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Amphetamine im Klassenzimmer

Lucienne-Camille Vaudan am Donnerstag den 26. Januar 2012
Stilles lernen ist nicht immer eine Willensleistung. Manchmal wird auch mit Chemie nachgeholfen.

Stilles lernen ist nicht immer nur Willensleistung. Manchmal helfen die Schüler auch mit Ritalin nach. Bild: Keystone

In der Zürcher Zentralbibliothek geht es in diesen Tagen zu und her wie in einem Bienenstock. Die Köpfe der Lernenden brummen, in möglichst kurzer Zeit muss möglichst viel Stoff in den Kopf rein. Aber auch viele Gymnasiasten sind in den Gängen der ZB anzutreffen. Durchaus lobenswert, dass sich bereits 16-Jährige wie kleine Doktoranden nachmittags hinter ihren Chemieformeln und Französischvokabeln verschanzen.

Diese künftige geistige Elite von Zürich ist den Grossen aber scheinbar einen Schritt voraus: Während sich Soziologen mit Traubenzucker bis zum Durchfall vollstopfen, Juristen zu Kettenrauchern mutieren und Germanisten mit homöopathischen Präparaten experimentieren, greifen die Maturanden ziemlich unbefangen zu Methylphenidat, besser bekannt als ADHS-Medikament Ritalin, wie ein aufgeschnappter Dialog zwischen zwei fleissigen Schülern zeigt.

«Hast du Rita?»

«Ich bin voll erkältet, so mühsam», stöhnt ein bleicher Junge, über seine Bücher gebeugt.  «Oh blöd, willst du was gegen Husten?» fragt das Mädchen visavis von ihm. «Nein, ich nehm schon was. Aber hast du Rita?» «Ja klar, willst du? Ich hols dir gleich» sagt die , ich nenne sie mal, wandelnde Apotheke.

«Hast du ein Rezept?» will der picklige Junge wissen. «Nein, ich habs von Marco, ich glaub sein Vater ist Arzt»,  meint die junge Dame deren Stimme sich dem Flüsterton hartnäckig verweigert. «Aber kannst du es mir zurückgeben?» Ja klar, gleich morgen bekomme er wieder Nachschub. Allerdings «Zähnerli», ob das ok sei? «Also ich hab jetzt Zwänzgerli dabei, dann gibst du mir einfach zwei Zähnerli zurück». Dass ihr Buchhaltung besonders liege, hatte die junge Konsumentin bereits begeistert mitgeteilt, als ein dritter Kollege den Wirtschaftsordner gelangweilt umblätterte. «Ich mag Zähnerli sowieso lieber, die anderen sind mir fast zu stark, ich bin ja recht leicht.»

Die beiden verschwinden nach oben. Als sie wieder erscheinen, sagt sie:  «Ehy auf Rita gehe ich im Fall voll ab. Am letzten Samstag habe ich von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends Mathe gelernt und nur eine Stunde Pause gemacht!»

«Nein, echt?! So geil», antwortet er.

Drogen für den Voca-Test

Nein, man muss nicht gleich den Teufel an die Wand malen und die ganze Kohorte der Pubertierenden in den Drogensumpf stecken. Und ja, in dem Alter haben wohl die meisten mit irgendwelchen Substanzen herumhantiert. Doch eins haben wir nicht getan: Falls wir amphetaminähnliche Substanzen genommen haben, dann um uns zu berauschen und nicht um Klassenarbeiten zu bestehen. Das ist neu und irgendwie uncool.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Substanzen im Zusammenhang mit Lernstress? Diskutieren Sie mit!

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24 Kommentare zu “Amphetamine im Klassenzimmer”

  1. Peter Banz sagt:

    @Angela Nussbaumer: Sicherlich missbrauchen Menschen Substanzen wie Ritalin, um mehr leisten zu können. Das ist ein Problem. Aber Artikel zeichnen oft ein überspitztes Bild der Wirklichkeit. Die hier beschriebenen Gespräche hören sich doch etwas gar stereotyp an.

