«Das ist eine Nymphe.» Aha. Bis dato habe ich mir Nymphen immer als Naturgeister vorgestellt: halbnackig, auf einem moosbewachsenen Stein Laute spielend. Stattdessen finde ich diese hier jetzt abgestrichen auf einem Haushaltspapier, in einer Haarpflegespülung ertrinkend vor. Die Nymphe würde, wenn nicht ausgekämmt, zum Kindergartenschreck Nummer eins heranwachsen: zu einer blutsaugenden Kopflaus. Die Dame, die die Diagnose stellt, ist ausgesprochen freundlich und arbeitet bei Antilaus.ch am Milchbuck. Es ist der erste Salon seiner Art, der einem unter Garantie die lästigen Viecher vom Kopf zu entfernen verspricht.
Dies geschieht in erster Linie mit heisser Luft. Ein Gerät bläst die impertinenten Läuse mit permanenten 60 Grad ins Koma. Besonders im Nacken und hinter den Ohren wirds ungemütlich heiss, weswegen die Behandlung auch erst ab vier Jahren ist. Anschliessend wird das Haar mit Conditioner eingesprüht, und die Nissen, Läuse und eben Nymphen werden ausgekämmt. Der Preis und die Behandlungsdauer variieren mit der Haarlänge. Bei meinen kurzen Haaren heisst das 94 Franken und eine gute Stunde. Und hätte ich mich nicht durch meinen ein Jahr alten Sohn erneut angesteckt, wäre ich wohl jetzt lausfrei. Jean-Marc Nia







