200 Stutz für die Nacht

Alex Flach am Montag, den 20. Februar 2017
Da ist noch jede Menge mehr im Glas als nur das Getränk.

Da ist noch jede Menge mehr im Glas als nur das Getränk.

Wer über das Zürcher Nachtleben spricht, der landet früher oder später bei den Preisen für Eintritte und Getränke: «18 Franken für einen Wodka irgendwas, 30 für den Eintritt; wer kann sich sowas leisten?». Nimmt man die stattliche Anzahl gut laufender Clubs und Bars, dann sind das nicht wenige.

Trotzdem: Wenn man sich während einer Samstagnacht ein Zunge lockerndes Komfort-Räuschlein antrinken, der Dame seiner Wahl einen Drink spendieren und dann mit dem Taxi nach Hause fahren möchte, dann muss mehr als hundert Franken budgetieren. Mindestens zweihundert gar, wenn man ein-, zweimal den Club wechseln und am Morgen danach mit einem ordentlichen Kater aufwachen möchte. Das kann und will sich nicht jeder gönnen, zumindest nicht an jedem Wochenende.

Vergleiche mit den Preisen in Berlin sind da schnell zur Hand: Die Eintritte kosten halb so viel, von jenen für die Drinks ganz zu schweigen. Und die Line-Ups dort sind ja nicht schlechter als jene in Zürich. Dass der Ausgang in Berlin markant günstiger ist, liegt natürlich daran, dass das dortige Lohnniveau niedriger ist.

Auch jenes der Barkeeper, Türsteher, Büro-Angestellten und Club-Hosts. Auch die Mietpreise für Gastronomielokale lassen sich nicht vergleichen, ebenso wenig jene für Materialaufwand. Zudem: International agierende DJs haben längst mitgeschnitten, dass man den Zürchern mehr Geld aus der Brieftasche leiern kann als den Partymachern in anderen Städten und insbesondere im House- und Technobereich verlangen die Club-Gäste nach immer noch ausgefalleneren und damit teureren Line-Ups. Die haben längst ein Kosten-Niveau erreicht, das sich kleinere Clubs wie die Zukunft an der Dienerstrasse nur noch dank nachhaltiger Netzwerkarbeit leisten können: Dort spielen die Greats auch mal für weniger, weil’s ein Club mit einem hervorragenden Namen ist und weil dort Leute arbeiten, die man kennt und mag.

Ein Club hat nur zwei Haupteinnahmequellen: Die Eintritte und den Getränkeverkauf. Da alleine mit den Eintritten die Kosten für einen Clubbetrieb inklusive der DJ-Gagen nie und nimmer gedeckt werden können (immerhin müssen ja auch schlecht besuchte Abende ausgeglichen werden), wird ein beachtlicher Teil dieser Aufwendungen auf die Getränkepreise umgeschichtet. Man bezahlt also mit dem Kauf eines Biers nicht nur das Flüssige in der Flasche, sondern auch etwas an die Deko, an die Musik, an die Lichtshow, an das Interieur, an das Honorar der Fremdveranstalter, etc. Klar sind die Eintritts- und Getränkepreise in Zürich hoch, aber die Kosten für all die genannten Dinge sind es ebenfalls.

Selbstverständlich gibt es auch Clubs, die ihren Gästen hohe Beträge abknöpfen, ohne ihnen etwas dafür zu bieten, die ihren Besuchern Discount-Line Ups hinstellen und die für ihre Deko, ihren Service und ihr Interieur höchstens ein «genügend» verdienen. Das Vergleichen des Angebotes ist jedoch Aufgabe des Konsumenten: Wer sich die Zeit nimmt und sich erkundigt, der weiss in welchen Club er seinen sauer verdienten Lohn bringen muss ohne über den Tisch gezogen zu werden.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Wir empfehlen Tee

Thomas Wyss am Samstag, den 18. Februar 2017

Sie kommt wie der Apache oder Sioux im Cowboyfilm – über Nacht, auf leisen Sohlen. Und wenn sie wie der Apache oder Sioux in ebendiesem Cowboyfilm ihren toxischen Pfeil hat zischen lassen, zerfrisst das Gift jegliches Selbstvertrauen wie ein Stosstrupp Schädlinge ein Gemüsebeet und der betroffene Mann mutiert zum bemitleidenswerten Irrwitz.

Klar: Die Rede ist von der heimtückischen Midlife-Crisis. Ein Phänomen, das Frauen seltener befällt. Haben sie das bessere Frühwarnsystem eingebaut bekommen? Wahrscheinlicher ist, dass sie schlicht weniger eitel sind, wenn es darum geht, rechtzeitig das rettende Ufer anzupeilen – auch wenn das halt letztlich via Esoterikabteilung einer Buchhandlung geschehen muss.

