Scheinheilige Schweizer Trump-Kritik

 

Die Schweiz ist eine Vielflieger-Nation: Andrang vor einem Swiss-Schalter. Foto: Patrick B. Krämer (Keystone)

Der Entscheid war so absehbar wie die Reaktionen darauf. Nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump jüngst den Rückzug seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt hatte, schäumte weltweit Empörung hoch. Ebenso absehbar waren die Kommentare von SVP-Politikern, die von einem «Akt der Vernunft» sprachen. Empörung auch darüber.

Zweifelsohne, es ist richtig, die Abkehr der USA vom Klimaabkommen zu geisseln. Falls überhaupt, lässt sich der Klimawandel ​bloss in einem gemeinsamen Kraftakt der Weltgemeinschaft eindämmen. Nur: So viel Fingerzeigerei ist heuchlerisch, solange die eigene Klimapolitik ungenügend greift. Just das aber ist in der Schweiz der Fall.

Bis 2020 muss die Schweiz ihren Treibhausgasausstoss um 20 Prozent gegenüber 1990 verringern. Bis 2030 sollen es nach den Plänen des Bundesrats gar 50 Prozent sein, davon mindestens 30 Prozentpunkte im Inland, der Rest im Ausland. 2015 betrug die Reduktion aber erst 10 Prozent. Ob die Schweiz ihr Ziel erreicht, ist also fraglich.

Beim Verkehr gibts Nachholbedarf

Zwar gibt es durchaus Fortschritte. So haben die Sektoren Gebäude und Industrie ihre Emissionen senken können – nicht aber der Verkehr. Die Klimapolitik muss also hier​ ebenso​ ansetzen; das fordern nicht nur rot-grüne Politiker, sondern auch Vertreter der Industrie. ​

Die kommen sich verschaukelt vor, weil sie ihre Hausaufgaben machen, derweil die Politiker im Bundeshaus den Verkehr schonen, aus Angst, von der Bevölkerung bei den nächsten Wahlen abgestraft zu werden.

Diese Angst ist denn auch der Grund dafür, warum Instrumente wie eine CO₂-Abgabe auf Treibstoff oder ein Mobility-Pricing​ als Ideen​ in der politischen Endlosschlaufe drehen.

Wirkungslose Abgasvorschriften

Dieses Versäumnis wiegt umso schwerer, als auch jener Ansatz, auf den sich das Parlament ​gesetzlich ​verständigt hat, nicht richtig funktioniert: die Verschärfung der Abgasvorschriften. So hätten bis 2015 die Neuwagen durchschnittlich noch 130 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstossen dürfen; es waren aber 135 Gramm, letztes Jahr noch immer 134 – und das nur auf dem Papier. In Tat und Wahrheit belasten die Autos das Klima um 30 bis 40 Prozent stärker, wie die Forschungsanstalt Empa ​ermittelt hat. Dabei müssten die Werte längst viel tiefer sein. Ab 2021 liegt gemäss Gesetz die Grenze neu bei 95 Gramm. Wie die Schweiz dieses deutlich verschärfte Ziel erreichen will, bleibt schleierhaft.

Politisch geschont wird auch die Fliegerei. Deren Emissionen sind vom Pariser Vertrag ausgenommen, was grotesk ist angesichts der Klimaschäden, die Flugzeuge anrichten. Dass dieser blinde Fleck es just der Schweiz erleichtert, ihre Klimaziele zu erreichen, ist eine bittere Pointe: Jeder Schweizer fliegt gemäss Zahlen des Bundes durchschnittlich fast 9000 Kilometer pro Jahr, was in etwa der Strecke Zürich–San Francisco entspricht, 2010 waren es erst 5200.

Die Schweiz, ein Land von Vielfliegern, ohne Rücksicht aufs Klima – Trump lässt grüssen.