  2. Benno Eggenberger sagt:

    Die Ritalin-Geschichten erinnern mich an die alten Militär-Geschichten, die jeder in flotter Runde von sich gibt. Jeder kennt ein paar Müsterli und kann was dazu sagen, aber meistens ist’s halt doch nur die halbe Wahrheit. Das Gerücht von den Ritalin-Futternden Studis hält sich dermassen hartnäckig – aber klar; der Bodensatz muss halt was zum motzen haben. Nach 9 Semestern habe ich niemanden getroffen, der nicht nur jemanden kennt, ders nimmt, sondern es selber futtert. Komisch? Ihr glaub auch alles…

  3. Hans sagt:

    Wenn Arbeitgeber, HR-Abteilungen, Schulen und Universitäten immer höhere und noch höhere Anforderungen an Arbeitnehmende und Lernende stellen, dann ist auch der Einsatz jedweder Hilfsmittel zur Erfüllung dieser Anforderungen legitim.
    Legal, illegal, scheissegal… Hauptsache man besteht die Prüfungen und ist im Beruf besser als die Anderen!
    PS: Danke für den Lerntipp mit dem Rita 😉

  4. Jack Bauer sagt:

    Uppers am Morgen und Downers am Abend.

    Gruss Elvis Presley

  5. Angela Nussbaumer sagt:

    Also mir graust es beim Lesen dieses Blogs. … Was ist bloss los mit dieser Welt? Krank ist das für mich. Hochgradig krank, besonders wenn der Herr Papa noch ein “Tokter” ist und den Sprösslingen den Stoff verschafft, welcher dann in der Klasse mitbenutzt wird.
    Quo vadis, moderne “Zivilisation”?

  6. Pierre Bourdon sagt:

    Was kümmert es euch, ob da ein paar Leute Ritalin nehmen? Kommt mir vor, als ob einige Kritiker fürchten, die jungen Ritalinfresser könnten dank Ritalin etwas erreichen, wozu die Kritiker selber nicht imstande waren.

    Lasst sie doch machen und nutzt für euch selber eure eigenen, legitimen Möglichkeiten zur Leistungssteigerung. Wie Traubenzucker, Ovo oder Kafi! Das geht ja voll ab, hehehe!

    Ist doch so egal wie und ob sich die Leute powern oder ruinieren!

    • Asterix sagt:

      Naja, eigentlich möchte ich in einer gesunden, venünftigen, sportlichen “Mandela-Welt” leben, in einer gesunden, vernünftigen “Hayek-Schweiz”, welche richtig tickt, mit einer gesunden Uhrenbranche, welche die Basis für andere Branchen bildet. Ich will hier in der Schweiz mehr Sport und Prävention, gesunden Menschenverstand, ein Gesundheits-System, welches seinen Namen verdient.

      Auch will ich keine explodierenden Gesundheitskosten – ich will keine “Michael Jacksons” sehen, die falsch dosieren oder dosiert werden und ganze Apotheken konsumieren und ihr Leben und Talent verschwenden, weil sie die falschen Berater haben. Ich will mehr Federers hier in der CH, welche uns inspirieren. Ich möchte gesunde Systeme um mich herum wissen – kein Finanzsystem, dass uns um die Ohren fliegt. Wir wollen ein gesundes Europa, eine gesunde USA, ein gesundes Asien, einen gesunden nahen Osten, eine vernünftige Welt, … . Folglich ist mir / uns eigentlich gar nichts egal. Ich will keine negativen Domino-Effekte, sondern positive Entwicklungen, welche allen dienen.

