Tages-Anzeiger



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Gefährliche fremde Polizisten?

Reda El Arbi am Mittwoch den 8. Mai 2013
Ausserkantonale Polizisten an Stadtzürcher Einsätzen: gefährlich?

Ausserkantonale Polizisten an Stadtzürcher Einsätzen: gefährlich?

Ein Kommentar von Reda El Arbi

Heute morgen musste ich im Tages Anzeiger lesen, dass nur noch jeder 10. Polizist in der Stadt Zürich wohnt. Das hat mich ein wenig erschreckt. Noch schlimmer dann der Fakt, dass 27 Prozent der Stadtpolizisten nicht einmal im Kanton leben! Das birgt eindeutig riesige Gefahren!

Stellen Sie sich vor, ein Stadtpolizist mit aargauischem Migrationshintergrund muss den Verkehr regeln! Oder noch schlimmer, er muss mit dem eigenen Auto zum Dienst erscheinen! Das macht die Stadt ganz bestimmt nicht sicherer.

Oder Bündner Stadtpolizisten bei Einsätzen mit Schusswaffengebrauch? Die erschiessen ja daheim schon verhaltensauffällige Bären, da wird ein kleiner Kügelidealer an der Langstrasse wohl kaum mit dem Leben davonkommen.

Berner in unsrer schnellen Eingreiftruppe, dem Sonderkommando Skorpion? Ich bitte Sie, das geht doch gar nicht.

Verhöre von Wallisern in der Kaserne? Alles, was die aus Zürcher Verdächtigen herausbekommen, ist: «Sorry, das hani nöd verstande, chönd Sie das nomal säge?» Und bei ernsthaften Einvernahmen in hellem Thurgauer oder St. Galler Dialekt grinsen die Stadtzürcher Kriminellen immer ein wenig vor sich hin.

Auch muss man bei einer so sensiblen Aufgabe, wie sie den Zürcher Stadtpolizisten obliegt, die Gepflogenheiten der Stadt sehr gut kennen: Im Seefeld verlangt man zum Beispiel von einem Kriminellen nicht, sich hinzulegen und die Hände hinter den Kopf zu halten, weil ein Seefelder sich nie die Kleider dreckig machen würde.

Oder im Kreis 4 lauten die einleitenden Worte bei einer Verhaftung: «Ey, kein Scheiss, Mann.» Sonst wissen Kriminelle gar nicht, um was es geht.

Entweder wir stellen wieder reine Stadtzürcher Polizisten ein, oder aber die Ausbildung der Stapo muss um einen Crashkurs in «Zürcher Mentalität, Gepflogenheit und Kommunikation» erweitert werden.

1.-Mai-Krawalle bis in die Nacht

Reda El Arbi am Sonntag den 28. April 2013
So siehts aus. Nicht überraschend.

So siehts aus. Nicht überraschend.

Da die Stadtblog-Redaktion am 1. Mai frei hat, haben wir uns erlaubt, die Berichterstattung über die Nachdemo vorzuziehen. Lesen Sie schon heute, was die anderen Medien erst am 1. Mai berichten können. Das Praktische daran: Sie können den Artikel abspeichern und auch nächstes Jahr wieder lesen.

Während mehrere hundert Personen auf dem Zeughausareal den Tag der Arbeit mit einem friedlichen Fest feierten, bezog die Polizei im Verlauf des Nachmittags in der Nähe Stellung mit einem Grossaufgebot. Am Helvetiaplatz und an der Langstrasse riegelte sie sämtliche Querstrassen ab und brachte Wasserwerfer in Stellung, um im Notfall brennende Müllcontainer löschen zu können.

Müllcontainer angezündet

Lange war die Lage ruhig. Die Beamten kontrollierten neben den zentralen Plätzen, dem Helvetiaplatz und dem Kasernenareal auch die umliegenden Strassen. Sie verhinderten grössere Ansammlungen. Bis gegen 16.30 Uhr verhielten sich die Gewaltbereiten ruhig. Dann griffen einige Vermummte die Polizei mit Wurfgeschossen an. Nach einigen Minuten brannten bereits erste Müllcontainer, was den Verantwortlichen von Entsorgung und Recycling der Stadt Zürich ein müdes Kopfschütteln entlockte.

Soundsoviele Festnahmen

Die Beamten kesselten einige Randalierer ein und nahmen Personen fest, wie es an der Medienkonferenz der Stadtpolizei Zürich  hiess. Die Festgenommenen wurden zu einer eigens dafür eingerichteten Haftstrasse zugeführt und in zwei Zelten vor Ort verhört. Politiker verurteilten und begrüssten das Vorgehen der Polizei, je nach Partei. Einige Politiker forderten irgendwas, das diese Zustände nächstes Jahr verhindern soll.

