
In der vergangenen Woche habe ich mir hier im Blog darüber Gedanken gemacht, warum die Bindung des Franken an den Euro aus verhaltensökonomischer Sicht Sinn ergibt. Es wurde einer der am meisten gelesenen Artikel in diesem Blog, was mich einerseits ehrt, aber andererseits vor allem dafür spricht, dass das Schicksal des Euro und dessen Auswirkungen auf die Schweiz noch immer sehr viele Menschen bewegt. Und sehr oft enden deren Sorgen bei der grossen Frage: Was wird mit uns, wenn der Euro zerbricht?
Das mag zwar aus heutiger Sicht ein rein hypothetisches Szenario sein, doch für diesen Artikel gehe ich einfach einmal davon aus, dass sich die Euro- und Schuldenkrise ausweiten wird und Griechenland den Euroraum verlässt – zum Beispiel, weil sich das Land selbst dazu entscheidet.
Immerhin gibt es deutliche Indizien darauf, dass dieses Szenario nicht gänzlich ausgeschlossen ist.
Zum Beispiel ist die griechische Bevölkerung zusehends unzufrieden. Im Gallup Well-Being-Survey des Jahres 2011 haben 25 Prozent der Griechen ihre Lebensumstände als “suffering” eingestuft und nur 16 Prozent als “thriving”, also als blühend. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 lag der “Suffering”-Anteil noch bei nur 7 Prozent.
Beim arabischen Frühling konnten wir beobachten, wie es revolutionäre Änderungen in einer Nation begünstigt, wenn der Anteil jener, die ihr Leben als “thriving” beschreiben, zwei Jahre lang unter 15 Prozent bleibt. Wenn sich diese Zahlen auch in Griechenland weiter erhöhen, sind politische Umwälzungen möglich. Im Falle einer solchen Revolution ist damit zu rechnen, dass in Griechenland antieuropäische Politiker an die Macht gewählt werden, die die Drachme wieder einführen. Griechenland geht damit in Konkurs, doch manche Teile der Wirtschaft wie etwa der Tourismus können weiter funktionieren.
Was wären nun die möglichen Auswirkungen so einer Entwicklung auf den Status Quo in der Schweiz?
Man kann davon ausgehen, dass die Unsicherheit in der Bevölkerung über die Zukunft sicher steigen wird. Damit erhöht sich auch die Sparquote weiter – und die Kapitalkosten halten sich höchstens auf dem heutigen tiefen Niveau.
Auch der offene Kapital, Arbeit- und Gütermarkt kann die schweizerische Volkswirtschaft in so einem Szenario unter Druck setzen. Die Konkurrenz um Arbeitsplätze wird zunehmen, vor allem zwischen Inländern und billigeren zugewanderten Arbeitnehmern.
Die erhöhte Einwanderung stärkt zwar auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, doch für Firmen, die auf Exporte angewiesen sind, wird der starke Schweizer Franken zusehends zu einem Problem. Sie müssen mit Kurzarbeit rechnen, mittelfristig kann sich die Arbeitslosigkeit erhöhen. Gleichzeitig wächst durch die Zuwanderung der Pool an gut ausgebildeten Arbeitnehmern, was den Druck zu Lohnsteigerungen verringert.
Da die Schweiz in Zeiten der Krise als sicherer Hafen gilt, wird auch der Kapitalimport weiter zunehmen, was wiederum dazu führt, dass sich der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken erhöht. Damit steigen auch die Erwartungshaltungen zur Inflation, denn die Kantone fürchten um ihre Einnahmen. Die Schweizerische Nationalbank wird so gezwungen, diesen inflationären Tendenzen entgegen zu wirken. Sie wird daher wohl die Wechselkursuntergrenze zum Euro aufheben.
Und was bedeutet das für das Wachstum der Schweiz? Wenn sich die Eurokrise mit einem Austritt Griechenlands ausweitet, brechen immerhin auch ausländische Absatzmärkte für Schweizer Unternehmen weg, eine Rezession wird in so einem Szenario immer wahrscheinlicher.
Wie schon in den Jahren 2008 und 2009 zu bemerken, kann hier die Zuwanderung gut ausgebildeter Menschen mildernd wirken. Sie stützen den Konsum – und die Schweiz könnte im beschriebenen Szenario mit einem blauen Auge davon kommen. Sprich: mit niedrigem, aber immerhin konstantem Wachstum.
Schlagworte: Euro, Europa, Franken, Griechenland, Schuldenkrise, Schweiz
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Gerhard Fehr
Sehr geehrter Herr Fehr
Sie schreiben :
“Wenn sich die Eurokrise mit einem Austritt Griechenlands ausweitet, brechen immerhin auch ausländische Absatzmärkte für Schweizer Unternehmen weg…
Darf ich fragen, an welche Absatzmärkte sie denken, wenn unsere griechischen Freude die EU verlassen?
Sonnige Grüsse aus der Ägäis
SvA
Vielen Dank für Ihren Kommentar.
Ich denke da beispielsweise an den griechischen Absatzmarkt. Das Gesamtvolumen der Exporte nach Griechenland betrug im Jahr 2010 knapp 1,3 Milliarden Franken (laut Bundesamt für Statistik). Eine neue Drachme wäre viel schwächer als der Euro – mit der Folge, dass die Exporte deutlich sinken werden.
Sehr geehrter Herr Fehr,
das ist doch schon mal ein guter Anfang. Mich würde interessieren, was denn mit den Milliarden an Devisenkäufen der SNB passiert, wenn der Euro kollabiert, und welche Folgen das für unser Land hat. Auch die ganze Banken-Thematik erscheint mir hier nicht. Was wird mit den “To Big To Fails” ä la UBS oder Credit Suisse geschehen?
