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Vom Opfer zum Täter

Alex Flach am Montag den 3. April 2017
Die Club- und Barbetreiber sind nicht mehr die Underdogs der 90er.

Die Club- und Barbetreiber sind nicht mehr die Underdogs der 90er.

Vergangene Woche fanden zwei Podiumsdiskussionen zum Thema Nachtleben statt. Am Donnerstag wurde im Zentrum Karl der Grosse versucht eine Antwort auf die von der Plattform tsüri.ch gestellte Frage «Das Zürcher Nachtleben als Kultur, als Konflikt, als Freiraum?» zu finden und am Freitag wurde im Moods und im Rahmen des m4music-Festivals das Thema «Electronica Helvetica: Die Lage der Club-Nation» diskutiert.

Die nächste Podiumsdiskussion zum Thema Nachtleben findet am 29. April an dem von der Bar- & Club Kommission organisierten „Tags der offenen Bar & Club Tür“ statt und trägt den Titel «Quo Vadis Niederdorf?». Diese birgt einigen Sprengstoff: Auf dem Podium im Cabaret Voltaire werden neben Exponenten des Nachtlebens wie Pitsch Calame vom Nachtstadtrat auch Vertreter der Anwohnerschaft, wie der Präsident des Quartiervereins Zürich 1, Peter Rothenhäusler sitzen.

Die beiden Gesprächsrunden von vergangener Woche waren eher mässig besucht, was sicherlich auch mit dem schönen Frühlingswetter zu tun hatte. Jedoch waren nicht nur die Aussentemperaturen lau, sondern über weite Strecken auch die Gespräche selbst. Ein Grund dafür ist, dass die Zürcher Nachtleben-Macher in der öffentlichen Wahrnehmung in den vergangenen 20 Jahren sukzessive die Rolle gewechselt haben: Aus den unterdrückten Kämpfern für mehr Rechte von einst wurden die von der Politik bisweilen zu sehr verhätschelten Lärm-Verursacher und «Kommerz-Betreiber» von heute.

Auch wenn die Nachtlebenden das gerne ignorieren und sich immer noch in dem Kampfanzug der Revoluzzer von einst sehen, der Tenor der beiden Podiumsdiskussionen von vergangener Woche war ein anderer: Die konkreten Forderungen an die Stadtzürcher Politik gehen ihnen langsam aus und der Zusammenarbeit mit ihr haftet bisweilen gar etwas Kuscheliges an. Man diskutiert Themen wie die Ausweitung der Jugendbewilligung für sommerliche Outdoor-Partys für unter 25jährige auf alle Altersgruppen und nicht mehr Grundsätzliches wie ein himmelschreiend unfaires Wirtegesetz in den 90er Jahren.

Auf den Podien im Zentrum Karl der Grosse und jenem am m4music sassen fast ausnahmslos Nachtleben-Treibende und die sahen sich noch immer als Kämpfer für mehr Rechte und nicht als die Täter, die sie in den Augen vieler Stadtbewohner heute sind. Es ist an der Zeit das Zugehen auf die vermeintlich Geschädigten, die Nachbarn der Clubs und Bars, in den Fokus zu stellen und Institutionen wie die bck machen dies auch bereits.

Dieses aufeinander zugehen sollte aber in selbstbewussterer Manier vonstattengehen, als es dies bislang tut: Die Nachtleben-Macher sollten die Täter-Rolle gegenüber der Anwohnerschaft nicht einfach akzeptieren und auf Biegen und Brechen versuchen Gräben zu überbrücken, die nicht überbrückbar sind. Es sollte ihnen darum gehen den Nightlife-unaffinen Anwohnern klarzumachen, dass in einer Grossstadt ein Recht auf Lärm existiert und, dass sie ebensoviel Anspruch auf das Stadtleben haben, wie all jene, die noch nie einen Club von innen gesehen haben.

Nur mit diesem Selbstbewusstsein wird verhindert, dass aus der vermeintlichen Täter-Rolle auf politischer Ebene irgendwann eine tatsächliche wird.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Härterei.

