Kokain & die Alt-Szenis

Réda El Arbi am Sonntag, den 8. Mai 2016
Selbstwert in kristalliner Form.

Selbstwert in kristalliner Form.


Zürich ist bekannt für seinen Kokainkonsum. Das hat wohl damit zu tun, dass Kokain noch immer mit Erfolg gleichgesetzt wird. Dabei ist Kokain eine Verliererdroge. Und nicht nur das. Wie wir diese Woche erfahren haben, besteht Koks inzwischen meist mehr aus Tiermedikamenten, Psychopharmaka, Mehl und dünn geriebenem, übersteigertem Geltungsdrang.

Damals, in den 80ern und 90ern, wurde Kokain von Bankern, Werbern und Künstlern als Macher-Droge, als Statussymbol für die Erfolgreichen gehyped. Natürlich war das damals schon Bullshit, da die Glitzerlinie auf dem Weg in die Nase eigentlich nur aussagte, dass man den Druck seines Yuppie- oder Szeni-Lebens ohne Substanz nicht aushielt und seine Fantasiepersönlichkeit nicht ohne aufrechterhalten konnte. So gesehen ist Koks eine Droge für Möchtegern-Narzissten, deren Ego nicht ohne pharmazeutische Flügel über die Menge abheben kann.

In meinem Alter begegnet man heute dem Koks in Zürich meist bei Alt-Szenis, die das Pulver aus Angst rupfen, von den jungen Clubhipstern vom Coolness-Thron gestossen zu werden. Koks hilft noch immer, um bei jungen Partyhühnern zu punkten, oder um sich auch mit Ü35 noch sexy zu fühlen. Koks ist kein Statusstatement mehr, es ist eher eine Art Viagra für das Ego, der pulverisierte Porsche für die Midlife Crisis von Berufsjugendlichen.

Männer, die nur noch einmal im Monat abfeiern können, weil sie an den anderen Wochenenden die in den 00ern gezeugten Kinder aus den drei an Koks gescheiterten Beziehungen bei sich haben, schalten mit neidischem Blick auf die Energie der 25-Jährigen den Pulverturbo rein. Frauen, die sich früher nur mit abweisender Arroganz vor der Aufmerksamkeit der Männer retten konnten, frieren sich heute mit Schnee die Herablassung ins Gesicht, mit der sie die 20 Jahre jüngere Konkurrenz für ihre Frische strafen. Pärchen, bereits lange in der selbst erzeugten Eigenheimhölle mit Leasingverträgen, halten auf dem Schneeberg Hof, um sich von anderen Pulvernasen huldigen zu lassen. Ex-Kreative spinnen nochmals eine Nacht lang geile Projekte, die sie aus ihren realen Buchhaltungsaufgaben der eigenen Agenturen entführen.

Mit Kokain ist der Bruch zwischen den einstigen Hollywood-Träumen und dem unspektakulären, aber eigentlich guten Mittelstandsleben der jetzigen Realität besser auszuhalten. Wenigstens für ein paar Stunden. Spass macht Kokain nicht, es beschleunigt, bläst auf, zentriert auf den eigenen Bauchnabel. So sieht die Welt im Vergleich nicht mehr ganz so gross aus. Kokain wirkt wie eine Intimrasur, lässt das eigene Ding grösser, die eigene Sexyness jünger erscheinen.

Jüngere Clubbesucher ziehen meist chemische Stimulanzien vor, um – ach, schöner alter Euphemismus – ihr Bewusstsein zu erweitern. Nicht, dass dies gesünder oder vernünftiger wär, aber Jugend entschuldigt so manches. Die Wahl der Droge sagt aber auch etwas über das Selbstbild aus. Während die jungen MDMA-Hippies und die Acid-Freaks nach einer emotionalen, mit spirituellem Brunz verbrämten Erfahrung (So tiefe Liebe! oder So tiefes Verständnis von allem!) suchen, sind Kokser eigentlich nur auf ihren Selbstwert fixiert. Sie müssen einfach geile Siechen sein, auch wenn sie dafür wegen der tiefen Halbwertszeit des Kokains alle halbe Stunde nachladen müssen. Natürlich gibts auch Jüngere, die sich mit Koks aufblasen. Sie versuchen die Persönlichkeit vorzutäuschen, die sie in zehn Jahren gerne wären.

Also, meine lieben, alten Freunde, bitte ruft mich nicht mehr montags an und jammert mir vor, dass ihr nie mehr Drogen nehmen wollt. Quält euch gefälligst gemeinsam mit den Ecstasy-Kids durch eure drogeninduzierte Wochenanfangsdepression. Lasst mich damit in Ruhe. Vielleicht habt ihr ja Glück, und euer Pulver war mit Antidepressiva für Elefanten gestreckt.

PS: Ja, die Koksnasen dürfen mir jetzt gerne Intoleranz, fehlendes Verständnis und Lustfeindlichkeit vorwerfen. Mein Ego hält das aus. Auch ohne Koks.

Hier ein Lied, in dem es um Kokain geht:

«Tod den Schliessfächern!»

Réda El Arbi am Montag, den 2. Mai 2016
«Viva la Revolucion!»

«Viva la Revolucion!»

«Wir suchen uns ein Ziel aus, mit dem wir ein für alle Mal klarstellen, dass wir genug vom faschistischen Unterdrückerstaat haben und uns dem Unrecht militant entgegenstellen. Es muss sowohl symbolisch sein, wie auch klar schuldig an den Ungerechtigkeiten der kapitalistischen Aggression!», deklariert ein Genosse des Revolutionären Irgendwas Zürich am WG-Tisch mit ernstem Blick in die Runde.

«Genau! Wie wärs mit einem SBB-Schliessfach?», meinte eine anwesende Revolutionärin.

Allgemeines Fäusterecken rund um den Tisch als Zeichen des Einverständnisses.