Ja – das sind die beiden wirklich relevanten Fragen. Griechenland könnten wir wohl verschmerzen.
Meine Prognose (leider): Wenn Spanien und oder Italien auf dem Anleihenmärkten auch abgeschrieben werden (wir stehen kurz davor, vermutlich wird dies zurzeit nur durch Aufkauf von Anleihen durch die EZB verhindert), dann dürften die Grossbanken dort reihenweise kippen und UBS / CS in der Folge ebenfalls (too big to save). Ausser die FED öffnet die Geldschleuse bis in den Anschlag. Was über kurz oder lang in Hyperinflation oder Währungsreform im $-Raum führen wird.
Geniessen wir noch jeden Tag.
Wenn der EURO zerbricht, was mit den mittlerweile weit über 100 Mia. Euros in der SNB passieren würde?
1) Diese dürften wohl abgeschrieben werden und anschiessend werden dann wohl die Aktionäre (mehrheitliche die Kantone) das Loch stopfen müssen, final also u.a. Sie lieber Herr Steuerzahler Waldvogel-Frei!
2) Wenn Sie nun folgendes ins Verhältnis ziehen; Die Kantone haben bis auf letztes Jahr immer 2.5 Mia CHF von der SNB mittels Ausschüttung bekommen und im letzten Jahr “nur” 1 Mia CHF. Dies hat ein riesen gejammer in den Kantonen(Regierung) verursacht und zu Budgetanpassungen, Bussenvolumen erhöhen (LU), Einsparungen ect. geführt.
3) Nun können Sie sich gerne mal Vorstellen was passieren wird wenn dann die “Rechnung” von der SNB (Wohl auch to big to fail?) an die Kantone anhand Punkt 1 kommt, auch wenn es nur die Hälfte ist.
4) Anhand der Erklärung von Punkt 3 können Sie sich wohl vorstellen warum niemand darüber reden will.
5) Gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen!
Sehr geehrter Herr Fehr,
zuerst möchte ich mich für Ihre interessanten Ansichten in Ihre Prognose bedanken.
Den Zusammenbruch des Euro halte ich persönlich nur für eine Frage der Zeit. Bezüglich der Devisenausfuhrbeschränkungen ist zumindest in Deutschland auch schon Vorsorge getroffen worden. Momentan wird, ohne dem Bürger den wahren Hintergrund zu nennen, Werbung für bargeldloses Bezahlen nach Vorbild Schweden durch “Girogo-Karte” gemacht. Meiner Meinung nach ist die Angst daß sich der CHF gefährlich aufwerten könnte übertrieben denn mit der Bindung des CHF an den EUR ist für jene welche ihr Erspartes in Sicherheit bringen wollen die Schweiz und ihre Währung dauerhaft kein Ort der Sicherheit mehr. Leider hat die Schweiz ihr großes Pfand ein sicherer Ort für Anleger (damit meine ich nicht Steuerbetrüger) und ihre stabile Währung auf Dauer aufgegeben sodaß jene welche Geld haben und an einem sicheren Ort wissen wollen in der asiatischen Region, u.a. Singapur anlegen, bzw. deren Währung bevorzugen.
Spannender Artikel.
Falls der Euro zusammenbrechen wird, was ich mir sehr schwer vorstellen kann, ist Deutschland das erste Land das mit dem Eurofall stürzen würde. Zuviele hier in der Schweiz wünschen sich den Zerfall des Euro! Was aber nicht bedeutet das die EU fallen würde. Der Euro ist eine neue, noch junge Währung die bisher nur Deutschland einen Vorteil brachte. Übrigens ist Deutschland auch das erste Land, dass die Richtlinien des Euros mit den Füssen getreten hat.
Somit sind gewisse Szenarien sehr weit hergeholt. Falls der Euro wikllich beerdigt werden würde…..na dann gute Nacht. Das würde bedeuten, dass die Weltwirtschaft vor dem Ruin steht, somit jede Währung, inkl. CHF! Wir brauchen den Euro genau gleich wie jede andere Währung auch.
Da bin ich anderer Meinung. Niemand wird Gute Nacht sagen müssen, wenn der Euro verschwindet. Die Fiscalunion steht ja praktisch und somit die Erpressung und der Druck auf die Eurozone-Länder um so grösser. Wenn ein Land wie die Slowakei nicht unterschreiben wollte kamen sofort die Herren van Rampoy und Barrosso mit einer öffentlichen Attacke auf den Präsidenten los. Da hiess es, wenn du keine Subventionen willst, kannst du die Freiheit dazu nutzen nicht zu unterschreiben. Wer diese Unterschrift unter dem Vertrag – Fiskalunion nicht geleistet habe – das sind nur England und Tschechien, beide nicht Eurozone Staate. Es geht nicht darum ob jemand aus dem Euro aussteigt, es geht darum, wie stark wird EU/ Brüssel und DE die Aussteigekandidaten politisch und fiskal erpressen? Es würde jedem Land, der aussteigen will besser gehen, weil sie dann abwerten werden und nach einiger Zeit werden sie auch aufwerten können. Euro ist unbeweglich in seiner Substanz und kann die monetäre Stärke, so wie es heute gehandelt wird gar nicht verteidigen. Darum je schneller der Austritt aus dem Euro, desto besser für alle.
Die Fr. Merkels Sprüche stirbt der Euro stirbt die EU sind nichts als politische Flosken. Die EU wird nur durch Subventionen zusammen gehalten. Wenn ich denke, dass die Tschechien für die Jahre 2008 – 2012 – 27 Milliarden Euro für ihre Infrastruktur-Objekte als Kapital zum Verbrauchen beanspruchen darf, muss aber nicht, dass sich die Tschechen überlegen wie viele Subventionen sie bereits für die nächste Periode bis zum Jahr 2015 beanspruchen dürfe, dann kann es doch nie mit dieser Währung gut gehen.
