
Wenn es darum geht, die Welt um uns zu beschreiben, sind Schlagworte wie Vereinzelung und Individualisierung meist nicht weit. Egal, ob es um den Lebensstil, den Erwerb von Wohlstand, die Wahl des idealen Partners oder Berufs geht – jeder scheint seines Glückes eigener Schmied geworden zu sein.
Dem gegenüber steht die Tatsache, dass wichtige Entscheidungen nach wie vor in aller Regel gemeinsam statt einsam getroffen werden. Das betrifft nicht nur Institutionen, Organisationen und Unternehmen, es gilt auch für den ganz persönlichen Lebensbereich, man denke nur an die private Pensionsvorsorge. Wer möchte nicht rechtzeitig dafür Sorge tragen, dass der Pensionseintritt nicht mit dem Austritt aus dem gewohnten Lebensstandard einhergeht!
Die Verhaltensökonomie hat das Entscheidungsverhalten von Gruppen in den vergangenen Jahren intensiv erforscht: Wer sich für etwas entscheidet, entscheidet sich gleichzeitig immer auch gegen etwas, das Risiko einer Fehlentscheidung ist also unausweichlich, es ist bestenfalls minimierbar. Die Wissenschaft verhält sich genuin oppositionell zur sogenannten Volksweisheit, aber in diesem Fall kann sie getrost auf ein englisches Sprichwort zurückgreifen: The only proof of the pudding is its eating.
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Selten gehen die Meinungen in der Schweizer Bevölkerung so auseinander wie beim Thema Personenfreizügigkeit. Die einen finden sie gut, weil sie Fachkräfte ins Land bringt, die das Land dringend braucht. Die anderen finden sie schlecht, weil zu viele Menschen kommen, für die eigentlich gar kein Platz ist.
Man kennt die Situationen nur allzu gut aus dem Alltag: Egal ob bei Autoreparaturen, medizinischen Behandlungen oder Finanz- und Versicherungsprodukten – der Anbieter weiss prinzipiell viel mehr über die tatsächliche Qualität des konsumierten Gutes als der Kunde. Und daher hinterlassen solche Situationen gelegentlich beim Kunden das Gefühl, vom Anbieter
Selbstständig ein Unternehmen zu gründen und zu leiten bedeutet für die meisten Menschen, im Durchschnitt weniger zu verdienen als Angestellte in ähnlichem Metier – und das bei längeren Arbeitszeiten und ungleich höherem persönlichen Risiko. Bei Berücksichtigung dieser Faktoren scheint es also eher unvernünftig, Unternehmer zu werden.