«Nieder mit dem Symbol der Unterdrückung! Keine kapitalistischen Kurzzeittresore für elitäre Pendler!», skandiert der Jüngste der Genossen.

Begeistertes Fäusterecken.

Sie mussten dann noch genau ausmachen, welches der Schliessfächer am meisten Schuld auf sich geladen hatte. «Wir können schliesslich keine zivilen Schliessfächer angreifen. Wir führen einen Kampf, wir massakrieren nicht irgendwelche unschuldigen Blechboxen», unterstrich der Pares inter Pares den Geist des Widerstandes.

Den Rest des Tages verbrachten die Revolutionäre mit dem Ausweiden von Frauenfürzen, um an den schwierig zu beschaffenden Sprengstoff zu kommen.

Am Morgen des 1. Mai.

Nach dem Anschlag trafen sich die Genossen wieder am WG-Tisch. «Ein voller Erfolg, Ziel ausgesschaltet, die Medien berichten darüber, das Volk ist aufgebracht, der Staat geschwächt. Es kann nur noch Tage dauern, bis sich die Schweizer der Revolution anschliessen! Saubere Arbeit, Genossen!»

Begeistertes Fäusterecken.

«Ab heute nennen wir uns nicht mehr `Revoltuinärer Irgendwas Zürich’, ab heute haben wir uns den Namen `Kommando 30. April`verdient! Unser nächstes Ziel ist der Überwachungsapparat des Staates. Die faschistischen Handlanger der Post wissen von jedem Brief ganz genau, woher er kommt und wohin er geht. Dem muss ein Ende gesetzt werden! Wir greifen einen Briefkasten an!»

Kopfnicken und ernsthafte Blicke.

«Commandante Kevin, nimm Genossin Annegret und organisier uns im Franz Carl Weber neuen Sprengstoff. Und bring auf dem Rückweg zwei Happy Meals mit. Der Revolutionär lebt schliesslich nicht vom Pulverdampf alleine!»

Transformation der Nacht

Alex Flach am Montag, den 2. Mai 2016
Im Club konnte man nur am fehlenden Publikum erkennen, dass es Tag war.

Im Club konnte man nur am fehlenden Publikum erkennen, dass es Tag war.

Nachtleben-Unkundige, die am Samstagabend um Mitternacht zufällig an der Geroldstrasse in Zürich West vorbeigekommen sind, dürften ob der riesigen Menschentrauben dort Bauklötze gestaunt haben: Ein Gedränge wie hinter den Lovemobiles der Street Parade zu deren besten Zeiten, einfach ohne begleitendes Bass-Gewummere. Der Grund für den Massenauflauf war aber nicht der erste nationale Tag der offenen Bar- und Clubtür, denn der war um die Uhrzeit schon vorbei, sondern die Partys Cabaret Love Rave und 10 Jahre Rakete in den Clubs Supermarket und Hive.

Die Schweizerische Bar und Clubkommission (SBCK) und der Verband Schweizer Musikclubs Petzi, die gemeinsam und in Städten wie Zürich, Bern, Basel, Genf, Luzern und Lausanne den nationalen Tag der offenen Bar- und Clubtür organisierten, mussten für ihre Veranstaltung mit einem deutlich geringeren Publikumszuspruch vorlieb nehmen. Auch in Zürich, wo der Anlass zum vierten Mal über die Tanzfläche gegangen ist, hätte das Interesse an einem Blick hinter die Nachtleben-Kulissen deutlich grösser sein können.

Unter dem Motto «Transformation der Nacht» und dem Fokus auf Betriebe, die sich im Laufe der Zeit selbst erneuert haben und solche, die künftig zu Nightlife-Spots werden dürften, wurde beträchtlicher Aufwand betrieben und Informationsveranstaltungen in Lokalen wie dem Dynamo, dem Moods, der Bar3000, dem neuen Lexy Club, dem Razzia im Seefeld, der «Bank» am Helvetiaplatz, dem Mascotte und einigen mehr angeboten.

Am Abend dann luden die SBCK und Petzi dann in den Club Härterei, um über den wirtschaftlichen Verlauf und Neuheiten des Nachtlebens zu informieren, inklusive einer Podiumsdiskussion und einem Gastvortrag mit dem Thema «Holzmarkt Berlin – von der Bar25 zur 24Stunden Kindertagesstätte». Insbesondere an diesem, mehrere Stunden dauernden, Programmteil waren die Nightlife-Macher dann mehr oder weniger unter sich und das obschon im Vorfeld mit Nachdruck auch die Gegner der Partystadt Zürich eingeladen wurden:

Der Tag der offenen Bar und Clubtür soll helfen Vorurteile abzubauen und als Plattform für den Austausch zwischen Anwohnern und Club-Betreibern genutzt werden. Dies aber blieb nur ein hehrer Wunsch, da die lärmgeplagten Nachbarn der Bars und Clubs dem Anlass ferngeblieben sind – trotz beachtlicher Medienpräsenz im Vorfeld.

Auch der Gastronom Marc Blickenstorfer von der BCK zeigte sich wegen des lauen Interesses etwas enttäuscht: «Wir bieten mit dem Tag der offenen Bar und Clubtür Hand zur Diskussion. Da wäre es schon wünschenswert, dass auch Leute partizipieren die sonst jede Gelegenheit zur Nachtleben-Kritik ergreifen». So war der erste nationale Tag der offenen Bar- und Clubtür zumindest in Zürich ein Anlass von Nightlife-Machern für Nightlife-Macher. Alle anderen standen dann zu späterer Stunden an den Kordeln der Clubs um sich ihr Stück vom Zürcher Partykuchen zu sichern. Und das besteht nicht aus Informationen und einem Blick hinter die Kulissen sondern aus Bass, Drinks und netten Begegnungen.