Es ist eine totale Schuldenwirtschaft zu Gunsten Deutschlands als Exportland. EU ist heute der Markt für die DE Produkte. Und wer kann es zahlen ohne Subventionen? So müssen alle EU Länder sich verschulden oder aussteigen. Darum aussteigen aus dieser Währung so schnell, wie es nur möglich ist.
Nach dem 1-ten WW herrschte ähnlich schwere Rezession, die dann schlussendlich in den 30-ern mit dem 2-ten WW endete unter einem Führer, der seine Rohstoffe brauchte. Heute hat sich die Situation nicht geändert. Europa hat immer noch keine Rohstoffe um das billig zu produzieren, was alle in der EU und für das teure Euro kaufen sollen. Rohstoffe sind nun mal in den Ländern wie Indien, Russland, Brasilien oder China zu finden. Europa hat nur grosse Hunger nach diesen und tradet sie. Etwas Erdöl hat Norwegen – kein Euroland.
Euro ist eine falsche Konstruktion von Anfang an gewesen. Und sie – die Konstruktion- wird es nicht besser werden. 1000 Milliarden Euro hat die EZB in die EU Banken im December reingepumpt. Ist alles weg. Die Banken haben schon wieder kein Geld um die Wirtschaft zu stützen. Wieso soll man diese Währung noch unterstützen? Schwellenländer BRICKS sind: Brasilien, Russland, Indien, China und South Afrika, sagten am Samstag, dass den EURO als Währung mit den Krediten in die IWF wollen sie nicht mehr stützen. Man solle den Euro sich selber überlassen. So ist es. Es gibt keine anderen Länder auf diesem Planet, die den Euro stützen konnten. EU lebt nun schon seit mehr als10 Jahren auf der Basis ihrer Ideologie, die grösstenteils in den DE Köpfen entstanden ist. So sieht es mit dieser Währung aus.
Leider haben die meisten hier nur wirtschaftliche Vorstellungen vom Ende des Euro. In Wahrheit wird jedes Land dann dem
anderen die Schuld geben und eine politische Eiszeit (möglicher kalter Krieg) wird damit einhergehen.
Man stelle sich vor wieviel weniger existenzielle Sorgen die Europäer heute hätten, wieviel weniger Streit und Mißgunst unter den Völkern Europas wäre und wieviel zufriedener und reicher Europa insgesamt da stünde hätte es den Euro und die EU nicht gegeben. Ich empfinde die EU als ein unausgereiftes Umverteilungsprojekt welches genauso wenig funktionieren konnte wie der Kommunismus. Denn nur unter dem Druck einer Diktatur würde der einzelne weniger nehmen und sich kommunistisch verhalten. Im realen leben nimmt sich jeder was er greifen kann. Der Euro, die EU war nie für den Menschen gemacht sondern hatte in erster Linie wirtschaftliche Gründe denn unter dem Euro hat der Bürger an Kaufkraft eindeutig verloren ohne daß die Gehälter stiegen. Ja, ich halte den Euro und die EU sogar als demokratiegefährdendes Diktat der Eliten und man erkennt es auch an der undemokratischen Weise mit welcher Deutschland sich über seine eigenen gesetzten Grundrechte versucht hinweg zu setzen und sich auch über EU-Rechte hinweg setzten. Was wir mit dem ESM sehen ist ein Offenbahrungseid Deutschlands, eine Flucht nach vorne – der totale finanzielle Ausverkauf eines ehemals reichen Landes dessen Bonität nur noch auf dem Nachhall seines Rufs beruht. Ich hoffe für die Schweiz, als Vorbild von Demokratie und Stetigkeit, daß sie sich nicht von mächtigen Ländern und einiger unterwürfiger Entscheidungsträger im Lande dazu erpressen lässt sich der Mittelmäßigkeit zu unterwerfen. Es ist leider schon sehr viel Porzellan zerbrochen was sich nicht mehr kitten lässt. Die schweizer Bürger werden es in Zukunft spüren und sich nach alten Zeiten zurück sehnen. Unter einer europäischen Union stelle ich mir etwas anderes vor. Soll Deutschland und seine demokratieunfähigen Bewohner für den Scherbenhaufen den er in Europa angerichtet hat zur Rechenschaft gezogen werden!
Ich möchte ein paar Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte weiter denken: Es gibt GAR KEIN GELD mehr und ALLE leben in FÜLLE und HARMONIE.
Mit der Ankündigung der Schwellenländer BRICKS und Kanada, dass sie die EU Währung Euro nicht stützen wollen bestätigen die heranwachsende IndustrieLänder nur das, was Mehrheit der Ökonomen schon vor 12 Jahren erklärte, nämlich den Unfug des Euro als Einheitswährung für so wirtschaftlich unterschiedliche Lä#nder in Europa. Euro ist nichts anderes als eine Ideologie, die vorbei ist. Die Globalisierung aber auch das Erwachen der neuen Industrieländer wie Russland, Indien, China und Brasilien mit Südafrika die massgebend die ganze Welt mit den Rohstoffen und die Industrialisierung beliefern aber auch beeinflussen, zum WeltwachstumsIndex beitragen zeigt unmissverständlich auf, dass die EU und der Euro eine Fehlkonstruktion sind. Zwar begründen sie die Gründe ihrer Absage an Europa-Hilfe plausibel, zwischen den Zeilen liesst man klar: der Euro ist der Hilfe nicht Wert.
