Logo

Outdoor feiern nur für bis zu 25jährige

Alex Flach am Montag den 20. März 2017
Allzu viele Outdoor-Anlässe gibts aus Bewilligungsgründen nicht. (Bild: Mandy von Zu)

Allzu viele Outdoor-Anlässe gibts aus Bewilligungsgründen nicht. (Bild: Mandy von Zu)

Heute ist Frühlingsanfang und am kommenden Wochenende Umstellung auf Sommerzeit. Für die Zürcher Clubs bedeutet dies, dass sich die Nachtleben-Saison 16/17 so langsam aber sicher ihrem Ende zuneigt: Auch die Clubber ergreifen nun jede Gelegenheit die immer milderen Temperarturen und die immer längeren Tage draussen zu geniessen und opfern dafür den einen oder anderen Clubbesuch, sodass sie das nicht mit Katerbeschwerden tun müssen.

In circa drei Monaten sind sie dann gar nicht mehr in die Clubs zu kriegen und verzichten für die Cervelat über offenem Feuer und das kalte Bier unter Sternenhimmel auf ihre geliebten DJ-Sets.

Freiwillig tun sie das nicht, aber auch im anstehenden Sommer hauen die Stadtzürcher Würdenträger jedem auf die Pfoten der mit ihnen draussen eine Platte auf einen Drehteller legen will. Ausser er ist zwischen 18 und 25 Jahren alt, verfolgt mit seinen Partys keine kommerziellen Ziele, zahlt 100 Franken Gebühr und kriegt einen Stempel unter sein Gesuch für eine Jugendbewilligung für Outdoor-Partys.

Trotz ihres Erfolges bleibt diese 2012 eingeführte Jugendbewilligung aber auch ein Ärgernis, denn die Stadtverwaltung setzt hier voraus, dass Menschen die älter als 25 Jahre sind keine Outdoor-Partys feiern möchten. Für die gilt nämlich weiterhin, dass „Singen, Musizieren und der Gebrauch von Tonwiedergabegeräten von 22.00 bis 07.00 Uhr im Freien verboten sind“ und, dass „der Betrieb von Lautsprechern, Megaphonen und anderen Verstärkeranlagen zwischen 22.00 und 07.00 Uhr nur für grössere Veranstaltungen (Knabenschiessen, Sechseläuten, Quartierfeste usw.) bewilligt werden“ (Lärmschutzverordnung der Stadt Zürich).

Selbstverständlich umgehen etliche Veranstalter diese Verordnung und führen ihre Partys einfach illegal durch. Leider sind das aber nicht selten die Partymacher, die sich auch sonst nicht um allzu viel scheren, die ihren Müll einfach liegenlassen und die ihren Gästen keinen Schutz durch eine professionelle Security-Firma bieten.

Die Altersbeschränkung für Bewilligungen für Outdoor-Partys ist überholt, geht von der antiquierten Vorstellung aus, dass Leute ab Mitte 20 nicht mehr in die Clubs gehen. Diese Zeiten sind aber längst vorbei: Wurde man Mitte der 90er noch misstrauisch beäugt, wenn man als Dreissigjähriger auf einer Tanzfläche zu House und Techno gezappelt hat, rühmen sich heute viele Clubs eines „erwachsenen“ Publikums und meinen damit ein Gäste-Durchschnittsalter von 27 oder gar höher.

Viele der Leute die mit der Technorevolution Anfang Neunziger aufgewachsen sind, hören diese Musik auch heute noch. Und Techno erlebt gerade einen neuen Frühling, samt einer Unmenge grossartiger Musik von einer neuen Generation DJs und Produzenten, die das Genre revolutionieren. Es wäre zu begrüssen, wenn die Stadt rechtliche Räume schaffen würde, in denen die Musik sich auch in den warmen Monaten des Jahres und abseits der Street Parade entfalten könnte. Damit auch dieses Stück Kultur ungehindert und in einem würdigen Rahmen prosperieren kann.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

« Zur Übersicht

15 Kommentare zu “Outdoor feiern nur für bis zu 25jährige”

  1. Irena sagt:

    Am lächerlichsten sind die Ü30,Ü35 und teilweise sogar 40 jährige Typen im Torschuss Panik Modus in Clubs die jagt auf junge Frauen machen. Spätestens beim Lachen offenbaren diese alte Knacker ihr wahres Alter. Auch wenn die es nicht wahrhaben möchten, wir jungen Damen wollen keine alte Typen sondern +/- gleichaltrige Jungs.Und Nein, mit spendieren von unzähligen Drinks kriegt ihr uns nicht ins Bett. Ab einem gewissen Alter sollte der Verstand einschalten und der Kindergartenmodus aus.

    • geezer sagt:

      also Irena, echt jetzt? ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass die Harry Haslers dieser welt für euch junge meitli unattraktiv sind..:-)

    • Casanova sagt:

      Ja ne ist klar du junges Früchtchen. Koste noch deine paar Jahren aus du junges Früchtchen.Wir alte Männer sind mit 35 auf dem Höhepunkt, bei den meisten Frauen in diesem Alter langt es höchstens noch für die Geisterbahn.Klar wollen wir junge Frauen. Welcher Mann will das nicht?