Bisschen Sachschaden während der Nacht

Trotz des grossen Polizeieinsatzes gelang es kleineren Gruppen von Gewaltbereiten immer wieder Unruhe zu stiften. Die kleinen Scharmützel zogen sich noch bis in die Nacht hinein durch die Kreise 4 und 5. Die Randalierer warfen Scheiben von Quartierläden ein und sprayten irgendwelche unrealistischen Forderungen an verschiedene Hauswände. Kenner der Szene vermuten, dass die Chaoten sich dabei wahrscheinlich revolutionär fühlten.

Flirten in Zürich – der Stadtblog-Selbstversuch

Reda El Arbi am Donnerstag den 18. April 2013
Zürich ist ein hartes Pflaster mit vielen schönen Frauen

Zürich ist ein hartes Pflaster mit vielen schönen Frauen

Von Reda El Arbi und David Sarasin

Im Grunde ist alles Kopfkino. Man sieht jemanden, die Dame gefällt und schon schwankt man zwischen Euphorie, Selbstzweifel und Überschätzung. Aber diese emotionale Achterbahn muss nicht so heftig ausfallen, erklärte uns Frau  «Flirt-Coach»  Wilkinson bei den Vorbereitungen, einen Tag vor unserem Selbstversuch. Man könne das besser machen. Selbst in einer Stadt wie Zürich, in der man mehr kalte Schultern sieht als in jedem Vampirfilm. Unsere Fragen an sie waren so naiv wie notwendig:

Frau Wilkinson, wann weiss man, ob eine Frau am Flirt interessiert ist?
Wenn man dreimal Blicke ausgetauscht hat, im besten Fall auch ein Lächeln.

Also starre ich die Dame an?
Das nun auch wieder nicht.

Darf man hingehen und sagen: «Hoi, wie gahts?»
Ich würde das vermeiden, sprechen sie lieber die Umgebung an: die Musik, die Menschen! Vermeiden sie zu ernste Themen, Politik, Religion oder Krieg.

Und wenn man zu unsicher ist?
Am Besten zu seiner Unsicherheit stehen und sie ansprechen, denn alle sind unsicher.

Also Schweissflecken am Hemd zeigen und stottern?
Das auch wieder nicht!

Wann weiss ich im Gespräch, ob es sich lohnt weiterzumachen?
Achten sie auf die Körpersprache. Ob sie sich in die Haare fährt, ob sie eine offene Haltung einnimmt, den Kopf kokett schräg hält, alles kann auf das Interesse der Frau hinweisen. Im Gegensatz dazu verheissen eine abgewandte Haltung oder verschränkte Arme nichts Gutes.

Also, auf  in den Feldversuch!

Mit diesen Anweisungen starten wir unser Experiment. Samstagabend, die Sonne scheint – in der 01-Bar am Limmatquai setzen wir uns an einen Tisch. Um uns sind alle Tische besetzt.

Sarasin (nach fünf Minuten):
Mit der da habe ich schon zweimal Blicke ausgetauscht. Wie viel Mal hat Frau Wilkinson gesagt?

El Arbi (dreht sich um):
Drei. Ich glaube aber, der Typ neben ihr ist ihr Freund. Sie sonnt nur ihr Ego in unseren Blicken.

Sarasin:
Ich glaube eher, sie ist schon ein bisschen verliebt in mich.

El Arbi:
Obwohl sie zu mir schaut?

Wir wollen klären, wer von uns beiden Chancen hätte. Klar bricht sie uns das Herz, als sie sagt, sie habe uns nicht mal aus dem Augenwinkel bemerkt. Klar finden wir in einem Anflug von Grössenwahn, sie lüge wie gedruckt. Klar war das ein schlechter Start. Wir verlassen die Bar  und wechseln in ein etwas «posheres» Lokal Nähe der Bahnhofstrasse. Das klassische Setting: Drei Frauen am Stehtischchen. Wir setzen uns daneben an die Bar, gucken und zählen die erwiderten Blicke. Beide diesmal. Eine schaut. Zu uns? Zur Bar? Will sie bestellen? Neue Taktik: Wir tun nun so, als würden wir uns vollauf genügen, denn Bedürftigkeit auszustrahlen sei ein grober Fehler, wie unser Coach ebenfalls sagte. Als wir doch wieder zum Nachbartisch schielen, steht bereits ein Konkurrent im Kappa-T-Shirt dort und unterhält das Trio scheinbar blendend. Ein Kappa-T-Shirt! Wir gehen!

In der Central-Bar im Kreis 4 dann folgende Szene: El Arbi spricht seine Nachbarinnen an – ohne auch nur Blicke gezählt zu haben. Es wären sowieso null gewesen, meint Sarasin. El Arbi wagt es trotzdem, stürzt dummerweise aber bereits nach der Einstiegsfrage ab: «Kommst du aus Bern?» – mehr fällt ihm spontan einfach nicht ein.

