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Bohemian Disneyland

Réda El Arbi am Dienstag den 23. Mai 2017
Shabby Chic-Kulisse für einen urbanen Lifestyle.

Shabby Chic-Kulisse für einen urbanen Lifestyle.

Ein Junkie schlurft langsam an der frisch renovierten Ladenfront des urban-stylischen Migrolino an der Langstrasse vorbei. Er heisst wohl Gerard und ist einer der wenigen, die im Quartier noch sichtbar sind. Man wird den Verdacht nicht los, er werde geduldet, um die zwielichtige Atmosphäre der Langstrasse zu konservieren.

Genau wie die Prostituierte, die im Schaufensterspiegelbild ihren viel zu kurzen Rock gelangweilt nach unten zupft. Ihre Kolleginnen wurden ja schon in die Fickboxen in Altstetten deportiert. Herdenhaltung unter kontrollierten Bedingungen, nicht so glamourös wie ein verruchtes Rotlichtmillieu mitten in der Stadt.

Aber ganz will man bei der Langstrassen-Aufwertung dann doch nicht auf die abgefuckte Bright-Light-Big-City-Deko verzichten. Schliesslich ist «Langstrasse» eine Marke, die ihrem Ruf gerecht werden muss. Sonst geht die «Street Credibility» verloren und man kann den Wohnraum weder teuer an die Mittelstandshipster (Irgendwas mit Medien! Kunst! Projekte! Berlin!) verscherbeln, noch jedes Wochenende eine Horde von zwanzigtausend Spasszombies durch das sorgfältig inszenierte Nightlifewunderland schleusen.

Es gibt noch ein, zwei schmuddelige Bars, in denen am frühen Abend einsame, ältere Männer aus der Agglo die Gesellschaft verlebter Animierdamen mit Alkohol zu einer romantischen Begegnung verklären. Auch in den Seitengassen findet man noch das, was die Stadt «problematische Liegenschaften» nennt. Wie Schimmel kleben hier noch die Reste der versifften, verhurten Langstrasse vergangener Tage in den Fugen, bis der Dampfreiniger der Gentrifizierung mit hochgeheizten Mietpreisen auch ihnen den Garaus macht.

Mir fällt es schwer, mit nostalgischer Sozialromantik auf die Ecken rund um die Langstrasse zu blicken. Ich torkelte hier in den 90ern selbst im Heroinnebel auf der Suche nach meinem Dealer durch die Strassen. Ich bin froh, dass diese Zeit vorüber ist.  Auf der anderen Seite schmerzt es mich, wenn ich sehe, wie ein Quartier langsam seine Identität verliert.

Es ist nicht so offensichtlich, da die Veränderung sorgfältig mit künstlicher Atmosphäre überschminkt wird, weil coole Kollektive ihre Lokalitäten mit «authentischem» Shabby Chic überdecken –  wie eine alternde Hure, die sich längst vergangene Jugend ins Gesicht malt. Und das Publikum liebt es. Man setzt sich vor der Pappkulisse einer vergangenen, verruchten Realität in Szene, mit Rennvelo, bedeutungsvollem Tattoo, Dutt und weltoffener Attitüde, zwischen Statisten wie Gerard und der Hure. Bohemian Disneyland. Man reibt sich an einer Vergangenheit, die eigentlich nicht cool, sondern eher hart und ziemlich traurig war.

Noch ist die Langstrasse nicht tot. Aber sie ist schon von der Vergänglichkeit gezeichnet. Und die Hipster, die jetzt den langjährigen Anwohnern sagen, sie sollen halt woanders hinziehen, wenn sie den Lärm und Dreck des Nachtlebens nicht aushalten, werden von Leuten vertrieben, die ihnen sagen werden: Dann zieh doch woanders hin, wenn du dir die Miete nicht leisten kannst.

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44 Kommentare zu “Bohemian Disneyland”

  1. Toni Meyer sagt:

    Die Langstrasse ist gefährlich.

  2. Tina Schmidt sagt:

    Muss da das F*** drin sein?

