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Plaudern mit Güzin Kar

Réda El Arbi am Mittwoch den 3. Juni 2015
Ist leider schon vergeben: Güzin Kar, Drehbuchautorin, Filmemacherin und Kolumnistin.

Ist leider schon vergeben: Güzin Kar, Drehbuchautorin, Filmemacherin und Kolumnistin. (Selfie)

In unserer neuen Serie «Plaudern mit …» treffen wir bekannte Zürcher auf ein Gespräch in der Beiz ihrer Wahl und schauen, was sich so ergibt. Heute treffen wir Güzin Kar.

Güzin Kar, erfolgreiche Autorin und Filmemacherin, hat das Bücher-Café Sphère im Kreis 5 für unseren Smalltalk gewählt. Unbewusst gemein wahrscheinlich. Denn wie jeder Journi hab ich halt auch noch ein oder zwei unveröffentlichte Manuskripte in der Schublade, die mir, sobald ich die Disziplin aufbringe, sie zu Ende zu schreiben, den Literatur-Nobelpreis einbringen sollen. Und Güzin lässt mich fünf Minuten umkreist von erfolgreich publizierten Büchern warten.

Sie betritt den Laden in einer Art, die allen den Atem raubt. Es ist nicht nur ihr leuchtendes Kleid, es ist ihre Art, den Raum einzunehmen. Ich bin ein wenig eingeschüchtert.

Mit einem Cüpli (sie trinkt nur einmal pro Woche Alkohol, offenbar immer nach dem Dreh ihrer neuen Talkshow) setzt sie sich mir gegenüber an den Tisch. Güzin, die selbstbewusste Frau, die über Beziehungen, Gender und das ganze Puff zwischen den Geschlechtern schreibt, lebt in Zürich, einer Stadt, die nicht gerade für ihre Flirtkultur bekannt ist.

«Doch, in Zürich lässt es sich hervorragend flirten. Gefahrlos.», erklärt sie mir. «Hier kannst du im Tram jedem zulächeln, ohne dass du um dein Leben fürchten musst. In Mexico City oder in der New Yorker U-Bahn überlegst du dir, ob du Augenkontakt herstellst.»

Ich frage, wie sie zu ihrem Wissen in Beziehungen gekommen ist. Aus Erfahrungen in ihrer Beziehung? Hier gibts die rote Karte für mich. Ihre Beziehung gehört nicht in die Öffentlichkeit, dazu gibts keine Statements. Nun, wenigstens kann ich hier allen schmachtenden Fans kundtun, dass Güzin glücklich vergeben ist.

Aber zurück zu Zürich.

Sie lebe sehr gerne in Zürich, in ganz Zürich, nicht nur in den Szenekreisen 4 und 5. «Meine Freunde leben über die ganze Stadt verteilt, von Schwammendingen bis ins Seefeld.»

Was mich wundert. Normalerweise zieht es Filmleute und Autoren nach Berlin, Hamburg oder sogar nach London. Nicht so Güzin.

«Ich mag Berlin, aber zum Leben fühl ich mich hier wohler. Ich hab auch den Vorteil, dass ich nicht netzwerken muss. Meine Filme reichen als Visitenkarte, so muss ich nicht an Branchenparties, um Küsschen zu tauschen und Freundschaften zu schliessen. Und die Agentur, die mich vertritt, hat ihren Sitz in Berlin. So kann ich meine Zeit nutzen, um hier in aller Ruhe zu schreiben.»

Nur arbeiten? Auch hier in Zürich keine Szeneparties und Hipsteranlässe? Sie gehört ja zur Lokalprominenz und könnte wohl gratis in alle Clubs und an alle Partys.

«Nein, das ist nicht so meins. Ich sehe manchmal auf Facebook die Bilder von irgendwelchen Anlässen und denke mir ‘Aha. Das gibts also alles auch noch’ und setze mich wieder an die Arbeit.»

Sie habe in ihren frühen Zwanzigern eine Phase gehabt, in der sie Gas gegeben habe, sei aber dann ziemlich schnell da herausgewachsen. «Ich wüsste gar nicht, was ich da sollte. Das ist eine ganz andere Welt. Wenn ich etwas mit meinen Freunden unternehme, dann sitz ich meistens da und quatsche. Nichts aufregendes, ich bin per se ein langweiliger Mensch.»