      Die Schlussrede von Charlie Chaplin im Film der grosse Diktator geht in diese Richtung. Die Rede ist unterlegt mit aktuellen Bildern, welche für sich sprechen. Die Rede ist vielleicht ein wenig zu optimistisch, jedoch eigentlich allgemein gültig und damit up to date.

      http://www.youtube.com/watch?v=WibmcsEGLKo

      Naja und wenn ich mich an andere Blogs oder Reden erinnere, dann sind meine drei bescheidenen Beiträge hier eigentlich sehr kurz gefasst. 😉 Kommt noch dazu, dass ich eigentlich immer andere Leute zu Wort kommen lasse, weil ich keine Lust habe, das Rad neu zu erfinden. 😉

    • Kaitlin sagt:

      Nein es ist mir nicht egal, ob sich meine Mitmenschen unglücklich und krank machen! Es ist mir nicht egal, wenn meine Mitmenschen übergewichtig und Alkohol abhängig sind und es ist mir nicht egal, wenn sie von den Eltern vernachlässigt werden und schon als Kinder Drogen nehmen. Und weisst du wieso. Aus ziemlich egostischen Gründen.Ich lebe mit all diesen Menschen zusammen und bekomme ihr Unglück täglich in ihrer Laune und im Verhalten zu spühren über. Wie Rousseau gesagt hat, weiss jeder gescheite Mensch, dass sein eigenes Glück von dem der anderen abhängig ist.
      Mich nervt es, wenn die anderen Menschen gemein zueinander sind und es macht mich wütend, wenn sie sich selber das Leben durch Mobben, Ausschliessen und Respektlosigkeiten schwer machen!

      Ich habe eine zeitlang neben dem Studium einer Klasse Gyminachhilfe gegeben. Ich fand es absolut schockierend, wie viele Kinder von den Eltern, Lehrern, Sozialpädagogen zu Ritalin gezwungen werden. Diese Kinder werden kein bisschen gescheiter, und ein wirklich gutes Studium alla Mathe, Ingenieur und Physik wird niemals durch Drogen erreichbar werden. Zudem ist es ein Zeichen, dass unsere Gesellschaft ein Studium (egal wie unnötig es für das weiterbringen der Gesellschaft ist!) höher wertet als eine gute Lehre (wie Polymech, Gärtner, Schreiner etc). Es zeigt wie dumm die Gesellschaft ist, wenn sie denkt, das Gymnasium müsse für alle zugänglich sein und sei der einzige Weg zum Glück! Man zerstört nicht nur die Kinder sondern auch unsere Wirtschaft, wenn alle das Gefühl haben, sie müssen irgendeinen dummen Bachelor machen, um sich zu beweisen. Weil eine handwerkliche Ausbildung belächelt wird.
      Es sollen nur die Kinder ins Gymnasium, die zu den 10% Besten gehören, was die Fähigkeit des Lernens/ Verständnis in Naturwissenschaften betrifft. Schon jetzt gibt es meiner Meinung nach viel zu viele Gymischüler. Der Plan ist möglichst lange nichts zu Arbeiten und ein möglichste einfaches Studium zu machen..So hat man Anerkennung und viel Freizeit. Aber die vielen Psychologen und Kommunikationsexperten werden wir schlussendlich in der Arbeitswelt nicht brauchen können. Aber trotzdem sagt man einer Psychologiestudentin “WOW wie intelligent” und einem Maurer “ach Sek C gemacht?”. Dies ist verherrend.
      Man muss nicht Ritalin verbieten, sondern endlich den handwerklichen, gastronomie Berufen wieder mehr Anerkennung schenken (dass es für die Kinder auch wünschenswert ist einen solchen auszuüben) und das Gymnasium soll nur für Kinder sein, die eine Begabung fürs Lernen bzw NW haben.
      Die Eltern sollen die Kinder nicht ins Gymnasium prügeln, sondern stolz sein, wenn diese ein Polymechaniker, Koch, Goldschmied, GärtnerLlehre machen! Wir sehen ja in unseren Nachbarsländer wo es hinführt, wenn jeder umbedingt ein Abitur machen muss! Einfach doof. Ich habe tausenmal mehr Respekt vor jemandem der Arbeitet und eine super Lehre gemacht hat, als jemand der sich mit schlechten Noten durchs Gymi und Phil 1. Studium schlängelt!!