  3. Andreas Widmer sagt:

    Ich bin froh; onnte ich durch meinen Bericht an die staatsanwaltschaft (über die damaligen Zustnde in der Neufrankengasse 6 6 14) etwas auslösen. Es hängt auch mit dem Glauben an das Gute im Menschen zusammen und damit; dass es immer eine chance gibt. Ehemalige Käufer / Vermittler / Konsumenten von Drogen in der Neufrankengasse 6; die ich aktiv bekämpft habe durch Tel.117; sind jetzt im Arbbeitsprogtamm der Sozialen einrichtungen und Betreibe integriert; schauen mich schief an wenn wir uns begegenen. Sie sind jetzt besser gekleidet; gesüder und haben zumeist eine sichere Unterkunft.
    Meine Arbeit ist getan; in 10 Jahren; was noch kommt ist die Zeugenaussage vor Gericht.

  4. Gordon0 sagt:

    Zeiten ändern sich. Leben ändern sich. Quartiere ändern sich.
    That’s life, man! Bist ja auch froh, bist aus dem Sumpf raus. Diese Früher-war-alles-besser-Stammtisch-Nostalgie ist langsam langweilig. Sich über Hipster zu beklagen auch. Freu dich doch über neue Quartiere, die zu leben beginnen. Oder alte Stadtviertel, die zu neuem Leben erwachen.
    Es gibt wirklich wichtigere Dinge im Leben, als vergangenen Tagen nachzutrauern….

    • Réda El Arbi sagt:

      Sag das alles den Leuten, die nach 25 Jahren vertrieben werden, weil der Hausbesitzer die Mieten “quartiergerecht” anpasst.

  5. Pascal Kuhn sagt:

    Guter, wenn auch trauriger Artikel. Die Aufwertung ist Abwertung, nicht nur die Langstrasse hat Ihren Charme verloren, nein, die ganze Stadt. Im Niederdorf wurden Kultläden wie der Jamarico durch Kioske ersetzt. Die besten Bars schlossen, eine Stadt welche Ihren ganzen Charme der 90er verliert. Steril sauber, vom Bellevue bis zum Chinagarten, mindest 20 ZAT Graffitis, gestylte Tags überall. Die Wand bei der Chinawiese mit farbigen Meisterwerken. Heute sitzen alle da an der Promenade, in dunkelblau oder schwarz und die Polizei patroulliert artig. Ich realisiere erst jetzt wie geil das Zürich der 90er Jahre war. Im Restaurant ZUM HOECK ist jetzt eine EX LIBRIS Filiale. TRAURIG ZUERICH TRAURIG.

    • Marco sagt:

      Die Langstrasse noch in den 90ern hatte schon was Cooles, denn es gab div. Szenen welche zwar nicht gerade miteinander, aber doch nebeneinander funktionierten und miteinander leben konnten. Nun läuft es in Richtung Gleichschaltung, welche vom Stadtrat ja auch gewollt ist. Man kann davon ausgehen, dass die Millieu- und auch eher alternativeren Bars auch irgendwann verschwinden und dann wird es schick und teuer. Die grosse Frage ist, wohin dann die Szene ziehen wird, die Stadt ist ja klein und wo gibt es noch Platz dafür. Oerlikon oder Seebach sehe ich nicht, diese Szene ist überall in der Innenstadt. Ok es gibt schon die Friesstrasse, aber das ist ein Nischen-Biotop.

      • Réda El Arbi sagt:

        Das meine ich: Die Langstrasse in den 90ern hatte nichts “Cooles” sondern war Kriegsgebiet mit vielen Toten. Sich heute sozialromantisch daran zu reiben, ist Hipsterk*****.