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62 Kommentare zu «Scheinheilige Schweizer Trump-Kritik»

  • werner boss sagt:

    Die kommen sich verschaukelt vor…..Wer kommt sich verschaukelt vor? Zu Recht wohl die, welche vor Jahren schon alles getan haben um das Wachstum der CO-2-Produktion in der Schweiz zu reduzieren. Und was machen unsere lieben Linken und die Grünen??? Sie fördern mit ihrer Politik den Bedarf nach Arbeitsplätzen, Wohnungen , Infrastrukturen und privaten Verkehrsmitteln! Sie fördern auch den Besucherverkehr mit dem Flugzeug, den Lebensmitteltransport aus fernen Ländern und vieles mehr!
    Sicher wäre technisch vieles möglich, aber wenn es gleichzeitig durch das zu schnelle Wachstum überholt wird, verkommt es zum reinen Hindernislauf.

  • Max Bader sagt:

    Ein sehr guter Beitrag von Herrn Häne. Ich wusste nicht, dass die Fliegerei bei diesem Abkommen nicht dabei ist. Das macht das ganze natürlich lächerlich.
    Jeder sollte bei sich zuerst selber schauen, dass er oder sie sich ökologischer verhält, bevor man andere kritisiert.
    9’000 Kilometer pro Jahr ist enorm. Das ist nicht einfach eine Städtereise in Europa. Vor allem muss man dazu bedenken, dass sehr junge Kinder und ältere Personen nicht mit dem Flugzeug reisen. Die effektive Zahl an zurückgelegten Kilometern muss demnach enorm sein.
    Bei einem Flug über 9’000 km hat man schnell einen grossen Teil des Jahrresverbrauchs an CO2 raus.

    • Ruedi Lais sagt:

      Der WWF berechnet den Jahresverbrauch von 2000 W, resp. 2.2 T CO2-Ausstoss, dass er einem Flug nach Ägypten retour entspricht (ca. 6000 Km). Wenn alle so viel fliegen würden wie wir, gingen schon mal anderthalb Planeten drauf.

    • Mark Reist sagt:

      Wenn Australien, Singapore oder auch Thailand-Reisen Allgemeingut geworden sind, kommen solche Zahlen locker zusammen.

    • Gabriela sagt:

      „dass sehr junge Kinder und ältere Personen nicht mit dem Flugzeug reisen“ – wie kommen Sie denn auf die Idee?

  • Glaset B. sagt:

    Sehr einfacher ideologischer Artikel. Die alte Leier es ist immer nur der mot. Verkehr (AUTO und LKW) schuld.
    Aber lieber Autor, wussten Sie, dass ein Kreuzfahrtschiff wie es in Hamburg einläuft auf dem Weg von der Einfahrt in die Elbe bis Hamburg so viel Dreck und Abgase ausstösst, wie 20’000 PKW, die ein Jahr lang herumfahren?

    Bei der Fliegerei gebe ich insofern recht, dass diese bis heute geschont wird.
    Ansonsten ist ihr Artikel wieder nur gegen die bösen Autos gerichte, die ob sie es wollen oder nicht in den vergangenen 30 Jahren extrem viel zu sauberer Luft beigetragen haben, auch wenn heute noch mehr gefahren wird.

    Aber der Staat, der laufend den Verkehr unflüssiger macht, müssten sie auch dien die Pflicht nehmen, dass der Verkehr wieder flüssiger wird!

    • marsel sagt:

      Die Autos sind nicht böse. Das sind Maschinen, die können nichts dafür, dass sie Dreck rauslassen. Schuld ist der, der fährt.

      • Chris Schmidlin sagt:

        Ich muss widersprechen, der Produzent und der Staat der die Inverkehrsetzung erlaubt ist schuld.

        • Röschu sagt:

          @Schmidlin
          Nur weil etwas zugelassen wird, heisst ja noch nicht, dass ich es auch nutzen muss…
          Und wenn es niemand mehr nutzen würde, würden auch die Produzenten umdenken…

    • Marc sagt:

      Natürlich kann alles gegen alles ausgespielt werden. Aber der Luftverkehr wie auch der Verkehr auf der Strasse gehören nun mal zur Familie der grossen Energieverbraucher.
      Ich kann Ihnen auch ein Beispiel geben:
      Um ein Auto aus der Mittelklasse herzustellen, wird so viel Energie verbraucht, wie der Strombedarf eines durchschnittlichen Haushalts in 10 Jahren. Um es zu bewegen kommen zusätzlich 7 Liter Benzin pro 100km dazu.
      Glaub macht schon Sinn, darüber nachzudenken. Auch wenn mir klar ist, dass andere Verkehrsmittel, wie Schiffe oder die Bahn, auch viel Energie verbrauchen.