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34 Kommentare zu “Vom Opfer zum Täter”

  1. benjamin tesla sagt:

    Einfach wiedermal krass diese Diskussionen hier. Schweizer zeigen einmal mehr, dass der Arbeitsalltag mit Nachtruhe über allem steht und Jugendkultur ohne wenn und aber der Erwachsenenkultur zu weichen hat. Macht nur weiter so, raubt unserem Land noch die letzte beseelte Ecke! Vielleicht merkt dann der eine oder die andere, dass euch das Geld nicht glücklich macht. Und auch nicht das Ausgeben dessen in grossen Konsumtempeln, wenn diese keinen Charakter mehr haben.
    Hier mal ein Vorschlag gegen die lauten Nachtstreuner: Vielleicht müssen wir alle wieder mehr ausgehen und mehr übers Nachtleben mit seiner Magie diskutieren um Bewusstheit wie sie eben von vielen nicht aufgebracht wird zu…

    • Réda El Arbi sagt:

      Dir sit schon klar, dass du von einer Industrie sprichst, die jährlich Millionen umsetzt und von Erwachsenen beherrscht wird.

      • Alex Flach sagt:

        …ist schon lustig… Rohstoffhändler dürfen Drittweltländer ausbeuten und alle nicken nur wenn deren Chefs hunderte Millionen verdienen. Ebenso bei den Millionengehältern von Chefs von Banken die mit Steuergeldern gerettet werden müssen. Wenn man aber im Nachtleben und mit elektronischer Musik Geld verdient, dann ist man ein böser Schlawiner. 🙂 Was das Nachtleben anbelangt; die Leute die für die Musik zuständig sind, sind in der Regel (mit Ausnahmen) jung. Auch viele Veranstalter sind es. Nur jene denen die Clubs gehören nicht mehr so sehr. Aber in jungen Jahren fehlt es einem halt meist an Geld um solche Plattformen hinstellen zu können.

      • benjamin tesla sagt:

        Mir ist sogar klar, dass ich selber auch Schweizer bin. Worauf willst du hinaus?

        • benjamin tesla sagt:

          Auch wenn ein Clubbesitzer schon 100 Jahre alt ist, zählt er für mich mit seiner Tätigkeit noch mehr zu den Junggebliebenen als jeder Bänkerlehrling. Rock n Roll/Hedonismus etc werden nunmal mit Jugend identifiziert. Und Adoleszenz hatte nie den Ruf dafür, dass im Moment gelebt wird. (Warum auch immer)

  2. Hans Müller sagt:

    ” dass in einer Grossstadt ein Recht auf Lärm existiert (…).” Mit Verlaub, sagt und bestimmt wer? Sie? Wohl eher nicht. Sie dürfen sich allenfalls in diese Richtung äussern (im Sinne eines Wunsches), wenn Sie im Niederdorf oder an der Langstrasse wohnen. Ansonsten würde ich mal sagen: Sie bestimmen überhaupt nicht, was für Rechte existieren oder nicht. Dafür gibt es Gesetze. Und dort sind nächtliche Ruheordnungen klipp und klar festgehalten.

    • Alex Flach sagt:

      Wer scrollen kann gewinnt: “Da eine Grossstadt generell viel Lärm produziert, sei es nun via Verkehr, Baustellen, Fluglärm, den grossen Betrieb an ihren neuralgischen Punkten und als logische und unausweichliche Folge einer hohen Bevölkerungsdichte, ist es ein Recht das in der Natur der Sache liegt. Wer Ruhe als als ersten Indikator für Lebensqualität nennt, der zieht nicht in eine Grossstadt. Falls doch kann man ihm Ignoranz der vorherrschenden Gegebenheiten unterstellen”. Und wer bestimmt, dass eine Grossstadt keinen Lärm produzieren darf? Sie etwa? Überhaupt nicht, würde ich mal sagen. Selbst wenn es möglich wäre. Immer innerhalb der gesetzlichen Verordnungen gesprochen.

      • Alex Flach sagt:

        Political correctness für einmal off; ich persönlich halte Leute die sich Ruhe und Stille als primäres und dominierendes Element der Lebensqualität erwählt haben und die dann in eine GROSSSTADT (…) ziehen in etwa für gleich bescheuert wie Menschen die partout keine Hitze und starke Sonneneinstrahlung vertragen und dann Ferien in der Sahara buchen. Bloss dass die in der Regel dann nicht Petrus verklagen weil sie selbst nicht bis zur Nasenspitze denken können. Eine Grossstadt ist nunmal einfach laut, herrgottnochmal. Und das ist gut so, da reges menschliches Leben in der Regel Geräusche produziert. Für alle anderen gibt’s das Dorf oder die Einsiedelei.

