Velostrassen für Weicheier

Réda El Arbi am Mittwoch, den 10. August 2016
Lasst sie nur kommen!

Lasst sie nur kommen!

Ein paar von diesen linksgrünen Kuschelpolitikern wollen in der Stadt eine Art  Schutzgebiet für Velofahrer einrichten. Strassen, in denen Velofahrer besonders geschützt sind und natürlich diese sogenannten Velowege. Und natürlich haben die Autolobby und die Benzinjunkies gleich aufgeheult. Und ich als Hardcore-Biker bin für einmal völlig ihrer Meinung.

Ich meine, wo bleibt denn da der Spass? Nur schon an den Kreuzungen. Wo soll ich mich abstützen, während ich mit einer Hand meinen Soundtrack für die Kopfhörer auf dem Handy programmiere, wenn da keine BMWs neben mir halten? Soll ich auf den Anblick der unsicheren Gesichter verzichten, wenn die Autofahrer neben mir nicht wissen, in welche Richtung ich mein Velo losschiessen lasse, kurz bevor es grün wird? In welchen Rückspiegeln soll ich denn meine coole Frisur überprüfen, wenn die Autos nicht mehr in meine Nähe kommen? Es macht einfach keinen Spass, wenn man nicht zwischen den stehenden Autos hindurch Abkürzungen nehmen und den frustrierten Pendlern in ihren Blechkisten den Finger zeigen kann.

Aber selbst wenn ich kaum je an einer Kreuzung halte, sondern  immer bei Rot zwischen dem Verkehr hindurchbrettere, wäre der Verlust vom Anblick von roten Köpfen nahe an einem Herzinfarkt eine herbe Einbusse in meiner Lebensqualität. Auch würde ich das vergnügliche  Slalomfahren zwischen betagten Fussgängern auf dem Trottoir ausserordentlich vermissen. Das knappe Bremsen mit quietschendem Gummistrich, um Kinderwagen in der Fussgängerzone auszuweichen, hat mir schon ein paar Mal den Tag versüsst.

«Die Velostrassen und die Velowege sind zum Schutz der Velofahrer da!», meinen dann diese Weicheier. Ich bin kein Opfer! Ich habe extra Fahrradschuhe. Ähnlich wie Fussballschuhe, einfach mit den Nägeln an der Seite, um all die Autos abzuwehren, die mir wirklich zu nahe kommen.  Auf meinem Bike klebt ein Sticker mit «Ride to Kill!» und daheim hab ich eine Sammlung toter Rückspiegel, die ich in vollem Gallopp erbeutet habe. Ein paar Mercedessterne von früher sind auch dabei, und ein ganzer Wald kleiner Gummiantennen. Ich muss mir auch keine rechtlichen Sorgen machen. Kommt mir so eine Blechbüchse zu nahe, leg ich mich einfach mit dem Rad hin und verklage den Autofahrer wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs. Ich bekomme immer Recht. Weil ich David bin und der Benziner Goliath. Und wie wir alle wissen, hat David gewonnen.

Es ist ein Dschungel da draussen und nur die Fittesten überleben. Ich bin gerüstet. Jetzt Schutzzonen da draussen einzurichten, verfälscht die Kräfteverhältnisse. Wir Biker müssen uns nicht ducken, wir müssen aufrüsten und noch härter zuschlagen, wir müssen uns zusammenrotten und die Strassen zurückerobern. Bis die Autofahrer freiwillig den Städten fernbleiben. «Kein Radbreit den Automobilisten!» schreie ich da und stürze mich in den Verkehr!

Oder vielleicht doch lieber bessere Velowege und einige Velostrassen? Was meint ihr,  liebe Automobilisten?

Keine Liebe für Lovemobiles

Alex Flach am Sonntag, den 7. August 2016
DJs, die nicht vom Motorengeräusch zu unterscheiden sind: Keine Seltenheit an der Street Parade.

DJs, die nicht vom Motorengeräusch zu unterscheiden sind: Keine Seltenheit an der Street-Parade.

Hierzulande kann man immer häufiger zu Sets von Frauen wie Patrischa, Eli Verveine, Honorée, Frau Hug oder Vanita tanzen. Sie alle spielen in den besten Clubs mit subkultureller Programmierung wie der Friedas Büxe, dem Basler Nordstern oder dem Supermarket. Auch die Bernerin Carol Fernandez vermag sich seit längerer Zeit in der Männerdomäne DJing zu behaupten. Im Unterschied zu den Genannten ist sie aber in sehr kommerziellen Gefilden zuhause, samt Gastauftritten bei der SRF-Sendung Glanz & Gloria. Ähnlich wie die Ostschweizerin Tanja La Croix vermarktet sie sich denn auch nicht primär über ihre Musik, sondern mit peppigen Modelfotos.

An der Street-Parade vor zwei Jahren hat Fernandez ein Zeichen gesetzt, das man trotz Absenz von Absicht als Statement interpretieren kann, und hat den ehemaligen Sidekick von Harald Schmidt und heutigen Ballermann-DJ Oliver Pocher auf ihr Lovemobile gebucht. Klar… dieses Booking war wohl eher das Resultat einer enormen Fehleinschätzung der Ansprüche leidenschaftlicher Raver, aber trotzdem hat sie damit die Entwicklung auf den Punkt gebracht, welche die Zürcher Clubs von der Street-Parade fernhält: Die Musik die von den Lastwagen runterdonnert ist mehr Tortur als Kunst und hat nichts mit dem zu schaffen, was beispielsweise in einem Club Zukunft läuft – dort würde man Pocher und Fernandez wenn nötig mit Gewalt von den Plattentellern fernhalten.