    • Olivier Fuchs sagt:

      Das glaube ich zunächst einmal nicht. Schifffahrt ist grundsätzlich energiesparend, da sie ohne Motoren funktioniert(e). Kolumbus, wieviel Dreck hat seine Karavelle hinausgelassen? Unwissenschaftlich sind die Angaben ‚Elbe bis Hamburg‘ sowie ‚Dreck und Abgase‘. Die Energiekosten wären allein über 10 Millionen Fr. Das sind 10’000 Fr. bei hohen 1000 Passagieren. Kreuzfahrten um die halbe Welt dürften aber für einige Hundert Fr. Energie brauchen.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Selbstverständlich sind wir bigott, so, wie die ganze Welt. Wissenschaftler sollen längst berechnet haben, dass wir höchstens noch 1/4 aller heute bekannten Lagerstätten von Erdöl, Erdgas und Kohle nutzen dürfen, um das Klimaziel von Paris (+2 Grad) erreichen zu können. Doch NIEMAND glaubt daran, dass der Konsum von Erdöl, Erdgas und Kohle zurückgehen könnte. Andernfalls müssten alle Staaten der Golf-Region, aber auch Australien sogleich von den Rating-Agenturen kräftig abgestraft werden. Und Aktien und Anleihen der Öl-, Gas-, Kohle-Industrie müssten kollabieren.
    Doch das tun sie allesamt nicht, weil NIEMAND wirklich die Absicht hat, den CO2 Ausstoss weltweit zu drosseln. Die Politik baut sich mit Hilfe der Klima-Hysterie ihre Macht aus und verspielt gleichzeitig unseren Wohlstand.

  • Jaun Bernhard Berschis sagt:

    Endlich ein ehrlicher Bericht zur Klimafrage.Es liegt in der Verantwortung des Volkes diese heuchlerischen Politiker nicht mehr zu wählen. Vorgängig wird das Blaue vom Himmel versprochen,einmal im Amt,geht e s nur noch um die eigenen Brötchen.

    • marsel sagt:

      Das Volk ist mindestens so heuchlerisch wie die Politiker. Will sagen: Wir haben genau die Politiker, die wir verdienen.

    • Willi sagt:

      Es läge aber auch in der Verantwortung des Volkes, aus eigenem Antrieb etwas für den Klimaschutz zu tun. Aber ja, die Politikerinnen setzten in Paris die Ziele, ohne ihren Völkern zu sagen, wie weh diese tun werden. Die ES 2050 dient primär dem Ersatz der Atomkraft und deren Ziele werden nicht richtig weh tun. Schon der nächste Schritt jedoch, die CO2-Lenkungsabgaben im Strassenverkehr, stösst auf Widerstand, nicht nur in CH sondern in ganz Europa. Vom Geschäftsmodell ‚Massentourismus‘ mit Fliegen und Kreuzfahrten ganz zu schweigen. Dessen Wachstumsprognosen sind schwindelerregend. Nur das zu tun, was nicht wirklich weh tut, wird nicht ausreichen, denke ich. Und die Umsetzung neuer Technologien ist eine Generationenaufgabe. Vielleicht ist das Klima zu ungeduldig?

  • Gruiber sagt:

    Der staatlich verordnete Umweltschutz ist in vielen Bereichen reine Propaganda und dient nur dazu die Kassen zur füllen. Wie jetzt allgemein bekannt wurde, haben Dieselautos Dutzendfache höhere Emissionen gegenüber den rigid durchgesetzten Abgasgrenzwerten. Die Wirklichkeit hat den Staat nie interessiert. Ja, man verhängt drakonische Strafen für verpasste Abgasmessungen, obwohl diese Schimären-Werte vor und nach der Inspektion die Vorgabe erfüllen. Private würden über Unlauterer Wettbewerb, wenn nicht Betrug gestoppt aber der Staat macht Kassa aus Treibstoffabgabe und nutzloser Abgasüberwachung. Pfui.