Seis drum, wenden wir uns wieder jenen Geschöpfen zu, die den «point of no return» verpasst haben. Und jetzt realisieren, dass das Leben, in dem sie unlängst noch sorglos herumalberten wie Teletubbies, zum gefährlichen Sumpf mutiert ist, der ihnen jegliche Leichtigkeit, Sicherheit und Zuversicht raubt. Weshalb sie unsere Hilfe brauchen. Anders gesagt: hier ein paar wichtige Infos und gute (oder wenigstens gut gemeinte) Ratschläge für den Zürcher in der Midlife-Crisis.

1. Wie merkt man, ob die Krise real oder bloss eingebildet (sprich «gefühlt») ist? Eine zweifelsfreie Diagnose gibts nicht. Wer aber feststellt, dass er sich plötzlich ähnlich verhält wie Kevin Spacey als Lester Burnham im Film «American Beauty», muss annehmen, dass er tatsächlich mitten drinsteckt (Jemand meinte, ich solle neben Spacey auch noch Schawinski nennen, in der Rolle als er selbst, wegen des Zürcher Bezugs, doch ich bin nicht sicher, ob das bei ihm wirklich die Midlife-Crisis ist; in der Regel dauert die höchstens zwei Jahre).

2. Tritt die Midlife-Crisis – nomen est omen – tatsächlich in der Hälfte der irdischen Existenz auf ? Schön wärs, so könnte man den Rest easy einteilen und planen! Doch Gott (und mit ihm die Götter in Weiss) stehen nicht wirklich auf easy Lösungen.

3. Männer, die eine Midlife-Crisis haben, glauben, sich wieder mal richtig spüren zu müssen. Was sind diesbezüglich die Trends? Amsterdam steht hoch im Kurs: Derb kiffen, gedanklich alle Grenzen sprengen, heisshungrig von früh bis spät Süsses und Salziges durcheinanderfuttern, wie damals, als man noch nicht Banker oder Werber, sondern Aussteiger werden wollte, das rockt! Beliebt sind auch Englandreisen, da nämlich kann man in ausrangierten Spitfire-Kampfjets, die zu Flugsimulatoren umgebaut wurden, die deutsche Luftwaffe bekämpfen – und sich gegen Zusatzgebühr gar von den Nazis abschiessen lassen!

4. Gibt es auch weniger gestörte Alternativen dazu? Ja, die gibt es tatsächlich! Man eignet sich in einem spannenden Fachgebiet so viel Wissen an, dass man daraus in absehbarer Zeit einen Nebenerwerb entwickeln kann. Da die ultimative Zürcher Gin-Bar schon existiert (Vier Tiere, Feldstrasse 61), empfehlen wir Tee! Ist gesund und irgendwie sexy. Und seit dem Ende des Teehaus-Wühre-Ladens dürstet die Stadt nach einem Shop mit Aufguss-Spezialitäten – für den «Kick» à la Spacey könnte man ja unter der Theke Hanf-«Duftsäckli» verdealen und bei allfälliger Polizeikontrolle einfach behaupten, das sei im Fall neuartiger Grüntee aus Afghanistan.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 17. Februar 2017

«Neu ermitteln 34 Beamte online.»

Um die Internetkriminalität wirkungsvoll zu bekämpfen, bewilligt der Zürcher Regierungsrat 20 zusätzliche Stellen bei der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft. Aber um alle Fälle zu bearbeiten, reicht auch das nicht aus. Laut SP-Justizdirektorin Jacqueline Fehr wären dazu zwei weitere Zentren nötig. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Ich setze mir ein Limit,
über das ich selten hinausgehe.»

Hans Weiss gilt international als Koryphäe, wenn es um alte Kochbücher geht. Seit 40 Jahren sucht und verkauft er sie. Für sein kostbarstes Exemplar hat ein Kunde die Summe von 35’000 Franken hingeblättert. Weiss selber weiss genau, wie viel er jeweils ausgeben will. (Foto: Sabina Bobst)

 

«Wir arbeiten jetzt erst mal noch ein Jahr weiter.»

Der Chef von VBZ und EWZ, FDP-Stadtrat Andres Türler, tritt bei den Zürcher Wahlen im nächsten Jahr nicht mehr an. Das eröffnet nach 16 Jahren Perspektiven für Neue. Einer sagt bereits: Ja, ich will der Nachfolger werden. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Mutter stopft mich mit Süssigkeiten voll.»

An der Swiss Moto in Zürich, die noch bis am Sonntag dieser Woche dauert, erzählt Gary Dunlop von seinem Leben als Sohn der britischen Motorradlegende Joey Dunlop. Und zu welchen Massnahmen seine Mutter greift, wenn er wieder Motorradrennen fährt. Sie hofft, er lege an Gewicht zu und sei dann zu träge, um Rennen zu fahren. (Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

 

«Wir halten uns an die städtischen Vorgaben.»