Auch in diesem Jahr lässt einen die Durchsicht der Lovemobile-DJs erschaudern. Klar gibt es Ausnahmen wie beispielsweise das «Mimmo & Friends»-Lovemobile mit DJs wie Dario D’Attis oder Mirco Esposito oder das „Black & White Lovemobile“ auf dem unter anderem das Mad Katz DJ Team zugange ist. Aber alles in allem wünscht man sich bei den meisten Lovemobiles die Motoren wären lauter als das Soundsystem. Ganz anders sieht es hingegen auf den Bühnen aus: Der Street-Parade-Booker Robin Brühlmann hat ganze Arbeit geleistet und seine acht Stages hochkarätig besetzt. Loco Dice, Mind Against, Martin Buttrich, Pan-Pot und Steve Lawler sind nur ein paar der grossen DJs die da spielen.

Vor diesem Hintergrund ist die Idee zu sehen, die neulich in den sozialen Medien aufgetaucht ist, man könnte doch die Lovemobiles abschaffen und die Street-Parade zum elektronischen Festival umbauen. Dieser Gedanke ist nicht neu und es waren bereits zögerliche Ansätze zu beobachten aus der Parade ein mehrtägiges Happening analog der Sonàr in Barcelona zu machen. Jedoch sollte auch dann keinesfalls auf den Lastwagen-Umzug verzichtet werden: Auch wenn der Zürcher die Lovemobiles nur noch als akustisches Ärgernis sieht, so sind doch sie es, die die Street-Parade so einzigartig machen. Egal wie scheusslich der Sound bisweilen ist: Die Lastwagen sind als Herzstück und ultimativer Wiedererkennungswert der Street-Parade nicht ausklammer- oder abschaffbar. Egal wie man’s dreht und wendet: Soll sich was ändern müssen die Clubs mit eigenen Lastwagen zurück an die Strecke. Je früher desto besser.

Alex-Flach2-150x150 (1)Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 5. August 2016

«Du bist das Gesicht der Ausstellung,
also sei freundlich und hilfsbereit.»

350 freiwillige Helfer standen bislang an der Manifesta 11 im Einsatz. Ein Nachmittag in ihrer Mitte erlaubt eine Bilanz aus dem Inneren. TA-Redaktor Thomas Wyss wagte sich als Manifesta-Volunteer unter die Besucher. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 «Die einen sind mit 65 Jahren noch fit,
die anderen mit 60 ausgebrannt.»

Anton Schaller, Präsident des Zürcher Senioren- und Rentnerverbands, fordert neue Arbeitsmoselle für rüstige Rentner. Die Anzahl der Erwerbstätigen über 65 Jahre hat sich in der Schweiz in den letzten zehn Jahren verdoppelt. (Foto: André Springer, ZSP)

Anton Schaller, Präsident des Zürcher Senioren- und Rentnerverbands, fordert neue Arbeitsmodelle für rüstige Rentner. Fakt ist: Die Anzahl der Erwerbstätigen über 65 Jahre hat sich in der Schweiz in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Aber nehmen Senioren mit voller Pensionskasse nicht den Jungen den Job weg? (Foto: André Springer, ZSP) Zum Artikel

 

«Ich will Leuten mit einfachen Mitteln
Spass bereiten.»

Er setzt auf Kino ohne Kabel. Christof Seiler hat sich einen Namen geamcht mit dem Cinema Solaire. Für seine Velo-Disco braucht er drei Fahrräder und zwei Anhänger. Aber bestimmt keine Steckdose. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

Er setzt auf Kino ohne Kabel: Christof Seiler hat sich einen Namen gemacht mit dem Cinema Solaire. Für sein neuestes Projekt, eine Velo-Disco, braucht er bloss drei Fahrräder und zwei Anhänger. Aber bestimmt keine Steckdose. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Ich brauche ihn für den Samstageinkauf
oder für Extrafahrten.»

Was ist das denn auf Zürichs Strassen? Ab und zu taucht dieses seltsame Gefährt der VBZ auf den Strassen der Stadt auf. Der aussrangierte Kleinbus war schon bei der Anschaffung ein Unikum. Heute gehört der Bus Peter Kamm, der in das Fahrzeug rund 2000 Renovierungsstunden steckte. (Foto: Marc Hanselmann)

Was ist das denn das? Ab und zu taucht dieses seltsame Gefährt der VBZ auf den Strassen Zürichs auf. Der ausrangierte Kleinbus war schon bei der Anschaffung ein Unikum. Heute gehört der Bus Peter Kamm, Autor von vier Büchern über die VBZ. Er hat das Fahrzeug in rund 2000 Stunden wieder renoviert und aufgemöbelt. (Foto: Marc Hanselmann)

 

«Wollen wir golfen, Holde. Nein!»