        • Marco sagt:

          Soso. Nur lebe ich seit über 30 Jahren im Kreis 4 und 5, du bist der letzte der mir erzählen muss wie es ist und war. Kriegsgebiet wie lächerlich, warst womöglich noch nie in Südamerika oder so. Es stimmt, dass die Junkie-Szene mitunter recht heftig war, das meinte ich nicht. Doch für mich war Langstrassenquartier recht cool damals und die Geschmäcker sind ja verschieden. Dass du offenbar damals ein Junkie warst, ist dein Problem und selber schuld, man muss deswegen nicht alles madig machen. Klar war nicht alles cool & easy, hat auch niemand behauptet. Was willst du denn eigentlich, dein Blog ist lächerliches Genöle. Die damalige Szene ist ja weitgehend weg, also kannst dich ja freuen.

          • Réda El Arbi sagt:

            Naja, von meinen 12 Freunden aus der Clique damals sind 10 tot. Und ich hab in dieser Zeit an der Mattengasse gelebt. Das heisst, ich hab verschiedenste Male Wiederbelebungen durchgeführt, bis der Krankenwagen da war. Das hört sich für mich nach Kriegsgebiet an.

            Ja die damalige Szene ist weg. Was mir auf den Sack geht, ist die Romantisierung von Millieu und Vergangenheit.

    • Roland K. Moser sagt:

      Die Linken haben ein Problem mit den Menschen und dem Menschsein.

  6. Fiorenzo Cornelius Wagner sagt:

    Aus diesem Grund kann es eine ernstzunehmende Verschiebung des städtischen Schwerpunkts in Zürich auch kaum geben. Verlässt man nämlich die lebendigsten Kreise 4 und 5, ist der Weg in die stark aufgelockerte Agglo-Stadt nicht weit. Bereits der Kreis 3 besteht im Vergleich nur zu einem ganz kleinen Teil aus einer dichten Bebauungsstruktur. Nimmt man dagegen Albisrieden, Altstetten, Höngg, Schwamendingen und weitere, so sieht man schnell, wie wenig sich dort so etwas wie eine urbane Atmosphäre etablieren konnte.

    • Réda El Arbi sagt:

      Gerade in den Aussenquartieren ist die Durchmischung gross. Nationalitäten aus aller Welt, Telefonshops, Kontaktbars, alles da. Nur eben keine Hipster, die bestimmen, was “urban” zu bedeuten hätte.

      • Fiorenzo Cornelius Wagner sagt:

        Die Durchmischung der Bevölkerung ist zweifellos gross. Aber der partiellen Verschiebung des städtischen Lebens dorthin sind trotzdem enge Grenzen gesetzt. Der Charakter vieler dieser Orte ist einfach derart kleinstädtisch wenn nicht sogar dörflich, dass sie als Alternative für die überfüllten Kreise 4 und 5 kaum je ernsthaft in Frage kommen dürften.

        • Réda El Arbi sagt:

          Der Charme der Langstrasse WAR ja gerade das Dörfliche. Man kannte sich, über soziale Barrieren hinweg.

          • Fiorenzo Cornelius Wagner sagt:

            Es ist Ihnen hoffentlich klar, Herr El Arbi, dass wir nicht vom gleichen sprechen …

          • Réda El Arbi sagt:

            Ja, wir sprechen von einem Szenegefühl, das vor der Kulisse der Langstrasse funktioniert. Urbanes Hipstergetue, wie man es auch aus Berlin kennt.

            Da Reiben am Verruchten, ohne den eigentlichen Kontakt.

            Natürlich funktioniert das nur in der Innenstadt.

      • tststs sagt:

        Haha, kleine Posse aus dem Kreis 3:
        Vor einigen Monaten versuchte sich am Goldbrunnenplatz ein bekannter Veganer-Imbiss.

        Tja, was soll ich sagen… Joey’s Kiosk ist wieder zurück… (Frei nach dem Motto: Hier wird gearbeitet; d.h. am Feierabend gibts Döner (vom Flash), Bier (von Joey und ihrem Mann) und einen Schwatz mit den Randständigen… aber sicher kein Körnlipickerfood… 😉

        • Sämi Amstutz sagt:

          Das fand ich sooooo geil!
          Joey’s ging ein halbes Jahr raus, liess die unsäglich hippen Körnlipicker den ganzen Laden renovieren und ist jetzt wieder da.