  7. Stefanie sagt:

    Ach was, mit Ritalin lernt es sich nicht einfacher. Man wird i.d.R. wacher, ist mehr auf Zack… kann länger wach sein. Doch wie wär’s mit einem Glas (oder zwei?) Ovo? “Met Ovo chasch’s ned besser… deföör länger!” (o.ä.)

    Tja, wer genug intensiv daran glaubt (Placebo-Effekt), dem wird’s helfen. Aber Achtung: Auf die Dauer schädigt es. 1. verliert man den Appetit, 2. Energieverbrauch / Regeneration stimmen nicht überein, 3. unterliegt Ritalin dem Betäubungsmittelgesetz (ohalätz, ohne Rezept eingenommen, ist’s illegal). Ich rate davon ab oder hoffe zumindest für den Konsumenten, dass die Probier-Phase nicht allzu lange anhält.

  8. Fabian sagt:

    Es wird wieder einmal ganz schön übertrieben, klar unterstütze ich den Missbrauch von Konzentrations- fördernden Medikamenten nicht aber die probieren doch einfach aus. Und sie sind Faul, wie ich damals allerdings war Ritalin damals noch nicht bekannt
    und gegen den Stress haben wir geraucht oder auch mahl gekifft.

    Etwas zu Martin schon mal was von hartem Tranig gehört? Und das über Jahre? Es muss nicht gleich Doping sein oder?

    Aber du hast recht, mehr Kontrollen sind sicher angebracht bei der heutigen Flut von Supplementen und Präparaten.

    • Martin sagt:

      Durchaus… Ich glaube auch durchaus, dass Nadal hart trainiert. Aber ich bitte dich, schau dir dieses “Tier” mal an. Verwende nur die Googlebildsuche. Einmal ist er beinahe schmächtig, einmal total durchtrainiert, jeder Muskelstrang am Unterarm total definiert. Da kannst du noch so lange von hartem Training sprechen, rein die Inkonstanz seines Körperbaus ist für mich verdächtig. Vergleiche doch mal mit Roger, der ist über die Jahre immer gleich muskulös, bzw ansich eher ein “Sprenzel” geblieben. Kein Wunder verletzt er sich auch nicht derart, weil er nicht zuviel Gewicht bremsen muss wenn er die unmöglichsten Bälle rettet. Und Nadal’s Muskelkrampf an der Pressekonferenz vor kurzem setzt dem ganzen noch einen drauf. Alternativ kannst du auch mal nach “Rambo” suchen, dann wird dir Silvester Stalone geboten, ein bekennender Anabolikakonsument. Irgendwelche Paralellen zu sehen ?!

      Endorphine kenn ich, also ich weiss nicht ob jetzt das Endorphine sind, aber ich war gerade 1 1/2 h biken, fühle mich frisch, erholt, gut gelaunt und vorallem wieder bereit zu arbeiten 😉

      Den Mamablogeintrag finde ich interessant. Mir ist es auch schon aufgefallen, das es der Tagesanzeiger wie keine andere Zeitung immer wieder schafft, sich dem Thema Ritalin immer mal wieder relativ oberflächlich anzunähern. Die journalistische Leistung bzw. Tiefe fehlt der Berichterstattung völlig. Ob man jetzt pro oder kontra Ritalin eingestellt ist, es völlig überflüssig findet oder nicht, es nur als uncool abzutuen wird der ganzen Thematik wohl kaum gerecht.

  9. Wenger sagt:

    Stichwort. “Umweltgift”

    Unsere “zivilisierte Gesellschaft” produziert soviel Müll in Form von Zuckerwasser und Zusatzstoffe in der Nahrung, dass besonders die Kinder sich nicht mehr konzentrieren können. Ausserdem werden Tagtäglich riesige Mengen Umweltgifte freigesetzt. Nun muss man sich nicht mehr Wundern dass Konzentration und sich Fokussieren ein Ding der Unmöglichkeit ist.