Alex-Flach2Alex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Replik: Schutz der Prostituierten

Stadtblog-Redaktion am Samstag, den 30. April 2016
SP will Prostituierte in erster Linie schützen.

SP will Prostituierte in erster Linie schützen.

Dieser Beitrag ist eine Replik auf «Heuchelei & Prostitution»; Stadtblog vom 25. April 2016 von Christine Seidler, Alan David Sangines, Jean-Daniel Strub (GemeinderätInnen SP)

Was für ein Zerrbild der SP-Prostitutionspolitik dieser Tage, das der Stadtblog bemüht, um die Forderung nach einem Bordell in einer städtischen Liegenschaft zu zerzausen. Hätte der Stadtblog nachgefragt, wir hätten ihm gerne das ganze Bild gezeigt.

Fakt ist: Die SP hat die Regelung der Prostitution in der Stadt Zürich, von denen die angeprangerte Prostitutionsgewerbeverordnung und die Einrichtung des Strichplatzes nur zwei Elemente sind, unterstützt, weil ihr oberstes Ziel der Schutz der Prostituierten und ihrer Arbeitsbedingungen ist, und sie dabei auch zur Bekämpfung des Menschenhandels beiträgt.

Würdige Arbeitsbedingungen und der Schutz der Prostituierten stehen für uns auch im Zentrum, wenn es jetzt darum geht, die mit der neuen Regelung gemachten Erfahrungen auszuwerten. Aus Sicht der SP sind in der Tat einige Korrekturen zwingend nötig:

1. Die schon lange bestehende zonenrechtliche Bestimmung, deren vermehrte Durchsetzung zu einer Verdrängung und einem Verlust von Kleinstsalons führt, muss nach Meinung der SP aufgehoben werden. Denn es sind just diese Kleinstsalons, die es Prostituierten in vielen Fällen ermöglichen, ihrer Arbeit selbstbestimmt nachzugehen, ohne in Grossbordellen horrende Mieten zu zahlen oder der Zuhälterei ausgeliefert zu sein. Um die Bestimmung aufzuheben, braucht es eine Änderung der Bau- und Zonenordnung (BZO), die wir im Rahmen der baldigen Debatte zur BZO-Revision durchsetzen wollen.

2. Auch die Gebühr für die Nutzung des öffentlichen Grundes ist aufzuheben. Es handelt sich dabei um eine nutzlose Schikane. Das sah ein grosser Teil der SP-Fraktion schon beim Erlass der Prostitutionsgewerbeverordnung (PGVO) so, und es wurde nun bereits eine Motion von AL und SP eingereicht, die eine Streichung der Nutzungsgebühr und damit die Abschaffung der Ticketautomaten verlangt.

3. Die SP verlangt eine Neubeurteilung der Strassenstrichzonen und hat deshalb einen Vorstoss eingereicht, der verlangt, dass die Strassenprostitution im Langstrassengebiet explizit wieder erlaubt wird. Die Behauptung, die SP wolle Prostitution aus dem Stadtzentrum vertreiben, ist also nachweislich falsch.

4. Und natürlich ist die SP-Fraktion auch gegen die vermehrte Kontrolle der Prostituierten durch die Polizei. Diese Kontrollen dienen nicht dem Schutz der Prostituierten und ihrer Arbeitsbedingungen. Vielmehr schmälern sie ihre Verdienstmöglichkeiten, erhöhen damit ihre Abhängigkeiten und stehen einer Entstigmatisierung ihrer Tätigkeit entgegen.

Nichts von alledem hat mit der Aufwertung von Quartieren zu tun – dass diese allzu oft der Gentrifzierung Vorschub leistet, ist selbstredend auch der SP ein Dorn im Auge. Aber der SP zu unterstellen, sie betreibe eine Prostitutionspolitik als Vertreibungspolitik, um die «Liegenschaftenpreise zu schützen», ist haltlose Polemik in einem dafür wahrlich ungeeigneten thematischen Zusammenhang.

Warum bleiben all diese – eindeutigen – Positionsbezüge im Stadtblog unerwähnt? Womöglich deshalb, weil klar würde, dass unsere Forderung nach einem Bordell in einer städtischen Liegenschaft weder eine Form von Ablasshandel, noch heuchlerisch ist – weil sie eben mitnichten so isoliert im Meer politischer Ideen treibt, wie sie jetzt dargestellt wird. Denn natürlich ist die Forderung nur eine von mehreren wichtigen Massnahmen, um schnellstmöglich die notwendigen Korrekturen an der geltenden Regelung der Prostitution in der Stadt Zürich vorzunehmen. Damit diese auch tatsächlich dem Ziel zu dienen kann, das aus linker Sicht zuoberst stehen muss: dem Schutz der Prostituierten und ihrer Arbeitsbedingungen. Entsprechend ist die Bordell-Motion, wie viele andere Vorstösse zuvor, auch mit den Frauenorganisationen, welche tagtäglich für die Rechte der Sexarbeiterinnen kämpfen, besprochen worden und wird von diesen unterstützt.

Den Frauen, die in Zürichs Salons und auf Zürichs Strassen als Prostituierte arbeiten und mit negativen Entwicklungen aufgrund der geltenden Regeln konfrontiert sind, schulden wir es, dass möglichst rasch, aber auch sachlich und lösungsorientiert Korrekturen und Verbesserungen umgesetzt werden. Ein Bordell in einer städtischen Liegenschaft ist nur eines von mehreren Elementen in diesem Bestreben – die SP-Forderung unterstreicht aber, worin wir mit dem Stadtblog einer Meinung sind: Dass Prostitution als normales Gewerbe anzuerkennen und zu respektieren ist, dass ihre Begleiterscheinungen aber derart gravierend sein können, dass die Sexarbeiterinnen dort beschützt und unterstützt werden müssen, wo dies nötig ist.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 29. April 2016

«Primär Unordnung. Und angefressene
Nesquick-Snacks der Kinder.»