Noch eine halbe Stunde später wird er behaupten, er wäre bei den Beiden weiter gekommen, wenn sie ihm nur etwas mehr Zeit gegeben hätten. Den Rest des Abends flirteten wir dann mit der Barfrau, zwischen uns freilich stets der schützende Tresen aus Holz.

Was wir gelernt haben? 1. Flirts misslingen eher, als dass sie gelingen. 2. Absagen einstecken schmerzt mit der Zeit weniger. 3. Grössenwahn und Unsicherheit wechseln sich ab – es hilft jedoch, sowohl das Eine wie auch das Andere nicht allzu deutlich zu zeigen. 4. Alkohol hilft auch. 5. Die Welt ist ungerecht.

Helfen tun wir damit niemandem, schon klar. Aber wenigstens wissen die Männer da draussen, dass sie in ihrem Versagen nicht alleine sind. Doch auch wenn wir an dem Abend nichts erreicht haben, am Ende waren wir uns in einem Anflug von tröstlicher Selbstüberschätzung einig: eigentlich hätten wir jede haben können.

Patrouille Suisse ans Sechseläuten!

Reda El Arbi am Freitag den 12. April 2013
Effektive Waffe gegen den Winter: Die Patrouille Suisse

Effektive Waffe gegen den Winter: Die Patrouille Suisse

Es macht durchaus Sinn, dass eine Stadt, die eine 2000-Watt-Gesellschaft anstrebt, am Zürifest keine Düsenjäger fliegen lässt, die stündlich Tonnen von Kerosin verbrennen. Stattdessen lässt man die Helikopter fliegen, die nur ein bisschen mehr als eine halbe Tonne Treibstoff pro Stunde verbrennen. Wie gesagt, Zürifest ohne Patrouille Suisse ist löblich und umweltgerecht.

Aber wie siehts mit dem Sechseläuten am nächsten Montag aus? Das wäre doch der ideale Einsatzort für CO2-produzierende Himmelstürmer! Da wir mit dem Verbrennen des Bööggs ja nichts anderes bezwecken, als den Winter zu vertreiben, wären doch Massnahmen zur Klimaerwärmung angebracht. Jedes Jahr, konsequent seit 1868, verbrennen wir inbrünstig den einen Böögg. Und das ohne ersichtliche Wirkung. Der Winter kommt jedes Jahr wieder.

Und natürlich kommt der Winter jedes Jahr wieder. Das bisschen CO2, das am Sechseläuten-Feuer entsteht, kann ja nicht nachhaltig zur Klimaerwärmung führen. Vor Allem, da die Stadt ja gleichzeitig die Innenstadt für den Verkehr sperrt. Das gleicht sich doch grad wieder aus. Und die Methanbelastung durch Pferdefürze des Zunftumzugs fällt da nicht ins Gewicht. Sicher würden aber die mehr als 4000 Liter Kerosin, die so ein Tiger II stündlich verbrennt, positive Wirkung zeigen.

Natürlich gibst Leute, die behaupten, das Sechseläuten habe rein gar nichts mit der CO2-Belastung zu tun. Es sei alles mehr symbolisch, benahe esoterisch. Die Zürcher machen sich eine symbolische Puppe des  Winters und verbrennen sie dann, um dem Winter Angst zu machen und ihn zu vertreiben. Eine Art Voralpen-Voodoo also. Aber, liebe Puppenverbrenner, wir leben im 21. Jahrhundert! Wenn wir dem Winter schon Angst machen wollen, dann sicher nicht mit dem Verbrennen einer Symbolfigur.

Da müssen wir schon richtige Geschütz auffahren! Da müssen wir zeigen, dass wir ein einig Volk sind, dass für seinen Frühling zu kämpfen weiss! Und genau da kommt die Patrouille Suisse wieder ins Spiel. Mit den Kriegsflugis zeigen wir, dass wir den Winter auch in seinem Daheim, im kalten Himmel, mühelos erreichen können.

Eigentlich sollte die Patrouille nicht nur fliegen, sondern direkt Raketen in den Himmel schiessen. Und das schon ab Dezember. Aber es besteht ja Hoffnung: Dieses Jahr machen Ueli Maurers Mannen ja genau auf den Sechseläuten-Montag hin erste Versuche mit dem neuen Gripen. Wir glauben zwar nicht. dass das neue Flugi furchteinflössend genug ist, aber es ist immerhin ein Anfang!

Morgens um elf im Velokafi

David Sarasin am Freitag den 5. April 2013

Hallo Velokafi! Nicht immer sitzt man gleich bequem beim Kaffeetrinken.

Neu gibt es auf dem Trottoir beim Rathaus ein Velokafi. Wie der TA bereits berichtete, darf man aber auf dem Weg dahin nicht fahren. Und ausserdem bezahlte die Stadt dafür viel Geld. Zeit also, da mal kurz hinzufahren.