  10. Markus Wegmann sagt:

    Schon zu sehen wie man wieder jurz vor Schluss alles zusammenbringen muss. Dabei wäre es doch so einfach, während den Stunden in der Schule fokussiert aufpassen, aber ebben, da gibt es ja genügend Ablenkungen. Dafür paukt man das ganze später, am besten dann noch möglichst effizient, mal will ja keine Zeit vegreuden. Das dann die gleichen Jugendliche mehr Rechte vordern (Wählen ab 16) oder am Abend rumsaufen können, frage ich mich, wo sind den die Prioritäten?
    Also mein von mir können sie gleich noch eine Ohrfeige haben.

  11. Fischer sagt sagt:

    Die Schweiz möchte ja immer zuoberst, als Saubermannrepublik, auf den Ranglisten stehen. Bei Ritalin stehen wir im europäischen Vergleich sehr oben, zum Leidwesen von vielen Ärtzen. Das Fazit bei der Geschichte, man will sich den natürlichen Gegebenheiten nicht stellen und füttert lieber die Kinder und die Jugendlichen mit Amphetaminen voll, oder dank Alkohol. Möglicher Grund, man will um keinen Fall auffallen und sich der urbaen Welt stellen. Immer alles beschönigen und herunter sprechen, und wenn es geht noch unter den Teppisch wischen, damit alles im grünen Bereich bleiben kann. Welch eine Irronie der heutigen Gesellschaft, vor allem wenn man bedenkt, dass die Schweiz als Weltmeister im Bereich bei den Suiziden seit Jahren die Statistiken anführt!

    • Clara S. Prudel sagt:

      Zitat Fischer: “vor allem wenn man bedenkt, dass die Schweiz als Weltmeister im Bereich bei den Suiziden seit Jahren die Statistiken anführt!”

      Lieber Herr/Frau Fischer, wo haben Sie den Quatsch denn gehört? Selbst dem statistisch ungeübten Leser wird nach einem Besuch auf http://www.who.int/mental_health/prevention/suicide_rates/en/index.html schnell klar, dass internationale Vergleiche von Suizidraten wegen der jeweils von Land zu Land unterschiedlichen Datenlage nur eingeschränkt möglich sind. Und selbst, wenn man trotzdem ein Ranking macht, rangiert die Schweiz lediglich im oberen Mittelfeld. “Weltmeisterkandidaten” sind hingegen viele osteuropäische Staaten …

  12. Chrigi sagt:

    @Lucienne-Camille Vaudan:

    Woher haben Sie nur diesen Dialog? Haben Sie den persönlich gehört in der ZB, oder schreiben Sie einfach, was gerade so die Runde macht über Ritalin und möglicherweise, der kleinste Teil der Teenagern so praktiziert?

    Warum muss dieses ernste Thema immer so aufgebauscht werden? Damit werden Jugendliche und auch Erwachsene, die Ritalin brauchen (und die gibt es wirklich!) in ein ganz schlechtes Licht gerückt. Für die meisten ist es wie eine Krücke für jemanden, der das Bein gebrochen hat. Oder den Asthmatiker, der sein Ventolin braucht. Bestimmt wird Missbrauch betrieben und das muss aufhören, aber trotzdem finde ich, man muss nicht noch darauf aufmerksam machen, dass man ja mal Ritalin ausprobieren könnte, wenn man in der Schule gerade mal einen Durchhänger hat.

    Ja klar, und jetzt kommen wieder all diese Besserwisser, die keine Ahnung haben von Ritalin und Co., kein Familienmitglied haben, das es benötigt und es immer wieder als Droge beschimpfen…

    Es gäbe bestimmt Themen, denen mehr Priorität gewidmet werden sollte. Man denke z.B. an unser katastrophales “Asylwesen”.

    • Markus Wegmann sagt:

      Also ob man jetzt wirklich Ritalin braucht oder es auch anders schafft ist recht umstritten.
      Aber ich kenne es selber auch. Man wird ja fast zu Pillen gedrängt wenn mal was schief ist.
      Aber wieso soll man sich anstrengen wenn es mit den Pillen einfach geht.
      Es grüsst “Schöne neue Welt”

  13. Lukas Irniger sagt:

    Ich bin selber Student und ich sag ooooh ab in den süden, sommer, sonne, sonnenschein – ej oh was geht, ne spass bei seite, aber wers ohne substanzen nicht schafft solls doch lassen.