TV-und Radio-Moderator Roman Kilchsperger auf die Frage, wes er immer in seinem Kühlschrank hat. (Foto: Sabina Bobst)

TV-und Radio-Moderator Roman Kilchsperger auf die Frage, was er im Notfall immer in seinem Kühlschrank hat. (Foto: Sabina Bobst)

 

«Es hat sich gelohnt. Das Projekt
erfüllt seinen Zweck.»

Aufwind für benachteiligte Kinder: Im Projekt «Fit für die Sek» üben Primarschüler mit Studenten für die Sekundarschule. Die Idee stammt von Lehrerin Gabriella Sontheim, Gattin von Radiomann Roger Schawinski (Foto: Urs Jaudas). Zum Artikel.

Aufwind für benachteiligte Kinder: Im Projekt «Fit für die Sek» üben Primarschüler mit Studenten für die Sekundarschule. Die Idee stammt von Lehrerin Gabriella Sontheim, der Frau von Radiomann Roger Schawinski (Foto: Urs Jaudas). Zum Artikel

 

«Eine Verzögerung um zehn Jahre
wäre eine Katastrophe.»

Dem Unispital droht ein teurer Stillstand: Das Zürcher Universitätsspital drängt auf die rasche Realisierung seines riesigen Umbauprojekts. Der Spitalrat unter dem ehemaligen SP-Stadtrat Martin Waser fordert mehr unternehmerische Freiheit und warnt den Kantonsrat vor einer Verzögerungstaktik. (Foto: Reto Oeschger)

Dem Unispital droht ein teurer Stillstand: Das Zürcher Universitätsspital drängt auf die rasche Realisierung seines riesigen Umbauprojekts. Der Spitalrat unter dem ehemaligen SP-Stadtrat Martin Waser fordert mehr unternehmerische Freiheit und warnt den Kantonsrat vor einer Verzögerungstaktik. (Foto: Reto Oeschger)

 

«Fit muss man schon sein
als freiwillige Helferin.»

Die stillen Helferinnen im Kindwerspital:Sie betreuen Eltern, unterhalten Patienten und beruhigen Geschwister: 8000 Stunden pro Jahr engagieren sich Freiwillige im Kinderspital – ohne Lohn. Eine davon ist Elvina Wolfisberg. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

Die stillen Helferinnen im Kindwerspital: Sie betreuen Eltern, unterhalten Patienten und beruhigen Geschwister: 8000 Stunden pro Jahr engagieren sich Freiwillige im Kinderspital – ohne Lohn. Eine davon ist Elvina Wolfisberg. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Es ist besser, die Stadt ist Zuhälter
als gewisse dubiose Typen.»

Die Ex-Stadträtin Monika Stocker unterstützt die Forderung nach einem städtischen Bordell. Sie hat das schon vor zehn Jahren vorgeschlagen und auch eine Idee, wo es stehen könnte. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

Die Ex-Stadträtin Monika Stocker (Grüne) unterstützt die Forderung nach einem städtischen Bordell. Sie hat das schon vor zehn Jahren vorgeschlagen und auch eine Idee, wo es stehen könnte. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Ich habe mich in vielen Fächern gelangweilt.»

Darf es noch ein Talent mehr sein? Rahel Senn findet, sie sei nun alt genug, sesshaft zu werden. Deshalb kehrt die 29-jährige Pianistin, Komponistin, Autorin und Unternehmerin aus Singapur zurück nach Zürich. (Foto: Sabina Bobst)

Darf es noch ein Talent mehr sein? Rahel Senn findet, sie sei nun alt genug, sesshaft zu werden. Deshalb kehrt die 29-jährige Pianistin, Komponistin, Autorin und Unternehmerin aus Singapur zurück nach Zürich. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Da hat die Stadt nicht schlecht gestaunt.»

Üetliberg-Wasser vom Rennweg 37: Der Firmeninhaber der Max Ditting AG, Urs Grütter, findet in seinem Haus in der Altstadt eine längst vergessene Quellwasserleitung. Nun wird das Lokale Wasser 37 in Flaschen abgefüllt. (Foto: Thomas Egli) Zum Artikel

Üetliberg-Wasser vom Rennweg 37: Der Firmeninhaber der Max Ditting AG, Urs Grütter, findet in seinem Haus in der Altstadt eine längst vergessene Quellwasserleitung. Sehr zur Überraschung der städtischen Beamten. Nun wird das Lokale Wasser 37 in Flaschen abgefüllt. (Foto: Thomas Egli) Zum Artikel

 

«Wir kassierten einfach weiter wie früher – mit Bargeld und handgeschriebenen Zetteln.»

Stromausfall legt City lahm: Wegen eines Stromausfalls ging in der Zürcher Bahnhofstrasse und im Niederdorf nichts mehr. Die Trams standen still, die Lichter waren aus. (Foto: Walter Bieri/Keystone) Zum Artikel

Stromausfall legt City lahm: Wegen eines Stromausfalls ging in der Zürcher Bahnhofstrasse und im Niederdorf nichts mehr. Die Trams standen still, die Lichter waren aus. Das Ladenpersonal war zur Improvisation gezwungen. (Foto: Walter Bieri/Keystone) Zum Artikel

 

«Wenn ich arbeite, vergessen ich alles andere.»

Prostituierte an der Nähmaschine: Unter der Regie der Modedesignerin Marianna Piciuccio haben sechs Sexarbeiterinnen das Schneiderhandwerk gelernt. Heute Abend stellen sie in der Labor-Bar ihre Kleider vor.(Foto: Ursula Markus) Zum Artikel

Prostituierte an der Nähmaschine: Unter der Regie der Modedesignerin Marianna Piciuccio haben sechs Sexarbeiterinnen das Schneiderhandwerk gelernt. In dieser Woche haben sie in der Labor-Bar ihre Kleider vorgestellt. (Foto: Ursula Markus) Zum Artikel

 

«Bruce Springsteen ist der Boss. Die Stones sind die Könige. Und Prince war der Prinz.»