Als gebranntes Kind – die Polizei hatte mir einst am Limmatquai eine Busse fürs Falschfahren aufgebrummt – stieg ich diesmal rechtzeitig von meinem Velo und schritt zu Fuss über das Kopfsteinpflaster zu diesem Holztisch, an dem man sich samt Gefährt niederlassen kann. Das zweite Gestell neben mir bleibt frei.

Der Slogan des Velokafi lautet: «Anefahre. Lüüte. Käfele.» Beim ersten Punkt scheitere ich automatisch, weil man ja nicht übers Trottoir fahren darf, beim zweiten möchte ich punkten – und klingele. Einmal… zweimal… dreimal… Die Passanten schauen herüber. Viermal… «Es kommt grad jemand!», versichert eine unbeteiligte Frau im Vorbeigehen. Tatsächlich rauscht kurz darauf ein junger Mann mit Piercing und orangem Shirt heran, freundlich offeriert er mir einen Kaffeegutschein, womit ich mein Getränk mit 1.50 Rabatt erhalte. Danke.

Das Velo ist ja generell kein Ort der würdigen Posen. Frauen sitzen entweder kerzengerade auf ihrem Damenrad, als ritten sie auf einem Schimmel durchs Wattenmeer, oder, falls es sich um ein Rennvelo handelt, liegen sie darauf in expliziter Pose, Hintern herausgestreckt, Brüste wie Glocken. Gleichgültige Männer dagegen pedalen meistens in zu kleinem Gang auf zu kleinen Rädern durch die Stadt, andere rasen überambitioniert und getrieben von irgendeiner Sorte Ehrgeiz, die man nicht kennt. Viele Radfahrer tragen dazu noch: Helm. Im Velokafi muss man, um nicht umzufallen, die Beine derart spreizen, dass man, sässe man im Tram, für andere Fahrgäste ein ästhetisches Ärgernis wäre.

Nach fünf Minuten wird es unbequem. Mein Gesäss halte ich durch ständiges Umherrutschen schmerzfrei. Neben mir auf dem Gehsteig richten Polizisten derweil eine Art Infozelt ein. Ich frage die diensthabende Beamtin, ob der Drive-in nicht eher Walk-in heissen müsste. Sie lächelt und bejaht gleichgültig. «Im Grunde schon», sagt sie in jenem trockenen Tonfall, wie ihn fast nur Polizisten besitzen.

Der Kaffee schmeckt nicht besonders, oder halt so, wie durchschnittlicher Kaffee schmeckt: dünn. Der Geräuschpegel um mich herum besteht aus einem Paletttrolli, der über Kopfsteinpflaster rumpelt, dem Klacksen von Absätzen auf Stein und ausserdem aus Trams, die im 5-Minuten-Takt heranrollen – und seitlich bei mir stoppen. Was die Fahrgäste natürlich zum Gaffen animiert. Würde es mich ja auch, sässe ich etwas erhöht und hinter einer Glasscheibe – und nicht auf einer viel zu kleinen Rasselkiste am Kaffee trinken.

Nach zehn Minuten ist der Spass vorbei. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Das zwickende Gesäss rechne ich dem alten Sattel zu. Weil mein Arsch nun etwas Pause benötigt, stosse ich das Gefährt erst mal ein paar Meter durch die Altstadt – und denke einen Moment lang übers Scheitern nach.

Die Sicht vom Velokafi aus auf die Altstadt.

«Ich darf das, ich bin …»

Stadtblog-Redaktion am Donnerstag den 21. März 2013

Verbote wie das Rauchverbot sind nicht für alle gleich bindend.

Nationalrätin Jacqueline Badran soll sich mit den Worten «Ich darf das, ich bin Nationalrätin» für das Rauchen in der Nichtraucher-Zone gerechtfertigt haben. Ob das wirklich stimmt oder nicht, sei dahingestellt. Wir jedenfalls finden, dass gewisse Privilegien gewahrt werden müssen. Deshalb haben wir hier eine kleine Liste mit Verhaltensweisen aufgestellt, die man sich als Mitglied bestimmter Gruppen leisten darf – und auch in Zukunft leisten dürfen soll!

Den Türsteher vor dem Club beschimpfen:
«Ich darf das, ich bin Model!»

Vor den Clubs und nach den Partys an jede Hausecke pinkeln:
«Ich darf das, ich wohne nicht in der Stadt!»

Im Tram den anderen Passanten den Weg versperren:
«Ich darf das, ich bin Mutter!»

Im Club teuren Champagner trinken und herumprollen:
«Ich darf das, ich stamme von der Goldküste!»

Niemals lächeln:
«Ich darf das, ich arbeite in einem Szene-Café!»