Chefs im Überfluss? Im Volksmund besser bekannt als viele Häuptlinge und kaum Indianer. 36 Mitarbeiter, 9 Vorgesetzte: Die hohe Kaderdichte in der Schul- und Büromaterialverwaltung hat eine externe Untersuchung ausgelöst. Für Ralph Sprecher, Sprecher des Schulvorstehers, CVP-Stadtrat Gerold Lauper,  besteht kein Anlass für Konsequenzen oder sogar für Rückstufungen. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

 

«Wir können nicht mehr
von einer Testphase sprechen.»

Die Stadt ersetzt alle Handtrockner in ihren WC-Anlagen durch moderne Dyson-Turbinentrockner. Es geht dabei um Aufträge in Millionenhöhe, deren Vergabe allerdings kaum durchschaubar ist. «Wenn im laufenden Betrieb Händetrockner ersetzt oder bei Neubauten installiert werden, greift die Stadt zu dieser viel öko­logischeren und kostengünstigeren Lösung», sagt Matthias Wyssmann, Mediensprecher der Stadt. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Mit dem Kunstprojekt erweisen
wir Dorothea von Flüe die Ehre.»

Dorothea von Flüe ist kaum jemandem die Rede wert. Doch nun wird in Urdorf das Leben der Frau von Bruder Klaus erzählt – und eine zweite berührende Familiengeschichte. Die Illustratorin Flavia Travaglini zeigt das Leben der Dorothea von Flüe in berückend schönen Bildern. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Die Idee mit der Garage hatte meine Frau.»

Die Widder-Bar bleibt wegen Umbauarbeiten bis zum Herbst geschlossen. Dafür gibt es jetzt eine Alternative in einer ungewöhnlichen Location. «Wir wollten es uns nicht leisten, die Widder-Bar neun Monate zu schliessen, ohne eine Alternative bieten zu können. Also haben wir uns auf die Suche nach einer Idee gemacht», sagt Widder-Direktor Jan Brucker. (Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Killing Me Softly.»

Nun ist der Musikgeschmack des Polizeikommandanten der Zürcher Stadtpolizei, Daniel Blumer, kein Geheimnis mehr. Sein Lieblingssong ist «Killing Me Softly». Wenn er das Lied höre, fühle er sich immer, als wäre er wieder 16 Jahre alt. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Ich spreche gern über historische Personen.»

Catherine McMillan macht als Reformationsbotschafterin und «Wort zum Sonntag»- Sprecherin von sich reden. Sie ist eng mit der neuen amerikanischen Bürgerrechtsbewegung verbunden. (Foto: Sophie Stieger) Zum Artikel

Sötsch nöd fötele!

Beni Frenkel am Donnerstag, den 16. Februar 2017

Szene aus dem Challenge League Spiel FC Zürich – Neichatel Xamax: Cedric Brunner (links) gegen Azad Obadasi. (Foto: Anton Geisser)

Vor vielen Jahren habe ich beim FC  Hakoah (FCH) gespielt. Das ist ein jüdischer Fussballclub in der 5. Liga. Wahrscheinlich ist der FC Hakoah einer der schlechtesten Clubs in Zürich. Vor etwa zwanzig Jahren gelang ihm der Sprung in die 4. Liga. Für eine Saison.

Ich spielte beim FC  Hakoah fünf Jahre lang Vorstopper. Der Trainer verlangte, dass ich – dicker Klops – immer auf den schnellsten Gegenstürmer zurenne und ihn umhaue. Das gelang mir nur selten. Dafür schrien mich der Trainer und der Libero hinter mir 90 Minuten lang an. Wir verloren häufig zweistellig.

Jetzt hat der FC  Hakoah einen neuen Trainer: Francesco Carella. Der hat früher die U-21-Mannschaft des FCZ trainiert. Mit dem U-18-Team wurde er Schweizer Meister. Ich habe mir gedacht: Why the fuck trainiert so einer den FC  Hakoah? Die schöne Antwort: Der FCZ hat ein Herz für den FC  Hakoah. Das gilt auch umgekehrt. Die meisten Zürcher Juden sind FCZ-Anhänger. Vor zweieinhalb Jahren fand ein Freundschaftsspiel zwischen dem FCZ und dem FCH statt. Auf der FCZ-Website steht: «Ein Spiel, bei dem das Resultat Nebensache war.»

Jetzt muss ich etwas beichten: Ich habe noch nie ein FCZ-Spiel live geguckt! Es war mir halt immer zu kalt oder zu laut. Oder beides oder keins. Am Montag bin ich aber in den FCZ-Fanshop gegangen. Ich habe gesagt: «Guten Tag, ich will das günstigste Ticket für das Spiel FCZ – Xamax!» 20  Franken. Weil die Männer vor mir Small Talk mit dem Ticketverkäufer machten, habe ich mir auch eine dumme Frage überlegt: «Spielen die FCZ-Spieler mit Handschuhen?» – «Das ist unterschiedlich. Die einen tragen wegen der Kälte Handschuhe, andere Spieler laufen ohne Unterhosen auf.»