  7. Fiorenzo Cornelius Wagner sagt:

    Der Fluch dieser Stadt besteht auch in seiner räumlichen Enge. Mit knapp etwas mehr als 90 Quadratkilometern liegt die Fläche deutlich unter jener der meisten mittelgrossen Städte Europas. Ebenso nachteilig ist jedoch die Tatsache, dass selbst diese bescheidene Fläche nur zu einem kleinen Teil in dichter Weise bebaut ist. Grösstenteils wird diese Fläche nämlich von offenen Baustrukturen (Wohnblöcke mit Grünstreifen) beansprucht, die mehrheitlich erst nach 1945 entstanden sind. Dadurch kommt in Zürich das Gefühl von dichter Urbanität, wie man es z.B. aus Wien oder Paris kennt, nur sporadisch auf. Zu schnell jeweils kippt die Szenerie wieder in eine Richtung, die mehr an eine Agglo erinnert.

    • Pierre sagt:

      Die Wüste Gobi wäre noch frei. Und falls Sies dicht und eng mögen (“dichte Urbanität”), in Südwestchina gibts eine Riesenstadt (die grösste der Welt, kennt man hier nicht) mit 40 Millionen Einwohner und einer Stadtgrösse der Grösse (Fläche) Österreichs. Die Avenir Suisse plant eine Schweiz mit 25 Millionen Einwohner. Falls es dann für Sie noch zu wenig mediterran ist, könnten Sie die geplanten Windräder mit einem Warmluftföhn ergänzen (natürlich grüne Energie und die Metalle für die Geräte stellen wir hier selber her). Einen Hafen hats in Zürich ja schon, zum Glück ohne Fischgeruch.

  8. Thomas sagt:

    Ich geniesse an der langstrasse die kulturelle Vielfalt und finde es sehr lässig da um die Häuser zu ziehen. Wahrscheinlich bin ich im Artikel umschrieben, obwohl ich mich jetzt nicht als hipster bezeichnen würde…dafür bin ich zu uncool…ich denke allerdings nicht, dass die ranständigen statisten eines disneyland sind und man diese toleriert um etwas wild west Stimmung aufrecht zu erhalten. Das sind Einzelschicksale des Mikrokosmos langstrasse, die sind da, weil es doch immer noch Angebot für ihre nachfrage hat. Und das nur noch an der langstrasse. Oder wo hat es sonst kontaktbars, krack höhlen, problemliegenschaften, spielhöllen, internetcafes, moneytranfer in diesem Ausmass?

    • Réda El Arbi sagt:

      In Schwammendingen, Altstetten, in Olten, in den Industriegebieten der Agglo gibts jede Menge Moneytransfers, Kontaktbars, es gibt am Stadtrand auch mehr “Problemliegenschaften”, nur sind sie da nicht “cool”.

      Crackhöhlen gibts übrigens auch an der Langstrasse keine.

      • thomas sagt:

        Zu den Crackhöhlen: Leider kenne ich zwei Personen, welche aus Dummheit und Naivität über mehrere Tage bei einer Prostituierten Zeugs geraucht haben und dabei mehrere tausend Franken verpulverten. Ich weiss nicht ob es sich dabei um Crack gehandelt hat, aber es war allerdings stark berauschend, es wurde aus einer Pfeife geraucht und es hat ihnen temporär den Verstand geraubt.

        • Réda El Arbi sagt:

          Jep. Entweder Chrystal Meth oder Freebase. Beides ist im Verhältnis zum restlichen Drogenkonsum (Kokain-Pulver, Speed, XTC in den Clubs und im Alltag) vernachlässigbar.