Seit Jahren tüfteln einige der BRICKS an einem Ersatz zum US$ und sie handeln untereinander nicht mehr in Euro oder in US$ sondern in den eigenen Währungen um die Währungsverluste zu reduzieren.
Der Euro nutzt niemandem ausser Deutschland und Deutschlands Exportmaschine. IMF wurde nicht für die Kurierung einer Währung geschaffen und der Euro des Brüssells habe sich als eine Währung für alle Länder der Welt oder gar für wenige Länder in Europa nicht durchsetzen können. Die Währung schwächelt nicht nur, sondern verhindert sogar das Wachstum in Europa. Europa ist nicht Brüssel und seine Bürokratie, Europa ist nicht die EU und Europa ist auch nicht der Euro. Kurzum Euro muss fallen, wird fallen damit die Länder ihre Industriekostendiskrepanzen durch Übergang in eigene Altwährungen auf der Weltmarkt ausgleichen können.
Das haben viele in Europa längst erkannt. Nur die, die immer noch hoffen auf Subventionen und auf den Schulden, die den Euro eigentlich ausmachen leben zu können wollen den Euro einführen und haben sogar die Unterschriften unter dem FiskalunionsVertrag gesetzt. Das wird aber definitiv nicht funktionieren. Mit etwas mehr als 13000.– Milliarden Euro Verschuldung, gleich wie die USA kann man nur parasitär auf Kosten der ganzen Welt leben oder eigene Währungen einführen.
Ich vermute daß Deutschland aus dem Euro heraus gelassen wird im Gegenzug daß Deutschland dem ESM-Vetrag zustimmt.
Es gibt wohl Anzeichen dafür: die Zinsen für 10jährige deutsche Bundesanleihen bei 1,6% auf Rekordtief. Die Eurex bietet angeblich Bundfuture-Optionen Juni bis zu einer Marke von 155 an, der Bundfuture auf Rekordhoch. Das würde Sinn machen denn die PIIGS könnten den Euro abwerten und eine “Neue Deutsche Mark” würde enorm aufwerten und dieser vorübergehende Vorteil würde über den ESM-Vertrag der Stützung der EZB und damit der PIIGS zugute kommen. Ein weiteres Indiz für dieses Ereignis ist die vorübergehende Sicherung der Grenzen Deutschlands und Frankreichs, angeblich um illegale Einwanderer zu stoppen, in Wirklichkeit wohl für dieses Ereignis auf 30 Tage beschränkt um Devisenausfuhren in das Nachbarland Schweiz, das Nachbarland beider Länder Deutschland und Frankreich zu verhindern. Ein weiteres Indiz ist die in letzter Zeit in Deutschland angestoßene Kampagne des “bargeldlosen Bezahlens” nach dem Vorbild Schwedens damit der Staat Kontrolle über das kursierende Geld hat und die im Umlauf befindlichen Euros in Deutschland aus dem Verkehr ziehen kann um dann eine neue Währung einzuführen (mit Girogo-Karte). Wie gesagt eine Vermutung aber für mich würden diese Aktionen Sinn machen.
Schauen wir der Realität doch ins Gesicht: Mit Ausnahme einiger weniger EU Länder (Holland, Finnland, Norwegen, Dänemark…..) sind die meisten Länder in der EU – auch Deutschland – nach gängigen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen eigentlich schon lange “pleite”. Bei Deutschland, ähnlich wie bei den USA, scheint man geflehentlich über die Gesamtverschuldung des Landes hinwegzusehen, trotz einer Verschuldung von rund 2000 Milliarden Euro. Das ist ungefähr so, wie wenn man einen Kollegen als solvent betrachten würde, nur weil er pro Jahr eine Million Franken verdient, aber rund 100 Millionen Franken Schulden hat für die er pro Jahr 5 Millionen Zinsen bezahlen muss. Jedes Schulkind in der 10. Klasse weiss, dass dies auf die Länge nicht gut gehen kann. Aber da die meisten unserer (linken) Politiker keine Ahnung davon haben, woher das Geld kommt, das sie ausgeben (wollen), interessiert dieses Problem offenbar niemanden. Bis es dann zum grossen Knall kommt. – Fazit: Ohne eine politische und ohne eine gesamteuropäische Fiskalunion ist der Euro zum Scheitern verurteilt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit (1-3 Jahre). Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden katastrophal sein – auch für die Schweiz. Aber da werden wir einfach durch müssen. Es gibt keine “short cuts”.