Keine Unterhosen? Ich bin noch nie ohne Unterhose bei der Arbeit erschienen. Höchstens, wenn ich von zu Hause gearbeitet habe. Bevor jetzt irgendwelche Unruhe entsteht: Beim Schreiben dieser Zeilen bin ich ordentlich angezogen.

Der Ticketverkäufer schob mir das Billig-Ticket zu und sagte: «Danke für die Unterstützung!»

Am Abend im Letzigrund. Ein Security-Mann fragt freundlich, ob ich Pyrofackeln dabeihabe. «Nein», entgegne ich höflich, «nur eine Kamera.» Dann bestelle ich einen Kafi Lutz. Er schmeckt eklig. Im Stadion ist es eiskalt. Mit klammen Fingern nehme ich meine Kamera und will die berühmte Südkurve fotografieren. Da kommt ein Leg-dich-nicht-mit-mir-an-Typ, sagt ruhig, aber bestimmt: «Sötsch nöd fötele!» Ich fahre zusammen. In der Religionsstunde habe ich Ähnliches schon einmal gehört: «Du sollst dir kein Bildnis machen!» Schüchtern frage ich, ob ich ein Foto von der Osttribüne schiessen darf. Der Riese nickt.

Ich schlottere. Kalt. Ich nahm mir vor, nach dem ersten Goal wieder zu gehen. Es kamen immer mehr Fans. Wir mussten blaue Blätter und Luftschlangen in die Höhe halten, so wollte es der Südkurve-Animator. Ich fand das ein bisschen Kindergarten. Andererseits wollte ich nicht auffallen. Anpfiff! Die Fans zündeten Pyrofackeln. Ich rang nach Luft. Oliver Buff schoss nach acht Minuten ein Tor. Riesenjubel. Wieder Fackeln. Schnell lief ich aus dem Stadion. Am Boden lagen Bier­flaschen und Papp­becher. Hopp FCZ!

Fucking Tourist

Miklós Gimes am Mittwoch, den 15. Februar 2017

 

Vor ein paar Tagen traf ich in Berlin einen guten Bekannten. «Was machen die Kinder?», fragte er. «Sie sind jetzt gerade im Stadion», sagte ich, «der FC Zürich spielt gegen Xamax Neuenburg.» Am nächsten Samstag gehe er mit seinem Sohn auch an einen Match, antwortete mein Bekannter, «Hertha gegen Bayern. Der Kleine ist Bayern-Fan.»

«Hart», sagte ich, «der eigene Sohn.» «Er ist nicht der einzige Fan von Bayern in Berlin», sagte mein Bekannter, «fast die Hälfte des Stadions wird gegen uns sein. Das ist auch so, wenn Köln hier spielt oder Dortmund. Wir sind eine Stadt von Einwanderern.» «Dein Sohn ist doch hier geboren», sagte ich.
«Aber es gefällt ihm, dass die Bayern immer gewinnen», meinte mein Kollege. Hertha werde nie mithalten können. «Wir haben nicht das Geld dazu. Mithalten kannst du nur mit einem Scheich im Rücken, oder den Russen, oder Red Bull

Auf dem Weg zum Hotel pöbelte ein junger Einheimischer in der S-Bahn. Er trug eine schwarze Kappe, eine schwarze Lederjacke, war aber eher schmächtig, ein intellektueller Neonazi. «Fucking Tourist!», brüllte er einer Frau aus Asien ins Gesicht. Er sah verbraucht aus, aber hellwach, wie auf Drogen, er suchte Streit. Die junge Frau verstand nicht, was los war. «Lassen Sie die Frau in Ruhe», hörte ich eine Mitreisende. «Schnauze!», sagte der junge Mann. «Oder ist Ihr Leben zu langweilig, dass Sie sich einmischen müssen?»

Eine Frau mit einem Pelzhut redete auf den Jungen ein, es war wie ein Seminar in Zivilcourage. «Ich lass dir deine Inkompetenz, wenn du mir meine Kompetenz lässt», sagte der Junge, er hielt sich für einen klugen Kopf. Was weiss ich, was er sich alles überlegte. Vielleicht war die Touristin aus Asien für ihn eine Profiteurin der Globalisierung. Vielleicht dachte er, dass sie sich die Reise nach Berlin nur leisten konnte, weil die guten Jobs ausgewandert waren nach Asien, und darum rief er jetzt: «Touristenfotze!» «Reiss dich zusammen», sagte ein Mann im Anzug mit ruhiger Stimme. «Nimmt dich in Acht», gab der Junge zurück, «ich mach dich kalt. Ich kann das. Wir sind gefährlich, Alter», sagte er, «wir sind eine Generation, die seit zwanzig Jahren nur eins kennt: Hass. Wir sind brandgefährlich.»