          • Marco sagt:

            Die letzte Crack-Höhle (Neufrankengasse-Haus) wurde ja geschlossen, wie zuvor schon die Vorgänger Magnusstrasse und zuvor Tam-Tam-Haus (Kanonengasse). Kontaktbars gibt es in Altstetten und Schwamendingen keine, ist auch dort nicht geduldet. Die kleineren Puffs sind jetzt in Glattbrugg & Co. Kann ansonsten hier El Arbi – für einmal – weitgehend zustimmen. Wobei man von ihm vor nicht allzu langer Zeit hier als (ewiggestriger) Sozialromantiker bezeichnet wurde, wenn man solche Gedanken äusserte. Es ist wohl den meisten nicht entgangen, worum es geht: mit Polemiken Clicks erzeugen. Verständlich, aber hat etwas erbärmliches. Das alte Millieu an der Langstrasse ist praktisch tot, das ist Fakt.

        • Marco sagt:

          Diese Szene läuft (immer noch) im Sonne-Haus, Insider wissen schon wer die “Frauen” sind… Offenbar finden sie immer noch Opfer. Wer sich aber auf sowas einlässt, ist selber schuld, dieser Abzock-Trick ist schon seit den 90ern mehr als bekannt im Millieu. Im Chillies lief das offenbar ja auch. Wer mit einer Kreditkarte oder Bankkarte in mehr als dubiose Puffs oder Bars geht, ist selber schuld, Naivität und Unbedarftheit wird halt bestraft. Solange man nur Geld verliert, kann der Betreffende ja die Lehren ziehen.

  9. Alois Schlüssel sagt:

    In Ihrem nächsten Leben sollten Sie, mein lieber Herr El Arbi, eben wie die Ex-68er-Hippies rechtzeitig merken, wann die linksalternative Ideologie am Ende ist und man sofort den Marsch durch die bürgerlichen Institutionen die Karriereleiter hoch antreten sollte. Mit einem Chefbeamten- oder Politikerlohn kann man sich buchstäblich mit Links eine 4000-fränkige Neubauwohnung an der Langstrasse und zudem noch einen flotten BMW-Dienstwagen leisten (wenn man sich nicht allzu dumm anstellt dabei, sollte es schiefgehen, winkt immerhin eine Freistellung und grosszügige Frühpensionierung). Dann freut man sich über die Gentrifizierung der Stadt!

    • Réda El Arbi sagt:

      Widerspriccht sich ein bisschen. Sonst müsste ich ja weiter meine linksalternative Gesinnung behalten um an den echten Problemen dranzubleiben und nicht mich nicht bürgerlich vereinnahmen zu lassen 😀

    • Jaqcues sagt:

      Betrifft heute diejenigen, die so ab 1955 bis knapp vor 1970 geboren wurden, also beispielsweise mit Punk sozialisiert wurden. Wobei die noch aggressiver als die heutigen Althippies sind. Sie glauben auch, es gäbe keine Klassen mehr, sondern nur verschiedene Lebensentwürfe, wer also arm ist, ist selber schuld, weil er sich für den Lebensentwurf der Armut selber entschieden hat. Das Pathologische dieser Generation ist, dass die total überzeugt sind, dass sie total solidarisch sind, die beste avantgardistische Moral und das beste Weltbild, aber real betrachtet sind das karrieresüchtige Konservative, deren Aufgabe darin besteht, dem Kapitalismus ein ästhetisch-moralisches Anlitz zu verpassen.

  10. tststs sagt:

    Hmmm… Disneyland? Scho so…
    “wie ein Quartier langsam seine Identität verliert.” Ich würde sagen, die hat es schon mehr als einmal verloren…oder sagen wir etwas versöhnlicher: erweitert 😉

  11. Lena sagt:

    Grundsätzlich Ja: Es wird teurer, “sauberer”, gentrifizierter und gleichzeitig weniger hip, verrucht, und günstig. Ja, lang ansässige Mieter können sich teilweise die Mieten nicht mehr leisten und müssen in Aussenquartiere von Zürich ziehen. (Ganz vergessen geht dabei, dass auch der Kreis 3&4, ja selbst der Kreis 1 ums Seefeld mal “Aussenquarteier” war). Aber wer will ernsthaft die alte Langstrasse zurück? Das ganze Elend, die Tristesse, die Gewalt? Nein, danke, dann lieber Disneyland!