Meine Haare zu kleinen Rasta-Locken verfilzen lassen:
«Ich darf das, ich bin Häuserbesetzer!»

Mit Kickboard, Dreiviertelhosen und blonder Igelifrisur über den Paradeplatz rauschen:
«Ich darf das, ich bin Deutscher!»

Auf Twitter Stammtisch-Gedankengut veröffentlichen:
«Ich darf das, ich bin SVP-Lokalpolitiker!»

Mit Fünfzig noch morgens um vier betrunken im Club herumstehen:
«Ich darf das, ich bin Grafiker!»

Mit 50 noch immer an jeder Szeneparty auftauchen:
«Ich darf das, ich bin Rainer Kuhn!»

Viel reden, nichts sagen:
«Ich darf das, ich bin Marc Sway!»

An der Who-is-Who-Party die Brüste zeigen?
«Ich darf das, ich bin Irina Beller!»

Den Porsche auf dem Zebrastreifen im Behindertenparkfeld abstellen:
«Ich darf das, ich bin Banker!»

Mit panzerartigen Kinderwagen Trottoir und Tram blockieren:
«Ich darf das, ich bin ein Züriberg-Mami!»

Löchrige T-Shirts und durchgelaufene Schuhe tragen:
«Ich darf das, ich wohne im Kreis 4!»

Meine Freizeit im Irchelpark verbringen:
«Ich darf das, ich bin Geographie-Student!»

Und zum Schluss: Herumnörgeln und miesepetrig sein:
«Ich darf das, ich bin Stadtblogger!»

Ihre persönlichen Entschuldigungen bitte in den Kommentaren eintragen.

Teil 2: Ein Zürcher auf Reisen

Reda El Arbi am Mittwoch den 6. März 2013
Mit einer durchschnittlichen Zürcher Wohnungsmiete könnte man all das für ein Jahr bezahlen.

Mit einer durchschnittlichen Zürcher Wohnungsmiete könnte man all das für ein Jahr bezahlen. (Bild: Reda El Arbi)

So, liebe Leser, im zweiten Teil unserer kleinen Serie mit Reisetipps für den weltoffenen Stadtzürcher beschäftigen wir uns mit den wichtigen Themen Medizin, Geld und Wildlife. Viel Spass! (Hier zum 1. Teil)

Öffentlicher Verkehr

Im Ausland fährt leider keine VBZ, aber Sie werden auch im Ausland auf öffentliche Verkehrsmittel treffen. Und auf hübsche kleine Listen mit Abfahrtszeiten, die mit Vorliebe an Bus- und Bahnstationen hängen.  Diese Fahrpläne sind etwas verwirrend: Da stehen Abfahrtszeiten, von denen der Zürcher erwartet, dass sie etwas darüber aussagen, wann der Bus oder der Zug abfährt. Das ist nicht so. Zum tieferen Verständnis: Auf den Fahrplänen im Ausland stehen die von den Passagieren gewünschten Abfahrtszeiten. Sie sollen als Gebete wirken und die Götter des Transports gnädig stimmen. Mit den realen Abfahrtszeiten haben solche Aushänge nichts zu tun. Üben Sie sich in Geduld, schliesslich haben Sie Ferien.

Wildlife

Bei Tieren im Ausland gibt es eine Faustregel: Alles, was kleiner ist als eine Faust, ist giftig, alles was grösser ist als eine Faust, will Sie auffressen. Kaufen Sie sich als Erstes einen dieser Giftsprays gegen Insekten. Da im Ausland die Regeln für Giftstoffe in Insektensprays immer etwas lockerer sind als in der Schweiz, können Sie solche Sprays auch gegen Ratten, kleine Hunde und Räuber mit nahezu tödlicher Wirkung einsetzen.

Geheimtipps

Als Zürcher haben Sie es gerne exklusiv. Sie fliegen auf eine Insel, die noch nicht touristisch erschlossen ist, werfen da mit Geld um sich, erzählen all Ihren Freunden, wie toll es da ist und sind dann ein Jahr später empört, dass sich ihr Geheimtipp in eine geldgierige Touristenfalle verwandelt hat. Und sowieso: Wir Zürcher haben den Anspruch, dass es nicht zu touristisch ist, wenn wir irgendwo hingehen. Als Touristen.

Geld

Sprechen Sie um Himmels Willen im Ausland nicht über Geld. Wenn Sie irgendwem erzählen, was Sie in Zürich für eine Wohnung zahlen, hält Sie ihr Gegenüber für einen dieser Dotcom-Millionäre. Mit einer durchschnittlichen Zürcher Miete kann man im Ausland eine fünfköpfige Familie ein halbes Jahr ernähren. In ärmeren Ländern kann man damit nicht nur eine Wohnung kaufen, sondern ein ganzes Dorf.