TA-Redaktoren versuchen sich in einer Sommerserie als Olympionik, Jürg Rohrer versuchte sich als Golfer. Aber schon nach zwei Stunden Golfkurs war für ihn klar: Das Spiel hat seinen Reiz. Aber Berge sind reizvoller als Löchter. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

TA-Redaktoren versuchen sich in einer Sommerserie in olympischen Disziplinen. Jürg Rohrer wählte die Sportart Golf. Aber schon nach zwei Stunden Kurs auf dem Platz und mit professioneller Anleitung war für ihn klar: Das Spiel hat zwar seinen Reiz. Aber Berge sind viel reizvoller als Löcher. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

«Unser Geschäft ist die Diskretion.»

(Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

Sabine Steinhorst jagt nach den grossen Namen der Wirtschaft. Das Geschäft der Headhunterin basiert auf absoluter Verschwiegenheit. Verraten sei: Ihr Finderlohn beträgt 175 000 Franken. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

«In der Sommerflaute helfen die Araber enorm.»

Innert drei Jahren hat sich die Zahl der Touristen aus den Golfstaaten in Zürich fast verdoppelt. Nun reagieren die Restaurant und Geschäfte. Sie stellen beispielsweise Mitarbeiter an, welche die Kundschaft in ihrer Muttersprache (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

Innert drei Jahren hat sich die Zahl der Touristen aus den Golfstaaten in Zürich fast verdoppelt. Nun reagieren die Restaurants und Geschäfte. Sie stellen Mitarbeiter an, welche die Kundschaft in ihrer Muttersprache bedienen. Auch Bernhard Blum, Juwelier am Pelikanplatz, ist froh über die Präsens der arabischen Sommertouristen. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Es traf nur eine einzige Anmeldung bei uns ein.»

Seit einem halben Jahr dürfen Private Pflanzkisten auf öffentlichem Stadtgrund aufstellen. Das Tiefbauamt will mit der einem neuen Angebot für mehr Begrünung sorgen. Allerdings stossen die Kisten bis jetzt auf nur geringes Interesse, wie deren Sprecher Stefan Hackh sagt. Wer wissen will, wie diese Pflanzkisten in natura aussehen: Am Bullingerplatzs stehen sechs davon. (Foto: Doris Fanconi)

Seit einem halben Jahr dürfen Private Pflanzkisten auf öffentlichem Stadtgrund aufstellen. Das Tiefbauamt will mit der einem neuen Angebot für mehr Begrünung sorgen. Allerdings stossen die Kisten bis jetzt nur auf geringes Interesse, wie deren Sprecher Stefan Hackh sagt. Wer wissen will, wie diese Pflanzkisten in natura aussehen: Am Bullingerplatzs stehen sechs davon. (Foto: Doris Fanconi)

 

«Keep rocking – auch du, Grosi.»

Seine Eltern prophezeiten ihm einst, dass Rockmusik keine Zukunft habe - aber er machte sie trotzdem. Chris von Rohr, Musiker und Produzent, trat am 1. August in der Zürcher Vorortsgemeinde Dietlikon als Redner auf. Die Bevölkerung war begeistert. (Foto: Thomas Egli) Zum Artiikel

Seine Eltern prophezeiten ihm einst, dass Rockmusik keine Zukunft habe – aber er machte sie trotzdem. Chris von Rohr, Musiker und Produzent, trat am 1. August in der Zürcher Vorortsgemeinde Dietlikon als Redner auf. Die Bevölkerung war begeistert. (Foto: Thomas Egli) Zum Artikel

Flüssiger Reichtum

Réda El Arbi am Dienstag, den 2. August 2016
Baden im Reichtum: Kinder im Trinkwasserbrunnen.

Baden im Reichtum: Kinder im Trinkwasserbrunnen.

Am Flughafen in Dubai gibt es eine Wasserwand, an der 24 Stunden Wasser als Vorhang in ein Becken herunterfällt. Für uns Schweizer ist das eine nette Spielerei. Wir überlegen uns vielleicht, wie sie es hinkriegen, dass das wie ein Tuch und nicht in Tropfen fällt.

Für die Leute aus dieser Region ist diese Wasserwand ein Statusstatement, das nicht mal von einem Brunnen mit flüssigen Gold überboten werden kann. Wasser ist hier, am Rande der Wüste, ein Zeichen von Leben und Macht. Wasser ist hier purer Reichtum. Und natürlich kann man das Zeugs nicht trinken. Es ist chemisch aufbereitet und wird über einen Pumpenkreislauf immer wieder in den Vorhang gespiesen. Trinkwasser muss man hier in Plastikflaschen von Nestlé & Co kaufen.

Vor ein paar Wochen beobachtete ich zwei Nordafrikaner am Sechseläutenplatz, wie sie die aus dem Boden schiessenden Fontainen, in denen ein kleiner Junge herumrannte und glitzerende Wassertropfen verspritzte, anstaunten. Ich dachte mir nicht viel dabei. Bis ich mich daran erinnerte, wie mein Vater vor 30 Jahren Gäste aus der Wüste nach Hause brachte, die damals unsere Wasserspülung im WC bestaunten. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass wir unsere Fäkalien mit 5 Liter Trinkwasser aus den Häusern spülen. Für Menschen, die nicht in einer so wasserreichen Gegend aufwuchsen, ist das etwa gleich, wie wenn man Zigarren mit 100er-Noten anzündet.