Nun will ichs doch wissen. Wie sieht der normale Alltag einer Filmemachern und Drehbuchautorin aus? Ausschlafen, dann Fanpost öffnen und ein paar Autogramme signieren, sich dann hinsetzen und zwei, drei knackige Szenen entwerfen. Nachmittags einige Telefonanrufe von Stars, die im neuen Film mitmachen wollen?

«Ich setze mich morgens hin, blende alle Ablenkungen aus und bleibe den ganzen Tag dran. Oft brauche ich Stunden, bis ich einen kurzen Dialog so geschrieben hab, dass er stimmt. Ich bin da eine Perfektionstin und ein Arbeitstier.» Hm, nun weiss ich wenigstens, wieso ich kein erfolgreicher Drehbuchautor bin. Mir fehlt zwar nicht die Disziplin, aber die Ausdauer.

Unsere Smalltalk-Zeit nähert sich dem Ende und wir verlassen das Sphère. Güzin muss noch in die Migros um Znacht zu kaufen. Und ich denke darüber nach, ob ich für drei Monate auf eine einsame Insel soll, um doch noch endlich meinen Literaturnobelpreis zu verdienen.

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13 Kommentare zu “Plaudern mit Güzin Kar”

  1. tina sagt:

    ich finde güzin kar zum kreischen lustig (meine lieblingsgeschichte ist die mit dem betonmischer), und habe mich total gefreut auf dieses interview. bin aso ein bisschen enttäuscht herr el arbi

  2. Irene feldmann sagt:

    Apropos günsin kar Autorin, wann bitte sind die Frühlings-Sportferien im CLACK finally over????? Reda, es wird Zeit diese tolle site wieder zum Leben zu erwecken, apropos Frau kar, leider konnte ich mich nicht für ihre Artikel erwärmen.

  3. Ueli Signer sagt:

    Hoppla, El-Arbi verlässt sein Terrain.Kein Wadenbeissen, kein dissen von anderen Ansichten. Plaudern mit…. was soll das? Bewerbungsintis für einen Tschop bei Glanz und Gloria?
    Schuster bleib bei Deinen Leisten Sie gefallen mir besser wenn Sie uns die Welt erklären.

  4. Lio sagt:

    Eine interessante Frau, aber davon merkt man meiner Meinung nach zu wenig beim Lesen dieser Zeilen. Wie nimmt Sie genau den Raum ein? Warum fühlt sie sich wohl in Zürich? Welchen Einfluss hat die Stadt auf ihr Schaffen? Wäre interessanter als die Nobel-Ambitionen des Autors.

    Ein bisschen gar small, der Smalltalk.
    Oder ist das das Konzept? Oder fehlte die Zeit oder (ihre) Gesprächigkeit?

    Ich mag solche Plauderformate eigentlich. Ist oft interessanter als ein dutzendfach-wiederholtes Interview über ein soeben erschienenes Buch. Aber so – naja.

  5. omar sagt:

    als ich den text (ein bisschen) gelesen, also eher überflogen habe, dachte ich, schön, dass sie auf tagi-online auch den ganz jungen nachwuchsjournalistenpraktikanten eine chance geben. so kommt mir der text vor: versucht humoristisch, nur gelingts leider nicht.
    als ich dann gesehen, habe, dass der reda el-arbi diesen schmonk zu verantworten hat, war ich dann schon etwas peinlich berührt. sorry gäll, aber als ü-40 oder so sollte da schon etwas mehr drin liegen. und ein dermassen peinlicher schluss grenzt schon sehr an narzisstische selbstüberschätzung. nicht wegen der ironie, sondern weil er mit dieser art “selbstironie” nochmals peinlich gefallsüchtigt wirkt.

  6. geezer sagt:

    ich sag nur “Boser&Böser”. dann sage ich lange nichts mehr. den rest darf sich jeder selber ausdenken.

    • adam gretener sagt:

      Ich war mal interessiert, was Frau Kar auf Tagi so zu schreiben hat. Wahr leider völlig sinnlos. Ich dachte sie könnte evtl. in die Schuhe einer Doris Knecht steigen, doch weit gefehlt.

      Und Boser&Böser ist ein Schlag ins Gesicht jeder aufgeklärten Frau. Klimax-Geschädigte diskutieren mit Prosecco intus über Schuhe. Aha.

      • geezer sagt:

        meine worte, herr gretener, meine worte! tragisch, das ganze. einfach nur noch tragisch……