Medizinische Versorgung

Sollten Sie durch Unfall oder Krankheit medizinische Betreuung benötigen, sollten Sie sich Sorgen machen. Nicht weil die Ausbildung für Ärzte im Ausland schlechter wäre, sondern weil all die wirklich guten ausländischen Ärzte bereits in der Schweiz arbeiten. Im Zweifelsfall googeln Sie ihre Verletzung oder Ihre Krankheit und erklären dann dem behandelnden Arzt lautstark und untermalt von wirren Gesten, was er zu tun hat.

Im dritten Teil unserer Serie gehts dann ums Sinnliche: Flirten, Essen und Drinks. Bis bald!

Stadtrats-Ersatzwahlen: Das Kuschelkarussell

Reda El Arbi am Sonntag den 3. Februar 2013
Die Stadtparteien aller Couleur wollen das Kuschelkarussel im Stadtrat nicht stören.

Die Stadtparteien aller Couleur wollen das Kuschelkarussell im Stadtrat nicht stören.

Die diesjährigen Stadtratsersatzwahlen für den scheidenden Martin Vollenwyder verbreiten die Spannung eines ausgelutschten Kaugummis: Fad, farblos und eigentlich bereits gegessen. Wir haben nichts gegen die Kandidaten. Wie sollten wir auch? Wir kennen sie nicht. Es wird ja kein Wahlkampf geführt. Es gibt nur taktische Absprachen.

Taktische Wahlen sind doch immer ein wenig Verarschung der Demokratie und der Wähler, nicht? Da gibts nur den FDP-Kandidaten Marco Camin, der aus taktischen Gründen von breiter Seite favorisiert wird. Aber was soll man von einem Politiker halten, der sowohl von der SVP, der CVP, der FDP, der Hälfte der Grünen  und auch einem prominenten Teil der SP unterstützt wird? Dass er kein Profil hat? Dass er ein Fähnchen im Wind ist? Dass er der kleinste gemeinsame Nenner ist, oder das kleinste Übel für alle Parteien? Wo bleibt da der Kampf im Wahlkampf? Wo die Diskussionen, der Streit um Ideen? Und wo, bitte, bleibt die Unterhaltung für die Wähler, wenn schon keine politische Auseinandersetzung oder Positionierung stattfindet? Aber egal, Camin ist sowieso bereits so gut wie gewählt.

Der Kandidat der GLP, Daniel Hodel (wer?), hat das gleiche Problem der konturlosen Beliebigkeit, nicht in seiner Person, aber in seiner Partei. Niemand weiss gerade genau, wohin die GLP eigentlich will. Oder wer zum Teufel ihr Kandidat ist. Und dann ist da ja noch der Kandidat  Wolff von der AL, von denen ich immer das Gefühl hab, sie kommen direkt aus Winterthur in den 90ern. Seit die SP  in der Stadt tonangebend ist, fürchten sich Grüne und Linke, klare Konturen und kantige Köpfe zu zeigen. Aber Konsens können sie von mir aus später in der Zusammenarbeit anstreben, im Wahlkampf erwarten wir Ideen und Visionen.

Und die SVP? Gerade aus dieser Ecke hätte ich mehr erwartet. Die Partei der Polterer, Trötzler und Twitterer hätte sicher die eine oder andere Persönlichkeit, die etwas Lärm in diese Ersatzwahl hätte bringen könnte. Aber nein, sie unterstützen jetzt Allerwelts-Camin, damit die FDP ihnen später auch einen Gefallen schuldig ist. Milchbüechli-Strategen rechnen mit Stimmen, statt mit Ideen zu punkten.

Und diesmal finden die Ersatzwahlen auch ohne Joker statt. Niemand, der aneckt und auffällt, oder wenigstens die Wähler unterhält. Können Sie sich noch an Hans Ulrich Flückiger erinnern, der 2010 als Stadtpräsident kandidierte? Besser bekannt als «Hanf-Ueli». Den mochte ich. Nicht, weil er irgendwas Vernünftiges vertrat, sondern weil er Farbe in die Politik brachte. Oder Etienne Rainer, der Urzeit-Partyfrosch mit seiner «Sunneboge Party»? Der vier Mal (!) für mehr Techno in der Stadt fürs Stadtpräsidium kandidierte? Die hatten wenigstens Unterhaltungswert und Farbe. Nicht mal Philipp Meier, das Enfant Terrible der etablierten Kreis 4-Kunstszenis mit seiner «Party Partei», lässt etwas von sich hören.

Da wundern sich die Leute, wieso sich niemand mehr für die politischen Prozesse interessiert. Wenn man aber das Harmonie-Karussel der Wahltaktiker anschaut, ist einem klar warum. Absprachen, Kalkül, Verwaltung der Macht – und weit und breit keine Visionäre. Selbst die Parteien an der politischen Peripherie bringen lieber Kuschelkandidaten, als ein Statement für ihre politischen Ziele abzugeben.