Dann war er still. Es war eine Drohung. Als wollte er sagen, es sind neue Zeiten angebrochen.

Ich fragte mich, ob wir auch so waren als Jugendliche, ob wir auch diesen Hass in uns hatten, die Freude an der Aggression, nur dass der Hass von links kam und nicht von rechts. Er richtete sich nicht gegen Ausländer, sondern gegen die Bonzen, gegen die Armee, gegen das Establishment. Aber auch wir sahen uns als Krieger, wie er, als Kämpfer für eine neue Welt.

Die Epidemie

Réda El Arbi am Dienstag, den 14. Februar 2017
Das muss Patient Zero gewesen sein.

Das muss Patient Zero gewesen sein.

Ich muss gestern wohl mit Patient Zero im Tram gefahren sein. Neben einem kleinen Jungen, der das Übel wahrscheinlich aus der Agglomeration eingeschleppt hat. Die Ansteckung findet offenbar über die Luft statt, «Airborne», wie die Amis sagen.

Zuerst merkte ich es selbst nicht, bin ich doch eigentlich resistent gegen solche Sachen. Aber schon eine Viertelstunde später in meinem Stammcafé fiel mir auf, dass etwas nicht stimmen konnte. Ich sah die ersten Anzeichen der Epidemie in den Reaktionen der anderen Gäste. Sie verzogen ihre Gesichter, zuckten mit den Lippen. Jeder, den ich ansah, zeigte augenblicklich Zeichen der Ansteckung.

Erschrocken fasste ich mir ins Gesicht. Und wirklich, da, im rechten Mundwinkel konnte ich es mit den Fingern erspüren, deutlicher als Herpes. Da hing ein Lächeln.

Woah. Morgens im  Zürcher Pendlerverkehr ein Lächeln im Gesicht zu haben, ist sowas von …. ich weiss gar nicht, wie ich es nennen soll.

Eigentlich haben wir das seit den Achtzigern überwunden, ausgemerzt. Nur ab und zu zeigt ein Migrant solch krankhaftes Verhalten. Aber die Ansteckung muss mutiert sein. Wie anders könnte man sich erklären, dass selbst ich, der ich eigentlich immun bin, plötzlich mit einem verzerrten Gesicht lächelnd andere Leute anschaue? Und diese scheinen sich auch nicht wehren zu können und lächeln zurück.

Ich kämpfte wirklich hart, aber je länger ich mich darauf konzentrierte, um so stärker breitete es sich in meinem Gesicht aus. Und es erfasste jeden, wirklich jeden, den ich ansah. Epidemisch. Und mit was für verheerenden Folgen. Epidemische Fröhlichkeit zerstört innert kürzester Zeit unser Selbstbild als coolste Stadt der Schweiz. Diese ansteckende Freundlichkeit lässt die typische Februarstimmung in der Stadt kippen wie saure Milch. Von den wirtschaftlichen Folgen will ich gar nicht sprechen. Der Arbeitsausfall durch nette Worte und Gelächter lässt sich kaum beziffern.

Und das ist nur das erste Stadium! Bald beginnen wir mit Fremden Gespräche oder bieten anderen unseren Sitzplatz an. Oder wir bringen eine zusätzliche Tasse Kaffee für den Kollegen an den Arbeitsplatz.

Widerlich.

Ich weiss, für mich ist es schon zu spät. Ich half heute morgen einem alleinstehenden Vater beim Einsteigen mit dem Kinderwagen. Ein klares Zeichen des letzten Stadiums, kurz vor der finalen Freundlichkeit.

Aber ihr, Leute, könnt euch noch retten. Rennt! Versteckt euch, und wartet, bis es vorüber ist!

«Swiss Music … was?»

Alex Flach am Montag, den 13. Februar 2017
Mainstream und ein paar neue Talente - nichts Elektronisches. Der SMA.

Mainstream und ein paar neue Talente – nichts Elektronisches. Der SMA.

Am Freitag wurden im Hallenstadion zum zehnten Mal die Swiss Music Awards verliehen und das urbane Nachtleben war nicht eingeladen. Wobei «nicht eingeladen» in diesem Fall nicht ausführlich genug formuliert ist: Mit Alan Walker, dem Sieger in der Kategorie «best hit international», hat gerademal ein einziger Interpret junger, elektronischer Musik etwas gewonnen –  und Walker ist nicht einmal Schweizer, sondern Brite.