Zürich ist mit seinen 1200 Trinkwasserbrunnen und dem alten Brunnenrecht die perfekte Antithese zur weltweiten Gier nach privatisiertem Wasser. Jede Siedlung, jedes Quartier hat seine alten und neuen Brunnen, entweder von der Trinkwasserversorgung oder von einer gefassten Quelle. Jedesmal, wenn wir einen Schluck Wasser von einem unserer Brunnen nehmen, weint ein Nestlé-Manager bittere Tränen. Füllen wir eine mitgebrachte Metall- oder Glasflasche, muss einer von ihnen in eine Burnout-Klinik.

Vielleicht sollten wir uns wieder etwas bewusster werden, dass die meisten Menschen keinen so einfachen Zugang zu Trinkwasser haben. Und ich spreche nicht nur von 2.- und 3.-Weltländern. Wer in London mal versucht hat, mit Wasser aus dem Hahn einen Kaffee aufzubrühen, weiss, von was ich spreche. Es geht gerade so zum Zähneputzen und Duschen.

In einer Zukunft, in der Wasser ein rares Gut ist, sind wir auf der sicheren Seite, wieder mal. Und genau darum sollten wir uns vielleicht dafür einsetzen, dass es nicht eine Schweizer Firma ist, die den Einwohnern in wasserarmen Gegenden das Grundwasser abgraben und ihnen dann, in erdölgefertigten Plastikflaschen, wieder verkauft. Wasser ist ein Grundrecht, kein Lebensmittel.

Ich bin dann von Dubai weiter nach Südafrika. Hier hat ein grosser Teil der Landbevölkerung extrem schlechten Zugang zu Trinkwasser. Ausser sie kaufen es von …

Der geknebelte, türkische Freund

Réda El Arbi am Dienstag, den 26. Juli 2016
Denunzianten versuchen die Meinungsfreiheit in der Schweiz zu unterdrücken.

Denunzianten versuchen die Meinungsfreiheit in der Schweiz zu unterdrücken.

Kaum einer getraut sich noch, sich öffentlich zu äussern, egal ob in der Schweiz lebender Türke oder türkischstämmiger Schweizer, die Aufrufe zur Denunziation von Erdogan-Kritikern haben die türkische Gemeinschaft getroffen. Persönliche Drohungen und die Möglichkeit, dass der türkische Staat Terrorprozesse gegen Erdogan-Kritiker in der Schweiz führt, hat die türkische Gemeinschaft erschüttert. Ich habe mit einigen Bekannten gesprochen.

Ahmet 1* lebt seit 37 Jahren in der Schweiz, er und seine Kinder sind Schweizer: «Ich hab meinen beiden Söhnen gesagt, dass sie vorsichtig sein sollen, dass sie ihre Facebook-Accounts von kritischen Posts reinigen sollen. Sie sind da lockerer, aber sie kennen die Verhältnisse in der Türkei auch nur aus den Ferien. Wir Älteren sind uns eher bewusst, wie es aussieht, wenn du ins Visier der falschen türkischen Gruppe kommst. Auch wir äussern uns nur noch politisch, wenn wir wirklich unter vertrauenswürdigen Freunden sind. Wir fürchten nicht um uns selbst, wir haben inzwischen hier unsere Heimat. Aber jeder von uns hat Familie in der Türkei.»

Ahmet 2* ist 32, er ist in der Schweiz geboren: «Weisst du, es ist nicht die Politik. Wir Türken hatten schon immer unterschiedliche Auffassungen, was das Beste für die Türkei sein soll. Wir konnten uns beim Kaffee über die politische Zukunft der Türkei anschreien, und gaben uns beim Abschied die Hand. Mit der Möglichkeit, einen unliebsamen Gegner bei der Geheimpolizei anzuschwärzen, haben sich die Machtverhältnisse geändert. Wir misstrauen einander. Alte Rechnungen können plötzlich gefährlich werden. Du musst kein Erdogan-Gegner oder Gülen-Freund sein, wenn jemandem deine Nase nicht gefällt, oder du ihn vor ein paar Jahren beleidigt hast, ist jetzt plötzlich ein Instrument für die Rache da. Es ist, als ob man jedem Türken eine geladene Waffe in die Hand gedrückt hätte.»

Ahmet 3* ist seit 42 Jahren in der Schweiz, er ist Türke: «Viele junge Männer beginnen sich aufzuspielen. Erdogan gibt ihnen die Illusion von Grösse, sie wittern Macht. Mit ihren Freunden aus Deutschland bilden sie eine Gruppe, bekommen Identität. Aber es sind nicht nur sie. Viele Türken in meinem Freundeskreis waren eher skeptisch gegenüber Erdogans Politik. Jetzt kann man mit einer einzigen Email andere Türken anschwärzen, jetzt fühlen sich plötzlich die Türken stark, die vorher eher eine Minderheit waren. Ihnen ist nicht bewusst, dass man auch sie denunzieren kann, egal, welche politische Überzeugung sie haben. Wir wissen nicht, ob die Institutionen solche Vorwürfe überhaupt prüfen, bevor du auf eine Liste kommst. Der Zusammenhalt und das Vertauen in der türkischen Gemeinde ist zerstört.»

Die türkische Gemeinschaft in der Schweiz hat sich verändert, und damit hat sich auch meine Stadt verändert. Die Türkei ist nicht nur eine Feriendestination, die Türkei reicht mit den hier lebenden Menschen bis tief in unsere Gesellschaft. Und jetzt versucht jemand, diese Gesellschaft zu verängstigen.