  14. Asterix sagt:

    Tango als Ritalinersatz? Federer, Nadal, Edison, Gandhi … haben alle etwas gemeinsam – sie haben alle immer experimentiert, getestet, “ometüftlet”.
    Nadal: “Er (Toni Nadal) hat mir beigebracht, nie in alte Muster (Konditionierungen) zurückzufallen. Das hat mich so stark gemacht. körperlich und mental.”
    Nadal: “Führt Federer mit 2:0 Sätzen, wird er immer aggressiver und ist nicht mehr zu stoppen.”
    Federer 2007 nach dem ATP Masters in Shanghai gegen Nadal (6:4, 6:1): “Phasenweise spielte ich wie im Rausch”.

    Wie produziere, konditioniere ich einen Rausch, einen Flow? – Mit Musik, Tango, Erinnerungen, Gedanken, Bilder, sich den Weg – der ja das Ziel sein soll – vorstellen und in Gedanken mit allen Sinnen erleben, Taten, Vertrauen, einem Winning Feeling, einem Killer-Instinkt, Sport, Samba, einem gesunden Leben, Birchermüsli & Grüntee ;), physischen Dingen wie Sauerstoff … & Co, Sicherheit, Sozialem, Respekt, Freiheit, sich selber (Potential) werden (Maslow) … ? Physischen, mentalen, emotionalen Konditionierungen, welche Endorphine & Co.- einen natürlichen, selbst gemachten Rausch, “Flow” produzieren? Und Shaolin, Karate, Fanny Clavien & Co.? Wakesurfen, Hip-Hop? Auf “der Welle” surfen? Warum surfen eigentlich Delphine so gern im Rudel?

    Majestix: “Ah! Diese Nachricht verzehnfacht meine Kräfte!” – nachdem er von Asterix vernommen hat “Unser Druide ist wieder gesund! Wir sind kampfbereit! Majestix knallt somit Aplusbegalix in vollendeter Eleganz aus dem Box-Ring. Braucht es den Zaubertrank von Miraculix und Ritalin gar nicht? Können wir dieses Ritalin ganz einfach und natürlich immer und überall als Endorphin & Co selber produzieren? Oder haben wir dies verlernt? Hayek: ” Ich bin ein 7-jähriger Junge mit 70 Jahren Erfahrung. Warum hat Mandela auf der Insel geboxt?

    Warum kann sich Nadal, wenn er hinten liegt, in einen “Endorphin-Rausch” hineinkonditionieren und Federer wartet in dieser Zeit, bis das “Gewitter” vorüber ist. Warum stoppt er das Gewitter nicht mit einem eigenen Rausch und Flow indem er sich gezielt konditioniert und in Gedanken nach Shanghai “pilgert”?

    “Als Youngster (Nadal), so erzählen seine Freunde, spielte er einst in seinem Doppel gegen japanische Gegner und putschte sich am Gedanken auf, sich für all die abgeschlachteten Delphine vor der japanischen Küste zu rächen”. Nadal der Rächer, der unter dem Radar durchfliegt, der Rebounder, der Dennis Rodman des Tennis?

    Wenn ich selber Federer wäre, wäre ich dann permanent in einem Rausch?

    Tango tanzen führt dazu, dass mit der Musik der Stress-Pegel, der Cortisol-Pegel … sinkt und viele andere Hormone wie z.B. Testosteron … Co. steigt. Der perfekte Brain-Storm also!?

    Und zum Schluss noch dies. Hört doch endlich auf, Federer immer mit Jesus zu vergleichen, seit doch mal realistisch, Jesus ist gut, aber er ist nicht Federer! 😉 Und think different!