Ein etwas kurioser Zustand konsequenter Ignoranz, denn das hier ist der Einleitungssatz des Abouts auf der Homepage der SMA: «Die Swiss Music Awards, der grösste Musikpreis der Schweiz, dienen der Förderung der nationalen Musikszene und präsentieren gleichzeitig deren kulturelle Vielfalt». All die vielen Musikclubs in der Schweiz scheinen für das SMA-Komitee ganz offensichtlich nicht zu dieser kulturellen Vielfalt zu zählen, denn sie, ihr Programm, ihre Musik und deren Interpreten finden schlichtweg nicht statt.

Den musikalischen Facettenreichtum in diesem Land bestimmen für die Verantwortlichen der SMA Beatrice Egli (best female solo act), Trauffer (best male solo act und best album), Schluneggers Heimweh (best group und best breaking act) und Mark Kelly (er hat den Röschtigraben-Mitleidspreis für den best act Romandie gewonnen).

Immerhin kann man auf der Page der SMA einen Anflug von Selbsteinsicht erkennen: «Einerseits wird Newcomern eine Plattform geboten, um ihre Musik einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, andererseits wird das Schaffen der erfolgreichsten Musiker gebührend geehrt». Dem Komitee der SMA geht es somit nicht darum, möglichst innovative, talentierte oder gar stilbildende Musiker auszuzeichnen, die ihr Genre und die Musik in ihrer Gesamtheit voranbringen. Es geht ihm einzig und alleine um Absatzzahlen, egal wie mitleiderregend diese mittlerweile sind: Die SMA sind die unentwegt spielende Band auf dem Luxusdampfer «Plattenindustrie», der längst mit einem Eisberg namens Internetpiraterie kollidiert ist, der ihm den Rumpf der Länge nach aufgeschlitzt hat.

Man braucht kein Tränchen fürs Nightlife zu verdrücken und sich über dessen Nichtberücksichtigung an den SMA zu grämen. Die Club-Szene mag Award-Verleihungen nicht, mochte sie noch nie, erst recht nicht wenn sie auf Hollywood getrimmt sind wie jene im Hallenstadion. Auch die am 21. Februar zur Vergabe anstehenden Swiss Nightlife Awards müssen immer noch um Anerkennung kämpfen, und das SNA-Komitee um Oliver Diggelmann verbringt alljährlich viel Zeit mit dem Ringen um Akzeptanz. Einzig bewusst bescheiden gehaltene Preisverleihungen wie die in diesem Jahr erstmals verliehenen gds.fm-Awards geniessen einhelligen Respekt, decken hingegen nur eine Seite des Nachtlebens ab.

Aber vielleicht sind Award-Verleihungen grundsätzlich nicht mit Schweizerischer Bescheidenheit vereinbar. Glaubt man nämlich einer entsprechenden Umfrage des 20minuten, scheren sich zwei Drittel von dessen Leserschaft keinen Deut um die Swiss Music Awards. Will heissen: Für einmal scheint sich das Nachtleben mitten im Volk zu befinden.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

Diese Busse ist unbezahlbar

Thomas Wyss am Samstag, den 11. Februar 2017

Haben Sie manchmal auch unanständige Träume? Also unanständig im Sinn von unrealistisch? Allerdings auch nicht dergestalt unrealistisch, dass Sie aus einem Fenster im 80. Stockwerk springen (übrigens: Hilde Knef wurde oft gefragt, auf welchen Drogen sie gewesen sei, als sie das Lied «Im 80. Stockwerk» geschrieben habe, doch sie schwieg; nun gibts Gerüchte, es sei bloss Chai-Tee mit Rum gewesen, krass, nicht?), und zehn Minuten später federleicht auf der Strasse aufsetzen, wie Mary Poppins in Zeitlupe.

Nein, es geht um Dinge, die theoretisch eintreffen könnten, unter normalen Umständen aber niemals eintreffen werden . . . wie die Situation, in der sich ein Zürcher Stadtpolizist aufrichtig bei Ihnen entschuldigt – inklusive leicht schamgeröteter Wangen! Und nicht etwa spätnachts, nachdem er «glaub wegen dem Vollmond» (O-Ton) austickte und Ihnen in einem miefenden Verhörzimmer, in dem «zufällig» die Überwachungskamera ausser Betrieb war, die Fresse polierte, dies aber sofort bereute, sondern gewaltfrei, am helllichten Tag, an einer Kreuzung.

Sie sagten eben zur Ihrer Gemahlin, dass Sie das zwar im Detail noch nie so geträumt hätten, dass das aber um einiges interessanter klinge als all der Quatsch, der auf ihrer «Bucket List» stehe (als Telefonjasser am «Samschtig- Jass» teilnehmen, ein Selfie mit dem Dalai Lama, den Ben Nevis besteigen, nochmals alle Schallplatten anhören), und dass Sie mehr erfahren möchten? Very nice! Anhand eines an der Ecke Kalkbreite-/Seebahnstrasse erfolgreich durchgeführten Versuchs können wir aufzeigen, wie man das bewerkstelligt.