André Béchir ist der bekannteste Konzertveranstalter der Schweiz. Im Juli bringt er Bruce Springsteen nach Zürich – wie seit 1981 immer wieder. (Foto: Tom Kawara) Zum Artikel

André Béchir ist der bekannteste Konzertveranstalter der Schweiz. Im Juli bringt er Bruce Springsteen nach Zürich – wie seit 1981 immer wieder. (Foto: Tom Kawara) Zum Artikel

 

«Mit kochenden Müttern lässt sich
ein Geschäft machen.»

(Foto: Reto Oeschger)

Bei Muttern schmeckt es am besten: Ob für Allergiker, Vegetarier, Veganer oder Karnivoren, bei Mammas Best kochen ausschliesslich Mütter. Und sie liefern ihre Mittagsmenüs direkt ins Büro. Die Idee dazu hatte Marco Flück, der hier auf dem Bild gerade ein fertiges Menü abholt. (Foto: Reto Oeschger)

 

Das Licht des Glamours

Miklós Gimes am Mittwoch, den 27. April 2016

gimes

Klar war Prince das Thema des Wochenendes, man erinnerte sich an seinen Auftritt im Kaufleuten nach dem Konzert im Hardturm. Eine Freundin erzählte, sie sei in der ersten Reihe gestanden und habe fotografiert, obwohl es strikte verboten war. Nach der Show sei einer aus der Security auf sie losgegangen. «Hey you!», habe er gerufen und auf sie gezeigt. Da sei sie losgerannt, weil sie den Film nicht hergeben wollte. Später sei ihr in den Sinn gekommen, dass der Mann vielleicht gar nicht hinter den Bildern her war. «Vielleicht wollte er mich ins Hotel holen, zu den anderen fünf, sechs Girls, die mit Prince in der Limousine verschwunden sind. Mein Gott, wie kann man nur so blöd sein. Ich werde es mir nie verzeihen, dass ich abgehauen bin.»

So haben die Leute ihre Storys. Fredy Müller, der damals das Kauf­leuten besass, hatte für alles gesorgt hinter der Bühne. Den Auftritt hatte er mit den Leuten von Prince eingefädelt, sie wollten Cash auf die Hand, so lief das. Unsere kleine Stadt ist mit den Grossen der Welt verbunden, auch David Bowie hatte seine Zürcher Freunde, und als er starb, dachte ich an sie.

Was wären wir ohne diese illustren Kontakte, ohne diesen Lichtstrahl des Glamours, ohne diesen Spiegel, den uns die Akteure der grossen Bühne hin­halten. Ein Lob von ihnen, ein nettes Wort für unseren schönen See, für unsere Clubs, unsere Bars und unsere Frauen zaubert ein Lächeln auf unser Gesicht. Und wenn sie sterben, erlischt ein Leitstern auf dem grossen Firmament.

So findet man in Zürich immer ein paar Eingeweihte mit Erinnerungen an die Toten, die bei uns gespielt haben: an Brian Jones, ertrunken 1969 in sei-
nem Pool, an Jimi Hendrix, gestorben 1970, vermutlich an einer Überdosis Schlafmitteln. Wir gewöhnlichen Sterblichen aber, die niemanden gekannt haben, leben von den Erinnerungen der anderen, die mit Hendrix die Nacht durchgemacht haben, als sie im Hotel nicht glauben wollten, dass er ein Zimmer gebucht hatte – er war schwarz.

Dann erreichen uns plötzlich die Todesmeldungen, und wir erinnern uns an die übrigen Toten, an die Momente, wo wir waren im Leben, als die Nachricht kam; Kurt Cobain, John Lennon, Jim Morrison, dessen Grab im Pariser Friedhof Père Lachaise ein Wallfahrtsort ist, ein Stück Zeitgeschichte, es lohnt sich, hinzugehen.

Es gibt Menschen, die ihre private Zeitrechnung nach den Todesfällen dieser Ikonen ausrichten, es gibt für sie ein Vorher und ein Nachher, irgendwie ist dann nichts mehr, wie es vorher war. Sie werden erwachsen, diese Menschen, sie werden alt, sie werden Überlebende.

Aber eben, es gibt ja noch die Unverwüstlichen, Leonard Cohen, Bob Dylan, mögen sie uns erhalten bleiben. Und es gibt noch den Eng­länder Cliff Richard, der mit seinen Shadows nach Zürich kam. Es war eines der ersten Konzerte der Rock­ära, und die Fans waren ungezogen im Hallenstadion. Es gab eine saftige Rechnung an die beiden Organisa­toren, zwei grosse Buben aus Zürich, die sich zum ersten Mal im Show­geschäft versuchten. Jahrelang haben sie abbezahlt – das waren ihre ersten persönlichen Erinnerungen an einen Weltstar.

Heuchelei & Prostitution

Réda El Arbi am Montag, den 25. April 2016
Man will die Spatzen weghaben, bis auf die, die man in einem hübschen Käfig hält.

Man vertreibt sie, um danach mit einem kleinen Vorzeigebordell auf weltoffen zu machen.

Die Stadt soll ein eigenes Bordell betreiben, wird von Zürichs Linken gefordert. Naja, sie soll Prostituierten eine Liegenschaft zur Verfügung stellen. Der Gedanke an sich ist ja löblich, kommt aber jetzt, nachdem die Gegend rund um die Langstrasse gesäubert wird und die Stadt die Prostituierten nach Altstetten deportiert hat, ein wenig wie ein Ablasshandel daher.