*Es wurden Statements von mehr als drei Personen zu drei Aussagen zusammengefasst. Name und Geschlecht der jeweiligen Personen sind dem Autor bekannt und wurden zum Teil geändert.

Die Afterpartys

Alex Flach am Montag, den 25. Juli 2016

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Am 13. August darf das Organisationskomitee der Street-Parade um seinen Präsidenten Joel Meier die bereits 25. Ausgabe seines Umzuges feiern. Exakt ebenso lange währt die Tradition der Afterpartys nach der Street-Parade, die bisweilen bis in den Montagmorgen hinein dauern. Einer der ältesten und bekanntesten dieser Raves, die Energy im Hallenstadion, findet seit 2013 nicht mehr statt und auch in diesem Jahr wird die veranstaltende Glamourama GmbH um Arnold Meyer von einer Durchführung absehen.

Meyer beteiligt sich stattdessen an der Organisation der Electric City auf dem Maag Areal, die seine Energy als grösste Afterparty abgelöst hat. Dennoch werden an der Electric City deutlich kleinere Brötchen gebacken als bis vor drei Jahren an der Energy: Mit bekannten ausländischen Headlinern wie Chris Liebing, Kollektiv Turmstrasse und Len Faki und Schweizer Talenten wie DJ Definition ist das Line Up zwar grundsolide besetzt, jedoch fehlt die grosse Überraschung, ein Name mit Wow-Effekt. Einen solchen findet man hingegen im Kaufleuten: Dort wird Carl Cox, der ehemals bestverdienende DJ der Welt, nach seinem Set an der Street-Parade-Strecke ein weiteres Mal auflegen. Dies dürfte vor allem die erfahrenen Raver freuen, die sich an das letzte Kaufleuten-Gastspiel des britischen Meisters in den 90er Jahren erinnern mögen.

Weitaus häufiger nach einer Street-Parade anzutreffen ist der Der Dritte Raum. Der deutsche Live-Act wird in diesem Jahr im Blok Club musizieren, zusammen mit Schweizern wie beispielsweise Nici Faerber oder Manon. Ansonsten bieten die Clubs mehrheitlich ein Programm, das (wenn überhaupt) nur bezüglich Anzahl der DJs von ihrem üblichen abweicht: Im Hive spielen unter anderem Einmusik, André Hommen und Pele & Shawnecy, in der Zukunft Adriatique, Jimi Jules und Kalabrese, im Stall 6 gibt’s Drum’n’Bass vom Zürcher Label Divercity zu hören, im Plaza spielen Richard Judge, Deepend und Lovra breitentauglichen Deep House, in Friedas Büxe sind André Butano und der Bar 25-Plattenlabelbetreiber Danny Faber zugange und im Lexy Barem. Der bekannteste Name prangt im Line Up des Supermarkets: An der dortigen Cityfox werden die DJs vom Innervisions-Chef Dixon angeführt und der stand in den meisten global wichtigen und subkulturell orientierten DJ-Rankings der letzten paar Jahre ganz zuoberst.

Wer es auch nach der Street-Parade musikalisch unorthodox mag, der kann sich vertrauensvoll an die Macher der Lethargy um den DJ und Veranstalter Petar P. Bell halten: Am mehrtägigen Festival in der Roten Fabrik spielen beispielsweise die Westschweizer Electronica-Pioniere The Young Gods und auch Acid Tribe feat. Acid Pauli wird dort zu hören sein (beide jeweils am Abend vor der Street-Parade). Alternativ dazu ist auch der Gang in die Amboss Rampe zu empfehlen: Der Kasheme-Macher Nick Mazrekaj hat dort ein anspruchsvolles Feinschmecker-Line Up mit Artisten wie Masomenos, San Proper & D., Adil Hiani und Margaret Dygas zusammengestellt. Wer hingegen auch an der 25. Street-Parade einen Bogen um House und Techno machen möchte, der hält sich ans Gonzo: Dort spielen Nasty Naas und Jay Boogie 80s, 90s, Funk und Pop.

Alex-Flach2-150x150 (1)Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Unter dem Radar

Miklós Gimes am Mittwoch, den 20. Juli 2016

gimes

Wollishofen war mal das hässliche Entlein der Stadt. Traumhafte Lage über dem See, aber grau und bieder, irgendwie vergessen gegangen. Doch jetzt, hört man, ist das Quartier so begehrt, dass die Mieten unbezahlbar geworden sind, es sieht aus, als würde aus dem Entlein doch ein Schwan. «Wollishofen ist das neue Seefeld, wissen Sie das nicht?», verkünden die Vermieter.

Wobei, im «Baublatt», dem Fach­magazin der Branche, stand schon vor sechs Jahren, wie in Wollishofen alteingesessene Mieter durch teure Neubauprojekte vertrieben werden: «Im Zürcher Seefeldquartier spielt sich Ähnliches schon seit langem ab. Wohnungen für den Mittelstand werden immer rarer. Und wo einst kleine Läden für den täglichen Bedarf waren, finden sich trendige Bars und teure Boutiquen. Nun spricht man in Wollishofen von einer Seefeldisierung.»