1. Man packt eine Hunderternote ins Portemonnaie.

2. Man hält an verkehrsreichen Strassen Ausschau nach Polizisten, die sich auf dem Trottoir postiert haben.

3. Man nimmt das Velo und über- fährt das Rotlicht – a) so auffällig, dass der Polizist das mitkriegt, und b) so langsam, dass er einen stoppen kann.

4. Er wird den Ausweis verlangen und sagen: «Das kostet 60 Franken!»

5. Man drückt ihm den Hunderter in die Pfote und beginnt umgehend einen Redeschwall; ohne Pause, immer leicht vorwurfsvoll, mit Nennung seines Namens (der steht auf seiner Jacke): «Voll einen Velofahrer erwischt, Herr Balmer? Supersach! Das gibt bestimmt das Bundesverdienstkreuz! Aber die Mongos, die mit 80 durch 30er-Zonen rasen, die lasst ihr gewähren, die sind ja auch keine Gefahr, neiiiiii du!» usw.

6. Mitten im Monolog packt man das Portemonnaie weg – aber so, dass ers bemerkt! Dann wird er meinen, er habe das Rückgeld rausgeben, die Quittung überreichen und sich verabschieden.

7. Genau in dem Moment sagt man süffisant: «Äh, Herr Balmer, und meine 40 Franken?» Er hat null Chance. Wird erröten, vielleicht stammeln und sich in aller Form entschuldigen. In meinem Fall wars gar noch besser, er sagte nämlich: «Tut mir leid, mein Fehler», worauf ich staubtrocken entgegnen konnte: «Meiner wars jedenfalls nicht.»

8. Ganz gross ist es, im Moment des Triumphs Grösse zu bewahren, sprich, ihm die Hand hinzustrecken und versöhnlich zu flöten: «Halb so wild, Herr Balmer, shit happens. Ich wünsch Ihnen trotzdem einen schönen Tag.»

Klar, die Busse kostet 60 Stutz, aber sind wir ehrlich – ein solches Erlebnis ist schlicht unbezahlbar.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag, den 10. Februar 2017

«Ich hätte die Menüpreise in Zürich erhöht.»

Die Spitzenköchin Vreni Giger wirtet seit 100 Tagen im Zürcher Restaurant Rigiblick. Die Pionierin der regional-saisonalen Küche verlangt nicht mehr als zuvor im St. Galler Jägerblick – weil es der Zürcher Frauenverein so wünscht. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

«Mit Norah Jones haben wir einen Superstar verpflichtet»

Gute Nachricht für alle Musikfans: Das Zürcher Openair findet nach einer einjährigen Zwangspause wieder im Dolder statt. Der Veranstalter Hanswalter Huggler verrät, welche Stars auftreten. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Es war ein kleines Paradies.»

Keine Gnade: Dies ist die Geschichte vom Ende eines wunderschönen Gartens im Höngger Rütihof und vom hemdsärmeligen Vorgehen eines quartierbekannten ehemaligen Landwirts. Hobbygärtner Marcel Odermatt ist über dessen Zerstörungswut enttäuscht. (Foto: Marcel Odermatt) Zum Artikel

 

«Ich bin kein Promi.»

Keine Angst vor grossen Tönen: Die Zürcher Sängerin Anna Känzig ist für den Swiss Music Award 2017 nominiert und das gleich zweifach: «Best Female Solo Act» und «Best Breaking Act». Ihre natürlichre Bescheidenheit beeindruckt die Fans. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Jetzt bin ich zu alt dafür.»

Bei der Prominenten-Premiere des Musicals «Mary Poppins» haben sich diverse Politiker als Fans des Kindermädchens geoutet. Wie soll man das bloss deuten? Der Schauspieler Walter Andreas Müller hat sich jahrelang insgeheim auf die Rolle des Kaminfegers vorbereitet – doch es kam nie ein Anruf. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Unser Produkt ist tatsächlich eine Weltneuheit.»

Ihr Produkt ersetzt beinahe den Barkeeper. Eine Weltneuheit sei das, sagen die Zürcher Macher von Mikks. Wer Alkohol, Eis und ihre Geschmacksessenzen kräftig schüttelt, hat schon einen guten Cocktail geschaffen. (Foto: Raisa Durandi)

 

«Vor Gericht geht es um Details.»

Das Stadion Letzigrund zeigt exemplarisch, wie sich Rechtsstreitigkeiten im Zürcher Baugewerbe verändern. Am Ende trifft es auch den Steuerzahler. Jetzt sei harte juristische Knochenarbeit nötig, sagt Urs Spinner vom Hochbaudepartement. (Foto: Thomas Egli) Zum Artikel

 

«Wir kämpfen, denn das darf nicht sein.»