    • Jane K sagt:

      Ach Irena. Ich weiss ja nicht wie alt du bist, ich bin 32. In deinen Augen wohl alt – aber mein Partner, sagen wir mal über 40… etwas älter als ich. Und ich kann dir sagen – Erfahrung zu haben zahlt sich manchmal definitiv aus 😉

  2. Rada sagt:

    Ich denke nicht, dass es jemals an Outdoor-Partys gemangelt hat im Sommer. Hier geht es ja lediglich um die Organisation der Events. Feiern können die ü25 dann trotzdem, auch wenn die Partys und die Bewilligungen von den Jüngeren organisiert worden sind. Das Problem sehe ich eher darin, dass sie finanziell nicht so viel leisten können, was darin endet, dass die Party je nach Budget variiert. Man bekommt eine tolle Location, bringt aber nur mässige DJ’s & Soundsysteme und kann sich eventuell sogar keine professionelle Security leisten, was einen Abbruch der Party zufolge hat sobald etwas passiert. (Nicht selten der Fall leider)

  3. Stefan Weiss sagt:

    Man kann schon froh sein, dass sich Alex Flach immer mit so wichtigen Themen auseinandersetzt.
    Mal im Ernst. In China ist übrigens ein Sack Reis umgefallen und im IMAX läuft ein Film über Elefanten.

    • Alex Flach sagt:

      Wenn Du dich für wirklich wichtige Dinge wie weltpolitische Entwicklungen interessierst, dann solltest Du vielleicht nicht auf einer Kolumne rumgurken die sich seit 8 Jahren ausschliesslich nur mit Nachtleben beschäftigt. Nicht?

      • Stefan Weiss sagt:

        Mal abgesehen davon, dass mir nicht mal das Ende von LOST so egal wie diese Nachtleben-Sorgen sein könnten, finde ich es trotzdem lustig, dass genau ein Profiteur des teuren Clubbing-Schauplatzes gegen illegale, selbst organisierte Parties hetzt.

        • Alex Flach sagt:

          Dann freue ich mich, dass ich Dich zum Lachen gebracht habe und auch darüber, dass Du offenbar gelangweilt genug bist unter etwas zu kommentieren das dich nicht interessiert und mir damit zusätzlich Traffic auf dem Beitrag bescherst.

  4. Louis sagt:

    Bin viel in Clubs unterwegs und kenne sehr viele Leute.Über 30 jährige Menschen sind die Ausnahme und nicht die Regel in Clubs. Die meisten sind um die 20-25 Jahre alt. Outdoor Parties sind für mich die schönsten Events. Es ist warm, die wundervolle Luft und der geile Sound.Am besten wird es wenn eine Fete im Wald in der Natur stattfindet.Leider gibt es durch Gentrifizierung der Stadt Zürich immer weniger Alternativen und schöne Plätze draussen die benutzt werden kann.. Eine Schande was in dieser Stadt passiert ist. Ein graues Neugebäude reiht sich neben dem Anderen ein.

    • Rolf Raess sagt:

      Die wirklich besten Outdoor-Parties waren die “Zoom” auf dem Adlisberg. Organisiert von Leuten der “Happy People”. Bis sie dann von einer Calvinistin aus der SP schikaniert und verboten wurden. Die Philosophie, dass man sich im hiesigen Leben nicht zu stark freuen darf, um in den Himmel zu kommen, geistert noch immer bei den Beschränkten Religioten herum. Ein Vorausschau hatten diese Plage-Geister, sie haben den Trump mit seinen eigenen, alternativen Wahrheiten vorweggenommen…

  5. thomas sagt:

    Outdoorpartys in den Sommermonaten sind sehr beliebt und das zurecht. Unter freiem Himmel feiern und tanzen, womöglich direkt am See oder Fluss, was gibt es schöneres???

    Nun wäre mein Vorschlag: Einfach am Tag durchführen (bis 22.00 Uhr) inklusive Clubeintritt oder Vergünstigung für den Abend. Die Day-Timer kommen doch sicher auch den Ü30er entgegen…ich weiss nicht wie es euch ergeht, aber so eine Clubnacht spüre ich noch bis am Mittwoch. Ab und zu tut es gut, schon um 22.00 Uhr Schluss zu machen 🙂

  6. Sportpapi sagt:

    Wenn ich das richtig interpretiere, geht man schlicht davon aus, dass über 25jährige sich den teuren Club-Eintritt leisten können. Und dass laute Musik bevorzugt indoor abgespielt werden soll.

    • Alex Flach sagt:

      Ist so. Würde es aber da nicht mehr Sinn ergeben wenn man den bis zu 25jährigen mehr Indoor-Möglichkeiten schaffen würde?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 Zeichen verfügbar

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.