Wenn ich versuche im nachhinein das EU-Projekt zu analysieren so glaube ich zu erkennen daß das ganze Problem mit der Gemeinschaftswährung und der Union Europas von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Die Europäische Union entstand als elitäres Projekt, geboren aus dem irrationalen Neid (Neid ist immer irrational) mancher Staaten auf die ehem. starke Deutsche Mark und der Fehleinschätzung eines egozentrischen, sich selbst ein Denkmal setzenden, zu lange an der Macht gebliebenen Bundeskanzlers der sich seit dem Hype der Wiedervereinigung Deutschlands in seiner Vorstellung seine Welt aus blühenden Landschaften ausmalte. Die EU wurde quasi getrieben von europäischen Wirtschaftsinteressen, nicht alleine Deutschlands, z.T. bewußt undemokratisch über den Kopf seiner mündigen Bürger hinweg auf dem “Reißbrett” geplant und beschlossen. Auf dem “Reißbrett” wurde jedoch neben den bereits eingestandenen Fehlern auch die Unterschiedlichkeit der Kulturen der Völker, die verschiedenen Mentalitäten, Zahlungsmoral, Korruption und der unterschiedlichen Lebensweise einerseits sowie der Finanz- und Steuersysteme, (Privat)Insolvenzgesetz, Eigentumsanteil an Immobilien etc. andererseits, weitgehend bzw. vollkommen außer acht gelassen. Man ging einfach von der deutschen Sichtweise aus “so wie wir es von Deutschland her kennen, so muß es in jedem Land auch einfach kalkulierbar sein. So geduldig wie unsere Bürger den Mund halten – halten ihn die Bürger anderer Länder auch”. Die menschliche Verfehlbarkeit war in diesem sozialistischen Projekt nicht vorgesehen dabei hätte man nur die Geschichte der DDR bzw. UDSSR verfolgen müssen um zu erkennen daß der Egoismus des einzelnen in einem Arbeiterstaat nur durch diktatorische Maßnahmen unterdrückt werden konnte… projeziert auf den einzelnen Nationalstaat und gesamt auf die Europäische Union dann merkt man eine Tendenz in diese Richtung. Der Mensch ist vom Individuum, Familie…ethische Gruppe bis hin zur Nation ein Egoist. D.h. wenn man es nun auf die politische Ebene projeziert erkennt man daß jeder Regierungsvorsitzende einer EU-Nation natürlich darauf schaute für sein Volk soviel wie möglich vom eröffneten Buffet zu bekommen wie möglich um wiedergewählt zu werden und wenn man Flughäfen baut welche nie in Betrieb gehen. Nach dem Motto: was man hat das hat man. In manchem korrupten Staat möchte man nicht nachdenken wieviele Miliarden Euro im familieneigenen Konzern eines Präsidenten verschwunden sind ohne daß ein Cent an das Volk ging. Auch hier wird deutlich daß jeder sich selbst der nächste ist (der einzelne, Familie, Gruppe, Volk). Kurzum, Deutschland ist als Vorreiter der EU daran gescheitert daß es nach sozialistischer Manier Äpfel und Kartoffeln in einen Topf warf – mit dem Unterschied daß eine EU ohne eine Diktatur nicht funktionieren kann und selbst dann nicht dauerhaft. Deutschland hat aus seiner eigenen, rezenten sozialistischen DDR-Geschichte und der Zeit der Weimarer Republik nichts gelernt und durch die ideologische Verblendung seiner Eliten seinen Wohlstand, den anderer Völker und vielleicht die Stabilität des gesamten Finanzsystems aufs Spiel gesetzt.
Der Euro wird sich mit der allergrössten Wahrscheinlichkeit nicht so verhalten wie viele der Schreibenden denken. Am Anfang hat er ja alle mit ausserordentlicher Stabilität, ja Stärke, überrascht. Man muss sich vergegenwärtigen worauf der Wert dieser Währung aufgebaut ist. Letztlich ist es die Wirtschaftskraft von Deutschland und der anderen einigermassen gesunden Wirtschaften zusammen und die Grösse der Märkte, da gehören auch die schwachen Länder wie Italien und Spanien dazu. Es kann erklärt werden dass hier ein Gegenwert vorhanden ist, was die Währung und ihren Wert rechtfertigt, letztlich hängt es davon ab dass die Menschen drauf vertrauen. Damit ist klar dass der Euro heute so unterbewertet ist wie er vor Jahren überbewertet war. Angenommen dass Griechenland wie das Szenario im Artikel annimmt tatsächlich austreten sollte: Dies würde meiner Meinung nach keineswegs zum Zusammenbruch führen, weil es neben den geschilderten Problemen auch Vorteile bringen würde.
1,) Es könnte Vertrauen zurückbringen. Viele haben das Vertrauen verloren weil sie befürchten dass die Steuerzahler ohne Ende Löcher ohne Boden stopfen müssen. Das Szenario würde zwar in der Tat im Moment sehr viel kosten, aber es wäre immerhin absehbar. Damit könnten solche Menschen wieder Vertrauen fassen. Der € verliert also nicht ohne Ende Wert, sondern kann auch wieder Grund fassen.
2.) Die verbleibenden Länder könnten sich wieder vermehrt den für die weitere Zukunft wichtigen DIngen widmen.
3.) Den Euro – verbleibenswilligen Ländern gäbe es ein Signal dass “es” nicht alles verträgt. Dass ein Minimum an Disziplin beibehalten werden muss.
4.) Ein GR ohne € ist nicht einfach ein Markt der weggebrochen wäre, GR muss auch wenn es beim € bleibt die EInkäufe in der Schweiz massiv drosseln, sonst werden die Sparziele verpasst. Ausserdem wäre der CHF der Touristen an der Ägäis dann (bei der Drachme) umso mehr Wert, d.h. GR würde Devisen einnehmen und könnte diese auch wieder für EInkäufe in der CH nutzen.