  • marsel sagt:

    Das Fliegen ein paar Prozente teurer machen würde uns auch gar nicht davon abhalten, kein bisschen. Kein Ticket unter 1000 Franken wäre nötig. Dasselbe Problem beim Autofahren. Offenbar glauben wir, es würde reichen, den Verbrauch von Plastiksäckli im Migros zu reduzieren.

    • Vera sagt:

      Jeder Kindergärteler versteht heute dass ein steigender Preis zu einer abnehmenden Nachfrage führt. Das gilt natürlich auch für den Verkehr. Staus gibt es nur weil wir den Verkehr so strark subventionieren. Eine ziemlich dumme Politik.

    • Olivier Fuchs sagt:

      Falsch! Steigende Preise führen zu weniger Passagieren. Das führt weiter zu höheren Kosten pro Passagier, da die Mengeneffektivität abnimmt. Das führt zu tieferer Nachfrage, das zu abnehmender Auslastung, das zu höheren Kosten. Neue Flugzeugkonstruktionen werden auch teurer werden, weil die Kosten auf weniger Absatz aufgeteilt werden wird. Bis am Schluss ein Flug 5 mal mehr kostet, so wie in den 60ern.

  • K.A. Barett sagt:

    Das Verhalten der Schweiz ist bizarr. Als Folge des hierzulande herrschenden Wohlstandes werden die stärksten SUV’s gekauft und nicht der Vielweiberei gehuldigt, aber der Vielfliegerei. Die Vielweiberei wäre umweltschonender. Kein Mensch wird sich angesichts seines eigenen, gut gefüllte Bankkontos freiwillig der Askese ergeben. Nein, man leistet sich etwas. Das ist menschlich verständlich. Aber wir sollten mit der Heuchelei aufhören.
    Als komplizierender Faktor in Sachen Klimaschutz muss die verantwortungslose Bevölkerungspolitik bezeichnet werden. Ein Bevölkerungsplus von fast einer Million in zehn Jahren, bedingt durch eine massive Einwanderung, wirkt alles andere als klimaschonend. Dieses Ei haben wir uns selbst gelegt.

    • Vera sagt:

      Viele Menschen würden freiwillig Weniger fahren wenn dies nicht sofort durch rücksichtslosere Mitmenschen kompensiert würde.

    • Peter Aletsch sagt:

      Es ist erwiesen, dass wir die durchschnittlich hubraumstärksten Autos Europas haben. Möglich wegen der überlangen Malocherei. Man will eben seinen Nachbarn seinen Erfolg demonstrieren. Werden diese Altautos exportiert, werden auch die überdurschnittlichen Fahrkosten exportiert. D.h. die Leute im Balkan, in Afrika, die Schweizer Occasionsautos kauften, fahren zu teuer.

  • hans huber sagt:

    Leider ist es so. Die Bereitschaft, ein nachhaltiges Leben zu leben ist bei sehr vielen Schweizern nicht vorhanden; der Egoismus geht vor, leider.

    • Vera sagt:

      Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sonden mit Vernunft. Es wäre dumm den eigenen lebensstil zu kompromitieren und etwa weniger zu Autofahren wenn dadurch nur andere den freien Platz nutzen würden um noch mehr zu fahren.
      Studieren Sie Spieltheorie.