Indem die Linke jetzt ungeheuer weltoffen eine Behausung für die Prostutierten fordert, versucht sie sich von Schuld freizukaufen. Schliesslich haben die Genossen und die Grünen sehr aktiv mitgeholfen, die unliebsamen Damen aus dem boomenden Quartier zwischen Europaallee und Zürich West zu entfernen, um die Liegenschaftspreise zu schützen.

Das Bordell der Stadt wär gar nicht notwendig, wenn man nicht versuchen würde, das Geschäft mit dem Sex abzuwürgen. Die städteplanerischen Gründe – euphemistisch «Aufwertung» genannt – sind ja schon fragwürdig genug. Richtig widerlich wirds aber in der moralischen Begründung: Aus feministischer Sicht sei Prostitution verwerflich. Alt Stadträtin Monika Stocker meinte wörtlich «Die bekannten schmuddligen Salons und Hotels sind keine Lösung. Sie sind weder hygienisch noch frauenfreundlich.». Sie würde aus «feministischer Sicht» Prostitution verbieten, wenn das real durchsetzbar wäre. Aber sind dann Edelnutten für Geschäftleute in modisch gepflegten Salons feministisch und moralisch besser als das ganz normale Working Girl, das ihren Job auf einem alten Bett ausübt? Aus feministischer Sicht sollen diese Frauen gefälligst Opfer bleiben.

Hm, ja. Das ist also der Grund, warum man die normalen Sexworkerinnen in an Tierställe erinnernde «Boxen» an den Stadtrand verbannt, wo sie dann ja zum Glück niemand sehen muss. Darum müssen sie an Automaten Nummern lösen, um ihren eh schon schweren Job auszuüben. Darum vertreibt man sie von der Strasse auf Kontaktseiten im Internet, wo sie die Freier in ihren privaten Wohnungen empfangen und so dann gar keinen Schutz  mehr geniessen. Im Gegensatz zu klar deklarierten Sexbetrieben ist eine soziale und behördliche Aufsicht und Kontrolle so inexistent. Wenn ich mir das wieder mal durch den Kopf gehen lassen, krieg ich so einen Hals. So einen Hals. So einen.

Wenn man den Prostituierten nur den geringsten Respekt als Frauen und als Berufstätige entgegenbringen würde, könnten sie ihren Job als ganz normales Gewerbe ausüben. Alle Zürcher Parteien – von rechts bis links – klopfen sich für unsere ach so weltoffene Stadt auf die Schulter. Kultur! Banken! Flughafenanbindung! Nun, wir sind  keine Weltstadt, wenn wir nicht mal einen Rotlichtbezirk aushalten. Wenn aufrechte Bürgerliche und gestandene linke Feministinnen sich gleichermassen vor den Prostituierten ekeln – die einen mit Verachtung, die anderen mit herablassendem, angwidertem Mitleid.

Natürlich soll die Stadt Prostituierten Liegenschaften vermieten. Genauso wie sie einem Schreiner oder einem Detailhändler Räumlichkeiten vermietet. Diese Frauen arbeiten, zahlen Steuern und leisten einen grösseren  Beitrag zum friedlichen Erhalt unserer Gesellschaft als jedes bei der Stadt eingemietete Hipstercafe, das seinen Angestellten kaum überlebensgarantierende Löhne zahlt. Die Clubs, die sich inzwischen zwischen  dem Limmatplatz, dem Albisriederplatz und Zürich West eingenistet haben, belasten die Anwohner um Welten mehr, als die paar Freier, die früher durchs Quartier schlichen. Aber die Prostituierten haben eben keine schicke politische Lobby mit besten Verbindungen in die Politik.

Dass dies überhaupt ein Politikum ist, zeigt die verdammte Heuchelei, die in unserer zwinglianischen Stadt herrscht. Und ein Bordell, für vielleicht zwanzig Working Girls, ist das Feigenblatt, das den Ekel mit Mitleid zudecken soll. Das ist kein Zeichen von Respekt diesen Frauen gegenüber. Das ist pure Herablassung. Man will die Spatzen weghaben, bis auf die paar, die man sich in einem hübschen Käfig hält.

PS: Die Rechte argumentiert mit dem Argument gegen das Bordell, dass die Stadt «nicht mit Steuergeldern» ein Bordell betreiben soll. Was natürlich totaler Schwachsinn ist, da die Damen ganz normal Miete bezahlen würden.

Mach das Radio an!

Alex Flach am Montag, den 25. April 2016
Clubmusic on Air: KLeine Sender füllen diese Marktlücke.

Clubmusic on Air: Kleine Sender füllen diese Marktlücke. (gettyimages)

Gds.fm hat an diesem Wochenende mit einem rauschenden Fest im Stall 6 seinen zweiten Geburtstag gefeiert. Der vom Zürcher Christian Gamp gegründete Internet-Radiosender erfreut sich zeit seines Bestehens stetig wachsender Beliebtheit und der enorme Publikumszuspruch an der Jubiläumfsfeier war Ausdruck der Sympathien die gds.fm geniesst.

Dass dem Kleinsender die Herzen nur so zufliegen ist nicht weiter erstaunlich, erfüllt er doch den innigsten Wunsch vieler Radiohörer nach einem lokalen Schweizer Sender, der die endlos ausgetrampelten Pfade der ewiggleichen Hitmeierei verlässt und der ein anspruchsvolles Musikprogramm auf die Beine stellt.

Dies gelingt Gamp und seinem Sender-Partner Adrian Hoenicke auf beeindruckende Weise: Neben subkulturell gefärbter Clubmusik wird hier auch viel Sound von noch weitgehend unbekannten Bands und Musikern gespielt, mit Fokus auf die Schweizer Szene. Diese will gds.fm nun auch im Ausland bekannter machen. Adrian Hoenicke: «Wir planen eine Sendung in englischer Sprache mit Schweizer Musik, die wir ausländischen Sendern in aller Welt anbieten. Auf diese Weise wollen wir einen weiteren Beitrag zur Förderung der Schweizer Musik leisten».