Sehr geehrte Beat Reuteler,
wir sollten den derzeitigen Wert der Wirtschaftskraft Deutschlands nicht überschätzen. Der Exportboom Deutschlands ist meiner Meinung nach überwiegend durch die durch deutsche Steuergelder gestützten, der EZB an die Länder vergebenen und wohl unwiederbringlichen Kreditgelder begründet. Deutschland hat sich über beide Ohren verschuldet. Alleine die offizielle Verschuldung liegt bei 2 Billionen, die reelle wohl eher mit Pensionen etc. bei 8 – 10 Billionen. Es ist ein Trugschluß daß der Wert des Euro vom Vertrauen der EU-Bürger abhängig ist. Den Wert des Euros bestimmen u.a aber vor allem die Märkte in der Welt und die haben das Hütchenspiel längst durchschaut. Griechenland spielt glaube ich für den Bestand des Euros trotzdem eine eher untergeordnete Rolle, jedoch eine psychologische. Vielmehr sind es die Volkswirtschaften Spanien und Italien bzw. auch Frankreich welche darüber entscheiden. Würde Griechenland aus dem Euro austreten – man würde es sicherlich nicht fallen lassen, so würden auch andere Länder die Vorteile eines Austritts erkennen (vor allem wenn es kein Geld mehr zu verteilen gibt und darauf gepocht wird daß jedes Land seine Hausaufgaben). Diese großen Länder aber wären durch den Ruf der deutschen Bonität nicht mehr stützbarbzw. durch deutsche Steuergelder unter aktuellen Bedingungen finanzierbar. Substanz hat Deutschland keine mehr. Man müsste in Deutschland schon eine Art Bürgerenteignungsprogramm durchziehen um die Länder noch ein paar Jahre zu unterhalten bis das ganze künstliche EU-Konstrukt letztendlich doch in sich zusammen fällt. Die einzige reelle Möglichkeit um diese gordischen Knoten zu lösen wäre daß Deutschland selbst aus dem Euro austritt, eine eigene Währung (NDM) annimmt – diese als Währungs-Fluchtburg aufwertet.Die verbliebenen Euroländer gemäß ihrer reellen Wirtschaftskraft ihren Euro abwerten und was wohl durch den ESM-Vertrag getan würde Deutschland die im verbliebenen Länder unterstützt bis sie nach und nach überhaupt in der Lage wären wieder ihre einzelnen Währungen einzuführen. Aber selbst dieses Rettungsszenario würde nur kurz- bis mittelfristig funktionieren denn die Märkte wissen daß die Wirtschaftsmacht Deutschland nicht mehr die von früher ist, die Neue Deutsche Mark nicht mehr die starke und werthintergründige Deutsche Mark von früher ist welche Deutschland für den Euro und Europa opferte. Die Neue Deutsche Mark würde zuerst als Fluchtwährung erstarken dann aber wieder fallen womit dann auch die “Scheinstärke” Deutschlands andere Länder noch über die Runden zu helfen sinken würde. Man bedenke auch daß eine Neue Deutsche Mark in Konkurrenz zu neuen, aufkommenden Währungen in der künftigen Weltwirtschaftsregion Asien stünde. Besinnen wir uns – der Euro hat nur Probleme, Mißgunst und Staatskrisen incl. demokratiegefährdender Tendenzen in den einzelnen Ländern gebracht. Besinnen wir uns auf das Vorher, vor dem wirtschaftlichen wahnwitzigen Korsett in welchem auf Gedeih und Verderb Wirtschafts- und Finanzsysteme in einen Topf geworfen wurden die alleine von den Systemen her nicht zusammengepasst haben, geschweige denn von den unterschiedlichen Lebensweisen der Menschen. Eine Monokultur wie die EU ist immer anfällig und unflexibler als einzelne Wirtschaften denn die EU ist ein Zwangskorsett für die einzelnen Volkswirtschaften. Die Menschen möchten glaube ich ihre Lebensweise, Kultur und nationale Unabhängigkeit letztlich auch wieder ihre eigene Nationalwährung der sie vertrauen und bevorzugen ein friedliches, gesundes Miteinander zwischen den Ländern in Europa und möchten keinen aufdokrinierten Einheitsbrei mit zentralistischen Gängelungen einer realitätsfremden Bürokratie in Brüssel. Das ist meine Meinung dazu.
Hr. Götz, es freut mich natürlich dass Sie meinen Beitrag als Wert erachten so ausführlich zu antworten. Ebenfalls glaube ich Ihre Sichtweise zu verstehen, Sie sind ja damit bei weitem nicht allein, aber es gibt eben auch andere Sichtweisen. Es gibt in Ihren Darstellungen, insbesondere wenn man die verschiedenen Kommentare weiter oben einbezieht, auch etliche Widersprüche. Als Beispiel diene die Beurteilung der deutschen Wirtschaftskraft. Ich bin soweit einverstanden dass wir sie nicht zusehr überschätzen sollen (was ich vielleicht tat) andererseits sehe ich in Ihren Abschnitten bestätigt dass deren Bewertung durch die Märkte trotz dem Hintergrund einer enormen Verschuldung positiv ist. Dies ergibt sich aus den Zinsen die für deutsche Anleihen verlangt werden. Ich finde wir können nicht einerseits die horrenden Zinsen die Länder wie GR, IT, ES etc. bezahlen müssen als Mass für das Vertrauen in diese Wirtschaften hernehmen und andererseits derselben Metrik angewendet auf das Deutsche Staatswesen die Bedeutung absprechen.
Ich sage nicht dass jetzt wegen diesem und ähnlichen Beispielen alles falsch ist was Sie geschrieben haben, aber es ergibt sich für mich eine Relativierung. Leider können die negativen Szenarien in der Tat immer noch eintreffen, Sie haben mich aber nicht davon überzeugen können, dass sie sozusagen eintreffen müssen. Ich war von Anfang an Skeptisch gegen den Euro insbesondere weil schon damals bekannt war dass Europa nicht den Mut hatte schwache WIrtschaftsräume wie z.B. IT (die Lira war sozusagen Dauerkandidat für Abwertungen solange ich mich erinnern kann) und GR (das Land war zwischen ca. 1830 und Ende 20. Jhdt zu über 50% der Zeit im Zahlungsverzug) aussen vor zu lassen bis sie ihre Hausaufgaben gemacht hätten. Deshalb war ich bei denen die überrascht wurden wie stabil und stark der € über so lange Zeit war, und nicht bei denen die jetzt völlig unvorbereitet durch die dramatische Schwäche überrascht wären.