  • Caroline Aubert sagt:

    Treibhausgas ist nicht nur CO2, sondern viel stärker das Methan, v.a. aus Fleischproduktion. Das wird jedoch konsequent verschwiegen, weil es mit dem Bevölkerungswachstum und dem damit steigenden Fleischkonsum zu tun hat. Verschwiegen wird auch immer, dass es bereits in der vorindustriellen Zeit einen CO2-Ausstoss gab – dieser ist seither um ca. 40% gestiegen (sofern die Zahlen korrekt sind). Unter Berücksichtigung des starken Bevölkerungswachstums ist dieser Anstieg nicht besonders hoch, weshalb Schuldzuweisungen an Industrie und Mobilität nicht gerechtfertigt sind. Der Anteil des (ungiftigen) CO2 in der Erdatmosphäre ist gerade mal 0,04%. Klima ist ein chaotisches System, es gibt keine Belege und ist auch nicht nachvollziehbar, dass CO2 für die geringe Klimaerwärmung verantwortlich ist.

    • Vera sagt:

      Doch, es gibt gute Gründe warum CO2 klimawirksam sein könnte: weil es gewisse Lichtstrahlen gut absorbiert. Darum sollten eigentlich diejenigen Beweise vorlegen die behaupten CO2 sei nicht klimawirksam. Frau Aubert, können Sie Beweise für ihre Thesen liefern?

  • Mody Bühler sagt:

    Wirklich? Pro Passagier braucht der Flieger durchschnittlich 4,8L/100 km, für die 9000 km/Jahr wären dies 430 liter.. unsere fossilen Heizungen verbrauchen bedeutend mehr.. Und die Umweltvereinbarungen für ein 320-Millionenvolk zu kündigen und Kohle zu propagieren ist mit unseren Exzessen kaum vergleichbar..

    • Ruedi Lais sagt:

      Der Durchschnittsverbrauch von Heizöl liegt bei ca. 350 Liter pro Kopf der Bevölkerung, mit stark sinkender Tendenz.

    • Peter Aletsch sagt:

      Oelöfen sind praktisch aus Neubauten komplett verschwunden. Trotz Werbung der Oelvereinigung. Heizen ist notwendig, Fliegen meistens nicht. Die Geschäftsreisenden glauben ja, immer noch unter allen einen Flug nehmen zu müssen statt die Bahn. Sie fliegen nach Düsseldorf, Mailand, Paris.

      • Röschu sagt:

        Solange der Flug gleichzeitig schneller und günstiger(!) für den Reisenden ist, hat er schlicht keinen Anreiz auf den Zug umzusteigen.

  • Thomas Hartl sagt:

    Natürlich ist es absurd, dass ausgerechnet die Emissionen des Flugverkehrs vom Pariser Vertrag ausgenommen sind. Aber zeigen die vielen Flugkilometer der Schweizer nicht genau, dass eine CO2 Reduktion auf freiwilliger Basis, durch Einsicht des Einzelnen, nie und nimmer funktioniert? Ohne strenge Gesetze und massive staatliche Regulierung hinterlassen wir unseren Nachkommen eine ökologische Katastrophe. Und vor diesem Hintergrund ist die Kündigung des Klimaabkommens durch Trump ein verheerendes Signal. Mag die Trump-Kritik scheinheilig sein, sie ist richtig und wichtig.

    • Nadia Eschmann sagt:

      Herr Hartl, das ist doch Panikmache. Das Klima hat sich schon immer gewandelt, völlig unabhängig vom Menschen. Es ist Grössenwahn, dass der Mensch glaubt, das Klima irgendwie beeinflussen zu können. Natürlich ist es sinnvoll, weniger fossile Energien zu verbrennen. Aber heute basiert die Energieversorgung zu 85% auf fossilen Energien, daran hat sich seit Jahren nichts geändert. Ohne fossile Energien kollabiert die Weltwirtschaft, es gibt dann weder Güteraustausch noch Tourismus und praktisch keine Industrie mehr.

      • Thomas Hartl sagt:

        Frau Eschmann, fossile Energie ist begrenzt. Wenn sie recht haben, und die Weltwirtschaft ohne diesen Energieträger kollabiert, dann ist das ein Grund mehr, für eine Energiewende. Je früher wir das angehen, desto verträglicher wird es für die Wirtschaft.

      • Brenner sagt:

        Danke, Nadia Eschmann. Kurz und bündig auf den Punkt gebracht. So sehr die Dekarbonisierung anzustreben sinnvoll ist, so wenig reaistisch ist es, sie zu erreichen – nicht einmal für die Stromproduktion, wenn die Kernenergie als Lösung ausgeschlossen und verteufelt wird.

