzt muss ich schmunzeln.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 27. Januar 2017

«Arbeiten und meinen
Verpflichtungen nachkommen.»

Angela Magdici, die Ex-Gefängnisaufseherin, die ihren Geliebten Hassan Kiko aus der Zelle befreit hat, wurde zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. Bezüglich Zukunftspläne weiss die 33-Jährige genau, was sie will. (Foto: Walter Bieri/Keystone) Zum Artikel

 

«Eine Erleichterung für alle.»

Die Bluttat im Zürcher Seefeld ist geklärt. Nach monatelanger Suche wurde der flüchtige Tobias Kuster erwischt, als er illegal im Darknet eine Waffe zu kaufen versuchte. Sichtlich froh über die Festnahme war SP-Justizdirektorin Jacqueline Fehr, als sie diese Woche vor den Medien die Verhaftung des Täters bekannt geben konnte. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Suchen muss seine
Wohnung noch jeder selber.»

Nadia Loosli verschickt seit fast  täglich einen Newsletter mit Zürcher Wohnungsinseraten. Das braucht Nerven und der Umgang mit ihren Kunden viel Fingerspitzengefühl. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

 

«Dieser Ort spornt mich so richtig an.»

Nächste Woche eröffnet an der Zürcher Langstrasse 83 ein neuer Club – wieder einmal. Viele sind an diesem Haus allerdings gescheitert, darunter auch die Stadt. Eine verhexte Adresse. Für Betreiber Patrick Etter ist genau dies die Motivation, sein Glück an diesem Standort zu versuchen. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

 

«Irgendwann fehlt die
Energie zum Weiterkämpfen.»

Hannes Zürrer, Vizepräsident des Verein Pro Uetliberg, sagt, was ihn am neuen Gestaltungsplan für den Zürcher Hausberg stört. Aber er macht gleichzeitig auch klar, dass dieser Rekurs für ihn und seine Mitstreiter die letzte Runde im jahrelangen Kampf gegen den umtriebigen Wirt auf dem Zürcher Hausberg sein könnte. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Was wissen Sie, wie viel ich verdiene.»

An der Unternehmenssteuerreform III scheiden sich die Geister: SVP-Regierungsrat Ernst Stocker hält sie für dringend nötig, SP-Nationalrätin Jacqueline Badran lehnt sie ab. Die Abstimmung dazu findet am 12. Februar statt. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Ab und zu lohnt es sich,
eine Krankheit zuzulassen.»

Brigitte Kurath hat sich auf natürliche Heilmittel spezialisiert. Sie findet: Hausmittelchen müssen in erster Linie vor allem einfach anzuwenden sein. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

 

«Ich habe Heimweh. Vermisse meine Freunde,
die Schule, einfach alles.»

Vor sieben Monaten wurden die Schwestern Marha und Linda von Kilchberg nach Tschetschenien ausgeschafft. Noch immer sind sie dort nicht richtig angekommen. (Foto: Privat) Zum Artikel

 

«Museen sind traditionell langsame Dampfer.»

Trotz eines hohen Defizits ist der Weiterbetrieb des Fifa-Museums in Zürich offenbar nicht gefährdet. Doch es könnte zu mehr Entlassungen kommen, als bisher befürchtet. Und der Restaurantbetrieb wird wohl ganz eingestellt. Museumswissenschaftler Bernhard Tschofen  von der Universität Zürich ist der Meinung, dass Museum habe im ersten Jahr mit 130’000 Besuchern ein gutes Resultat erzielt. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Ich stelle mein Handy nie ab.»

Die Eiskunstläuferin Denise Biellmann auf die Frage, wann sie es das letzte Mal bedauert hat, ihr Handy nicht ausgeschaltet zu haben. (Foto: Reto Oeschger)

 

 

 

 

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