Sechs Jahre später sind die teuren Wohnungen in Wollishofen Alltag, Phase eins der Seefeldisierung sozusagen ist abgeschlossen, einzig die trendigen Bars hab ich noch nicht entdeckt. Es gibt ein paar gute Beizen, das Bürgli, die Seerose, die gab es schon, bevor ich hierherzog, wie auch die Rote Fabrik, eine Institution, die Gott lange erhalten möge. Beim Zeltplatz hat Fischer’s Fritz aufgemacht, eine Filiale des Péclard-Imperiums, und wohlwollend verfolgt wird der Anlauf einer trendigen Truppe aus Zug in der Wöschi am See, wo schon einige gescheitert sind. Aber dann wirds bald vorstädtisch, gesichtslos, Kebab, Irish Pub, Pizzeria.

Anders das Seefeld drüben am rechten Ufer. Es hat eine Geschichte, ist seit über 40 Jahren ein Anziehungspunkt für junge Singles und Familien aus dem Mittelstand, der See ist nahe, es hat gute Schulen und Zusammenhalt im Quartier. Erst kamen die Alternativen, die Künstler, dann die Werber, die freien Berufe, sie trugen alle zur Gentrifizierung des alten Handwerkerviertels bei. Aber mit einem Anspruch an Lebensqualität, einem unkomplizierten Lebensstil, auch einem Community­spirit, der heute noch in der städtischen Backsteinsiedlung beim ehema­ligen Tramdepot weiterlebt.

In Wollishofen dagegen gibt es kein Kaffeehaus, keinen Treffpunkt mit einem Hauch von Brooklyn oder Berlin, keinen Ort für Szenis, junge Mütter oder Bohemiens. Vielleicht habe ich etwas übersehen, aber Wollishofen erweist sich als Hipster-resistent, nicht einmal der klassische Secondo mit höheren Ansprüchen hat einen Neo-Italiener aufgemacht, bloss der türkische Metzger bei der Tramendstation macht den besten Döner der Stadt, aber nur an gewissen Tagen, ein Geheimtipp. Dabei hätte Wollishofen einen naturgegebenen Treffpunkt, die Badi, und selbst dort ist das Beizli – ­sagen wir mal – umstritten.

So ist Wollishofen eine Art Seefeld ohne trendigen Schub geblieben, unter dem Radar durchgerutscht; ehrlich gesagt, vielleicht ist das gar nicht schlecht. Denn das Trendige – wer kann bei so hohen Mieten noch cool sein? Wer kann sich unter diesen Bedingungen halten? So redet die Stimme der Vernunft. Doch ganz heimlich träumen wir weiter von einem liebenswürdigen Lokal: feines Angebot, Charme, Anmut, immer geöffnet, mitten im Quartier. Ein Stück Heimat. In Wollishofen.

Die Hausfrauen-Hölle

Réda El Arbi am Montag, den 18. Juli 2016
Ein Hort der Finsternis: Mamis in Badis

Ein Hort der Finsternis: Mamis in Badis

Eigentlich finden ja die grossen Sexismus-Debatten immer über Männer statt. Aber vielleicht sollte man einfach mal einen Nachmittag in einem beliebigen Zürcher Freibad verbringen, um sich einer anderen, tiefgreifend sexistischen Struktur in unserer Gesellschaft bewusst zu werden. Für mich waren die letzten Tage ein Blick in einen Abgrund.

«Die hat recht zugenommen seit der Schwangerschaft. Früher haben ihr alle hinterhergeguckt», ist einer der Sätze, die vor ein paar Tagen am Nachbartisch zwischen zwei Müttern bei der Begutachtung einer etwas abseits stehenden anderen Mutter fielen. Ein anderer Satz über eine andere Mutter von anderen Müttern: «Die machts sichs leicht. Die gibt ihre Kinder jeden Tag in die Krippe, obwohl sie nur sechzig Prozent arbeitet.»

Dazu kommt natürlich das Augenverdrehen, wenn eine Mutter sich nicht Meute-konform verhält. Bisher bin ich immer mit dem Vorurteil durch die Welt, dass Frauen grundsätzlich sozialer sind. Vielleicht, weil ich mich bisher mehr oder weniger von den Hausfrauen-Höllen in ganz bestimmten Teilen der Freibäder  ferngehalten habe.

Nur, was ich an bitterer Abwertung von Frauen gegenüber anderen Frauen die letzten Tage gesehen und gehört hab, erschreckt mich. Natürlich sind nicht alle so. Es gibt auch verständnisvolles Lächeln, wenn  ein Mami mal mit ihrem laut täubelnden Kind an die nervliche Belastungsgrenze kommt. Aber das sind immer einzelne Mütter, die sich mit anderen einzelnen Müttern solidarisieren.

In Gruppen scheint die Hauptaufgabe von Müttern die Be- und Verurteilung anderer Frauen zu sein. Es scheint einen unausgesprochenen Kodex für ideales Muttersein zu geben. Und natürlich erfüllt ihn keine der Mütter, die gerade nicht zur Gruppe gehören. Und es trifft nicht nur andere Mütter. Es trifft auch Frauen ohne Kinder, Singles und junge Mädchen. «Die kann sich halt nicht festlegen. Wenn die mal Kinder hat, reicht die Zeit auch nicht mehr fürs Fitness.» Oder: «Die geniesst ihr Leben aber in vollen Zügen» – in einem Ton, der bitter andeutet, dass die junge Dame zu viel Spass an Männern hat, sich gefälligst schwängern lassen und ihren Dienst an der Gemeinschaft antreten soll.

