Teure Nahrungsmittel wegen Missernten, Preiseinbruch im US-Gasmarkt aufgrund der Angebotserweiterung mit Schiefergas und Rekordpreis beim Gold infolge Finanzkrise. Die Gründe für Preisänderungen bei Rohstoffen sind so heterogen wie die Anlageklasse selbst.
Rohstoffe gelten als Trendinvestment und werden im aktuellen Tiefzinsumfeld als Inflationsschutz angepriesen. Doch Rohstoffe sind nicht gleich Rohstoffe und deshalb differenziert zu betrachten. Im vergangenen Jahr zählte diese Anlageklasse zu den grossen Verlierern. Mit einer Jahresperformance von 2,03 % lag der bekannte Rohstoffindex Rogers International Commodity (RICI) deutlich hinter den anderen Anlageklassen zurück. Zu beachten ist jedoch, dass der Index die drei Segmente Energie, Metalle und Agrargüter beinhaltet. Diese haben sich in der Vergangenheit aber sehr unterschiedlich entwickelt.
Während die Metalle im Jahr 2012 um 5,63 % anstiegen, büsste der Energiesektor 1,68 % ein. Noch extremer waren die Preisentwicklungen in den Jahren 2010 und 2011 mit Differenzen zwischen den Sektoren von über 30 % (siehe Tabelle).
Zum richtigen Zeitpunkt im Gewinnersektor investiert zu sein ist folglich entscheidender als das Rohstoffengagement an sich.
Immer beliebter: Exchange Traded Funds
Neben Zertifikaten und aktiven Fonds haben sich in den letzten Jahren vermehrt auch Exchange Traded Funds (ETF) als Anlagevehikel durchgesetzt. Passives Investieren in Rohstoffe ist heute einfach möglich. Bei der Produktewahl sollte jedoch der nachgebildete Index mit Blick auf die Sektorenaufteilung beachtet werden. Der S&P GSCI weist beispielsweise einen Energieanteil von 68 % auf, der Rogers International Commodity Index 44 % und der DJ UBS Commodity Index 32 %. RICI und DJ UBS gewichten ihrerseits den Metallsektor höher als der S&P GSCI (siehe Grafiken).
Eine unterschiedliche Entwicklung von Energie- und Metallpreisen resultiert folglich in erheblichen Performanceunterschieden zwischen den Indizes.
Eine einheitliche Preissteigerung über alle Rohstoffsektoren hinweg gehört wohl der Vergangenheit an. Für den Anlageerfolg entscheidend werden daher künftig die Renditeerwartungen an die einzelnen Segmente und die Kenntnis der Quoten bei gemischten Produkten sein. Der Einsatz von passiven Rohstoffanlagen macht primär dann Sinn, wenn der Anleger eine Meinung zur Preisentwicklung einzelner Sektoren hat und diese in die Investitionsentscheidung miteinbringt. Ansonsten verkommt die heterogene Anlageklasse zu einer spekulativen Anlage mit möglicherweise überraschendem Performanceergebnis.
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Christof Strässle
Der Kreditzins, den Unternehmer für Investitionskredite an die Geschäftsbanken zahlen, besteht aus der Bankmarge und dem Guthabenzins, den die Geschäftsbanken an die Sparer zahlen. Die Bankmarge minus Risikoprämie (Kreditausfall-Versicherung) minus Personal- und Sachkosten ist der Gewinn der Geschäftsbanken vor Steuern, und der Guthabenzins der Sparer ist die Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) plus Knappheitsaufschlag plus Inflationsaufschlag. Der Realzins (Sparer-Gewinn) ist der Guthabenzins minus Inflation.
Die Liquiditätsverzichtsprämie ist zeitabhängig und erreicht bei langfristigen, ca. 10-jährigen Geldanlagen den vollen Urzins von etwa 4,5%, während der Knappheitsaufschlag durch das Verhältnis von Kreditangebot und Kreditnachfrage in der Volkswirtschaft bestimmt wird. Ist nach einem Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) die Kreditnachfrage zur Finanzierung neuer Sachkapitalien (Häuser, Fabriken, Schiffe, etc.) deutlich größer als das Kreditangebot, steigt der Realzins für die Sparer um eine “Belohnung für Konsumverzicht”, weil in dieser Situation die Schaffung neuen Sachkapitals für die Volkswirtschaft wichtiger ist als der vorgezogene Konsum; und wenn kurz vor dem nächsten Krieg die Geldvermögen – und damit auch die (fast) spiegelbildliche Gesamtverschuldung – durch die fortlaufende Verzinsung soweit gewachsen sind, dass das Kreditangebot die Kreditnachfrage übersteigt, weil die Rentabilitätshürde des Urzinses der weiteren Vermehrung rentabler Sachkapitalien eine Grenze zieht, wird der Knappheitsaufschlag negativ und der Realzins für die Sparer vermindert sich um eine “Bestrafung für Investitionsverzicht”. Dies führt zu einer Verkürzung der durchschnittlichen Anlagedauer, weil der Realzins nun unter den vollen Urzins fällt, den die Sparer mindestens fordern, um ihre Ersparnisse langfristig zu verleihen. Aus mittel- bis kurzfristig den Geschäftsbanken überlassenen Ersparnissen können diese aber umso weniger Investitionskredite vergeben, für deren verzinste Zurückzahlung die Unternehmer etwa zehn Jahre benötigen. Die Geschäftsbanken haben mit immer größer werdenden Kreditausfall- sowie Fristentransformationsrisiken zu kämpfen und verlagern ihre Geschäftstätigkeit von der Investition auf die Spekulation (ironischerweise als “investment banking” bezeichnet), um an Preisschwankungen zu profitieren, die wiederum umso größer und hektischer werden, je mehr die “Bestrafung für Investitionsverzicht” den Geldkreislauf ins Stocken bringt. Am Ende gerät die Volkswirtschaft in eine Liquiditätsfalle, d. h. der Geldkreislauf – und damit die Arbeitsteilung – bricht soweit zusammen, dass die nächste umfassende Sachkapitalzerstörung unvermeidlich wird, damit es nach dem Krieg wieder eine “Belohnung für Konsumverzicht” geben kann:
http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html
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