«Unsere Beweggründe», kurz ubwg.ch, ist eine weitere junge Clubmusik-Plattform mit Zürcher Wurzeln. Wie auch auf gds.fm findet auch auf dem Event- und Newsportal ubwg.ch Musik ausländischer Komponisten und Produzenten statt, doch auch hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Schweizer Szene. Hinter der Plattform ubwg.ch, die am 21. Mai im Hive ihr viertes Bestehensjahr feiert, steht Patrick Geering, Verteidiger bei den ZSC Lions.

Trotz seiner Zürcher Wurzeln versteht sich ubwg.ch als Clubbing-Plattform für die gesamte deutsche Schweiz. Ein vollständiger Eventkalender, wie ihn beispielsweise usgang.ch anbietet, gibt’s hier nicht: Bei ubwg.ch dreht sich alles um Künstler-, Label- und Clubportraits, um Podcasts von DJs und Produzenten wie Alex Dallas und Trinidad und um Hintergrundberichte über das Schweizer Nachtleben. Die Beiträge sind sehr aufwändig gemacht und man sieht ihnen auf den ersten Blick an, dass viel Zeit in sie investiert wurde.

Dies haben ubwg.ch und gds.fm mit traditionsreicheren Plattformen, wie beispielsweise dem Berner Bewegungsmelder, gemein: Sie leben von Redaktoren, die zumeist auf ehrenamtlicher Basis, sprich ohne angemessene Entlohnung, arbeiten. Sie alle werden von Leuten gemacht, die von ihrer Hingabe für die Musik und fürs Nachtleben und nicht von Geld angetrieben werden.

Leider ist es jedoch so, dass sich das auf lange Sicht stets erschöpft: Die meisten früheren Medien in diesem Bereich, wie das 90er-Onlinemagazin pulp.ch, die Printpublikationen Heft.li, Affekt und auch das grössere Forecast, sind am Ende am Umstand gescheitert, dass man vom Enthusiasmus alleine nicht leben kann. Aber vielleicht liest das hier ja der Marketingchef einer Firma mit Budget, die sich mit ihren Produkten an ein junges, hippes Publikum wenden möchte und die dafür geeignete Plattformen sucht.

Alex-Flach2-150x150Alex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 22. April 2016

«Ich rege mich auf, wenn mein Lidschatten verschmiert ist»

Corinne Parrat, Miss Handicap 2009, auf die Frage, wo sich ihre Eitelkeit zeigt. (Foto: Sabina Bobst)

Corinne Parrat, Miss Handicap 2009, auf die Frage, wo sich ihre Eitelkeit zeigt: Wenn sie nach Hause kommt und im Spiegel sieht, dass der Lidschatten verschmiert ist und ihr keiner etwas gesagt hat. (Foto: Sabina Bobst)

«Tolle Chance, eine Immobilie frauenspezifisch nutzen zu können.»

Eine Pension - nur für Frauen: Die Zürcher Frauenhotel AG baut die Frauenpension Lutherstrasse beim Stauffacher um. Mit der Pension Josephine's wird ein Stück Frauengeschichte fortgeschrieben. Das weiss auch Irène Meier, Präsidentin der Frauenhotel AG. (Foto: Doris Fanconi)

Eine Pension – nur für Frauen: Die Zürcher Frauenhotel AG baut die Frauenpension Lutherstrasse beim Stauffacher um. Mit der Pension Josephine’s wird ein Stück Frauengeschichte fortgeschrieben. Das freut Irène Meier, Präsidentin der Frauenhotel AG. (Foto: Doris Fanconi)

«Rock passt zum Sechseläuten:
Alles im Viervierteltakt.»

Rockmusiker Christ von Rohr lief als Gast am diesjährigen Sechseläuten mit. (Foto: Walter Bieri/Keystone) Zum Artikel

Rockmusiker Christ von Rohr lief als Gast am diesjährigen Sechseläuten mit und amüsierte sich prächtig. (Foto: Walter Bieri/Keystone) Zum Artikel

 

«Ich weiss jetzt, weshalb man über die Inhalt
der Zunftreden nichts verraten darf.»

Mona Vetsch, Radio- und Fernsehmoderatorin, war am traditioenllen Umzug der Zünfte auch am Sechseläuten dabei. (Foto: Walter Bieri, Keystone) Zum Artikel

Mona Vetsch, Radio- und Fernsehmoderatorin, war am traditionellen Umzug der Zünfte am Sechseläuten dabei. (Foto: Walter Bieri, Keystone) Zum Artikel

 

«Mami, nächstes Jahr gehen wir wieder
an den Kinderumzug.»

Ohne Plastikumhang ging es nicht: 2680 Kinder haben dem nasskalten Wetter am Kinderumzug des Sechseläutens getrotzt. Ihrer guten Laune konnten die widrigen Wetterumstände nichts anhaben. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

Ohne Plastikumhang ging es nicht: 2680 Kinder haben dem nasskalten Wetter am Kinderumzug des Sechseläutens getrotzt. Ihrer guten Laune konnten die widrigen Wetterumstände nichts anhaben. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Zum Wohl.»

FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger wartet auf den goldenen Tropfen bei der Einweihung des Brunnens auf dem Münsterhof, aus dema uch Wein fliessen kann. (Foto: Walter Bieri/Keystone) Zum Artikel

FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger wartet auf den goldenen Tropfen bei der Einweihung des Brunnens auf dem Münsterhof, aus dem auch Wein fliessen kann. (Foto: Walter Bieri/Keystone) Zum Artikel

 

«Jeder Schluck ist ein neues Trinkerlebnis.»