      • Vera sagt:

        Können Sie auch nur eine einzige Ihrer vielen Aussagen belegen?

  • Jonas Hostettler sagt:

    Das Verhalten der Schweiz zeigt deutlich auf, wie die Welt ohne griffige internationale Verträge funktioniert: jedes Land setzt sich auf den Standpunkt, erst etwas tun zu müssen, wenn alle anderen schon vorangeschritten sind. So schützt natürlich niemand das Klima und deshalb ist es sehr bedauerlich, dass die USA von diesem Vertrag zurückgetreten sind. Die USA sind für Klimaleugner (und dazu gehören auch diejenigen, welche die Dringlichkeit des Problems leugnen) jetzt die perfekte Ausrede, weiterhin nichts zu tun. In 20-30 Jahren werden wir das sehr bedauern.

    • Röschu sagt:

      Viel besser ist es natürlich immer neue Verträge und Ziele zu vereinbaren, ohne diese jemals einhalten zu können/wollen. *Ironie Ende*

      In diesen Abkommen fehlen Sanktionen bei Nichteinhaltung, die wirklich wehtun. Problem ist, dass die Verträge mit Sanktionen wohl gar nie zum Abschluss kämen.

  • Brenner sagt:

    Gerade ist die Schweiz dabei, ihre Stromproduktion mit der ES 2050 zu karbonisieren, entweder durch den Ersatz der KKW mit eigenen Gaskraftwerken oder fossil-lastigen Stromimporten, um die Winter-Versorgungslücke zu schliessen. Dass Solar und Wind die Versorgungssicherheit nicht erbringen können, ist evident – sogar bei einigen Befürwortern des Energiegesetzes (Z. B. Müller Antamatten). Dort liegt die grösste Heuchelei. Das Abkommen hätte nicht ratifiziert werden dürfen. Wie sagte Nationlrätin Estermann 2014 anlässich der ersten Energiegesetz-Debatte und dem grossen Mehr im NR dafür? „Ich habe noch nie soviel Gläubige an einem Ort versammelt gesehen“. Inzwischen ist die Anzahl Gläubige in der Schweiz auf mehr als eine Million gestiegen.

  • lutz stalder sagt:

    Naja, Klimagejammer halt…

  • tim meier sagt:

    Bekanntlich gibts 15 Supertanker, von denen jeder soviel CO2 ausstösst wie 50 Millionen Autos. Die Schweiz produziert weniger als 1% des weltweiten CO2 Ausstosses.
    Wieso ich mich persönlich spürbar einschränken soll kann mir in Anbetracht dieser Zahlen niemand nachvollziehbar erklären. Diese Hysterie und Angstmacherei erinnert an das Waldsterben der 80er Jahre. Natürlich muss man etwas tun. Nur ist es illusorisch, auf Knopfdruck irgendwelche willkürlich festgelegten Grenzwerte zu erreichen.

    • Adi sagt:

      Mein Lieber,
      Wir machen auch nur 1 Promille der Weltbevölkerung aus. Mit 1% CO2 verursachen wir damit das 20-fache des Durchschnittswertes. Ich bin bei Gott kein Grüner, aber das ist reine Statistik.

    • Peter Aletsch sagt:

      Wie lange wollen Sie noch mit diesem Märchen hausieren? Der stärkste Schiffsmotor leistet 100’000 PS, also 1000 mal mehr als ein Auto von 100 PS. Entsprechend theoretisch nur soviel CO2 wie von 1000 Autos, praktisch weniger, da Schiffsmotoren extrem effektiv sind und nur bei Anfahrt Maximalleistung liefern müssen. Ein solches Schiff kann 10’000 Container transportieren, wieviel ihre 1000 Autos? Wohnen Sie auf dem Meer, das Sie anscheinend von den Schiffsmotorabgasen gestört werden?