Trotzdem kann ich die durchwegs negativen Sichten die wir jetzt plötzlich überwiegend lesen nicht durchwegs teilen. Es leben im € Raum einige Millionen Menschen die mindestens einmal ihre Grundbedürfnisse decken wollen und sie besitzen wertstabile Güter. (Liegenschaften, Häuser, ….) und wollen diese erhalten. Es ergibt sich also eine bleibende Grundnachfrage, was eine minimale bleibende Basis für den Aufbau einer gesunden Wirtschaft darstellt (glaube ich).
In Deutschland sind diese Werte noch in gesteigertem Mass vorhanden und obwohl eine Überschuldung vorliegt gibt es offensichtlich weltweit ein Grundvertrauen dass dieses Land zahlungsfähig bleiben wird. Nur so kann ich mir die tiefen Zinsen erklären. (im Moment)
Fazit: Trotz dem WIssen um die Risiken bleibe ich bei meiner SIcht, dass ein Austritt von GR verkraftbar wäre.
Im übrigen glaube ich zu verstehen, dass dieser Schritt auch in anderen Ländern den gedanken an einen Austritt fördern könnte, bin aber viel weniger skeptisch in dieser Hinsicht. Der Grund ist, auch wenn ich denke dass dieser Schritt für GR machbar und den Rest von Europa incl. CH verkraftbar wäre, er wäre immer noch von einem äusserst dramatischen Ablauf geprägt. Deshalb schätze ich die Lage der verbleibenden Länder so ein, dass so lange sie irgend können, werden sie im € Raum bleiben.
Ich möchte hier aber noch einen ganz anderen Aspekt ansprechen, zu dem ich bis dato noch nicht viel gelesen habe. Es wäre interessant zu sehen ob die EU oder die Summe der € Länder intelligent genug ist zu sehen das jetzt “genug Heu drunten” ist in Bezug auf die neueren EU – Länder die gerade daran sind den € zu übernehmen. Als Beispiel wäre Polen zu erwähnen? Wie ist der Stand in Bezug auf Ungarn, Kroatien, etc.? Man hört nichts. Kriegen die verantwortlichen die Kurve, haben sie gemerkt dass sie ohne diese Klötze am Bein genug zu tun haben? Kann jemand, vielleicht Hr. Fehr Antwort geben?
Sehr geehrter Herr Beat Reuteler, ich möchte mich dafür bedanken daß Sie auf meinen Kommentar reagiert haben und Ihre mir wichtige Meinung bzw. Prognose dazu gegeben haben welche ich mit Interesse gelesen habe. Ich respektiere Ihre Sichtweise vollkommen und möchte mir keinesfalls anmaßen meine Meinung zu überbewerten da ich nicht den fachlichen Hintergrund habe. Ich stimme vollkommen damit überein daß ein eventueller Austritt Griechenlands vermutlich keine gravierenden Auswirkungen hat. Bezüglich der deutschen Wirtschaftskraft im Zusammenhang mit den jetzt sichtbar werdenden Problemen großer Länder und das möchte ich betonen, im Zusammenhang mit den enormen Problemen durch große Volkswirtschaften, bleibe ich jedoch bei meiner Meinung daß die Fährigkeit Deutschlands die Lasten zu schultern überschätzt wird. Es spielt viel Psychologie und Theater mit in Bezug auf dem scheinbar tadellosen Ruf der deutschen Wirtschaft. Ich halte das nach wie vor für ein Hütchenspiel welches die Märkte durchschaut haben. Ein Bondcrash deutscher Staatsanleihen ist ja grundsätzlich nicht ausgeschlossen sondern nur die Frage wie weit man den Bogen noch spannt bis das AAA-Rating Deutschlands schwindet. Inzwischen ist es doch so, daß Hedge-Fonds gegen die Bonität Deutschlands wetten. Wie Sie sicher wissen haben Geier in der Tierwelt einen guten Geruchs- bzw. Spürsinn für sterbende Tiere – mögen sie klein oder groß sein. Auf den Werterhalt der scheinbar wertstabilen Güter – wenn man Immobilien betrachtet (so spricht man auch in der Schweiz von einer Immobilienblase) wird der evtl. Zusammenbruch des Euros bzw. der EU keine Rücksicht nehmen. Im Gegenteil wird man zumindest in Deutschland Immobilienbesitzer mit einer Zwangshypothek belasten – deshalb vermutlich die Aktion “Zensus 2011″ wo auch die Besitz- und Vermögensverhältnisse aktuell erfasst wurden. Gerade Deutschland hat Erfahrung darin Eigentum fürs Allgemeinwohl zu belasten, zu konfiszieren oder zu besteuern; auch §313 BGB für jene welche ihre Immobilie finanziert haben kann zur Falle für den Besitzer werden wenn der Bank die Geschäftsgrundlage durch die Krise entzogen wurde. Wie gesagt, Sie mögen recht haben wenn Sie sagen daß der Austritt Griechenlands, mag er glimpflich ausgehen oder nicht, andere Länder nicht dazu animieren würde das gleiche zu tun die Folgen wären jedoch durch die schlimmen Einsparungsmaßnahmen für das Volk auch sehr dramatisch. Gerade wenn man die hohe Arbeitslosenquote in Spanien betrachtet. Die Europäer werden sich das nicht dauerhaft gefallen lassen und ihre Vertreter dazu zwingen, wie jetzt in den Niederlanden, durch Neuwahlen denjenigen an die Macht zu wählen welcher eine antieuropäische und nationalistische Einstellung hat – insbesondere wird die Wut der Europäer gegen das Diktat Deutschlands noch gewaltiger sodaß man auch in der deutschen Politik irgenwann, vielleicht zu spät, zur Einsicht kommt daß nur noch das Ausscheiden aus dem Euro etwas bringt. Ich bleibe pessimistisch was die EU und der Euro betrifft denn auch die Geschichte zeigt daß so eine Währungsunion noch nie dauerhaft war, nicht mal die Diktatur der UDSSR konnte das und wenn man die EU über einige Zeit regieren möchte kommt man an einer Diktatur nicht vorbei. Vor allem weil man Vorkehrungen trifft welche diktatorische Züge haben. Ich weise, auch wenn dies das Thema sprengt, auch auf die europäische Truppe EUROFOR (http://www.eurofor.it/). Die Todesstrafe ist angeblich mit dem Lissaboner Vertrag möglich und hebelt nationales Recht aus (Aufständische können ohne das Grundgesetz zu verletzen exekutiert werden wenn Staaten diese Truppe anfordern. Diese ist angeblich solange nicht des Landes zu verweisen bis der Aufstand niedergeschlagen ist). Soviel zur Demokratie. Daß die EU ihre Erweiterungen fortsetzt und weitere Problemländer aufnimmt hielt ich schon immer für verantwortungslos und wundert mich aber überhaupt nicht mehr denn das ganze Projekt war von ideologisch verblendeten Ignoranten geplant.