        • Alex Flach sagt:

          Ihr erwartet von der lebendigen Seite EURER und UNSERER Stadt immer volle Rücksichtnahme auf Euer Ruhebedürfnis, seid aber selbst kein Bisschen bereit auch nur das kleinste Stück Toleranz gegenüber dem Geräusche produzierenden Teil der Stadt aufzubringen, jenem Teil der das Stadtleben ausmacht. Und irgendwann muss da einfach mal Schluss sein, denn eine Stadt ist nunmal nicht für Leute gedacht, die abends um 10 mit offenem Fenster schlafen wollen und das ist Fakt.

          • Mel One sagt:

            TOLERANZ schönes Wort…..wird gerne verlangt aber nie entgegengebracht…..Toleranz ist nehmen und geben….also nicht nur VERLANGEN, dass man 24 Stunden laut sein darf……sondern auch mal RESPEKTIEREN, dass es anderdenkende gibt……Menschen, die gerne Schlafen würden

      • Hans Müller sagt:

        “Immer innerhalb der gesetzlichen Verordnungen gesprochen.” Eben, und hier gilt die Polizeiverordnung der Stadt Zürich. Daran haben sich auch die Clubs und die Partygänger zu halten. Punkt. Was eine Grosstadt ausmacht, zu der Zürich übrigens nicht gehört, da scheiden sich halt die Geister. Ich selbst sehe lärmende, besoffene Partygänger, die sämtliche Quartiere vom Mittwoch Abend bis Sonntag Abend rücksichtslos und nonstop in Beschlag nehmen, nicht als zwingender Bestandteil einer Stadt aus. Und gegenüber rücksichtslosen, egoistischen Mitmenschen, die selbst nicht zwischen Toleranz und Indifferenz unterscheiden können, werde ich ganz sicher keine Toleranz zeigen. Warum sollte ich?

        • Alex Flach sagt:

          Das Nachtleben fordert die von Ihnen erwähnten Partygänger die nächtens an der Langstrasse rumstreunen mit diversen Aktionen zu mehr Ruhe und Rücksichtnahme auf. Nun ist es aber so, dass viele von denen gar nicht in die Clubs gehen sondern sich mit Alkohol in den 24Stunden-Shops eindecken. Rücksichtslosigkeit geht nicht, korrekt. Jedoch sind die Epizentren dieses Problems hinlänglich bekannt und die Langstrasse hat diesbezüglich nicht erst seit gestern ein Problem, auch wenn es sich verschlimmert hat. Der Ruhesuchende der in den letzten drei Jahrzehnten an die dorthin gezogen ist, sollte sich fragen ob seine Überlegungen die richtigen waren. Eigenverantwortung.

          • Hans Müller sagt:

            Das stimmt so nicht. Nicht die Ruhesuchende sind an die Langstrasse gezogen, sondern die Langstrasse hat sich zu einer 24h non-stop Partymeile verwandelt und die Nachtschwärmer verteilen sich längst in die umliegenden Wohnsiedlungen. Ein bisschen Aktionitis für mehr Ruhe und Rücksichtsnahme reicht eben nicht. Irgendwann mal muss die Polizei die Verordnung einfach durchsetzen, wenn freiwillige Goodwill-Aktiönli nicht funktionieren. Es ist mir natürlich bewusst, dass das nicht primär die Schuld der Clubs ist, aber mir ist es als Stadtbewohner letztlich egal, wer Schuld daran ist. Ich erwarte, dass die Polizei die gesetzliche Nachtruhe durchsetzt. Stadtbewohner müssen nicht alles akzeptieren.

        • Alex Flach sagt:

          Zürich ist eine Grossstadt und als solche ist sie lärmig und hat Problemviertel. Wie jede andere Grossstadt auf der Welt auch. Und wer wünscht sich denn eine Grossstadt mit der Lebendigkeit von Kleindöttingen. Jeder der hier hinzieht, insbesondere an die Langstrasse, der weiss das. Es ist ein freies Land und es gibt ruhigere Ecken in die man ziehen kann (sämtliche Quartiere ist masslos übertrieben). Selbst in der Stadt Zürich. Warum sollte sich die Welt für Sie ändern wenn Sie einfach umziehen können?

          • Alex Flach sagt:

            Mal ehrlich… wie sehr muss man denn sein Leben umstellen wenn man von der Lang- an die Schaufelbergerstrasse zieht? Die Tram hat eine anderer Nummer und die Person an der Migros-Kasse einen anderen Namen. Aber sonst..