      • chris sagt:

        Ein Schiffsdiesel wird mit Schweröl betrieben. Dies ist ein Abfallprodukt aus der Ölindustrie, ist bei Zimmertemperatur zäh wie Asphalt, muss aufgeheizt werden um es flüssig und damit pumpbar zu machen und hat – da es das Abfallprodukt ist – extrem hohe Schwefel- Schwermetall- und sonstige Rückstände. Ein Container- oder Kreuzfahrtschiff bläst auf gleicher Strecke soviel Schadstoffe aus wie etwa 5 Millionen Autos. Zudem muss das Schweröl vor der Verbrennung von festen Bestandteilen gereinigt werden. Dieser Ölschlamm wurde früher auf hoher See „entsorgt“, heute geschieht das im Hafen und muss als Sondermüll entsorgt werden.

        • Peter Aletsch sagt:

          Warum mit Schweröl? Warum nicht mit normalem Diesel? Was machen mit dem überflüssigen Schweröl? „Weltweit ist die Schifffahrt für den Ausstoß von etwa einer Mrd. Tonnen Kohlendioxid verantwortlich, was 3 % der gesamten vom Menschen verursachten CO2-Emissionen entspricht. Zudem verursacht sie etwa 15 % der globalen Stickoxidemissionen und 13 % der Schwefeldioxidemissionen“ Wollen Sie die nötige Transportkapazität durch 100’000 schwimmende Autos ersetzen?

    • Vera sagt:

      Das CO2 der Supertanker muss natürlich den Autofahrern angelastet werden, denn sie transportieren ja das Oel für deren Benzin.

  • Stefan sagt:

    Der Mensch lernt sein Verhalten zu ändern, wenn er nicht anders kann. Und somit gehört jeder CO2 Ausstoss krass verteuert, egal woher er kommt. Und plötzlich fliegen wir dank technischem Fortschritt mit 1.5L/100 Passagierkilometern und haben einen Ausstoss von 60g/km bei Neuwagen. Die Einnahmen könnte man dafür verwenden, uns wohl fast alle anderen Steuern erlassen. Steuern zahlt man also in Zukunft dafür, dass man verschmutzt, und so der Allgemeinheit Probleme aufbürdet. Das wäre radikal progressiv.

    • Ruedi Lais sagt:

      Leider wird die technische Effizienzsteigerung im Luftverkehr mehrfach dadurch kompensiert, dass die Schweizer Bevölkerung immer häufiger immer weiter fliegt. Man nennt das „Rebound“-Effekt.

  • Willi sagt:

    Die Politik ist im Grunde die ‚Wissenschaft‘ des politisch/gesellschaftlich Machbaren und wirtschaftlich Tragbaren. Das hat über viele Jahre recht gut funktioniert. Nun stehen wir vor einem Problem, das mit dieser ‚Wissenschaft‘ nicht mehr bewältigt werden kann: Die Mühlen des politisch/gesellschaftlich Machbaren und wirtschaftlich Tragbaren mahlen zu langsam. Plötzlich halten zwei neue Elemente Einzug in die Politik: Die ‚Dringlichkeit‘ und der daraus resultierende ‚Zwang‘. Bisher vertraute man auf die sich selbst verbreitenden neuen (besseren) Technologien. Und die Gesellschaften hoch entwickelter Länder werden mit dem neuen Begriff ‚Selbstbeschränkung‘ konfrontiert – das sorgt erst einmal für Irritation.

  • Bea sagt:

    Die Geschäftsidee: menschengemachter Klimawandel.

  • Adi sagt:

    Das ist aber auch das Einzige, was wir mit diesem Soziopathen teilen können.