Wenn das bei der Erneuerungswahl des Stadtrats so weitergeht, werden wir vom Stadtblog kandidieren. Ich versprechs!

Die süssen Vorboten der Lärm-Hölle

Reda El Arbi am Freitag den 25. Januar 2013
Die Dämonen des Lärm bräuchten keine Masken, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

Die Dämonen des Lärms bräuchten keine Masken, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

Seit Weihnachten stehen sie rum, anfangs unauffällig, inzwischen schon zu grossen Türmen aufgebaut: Fasnachtschüechli im Migros und Coop, die süssen Vorboten der Lärm-Hölle. So gern ich Fasnachstchüechli hab, so sehr fürchte ich mich vor der Fasnacht. Vielleicht ist das ein Stadtzürcher Erbe, da ich nur ganz vereinzelte Zürcher über sechs Jahren kenne, die Fasnacht mögen.

Und es sind nicht die Masken oder das Saufen. Das Vereinsleben wird zwar scheel betrachtet, erklärt aber auch nicht den Widerwillen der Zürcher gegen die Fasnacht. Was wirklich Schmerzen bereitet, ist der Lärm. Ab Fasnachtsbeginn terrorisieren Guggen die Menschen mit unaufgeforderter und immens lautstarker Fröhlichkeit. Ein einzelner Strassenmusiker ist in Ordnung, ja sogar wünschenswert, selbst wenn er ein Blasinstrument spielt (am Liebsten Saxophon). Aber Horden von mehr oder minder begabten Tröten, brutal unterstützt von Trommelterroristen, wecken nur Aggressionen. Und die ersten vermummten Lärmterroristen sind bereits in der Stadt aufgetaucht.

Da ist zum Einen die Lautstärke, zum anderen die Tonhöhe, die immer genau um einen Viertelton danebenliegt. Man biegt um eine Ecke und wird plötzlich orkanartig in eine scheppernde Kackophonie aus Brass, Piccolo und Pauken getaucht. Es ist kein Gespräch mehr möglich und man wartet, bis die Truppe weitergeht. Was die natürlich nicht machen, sie bleiben freudestrahlend stehen und wippen im Takt ihrer Teufelsmusik, so dass man selbst die Flucht ergreifen muss.

Und die Auswahl des Lärms ist genauso brutal wie die Lautstärke. Alle Guggen halten sich für ungeheuer modern, wenn sie die Popsongs nachspielen, die man schon das ganze Jahr über im Radio bis zum Erbrechen hören musste. Letztes Jahr hab ich sicher 300 Mal «Nossa, Nossa» in einer blechernen Guggenversion hören müssen, davor war es irgendwann mal «Seven Nation Army» von den White Stripes. Was die Guggen dem wirkich schönen Song «Somebody that i used to know» von Gotye angetan haben, will ich gar nicht wieder in Erinnerung rufen.

Kurz, selbst in Zürich, wo es Beizen gibt, die ab Ende Januar «Guggen verboten»-Schilder raushängen, sind es noch immer zuviel. Am Schlimmsten ist es in der Halle am Hauptbahnhof, wo jede Guggenmusik, die durchreist, noch ein kleines Ständchen bringen will. In einer Stadt, in der ein paar Raucher vor einer Beiz bereits eine Lärmklage auslösen, kann es doch nicht sein, das Blechtöne und Trommelfeuer ungestraft die Gehörgänge verletzen!

Liebe Guggen, geht doch nach Basel oder Luzern. Da liebt man euch! Da werdet ihr verköstigt und bewirtet. Und wir besuchen euch da und hören euch zu. Versprochen!

Ein offener Brief an die VBZ

David Sarasin am Mittwoch den 16. Januar 2013
Die VBZ kann alles, aber können sie auch nummerieren?

Die VBZ kann alles, aber können sie auch nummerieren?

Liebe VBZ

Sie sind grossartig! Nicht zuletzt, weil Ihre Trams das schönste Blau der Welt besitzen und dazu so bunt beschriftet sind. Und wegen der Pünktlichkeit. Und trotzdem möchte ich hiermit ein paar Fragen an Sie richten, die mir schon länger unter den Nägeln brennen. Mir ist nämlich aufgefallen, dass die neuen, langen – und übrigens sehr bemerkenswerten – Gelenkbusse nurmehr sporadisch unterwegs sind. Woran liegt das? Sind die kaputt? Und wenn ja, wie viele davon?

Und wenn ich schon mal dabei bin, möchte ich gerade noch ein paar andere Dinge mit Ihnen klären, denn ich werde trotz des vortrefflich strukturierten öffentlichen Verkehrs in Zürich einen Eindruck nicht los: Es herrscht ein heilloses Chaos, was die Nummerierung der Gefährte angeht. Was dem akuraten  Schweizer in mir gegen den Strich geht und dem Zürcher in mir ein Leben lang undurchsichtig bleibt. Vielleicht können Sie mir den Weg aus dem Dickicht der Unwissenheit und der Verwirrung weisen.