    • Martin sagt:

      Nur zu gut, dass es die Google Bildersuche gibt. Gibt man dort Rafael Nadal ein, so erscheinen Bilder von ihm, die monströse Oberarme zeigen, die jeglicher Natürlichkeit aufs gröbste widersprechen. Nichts mit Flow dank Tennisspiel, der Typ nimmt meiner Meinung nach ab und zu ganz schön viel Anabolika. Ich nehme auch nicht an, dass im Tennis annähernd soviel getestet wird wie im Radsport, aber sauber wird Nadal mit Sicherheit nicht sein.
      Anyway, als ich noch im Gymi war, haben wir ab und zu mal gekifft und entsprechend war ich eher lascher und gelassener, hatte nicht so wirklich viel Biss und auch eher weniger Ambitionen, entsprechend auch kein Bedarf für Ritalin.

    • Chrigi sagt:

      Asterix: Was genau möchten Sie uns mitteilen? Es geht hier um ein ernstes Thema und Sie suchen einen Vergleich mit Federer, Nadal und Tango etc.?
      Peinlich!

      • Asterix sagt:

        @ Martin & Chrigi:

        Es gibt körpereigene Drogen wie Endorphine … . Diese können wir selber herstellen, mit Sport, Tanzen, Yoga, Humor, Tango, Musik, Singen und Jodeln, einem gesunden Lebensstil, … . Diese selber produzierten “Drogen”, diese Endorphine … haben eine sehr ähnliche Wirkung wie Morphium, Ritalin, Amphetamine, … . Wenn Federer sich sehr elegant, geschickt mit seiner grossen Erfahrung und seiner gezielten, langjährigen Vorbereitung in einen Rausch spielt, braucht er kein Ritalin, er produziert sich seine Endorphine … selber. Dies hat er über Jahre intelligent und intensiv trainiert.

        Wenn sich Nadal in einen Rausch, Flow spielt, dann ist dies grundsätzlich auch ohne unerlaubte Substanzen möglich. Die entsprechenden Methoden sind uralt und bekannt. Einen Bizeps kann man sich auch im Kraftraum antrainieren. Ich will hier niemandem etwas unterstellen, auch nicht rumnörgeln – auch finde ich das, was Federer alles macht, absolut phantastisch – es wurmt mich jedoch, wenn ein Bollettieri sagt, dass Federer sein mentales Potential noch nicht ganz ausgeschöpft hat. Und es wurmt mich noch viel mehr, wenn ich 1:1 sehe, dass es wirklich so ist und er ein Interview gibt mit einem Gesicht und einer Körpersprache eines “begossenen Pudels”. Ich will ihn elegant gewinnen sehen mit einer Körpersprache, vergleichbar mit jener der Tanztruppe um Alvin Ailey, Linda Celeste Sims. Mit anderen Worten ich will Federer-Ballett sehen. Ich will die Endorphine tanzen sehen.

        @ Martin: Im Sport, bei der Nasa, bei den Fliegerstaffeln, in der Musik, … weiss man genau wie ein ILZ (Idealer Leistungs-Zustand) aussieht und wie man diesen erreicht. Dieser Zustand ist nicht mit Kiffen oder betrunken sein vergleichbar. In meinen Augen ist z.B. Claude Nicollier als Nasa-Veteran und Pilot kein Kiffer sondern einer, welcher in derselben Liga spielt wie Federer. Phantastisch – Freude herrscht.

        @ Chrigi: Federer, Nadal, Tango … es geht hier darum, einen idealen Leistungs-Zustand zu erreichen. Während meinem Studium habe ich oft klassiche Musik gehört, Sport getrieben, … . Musik, Sport, … wirkt wie eine Droge. Dieser ILZ, dieser Hühnerhaut-Zustand ist für uns alle relevant, 24h pro Tag und 365 Tage im Jahr. Dazu brauch es Know-how und Training. Es ist wie bei einem Kochrezept: Zutaten – Zubereitung – Fertig – Hühnerhaut. Funktioniert im Prinzip wie Guetzli backen. Andreas Caminada kocht und arbeitet auch nach diesem Prinzip.