Des weiteren wird über die Männer der anderen Frauen gesprochen: «Sie ist wieder alleine. Ihr Typ hat sie verlassen, ohne ein Wort. Aber (in wissendem Ton) wir wissen ja nicht, was sich da abgespielt hat.»

Die Häufung solcher Dialoge in letzter Zeit hat mich unvorbereitet getroffen und wirklich deprimiert. Mein durchaus positives Frauenbild beginnt zu wackeln. Jede andere Frau wird gemustert, taxiert, kommentiert. Und nicht mit liebevollem Spott, sondern oft in unterschwelliger, giftiger Bösartigkeit.

Nun könnte man das unter «Stutenbissigkeit» abhaken, wenn da nicht die andere Seite wäre: Natürlich gibts inzwischen auch jede Menge Männer, die mit Nachwuchs in der Badi rumhängen. Und wenn einer von denen so mit seinem Handy beschäftigt ist, dass er nicht bemerkt, wenn er seinen Zweijährigen  in der Sonne rösten lässt, kommen die Harpyien freundlich und tragen den Kleinen in den Schatten.

Männer, die ohne kleinen oder grossen Anhang in der Badi rumhängen, sind sowieso Hähne in Körben. Selten kriege ich so viele flirtende Blicke wie in der Hausfrauenecke. Natürlich nur, bis ich meinen Ehering  aufblitzen lasse wie der Bösewicht seinen Goldzahn im Hollywoodfilm.

Also, in Gruppen beurteilen Frauen andere Frauen nur unter dem Aspekt ihrer Attraktivität oder ihrer Mutterschaftsskills. Männer hingegen sind grundsätzlich in Ordnung.

Bitte, liebe Frauen und Mütter, bestätigt mir, dass dies nur eine zufällige Häufung solcher Dialoge in meiner Wahrnehmung war. Dass ihr nicht jedesmal zu giftspritzenden Schlangen werdet, wenn ihr in Gruppen unter euch seid.

Ihr seid nicht alle böse, oder?

Um den Sound herum gebaut

Alex Flach am Montag, den 18. Juli 2016
Kühle Geometrie für heisse Sommernächte. Clubben im Schiff

Kühle Geometrie für heisse Sommernächte. Clubben im Schiff.

Nicht nur der Sport kennt eine off season, auch das Schweizer Nachtleben. Damit sind die warmen Monate zwischen Ende Mai und Anfang September gemeint, wenn die Clubber ihre Füsse lieber in ein stehendes oder fliessendes Gewässer halten anstatt sie auf eine überdachte Tanzfläche zu setzen. Die Clubmacher eröffnen ein neues Lokal deshalb auch viel lieber im Herbst als im Juli, da ihnen dann eine fulminante Lancierung viel eher gelingt.

Agron Isaku und seine Basler Club-Nordstern-Crew zählen zu den wenigen glücklichen Nightlife-Exponenten, die sich den Luxus leisten können auf solche Regeln keine Rücksicht zu nehmen: Vorgestern Freitag haben sie auf dem Rheinschiff «Expostar» ihren neuen Club vom Stapel laufen lassen und selten hat man gestandene Nachtleben-Grössen wie Arnold Meyer oder Moe Zahowi, den neuen strategischen Leiter des Härterei-Clubs, ähnlich beeindruckt aus der Wäsche gucken sehen.

Das Schiff war zwar bereits früher ein Nachtleben-Betrieb, aber mit dessen anrührendem 70’s-Chic hat der neue Nordstern nichts am Hut: Die Firma WSDG, die beispielsweise auch die Akustik des New Yorker «Jazz at Lincoln Center» verantwortet, hat einen Raum im Raum konzipiert und den Club mit Equipment von L-Acoustics bestückt. Hier hat man also nicht versucht als gegeben angesehene Infrastruktur möglichst gut zu beschallen, hier wurde der Raum um die Akustik herum gebaut, und das mit beeindruckendem Endergebnis.

Der neue Nordstern ist eine Alternative zum state of the art der musikaffinen Schweizer Clubs. Zur Veranschaulichung eignet sich das Zürcher Haus von Klaus (ehemals Kinski Club), das gerade einen eindrücklichen Hype erlebt. Die Betreiberschaft um DJ Nici Faerber und Alain Mehmann (Heaven Club) durfte bei Eröffnung Anfang dieses Jahres nicht eben auf Vorschusslorbeeren bauen – nicht wenige Szeneleute winkten gar verächtlich ab und gaben “dem Laden” ein paar Monate bis zur Aufgabe. Sie haben sich getäuscht. 

Ihr zweigeschossiger Langstrasse-Club sieht ein wenig aus, als sei er von Divine und dem verrückten Hutmacher aus Alice im Wunderland eingerichtet worden: Überall wo man hinschaut gibt es witzige und überraschende Details zu entdecken, alles wirkt zusammengewürfelt und kommt doch zu einem stimmungsvollen Ganzen zusammen. Das Haus von Klaus ist ein mit viel Liebe eingerichteter Do It Yourself-Club, bei dem man annimmt die Besitzer hätten kurz vor Türöffnung die letzte Glühbirne eingedreht und die Einrichtungsgegenstände nochmals zurechtgerückt. Dieser heimelige Charme ist eine Gemeinsamkeit vieler Zürcher und Schweizer Subkultur-Clubs.