          • Hans Müller sagt:

            Wie gesagt: Nicht ich habe mich anzupassen, sondern die Lärmverursacher. Ich halte mich ja an die Polizeiverordnung. Wenn Ihr das nicht könnt, dann werdet Ihr eben keine Clubbewilligung bekommen oder gebüsst. Mal ehrlich: MIr kann es egal sein. Ich erwarte lediglich, dass bestehende Gesetze durchgesetzt werden. Wer feiern will, soll nach Dietikon in das Industriequartier. Die Lärmverursacher sind die Minderheit, die die Mehrheit nerven und nicht umgekehrt.

          • Alex Flach sagt:

            Sehen Sie… unvereinbare Ansichten. Ich bin der Meinung, dass wer keinen Lärm verträgt gefälligst seine Sachen packen und aus der Stadt aufs Land ziehen soll. Falls Sie hierbleiben und mit dem Lärm des Stadtlebens nicht klarkommen, ist das genausowenig ein Problem derjenigen die ihn verursachen: Wer kein Wille zum Entgegenkommen und zur gemeinsamen Erarbeitung von Lösungen zeigt wie Sie, der darf das auch nicht vom Gegenüber erwarten.

          • Alex Flach sagt:

            Nicht, dass ich Ihnen Ihre Illusionen nehmen möchte, aber die Leute die den für Sie unerträglichen Lärm auf der Langstrasse produzieren werden höchst selten für ihre Emissionen gebüsst. Ganz einfach weil die allermeisten Ihrer Mitbürger wissen, dass es die Langstrasse ist und was das bedeutet. Sie sollten sich damit abfinden. Und auch damit, dass es noch lauter werden wird. Weil die Bevölkerungszahl in diesem Land wächst und der Run auf die Stadt mit ihr.

          • tststs sagt:

            Herr Flach, Sie verrennen sich!
            Ich bin mit dem grunsätzlichen Argument “Wer in die Stadt zieht, muss mit dem Stadtleben mitziehen (im Guten wie im Bösen)” prinzipiel einverstanden.
            Aaaaber “Ich bin der Meinung, dass wer keinen Lärm verträgt gefälligst seine Sachen packen und aus der Stadt aufs Land ziehen soll.” Ernsthaft? Jeder Stadtbewohner muss die Lärmtoleranzgrenze auf Langstrassenniveau fressen oder verschwinden? Läck, wär Züri leer… 😉
            (So mancher Fleck in Züri ist ruhiger als auf dem Lande)

            P.S: Gilt dieses “Akzeptier oder geh” auch für die morgendlichen Spaziergänge durch Kotze, Scherben und verirrte Dorfjugendliche?

  3. thomas sagt:

    Die aktuelle Lärm-Diskussion wird von herumstreunenden Personen verursacht. Die Clubs- und Bars investierten viel in die Infrastruktur (Lärmschutz) und in den Sicherheitsdienst (Ruhe vor dem Lokal). In den warmen Sommermonaten spült es wieder zahlreiche Betrunkene in die Seitengassen und Innenhöfe der Langstrasse. Dort wird uriniert und herum-geschrien. Lautes Gelächter im Innenhof betrifft schell 30-50 Wohnungen und ist in der Tat unnötig und nervend. Leider werden dieses Personen von den unzähligen 24-Stunden Shops an der Langstrasse mit billigem Alkohol bedient. Diese Shops sollten ab 10.00 Uhr dicht machen. Die Probleme dürften damit drastisch abnehmen.

  4. dr house sagt:

    ein “recht” auf lärm? in welchem gesetzbuch ist das finden?
    lärm lässt sich in einer stadt sicher nicht auf das level von einem dorf reduzieren. aber rücksicht? sind die menschen inzwischen schon so degeniert, dass sie gar kein gen oder kein gefühl mehr für rücksicht haben?
    wenn jeder da, wo er kann, lärm vermeidet oder reduziert wäre schon sehr viel erreicht. doch dazu braucht es erziehung und die ist einfach seit schon bald zwei generationen definitiv auf der strecke geblieben… übrigens nicht nur im nachleben und nicht nur bei partygängern.
    aber dieser erziehungsverlust berechtigt nicht die forderung für ein “recht auf lärm”.

    • Alex Flach sagt:

      Da eine Grossstadt generell viel Lärm produziert, sei es nun via Verkehr, Baustellen, Fluglärm, den grossen Betrieb an ihren neuralgischen Punkten und als logische und unausweichliche Folge einer hohen Bevölkerungsdichte, ist es ein Recht das in der Natur der Sache liegt. Wer Ruhe als als ersten Indikator für Lebensqualität nennt, der zieht nicht in eine Grossstadt. Falls doch kann man ihm Ignoranz der vorherrschenden Gegebenheiten unterstellen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Lärm rücksichtslos produziert werden darf. In diesem Punkt stimme ich Ihnen absolut zu. Bloss gilt das mit der Nulltoleranz für Rücksichtslosigkeit auch für das Durchsetzen eines Ruheanspruchs in einer Stadt.