  • Peter Koerber sagt:

    Ich weiss ja nicht, woher der Trumpsche Steigbügelhalter Stefan Häne seine Kilometerzahlen nimmt, welche jeder Schweizer angeblich jedes Jahr fliegen soll. Auch nach heftigem Suchen in den Statistiken des Bundes sind solche Zahlen nirgendwo zu finden. Und wenn es solche Zahlen überhaupt gäbe, dann sind mit Sicherheit nicht die Details für Schweizer ersichtlich, sondern für sämtliche Personen, welche von der Schweiz aus fliegen und im Ausland wohnen. Gemäss Bundesstatistik hatte es im Jahr 2016 rund 52 Mio Passagiere. Auf die Bevölkerung gerechnet wären dies etwas mehr als 7 Flüge pro Jahr und Person. Dass die Flugbewegungen 13% gegenüber dem Jahr 2000 abgenommen haben, also weniger Flugzeuge rumfliegen, übersieht Häne bewusst. Es geht um die Kündigung des Klimaabkommens, nicht ums Fliegen!

    • Peter Aletsch sagt:

      Ich weiss nur eine Zahl: 10% der Schweizer machen einen Interkontinentalflug jährlich. Das ist immer noch Weltrekord, dürfte aber zur Hälfte mit den relativ vielen Multinationalen Firmen zu tun haben. Es Es wird wie sonst gelten: wenige fliegen viel, viele fliegen wenig oder nie. Vor allem die, welche im Einzugsbereich eines Flughafen wohnen, werden diesen als erweiterten Bahnhof verstehen, den man ohne weiteres benutzt. Das Lohnniveau ist auch so hoch, dass die Kosten oft kein Hindernis bilden.

      • Ulrich Konrad Schweizer sagt:

        Während der letzten Jahr bin ich je mindestens 80 000 km geflogen, d.h. 4 Interkontinentalflüge hin und zurück. Dazu kommt noch mein SUV und die Oelheizung. Es dürfte für mich zu schaffen sein, 46% weniger Energie zu verbrauchen, wenn ich nur noch die Hälfte herumfliege.

  • Tom sagt:

    Meine Worte!

  • Stefan W. sagt:

    Möglicherweise sind diejenigen, die mehr Umweltschutz einfordern, ja auch nicht dieselben, die in die Ferien fliegen?

  • P. Gertscher sagt:

    Gemäss den wissenschaftlichen Grundlagen des Films „Cowspiracy“ entstehen über 50% der Klimagase durch die Viehzucht.
    Weshalb diskutieren wir über mehr oder weniger Fliegen? Weshalb interessiert sich niemand für die wirklich wichtigen Sachen?

    • Valeria Marti sagt:

      Das wird wohl nicht zum „menschengemachten Klimawandel“ gerechnet. Deshalb kann ich die CO2-Hysterie nicht ernst nehmen. Trotz Methan liegt der CO2-Anteil in der Erdatmosphäre bloss bei 400 ppm, also bei 400 Anteilen auf 1 Million = 0,04%. Dass dadurch das Klima beeinflusst wird, ist eine Behauptung. – Selber bin ich übrigens seit mehr als 10 J. nicht mehr geflogen und fahre max. 5000 km/J. mit dem Auto. Das können wohl die wenigsten Grünen von sich behaupten, insbes. unsere Politiker/-innen.

  • Rudolf Wildberger sagt:

    Nicht nur die Kritik an Trump ist scheinheilig, sondern die ganze Klimapolitik. Unser Wohlstand und die Möglichkeit 8 Mia Menschen zu ernähren beruht zum wesentlichen Teil auf weltweiter Arbeitsteilung und somit Welthandel. Containerschiffe, Lastwagen und Flugzeuge als Transportmittel sind mit Sonne und Wind nicht effektiv zu betreiben, was Piccard mit sener Solar Impulse eindrücklich bewiesen hat. Um diese Tatsachen zu verschleiern müssen abwechlungsweise die Industrie, die Politiker, der Kapitalismus oder sonst irgend wer oder was als Schuldige angeprangert werden. Was übrig bleibt von der angestrebten „Rettung des Planeten“ sind Weltdiktaturtwünsche, denn 5 vor 12 ist das Hirn im Panikmodus ausgeschltet. Sinnvoller und auch möglich wäre sich ans Klima anzupassen.

  • Ulrich Konrad Schweizer sagt:

    Eine Handvoll grösster Kreuzfahrtschiffe stossen mehr Stickoxd aus wie alle Autos der Welt !

Kommentar

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