Der Nordstern hingegen wirkt auf den ersten Blick kühl und geometrisch, einige fühlen sich bei seinem Anblick gar an den Film Tron mit Jeff Bridges erinnert. Dennoch könnte er ein Blick in eine mögliche Zukunft des Schweizer Clubbings sein. Für die Akustik gebaute Clubs wie der neue Nordstern werden die verspielten Wohnzimmer-Lokale nicht ablösen weil das einfach sehr Vielen gefällt. Müssen sie auch gar nicht: Sie eröffnen eine neue Dimension die mit dem Status Quo eine Koexistenz eingehen kann.

Alex-Flach2-150x150 (1)Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 15. Juli 2016

«Wir sind an einem guten Punkt.»

(Visualisierung: PD) Zum Artikel

Bekommt Zürich doch noch sein «richtiges» Fussballstadion? Private Investoren wollen das Stadion, zwei Hochhäuser und eine Wohnüberbauung auf dem Hardturmareal finanzieren. Dennoch ist eine Volksabstimmung wahrscheinlich. Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) ist für das neue Projekt voller Optimismus. (Visualisierung: PD) Zum Artikel

 

«Ich frage mich die ganze Zeit,
was in meinem Hirn passiert.»

(Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

«OS Love» des Zürcher Filmers Luc Gut ist ein kleines Meisterwerk: eine humorvolle Spiegelung unserer hektischen Arbeitswelt. Aber wer den Kurzfilm zum ersten Mal sieht, kapiert fast gar nichts. Denn für manche Zuschauer geht alles zu schnell. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Ziemlich oft. Als Gott die Frau schuf,
hat er sich mehr Zeit genommen.»

(Foto: Raida Durandi) Zum Artikel

Der Zürcher Sänger Marc Sway auf die Frage, in welchen Situationen er lieber eine Frau wäre. (Foto: Raida Durandi)

 

«Wer bei uns Leinwand-Platz mietet,
investiert in eine bessere Welt.»

(Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

Das Zürcher Künstlerduo Veli & Amos vermietet in Zürich-West Werbeflächen. Wer den Zweck dahinter herausfinden will, ist nachher nur eines: verwirrt. (Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Ein erstaunliches Gespür dafür,
Personen in Szene zu setzen.»

(Foto: PD) Zum Artikel

HR Giger war nicht der, den man aufgrund seiner Bilder erwarten würde: Eine neue Fotoausstellung zeigt den Künstler von seiner privaten Seite. Er ist zwar der Erfinder des Hollywood-Gruselmonsters Alien, aber man tut Giger unrecht, wenn man ihn ausschliesslich auf diese Arbeit reduziert. Die Ausstellung zeigt es: Hingehen, schauen, staunen. (Foto: PD) Zum Artikel

 

«Entweder man hat es oder man hat es nicht.»

Sibylle Baumann im Palmenhaus des alten botanischen Gartens Zürich - hier erzählt sie Geschichten unter dem Label "die urbane Grünoase"

Die Zürcherin Sibylle Baumann erzählte schon als Kind gerne Geschichten. Und die Leute hörten ihr zu. Geschichten faszinierten sie, und sie hatte das Bedürfnis, diese mit anderen zu teilen, sie weiterzuerzählen. Heute kann die 46-Jährige davon leben. (Foto: Doris Fanconi)

 

«Da ist Nacktheit fehlt am Platz.»

(Foto: Werner Schüepp) Zum Artikel

Christoph Doswald von Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Zürich sagt, es lohne sich, in der City nach nackten Statuen Ausschau zu halten. Und er weiss auch, weshalb es viel mehr unbekleidete Frauen als Männer gibt. (Foto: Werner Schüepp) Zum Artikel

 

«Mit jedem Erfolg, wurden die Portugal-Fahnen
grösser und grösser.»

(Foto: Raida Durandi) Zum Artikel

Für eine Nacht haben die Portugiesen nach dem EM-Fussballtriumph die Langstrasse besetzt. Ein seltenes Ereignis: Obwohl in Zürich viele von ihnen leben, nimmt man sie kaum wahr. Katja Alves, die Zürcher Autorin mit portugiesischen Wurzeln glaubt, dass sich ihre Landsleute während der EM etwas geöffnet haben. (Foto: Raida Durandi)

 

«Ohne Hauptsponsor klafft eine
grosse Lücke im Budget.»

(Foto: Ennio Leanza)

Vorhang auf für das Kino am See: Gestern startete Zürichs bekanntestes Freiluftkino am Zürichhorn. In einem Monat werden über 30 Filme gezeigt. Gründer und Organisator Peter Hürlimann hat mit Allianz Versicherungen einen neuen Partner für das Open-Air-Kino gefunden, nachdem der Mobilfunkanbieter Salt im letzten Jahr abgesprungen war. (Foto: Ennio Leanza, Keystone)

 

«Total veraltet, innen und aussen Rost.»

(Foto: Tages Anzeiger) Zum Artikel

Zürichs wichtigste mobile Notschlafstelle ist komplett veraltet und setzt an vielen Orten Rost an: Der Wagen von Pfarrer Ernst Sieber hat ausgedient und muss dringend ersetzt werden. Doch die Spenden dafür sind bis jetzt bescheiden ausgefallen. Das neue Fahrzeug kostet 100’000 Franken. Für die Geldsammlung setzt der Obdachlosen-Pfarrer erstmals auf das Internet. (Foto: Tages Anzeiger) Zum Artikel

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