Nach dem Umbau soll in der Tonhalle eine kleinere Orgel eingebaut werden. Gegen diese Pläne hagelt es Kritik aus dem In- und Ausland. Nun wollen Kulturschaffende wie der Organist Ulrich Meldau mit aller Kraft eine Verkleinerung des Instruments verhindern. (Foto: Timmy Stocker) Zum Artikel

 

«Ich gebe denen, die nichts haben.»

Sie kämpft seit zehn Jahren gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und setzt sich für Bedürftige ein: Hélène Vuille heisst die Frau, über die ein neues Buch mit dem Titel «Die Brückenbauerin» erschienen ist. (Foto: Reto Oeschger)

 

«Es hilft nichts, betrunken zu sein»

Das Zürcher Literaturmuseum Strauhof widmet sich in seiner aktuellen Ausstellung den Rauschdichtern und Schreibbeamten. Max Frisch zum Beispiel wusste genau, was nicht hilft, wenn man mit dem Schreiben beginnen soll. (Foto: Keystone) Zum Artikel

 

Der beste Laser der Welt

Beni Frenkel am Donnerstag, den 9. Februar 2017

(Foto: Tages Anzeiger)

Woche für Woche finden in Zürich tolle Veranstaltungen statt: Musicals, Opern, Feuerwerke. Da weiss man häufig nicht, wo hingehen. Zum Glück empfiehlt das «Tagblatt» jeden Mittwoch den «Ausgehtipp der Woche». In den allermeisten Fällen liegt der Tipp goldrichtig. Für die Kalenderwoche 6: Ein Vortrag über Augenlied-Operation – entschieden.

Da ich davon ausging, dass Tausende Besucher den Saal stürmen, bin ich extra etwas früher hingegangen. Ich war dann doch überrascht, dass nur zwanzig ältere Frauen zum Vortrag kamen. Trotzdem habe ich zwei auf die Seite geschoben und mich zuvorderst hingesetzt. Während ich die Thermoskanne aufschraubte, überlegte ich mir: Was versprichst du dir von diesem Vortrag? Also, ich bin eigentlich zufrieden mit meinen Augenlidern. Augen hätte ich allerdings gerne andere, zum Beispiel die von Ornella Muti. Die sind mega schön.

Der «Ausgehtipp der Woche» fand im Wartesaal einer Schönheitsklinik statt. Neben mir lagen Frauenzeitschriften: «Das Neue Blatt» und «Brigitte». Ich guckte nach hinten. Viele attraktive 70- und 80-Jährige zupften an ihren Haaren und blickten auf die Uhr: Wann kommt endlich der Herr Doktor? Im Wartezimmer roch es nach Pommes Frites. Der Geruch stammte von mir, beziehungsweise von der Plastiktasche unter meinem Sitz. Ich war vorhin bei McDonald’s.

Heimlich steckte ich mir fünf Pommes in den Mund und schluckte sie schnell runter. Der Herr Doktor stand nämlich plötzlich vor uns. «Guten Abend, mein Name ist Doktor Sowieso, ich…» – «Lauter!», schrien die Frauen hinter mir. «Mit dem Alter rutscht die Wange runter», führte Herr Sowieso fort und zeigte eklige Bilder von hässlichen Augenlidern. Die hatten alle Krankheiten, die so hiessen: Ektropium, Blepharochalsis, Galeapexie, Dermatochalasis, Ptosis, sie hörten sich an wie die Familiennamen griechischer Finanzminister.

Der Vortrag dauerte etwa 45 Minuten. Der Herr Doktor wurde immer wieder unterbrochen. Die Damen wollten wissen, ob er auch sie ­operiere. Eine Frau sagte: «Ich habe Blepharitis», eine andere: «Und ich habe ein Grittli». Der Doktor guckte die Frauen tröstend an wie Professor Klaus Brinkmann von der Schwarzwaldklinik: «Wir haben den besten Laser der Welt». Das interessierte jetzt einen Mann: Also, wie funktioniert dieser Laser? Und eine Frau wollte wissen: Was kostet eine Oberlid-Operation? (4000 Franken!). Übernimmt das die Krankenkasse? Diese Frage konnte der Herr Doktor nicht klar beantworten: Am  Ende entscheide der Sachbearbeiter bei der Krankenkasse.

Doktor Sowieso wollte irgendwann Schluss machen. Und wie macht man das am besten? Man sagt: Wir haben für sie ein kleines Buffet vorbereitet. Es gibt Weisswein. Glücklich stopfte ich mir kleine Brötchen in den Mund und hob das Glas in Richtung Doc – wieder einmal ein super «Ausgehtipp der Woche».

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