        Ich schreibe oft ziemlich viel zwischen den Zeilen. Wenn ich Mandela mit einem Wort erwähne, dann steht hier eine ganze Biographie, ziemlich viel vorgelebte Lebensweisheit dahinter. Auch bei ihm – er braucht kein Ritalin – er hat sehr lange und sehr weise an seinen Methoden gefeilt und sie perfektioniert – und wird deshalb von uns allen hoch geschätzt.

        Es ist nicht meine Absicht, irgend jemandem auf die Zehen zu treten oder zu kritisieren, über jemanden zu urteilen oder zu beleidigen. Das wäre falsch und absolut kontraproduktiv für alle. Es geht mir nur darum, von Lösungen zu sprechen, vielleicht Denkanstösse zu geben, Ideen zu liefern, zu hinterfragen. Auch habe ich das Rad nicht erfunden, alle diese Dinge, Methoden und Ideen, von welchen ich schreibe, sind nicht von mir und teilweise uralt, älter als die Zeit selbst. Ich habe diese Methoden hier nur kurz eingesammelt und versucht zusammenzufassen – mit ein paar ziemlich heftigen Gedankensprüngen im Rahmen eines “Brain-Stormings”.

        Und der beste Witz der Welt ist immer noch die Wahrheit. Ich mache nur ernste Witze, bin mir jedoch bewusst, dass es sehr schnell geht und man wird teilweise vielleicht nicht ganz richtig verstanden.

        Was mich jedoch immer wieder erstaunt. Ein enormes Wissen aus verschiedenen Kulturen, von verschiedenen Personen wie Phil Jackson, Arno Del Curto, Einstein, Mandela, … Know-how aus vielfältigen Bereichen wie Sport, Fliegerei, … Weisheiten aus verschiedenen Zeiten wie Renaissance, … liegt einfach brach und wird vergessen, wird nicht genutzt, weil wir heute oft so gestresst sind, keine Zeit haben, mit den falschen Beratern zusammenarbeiten und voreilig in den Pillenschrank greifen, wenn’s mal juckt.

        Vielfalt in der Einheit – Einheit in der Vielfalt, von den einfachen Lösungen die beste, wie es der Architekt Gerkan (GMP) sagen würde. Er baut in Asien, Afrika, Südamerika, Europa, oft auch Sport-Stadien, Flughäfen, Bahnhöfe, Städte, … .

        Einstein: ” Einer, der nur Zeitungen liest und wenn’s hoch geht, Bücher zeitgenössischer Autoren, kommt mir vor wie ein hochgradig Kurzsichtiger, der es verschmäht, Augengläser zu tragen. Er ist abhängig von den Vorurteilen und Moden seiner Zeit, denn er bekommt nichts anderes zu sehen und zu hören. Und was einer selbständig denkt ohne Anlehnen an das Denken und Erleben anderer, ist auch im besten Falle ziemlich ärmlich und monoton.
        Der klugen Menschen mit klarem Gest und Stil und mit gutem Geschmack sind gar wenige in einem Jahrhundert. Was von ihnen bewahrt worden ist, gehört zum wertvollsten Gut der Menschheit. Einigen Schriftstellern des Altertums ist es zu verdanken, dass die Menschen im Mittelalter sich langsam aus dem Aberglauben und der Unwissenheit herausarbeiten konnten, die mehr als ein halbes Jahrtausend lang das Dasein verdunkelte. – Mehr braucht man nicht, um den Gegenwarts-Hochmut zu überwinden.”

  15. Philipp Sury sagt:

    “Das ist neu und irgendwie uncool.”

    Seit wann ist es cool, mit irgendwelchen Substanzen herumzuhantieren? Es ist eine Illusion zu denken, der Zweck heilige die Mittel. Meinen grössten Lernstress habe ich übrigens mit 3l Coca Cola und Schoggiguetzli in einer Nacht gemeistert. Ist zwar auch nicht gesund, wird man aber im Fitness Center leicht wieder los.

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