Die Wirtschaftsbeziehungen der Schweizer mit den Grechen sind nicht relevant. Der Wert der Ausfuhr betrug 0,56% der Exporte nach Daten der Seco. Dies sind tatsächlich jedoch nur die Güterexporte, nicht die Dienstleistungexporte. Bei einem Austritt Griehenlands aus dem Euro würden die Dienstleistungsexporte mit diesem Land zunehmen ( Anlagen von Griechischem Geld in der Schweiz ) die Güterexporte aber abnehmen – jedoch ohne Folgen für die Schweizer Wirtschaft da der Anteil der Sekundärindustrie ohnehin nur etwa 1/4 zum BIP beiträgt. Ich denke das kann man duch das eine oder andere UBS Werbeschild bei einem Formel 1 Rennen kompensieren.
Viel tragischer ist doch der Deflationsdruck der auf dem Schweizer Franken lastet. Die SNB wird dem kaum Herr werden können. Eine Ausweitung der Geldmenge führte und führt direkt in die Liquiditätsfalle. Jeder frisch “gedruckte” Franken durch die SNB wird vom Markt abgesaugt. Siehe 2011 – alle Indikatoren deuten auf Deflation hin- das gilt es zu bebachten. Daraus ergibt sich die Nachfragelücke, stagnierender Konsum und das bedeutet ein Schrumpfen des Wachstums real und nominal aditiv zu den Problemen der Exportwirtschaft kommt das Problem des stagnierenden Inlandskonsums, der eigentlich stützen müsste.
Wenn Griechenland aus dem Euro Austritt bekomt die Schweiz den Euro. Hier wird die Trägheit, das Traditionsbewusstsein und die direkte Demokratie ein gefährlicher Mix.
Niemand wird Spanien und Italien mehr Geld leihen wenn die Griechen draußen sind. Es wird ein Kerneuro gebildet oder meinetwegen die DM wieder eingeführt oder der Gulden oder was auch immer. Mit einem mal wird die Schweiz aus dem Fokus der Devisenmärkte genommen und die Maßnahmen die die SNB setzte zur Währungsschwächung werden schockartig greifen.
Das ist das Ende des Schweizer Franken und danach auch das Ende des Wachstums in Deutschland, den Niederlanden usw.
In diesen Ländern wird die neue Währung masiv aufwerten.
Die Schweiz kann zwar unendlich Devisen kaufen um den Aussenwert der Währung zu deckeln, jedoch kann sie nicht unendlich Devisen verkaufen um die eigene Währung zu stützen.
Die Geldmenge nach einer defltionären Phase zu verknappen ist ein Szenario das noch niemals durchgespielt wurde.
Ich wünsche mir, als Österreicher auch für die Schweiz, dass der Euro hält.
Der Vergleich mit der UDSSR hinkt- das war eine andere Wiirtschaftsform. Die BRD tut im Moment gut daran sich zu verbuergen da das den Aufwertungsdruck der neuen Währung mildert – im Fall eines Eurocrashs.
Was die BRD schultert oder nicht ist für die Schweiz nicht wichtig. Die Schweiz hat mit der 1.2 Grenze bereits den Euro eingeführt – vorübergehend versteht sich- wenn Griechenland fällt wenn der Euro fällt, dann haben fast 60% der Schweizer Exporte und knapp 50% der Schweizer Importe und allem voran der Franken ein Problem das die Schweiz selbst nicht mehr lösen kann. Der Grat zwischen selbstbewusstem und überheblichem Handeln ist schmal und oft gibt es wie in Wirtschaftsraumen Rückkopplungen
Herr Alex Moosbrugger, was die BRD schultert ist sehr wohl indirekt auch wichtig für die Schweiz. Denn wenn die BRD nicht mehr schultern könnte würde der Euro crashen und das Szenario eintreten welches Sie beschrieben. Desweiteren verbürgt sich die BRD mit dem ESM-Vetrag, welcher in den nächsten Monaten unterschrieben wird, quasi mit Haut und Haaren für die EU denn diese hat dann vollen Zugriff auf den Finanzhaushalt der BRD ohne daß jemand zusagen muß. Sozusagen hat die EU dann eine Blankocheque der BRD und muß die angeforderte Summe inner 7 Tagen überweisen. Ein sog. Gouverneurrat fordert die benötigten Summen an, die BRD liefert bei Bedarf….. solange sie halt noch liefern kann.
Ja genau- leider geschieht immer das wahrscheinlichste. Das ist nicht, dass es immer so weiter geht.