      • Maiko Laugun sagt:

        “Wer Ruhe als als ersten Indikator für Lebensqualität nennt, der zieht nicht in eine Grossstadt.”

        Dass es ältere Menschen gibt, die in Zürich geboren und ihr Leben lang dort gelebt haben, entzieht sich wohl Ihrem Vorstellungsvermögen. Ich kann Ihre Beiträge beim besten Willen nicht ernst nehmen. *Seufz*

        • Alex Flach sagt:

          Wer sein Leben in einer Stadt verbracht hat, hatte nie Ruhe als ersten Indikator. Und wenn sich mit dem Älterwerden seine Prioritäten ändern sollen alle andern sich anpassen und nicht er? Seufz…

          • Alex Flach sagt:

            Es ist nunmal so, dass hier zwei Bedürfniswelten aufeinanderprallen die nur schwer vereinbar sind. Brückenschläge sind da nur möglich wenn BEIDE Seiten den Willen zum Entgegenkommen aufbringen. Nur ein Beispiel; das Nachtleben hat schon mehrere Aktionen durchgeführt, mit denen es seine Gäste zu mehr Rücksichtnahme auf das Ruhebedürfnis der Anwohner auffordert. Kein Quartierverein oder Anwohnerverband hat sich bis anhin genötigt gesehen eine die zu mehr Toleranz gegenüber dem Nachtleben auffordert auf die Geleise zu bringen.

  5. Pia sagt:

    Klar als Promoter für Nachtclubs muss ja so argumentiert werden. Flug- und ÖV stellen den Betrieb in der Nacht ein. Von den ÖV sind es nur Züge welche Lärm produzieren und genau, da es den ganzen Tag schwirrt und summt, ist es umso wichtiger, dass es zwischendurch ruhiger wird. In der Stadt leben nicht nur junge Leute und es wäre schön, wenn wieder mehr Rücksicht auf andere genommen würde. Wir sind auf dem besten Weg, nur noch die eigenen Bedürfnisse zu sehen und dazu noch mit der Meinung, ein Anrecht darauf zu haben.

    • Alex Flach sagt:

      Yep. Ich promote Clubs und ich liebe das Nachtleben. Und ich bin in dieser Stadt geboren, habe dieselben Rechte an ihr wie Du Pia. Nur ist es halt so, dass die Leute die in dieser Grossstadt primär Ruhe suchen wie selbstverständlich davon ausgehen, dass ihr Bedürfnis jenem der anderen überzuordnen ist. Und das ist arrogant. Beide Seiten müssen Kompromisse machen. Nicht nur wir. Auch ihr.

      • Fiona sagt:

        alex flach, es gibt rechte und pflichten und
        das recht auf Lärm hört dort auf, wo die
        pflicht auf Rücksicht beginnt…

        • Alex Flach sagt:

          Absolut korrekt. Rücksichtslosigkeit geht nicht. Nur gilt das ebenso für das Recht auf Ruhe an für Lärm bekannten Orten wie der Langstrasse.

    • Alex Flach sagt:

      Ein Beispiel; Clubmacher scheuen die Eröffnung eines Lokals in einem reinen Anwohnerviertel wie der Teufel das Weihwasser. Und wenn, dann wird alles unternommen um Emissionen soweit einzudämmen, dass es mit Eröffnung nicht umgehend Klagen hagelt. Andererseits gibt es zig Stadtbewohner die an die Langstrasse ziehen und sich dann über den Lärm beschweren.

  6. Rolf Wyss sagt:

    Quatsch. Die in der Stadt Zürich ca. 400’000 Wohnenden verdienen ihr Geld grösstenteils am Tag. In der Nacht schlafen sie. Alex Flach irrt sehr, wenn er meint, unter der Woche mache das bisschen Partyvolk einen massgeblichen Anteil an der gesamten Stadtbevölkerung aus. Ich wohne selber in einem bevölkerten Stadtquartier: Am Wochenende muss man etwas grosszügiger sein, aber auch hier dient die Nacht den meisten Einwohnern der Erholung. Die Stadt würde sich blitzartig entleeren, wenn sie von Menschen wie Herrn Flach zu einer ganzjährigen Street Parade umfunktioniert würde. Die Polizeiverordnung der Stadt Zürich entspricht diesen Überlegungen.

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