Morgen messen sich an der Aeropress Championship in Zürich zwei Dutzend Teilnehmer in einer neuen Art des Kaffeemachens. Kai Keong Ng ist der zweimalige Schweizer Meister mit der Aeropress. Foto: Sabina Bobst)

Morgen messen sich an der Aeropress Championship in Zürich zwei Dutzend Teilnehmer in einer neuen Art des Kaffeemachens. Kai Keong Ng ist der zweimalige Schweizer Meister mit der Aeropress. Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Welche Besucher man auch fragt – sie wollen Giraffen sehen.»

Zoodirektor Alex Rübel holt die Giraffen in die Stadt zurück und verbaut eine seiner letzten Landreserven. (Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

Zoodirektor Alex Rübel holt die Giraffen in die Stadt zurück und verbaut eine der letzten Landreserven auf dem Zoogelände. (Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

«Das Schiff kam mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit.»

Das Motorschiff Albis rammte die Anlegestelle von Küsnacht und beschädigte sie dabei so stark, das sie für zwei Wochen geschlossen werden muss. Auf dem Schiff wurden zehn Personen verletzt, drei davon schwer. Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

Das Motorschiff Albis rammte die Anlegestelle von Küsnacht und beschädigte sie dabei so stark, das sie für zwei Wochen geschlossen werden muss. Auf dem Schiff wurden zehn Personen verletzt, drei davon schwer. Eine Augenzeugin berichtet. Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Wir wollen zulegen. Wir werden zulegen.»

Der neue Stadtzürcher FDP-Präsident Severin Pflüger gilt als Vertreter der Wirtschaft. Stadtrat will er nicht werden - vorerst. (Foto: Giorgia Müller)

Der neue Stadtzürcher FDP-Präsident Severin Pflüger gilt als Vertreter der Wirtschaft. Stadtrat will er nicht werden – vorerst. (Foto: Giorgia Müller) Zum Artikel

 

Der Boss kommt als Retter

Miklós Gimes am Mittwoch, den 20. April 2016

gimes

Am 31. Juli gibt Bruce Springsteen ein Konzert im Zürcher Letzi­grund. Er spielt mit einer Spezialerlaubnis, denn im Grunde wären nur vier Openairs pro Jahr erlaubt, wegen der Lärmbelästigung im Quartier. Aber diese Saison sind die Zürcher Fussballclubs resultatmässig eher schwach, und weil der Mietzins fürs Stadion gemäss dem sportlichen Erfolg der Zürcher Teams berechnet wird, hat das Sportamt für Springsteen grünes Licht gegeben. Als Zustupf für die Stadtkasse. Der Boss kommt als Retter.

Wahrscheinlich erklang deshalb «Dancing in the Dark» aus dem Lautsprecher – oder war es «Glory Days»? –, als wir letzten Samstag im Stadion unsere Plätze suchten, wir hatten Freikarten für FC Zürich gegen Luzern. Also, eigentlich hätten wir uns überall hinsetzen können; die C-Tribüne war halb leer. 8600 Zuschauer hatte der Speaker gezählt, es war ein schöner, kühler Samstagabend, Fussballwetter. In Luzern wären mehr Leute zum Match gekommen. 8600, das sind Zahlen wie aus den glorreichen 90er-Jahren, als Zürich ein vergessener Verein war, ein Loserclub, Kult.

Im Frühling 2012 waren noch 10 300 Zuschauer gekommen, es war ein lauter Abend, als ich die beiden Mannschaften zum letzten Mal im Letzigrund gegeneinander habe spielen sehen. Zürich gewann vier zu eins, damals noch mit Drmic, Chikhaoui, Schönbächler, Gavranovic. Am letzten Samstag verloren sie null zu eins. Diskussionslos, ohne sich aufzubäumen. Es tat weh.

Viel weiter nach unten wird der Zuschauerschnitt nicht sinken. 8600, das ist der harte Kern von Unentwegten, die sich einen schönen Abend machen, ein paar Bier, Anstehen für die Bratwurst, unten auf dem Platz läuft irgendetwas, erstaunlich ist es nicht, dass Eishockey im Begriff ist, dem Fussball in Zürich den Rang abzulaufen; der ZSC hat mehr Saisonkarten verkauft als der FC Zürich, auch Kloten hat mehr Matchbesucher als GC.

Büne Huber von der altgedienten Berner Band Patent Ochsner hat bekanntlich die Fussballer als Pussys mit tätowierten Unterarmen und Gel im Haar bezeichnet, die wahren Männer seien die Hockeyspieler – das sangen schon die Kids in der Sowjetunion in ihrer Hymne auf ZSKA Moskau, den Armeeclub mit dem eisernen Training, wo man die Weicheier elf Monate im Jahr kasernierte, bis sie spielten wie Terminatoren.

Aber Hubers Ausfall, muss ich leider sagen, klingt nach einem Nostalgiker, der sich zurücksehnt nach den Zeiten, als Sport noch Sport war. Als die Velofahrer sich noch mit Alkohol dopten und nicht mit roten Blutkörperchen, als Fussballtrainer noch keine Medien­genies sein mussten wie Jürgen Klopp oder José Mourinho, und überhaupt als Arbeiter noch Arbeiter waren und keine Ich-AGs.

Gestern Dienstagabend war das Derby, vielleicht ist nachher alles anders, aber auf die Dauer gesehen ist der FC Zürich drauf und dran, in diese nostalgischen Zeiten zurückzusinken, weil der Abstand zu den Clubs mit Ambitionen wie Basel oder YB immer grösser wird. Da kommt der Boss gerade recht. Wahrscheinlich mag er Baseball lieber als Eishockey oder Fussball. Aber das Lied der alten Zeit weiss er zu singen wie kein anderer.

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