Der 31er
Wie der 8er verbindet auch der 31er das wohlhabende Zürich und die Uni mit den Immigranten-Quartieren Aussersihl, Altstetten und Schlieren. Eine meiner Lieblings-Linien. Doch durchkreuzt der 31er auch das Drogenherz der Stadt an der Militär-/Langstrasse. Weshalb die Klientel im Bus nicht immer ganz so gepflegt erscheint wie anderswo. Aber das weiss man längst. Nur: wer in aller Welt hat sich für diese grellen Neonröhren im Innern der neuen Busse entschieden, die selbst kernige Naturburschen vom Typus Toni Brunner wie wächsern-gelbe Statuen im Stile Christoph Mörgelis erscheinen lassen? Oder gönnt man den Süchtigen etwa bloss ungesunde Neonröhren?

Das Tram 1
Wo ist es? Sie haben zwar lange Zeit die 12 weggelassen und ganz aufgeklärt-protestantisch – und unabergläubisch – die 13 installiert. Chaupeau dafür! Doch wo um Himmelswillen bleibt die 1?  Oder die 12? Warten Sie, gibt es Letztere nicht?

Das Tram 12
Lange existierte das Tram 12 gar nicht. Warum eigentlich? Doch nun haben Sie eines installiert, draussen in Wallisellen, was ja nicht weiter schlimm ist. Doch warum nur braucht man für das einzige Tram ausserhalb der City eine extra Anschlusskarte? Und warum gehört es nummernmässig trotzdem zum Stadtnetz? Ein Ärgernis, wie ich finde, mal ganz abgesehen davon, dass man an der Zwölferlinie an keiner einzigen Station aussteigen möchte. Es sei denn, man ist ein Raumplaner oder sonst irgendwie soziologisch interessiert. Oder man geht ins Glatt in den McDonalds.

Der 46er
Eigentlich mein Lieblingsbus. Weil er neben der sporadisch fahrenden S-Bahn die einzige Verbindung Wipkingens mit der Innenstadt darstellt. Ohne den 46er wäre Wipkingen abgetrennt vom Rest der Stadt. Doch warum trägt der Trolley die Nummer 46? Schauen wir uns zur Klärung im Trolleybusnetz um: Die Hauptbusse sind der 31er, der 32er, der 33er. Der 34er dagegen ist relativ unbedeutend, der fährt vom Klusplatz nach Wittikon. Aber alle Trolleys sind im grossen Spektrum von 31–60 nummeriert. Doch wo genau fährt der 45er? Der 37er? Der 36er? Und warum genau trägt der Wipkingerexpress die 46?

Die Werbetrams
Wie eingangs erwähnt, ist das Blau der hiesigen Trams sehr beliebt. Warum also sollte die Strassenbahn jetzt plötzlich rot-orange-gelb und mit dem Schriftzug eines Mobilfunkanbieters versehen sein. Auch Banken haben auf dem Tramchassis nichts verloren, finde ich. Was denken Sie eigentlich darüber? Und darf man in den Werbetrams jetzt gratis fahren?

Das Tram 17
Zwei Fragen dazu: Wo bleibt der 16er? Welcher Aberglauben verbietet es?

Die Nummerierung der Busse allgemein.
Wie oben beschrieben, ein heilloses Chaos. Auch Wikipedia hilft wenig: Das Stadtbusnetz besteht aus den fünfzehn Linien 61, 62, 63, 66, 67, 69, 70, 75, 76, 77, 78, 80, 89, 94, 95. (Die meisten davon kenne ich nicht). Das Quartierbusnetz dagegen ist ein eigentliches Ergänzungsnetz, das die Feinstverteilung übernimmt und neun Linien (29, 35, 37, 38, 39, 40, 64, 73, 79) beinhaltet. Okay, so weit, so strukturiert. Doch klar ist das noch nicht. Auch diese Erklärung wirft mehr Fragen auf, als sie erklärt: Mehrheitlich ausserhalb der Stadtgrenzen verkehrende Buslinien besitzen seit Betriebsaufnahme des Zürcher Verkehrsverbunds im Mai 1990 dreistellige Regionalbusnummern, basierend auf den alten «städtischen» Nummern, denen die Ziffer der jeweiligen Region vorangestellt wurde. Na, dann freue ich mich bald wieder auf mein Velo, ein Dreigänger übrigens, und seit Jahren ohne Nummer. Fahren Sie eigentlich auch Velo?

Einige Fragen sind vielleicht dumm.

Es grüssen trotzdem recht freundlich

Die Stadtblogger



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