  12. david mercier sagt:

    immer dieses gejammer… sorry aber es geht mir auf den s****, schon fragen wie “was kommt noch”, ja es kommt immer was neues albisrieden das neue seefeld… oder so.und all ihr kommentarschreiber seit doch die ersten die all dem hinterher rennen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ähm, und was genau soll das jetzt aussagen? Man darf sich nicht über die Plastifizierung der Langstrasse ärgern?

      PS: “Ihr Kommentarschreiber” ist lustig. Ich glaub nicht, dass irgendeiner meiner Kollegen der Schreibzunft mit mir in einen Topf geworfen werden.

    • geezer sagt:

      so ein schwachsinn. wenn man in der stadt geboren ist oder schon lange hier lebt, erlebt man die veränderungen von ganzen quartieren hautnah mit. und diese veränderungen sind leider oft nicht sehr positiv für die entwicklung der stadt. langzeitbeobachten nennt man das. hipstern, welche glauben stets in sogenannten ‘trendquartieren’ wohnen zu müssen, sind diese entwicklungen total egal. die möchten einfach nur hip sein und ziehen in sechs/zwölf monaten sowieso wieder um.

      • Kathrin sagt:

        “ihr Kommentarschreiber” schreibt er in einem Kommentar……

      • tststs sagt:

        “und diese veränderungen sind leider oft nicht sehr positiv für die entwicklung der stadt.”
        Da ist die Langstrasse aber wirklich nicht das geeignete Beispiel…

        • geezer sagt:

          klar: gegen weniger prostiution, menschen- und drogenhandel werden die wenigsten leute einwände haben.

          ich denke da eher an architektonische höchstleistungen wie beispielsweise die neuen überbauungen im zollfreilager, an der europabrücke, der hohlstrasse, der europaallee oder auch dieser sagenhafte glattpark, um nur einige aufzuzählen. beim anblick dieser meisterwerke werden wohl bei manchem ehemaligen ostblockbürger kinheitserinnerungen wach….ob positive sei mal dahingestellt…..falls der wohnunghype in dieser stadt wieder mal abnehmen und die mietpreise sinken sollten, wären solche orte für eine ghettoisierung prädestiniert.

          • Réda El Arbi sagt:

            Naja, gegen Menschenhandel ist sicher was zu sagen. Aber das ist nicht gleich Prostitution.

  13. geezer sagt:

    es ist in der tat fraglich, ob aufwertung auch wirklich aufwertung bedeutet. die langstrasse ist tatsächlich zu einer spassmeile verkommen. das ist aber nicht nur hier in zürich so. das arbeiterviertel in kopenhagen, von welchem meine frau stammt, erkennt man im vergleich zu früher auch nicht wieder. schicke cafés, shops und hippe restaurants wo man hinschaut. von den brandneuen, teuren siedlungen ganz zu schweigen. urban halt……da müssten die stadtregierungen definitiv gegensteuer geben. aber wie man am beispiel zürich sieht, werden beim thema ‘aufwertung’ (resp. geld und steuern) die roten und grünen genauso schwach, wie alle anderen auch…..

  14. schlatter brigitte sagt:

    Gut gezeichnetes Stimmungsbild – Wie unschuldig war doch die Zeit in den illegalen Bars

  15. Philipp M. Rittermann sagt:

    nun. das ist genau das problem mit der “urbanität” bzw. der “quartier-aufwertung.” die angestammte bevölkerung wird vertrieben, die mieten steigen und die hipster halten einzug. was in züri in den letzten jahren formen angenommen hat, wird z.b. in der agglo von new york schon seit längerem praktiziert mit dem resultat, dass die schwächeren einkommensschichten – auf züri bezogen – wohl nur noch in schwamendingen überleben können. züri ist das neue singapur, diesbezüglich. (und nur diesbezüglich). rot/grün nähert sich den dogmen der fdp an. wohl bekomms.

    • schlatter brigitte sagt:

      Herr Rittermann da gebe ich Ihnen recht-Schon mal die Jetztzeit an der Weststrasse betrachtet? Da fand eine rigide soziale “Umschichtung” statt! Was kommt noch?

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